Miklós Klaus Rózsa  – Staatsverbrechen Fotografie

ב“ה

„..der Mensch braucht eine Heimstatt, um sich heimisch zu fühlen.“ Diese Worte stammen aus der Feder von Paul Hefty, Alumni des Ungarischen Gymnasiums Burg Kastl in Bayern.

Diese katholische Internatsschule sollte für den jungen Miklós die Startbasis für ein akademisches Leben werden. Das zumindest war der Plan seiner Eltern.

13161755_10204784754218396_3514694031469981452_o

Mit Mutter und Schwester noch in Ungarn

Im September 1954 in Budapest geboren, erlebte der zweijährige Miklós zusammen mit seiner vier Jahre älteren Schwester Olga den Ungarnaufstand. Das bürgerliche Ungarn lehnte sich gegen die Regierung der kommunistischen Partei und die Besatzungsmacht Sowjetunion auf. Es herrschten kriegsähnliche Zustände. Die beiden Kinder mussten in der Wohnung der Eltern erleben, wie eine Panzergranate in ihr Elternhaus einschlug und dieses ausbrannte. Zum Zeitpunkt des Einschlages waren die beiden Kinder allein in der Wohnung. Sie wurden von russischen Soldaten in letzter Minute in den Keller des Hauses gebracht, wo sie bange Tage verbringen mussten.

Miklós’ Vater Egon, ein Holocaustüberlebender, der Auschwitz überlebt hatte und im April 1945 von der US Armee in Dachau befreit wurde und seine Mutter Livia, der zwar das KZ erspart geblieben war, die aber fast ein Opfer der faschistisch-antisemitischen Pfeilkreuzler geworden wäre, beschlossen, dass Ungarn, ihr Heimatland und das ihrer Kinder nicht länger ein sicherer Ort sei, und flohen in die Schweiz.

Diese Flucht markierte den ersten Wendepunkt im Leben von Miklós. Die ungarische Regierung, oder besser, das was von ihr noch übrig war, entzog allen illegalen Flüchtlingen – und legale Flüchtlinge gab es nicht – die Staatsbürgerschaft. Familie Rózsa wurde staatenlos. Ein Status, der sich für Miklós erst nach 44 Jahren wieder ändern würde.

Staatenlose dürfen Steuern zahlen. Staatenlose dürfen aber nicht frei und unbeschränkt reisen. Vor allem dieses Faktum beeinträchtige Miklós für viele Jahre.

Für Familie Rózsa begannen harte Jahre.

Miklós begann seine typisch Schweizer Schulkarriere: Kindergarten, Primarschule und die Entscheidung, wohin der Weg gehen soll. Das Schweizer Schulsystem machte es den Kindern noch nie leicht, gemeinsam mit den Eltern, geschweige denn, allein, die beste Entscheidung zu treffen. Heute spricht man von einem „durchlässigen“ System. Das soll denen, die es im ersten Anlauf nicht gewollt oder geschafft haben, helfen den Weg zu einer Matura zu ebnen. Miklós wollte nicht. Trotzdem bestand er die Prüfungen, die den Weg zu einer höher bildenden Schule freimachten, wenn auch mit Verspätung.

Sein Vater hatte mittlerweile von Deutschland eine „Wiedergutmachungszahlung“ in Höhe von 30.000 DM erhalten. Ein lächerlicher Betrag für etwas, was nicht mit Geld abzugelten ist: Demütigungen, Qualen, Angst und ein nie wieder heilbares Trauma.

Aber eine für damalige Zeiten unglaubliche Summe. Die Eltern, Egon und Livia konnten ihre wirtschaftliche Situation dahingehend verbessern, dass sie die kleine Boutique „Livia“ in einem gutbürgerlichen Quartier von Zürich eröffneten und auch ihren Wohnsitz dorthin verlegten.

400783_3264488030764_969773973_n

In Zürich im Kreis 4

Raus aus dem demoskopisch nicht unproblematischen Kreis 4. Damals das Sammelbecken für Auswanderer und kleine Gewerbetreibende. Auch die jüdisch –orthodoxe Gesellschaft war dort angesiedelt und ist es immer noch. Später wurden Teile des Quartiers Zentrum von billigem Nachtleben, Prostitution und Drogengeschäften. Kinder, die dort aufwuchsen, hatten es schwerer als andere. Heute zeigt das Quartier durch entsprechende Förderungen eine lebendige Mischung mit einem immer noch sehr hohen Anteil an Ausländern. Studenten und Künstler haben sich angesiedelt, auch die Sicherheit im Quartier konnte deutlich verbessert werden.

Damals aber muss Familie Rózsa den Umzug auf den Zürichberg, mitten in das dörfliche Wittikon, als Erlösung vorgekommen sein.

Das Geld aus Deutschland ermöglichte es auch, dass Miklós in einer ungarisch-katholischen Internatsschule in der Burg Kastl in Bayern angemeldet wurde. Hier sollte er das Gymnasium besuchen. Dass Miklós nicht katholisch war, blieb unausgesprochen. Mittlerweile weiss er, dass es noch andere jüdische Schüler dort gab.

Die Lehrkräfte und dementsprechend auch der Unterricht, so erzählt er, sei reaktionär gewesen. Zahlreiche Mitschüler von damals sitzen heute wieder in Regierungspositionen in Ungarn. Strikt rechts, strikt antisemitisch und strikt nationalistisch. Kastl war für die Ungarn das, was die Napolas für die Nationalsozialisten waren: Kaderschmieden.

Miklós wusste, was er wollte und was er nicht wollte. Er suchte die Freiheit, zuzustimmen, oder zu verweigern. Und er wollte nicht manipuliert und verbogen werden. Nach heftigen Konfrontationen mit Religions- und Lateinlehrern verlässt er spontan im Jahr 1970 die Erziehungsanstalt und kehrt nach Zürich zurück.

Kurz nach seiner Rückkehr verstarb seine Mutter Livia. Für Miklós, der ein enges Verhältnis zu ihr hatte, war dies ein weiteres erschreckendes Erlebnis. Nicht nur, dass seine Mutter starb, sondern, dass sie ihre Krankheit vor ihm geheim gehalten hatte. Es war die indirekte Konfrontation mit dem Trauma der Überlebenden der Shoa, das auf die zweite Generation weiter gegeben wurde. Das Schweigen, das nicht mehr sprechen können. Die Bitte, keine Angst zu haben, um die eigene Angst zu verdrängen. Auch das mag zum Entschluss, Burg Kastl zu verlassen beigetragen haben, die drängende Frage: Warum bittet mich meine Mutter, mir keine Sorgen zu machen. Das „Alles ist in Ordnung“ als Überlebensstrategie.

Miklós war 16 Jahre alt und wollte seinen eigenen Weg gehen. Den Weg „Widerstand durch fotografische Dokumentation“.

Im Jahr 1970 näherten sich die Studentenunruhen in Westeuropa langsam aber sicher ihrem Ende. Der Paradigmenwechsel nach einer Änderung im Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, in der Hochschulpolitik und in der Jugendkultur hatte zahlreiche Opfer gefordert. Europa kam langsam wieder zur Ruhe.

In Zürich, der Stadt, die immer noch dem Geist Huldrych Zwinglis (1484 – 1531) regiert wurde, aber gärte es. Zwingli war der extrem lust- und lebensfeindliche Reformator, der Zürich mit harter Hand theologisch führte. Nur was ausdrücklich in der Bibel stand, wurde als Lebensmaxime akzeptiert.

In dieser rigiden Atmosphäre begannen sich die Jugendlichen zwischen den Jahren 1968 bis in die Mitte der 80er Jahre gegen die starren Vorschriften zu wehren. Ihre Anliegen waren nicht nur politisch. Sie wollten vor allem ihre eigene Situation verbessern. Sie forderten mehr Freiräume für sich selber. Für ihre Bedürfnisse und Lebenspläne. Sie forderten die Unterstützung von Stadt und Staat ein. Dass sie es mit nicht immer adäquaten Mitteln taten, ist das Vorrecht der Jugend.

Die Jugendunruhen 1968 begannen die „Zürcher Jugendkrawalle“ mit der Weigerung der Stadt, das leerstehende Provisorium des Globus Kaufhauses im Anschluss an die Limmatbrücke beim Hauptbahnhof als Jugendzentrum freizugeben. Die Weigerung der Stadt auf die Forderung einzugehen, endete in wilden Krawallen, die von der Polizei brutal aufgelöst wurden. Die Weichen waren gestellt, eine konstruktive Kommunikation war auf Jahre hinaus unmöglich. Die Zürcher Bürgerschaft stellte sich hinter den Polizeieinsatz mit dem Hinweis, dass „..die Jugendlichen vom kommunistischen Ostblock gesteuert würden und man aus diesem Grund die Bewegung im Keim ersticken müsse.”

Immerhin meldeten sich im September 1968 einige Intellektuelle, Künstler und andere namhafte Persönlichkeiten zu Wort und verfassten das Zürcher Manifest, in dem die Haltung der Stadt gegenüber den Forderungen der Jugendlichen kritisiert wird. Jugendliche  aller politischen Gruppen gründen den Verein “Autonomes Jugendzentrum” (AJZ). Einige Monate später wird im Bunker auf dem Lindenhof (heute Urania Garage) das Jugendhaus Bunker eröffnet. Die “Autonome Republik Bunker” (ARB) steht bald wieder im Zentrum der Polizeibeobachtung und wird bereits 68 Tage nach der Eröffnung des AJZ geschlossen.

