Spieglein, Spieglein an der Wand…

 

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..SPON greift wieder mal tief in die emotionale Schublade und schrappt an der Realität vorbei

Als «Edelfeder»wird im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache ein «besonders anspruchsvoll und kultiviert Schreibender (Journalist)» bezeichnet. Clap, das People-Magazin der Kommunikationsbranche setzt noch einen drauf.

DER SPIEGEL“: OSANG WIRD IN ISRAEL KRISENREPORTER

«Er ist die „Edelfeder“ schlechthin beim Spiegel und sucht sich jetzt eine neue Herausforderung: Alexander Osang, der nunmehr langjährige Spiegel-Reporter, wechselt von Berlin nach Tel Aviv.»

Osang hat also das einige Zeit verwaiste Spiegel Büro in Tel Aviv übernommen. Herzlich willkommen bei uns! Hoffentlich haben Sie und ihre Frau Anja Reich sich gut bei uns eingelebt. Ihre Frau stellte sich immerhin vor der Abreise aus Berlin im März dieses Jahres noch der Frage »Ich werde dort leben – und habe keine Ahnung, was das bedeutetNur zwei Wochen später scheint sie schon gut angekommen zu sein «Ich hätte nie gedacht, dass ich es einmal kaum erwarten kann, in den Gaza-Streifen zu fahren. Gaza, dachte ich, besuche ich nach ein paar Wochen oder Monaten, wenn ich richtig in Israel angekommen bin.»  

Dreimal stand er bei der Vergabe des «Henri Nannen» Preises auf den ersten Rängen. Nominiert war er für den respektablen Preis so häufig, dass seine Kollegen schon vom «Osang Preis» sprachen. Seit 2001 ist es ruhig um ihn geworden. Sein Name ist mir noch nirgendwo aufgefallen, bis ich in Facebook ein kurzes Video entdeckte. Die Meinung der Kommentatoren: «Der weiss nicht von was er spricht!» machte mich neugierig.

Osang liefert ein sprachlich dürftiges Beispiel seiner Professionalität ab. Ok, nicht jeder der schreiben kann, muss auch sprechen können. Aber inhaltliche Korrektheit, klare nachvollziehbare Aussagen muss man bei einem so hochgelobten und ausgezeichneten Journalisten doch erwarten.

«Das UNRWA Gebäude war drei Wochen besetzt. Aus verschiedensten Richtungen, also eigentlich aus allen Richtungen, um ehrlich zu sei. Nämlich den Israelis, die sie als Terrororganisation bezeichnen, seitens der Amerikaner, die sozusagen der grösste Geldgeber unter den UNO Mitgliedsländern sind der UNRWA (sic!), die sagen sie halten den Friedensprozess auf, weil sie immer noch palästinensische Flüchtlinge registrieren. (…) Im Prinzip ist das alles Preis der Bully Diplomatie, die die Amerikaner probieren (…)»

Bemerkenswert was Osang sich da alles zusammenreimt! Dass wir die UNO im Allgemeinen und die UNRWA im Speziellen nicht sonderlich mögen, ist eines. Warum das so ist, darüber wurde schon viel geschrieben, auch hier. Dass wir sie als eine Terrororganisation bezeichnen ist schlicht eine Lüge, die durch nichts haltbar und beweisbar ist.

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Screenshot SPON

Die Print Ausgabe räumt für den Artikel fünf Seiten ein. Der Titel «Karams erster Schultag»lässt schon erahnen, dass es sich mehr um eine emotionale, als um eine sachliche Reportage handelt.

Schon im Header spricht Osang von einem «grossen Menschenexperiment» und weckt damit bei mir starke negative Assoziationen. Lehrer und Schüler sind die Teilnehmer daran, und die Nahostpolitik von Präsident Trump führt das Experiment durch.

«Sein Vater hat ihm eine palästinensische Fahne gegeben, die hat er getragen. Er hat den Rauch gesehen und die Schüsse gehört. Er hat mit der Fahne gewinkt. Er lacht, wenn er das erzählt. (…)Weiter vorn, näher am Zaun, sind jede Menge Menschen gestorben.» Keine Kritik am Vater, der seinen kleinen Sohn absichtlich der Gefahr aussetzte. Keine Frage an den Vater, warum er das getan hat. Ein stilles Gutheissen des gewaltsamen Aufstandes gegen Israel. Kein Hinterfragen, was die Palästinenser unter friedlichem Protest verstehen.

«Vor fünf Wochen hat Karams Vater einen Brief seines Arbeitgebers bekommen, in dem ihm Kurzarbeit angekündigt wurde oder Entlassung. Karams Vater heißt Ahmad Shahin und ist Psychologe. Seit 13 Jahren arbeitet er für die UNRWA, die Hilfsorganisation der Uno für palästinensische Flüchtlinge, als Mental Coach an einer Schule. Etwa tausend Schulpsychologen der UNRWA bekamen Ende Juli einen Brief, in dem ihnen ihre Entlassung, der Vorruhestand oder eine Teilzeitarbeit mitgeteilt wurde.» Um dann wenig später festzustellen«.., dass es ist kaum zu glauben ist, dass dieser Mann für die mentale Gesundheit einer Schule zuständig war. Jemand sollte sich dringend um ihn kümmern.» Auch hier wieder eine Ungenauigkeit.Die 1000 «blauen Briefe» betrafen Mitarbeiter in allen Bereichen der UNRWA, darunter 113 sofortige Kündigungen, weitere 120 sind zwischenzeitlich entlassen worden. Die übrigen Fälle sind, so tragisch jeder Einzelfall auch ist, zunächst als Ankündigung zu verstehen. Als Information, dass möglicherweise ab dem Jahresende Kurzzeit gearbeitet wird. Eine dramatische Situation, die aber leider in wirtschaftlich schweren Zeiten auch in hochentwickelten Industrieländern nicht unbekannt ist. Mit einem Unterschied, der Schuldige wird hier selten bei den Gewerkschaften gesehen, und es gibt in der Regel Auffangorganisationen, die über das Gröbste hinweghelfen. Aber dieses System der Selbstverantwortung und der regelmässigen Zahlung von Sozialleistungen ist bei den Palästinensern unbekannt.

«Vater und Sohn sind in die ganz große Weltpolitik geraten. Ihr Leben ist Teil des Plans geworden, mit dem der amerikanische Präsident den Konflikt im Nahen Osten lösen will. Und weil niemand weiss, wie dieser Plan genau aussieht, am wenigsten wohl der amerikanische Präsident selbst, fühlen sich die beiden, als nähmen sie an einem Experiment teil. Einem Menschenexperiment.» Gaza ist eine sehr problematische Region. Gemessen an der Weltpolitik aber völlig überbewertet. Die arabischen Bruderstaaten schaufeln immer noch Unsummen dorthin, auch die EU hat sich bereit erklärt, Teile der von den USA zurückgehaltenen Zahlungen zu übernehmen, auch die Schweiz beteiligt sich. Keiner der Donatoren will einsehen, dass Gaza und die Hamas nichts anderes als eine Geldverbrennungsmaschinerie sind, die die Gelder in die Aufrüstung der Infrastruktur für den Terror gegen Israel steckt und das, was übrigbleibt, wird von den Oberterroristen in den privaten Säckel gesteckt. Wenn hier der Begriff «Menschenexperiment» fällt, dann muss er sich korrekterweise gegen die Hamas wenden. Der Arbeitstitel des Experiments könnte lauten «Wie lange kann ich mein eigenes Volk ausbluten und unterdrücken, bevor es aufwacht und sich gegen mich erhebt?»

 «Und die Zahlungen der Amerikaner für die UNRWA versiegten. Die Palästinenser hatten gehofft, mit den Freitagsmärschen ihrem Ziel näherzukommen. Der Gerechtigkeit, wie auch immer die aussieht. Aber sie trieben weiter ab in Richtung Ungerechtigkeit. Sie haben die Männer am Zaun verloren, die Hauptstadt Jerusalem, und jetzt wackelt auch die UNRWA, die so was ist wie der Lebensbaum Gazas.» Das haben die Oberterroristen ihnen so erzählt. Aber sie mussten erkennen, der der Schuss in die falsche Richtung ging. Die bisher als selbstverständlich angenommene Unterstützung fiel weg, die Hoffnungslosigkeit stieg. Und damit die Wut. Die berechtigte Wut. Aber die darf sich nicht gegen die eigenen Leute entladen, das wäre tödlich. Also zielt sie genau dahin wo sie den grössten Schaden anrichtet. Gegen Israel und gegen die USA.