Verschiedene andere Möglichkeiten eine Jugendhauses wurden verworfen, angenommen und wieder aufgegeben.

Im Februar 1971 verfiel Zürich in Hysterie: „Da fährt so ein Langhaariger schon das dritte Mal im Tram um unseren Block. Der könnte doch etwas im Schilde führen.“ Angst ging in Zürich um, „Berufsrevolutionäre“ hatten bei einem Sit-in beim Bahnhof angekündigt, Trams und Polizeiwagen entführen zu wollen.

Im September 1971 kam es in der „Kantonalen Arbeitserziehungsanstalt“ in Uitikon zur „Aktion Heimkampagne“, im Zuge derer 17 Zöglinge entweichen konnten und es zu Sachbeschädigungen kam. Hier wird der Name Miklós Rózsa erstmals aktenkundig.

„R o z s a Miklos, Ungare (sic), Werkstudent, geb. 11. 9. 1954 in Budapest, whft. Loorenrank 30, 8053 Zürich in UH vom 1.10. – 12.10.

Das war das Erste von 3200 Datenblättern, die die Kantonspolizei Zürich über ihn angelegt hat. Mit der Nummer 31/553 ist er somit aktenkundig und ordnungsgemäss registriert.

Trotzdem war man sich nicht sich nicht sicher, um welche Person es sich tatsächlich handelte. In den Schriften tauchen verschiedene Namen auf: Nikolaus, N., Niklaus, Miklos, K. Rochat, Klaus Schmidt, Klaus Schmid, Klaus Rozsa, Miklos (Klaus), Robert Nikolaus.

Aktennotizen gingen verloren, waren nicht mehr auffindbar und es erfolgte trotzdem eine Nachkontrolle.

12717709_10208275260782820_5921764819459666861_n

Haben wir  nicht alle so ausgesehen?

Er war Ungare (sic), Ungar Flüchtling (sic), staatenlos, ohne Papiere, Hilfsarbeiter, Werkstudent, Journalist. Hatte, wie man im August 1982 festhielt einen Presseausweis. Hatte eine Niederlassungsbewilligung. Sieht aus wie ein Rockers (sic) mit Vollbart, Mähne und entsprechender Kleidung.

Seine Schwester wurde 1971 eingebürgert. Das entsprechende Gesuch seiner Familie, das, so vermutet die Kantonspolizei, auch ihn eingeschlossen hätte, sei seit 1969 pendent. Es drohte der Entzug der Flüchtlingseigenschaft und der damit verbundenen Niederlassungsbewilligung.

Am 20.12.1972 wird Miklós zu einer Befragung vorgeladen. Ein Kernsatz seiner Aussage lautet: „Ich meine aber, dass meine Tätigkeit als Junger, der einfach mit den heutigen Zuständen da und dort nicht zufrieden ist, gar nicht so gravierend angesehen werden darf. Ich muss zugeben, dass ich anfänglich da und dort etwas über die Schnur gehauen habe. Ich bin in der Zwischenzeit aber – wie viel andere auch – klüger geworden und habe gemerkt, dass man nach Möglichkeit die legalen Mittel verwenden muss, eventuell einmal verbunden mit einer Demonstration, welche aber bewilligt sein soll.“ (entnommen aus dem Band Miklós Klaus Rózsa)

Miklós, inzwischen 18 Jahre alt konnte sich gut mit den Wutentladungen identifizieren. Er spürte die aufgestaute Frustration und suchte sich seinen Platz in einer Nische der Jugendbewegungen. Immer mit dabei: die Fototasche, ein Fotoapparat und mehrere Objektive. Wo immer es zu Demonstrationen kam, Miklós war dabei.

Ging auf sichere Tuchfühlung mit der Polizei, dokumentierte die Gesichter, bildete sie ab bei allem, was sie taten. Wann immer es zu kritisch wurde, zog er sich zurück, wo es für ihn ungefährlich war. Oft sogar hinter die Polizeireihen.

 

1935460_3347289764697_1596884038_nPressekollegen nahmen es zur Kenntnis: Da wo der Wasserwerfer hinzielt, steht Rózsa. Da sollten wir uns fernhalten. Er wurde zum Feindbild der Sicherheitskräfte.

Miklós sah seine Aufgabe nicht länger im Politaktivismus, sondern in der Dokumentation der Handlungen der Polizei. Die wiederum verstand seine andauernde Präsenz als Störung ihrer Arbeit. Er dokumentierte Hausbesetzungen und deren gewaltsames Ende, Demonstrationen und die Aggression der Polizei. Aber auch die Gesichter der Polizisten hinter ihren Gasmasken.

Was er schon lange ahnte, aber erst anlässlich einer Bahnfahrt mit deutschen Polizeibeamten auf dem Weg zum WEF in Davos erfuhr: In der Schweiz mischte man in das Wasser der Wasserwerfer verflüssigtes Tränengas. Mehr als einmal kam er mit dieser schmerzhaften Mischung, die die Augen stark irritiert, in Kontakt.

Miklós musste oft genug den sinnlosen Amtsmissbrauch der Polizei am eigenen Leib erfahren. Einmal wurde er auf dem Heimweg vor einer roten Ampel ohne Notwendigkeit von Polizisten aus dem Auto gezerrt und schwer misshandelt.

418096_3347552331261_1757944823_n

2008 auf der Rückfahrt von einer Ferienreise, der Horror nimmt kein Ende

Als Absender eines Briefs an den Stadtpräsidenten vermutete er nicht 13 Wutbürger, sondern 13 Polizisten, die aufforderten seinem Gesuch um Einbürgerung nicht stattzugeben. Wer ausser Polizisten hätte über die dort erwähnten Informationen verfügen können?

Ein Foto, das ihn anlässlich einer Einvernahme im Zusammenhang mit einer gewaltsamen Demonstration mit einer Baulatte in der Hand zeigt, entpuppte sich schnell als Fälschung. Zwei Bilder waren – wir sprechen von vor Fotoshop Zeiten – übereinander gelegt worden.

Was blieb, war die Frage nach der Einbürgerung. Der dritte Versuch im Jahr 1991 wurde vom damaligen Stadtpräsidenten Josef Estermann abschlägig unterschrieben. Estermann bezeichnete ihn in einem nachträglich nicht freigegeben Interview als „Intimfeind“.

BBB50B6D-D1AA-3742-FC806CE85B1FD09C

Ablehnung des Antrages auf Einbürgerung von 1991

Miklós erhielt sie schlussendlich doch. Nach fünfjähriger Ehe mit seiner Frau Susann erhielt er das Dokument. Quasi, nachdem er fünf Jahre lang bewiesen hatte, keine Ehe eingegangen zu sein, die nur dazu diente, eine Staatsbürgerschaft zu erhalten.

© esther scheiner, israel

© Fotos: Miklós Rózsa, Zürich

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Stille kann man sich wünschen – Taubheit nicht

ב“ה

Da ist die Stille mitten in der Nacht, wenn kein Vogel mehr singt, kein Motorenlärm mehr stört, keine menschliche Stimme mehr zu hören ist. Die Welt scheint in solchen Sekunden stillzustehen, aus der Zeit gefallen zu sein. Man kann von dieser absoluten Stille aufwachen. Sie entspricht nicht der Norm. Manch einer wartet dann auf ein „erlösendes Lebenszeichen“. Der Hund, der irgendwo bellt, der Partner, der leise schnarcht, das Kind, das kurz weint, ohne dabei aufzuwachen. Diese kleinen Geräusche sind wohltuend, die Norm ist wieder hergestellt.

Zur Bedeutung des Schweigens im Judentum und in anderen Religionen habe ich hier eine spannende Textstelle gefunden.

„Während der Aufrechte sein Lob durch gesprochenes Gebet artikuliert, der Gerechte durch stummes Bewegen der Lippen, beim Frommen sich das Wort nicht von der Zunge löst, verbirgt der Heilige als Verstehender seine Anbetung im Inneren: “Wenn ein Mensch den höchsten Verstehensgrad erreicht hat, ist er zum Stillesein gezwungen.““Im Buddhismus

weist das Schweigen in einer anderen Weise über die Sprache hinaus. Die buddhistische Dialektik zwingt zum Überwinden des logischen Denkens. Erst im unauflöslichen Widerspruch flackert die Wahrheit auf, und im Vollzug des Schweigens kommt die Erleuchtung zur Vollendung. Diese Zenerfahrung selbst widersetzt sich jedem rationalen Zugriff.

Die Stille, der sich der selbst ernannte Asket aussetzt, bringt ihn ganz zu sich. Den freiwilligen Rückzug aus der Gemeinschaft hält nicht jeder aus. Schweigeorden, wie die Trappisten oder Kartäuser erlauben das Gespräch nur in wenigen Ausnahmefällen. Sogar das Essen wird, ausser an den Feiertagen nicht gemeinsam eingenommen.

Auch die Freimaurerei kennt in ihrem Aufnahmeritus den Moment des Schweigens und der Stille. Bekannt wurde dieses Detail durch die Zauberflöte. Prinz Tamino wird von den Priestern für die Dauer der Prüfungen, die ihn schlussendlich gemeinsam mit Pamina in den Tempel der Weisheit bringen mit einem Schweigegebot belegt, wiederum mit dem Ziel, ganz und gar bei sich und seinen Zielen zu sein.

Jeder gesunde Mensch, der sich freiwillig einem solchen Schweigen unterwirft, kann es jederzeit beenden. Seine Fähigkeit zu hören und zu sprechen wird auch von einer längeren Zeit der Stille nicht nachhaltig geschädigt.

Manchmal tut es auch einfach gut, sich aus der Menge der Reize, die unaufhörlich auf uns einprallen zurückzuziehen. Akustische und optische Reize stellen die beiden intensivsten Reizquellen dar. Weil das Gehirn für jeden Reiz eine eigene „Schaltzentrale“ hat, gibt es in der Regel keine Überforderung, auch wenn es einmal in der Disco zu laut oder zu grell-blitzend ist. Es ist nicht die Menge der Reize, die uns überfordert, es ist der Reizkonsum. Aber dem kann man manchmal nicht ausweichen.

 

Bei Autisten verläuft die Grenze zwischen gerade noch erträglichen Reizen und nicht mehr erträglichen Reizen hauchzart.

Autisten haben sich ihr Problem sicher nicht selber ausgesucht, für sie ist der Alltag ein einziger Kampf gegen das Unausweichliche. Ihr Überlebensmechanismus ist der Rückzug in eine nur ihnen bekannte und erschlossene Welt.

Ganz anders ergeht es Menschen, die seit Geburt taub und stumm sind.

Sie haben sich weder die Stille noch das Schweigen um sich herum freiwillig ausgesucht, es ist nicht krankheitsbedingt, noch können sie es jederzeit beenden.

Allein die Zuschreibung, „stumm“ zu sein, implizierte in früheren Gesellschaften oft stumm = dumm. Als stumm, im Sinne von kommunikationsunfähig sieht sie heute nur der Mensch an, der die Gebärdensprache nicht beherrscht. Der also „gebärdensprachbehindert“ ist.

Menschen, die seit der Geburt taub sind und nicht das Glück hatten, entsprechende Schulungen bereits im frühesten Kindheitsalter zu erhalten, fehlt die Fähigkeit zu hören und sinnvolle wortbildende Tonfolgen zu bilden. Sie können lesen, sie können schreiben. Eine in normalem Sprechtempo geführt Konversation ist so trotzdem nicht möglich. Eine sinnvolle Alternative stellt das Erlernen der Gebärdensprache dar.

 

gray923

Es gibt durchaus auch Kinder, die sofern der Hörnerv in der frühen Fetalperiode (bis zum 3. Monat) angelegt wurde, nach der Geburt ihre Hörfähigkeit entwickeln. Sollte dies nicht der Fall sein, diskutiert man in der Fachwelt bereits eine Operation innerhalb des ersten Lebensjahres. Das wäre dann innerhalb jenes Zeitraumes, in dem der Spracherwerb vor sich geht. Für die OP im Kleinkindalter gibt es zwei Zeitfenster. Das erste liegt zwischen dem 8. und 9. Lebensmonat. Langzeitstudien haben ergeben, dass sich bei einer signifikant hohen Zahl an Babys und Kleinkindern durch diese Unterstützung die Hörfähigkeit und damit auch der Spracherwerb normal entwickeln und auf eine weitere Unterstützung verzichtet werden kann. Das zweite Zeitfenster endet im Alter von in etwa 3 ½ Jahren. Dabei muss klar sein, dass, je länger dem Gehirn akustische Reize vorenthalten werden, je grösser die Gefahr der anhaltenden Taubheit ist.

images

Bei der Cochlea Implantation, wird in einer in etwa zweistündigen Operation unter Vollnarkose eine Innenohr Prothese eingesetzt. Der externe Teil besteht aus Mikrofon, Sprachprozessor, Spule und Akku. Der implantierte Teil besteht aus Spule, Signal (Sprach) Prozessor mit Stimulator und stimulierenden Elektroden. Die beiden Spulen werden mit Magneten fixiert.

Über das Mikrofon erhaltene akustische Signale werden mittels Sprachprozessor in elektrische Signale umgewandelt. Anschliessend werden die Signale an den innenliegenden Sprachprozessor weitergeleitet. Dieser gibt sie an einen Elektrodenträger weiter, der in der Hörschnecke (Cochela) platziert wurde. Die Elektroden üben eine stimulierende Wirkung auf den Hörnerv aus. Als Resultat entsteht im Gehirn ein Höreindruck.

Für Menschen, die noch nie in ihrem Leben gehört haben, ist das ein überwältigendes Erlebnis, das neben dem Glück, diese Erfahrung zu machen auch Angst auslösen kann. Die Reizüberflutung muss Angst und Schrecken auslösen.

Deshalb ist es auch von grösster Bedeutung, dass möglichst unmittelbar nach der Implantation mit der Reha und dem Hörtraining begonnen wird. Das Gehirn muss es erst langsam lernen, die Reize den entsprechenden Regionen zuzuordnen und dort zu verarbeiten. Dazu muss es aber auch erst lernen, verschiedene Geräusche zu unterscheiden.

Je jünger die Patienten, desto schneller wird der Lernprozess ablaufen.

Die zweite grosse Lernaufgabe ist es, Worte, die dem Patienten durchaus bekannt sind, mit den entsprechenden Lauten zu verbinden, also das zu tun, was ein Kleinkind mühelos tagtäglich leistet.

Eine Operation ohne Nachbetreuungskosten kostet in etwa € 20.000,–

 

cochlear_implant

Derzeit unterziehen sich 17 palästinensische Kinder aus Gaza sowie aus Yehuda und Samaria im Hadassah Krankenhaus in Jerusalem dieser Operation, die ihr Leben verändern wird. Ermöglicht wurde die Behandlung durch das Peres Peace Center. Dieses vom verstorbenen Präsidenten Shimon Peres ins Leben gerufene Zentrum soll palästinensischen Kindern in medizinischen Notfällen helfen.

Sechs der 17 kleinen palästinensischen Patienten haben die OP bereits hinter sich. Bei einigen mussten die Einreisepapiere erst durch das israelische Verteidigungsministerium ausgestellt werden, nachdem keinerlei Ausweise vorhandeln waren.

Die Kinder kamen ohne jeglichen Arztbrief. Sie mussten zunächst in Jerusalem völlig durchgecheckt werden, um sicherzustellen, dass ihr Allgemeinbefinden eine OP zuliess.

Für die Kinder hat sich eine neue Welt aufgetan. Noch werden sie für einige Zeit in einer Reha Klinik bleiben müssen, bis sie genug sprachliche Sicherheit haben, um sich allein im Alltag zurechtfinden zu können.

 

 

© esther scheiner, israel

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Die fehlende Existenzberechtigung des Herrn Huber

ב“ה

Lilli Pettri (4.9.1944) war einst die Ikone aller Nachbarschaftskämpfe. Heute sagt sie sich los von ihren ehemals extrem aggressiven Vorgangsweisen, den Kampf an sich empfindet sie heute noch als gerecht. In ihrer Welt hat der Nachbar, Herr Huber keine Rechte.

 

Auch Aktivisten kommen in die Jahre. Ein Hündchen, eine Nanny aus Polen, Fotos von Enkeln in Silberrahmen – es sieht so aus, wie bei den Eheleuten Meier-Müller.

Aber die, die hier wohnt, hat einst das ganze Quartier in Atem gehalten. Lilli Pettri war die erste Nachbarschaftskämpferin aus Gartonia und ist bis heute Mitglied bei der Volksfront zur Befreiung Gartonias (VzBG). Diese Organisation gilt in vielen Ländern als Terrororganisation.

Lilli Pettris Stimme klingt wie Gianna Nanini, die geliebte Rockröhre, ihr fester Handschlag schafft Vertrauen. Die knapp 70 jährige Aktivistin erinnert sich gerne an ihren beim Bürgertum in Misskredit geratenen Auftritt auf der prominenten Eröffnungsfeier bei der „Buga“ in Potsdam im Jahr 2001.

Piment, ihr Hündchen lauscht ihrer Stimme. Piment, oder Neugewürz, stammt aus der Karibik. Das Hündchen ist scheu und zahm.

Lilli Pettri wurde mit einer Aufsehen erregenden Aktion am 29. August 1969 berühmt. Gemeinsam mit anderen Aktivisten gelang es ihr, einen Frachtcontainer mit Turbodünger versetzter Gartenerde vom Güterbahnhof aus umzuleiten. Der Güterzug sollte von Hammstein nach Gartonia fahren. Die Aktivisten von VzBG gingen davon aus, dass der Entwickler dieses neuen Produktes aus dem Hause M. die Fracht im Container begleitete.

Der Coup gelang nur auf Grund der Kooperationsbereitschaft des Zugpersonals und der Behörden. Als sie die Grenze von Gartonia erreichten, sei sie zutiefst berührt gewesen, sagt Lilli Pettri.

Unmittelbar nach der Einfahrt in den Güterbahnhof durfte das Zugpersonal den Zug verlassen. Es erwies sich als Fehlinformation, dass der Entwickler die Lieferung begleitet hatte.

Um die Fracht löschen und anschliessend zerstören zu können, wurden Mitglieder aus dem Huber Clan akquiriert. Vier Frauen wurden nach getaner Arbeit heimgeschickt, für die Männer musste zunächst ein Kost- und Logisgeld für vier Tage gezahlt werden. Nach der Aktion wurde der Frachtzug gesprengt.

Dieser Schachzug, der die Arbeit Hubers für Jahre blockierte, trug dazu bei, dass Lilli Pettri bei zahlreichen, weltweit gegründeten „pro Gartonia“ Gruppen, sowie Linksradikalen, zur Ikone wurde.

Kurz darauf erschien das legendäre Porträt im Stil eines Vintage Posters, welches sie inmitten ihres Alltages zeigt. Es vermittelt ihre zufriedene, ja glückliche Ausstrahlung. Dieses Bild führt in kurzer Zeit zu einem starken Zulauf zu VzBG.

antos_frolka_junge_gartnerinPettri sonnt sich nicht in ihrem Kultstatus. Sie gibt sich betont bescheiden – ein später Versuch, der Verantwortung auszuweichen?