»Wir sind das grosszügigste Land der Welt«, erklärte Nikki Haley. »Es ist in unserem Wesen. Wir glauben an Demokratie, Freiheit und Menschenrechte und kämpfen für sie, nicht nur hier in Amerika, sondern für jedes Land, das sie erreichen will. Wieso sollen wir jemandem Geld geben, der uns den Tod wünscht? Die Palästinenser beschimpfen Amerika, aber halten die Hand auf, weil sie unser UNRWA-Geld wollen«, sagt die Uno-Botschafterin der USA. Und dann fragt sie: »Die Länder, denen wir Geld geben, glauben sie daran, woran wir glauben?« Es ist die Frage eines Inquisitors.  Diesen Absatz kann ich vollinhaltlich unterschreiben. Wenn da nicht der letzte Satz wäre. Ein Inquisitor ist vom Wortstamm her zunächst einmal nichts anderes, als ein Untersuchungsrichter, der in einer «inquisitio» versucht, Abweichungen von Normen festzustellen. Traurige Berühmtheit erfuhr sie während der gegen Juden gerichteten kirchliche Verfolgung im Mittelalter. Die Folgen waren Tod und Vertreibung. Nikki Haley in den Kontext dieser grausamen Verfolgung zu stellen, ist mehr als geschmacklos.

«Nikki Haley ist das Kind indischer Einwanderer, sie hat Buchhaltung studiert und anschließend das Bekleidungsgeschäft ihrer Mutter zu einem mittelgroßen Unternehmen ausgebaut. Sie hat einen Offizier der Army National Guard geheiratet und wurde die erste Gouverneurin von South Carolina. Trump schickt sie von dort in die Uno. Sie hat lange Haare und lange Beine und eine gute Geschichte. Sie soll jetzt den Nahostkonflikt lösen. Gemeinsam mit ihrem aufmerksamkeitsgestörten Präsidenten, dessen Schwiegersohn und zwei ehemaligen Anwälten, denen Donald Trump einen Gefallen schuldet. Eine Buchhalterin. Sie macht hier einen Strich und da einen Strich und guckt dann, was hinten rauskommt.» Geschmackloser geht es nun gar nicht mehr! Der sachlich relevante Inhalt dieses Absatzes ist gleich Null. Osang outet sich als sexistischund stellt Nikki Haley, eine der intelligentesten Frauen die in der UNO sitzen, als Dummerle hin, die sie ganz und gar nicht ist. Allein dafür gehört er journalistisch abgewatscht. Diese Meinung unterlegt er auch noch mit dem Zerrbild eines Buchhalters und dem Kohlismus «was hinten rauskommt».

«Die UNRWA registriert in ihren Feldbüros jeden neuen palästinensischen Flüchtling. Mit der Geburt bekommt man eine Flüchtlingskarte. So wächst die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge immer weiter. 1948 waren es 700 000, heute sind es über fünf Millionen. Es ist einer der grössten Kritikpunkte an der Organisation. Die Produktion von Flüchtlingen.»

Ja Herr Osang, das ist das Verbrechen der UNRWA an den Palästinensern. Dass diese von Anfang an den Flüchtlingsstatus zementieren wollte und sie nicht loslässt und ihnen sagt, dass sie selber gehen können, einen mühsamen Weg, einen langen Weg, aber einen, der in die Freiheit zum Ziel hat.

Die Freiheit, die selbstständig macht, unabhängig vom Terrorregime der Hamas, die abnabelt vom Geldsack der falschen Freunde.

Herr Osang, wenn Sie das nicht verstanden haben, dann sollte Sie schnell wieder zurück nach Berlin reisen, bevor es Ihnen zu wohl wird in Tel Aviv. Ihre Frau kann dann mit ihrer Freundin Yael wieder quasi von Balkon zu Balkon quatschen. Humus und Tehina gibt es auch dort!

 

© esther scheiner, israel

 

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Der sicherste Reichtum ist die Armut an Bedürfnissen

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Warum ich dieses Zitat von Franz Werfel, einem jüdisch-österreichischen Schriftsteller, der 1938 nach Frankreich und 1940 nach den USA emigrierte, wo er 1945 verstarb, als Überschrift gewählt habe? Auf diese Frage möge sich jeder Leser selber eine Antwort geben, und sie mir vielleicht als Kommentar im Blog mitteilen.

Mein heutiger Blog beschreibt die UNRWA mit ihren schier grenzenlosen Ansprüchen, die sich, seit Pierre Krähenbühl Ende März 2014 den Posten des Generalkommissars übernahm, noch weiter gesteigert haben. Krähenbühl, zuvor ab 2002 Operationsleiter beim IKRK, verstand es aufs Vortrefflichste, die UNRWA in ihren exorbitanten Forderungen weiter zu steigern und zu stabilisieren. Seine Arbeit beim IKRK war ihm dabei durchaus hilfreich. Hat doch das damaligen DRK während der Shoa und auch später eine mehr als unrühmliche Rolle gespielt. Hochstehende Mitglieder der NS Schergen konnten sich mithilfe dieser Organisation und des Vatikans ihrer Prozesse bei den Nürnberger entziehen. Adolf Eichmann und Josef Mengele sind nur zwei der hochstehenden Nazis, denen über die sogenannte «Rattenlinie» die Flucht gelang. In der Neuzeit verweigerte das IKRK unter anderem einen Besuch beim von der Hamas jahrelang festgehaltenen IDF Soldaten Gilad Shalit.

Krähenbühl kämpft, was durchaus legitim ist, um seinen Job. In einem offenen Brief an die Flüchtlinge und an seine Mitarbeiter stellt er die Behauptung auf, dass auch Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Sudan, Somalia und dem Kongo vom UNO Flüchtlingswerk einen «vererbbaren» Flüchtlingsstatus haben, es sich also keinesfalls um eine Besonderheit bei den Palästinensern handeln würde. Leider kann dieser Vergleich nicht als Beweis herangezogen werden. Es gibt einen nicht abzuleugnenden Unterschied, die Kriege und Unruhen in diesen Ländern dauern an, es gibt tagtäglich neue Fluchtversuche der gepeinigten Bevölkerung. Die Geschichte der palästinensischen Flüchtlinge begann und endete um die Staatsgründung Israels und wurde verursacht durch einen von den arabischen Staaten angezettelten Krieg gegen den damals jungen Staat.

Christian Weisflog, Journalist bei der israel-kritischen NZZ springt voller Elan auf den von Krähenbühl gestarteten Zug auf. Er gibt den Palästinenserversteher und stellt Israel einmal mehr als den Staat dar, der das israelisch-palästinensische Problem nicht lösen will. Mir scheint, Weisflog positioniert sich als potenzieller Nachfolger von Monika Bollinger und Ulrich Schmid. Seine klar erkennbare Antipathie gegenüber Israel lässt weitere giftige und verfälschende Berichte erwarten. Die journalistische Grundregel der objektiven Berichterstattung gilt bei der NZZ im Falle von Israel schon lange nicht mehr.

Das Recht auf Rückkehr, seit dem heurigen Frühjahr die Begründung für den andauernden Terror gegen Israel, muss ein zentrales Thema von Friedensverhandlungen sein. Israel lehnt dies, mehr als berechtigt, ab. Offensichtlich war schon Yassir Arafat sich bewusst, dass dieser Punkt in der Durchführung kaum anwendbar sein würde. Er forderte seine arabischen Bruderstaaten auf, die aufgenommenen Flüchtlinge und deren Nachfahren in einem möglichst menschenunwürdigen rechtlosen Status zu halten, um dies als Druckmittel gegen Israel einsetzen zu können. Saudi Arabien hat diese Forderung Arafats besonders intensiv verinnerlicht. Das neue Einbürgerungsgesetz aus dem Jahr 2004  schliesst die Palästinenser explizit von den mit der Staatsbürgerschaft verbundenen Rechten aus.«…wir wollen damit eine Verwässerung ihrer Identität verhindern und ihr Recht auf Rückkehr in ihr Heimatland erhalten.» 

Jetzt droht der Druck von Israel genommen zu werden. Dank, so Weisflog, des Einfrierens der US-amerikanischen Gelder. (« ein überschaubarer Betrag, für den sich andere Geldgeber finden lassen sollten.») 

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Über die Geburtenrate lässt sich diese Steigerung nicht erklären

Die Flüchtlingszahlen, die von der UNRWA mit mehr als 5 Millionen Menschen immer wieder veröffentlicht werden, sind falsch. Die US Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, stellte vor wenigen Tagen klar, dass die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge grundsätzlich neu bewertet werden müsse. Nur dann, wenn die Zahlen nach viel zu vielen Jahren endlich den Realitäten angepasst würden und entsprechende Reformen bei der palästinensischen Verteilungspolitik der Spendengelder stattfinden würden, könne und werde man über eine erneute Zusammenarbeit nachdenken.

Damit schliesst sie sich der Meinung von zahlreichen Kritikern der bisherigen UNRWA Politik an, die nur die tatsächlichen Flüchtlinge aus dem Jahr 1948, also in etwa 750.000 Personen akzeptieren. Deren Nachkommen, sogar die, die als Adoptivkinder angenommen wurden, oder die, die schon lange in ihren neuen Heimatländern eine sichere und wirtschaftlich erfolgreiche Existenz aufgebaut haben, sowie deren Nachkommen, können, so ihre Berechnung, nicht mehr als «Flüchtlinge» im Sinne eines UNO Hilfswerks gelten.