Eine Aktivistin des revolutionären Nachbarschaftskampfes sei sie gewesen. Eine Befehlsempfängerin, die nie in die Planung mit einbezogen worden sei.

Sie kann deswegen auch keine Details zum Anschlag auf die Windradanlage vom 21. Februar 1970 in Zweilingen machen.

Ihr Boss A.J., der damals das Oberkommando des VzBG innehatte, hatte ihr immer wieder versichert, mit diesem Anschlag nichts zu tun gehabt zu haben.

Manchmal sei sie erst unmittelbar vor Beginn einer Aktion informiert worden und hätte auch ihre Mitaktivisten vorher nicht gekannt.

So auch, als ein LKW entführt werden sollte. Gemeinsam mit ihrem Kollegen versteckte sie sich in der über der Doppelkabine gelegenen Schlafkabine des Fahrers. Der Versuch, den Fahrer und die beiden Beifahrer zu überwältigen, scheiterte. Im anschliessenden Gerangel löste sich ein Schuss. Pettris Mitaktivist, der unglücklich zwischen den Sitzen eingeklemmt war, erschoss den Beifahrer und wurde seinerseits vom zweiten Beifahrer erschossen. Pettri insistierte später heftig, ihr Mitaktivist sei kaltblütig erschossen worden, obwohl er kampfunfähig war.

Eines festzuhalten ist ihr ein dringendes Anliegen: Sie selber habe nie jemanden getötet. Und überhaupt hätten die damaligen Kleingruppen keine Unbeteiligten umbringen wollen, sondern nur mit „spektakulären Aktionen“ auf den Kampf der Gartonier aufmerksam machen wollen. Kampffreie Entführungen von Zügen und LKWs hätten ausschliesslich dazu gedient, Mitaktivisten freizupressen. Gewaltsame Attentate hätten nicht zu ihrem Instrumentarium gehört.

Das kann man nicht von der Hand weisen. Wenn es Tote gab, dann sind sie das Ergebnis von solitären Ereignissen, Ausreisser, die nicht zum sonstigen Vorgehen der Aktivistengruppen passen.

Die heutige Politik kommentiert Pettri mit abgeklärten Seufzern. Antifeministische Kritiker und Hetzer, sowie Religionsfanatiker hasst sie. Vor allem, weil sie eine Frau ist. Ihre Welt ist die der linken Aktivisten der 70er Jahre, denen Religion Opium fürs Volk war. Frauen konnten sich endlich emanzipieren und wurden nicht länger schikaniert. „Was für ein Elend sind doch diese eifernden, dummen Apologeten aller Couleurs.

Pettri sieht in den USA den Schuldigen für die aktuelle Entwicklung der Aktivismusorganisationen weltweit. Ob es sich um den Kampf der Religionen handelt, die die Aggressionen der Gruppen schüren, oder ob es militarisierte, straff organisierte Gruppen sind.

Pettri ist überzeugt, dass die USA ganz zuoberst auf der Agenda die Spaltung der überwiegend arabischen Staaten hat, die sie zerstören wollen, um anschliessend neue, schwache, Amerika hörige Staaten aufzubauen. Diese Staaten gehören bisher nicht zu den Freunden der USA und ganz klar, auch nicht von Herrn Huber.

Pettris Feind ist Herr Huber, wir dürfen das nicht aus den Augen verlieren!

Herr Huber ist klein, aber zäh und er hat einen mächtigen Freund: Amerika. Herr Huber erhält, so ist Pettri überzeugt, seine Legitimation einzig aus der Verbindung zu den USA. Wenn also alle neuen Staaten über ihre Abhängigkeit von den USA legitimiert sind, dann ist es auch Herr Huber. Und Gartonia hätte das Nachsehen.

Könnte man dieses Ziel nicht auch anders, einfacher erreichen?

Pettri schaltet auf stur. Sie, die Gartonier sind davon überzeugt, dass Herr Huber keinerlei Existenzberechtigung hat. Herr Huber und seine Freunde sind keine „Unbeteiligten“ und dürfen von daher mit allen Mitteln, so aggressiv sie auch sein mögen, bekämpft werden.

Doch leider ist auch Gartonia in sich gespalten. Es gibt den zähen alten Mann, der schon lange nicht mehr voll zurechnungsfähig ist. Mit ihm will man nichts mehr zu tun haben, auch nicht mit den Schlägertruppen, die ohne Finessen arbeiten und nur zuschlagen können. Und die dabei auch schon mal Porzellan zerschlagen.

Dabei ist doch nichts wichtiger, als die innere Einigkeit von Gartonia. Mit Herrn Huber als dem gemeinsamen Feindbild.

Die Welt muss es endlich verstehen, dass die Gartonier „die eigentlichen Opfer“ sind. Nicht die Gartonier sind die bösen Aktivisten, nein, das sind die Männer von Herrn Huber.

Gegen die einfachen Menschen, die zufällig in der gleichen Region leben, hat sie nichts. Ihr Ziel ist ein demokratischer, säkularer, gartonischer Staat, der das gesamte Gebiet von Gartonia und von Herrn Huber umfassen soll. Wer dort lebt, interessiert sie nicht.

Haben wir das richtig verstanden? Ein „gartonischer“ Staat? Die Antwort kommt aus tiefstem Herzen und völlig überzeugt: „Ja, ein gartonischer Staat. Wir haben ihn verlassen müssen, aber wir wollen wieder dort leben. Das Land gehört uns.“

 

 

P.S. Allen, dies geschafft haben, diese langweilige und natürlich frei erfunden Geschichte bis hierher zu lesen, stelle ich nun eine Frage mit der Bitte, sie wahrheitsgetreu zu beantworten: Ist das eine Geschichte, die es wert ist, geschrieben zu werden? Oder mehr noch, die es wert ist, in einer angesehenen Zeitung veröffentlicht zu werden? Ich freue mich auf eure Rückmeldungen.

 

Vielleicht hilft euch ein weiterer Text bei der Beantwortung.

 

 

© esther scheiner, israel

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Kann man in Gaza als Frau Karriere machen? Man kann

ב“ה 

Was haben wir nicht alles schon über Gaza gehört.

Gaza ist von Israel besetzt. Falsch! In Gaza lebt kein einziger Israeli.

Gaza ist das grösste Freiluftgefängnis der Welt. Falsch! Der Grenzübergang Erez ist tagtäglich geöffnet, rund um die Uhr.

Israel verhindert die Einreise aus Gaza nach Israel. Falsch! Die Terrororganisation Hamas verhindert die Ausreise auch in humanitär oder medizinisch notwendigen Fällen.

Israel blockiert jeden Warenfluss nach Gaza. Falsch! Israel lässt tagtäglich Dutzende von Tonnen an Baumaterial, Lebensmitteln, Koch- und Heizgas, Medikamenten und anderen Gütern über den Übergang Shalom nach Gaza.

In Gaza ist das Leben ohne jede Frage vielerorts sehr viel schwieriger, als wir es gewohnt sind. Immerhin drängeln sich auf 360 km2 knapp 1.9 Millionen Einwohner. Eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 5.300 p/km2. Das ist viel.

Von der Gesamtbevölkerung werden 1.3 Millionen den von der UNWRA betreuten Flüchtlingen aus den Jahren 1948/49 zugerechnet. Sie leben in acht Flüchtlingslagern, von denen das „Beach Camp“, auch Al-Shati Camp genannt, mit knapp 82.000 Bewohnern auf 1 Km2 (!) das am dichtesten besiedelte ist.

In Gaza City leben auf 45 km2 mehr als 550.000 Menschen, was einer Bevölkerungsdichte von über 12.000 entspricht. Das moderne Gaza gehört sicher zu den am dichtesten bevölkerten Städten der Welt und unterscheidet sich kaum von einer anderen modernen Grossststadt. Bei den Operationen der IDF gegen den Terror der Hamas kam es zu keinerlei Schäden an den Gebäuden oder der Infrastruktur. Das ist erstaunlich!

Die Mehrheit der Bevölkerung des gesamte Gaza Streifens verteilt sich auf Gaza City, Kfar Yunis und Rafah. Diese Zahl darf allerdings nicht absolut gesehen werden. Zwischen den dicht besiedelten Gebieten gibt es Regionen, die fast menschenleer sind. Doch dahin will niemand ziehen: entweder, weil sie so dann wahrscheinlich ihren vererbbaren Flüchtlingsstatus verlieren würden, oder weil eben das Land dort noch nicht erschlossen ist und den Ansprüchen an ihren Lebensstandard nicht entspricht.

Zum Vergleich. In Bnei Brak, einer vorwiegend von Orthodoxen bewohnten Stadt neben Tel Aviv, leben 22.400 Menschen pro km2, in Monaco sind es 18.000, in Hongkong knapp 6.500, in München 4.600, in London 5.400, in Zürich in etwa 4.000 und in Berlin in etwa 3.900.

800px-bevoelkerungsdichte-2005

Wo also liegt das Problem? Zu viele Menschen oder zu wenig Platz?

Gaza ist einfach anders. Es scheint eine Parallelgesellschaft zu geben. Die Schere zwischen Arm und Reich, gebildet und ungebildet, scheint sich immer mehr zu öffnen.

Jeder, der kann, wandert aus, oder hat zumindest einen zweiten Wohnsitz im Ausland. Katar ist das Lieblingsland. Von dort fliessen die Gelder an die Hamas, dort können die Oberterroristen in Saus und Braus leben.

Hamasapologeten erhalten die finanziellen Mittel, um sich Baustoffe für den Wiederaufbau kaufen zu können. Gratis von Israel in den Gazastreifen geliefert und von der Hamas beschlagnahmt. Und nicht nach Dringlichkeit, sondern nach Gutdünken von der Hamas weiterverkauft. Eine Tonne Zement kostet US$ 15. Viel Geld für diejenigen, die nichts haben.

Wer nicht ganz oben in der Hierarchie steht, der hat sich zumindest eine supermoderne Wohnung in Gaza City gekauft. Das Geld hierfür stammt grossteils aus dem Verkauf von Waren, die über die Schmuggeltunnel von Ägypten aus eingeführt wurden. Auch die wurden gewinnbringend mit 20%iger Steuer verkauft. Es hat lange gebraucht, bis Ägypten begann, die Tunnel systematisch zu zerstören. Gänzlich gestoppt werden konnten aber die Lieferungen nicht.

Das Immobiliengeschäft in Gaza boomt. Auch hier sind es Hamasgetreue, die das Geschäft unter sich aufteilen. Die Rosinen picken sich die Oberhamasniks heraus. Hamasführer Ismael Haniyeh hat ein Grundstück im prosperierenden Rimal an der Küste mit 2.500 m2 zum Preis von US$ 4 gekauft und es gleich auf seinen Sohn eintragen lassen. Weitere Liegenschaften sind auf die Namen von Verwandten eingetragen.

gaza_cityunknown

Ausgenommen von seiner Grosszügigkeit dürften nur seine drei Schwestern und deren Kinder sein. Sie sind israelische Staatsangehörige und leben in der Beduinen Stadt Tel as-Sabi. Einige ihrer Kinder haben den Militärdienst bei der IDF absolviert.

Wer in Gaza im oberen Mittelstand oder Luxus lebt, der möchte auch eine entsprechende Infrastruktur vorfinden. Hotels bis hinauf in den 5* Bereich sind deshalb vorhanden.

Das Al Mashtal Hotel, 2011 mit grossem Brimbamborium eröffnet, dümpelt vor sich hin. Immerhin gibt es einen Eintrag im Tripadvisor vom 16. Mai 2016. Ob es noch geöffnet ist, oder schon geschlossen, wurde, Informationen dazu findet man nicht.

Die Homepage des Grand Palace Hotel verspricht viel , einige Seiten sind, obwohl bereits seit 2004 in Betrieb im Aufbau. Letzter Tripadvisor Eintrag 13. Juli 2011.

Das Blue Beach Resort scheint immerhin noch in Betrieb zu sein, der letzte Eintrag bei Tripadvisor stammt von Oktober 2016.

bb2

Reger Beliebtheit hingegen erfreut sich das Al Deira. Aufgrund seiner Nähe zum Strand und dem guten Preis-/Leistungsverhältnis war und ist das Hotel bei ausländischen Journalisten sehr beliebt. Ob es Mythos oder Wahrheit ist, dass das Hotel und seine Umgebung währen, der letzten Gaza Operation für die IAF eine No-go-Area war, kann ich nicht belegen.

Hier kommt die Frau ins Spiel, über die ich berichten möchte. Mona Adnan Ghalayini wurde im Beach Camp, also dem Lager, in dem die schlechtesten Lebensbedingungen herrschen, geboren.

 

Auch dort scheint es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zu geben, auf der einen Seite die, die nichts, wirklich gar nichts haben und die auch über keinerlei Zukunftsperspektive verfügen. Und dann auf der anderen Seite die, die nicht nur über regelmässiges, durchaus nennenswertes Einkommen verfügen, sondern auch eine liberale Weltanschauung. Eltern, die es erlauben, dass ihre Tochter sich in der Berufswahl frei entscheiden darf und, mehr noch, die Ausbildung im Ausland absolvieren kann. Die in muslimischen Familien akzeptieren Berufe wie: Lehrerin, Krankenschwester oder Verwaltung sind nicht das, was Mona als Traumberufe vorschwebt. Besonders wichtig und hilfreich ist für die junge Frau, die einen für eine Muslima ungewöhnlichen Weg geht, die familiäre Unterstützung, die sie, ebenso wie ihre Schwester spürt und die auch nach dem Tod des Vaters weitergelebt wird.

Mona verrät im Interview mit Palestine Pulse ihr Alter nicht, ein Hinweis kann sein, dass sie 1992 ihr Buchhaltungsdiplom in Jordanien erhält. Heute könnte sie in etwa Mitte 40 sein.

Warum Jordanien? Die von Arafat gegründete Al-Azhar University bietet doch sowohl Studiengänge als auch postgraduate Studien in allen Wirtschaftsfächern an. Aber, aufgrund der speziellen Situation in Gaza haben die Studenten nur stark eingeschränkten Zugang zu anderen wissenschaftlichen think tanks.

Mona hat ihre einmalige Chance genutzt. Heute ist sie in Gaza die prominenteste Businessfrau und die Einzige, die CEO von einer Gruppe ist, die Hotels, Restaurants und Hypermärkte betreibt.

Ihre Hotelkarriere verlief nahezu klassisch: 1992 begann sie als Rezeptionistin in einem kleinen Hotel am Strand. Kleine Hotels sind gut für eine schnelle Karriere. Breits nach sechs Monaten stieg sie zur Assistentin des Managers auf. Was, ich darf das mit meiner eigenen Erfahrung sagen, nichts anderes ist, als ein Titel ohne Mittel. Man ist für alles verantwortlich und darf nichts entscheiden.

Mona blieb fünf Jahre dabei, dann schloss das Hotel. Immerhin hatte sie während dieser Jahre Verbindungen knüpfen können, die ihr halfen, den nächsten Schritt zu tun.

Gemeinsam mit einem Partner eröffnete sie im Jahr 2000 das Sea Breeze Hotel. Das Minihotel mit nur acht Zimmern muss über ein sehr angenehmes Restaurant verfügen. Im Jahr 2011 hatte der Autor des Artikels die Hoffnung, dass das Haus sich unmittelbar nach einer Öffnung des Gaza Streifens zu einem gastronomischen Highlight entwickeln würde. Leider ist seine Hoffnung bis heute noch nicht erfüllt worden. Und wird es wohl auch nicht werden, solange die Hamas den Gazastreifen fest in der Hand hat.

Im Jahr 2003 kam das zweite Projekt dazu: das Big Bite Restaurant in unmittelbarer Nähe des Al-Azhar Universität. Für ein gepflegtes und qualitativ hochwertiges Selbstbedienungsrestaurant ein strategisch hervorragender Standort.

Weitere Betriebe kamen dazu und wurden wieder abgestossen. Heute gehören fünf Betriebe zum Imperium. Das erfordert lange Arbeitstage. Um immer zu wissen, was wo läuft, was gut ging, wo es Probleme gab, muss sie selber täglich mindestens einmal überall vor Ort sein. Zeit für Familie und Freunde bleibt da kaum. Wie in jeder anderen Branche ist es wichtig, schnell auf Probleme reagieren zu können. Als Frau in Gaza spürt sie diesen Druck umso stärker. Alles wird misstrauisch beäugt. Jeder Fehler ist Anlass für Häme.

Erholen kann sie sich bei ihren Reisen ins Ausland. Ihr Dauervisum als Geschäftsfrau ermöglicht ihr die ungehinderte Aus- und Einreise aus dem Gazastreifen und nach Judäa und Samaria. Zwar kann sie nicht vom israelischen Flughafen Ben Gurion aus fliegen, sie muss nach Amman ausweichen. Auch ein Flug von Ägypten aus wäre jederzeit möglich. Diese Variante ist aber zu unsicher, Ägypten hält die Grenze nach Rafah meist geschlossen. Im Gegensatz dazu ist der israelische Grenzübergang Erez ganzjährig und ganztägig geöffnet.

Sie bucht auf ihren Reisen, die sie schon in zahlreiche Länder weltweit geführt haben grundsätzlich 5* Hotels. Wohl wissend, es in Gaza schwierig ist, innovativ zu sein und eine konstante Qualität anzubieten, versucht sie auf ihren Reisen Kollegen zu treffen und Neues zu finden, das sie dann, wieder daheim, in ihre Arbeit integrieren kann.

Salah Abu Hasira, der Vorsitzende des Palestinian Committee for Restaurants, Hotels and Touristic Services bedauert, dass es derzeit nur zehn weibliche Angestellte in der Hotellerie/Gastronomie in Gaza gibt. Eine dieser jungen Damen sieht man in diesem Video bei der Verleihung des Ausbildungszertifikates.

Für Mona ist nicht klar, worin diese geringe Zahl begründet ist. Bevor sich Israel 2005 aus Gaza zurückzog, der Gaza-Streifen also besetzt war, war es ganz normal, dass Frauen im Tourismus arbeiteten. Wann und vor allem warum die Männer begannen, diese Domäne nahezu zu 100 % für sich beanspruchen kann sie nicht erklären. Vor allem kam es zu diesem Wandel einige Jahre, bevor die fundamentalistische Hamas de facto die Regierungsgewalt übernahm und die Sharia als Gesetzgebung einführte. Frauen waren auch damals nicht gleichberechtigt, aber doch weit entfernt von so dramatischen Einschränkungen, wie denen, denen sie sich jetzt gegenübersehen. Wenn es also nicht die Politik war, die die Frauen bei der Berufswahl stark einengte, dann kann man es nur über die Tradition rechtfertigen.