Bei dieser klaren Berechnung reduziert sich die Zahl der von der UNRWA Betreuten schnell auf einige wenige zehntausend Menschen. Und diese relativ wenigen Menschen, denen sie eine Unterstützung zugesteht, leben grossteils möglicherweise gar nicht mehr in Staaten, in denen die UNRWA tätig ist.

Ich kann mich den USA durchaus anschliessen, wenn sie Anfang des Jahres die zugesagten 350 Millionen US Dollar zunächst auf 60 Millionen gekürzt haben, und darüber nachdenken, auch diese zu stoppen. Damit sind mehr als 30% der Unterstützungsgelder für 2018 nicht mehr verfügbar.

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Alltag in Gaza. Wer nicht für die Hamas ist, darf am Geldkuchen nicht teilhaben

Die Folge dieser Mangelunterstützung ist klar. Weniger Geld für den weitaus überbewerteten Mitarbeiter Speckgürtel. Der besteht in Gaza überwiegend aus hamas-treuen Beamten und Lehrern, die an den UNRWA Schulen unterrichten, Sozialarbeit leisten und für die Verteilung von Alltagsgütern sorgen. Natürlich nur an die, die wiederum Hamas treu sind. Sind sie es nicht, müssen sie weiter davon träumen, dass ihr bescheidenes Heim aufgebaut wird, dass der Vater eine regelmässige Arbeit zugeteilt bekommt, dass ihre bescheidenen, selbsthergestellten Waren auch auf den Markt kommen.

Wer nicht linientreu ist, kann vom neuen Wirtschaftswunder in Gaza City nur träumen. Die neuen Shopping Malls bleiben ihm verschlossen, der Wiederaufbau rauscht an ihm vorbei.

Die USA haben einen guten Weg beschritten. So wie man den Terror der Hamas nur stoppen kann, indem man ihre Finanzquellen austrocknet, kann man die Vetternwirtschaft der UNRWA nur stoppen, indem man sie nicht länger finanziert.

Nur wenn sich Hamas und ihre Terrororganisationen bewusst werden, dass da niemand mehr ist, der sie grenzenlos finanziert, werden sie erkennen müssen, dass auch sie sich auf ein neues Minimum reduzieren müssen.

Und spätestens dann wird es für sie heissen, gehen sie zurück auf START. Erinnern Sie sich an Maslow.

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Na, wo finden sie sich aktuell wieder???? Auf welcher Stufe der Pyramide?

Übrigens und nur mehr ganz am Rande. Die UNRWA ist das weitaus am deutlichsten aufgeblähte und unterstützte Flüchtlingshilfswerk der UN. Die UNHCR, die für alle anderen Flüchtlinge weltweit zuständig ist, muss mit weitaus weniger Unterstützung auskommen.

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

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Gestatten, Möwe, Möwe Jonathan Livingston, israelischer Agent

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Die meisten Menschen meiner Generation erinnern sich an die Geschichte der Möwe Jonathan, den Film, unterlegt mit der teils romantischen, teils dramatischen Musik des jüdischen Musikers Neil Diamond. Unvergesslich wie die Texte die Geschichte der kleinen neugierigen und freiheitsliebenden Möwe beschreiben.

Nightbird
Find your way
For none may know it
just as you may

Jonathan will nicht nur fliegen, um zu fressen, er will fliegen, um zu lernen und um seinen Horizont zu erweitern. Täglich absolviert er seine Flugübungen, fliegt immer höher, fliegt in immer engeren Kurven, erlebt tagtäglich die Schmach, wieder total durchnässt und mit schmerzenden Knochen im Wasser zu liegen. Unfähig, seinen durch die Natur vorgegebenen Körper zu überwinden. Die Flügel sind zu lang, der Körper zu plump. Er wollte den Gleitflug erlernen, um sanft und elegant auf dem Wasser zu landen, aber jedes Mal endete er in einem unkontrollierbaren Sturzflug. Es war ihm unmöglich den Flügelschlag zu kontrollieren, wenn er aus zu grosser Höhe hinabstürzte. Jonathan hätte problemlos jeden Möwen Rekord im Höhenflug oder in der Geschwindigkeit erreichen können. Wenn da nicht jedes Mal die betonharte Wasseroberfläche gewesen wäre, auf der er aufprallte. Trat er dann müde in der Dunkelheit den Heimflug an, so versagten ihm  seine Augen den Dienst. Für den Nachtflug hätte er die Augen einer Eule gebraucht, aber er war eben eine Möwe, nichts anderes, als eine Möwe.

Er übte und übte weiter, flog immer höher und immer schneller und er verlor sich selbst dabei immer mehr.

Jonathan war überzeugt davon, alle anderen Möwen glücklich zu machen, befreien zu können aus ihrer scheinbaren Eintönigkeit.  Und er war so überzeugt von sich, dass er es gar nicht glauben konnte, als er von seinem Schwarm «…wegen skrupellosen Leichtsinns, mit dem gegen die Würde und die Tradition der Möwen verstossen wurde..» ausgestossen wurde.

Er macht sich auf und findet neue Freunde und neue Lehrer. Von seinem besten Freund Sullivan verabschiedet er sich viele Jahre später mit den Worten:«Wäre unsere Freundschaft von Raum und Zeit abhängig, dann taugte sie nichts mehr, sobald wir Raum und Zeit hinter uns lassen. Überwinde den Raum und alles was uns übrigbleibt, ist das Hier. Überwinde die Zeit, und alles, was uns übrigbleibt, ist Jetzt.»

Die Möwe Jonathan als moderne Fabel. Wir müssen täglich unsere Grenzen erkennen und daran arbeiten, sie zu überwinden. Nur so können wir unser Tun perfektionieren, um unser Wissen weiter zu geben.

War das das Ziel, das eine kleine Möwe jetzt zu erfüllen hatte, als man ihr im Ramat Gan Park in der Nähe von Tel Aviv einen kleinen GPS Sender am Bein anbrachte und auf ihren Forschungsflug schickte? Dummerweise war die Möwe zu neugierig und flog über das Mittelmeer. Sie landete in Tripolis, der Hauptstadt von Libyen, wo man sie einfing und den Sender entdeckte.

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Die in Tripolis aufgefundene Möwe

Die Behörden in Tripolis “entlarvten“ sie schnell als israelischen Spion und überstellten das Tier, das offensichtlich verletzt war, nach Beirut. Bis dahin konnte der Weg der harmlosen Möwe, die einfach zu neugierig gewesen war, verfolgt werden. Einige Zeit konnten noch Signale des Senders empfangen werden, am 15. August stoppte der Signalgeber. Das Schicksal des Vogels ist unbekannt, möglicherweise wurde er von Hisbollah Terroristen getötet und der GPS Signalgeber zerstört.

Amir Ben Dov, der Ornithologe, der für das Forschungsprogramm zuständig ist, bittet darum, das Tier, sofern es noch lebt, freizulassen. Es ist Teil eines von Deutschland gesponserten Forschungsprogrammes, das den Migrationsweg von armenischen Möwen erforschen soll.

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

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Hamas & PA versus Israel – das kann nicht gut gehen!

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Seit 2014 herrschte im Gaza Streifen verhältnismässige Ruhe. Sieht man von einigen wenigen Scharmützeln, Mörsergranaten und Raketen ab. Eigentlich Zeit genug, die wirtschaftliche Situation der Zivilbevölkerung zu verbessern, die zivile Infrastruktur wiederherzustellen und dafür Sorge zu tragen, dass aus Gaza zwar nicht gerade ein Garten Eden, aber ein lebenswertes Gebiet wird.

In diesen vier Jahren sind grosse Geldbeträge geflossen. Das pro Kopf Einkommen in Gaza ist dadurch wesentlich höher, als in vielen anderen Ländern. Warum passiert also nichts?

Ein Grund ist, dass der Grossteil der Gelder, Spenden aus gutmeinenden, aber blinden Staaten, nie dort ankommt, wo sie ankommen sollten, beim Volk! Sie fliessen an den offiziellen Kanälen vorbei und werden dann «nutzbringend» verteilt.

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Screenshot Facebook

Zum einen in die Taschen der Hamas Terrorführer, die sich einen sicheren und angenehmen Lebensplatz im befreundeten Ausland gesucht haben. Und zum anderen in die inoffizielle «Rüstungsindustrie». Tunnelbauten werden vorangetrieben, durch die Terroristen ungesehen nach Israel gelangen können. Modernste Waffen werden, in handliche Päckchen verpackt und angeliefert, ins Land geschmuggelt. «Elite Truppen», darunter Kampftaucher, werden ausgebildet, um Israel vom Meer her zu überfallen. Dass wir all das nicht einfach hinnehmen, ist klar. Wir verfügen mittlerweile über hoch entwickelte Systeme, um jeden Tunnel aufzuspüren und zu zerstören, um Waffenlager und die dazu gehörende Infrastruktur mit gezielten Angriffen zu zerstören. Diese Angriffe werden ausschliesslich als Reaktion auf Angriffe aus dem Gaza Streifen geflogen! Um den Hamas-Tauchern ihr Vorhaben zu erschweren, wird gerade eine Barriere im Meer gebaut.