Oder über das, aus der Welt der Fatwas stammende Verbot: Der Arbeitsbereich einer Frau darf nur für Frauen sein, z. B. das Unterrichten von Mädchen, ob es eine administrative oder technische Arbeit ist, oder sie arbeitet zu Hause als Schneiderin, die Kleider für Frauen näht, usw. Was die Arbeit in Bereichen anbelangt, wo Männer sind, so ist ihr dies nicht erlaubt, denn dies erfordert, dass sie sich mit Männern mischt, was eine große Fitna (Versuchung) darstellt und vermieden werden sollte.“

Damit scheint die Antwort auf die Fragen nach der niedrigen Beschäftigungszahl von Frauen gefunden zu sein. Und daran wird sich leider auch in absehbarer Zeit nichts ändern.

Viele Frauen in Gaza haben resigniert. Obwohl sie durchaus erfolgreich im sozialen Sektor gearbeitet haben und sogar als Schuldirektorinnen eingestellt wurden, ziehen sie es doch vor, zu Hause zu bleiben. Zu sehr sind sie von den sozialen Bedingungen, die an sie gestellt werden, geprägt.

Sie selber glaubt, dass ihre beruflichen Fähigkeiten und Erfolge geholfen haben, ihr eine gewisse Anerkennung und Respekt entgegen zu bringen. Den Respekt, den sie auch ihren Kollegen und Partnern entgegenbringt.

Hingegen trifft sie bei ihren Besuchen in ihren Betrieben vor allem im Big Bite oft junge Frauen, die sie fragen, wie ihr der persönliche Erfolg als Geschäftsfrau gelungen wäre. „Wenn man sich einmal ein Ziel gesetzt hat, dann muss man es mit aller Macht verfolgen.“

big-bite2395

unknown-1

Derzeit umfasst ihr Mitarbeiterstab 150 Personen, die in ihren fünf Projekten arbeiten. Diese Projekte, das Roots 1 Hotel mit seinem bekannten Club in Rimal, dem Vorzeigeresort am Strand, das Roots 2 Hotel mit Restaurant am Strand von Gaza City, dem Al-Deira Hotel, das ich schon weiter oben beschrieben habe, dem Big Bite SB Restaurant und der Care 4 Hypermarkt, ebenfalls in Rimal. Wer im folgenden Video Mahmud Abbas erkennt, wird sich vielleicht wundern. Er war im Jahr 2007 zum letzten Mal in Gaza. So alt ist also auch das Video!

Dass Mona nicht die Eigentümerin dieses Unternehmenspaketes sein kann, ist klar. In einem Artikel von Khaled-Abu-Toameh fand ich den Hinweis, dass die Finanzgruppe Al-Hayat Tureed Company aus Bahrain zumindest als Eigentümer des Hypermarktes auftritt.  und wenn Khaled das schreibt, dann gehe ich davon aus, dass das so ist.

Darauf weiter einzugehen und weitere Informationen zu suchen und zu finden, möchte ich mir an dieser Stelle sparen. Es geht mir mit diesem Blogbeitrag nicht darum, politische Verbindungen aufzuzeigen. Sondern darum, dass es einer Frau in Gaza gelungen ist, sich etwas ganz Eigenes und ganz Unabhängiges aufzubauen. Etwas, das den jungen Frauen, die sie heute noch als Alien betrachten, mit dem entsprechenden Mut und der Durchhaltekraft auch erreichen können.

Wenn die Grenzen aufgehen, irgendwann, kann Gaza wieder zu dem werden, was es einmal war. Ein wunderschöner Landstreifen mit unzerstörter Natur und Traumstränden! Gaza hat es verdient.

 

© esther scheiner, israel

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Fly me to the moon – Wie Israel den Mond erobern wird

ב“ה

 

30 Millionen US$ ist es dem Google Lunar XPrize wert, dass ein zu 90% mit privaten Geldern finanziertes Unternehmen einen Roboter auf der Mond zu Landung bringen kann. 10% dürfen mit Geldern der öffentlichen Hand oder aus staatlichen Budgets finanziert werden.

16 Teams gingen zu Beginn der Ausschreibung an den Start:

Deutschland, Italien, Malaysia,Ungarn, Brasilien, Canada, Chile mit jeweils einem Team, die USA mit zwei Teams, sowie zwei internationale Gruppen.

Die endgültigen Teilnehmer stehen damit fest:

754082501002499640360no

Team SpaceIL, Israel – Moon Express, United States – Synergy Moon, International – TeamIndus, Indien – Hakuto, Japan

Im Jahr 2011 startete Google das Projekt Lunar XPrize. Warum wurde ausgerechnet der Mond zum Ziel dieser ambitionierten Herausforderung? Einer der Kernsätze lautet:

“Wenn wir den Mond erforschen werden wir das Universum entdecken”

SpaceIL ist eine 2011 gegründete NPO mit einem einzigen Ziel: den Mond zu erobern. Die seinerzeit von drei jungen Ingenieuren gegründete Organisation, um in den Wettkampf einsteigen zu können, umfasste damals die Gründer Yariv Bash, Kfir Damari und Yonatan Winetraub. Heute ist der Leiter des Unternehmens CEO Eran Privman, Chef von 30 Vollzeitmitarbeitern und Dutzenden von Freiwilligen.

Wie meist bei den zahlreichen israelischen NPOs und Start Ups gibt es zwei Besonderheiten. Zum Einen ist das Durchschnittsalter sehr niedrig und zum Zweiten gibt es auch bei hochtechnischen und spezialisierten Unternehmen einen im Vergleich mit Europa sehr hohen Frauenanteil.

Und, und auch das ist eine Besonderheit, das Ziel ist meist nicht nur das im Vordergrund stehende, sondern auch, ja vielleicht sogar vor allem, das dahinter Liegende. Bereits in den ersten Jahren der Mittelschulen werden die Schüler an die Bereiche: Technik, Wissenschaft, Ingenieurwissenschaft, neue Technologien und angewandte Mathematik herangeführt. Wer besondere Fähigkeiten in diesen Bereichen entwickelt, der wird entsprechend gefördert. SpaceIL hat deswegen auch zugesagt, alle Gelder, die sie im Zuge des Wettbewerbes gewinnen können, an entsprechende Institutionen weiter zu geben.

200px-ilan_ramon_nasa_photo_portrait_in_orange_suit

 

Hier will SpaceIL akiv werden, mit dem Ziel, in Israel den “Apollo Effekt” wieder anzustossen. Unvergessen ist der erste israelische Astronaut Ilan Ramon, der beim Rückflug auf die Erde am 1. Februar 2003 in der Raumfähre Columbia verbrannte. Die Raumfähre war beim Wiedereintritt in die Erdatmosspähre auseinander gebrochen. Sein Sohn Assaf, der den Weg seines Vaters weiter gehen wollte, starb beim Absturz seines Kampfflugzeuges im Jahr 2009.

 

 

Israel braucht mehr Jugendliche, die sich zu einem Studium im Wissenschaftsbereich entschliessen. Derzeit sind es nur 6%, während es in der OECD 15 – 20% sind. Die IDF brauchen dringend 12.000 Neueinsteiger pro Jahr, um israelische Verteidigungssysteme auszubauen. Israel ist das Land der Start Ups. Nur, und das vergisst man so gerne bei aller Euphorie, diese sind hauptsächlich in den Bereichn Medizin, Medizintechnik und IT angesiedelt. SpaceIL will sich mit entsprechenden Curricula in allen Schulstufen engagieren, um die Schüler vor ihrer Entscheidung für ein Studium zu motivieren, dies in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Ingenieurwissenschaften zu absolvieren. Hierbei sollen auch Partnerschaften mit US Amerikanischen Space Centren helfen. Sie sollen die jüdischen Highschool Studenten ansprechen und in das Programm einbinden. Neben den wissenschaftlichen Verbindungen sollen auf diese Art auch die persönlichen Beziehungen der Jugendlichen zu Israel gestärkt werden.

Der Mond ist als unser nächstgelegener Planet für uns das Tor zum Weltraum. Kinder schauen hinauf und glauben, ein Gesicht zu erkennen, den “Mann im Mond” und sind sich sicher, dass auf diesem kalt-leuchtenden Planeten Leben ist. Süss-melancholische Kinderlieder begleiten, zumindest im deutschen Sprachraum, Kinder in den Schlaf.

Die Schöpfungsgeschichte beschreibt in Bereschit 1,14 – 1,18 wie Gott die Himmelskörper bildet und ihnen ihre Aufgaben zuordnet: das grössere, das über den Tag herrscht und das kleinere, das über die Nachr herrscht, auch die Sterne. Gott setzte die Lichter an das Himmelgwölbe, damit sie über die Erde hin leuchten.

440px-gezeitenkra%cc%88fteerdoberfla%cc%88che

 Poseidonios erkannte bereits im 1. Jahrhundert BCE, dass die Gezeitenkräfte von Sonne und Mond fuer Ebbe und Flut verantwortlich sind, wobei die des Mondes ungefähr doppelt so hoch sind, wie die der Sonne. Lange Zeit blieb unklar, warum sich die Gezeiten im Laufe eines Tages regelmässig wiederholen. Mittlerweile ist klar, dass die vorausberechenbare Gesetzmässigkeit mit der regelmässigen Stauchung und Zerrung der Erde zu tun hat.

 

In zahlreichen alten Kulturen war es eine Selbstverständlichkeit, dass sich Frauen während ihrer Menstruation in das “Rote Zelt” zurückzogen. Dass sich dort zeitgleich mehrere Frauen aufhielten hat mit dem Mond zu tun. Er braucht für seine Umlaufbahn um die Erde 29,5 Tage, also genau so lang, wie der weibliche Zyklus dauert. Das Zurückziehen wurde nicht als Ab- oder Ausgrenzung betrachtet, sondern sollte den Frauen Zeit geben, sich ganz auf sich zu konzentrieren und von allen Aufgaben befreit zu sein. Wer mehr zu diesem Thema lesen möchte, dem empfehle ich wärmstens “Das rote Zelt der Frauen” von Anita Diamant.

SpaceIL wird erfolgreich sein, davon sind alle am Projekt Beteiligten überzeugt. Es wird es möglich machen, den Blick zu erweitern auf neue, innovative Wege, um den Weltraum jenseits des bisher Erforschten zu erkunden. Auch wirtschaftlich kann so ein weiteres, starkes Wirtschaftssegment entstehen.

Zum Bau des relativ kleinen und preiswerten Raumfahrzeuges werden ausschliesslich innovative israelische Nano- und Microsatellite Technologien (MisST)verwendet, die auch in der NASA heute Stand der Technik sind und in Israel weiterentwickelt wurden. Diese MisST eignen sich besoders für Aufnahmen, die von freifliegenden Raumfahrzeugen aus aufgenommen und weitergeschickt werden sollen. Der SpaceIL hat in etwa die Grösse einer Haushaltswaschmaschine.

space_il_craft_1-19-17

Anstelle eines Rovers, der die Bewegung auf der Mondoberfläche ermöglicht, wird dieses System auf das “Hop” System vertrauen. Nach einer ersten Landung und einer ersten Entnahme von Bodenproben wird sich der SpaceIL nicht am Boden weiterbewegen, sondern mit dem restlichen vorhandenen Brennstoff nochmals kurz aufsteigen und 500 m entfernt wieder landen. Die Bedingungen für eine erfolgreiche Teilnahme werden im Anschluss aufgeführt.

Im Oktober 2015 gab SpaceIL bekannt, dass sie als erster Teilnehmer am Wettlauf um den Mond bestätigt wurden. Für Ende 2017 wurde ein Vertrag mit der US Amerikanischen SpaceX Rocket Company unterschrieben. Mit einer Falcon 9 Rakete soll die SpaceIL an ihr Ziel gebracht werden.

Derzeit wird SpaceIL bei den Israelischen Aerospace Industries mit den wichtigsten elektronischen Komponenten ausgestattet und unter weltraumähnlichen Bedingungen auf Herz und Nieren getestet.

Wie ist die Aufgabenstellung bei diesem hoch dotierten Wettbewerb?

Eigentlich klingt es ganz einfach, was erreicht werden muss?

  1. Das Raumfahrzeug muss auf der Mondoberfläche landen
  2. Es muss sich 500 m weit bewegen
  3. Hoch aufgelöste Bilder und Videos müssen zur Erde übermittelt werden.

Klingt doch alles ganz einfach?

Schaut man die Bedingungen aber genauer an, so gibt es da schon den einen oder anderen Knackpunkt!

  1. Sowohl der geplante Start, als auch die sich daraus ergebende geplante Landung müssen zuvor bekannt gegeben werden.
  2. Der Weg, den das Raumfahrzeug zurücklegen muss, kann entweder unterhalb, auf oder oberhalb der Mondoberfläche liegen. Der Weg kann entweder direkt zwischen zwei zuvor definierten Punkten, oder auch mit einer Serie von, ebenfalls zuvor gemeldeten und bewilligten Wegabschnitten durchgeführt werden. SpaceIL hat den Weg durch die Luft gewählt – siehe weiter oben.
  3. Zwei hochaufgelöste Videos in Echtzeit müssen in einer Länge von jeweils 8 Minuten an die Erde geschickt werden. Das erste Video unmittelbar nach der Landung und das zweite unmittelbar vor dem Ende der Mission. Eine 360° Kamera muss Panoramabilder vom Lande- und/oder Arbeitsplatz schicken.
  4. Das SpaceIL Team muss ein von XPRIZE vorbereitetes Datenpaket im Umfang von 100 Kilobytes an das Raumschiff und von dort wieder zurück zur Erde senden.
  5. Jedes Team muss ein von XPRIZE vorbereitetes Paket, das einen Datenträger und eine Erinnerungstafel am Raumschiff befestigen. Diese Befestigung muss in einer Art geschehen, dass spätere Mondforscher das Paket leicht finden können.

 

Was gibt es zu gewinnen?

  1. Der Hauptpreis beträgt 20 Millionen US$
  2. Der Zweite im Rennen erhält 5 Millionen US$

Meilenstein Gelder werden für bereits im Laufe der Vorbereitungen erreichte Leistungen gezahlt. Im Fall, dass der später Erst- und/oder Zweitplatzierte unter den Meilenstein-Gewinnern ist, reduziert sich die Gewinnsumme um die bereits erhaltenen Summen. Bisher wurden 5.25 Millionen US$ ausgezahlt, je 1 Million an Team Indu und Hakuto und 2 Millionen an Moon Express.

Bonus Gelder bis zu einer Gesamtsumme von 4 Millionen US$ werden für besondere, nicht geplante wissenschaftliche und/oder technische Erkenntnisse ausbezahlt.

Appollo Heritage Bonus für das Team, dem es gelingt eine aussagekräftige Erinnerung an die Appollo Missionen 11 bis 17 zu schaffen. In diesem Fall müssen für den Gewinn von 4 Millionen US$ zwei weitere Videos, ein Panorambild und aus aussagekräftiges Bild des Raumschiffes an die Erde transferiert werden.

Water Detection Prize 4 Millionen US$ für das Team, das wissenschaftlich belegbar die Existenz von Wasser auf dem Mond nachweisen kann.

Survival Bonus Prize Mit 2 Millionen US$ wird das Team belohnt, deren Raumschiff eine lunare Nacht mit voll funktionsfähigen Geräten übersteht und am zweiten Tag noch seine Aufgaben erfüllen kann. Die Temperaturschwankung liegt bei etwa plus 123°C am Tag und minus 150° C in der Nacht. Selbstverständlich muss auch dieser Erfolg mit entsprechenden Video- und Panoramaaufnahmen, sowie Mail und Text Botschaften belegt werden.

Nicht nur die jungen Wissenschaftler von SpaceIL sind vom Erfolg ihrer Mission überzeugt. Es ist ihnen gelungen, eine ganze Reihe von privaten Partnern und Unterstützern zu finden, die sie mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausstatten, um das Projekt zu einem Erfolg werden zu lassen.

 

 

Für die, denen dieses spannende Projekt einfach zu trocken war, hier ein Video von Frank Sinatra, mit seinem berühmten Song „Fly me to the moon“, den er den beiden ersten Menschen, Neil Armstrong und Buzz Aldrin widmete, die am 21. Juli 1969 als erste Menschen den Mond betraten .

 

© esther scheiner, israel

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Wir müssen uns erinnern!

ב“ה

In wenigen Tagen jährt sich der Tag, an dem das grösste Vernichtungslager der Nationalsozialisten, das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit wurde. In den Jahren 1940 bis 1945 wurden im Vernichtungslager Birkenau (Auschwitz II) zwischen 1 Million und 1.5 Millionen Menschen ermordet.

Der Name Auschwitz wurde mehr und mehr zum Synonym für den Holocaust. Seit 1996 wird der 27. Januar in Deutschland, seit 2005 auch international als “Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen.

Zeitzeugen, Menschen, die das Grauen überlebten finden wir heute kaum noch. Fast alle sind verstorben.

Mein Freund Max Mannheimer erinnerte sich.

Auschwitz! Die neun Buchstaben klangen für den Teenager Max einst nach Urlaub, Sonne und großer Liebe. Im Jahr 1936 reiste er in den Sommerferien zu Freunden der Eltern in die polnische Kleinstadt. Gemeinsam mit Gleichaltrigen vergnügte sich der damals 16-Jährige eine Woche lang beim Baden, in der Eisdiele, im Jugendklub. Dort, in Auschwitz verliebte er sich unsterblich in die Schneidertochter Sala Bachner.

„Rote Bäckchen, schwarze Haare, ein wunderschönes Mädchen. An Mitternacht lief ich für sie über den jüdischen Friedhof, zum Lohn für die Mutprobe bekam ich zwei Küsschen: einen auf die linke, einen auf die rechte Wange.“ Bei dem Gedanken an die schöne Sala lächelt der Mann mit dem schlohweißen Haar. Versonnen blickt er in den Innenhof seines kleinen Bungalows, der in einem Vorort von München steht – mitten im Land der Täter. Dort, wohin Max Mannheimer niemals wieder zurückkehren wollte. http://www.spiegel.de/einestages/auschwitz-holocaust-ueberlebender-max-mannheimer-erinnert-sich-a-1015193.html

Auschwitz steht aber auch für die dunkelste Seite seines Lebens. Bereits bei der Ankunft wurde er von seiner Ehefrau, seinen Eltern, und seiner Schwester getrennt, die noch in der ersten Nacht ermordet wurden. Einer seiner Brüder wurde kurz darauf ermordet, sein Bruder Edgar und er überlebten den Holocaust.

Max war unermüdlich unterwegs, um in Schulen und Bildungseinrichtungen für Erwachsene seine Geschichte zu erzählen. Mit ihm verstarb am 23. September 2016 einer der letzten Zeitzeugen.