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Die neue Barriere zwischen Gaza und Israel

Im März wurde der «Marsch der Rückkehr» als «friedliche Demonstration» proklamiert, der sich dann aber sehr schnell zu einer extrem aggressiven Form des für den Süden Israels flächendeckenden Terrors wandelte, Angriffe mit Drachen und Ballonen die Felder und Wälder in Brand setzten. Der ökologische Schaden ist immens, es wird viele Jahre brauchen, um die zerstörte Natur wieder nutzbar zu machen. Den Schaden an der Fauna kann man nicht beziffern. Ein Merkmal über den Missbrauch von Spenden ist, dass Medizinal-Helium für die Ballone verwendet wurde.

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Nach den Branddrachen kamen die Raketen, bis zu 180 wurden in einer Nacht, Anfang August, von Gaza auf israelisches Gebiet abgeschossen, viele landeten im offenen Feld ohne Schaden anzurichten. Obwohl die meisten, die zweifelsfrei in bewohnten Gebieten landen würden, vom Iron Dome abgefangen werden konnten, gab es doch auch einige Treffer. Gottseidank gab es keine Toten, «nur» einige Verletzte und teilweise hohen Sachschaden. Aber es gab mehr als tausend Opfer, die schwer traumatisiert wurden und entsprechend behandelt werden mussten. Damit klar ist, wovon ich schreibe: Sirenen die im Minutentakt losheulen und die Menschen zwingen, in den nächsten 15 Sekunden einen Schutzraum aufzusuchen. Viele zogen es vor, diese sicheren Räume erst gar nicht mehr zu verlassen. Die Regierung überlegte bereits, den Süden zu evakuieren.

Anfang August reiste Saleh al-Arouri, der stellvertretende Hamas Oberterrorist über Ägypten in den Gaza Streifen. Al-Arouri lebte lange Zeit in der Türkei, wurde aber auf Drängen Israels 2015 nach Qatar ausgewiesen. Er ist Gründungsmitglied der militanten Izz ad-Din-Qassam Brigaden und der „militärisch“ Verantwortliche für Jehuda und Samaria. Dass durch die Planung und Teilnahme an Terroranschlägen gegen Israel Blut an seinen Händen klebt hindert den UN Verantwortlichen für den Nahen Osten, Nickolay Mladenov nicht daran, ihn als Verhandlungspartner für neue Waffenstillstandsverhandlungen zu akzeptieren. Der Beginn des Gaza Operation von 2014 geht ebenfalls auf sein Konto. Er war der Hauptdrahtzieher der Entführung und Ermordung von Gilal Saher, Naftali Frenkel und Eyal Yifrach. Drei Jugendliche.

Vorhergegangen waren getrennte Verhandlungen zwischen Ägypten, Hamas und Fatah in Kairo. Der Aufforderung, al-Arouri während seines Aufenthaltes in Gaza nicht anzugreifen, kam Israel nach.

Die israelischen Bedingungen sind einfach. Rückgabe der Leichname von mindestens zwei Soldaten, die 2014 durch die Terrortunnel in die Gewalt der Terroristen kamen, sowie Freilassung von mindestens zwei israelischen Zivilisten, die seit einigen Jahren in Gaza verschollen sind. Und natürlich die Einstellung aller Aggressionen gegen Israel. Darüber hinaus muss der Ausbau der militärischen Infrastruktur eingestellt werden. Wenige aber klare Bedingungen.

Wie schauen die Bedingungen seitens der Terroristen aus, um den Waffenstillstand tatsächlich vollumfänglich in Kraft zu setzen?

Voraussetzung: Hamas und Fatah einigen sich auf eine Zusammenarbeit. (Wie lange solchen Vereinbarungen halten, zeigt die nahe Vergangenheit. Meist klappte es mit der neuen Einigkeit nur wenige Tage.)

Angebot: Der «Marsch der Rückkehr» und alle damit verbundenen Terrorakte werden beendet.

  1. Forderung: Der Warengrenzübergang Kerem Shalom wird wieder für alle Warenlieferungen geöffnet. (Der Übergang, der seit 9. Juli nur noch für Lebensmittel und Medikamente geöffnet war, wurde heute wieder freigegeben. Zeitgleich wurde die Fischereizone wieder von 6 auf 9 Meilen erweitert.) Der ägyptische Grenzübergang Rafa wird ebenfalls andauernd geöffnet bleiben.
  2. Forderung: Verbesserung der Lebensbedingungen in Gaza, völlige Aufhebung der Blockade (die Nota bene, als solche nie bestanden hat! Es gab und gibt berechtigte Einschränkungen im Warenverkehr. So werden Baustoffe nur sehr limitiert eingeführt, um den Tunnelbau zu verhindern).
  3. Forderung: Humanitäre Projekte unter der Schirmherrschaft der UNO sind bereits geplant und sollen zügig vorangetrieben werden. Dazu gehören ein Seehafen für Gaza im ägyptischen Ismailia, ein Flughafen im Sinai, ein Kraftwerk auf der ägyptischen Halbinsel. Schneller Wiederaufbau von Gaza, das immer noch unten der Schäden von 2014 leidet.
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Screenshot: Twitter COGAT

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Screenshot: Twitter COGAT

 

Finanziert werden soll das alles unter anderem mit 31$ Millionen aus Qatar, 91$ aus Spenden an die UNRWA. Mladenov stellte sogar eine Zahlung in Höhe von 600$ Millionen in Aussicht. Woher er die nehmen will, bleibt aber im Dunkeln.

Noch bevor die eigentlichen Verhandlungen begannen, liessen Hamas Führer verlautbaren: «Das palästinensische Volk wird niemals aufgeben, oder die weisse Fahne schwenken. Palästina, wie wir alle wissen, ist das Gebiet zwischen dem Meer und dem Fluss (Jordan).»

Ein guter Einstieg, warum denn dann verhandeln?

Das Papier soll angeblich in diesem Tagen unterschrieben werden. In der vergangenen Woche trafen sich der ägyptische Präsident as-Sisi und PM Netanyahu in Cairo. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt, es gab auch keine offizielle Bestätigung aus dem Büro des PM. Darüber hinaus kam aus Jerusalem auch keine Bestätigung über einen gegenseitig ausgehandelten und bestätigten Waffenstillstand.

Ob es dazu kommen wird, scheint mehr als fraglich, aber immerhin ist es seit dem vergangenen Donnerstag relativ ruhig.

Worin liegen die Hinderungsgründe? Hamas kann auf Zeit spielen. Sie müssen nichts zugestehen, was sie schwächen könnte. Ganz im Vertrauen darauf, dass Israel sich nicht in eine weitere Offensive gegen Gaza zwingen lassen will. Israel wird auf jede Aggression reagieren, weitere Zerstörungen der Terrorstrukturen vornehmen, aber alles tun, um menschliche Opfer zu vermeiden. Hamas weiss, dass sie nichts von den geforderten Grossprojekten bekommen werden, wenn sie nicht die Hauptforderung Israels erfüllen. Und zwar nicht erst, wie angekündigt, wenn alle ihre Forderungen erfüllt sind, sondern sehr schnell. Sie werden sich während der mehr oder weniger kurzen Zeit des Waffenstillstandes konsolidieren, um dann wieder zuschlagen zu können. Hamas hat als politischer Manager im Gaza Streifen versagt. Und sie bezichtigt Israel, an der humanitären Lage in Gaza die Schuld zu haben. Und weil auch dieser reflexartige Mechanismus versagt, müssen sie erneute Gewaltausbrüche gegen den verhassten Feind bei ihren Bürgern provozieren. Ein Teufelskreislauf.

Hamas wandte sich Ende 2017 an den immer noch amtierenden Präsidenten Abbas, der aus berechtigter Angst um sein Leben den Gazastreifen seit der Machtübernahme der Terrororganisation im Jahr 2007 nicht mehr betreten hat. Der Vorschlag lautete, die PA unter Abbas solle die politische Verantwortung über den Gaza Streifen übernehmen. Die militärische Macht solle jedoch bei der Hamas bleiben. Die Antwort aus Ramallah war klar. «Es wird nur eine Staatsmacht geben, nur ein Gesetz und nur eine Waffe – wie in jedem anderen Staat auf der Welt. Jedes Land, das Hilfe anbieten will, muss dies ausschliesslich über die PA tun.» Als direkte Folge begann er, Zahlungen für die «Beamten» und offene Strom- und Gasrechnungen einzustellen.

Die Situation verschärfte sich immer mehr, bis im März die «friedlichen Demonstrationen» begannen. Möglicherweise hatten diese wirklich zunächst ihren Ursprung in der Bevölkerung. Hamas nutzte die anfängliche Unsicherheit Israels, wie die neue Art von Terror beantwortet werden konnte aus. Jeder Tote, der halbwegs «vermarktbar» war, diente dazu Israel weltweit an den Pranger zu stellen. Die Rechnung schien aufzugehen. In den Augen der der unreflektierten Weltöffentlichkeit war Hamas, war die Bevölkerung von Gaza wieder einmal das Opfer. „Nützliche Opfer“ im Dienst der Hamas.

Hamas konnte sich in den letzten Wochen durch diese propagandistischen Erfolge ein wenig aus dem Würgegriff der eigenen Unfähigkeit befreien. Sie hat ihre Forderungen an Ägypten und Israel eindeutig proklamiert. Was sie bekommt, hängt von ihrem Verhalten ab.

Bleibt das Verhältnis zu PA. Präsident Abbas hat unmissverständlich seine Position erklärt. Der Vertrag, der für fünf Jahre einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas besiegeln soll, bringt ihm nichts. Politisch wurde er von den Verhandlungspartnern ins Abseits gestellt, indem sie gänzlich ohne ihn stattfanden. Ägypten hat erkannt, dass eine palästinensische Einheitsregierung keine Voraussetzung für den Waffenstillstand und für die Verbesserung der Lage in Gaza darstellt. Trotzdem sehen sie die PA als notwendiges Übel an, wenn in naher Zukunft mit dem Bau der verschiedenen Infrastrukturen wie Hafen oder Flughafen begonnen werden soll.

Mittlerweile gibt es noch drei durchaus signifikante Informationen. Jared Kushner soll Jordanien aufgefordert haben, den dort lebenden palästinensischen Flüchtlingen den Flüchtlingsstatus abzuerkennen. «Das Mandat des (Palästinenserhilfswerkes der UN) UNRWA hat die Flüchtlingskrise verstetigt und verschärft und muss geändert werden, damit das palästinensische Volk sein volles Potenzial entfalten kann.“ Der UNRWA würden in einem solchen Fall mehr als 2000 Flüchtlinge verloren gehen. Vielleicht könnte das der Beginn des Endes dieser unsäglichen UN Organisation sein.

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Screenshot Ynetnews

In Gaza besteht die Gefahr, dass für eine halbe Million Schüler die Türen der 711 UNRWA Schulen geschlossen bleiben. Es gäbe keine Gelder, um die 22.000 Lehrer zu bezahlen. Für die Kinder, die an den unmittelbaren Folgen der Misswirtschaft und Verschwendungssucht der UNRWA leiden müssen, ist das eine sehr schlechte Entwicklung. Die Beamten werden schon ihr Schäfchen ins Trockene geholt haben, um die sorge ich mich nicht.

Und das Beste zum Schluss!

Die Palästinenser wollen einen Antrag bei der UNO Generalversammlung einbringen, Israel aus der UNO zu entfernen, oder zumindest die Mitgliedschaft auf Eis zu legen. Die Begründung ist, dass Israel sich mehr und mehr zu einem Apartheidstaat entwickle. Die notwendige 2/3 Mehrheit scheint möglich zu sein, nachdem dort die Mehrheit bei muslimischen Staaten besteht. Schwieriger wird der Erfolg beim Sicherheitsrat sein. Dort benötigen sie neun Stimmen, davon die der fünf ständigen Mitglieder. Dort scheint ein Veto seitens der USA sicher zu sein. Eine Annahme des Antrages bei der GV wäre ein ungeheurer Erfolg der palästinensischen Propagandamaschinerie.

 

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Verbrannte Erde

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Die Wüste Negev nimmt mit ihren etwa 12.000 kmungefähr 60% des israelischen Staatsgebietes ein. Dieser Teil des Landes wurde bei der Staatsgründung dem jüdischen Gebiet zugeordnet und war für eine sofortige Besiedlung ungeeignet. Heute leben etwa 10% der Bevölkerung hier. Dazu kommen noch halbnomadische Beduinenstämme, mit etwa 100.000 Menschen. Der erste Staatspräsident David Ben Gurion, der seinen Alterssitz in Sde Boker, einem Kibbuz in der Negev Wüste hatte, hatte den Traum, die Wüste eines Tages zu begrünen. Jährlich fallen dort im Mittel nur etwa 22,5 mm Regen, was einem Wert von 22,5 Litern pro Quadratmeter entspricht. Die Negev Wüste gehört damit zu den trockensten Gebieten weltweit.

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Reist man heute von Beer Sheva nach Eilat, fallen die nahezu unendlich grossen Dattelplantagen auf. Saftiges Grün wohin das Auge blickt.

 

 

Als die Briten auf den wachsenden Ölreichtum der arabischen Länder nicht verzichten wollten und in der Negev Wüste mit Probebohrungen begannen, sprudelte zwar kein Öl, dafür aber Wasser aus den Bohrlöchern. Diesen heute so wertvollen Fund erkannten die eifrigen Briten nicht und beendeten die Bohrversuche. Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts begann das Jakob Blaustein Institut an der Ben Gurion Universität im Negev in Sde Boker mit der Erforschung dieser natürlichen Wasservorräte.

Für den menschlichen Genuss ist das salzhaltige fossile Wasser nicht geeignet. Pflanzen und Fische aber lieben es!

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Aufzuchtbecken

Und so durchläuft das Wasser in einem ausgeklügelten System mehrere «neue Leben». Zunächst wird es von der zu hohen Austrittstemperatur von 40° auf 25° heruntergekühlt. Anschliessend wird es in Fischteiche eingeleitet und dort gezielt eingesetzt. Tilapias, Wolfsbarsche, Welse, Barramundis aber auch Zierfische werden in fünf Fischzuchtzentren im Negev bereits erfolgreich gezüchtet. Das mit den Exkrementen der Fische angereicherte Wasser wird anschliessend zur Weiterverwendung in Form von gezielter Tröpfchen- bewässerung auf die Felder geleitet. Die tierischen Exkremente dienen als natürlicher Dünger, sodass auf zusätzliche künstliche Düngung verzichtet werden kann.

Ben Gurions Traum von einer grünen Wüste ist längst schon Wirklichkeit geworden.

Bevor es jedoch soweit war, war Pioniergeist, Motivation und Handarbeit gefragt. Von den ersten Siedlern, die Ende des vorletzten Jahrhunderts nach dem damaligen Palästina einwanderten, waren die wenigsten Landwirte. Die waren aber dringend gesucht, um das unfruchtbare Land aufnahmebereit für die bald schon zahlreich ankommenden Menschen zu machen. Vom Norden bis hinunter an das Rote Meer gab es nur wenige bereits landwirtschaftlich genutzte Regionen. Jeder noch so kleine Fleck musste dem harten Boden abgetrotzt werden.

Im Jahr 1910 wurde am Kinneret der erste Kibbuz, Degania gegründet. Diese typisch israelische Besiedlungsform, die ursprünglich sowohl dem Schutz der Bewohner, aber auch der Urbarisierung des Landes galt, breitete sich schnell aus. Wer keine Ahnung von der Landwirtschaft hatte, der wurde geschult, womöglich schon in der alten Heimat vor der Abreise. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen breiteten sich mehr und mehr nach Süden aus, entlang des Gaza Streifens bis ganz hinunter nach Eilat. Je weiter die Bewohner nach Süden vordrangen, desto schwieriger wurde die Situation.

Nur im frühen Frühjahr, wenn ein Grossteil des wenigen Regens fällt, verwandelt sich, ganz ohne menschliches Zutun, ein Grossteil der Negev Wüste in einen blühenden Teppich, der jährlich Tausende Touristen anzieht. «Darom adom», «Der rote Süden» wird dieses wunderbare Naturschauspiel liebevoll genannt. Weite Gebiete dieser Region sind Naturschutzgebiete, in denen Wildtiere eine sichere Heimat finden. Mühsam über Jahrzehnte aufgeforstet und erhalten. Gerade im extrem trockenen Süden gelten scharfe Sicherheitsvorschriften.

Hier unten hat man die zweite Kornkammer Israels angebaut. Intensive Arbeit und ausgefeilte Bewässerungen ermöglichen dieses Wunder.

Und jetzt besteht die Gefahr, dass der Erfolg nach vielen harten und schweren Jahren gewaltsam zerstört wird.

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Dieser Branddrachen, ein Kondom, musste heute  von der IDF entschärft werden

In Gaza haben jugendliche Terroristen eine neue, sehr wirksame Waffe gefunden, die Branddrachen. Seit mehr als 100 (!) Tagen schicken sie Papierdrachen und grosse Luftballons aus Kondomen gebaut Richtung Israel. Der Wind, der meist von Meer aus kommt, dient als natürlicher Antrieb. Die Traglast der Branddrachen war zu Beginn primitiv, mit Treibstoff getränkte Tücher. Heute werden leichte Behälter verwendet, die eine grössere Menge an Brennstoffen transportieren können. Oder sie füllen die Ballons mit Helium, das von Israel geliefert wird und für medizinische Zwecke bestimmt ist. Am Anfang flogen die Drachen nur wenige hundert Meter, heute haben sie eine deutlich grössere Reichweite von einigen Kilometern.

Freiwillige Helfer, Landwirte und Feuerwehren sind den ganzen Tag über im Einsatz, um die Brände, bis zu einigen Dutzend am Tag, zu löschen. Trotzdem ist der Schaden bereits jetzt sehr gross. Bis zu 10 Qkm Ackerland sind verbrannt, nicht mehr nutzbar für die nächsten Jahre. Dazu kommen verbrannte Naturschutzgebiete, in denen unzählbare Tiere, die sich nicht schnell genug retten konnten verbrannt sind.

Die Arbeit, die Liebe und auch die finanziellen Einsätze von Jahrzehnten sind verbrannt, Opfer des Terrors geworden.

Nun hat Israel eine Massnahme ergriffen, die wehtut. Der für Warentransporte geöffnete Grenzübergang Kerem Shalom im Süden des Gaza Streifens ist geschlossen worden. Abgefertigt werden nur mehr absolut lebensnotwenige Transporte, also Lebensmittel und Medikamente.

Die Reaktion der Hamas liess nicht lange auf sich warten. Sie nannten den Entschluss einen „Akt der Unmenschlichkeit“. Auch von der UN kam ein Kommentar, der Israel dringend aufforderte, die Entscheidung doch noch einmal zu überdenken.

In Richtung Hamas sagte Nickolay Mladenov, Hamas und andere palästinensische Organisationen mögen doch bitte ihr Bestes tun, um die Ruhe zu bewahren.

Wann wird endlich einmal jemand laut und deutlich STOP! an die Hamas und weitere Terrororganisationen rufen. «Hört auf zu terrorisieren, hört auf Brandbomben zu schicken, hört einfach mit all euren Aggressionen auf!»

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Ende der UN(Schuld) ……. wie man die Welt zum Narren hält.

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Nelson Mandela schrieb im Vorwort zum „Weltbericht Gewalt und Gesundheit“ der WHO aus dem Jahr 2003 «Wir sind es unseren Kindern, den schwächsten Bürgern einer jeden Gesellschaft, schuldig, dass sie ein Leben ohne Gewalt und Furcht leben können».

Die WHO definiert in diesem Papier erstmals Gewalt als den absichtlichen Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichen Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, der entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt. 

Eine allumfassende Definition, die vom Suizid bis zum Genozid reicht. Die festhält, dass Gewalt gegen andere immer ohne die Zustimmung der betroffenen Person oder Personengruppe ausgeübt wird. Und, dass Gewalt mehr bewirkt, als auf den ersten Blick sichtbar wird. Die «gesunde Watsche», früher einmal das Zeichen von elterlicher Autorität und heute verpöntes und unter Strafe gestelltes Zeichen von purer Gewaltausübung hinterlässt sichtbar kaum mehr, als ein paar rote Streifen auf der Wange des so misshandelten Kindes. Der wirkliche Schaden manifestiert sich in der Seele, der Psyche, die zutiefst traumatisiert wird.

Von der Hamas und ihren affiliierten Terrororganisationen ist hinreichend bekannt, dass sie nichts lieber tun, als Lügen zu verbreiten und sich dabei nicht scheuen, Ursache und Wirkung zu verdrehen. In den arabisch-islamisch dominierten Gremien der UN, wie dem Sicherheitsrat und dem Menschenrechtsrat, honoriert man dies mit entsprechenden Abstimmungsergebnissen. Und auch europäische Länder entblöden sich nicht, den Kotau vor dem Islam zu machen. Der Grund dafür entzieht sich meiner Phantasie, haben sie vielleicht Angst, sich klar gegen den Terror zu stellen? Haben sie Angst vor möglichen Folgen auf Basis der Sharia und Opfer einer Fatwa zu werden? Ist die islamische Propaganda schon so sehr in den Köpfen von demokratischen Politikern, die der Wahrheit verpflichtet sein sollten, verankert?

Ein stark verkürztes Zitat aus Sure 5, 32 wird gerne herangezogen, um die Friedfertigkeit des Islam zu dokumentieren. «Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (dass es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält.»

Nun, dieser Lehrsatz, der so eingehend und klar ist, findet sich auch im Talmud.  „Nur aus diesem Grund wurde der Mensch erschaffen, um zu lehren, dass, wer immer eine einzige Seele Israels zerstört, so schuldig ist, als ob er eine ganze Welt zerstört hätte. Und wer immer eine einzige Seele Israels rettet, handelt so ehrenvoll, als ob er eine ganze Welt gerettet hätte.“

Die Frage, wer hier von wem abgekupfert hat, stellt sich nicht. Nachdem 70 CE der Zweite Tempel zerstört wurde und sich die Juden in die Diaspora zerstreuten, erkannten die Rabbiner, dass die Gefahr einer Verwässerung der bisher nur mündlich tradierten Lehre der Mischna bestand, und sie beschlossen, diese in eine schriftliche Form zu bringen. Um 220 CE lag erstmals eine einheitliche und verbindliche Form vor.  Damit fand der endgültige Übergang vom prophetischen Judentum zum rabbinischen Judentum statt, der Grundlage der heutigen modernen jüdischen Religion.

Interessant ist, dass in beiden Versionen „Israel“ angesprochen wird. Der talmudischen Text bezieht sich auf den Mord an Abel durch seinen Bruder Kain, kann also als eine Aufforderung „niemals wieder“ verstanden werden. Im Talmud ist die Rede von „Seelen Israels“ als Opfer, die Täter finden keine spezielle Erwähnung.

Die gerne als Beispiel für den „friedliebenden Islam“ zitierte Sure ist leider nicht komplett. Abschnitt 32 beginnt mit einer Aufforderung: „Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Isrāʾīls vorgeschrieben…» und setzt sich in den Abschnitten 33 und 34 fort: «Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), dass sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen die Hände und Füsse wechselseitig abgehackt werden, oder dass sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafen – ausser denjenigen, die bereuen, bevor ihr Macht über sie habt. So wisset, dass Allah Allvergebend und Barmherzig ist.» (sic!) Eine Ableitung vom Kleinen zum Grossen, vom Brudermord bis zum Kampf gegen den Islam….

Nach dem grauenhaften Terroranschlag in Paris, dem am 13. November 2015 etwa 130 Menschen zum Opfer fielen und bei dem mehr als 650 Personen teilweise schwer verletzt wurden, veröffentlichen nur wenige Tage später 70.000 Sufi-Imame eine Fatwa gegen ISIS und andere Terrorgruppen, wie Taliban und al-Qaeda die wie sie sagen «keine Moslemischen Organisationen» sind. Mehr als 150.000 Gläubige unterschrieben das Papier. Einer der Imame verkündete, dass die Moslemische Gemeinschaft Islamischen Extremismus verurteile. «Es steht im Koran geschrieben, dass das Töten von nur einem unschuldigen Menschen dem Töten der gesamtem Menschheit gleichkommt.» 

Ich fasse zusammen: Islam = friedfertig / Terrorgruppen = nicht islamisch, ergo es gibt keinen islamischen Terrorismus, denn nicht sein kann, was nicht sein darf. Und wenn es ihn doch geben sollte, so wird er verurteilt. Also ist doch alles gut!

Warum brauchen wir dann die UN? In der vergangenen Woche unterbreitete Kuweit dem Sicherheitsrat einen Vorschlag für eine Resolution. Mit der sollte Israel – wieder einmal – scharf verurteilt werden. Dank des Vetos der USA wurde er blockiert mit folgendem Ergebnis 10 Ja, 4 Nein, 1 Enthaltung. Ein, erwartungsgemäss völlig anders gewichteter Vorschlag der USA, der ganz klar die Hamas anklagte, brachte folgendes Ergebnis 1 Ja, 3 Nein und 11 Enthaltungen. Der Sicherheitsrat beendete die Sitzung unverrichteter Dinge.

Für die Hamas nur ein Teilerfolg. Während es am vergangenen Freitag, 8. Juni an der Grenze zu Gaza vergleichsweise ruhig war, zog der palästinensische UN Botschafter, Riyad Mansour, einen neuen Joker aus dem Ärmel. Er verkündete, den Antrag Kuweits in leicht abgeänderter Form vor die UN Generalversammlung zu bringen. Dieser Antrag sei, so seine Beurteilung, «extrem ausgewogen». Ein Veto in der UN Vollversammlung ist nicht vorgesehen, dafür sind Beschlüsse und Resolutionen aber nicht rechtsbindend. Die Annahme des Antrages stand damit von vorneherein fest, die Zahl der Gegenstimmen würde erwartungsgemäss überschaubar sein. Einzig bei den Enthaltungen oder bei den Abwesenheiten waren mögliche Überraschungen denkbar. Er machte sich auf den Weg, Werbung zu betreiben, sprich, seine Lügen weiter zu verbreiten, um alle in der UN vertretenen Staaten auf seinen, gemeinsam mit Algerien und der Türkei eingebrachten Antrag einzuschwören. Um das himmelschreiend peinliche Ergebnis vorwegzunehmen; es gab 120 Ja, 8 Nein und 45 Enthaltungen, wer ganz unentschieden war, blieb der Abstimmung fern. Die USA hatten noch versucht, einen Zusatz zum Antrag einzubringen, hierzu wäre eine 2/3 Mehrheit aller Anwesenden notwendig gewesen, aber nur 62 stimmten dafür, 58 dagegen und 42 enthielten sich.

 

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Der Titel des Antrages lautete: «Illegale Israelische Aktionen im besetzten Ost-Jerusalem und dem Rest des besetzten palästinensischen Gebietes – Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung».

Hier einige Zitate aus dem «extrem ausgewogenen» Antrag:

(…)

Wir drücken unsere schwere Sorge über die Eskalation der Gewalt, der Spannungen und der dramatischen Verschlechterung der Situation in den besetzten palästinensischen Gebieten, inklusive Ost-Jerusalem, insbesondere seit dem 30. März 2018 aus. Insbesondere drücken wir unsere tiefe Beunruhigung über den Verlust von zivilem Leben und der hohen Zahl von Verletzten unter der palästinensischen Bevölkerung, insbesondere im Gaza Streifen, darunter auch Kinder aus, die von der IDF verursacht wurden.

Wir verdammen alle Gewaltakte gegen Zivilisten, inklusive Terrorakten, ebenso wie jegliche Art von Provokation, Unruhestiftung und Zerstörung.

Wir bekräftigen das Recht auf friedliche Versammlungen und Proteste, die Freiheit des Ausdruckes und der Gruppenbildung.

 (…)

Wir betonen den besonderen Einfluss, den bewaffnete Auseinandersetzungen auf Frauen und Kinder, aber auch auf Flüchtlinge und vertrieben Personen haben. Das gilt auch für andere Zivilisten, die geschwächt sind, für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und für ältere Menschen. Wir betonen die Notwendigkeit für den Sicherheitsrat und die Mitgliedstaaten, den Schutz der Zivilbevölkerung zu verbessern.

(…)

Wir halten fest, dass der Gaza Streifen ein integraler Teil des Palästinensischen Staates ist, der seit 1967 besetzt ist.

Wir bestätigen das Recht aller Staaten in der Region, in Frieden innerhalb von sicheren und international anerkannten Grenzen zu leben.

(…)

Wir bedauern die Anwendung von exzessiver, disproportionaler und willkürlicher Gewalt gegen palästinensische Zivilisten im besetzten palästinensischen Gebiet, inklusive Ost-Jerusalem und besonders im Gaza Steifen. Wir bedauern den Einsatz von scharfer Munition gegen zivile Demonstranten, gegen Kinder, gegen medizinisches Personal, gegen Journalisten und bedauern zutiefst den Verlust von unschuldigem Leben.

Wir verlangen von Israel, der Besatzungsmacht, sich solcher Aktionen zu enthalten und die gesetzlichen Verpflichtungen und Verantwortungen einzuhalten, die in den Genfer Konventionen vom 12. August 1949 mit Bezug auf Zivilbevölkerungen im Kriegsfall erläutert werden.

Wir verurteilen alle Aktionen, die dazu dienlich sind, Gewalt zu provozieren und ziviles Leben in Gefahr zu bringen und wir fordern alle Aktivisten dazu auf, sicherzustellen, dass die Proteste friedlich verlaufen.

Wir verurteilen auch den Raketenbeschuss von Gaza auf israelische Wohngebiete.

Wir fordern eine sofortige, anhaltende und voll respektierte Waffenruhe.

Wir drängen auf eine sofortige und unbehinderte humanitäre Unterstützung für die palästinensische Bevölkerung im Gaza Streifen. Dabei müssen die dringendsten Bedürfnisse, wie Medizin, Nahrung, Wasser und Brennstoffe in Betracht gezogen werden. Wir verlangen eine verbesserte Unterstützung der UNRWA und eine absolute Anerkennung der Bedeutung dieser Organisation, gemeinsam mit anderen UNO Gruppen und humanitären Organisationen, die humanitäre Unterstützung im Gaza Streifen leisten.

 (…)

Wo bleibt die Kritik an der Hamas und ihren Terrorbanden? Noch nicht einmal als Urheber der Raketen aus Gaza werden sie genannt. Wo bleibt die Erwähnung der Terrortunnel? Wo die Erwähnung der Feuerdrachen? Wo die willkürliche und mehrfache Zerstörung des Warenübergangs Kerem Shalom? Wo die ständigen Grenzverletzungen? Wo die „friedlichen Demonstrationen“? Wo die zahlreichen Terrorakte gegen Israel? Wo die nicht gezahlten Rechnungen für Wasser- und Stromlieferungen? Wo das ständige Brechen der Feuerpause? Wo die Entführungen von Soldaten? Wo der Missbrauch von Alten, Frauen, Kindern, Menschen mit körperlichen Einschränkungen als Schutzschilde? Wo der Missbrauch von Schulen und Krankenhäusern, die von der UNWRA gezahlt werden als Raketenabschussbasen? Wo das gezielte Umleiten von Spendengeldern in Höhe von vielen Millionen jährlich in den Ausbau von Tunnel und Terrorinfrastruktur? Wo das Abzweigen aus diese Spendenfonds in die Privatkassen der Terroranführer?

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Nikki Haley hat vollkommen recht, wenn sie die Abstimmung als «moralisch bankrottes Urteil» bezeichnet. Sie fügte hinzu «Es nährt das Narrativ des verzweifelten Bürgers von Gaza, dass seine Führer nicht für ihre Zwangslage verantwortlich sind. Es schürt Hass und opfert Ehrhaftigkeit, Sorgfalt, Kompromisse und Versöhnung zu Gunsten einer weiterführenden, engstirnigen politischen Agenda.»

 Screen-Shot-2018-06-13-at-23.05.58-400x250Auch unser UN Botschafter Dany Danon erhob vor der Abstimmung schwere Vorwürfe. «Die heutige Sitzung betraf unser Recht unsere Bürger zu verteidigen. Das ist der Versuch der internationalen Völkergemeinde, uns des grundlegenden Rechts auf Selbstverteidigung zu berauben. Die vor uns liegende Abstimmung schützt weder unschuldige Palästinenser, noch unschuldige Israelis. Sie verurteilt die Hamas nicht, ja nennt sie nicht einmal. Hamas, die international anerkannte Terrororganisation, die direkt verantwortlich ist für die Gewalt in unserer Region.»

Angesichts der zahlreichen Lügen, Auslassungen, Abstrichen und Anklagen, die im heute zur Abstimmung vorgelegten Antrag enthalten waren, oder eben nicht enthalten waren, hätte eine faire und objektive Abstimmung zu einem ganz anderen Ergebnis komme müssen. Die UNO Vollversammlung hat mit dem heutigen Tag endgültig ihre UN(Schuld) verloren und ihr Existenzrecht verspielt.

In Gaza bereitet man sich auf einen lustigen Drachenflugtag, heute Freitag, den 15. Juni vor. 5.000 Drachen und Ballone sollen, so die Planung, ein farbenfrohes Bild am blauen Himmel malen, bevor sie weiteren Schaden in Israel anrichten. Dass es dann vielleicht kein Helium mehr für die Krankenhäuser gibt, wen interessiert es?

 

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Gaza 2018 – ein Schrecken ohne Ende?

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Hamas hatte für den vergangenen Freitag den 8. Juni, den letzten Freitag im diesjährigen Ramadan, den Höhepunkt des „Marsches der Rückkehr“ angekündigt. Man hatte, um dieses Ziel zu erreichen, den Gedenktag an die Naksa um drei Tage verschoben. Der Naksa Tag  (Tag des Rückschlags) wird in Erinnerung an den 5. Juni 1967 begangen. An diesem Tag brach der 6-Tage-Krieg aus. Ob dieser Krieg ein Verteidigungskrieg Israels gegen Kampfhandlungen in Ägypten, Jordanien und Syrien im engeren Sinne war, oder ein Präventivkrieg, unterliegt bis heute unterschiedlichen Interpretationsansätzen. Unterstützt wurden die Kriegskontrahenten von den USA als Berater auf israelischer Seite und auf arabischer Seite vom Irak, Kuweit, Algerien und Saudi-Arabien, durch die Sowjetunion. Wie in den beiden Kriegen zuvor war Israel mit Truppen und Waffen weitaus unterlegen, allein Ägypten konnte zahlenmässig ein nahezu gleich starkes Kontingent stellen.

Trotzdem gewann Israel den Krieg und hatte grosse Gebiete erobert. Die Sinai Halbinsel und den Gaza Streifen von Ägypten, die Golan Höhen von Syrien, und von Jordanien das Westjordanland, sowie das sogenannte Ostjerusalem. Die Sinai Halbinsel wurde 1982 im Zuge der Friedensverhandlungen zurückgegeben. Im Jahr 2005 zog sich Israel komplett aus Gaza zurück. Die Golanhöhen wurden 1981 annektiert, ein Schritt, der aus sicherheitspolitischen Gründen nur zu verständlich ist. Ganz Galiläa bis weit hinunter zum Kinneret liegt in unmittelbarer Sicht- und Schussweite vom Golan und wäre im Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung kaum zu verteidigen. Jordanien verzichtete 1988 nach dem Abschluss des Friedensvertrages auf alle Ansprüche in Westjordanien, im offiziellen israelischen Sprachgebrauch heute Judäa und Samaria. In den Jahren 2008 und 2010 gab es Friedensverhandlungen mit Syrien, bei denen der Status des Golan eines der Hauptthemen war. Kurz darauf begann in Syrien der bis heute andauernde Bürgerkrieg.

Folgt man den palästinensischen Zahlen, so wurden während des Unabhängigkeitskrieges 1948 eine Millionen Araber vertrieben und während des 6-Tage-Krieges nochmals 400.000. Einige mussten leider zum zweiten Mal innerhalb von 20 Jahren fliehen. Für die UNRWA addierten sich die Zahlen dennoch zu etwa 1 ½ Millionen arabisch-palästinensische Flüchtlingen. Andere Quellen nennen weitaus niedrigere Zahlen, was aber im Prinzip unerheblich ist.

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Aufruf zur Demonstration am Naksa Tag in New York

Die UNO war am Ende des 6-Tages-Krieses schnell zur Hand, mit der Resolution 242 zu reagieren.

(…..)

  1. erklärt, dass die Verwirklichung der Grundsätze der Charta die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten verlangt, der die Anwendung der beiden folgenden Grundsätze einschließen sollte:
  2. i)  Rückzug der israelischen Streitkräfte aus (den)* Gebieten, die während des jüngsten Konflikts besetzt wurden;

(….)

Das kleine Wort «den», das in der deutschen Version für die Verständlichkeit hinzugefügt wurde, fehlt in der englischen Originalversion. Über dieses fehlende Wort streiten die Palästinenser noch heute. Aus «den Gebieten» bedeutet «aus allen Gebieten» während die Formulierung «aus Gebieten» durchaus Handlungs- und Interpretationsspielraum lässt.

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Im Pariser Vorort Bezons wurde vorübergehend eine Strasse umbenannt. Seit 2013 ist der Terrorist Majdi Al-Rimawi Ehrenbürger der Stadt.

Für die Araber waren der 6-Tage-Krieg und seine Folgen tatsächlich ein «Rückschlag». «Für die Palästinenser zeigte die Naksa die Sinnlosigkeit, sich auf Arabische Staaten zu verlassen. Diese waren nur mit ihrem (politischen) Überleben beschäftigt und ausser Stande, eine einheitliche Haltung einzunehmen, um von Israel eine Wiedergutmachung für 1948 zu erhalten. Geschweige denn, ihnen (den Palästinensern) wenigstens einige der Rechte und Besitzungen zurück zu geben. Zahlreiche Palästinenser waren verbittert darüber, dass ehemals Arabische Staaten, die versprochen hatten, den «arabischen Charakter» Palästinas zu erhalten, sich nun unentschlossen gegenüber dem Feind verhielten, den sie ausradieren wollten. (…) Falls die Palästinenser noch irgendeine Hoffnung haben wollten, so mussten sie ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Der Krieg von Juni 1967 erneuerte den palästinensischen Kampf gegen den Zionismus. Eine neue Generation übernahm die politischen Organisationen, sowie die Guerilla Gruppen und erinnerte die Welt daran, dass es tatsächlich Araber innerhalb des Landes Israel gab. Ein uransässiges Volk im Kampf mit einem kolonialen Siedler Staat, der sie vollkommen ihres Landes beraubt hatte.» 

Soweit die Grundlagen, auf denen der «Grosse Marsch der Rückkehr» begann und auch weitergeführt werden soll.

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Das Be’eri Naturreservat im Frühjahr 2018  – Mohnblüte „Roter Süden“

 

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Das Reservat heute, nachdem Feuerdrachen es mehrfach in Brand gesetzt haben

Für den vergangenen Freitag hatte die Hamas noch einmal alle Register gezogen. Unmittelbar nach den Mittagsgebeten begannen wieder die bekannten Shuttle Bus Transporte aus dem ganzen Gaza Streifen in Richtung Grenze. Lautsprecher beschallten die Ankommenden mit religiösen Beschwörungen und forderten sie auf, sich bis auf 100 Meter dem Grenzzaun zu nähern. Aber, fast im Sinne einer kollektiven Befehlsverweigerung blieben diese diesmal einfach stehen und rührten sich nicht. Erst später kam Bewegung in die mittlerweile auf wenige Tausend angewachsene Menge. Die ersten Jugendlichen rannten auf den Zaun zu, warfen Handgranaten in Richtung IDF, zerschnitten hier und da ein Stück Zaun und zogen sich so schnell, wie sie gekommen waren, im Schutz des allgegenwärtigen schwarzen Qualms wieder zurück.

Die IDF erhielt die Erlaubnis, gezielt auf die Beine der Terroristen zu schiessen, hielt sich aber zurück, um zu verhindern, dass es durch die Sichtbehinderung zu Fehlschüssen kam. Diesmal hatten die Soldaten Verstärkung durch eine Multi-Media Bataillon erhalten. Hinter jedem Scharfschützen gab es einen Soldaten, der jegliches Geschehen aufnahm. Die Auswertung der Aufnahmen zeigte, dass an diesem Freitag alles anders war.

Die Bereitwilligkeit, die die Jugendlichen in den vergangenen Wochen gezeigt hatten, war wie weggeblasen. Fast schien es so, als wären sie nur dort, weil man es von ihnen verlangte, und nicht, weil sie es wollten.

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Und noch etwas war anders, es gab fast keine Kinder, die ohne Bedenken seitens der Hamas bisher ganz nach vorne geschickt worden waren. Gegen 18 Uhr war alles vorbei. Die Helden eilten nach Hause zu den Abendgebeten, um anschliessend das tägliche Fastenbrechen gemeinsam mit der Familie zu geniessen.

Die Hamas hat für den Augenblick verloren. Aber, sie ist deshalb noch lange kein zahnloser Tiger. Im Gegenteil, ihre aktuelle Situation macht sie nur gefährlicher. Sie wollten sich den Menschen in Gaza als grosser Retter und Segensbringer präsentieren. Und nun stehen sie mit leeren Händen da. Die Wiederannäherung mit der PA ist gescheitert, statt nun den Geldhahn zu öffnen, behält Präsident Abbas die Zahlungen an die Hamas-Beamten ein. Die mit Ägypten angeblich ausgehandelte Feuerpause fand kein Echo aus Israel – sie wird einfach eingehalten, solange es in Gaza ruhig ist. Selbst Katar ist nicht mehr der mehr als zuverlässige Partner, das Emirat hat selber Probleme. Bleibt also nur der Iran. Und der «Grosse Marsch der Rückkehr» war ein grosser Flop, mit viel zu vielen Toten und Verletzten, über die die Hamas ihren Bürgern gegenüber Rechenschaft ablegen muss. Vor allem, wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt.

Einkaufen für das Fest – Terrormarke „Harakat al-Sabireen

Die Unruhen an der Grenze werden abflauen. Am kommenden Donnerstag endet mit dem grossen Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr der Ramadan, zeitgleich beginnt mit dem ersten Spiel Russland gegen Saudi-Arabien die Fussball WM. Ein Grund für die Gazaner, lieber daheim zu bleiben!

Hamas wird seine Wunden lecken und weitere Überraschungen für Israel planen. In Sicherheit wiegen dürfen wir uns nicht.

Aber vielleicht wäre es ein erster Schritt (wieder einmal), Unterstützung für das von der Hamas gequälte Volk in Gaza zu bringen, wenn Israel die von der IDF vorgeschlagenen Erleichterungen umsetzen würde. Die Rede ist von Sechstausend Arbeitsbewilligungen für Gazaner in Israel, dem Einrichten für einen beschränkten Warentransport über den Personenübergang Eretz, sowie anderen nicht näher spezifizierten Erleichterungen. Eine erste Diskussion dazu am vergangenen Sonntag im Sicherheitskabinett verlief erfolglos, aber immerhin, der Vorschlag ist nicht vom Tisch.

© esther scheiner, israel

 

 

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