800px-auschwitz_aerial_view_raf

Luftaufnahme Birkenau

auschwitz-kinder-nach-der-befreiung-vom-27-1-1945-durch-die-rote-armee

Kinder nach der Befreiung

museum_auschwitz_birkenau

Rampe und Eingang 1945 und heute

 

 

 

 

 

 

©esther scheiner, israel

Nur gelegentlich, an solchen Jahrestagen, halten wir inne, und der eine oder andere fragt sich, wie Erinnerung inskünftig vermittelt werden kann. (cit)

Aus rechtlichen Gründen kann der gesamte Artikel, geschrieben von Tamas Morvay  am 21. Januar 2017 unter dem Titel:

Wider das Vergessen – Gedenken an die Opfer des Holocaust bei der European News Agency

hier leider nicht veröffentlicht werden. Den vollständigen Text gibt es in der Online Ausgabe unter dem nachfolgenden Link:

http://israel.en-a.ch/politik/wider_das_vergessen_gedenken_an_die_opfer_des_holocaust-66777/

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Juden in Hong Kong -­ Die Ohel Leah Synagoge

ב“ה

Die Inseln  von Hong  Kong, die  nach den  Opium Kriegen von  1839  bis 1842 vom   Chinesischen Kaiser Daoguang an Großbritannien abgetreten wurden, wurden abwertend als  “nutzlose  Insel,  auf  der  kaum  ein  Haus steht” bezeichnet.

Immerhin, dank  der  Politik des  freien Handels und der ausgeprägten Schutzmassnahmen gelang es den Briten sehr schnell, ausländische  Händler aus der ganzen Welt anzuziehen. Darunter waren auch  jüdische Händler aus  dem Irak und aus Indien.

Ende  des  19.  Jahrhunderts  blühte das  jüdische  Leben in  Hong  Kong,  es war schnell  klar,  dass es  eine Infrastruktur mit einer  Synagoge brauchte. In  diesen frühen  Jahren  war die  jüdische Gemeinde überwiegend sephardisch. Die meisten Mitglieder gehörten  zur Familie und zu den Mitarbeitern  der  Unternehmen D. Sassoon  Sons & Company und  E.D. Sassoon &  Company. Irakische  Handelshäuser hatten ihre  Stammhäuser in  Bombay. Drei  Enkel von  David  Sassoon, dem  Patriarchen der Familie, kauften Land an  der Robinson  Strasse oberhalb  der Stadt.

Sie  schenkten  das  Land,  zusammen  mit dem neuen Gemeinde- und  Synagogengebäude der  jüdischen  Gemeinde von  Hong Kong. Ihr  Wunsch war, die  Synagoge nach ihrer Mutter, Leah  Gubbay zu  nennen.

Die  Synagoge wurde  von den  Architekten  Leigh & Orange aus Hong Kong im edwardianischen Barock erbaut, einer  Stilrichtung, die  damals im  britischen  Empire sehr beliebt  war. Die Aussenmauer bestand aus roten Ziegelsteinen mit  weissen Detaileinlagen. Der  Innenraum  folgte  weitgehend  dem sephardischen  Stil.

 

Im  Mai  1901  wurde der  Grundstein  gelegt, die formale  Eröffnung der neuen Ohel Leah Synagoge  fand  am 8. April 1902  statt.

Im  Jahr  1905 finanzierte Familie  Kadoorie die  Errichtung eines  jüdischen Freizeitklubs   auf dem Gelände der  Gemeinde, um  dort sozialen  Aktivitäten der wachsenden  jüdischen  Gemeinde  zu  ermöglichen. Der Klub bestand aus einer grossen Halle, einem Restaurant  und einer Bar, dazu einer Bibliothek und einem Billardraum. Ein Tennisplatz und davor eine grosse Grünfläche erlaubten einen unverbaubaren Blick auf den Victoria Hafen.

Der  Zustrom aschkenasischer  Juden aus Russland und Osteuropa  liess die Mitgliederzahlen der  Gemeinde  während der Jahre 1880 bis 1890 und ein  zweites Mal  von 1930 bis 1937 stark ansteigen.

1937 schenkte  J.E.  Josef  der  Gemeinde das Grundstück  unterhalb der Liegenschaft. Er gab  dem  neuen  Grundstück  zu  Ehren  seiner  Mutter  den  Namen  Beth  Simcha.

Einerseits hatte er den  Grund erworben,  um den  Blick  auf  den Hafen zu erhalten, aber auch, um dort ein  Haus für den  Rabbiner mit einer Mikwe im Erdgeschoss zu errichten.

Während  des  Zweiten Weltkrieges besetzten die  Japaner das  Gebiet und zahlreiche   Gemeindemitglieder  wurden in Kriegsgefangenenlagern interniert. Die  Synagoge selbst   wurde von den  Japanern beschlagnahmt, die  Torahrollen konnten  hinaus  geschmuggelt   und an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Die Synagoge selber erlitt keinen nennenswerten  Schaden,  der  Freizeitklub hingegen  wurde völlig zerstört. 1949 wurde der Wiederaufbau ein  zweites  Mal von Familie  Kadoorie finanziert.

Im  Jahrzehnt  nach  dem  Krieg  wuchs  die  Bevölkerungszahl  in Hong  Kong ständig. Im   gleichen Ausmass wuchs auch die Zahl der Gemeindemitglieder. Ein Grund  dafür waren die Familien, die  vor den politischen Turbulenzen in China  aus dem Land flohen und sich in Hong Kong niederliessen. Die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Boom. Das Gebiet rund um die  Synagoge  und den  Klub entwickelte sich  zu einem sehr  gefragten,  teuren  Wohngebiet.

fade-jcc-10

Eingang in das Gemeindegebäude

In  Folge der Bautätigkeit in der  Nachbarschaft  wurde die  Mauer zwischen  der Liegenschaft und der Robinson Strasse instabil. Nach einigen Hangrutschen in  den späten 80er  Jahren schrieb die  Stadtverwaltung vor, dass die Mauer auf  der gesamten  Länge saniert und stabilisiert  werden musste. Diese Sicherungsmassnahme  war mit hohen Kosten, die  allein von der  Gemeinde gezahlt werden mussten, verbunden.

Nach ausführlichen  Überlegungen  entschied  der  Vorstand, die  Liegenschaft  gleichzeitig weiter   auszubauen. Eine geplante  Verpachtung  des  Landes  wurde zurückgestellt und stattdessen wurden, in  Zusammenarbeit  mit einem  lokalen  Planer zwei Wohntürme  für Appartements gebaut. Die Synagoge  blieb unangetatst komplett  erhalten. Die einzige Bedingung bei den  Bauarbeiten war,  dass  die  bestehende  Mauer  entsprechend den  Bauvorschriften  stabilisiert  wurde.

images-1

Die Mid-Level Hochhäuser, gefragte und teure Appartements

 

800px-ohel_leah_synagogue

Blick vom Dach des Gemeindegebäudes auf die Synagoge

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein  jüdisches  Gemeindezentrum wurde innerhalb des neuen Hochhauses errichtet. Es   umfasst heute eine jüdische Schule, einen koscheren Supermarkt, milchige und fleischige  Restaurants, ein  Hallenbad,  Konferenzräume und Büros.

Gleichzeitig  erhob sich  innerhalb  der  Gemeinde eine  Diskussion darüber, ob man das   Synagogengebäude erhalten oder  durch ein neues ersetzen sollte.  Letztlich  wurde entschieden,  die  Originalsynagoge  zu  erhalten und sie an moderne Ansprüche anzupassen.

Dabei  sollte aber  das  Ambiente des  Gebäudes erhalten  bleiben.

1997  begann  die  mühsame  Arbeit,  die  Bausubstanz  und  die  Möbilierung  sorgsam  zu   restaurieren. Die  bunten Glasfenster,  Fensterläden, Türen und die  aus Teakholz   gezimmerten Bänke mussten  unbedingt  erhalten werden.  Eine neue, abgestufte   Sitzanordnung, besseres Licht und eine  Klimaanlage wurden in  der  Frauensektion   eingebaut. Die  Bimah  wurde  zugunsten  einer besseren  Akustik  erhöht  und versetzt.

Innerhalb  eines  Jahres  war  die  Arbeit  fertiggestellt und am  18. Oktober  1998 fand  die   erneute  Einweihung  statt.

Im  Jahr  2000  anerkannte  das  UNESCO  Asia ­Pacific  Heritage  Award  Komitee  die “Erhaltung   und  Restaurierung  der Ohel  Leah  Synagoge  in Hong  Kong”  als erwähnenswert  für  ein  aussergewöhnliches  Projekt  innerhalb  der  Preisvergabe für die Erhaltung  von  Kulturgütern.

Heute  ist  die  Ohel  Leah  Synagoge  das  Zentrum  des  religiösen  und  sozialen jüdischen   Lebens  für  das  lebhafte  und  blühende  Leben  der  jüdischen  Gemeinde von  Hong Kong.

images

Sammlung der Torahrollen

 

ohel-leah-synagogue-central-midlevels-hong-kong-26_thumb

Der weitgehend dem Originalzustand entsprechende Innenraum

 

 

 

 

 

Die  Gemeinde  umfasst  mehr  als  200  Familien  aus  17  verschiedenen  Staaten.  Sie  verfügt   über  eine  beachtliche  Sammlung  von  teilweise  antiken  Torah-­  und  Haftorahrollen,  die   teilweise  aus  der  Mitte  des  19.  Jahrhunderts  stammen.

©  esther  scheiner,  israel

Übersetzt  vom  Flyer  der  Jewish  Historical  Society  of  Hong  Kong,  www.ohelleh.org

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein