Gaza VIII – der verlorene Propagandakrieg

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Das Zitat wird Churchill zugeschrieben, aber auch anderen Publizisten erheben Anspruch auf die Urheberschaft: „Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Aber die Nachwelt behält sich Korrekturen vor.“

Israel hat oft Geschichte geschrieben. Es ging als Sieger aus allen israelisch-arabischen Kriegen hervor. Vom Bürgerkrieg (1947/48), der nahtlos in den Unabhängigkeitskrieg 1948/49) überging, über die Suezkrise (1956/57), den Sechstagekrieg (1967), den Yom Kippur Krieg (1973), den ersten (1982) und den zweiten Libanonkrieg (2006).

Seit dem Sechstagekrieg, von der Weltöffentlichkeit gerne als Angriffskrieg, von Israel als Präventivschlag definiert, wandelte sich das Bild Israels in der Welt. Bis dahin war der kleine Staat im Nahen Osten das Hätschelkind der Politik und der Jugend Europas. Israel war „in“. Wer konnte, lebte einige Zeit in einem Kibbuz, wurde Teil dieses Wunderlandes.

Nach dem Krieg, der mit der Eroberung der Golanhöhen von Syrien, des Gaza Streifens und der Sinai Halbinsel von Ägypten, dem Gebiet von Judäa und Samaria mit Ostjerusalem, von Jordanien besetzt, endete, war alles anders.  Auf einmal war Israel der verhasste Aggressor, statt ein Jahr in einem Kibbuz zu verbringen, trug die europäische Jugend schwarz-weisse Kuffiyot, um sich symbolisch mit den nun unterdrückten palästinensischen Arabern zu solidarisieren.

Die Gaza Operationen „Gegossenes Blei“ (Dezember 2008/Januar 2009) endete mit einer nicht verhandelten Waffenruhe. Als Folge gab es zahlreiche pro-palästinensische und wenige pro-israelische Demonstrationen, sowie intensive Aufrufe zum Boykott von Israel.

Die zweite Gaza Operation „Pillar of defense“ (November 2012) endete ebenfalls mit einer Waffenruhe, wobei beide Seiten den Sieg der Operation für sich beanspruchten.

Die dritte Gaza Operation „Fels in der Brandung“ (Juli/August 2014) endete mit einem Waffenstillstand. Beide Seiten hatten das Ziel der Operation nur teilweise erreicht, trotzdem stellte sich Hamas als Sieger dar. Teilweise gewaltsame Ausschreitungen in Europa mit Angriffen auf jüdische Einrichtungen waren die Folge.

In den Medien überwog die israelkritische, ja sogar israelfeindliche Berichterstattung. Welche Begriffe über Israel, die IDF und unsere Politiker im Netz zu kursieren begannen, ist unglaublich. Es gab auch andere Stimmen, zugegeben, aber die Waagschale begann sich stetig zu unseren Ungunsten zu senken.

Und nun der „Marsch der Rückkehr“. Insgesamt forderte er etwa 100 Tote auf palästinensischer Seite, mehr als 2500 Verletzte. Und bei uns?  Asche auf unser Haupt, bei uns gab es nur einen verletzten Soldaten. Und Sachschaden an einem Haus, noch nicht bezifferten Schaden an verbrannten Äckern und damit auch verbrannter Ernte. Durch den andauernden fetten schwarzen Rauch, der seit Wochen aus Gaza nach Israel herüberweht, hat es sicher Schaden an der Natur gegeben, vielleicht sogar Atemwegserkrankungen bei Soldaten und bei der grenznah lebenden Bevölkerung. Das wissen wir noch nicht.

Seit dem vergangenen Montag ist es relativ ruhig an der Grenze. Im Prinzip ist diese Ruhe immer ein Zeichen dafür, dass sich Hamas neu orientiert und positioniert. Sie darf nicht unterschätzt werden.

Aber sie lässt Zeit, einige Informationen anzuschauen und ein hoffentlich etwas korrigiertes Bild zu schaffen.

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Am vergangenen Freitag, 18. Mai, beschloss der UN Menschrechtsrat mit 29 Ja, 2 Nein und 14 Unentschieden, eine unabhängige Kommission einzusetzen. Diese soll untersuchen, warum es in Gaza während der „friedlichen“ Demonstrationen so viele Todesopfer geben konnte. Die beiden Nein Stimmen kamen von Australien und den USA. Prinz Zeid bin Ra’ad Zeid al-Hussein, Mitglied des jordanischen Königshauses und seit 2014 Hochkommissar des UN Menschenrechtsrates sagte anlässlich der dringlichen Sitzung: «Israel, ist entsprechend internationalem Recht Besatzungsmacht, und damit verpflichtet, die Bevölkerung von Gaza zu schützen und für ihr Wohlergehen zu sorgen. Aber die ist, de facto, von der Geburt bis zum Tod eingefangen in einem vergifteten Käfig. Sie ist ihrer Würde beraubt, und von den israelischen Politikern so weit abgewertet, dass es scheint, als würden diese noch nicht einmal in Betracht ziehen, dass die Männer und Frauen von Gaza ein Recht und einen Grund zum Protest hätten.» Weiter in seiner Rede machte er Israel und die Blockade des Gaza Streifens verantwortlich, dass sich die Lebensbedingungen so dramatisch verschlechtern würden. Er hat eines verschwiegen: Es gibt keine Besatzung in Gaza, seit 2005 lebt dort kein einziger Jude mehr.

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Das ist nur ein Bruchteil der normalen Lieferungen bei vollem Betrieb

Kurz darauf sagte die EU zu, € 3 Millionen als direkte humanitäre für Gaza auf den Weg zu bringen. Das Geld soll dazu dienen, Wasser, medizinische Produkte und Desinfektionsmittel an die Gazaner zu verteilen. Christos Styliandes, der Vorsitzende der EU Hilfsorganisation sagte dazu: „Diese EU Nothilfe wird helfen, den Menschen in Not eine grundlegende Versorgung zu geben. Für eine reibungslose und andauernde Lieferung von humanitären Hilfsprodukten, ist es notwendig, dass dringend notwendige Güter regelmässig nach Gaza hineingebracht werden.“ 

Das ist wirklich eine gute und zielführende Forderung, der ich mir zu 100% anschliessen kann!

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Ramadan Kareem und Gute Reise!

Warum aber haben dann die „friedlichen Demonstranten“ innerhalb von wenigen Wochen dreimal den Versorgungsübergang Kerem Shalom beschädigt? Innerhalb von nur zehn Tagen wurde die Infrastruktur so stark beschädigt, dass er kurzfristig geschlossen werden musste. Völlig zerstört war die administrative Infrastruktur auf palästinensischer Seite, einige Lager, die Leitung, durch die Brennstoffe nach Gaza geliefert werden. Verteidigungsminister Lieberman kündigte daraufhin an, den Übergang bis auf Weiteres zu sperren. Auf dringende Bitten der COGAT (Koordinationsstelle der Regierung) Offiziere, liess er aber bereits am Folgetag wieder dringende Hilfsgüter abfertigen.

Die Schäden dürften sich nach vorsichtigen Schätzungen auf etwa US$ 9 Millionen belaufen.

Am vergangenen Dienstag 15. Mai, dem Nakba Tag, sollten In Kerem Shalom acht LKW mit medizinischer Hilfe abgefertigt werden. Vier Ladungen kamen von der PA, zwei von der UNICEF und zwei von der IDF. Während die ersten sechs Lieferungen akzeptiert wurden, schickte die Hamas die beiden Hilfslieferungen der IDF zurück. Obwohl auf Grund der hohen Zahl von Verletzten die medizinische Betreuung in den Spitälern des Gaza Streifens nicht mehr gewährleistet werden kann, weigerte sich die Hamas, die angebotene Hilfe anzunehmen. „Wir akzeptieren keine Medizin von den Mördern unseres Volkes.“ Und nicht nur das, vierzehn weitere LKW voll mit Essen und anderen Hilfsgütern aus Israel wurden zurückgewiesen. Welcher Zynismus! Immerhin fand diese Meldung den Weg in die meisten Medien, nur in arabischen Zeitungen war davon nichts zu lesen. Die mehrfache Zerstörung von Kerem Shalom war aber leider der einzige PR Schuss von Hamas, den sie nicht für sich verwenden konnten. Die Reparaturarbeiten werden einige Wochen in Anspruch nehmen. Bis dahin muss die Bevölkerung in Gaza damit rechnen, über weniger Koch Gas und Treibstoff verfügen zu können, als bei einer zu 100% arbeitenden Lieferanlage. Die EU hat am Freitag angekündigt, sich mit € 30 Millionen an der Instandsetzung des Grenzübergangs zu beteiligen. Die Frage ist, ob das Geld jemals dort ankommt.

Gestern am Samstag (19. Mai) hat sich ein 20 Jahre alter Familienvater selbst angezündet. Er wollte damit aufmerksam auf die unqualifizierte Art machen, mit der Hamas die humanitäre Krise in Gaza handhabt. Sein Bruder ist während der Demonstrationen verletzt worden. Der junge Mann, Fathi Harb, überlebte den Selbsttötungsversuch mit mittelschweren Brandwunden.

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Auch wenn seitens der Hamas mittlerweile zugegeben wird, dass mindestens 50 der 62 Toten am vergangenen Montag Mitglieder der Terrororganisation waren, auch wenn immer mehr Interviews, Videos, Zeugenaussagen veröffentlicht werden, der Propaganda-Schaden, den Israel erlitten hat, ist immens. Die westlichen Medien überbieten sich dabei, Israel zu verteufeln.  Der türkische Präsident Tayyip Erdoğan verglich IDF mit den Nazi Schergen «Die Kinder derer, die allen Arten von Folter in den KZs des Zweiten Weltkrieges ausgesetzt waren,  greifen jetzt die Palästinenser mit Methoden an, über die die Nazis sich schämen würden.»

In der NZZ, der grossen alten Dame des Zürcher Journalismus, die sich leider mehr und mehr vom objektiven Journalismus abwendet und gnadenloses Israel-bashing betreibt, durfte am Freitag Ursula Hauser, eine Therapeutin aus der Schweiz zu Wort kommen. Wieder zurück aus dem Gaza Streifen, sitzt sie im Cafe Odeon und diktiert der Journalistin: «Die Situation ist desolat, es gibt nicht einmal mehr Trinkwasser, weil man alle Brunnen vergiftet hat!» Aus der Online Ausgabe wird der Satz später mit einer mageren Entschuldigung entfernt, in der Print Ausgabe bleibt er stehen. Und da ist sie dann wieder, die Lüge von den Juden, die Brunnen vergiften. Billigster Antisemitismus. Und das macht sich doch, als Zugabe ganz besonders gut!

 

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Der Text in der Printversion

 

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Die korrigierte Online Version

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Die Fussnote = Entschuldigung

 

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Der Bürgermeister von Dublin, Micheal Mac Donncha, ein überzeugt BDS Aktivist durfte nur auf Grund eines Schreibfehlers in seinem Namen nach Israel einreisen. Bei der Ausreise musste er ein Formular unterschreiben, dass er zukünftig nur mit ausdrücklicher Bewilligung der Behörden nach Israel einreisen darf.  Kaum daheim angekommen, rief er dazu auf, den Eurovision Song Contest zu boykottieren, der im kommenden Jahr in Jerusalem stattfinden wird.  Auch Island hat sich diesem Boykott mittlerweile angeschlossen, die Radiostationen hoffen aber nach wie darauf, eine Teilnahme durchzusetzen.

Omar Barghuti, einer der Mitbegründer von BDS, hat sich einen festen Platz in der «Irish Times» gesichert. Woche für Woche darf er in dieser viel gelesenen Zeitung seinen anti-israelischen Hasstiraden veröffentlichen. In der Ausgabe vom 15. Mai steht zu lesen: «Trotz Israels Abstieg in den offensichtlichen rechts-aussen Extremismus und seine Jahrzehnte alte Militärbesatzung und Unterdrückung der Palästinenser, wird es von der EU immer noch so behandelt, als stünde es über jedem internationalen Recht.» Besetzt ist laut Bargouti auch die Negev Wüste…..Herr Barghuti lebt in Israel, er ist mit einer israelischen Araberin verheiratet und darf deshalb nicht ausgewiesen werden.

Und dann ist da noch die traurige Geschichte der kleinen Layla. Sie starb unter für mich äusserst dubiosen Umständen nach dem Einatmen von Tränengas in unmittelbarer Nähe des Grenzzaunes. Es wird von ihrem jungen Onkel, selber noch ein Kind berichtet, der sie, auf der Suche nach Mutter oder Grossmutter dorthin getragen hat. Unglaublich, traurig. Aber ist es auch wahr? Wäre da nicht der palästinensische Arzt, der von einer Herzkrankheit spricht, der sie möglicherweise erlegen ist.  Oder wäre da nicht der amerikanische Arzt, der sagt, dass man an der Krankheit nicht spontan stirbt. Oder wäre da nicht die Obduktion, die offensichtlich vorgenommen wurde, nachdem das Baby bereits beigesetzt worden war. Oder wäre da nicht das plötzliche Schweigen.

Lt. Col. Jonathan Conricus, internationaler Militärsprecher und Verantwortlicher für die Sozialen Medien gab am vergangenen Dienstag bekannt, und er tat es sicher mit einem bitteren Gefühl, dass die Hamas de PR Krieg gegen uns durch ein KO gewonnen hat. «Die Hamas wollte Verletzte, sie wollte Tote. Hamas wollte das Bild der Verwundeten und die überlaufenen Spitäler. Und sie hatten keine Mühe damit, ihre menschlichen Schutzschilde vorzuschicken. Das ist die traurige Wirklichkeit.» Er musste eingestehen, dass nicht alle Kugeln ihr anvisiertes Ziel erreichten.

Aber auch das gibt es, dieses Inserat erschien ganzseitig am Donnerstag in der Printversion von „The Telegraph“

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Wir haben eines der moralischsten Militärs der Welt, unsere Ausstattung ist exzellent, die Soldaten hochmotiviert und perfekt geschult. Die Dokumentation über jeden militärischen Vorgang ist ausgezeichnet und wird transparent gehandhabt.

Aber Israel hat leider keine Ahnung von PR!

 

 

© esther scheiner, israel

 

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Cui bono? Nutzen und Schaden eines „friedlichen“ Gewaltausbruches.

 

Die „nützlichen Opfer“ der Hamas

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Gestern, am 14. Mai 2018 wurde die US Amerikanische Botschaft in Jerusalem eröffnet. Präsident Donald Trump löste damit eines seiner Wahlversprechen ein. Mit der Ankündigung des Umzuges von Tel Aviv und der gleichzeitigen Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels löste er kontroversielle Reaktionen aus. „…. Daher habe ich beschlossen, dass jetzt die Zeit ist, Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anzuerkennen. (…) Israel ist ein souveräner Staat mit dem Recht, wie jeder andere souveräne Staat, seine Hauptstadt festzulegen. Das als eine Tatsache anzuerkennen, ist eine notwendige Voraussetzung, um Frieden zu erreichen.“ PM Netanyahu schloss sich diesen Worten immer wieder an:„Um die Friedensbemühungen zu unterstützen, verlegen Sie Ihre Botschaften nach Jerusalem.“ Guatemala wird dem Aufruf am Mittwoch folgen, Paraguay wird noch im Laufe des Monats in die Hauptstadt umziehen. Honduras und die Tschechische Republik planen eine schrittweise Verlegung. Auch der ehemalige US Amerikanische Botschafter in Israel, S.E. Dan Shapiro sagte, die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem könnte helfen, den palästinensisch-israelischen Konflikt zu beenden. Am 4. Juni 2008, nachdem er als Präsidentschaftskandidat feststand, verkündete Obama vor der AIPAC: „Jerusalem wird die Hauptstadt Israels und unteilbar bleiben.“ Was er wollte, ist heute klar, er wollte die Stimmen der jüdischen US-Amerikaner – und er bekam sie, 80% bei seiner ersten und 70% bei seiner zweiten Wahl.

Präsident Donald Trump erhielt nur 20% ihrer Stimmen. Und so scheint es auch nicht verwunderlich, dass 80% der US Amerikanischen Juden dem Umzug ablehnen. Gleichwohl steht für sie ausser Frage, dass Jerusalem die ewige und unteilbare Hauptstadt ist. Sie befürchten allerdings, dass Amerika damit seine bis anhin wichtige Rolle als Mediator zwischen Israel und den Palästinensern gefährdet. Präsident Donald Trump spricht wohl eher seine evangelikalen und mehrheitlich israel-freundlichen Wähler an. Wahlversprechen sind immer ein Politikum, Nichteinhalten ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt, sondern Betrug am Wähler.

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Jerusalem feierte, von 86 eingeladenen Delegationen haben nur 32 die Einladung angenommen.  Von den 28 EU Mitgliedern haben nur Tschechien, Rumänien und Ungarn teilgenommen. Der österreichische Botschafter hatte zwar am Sonntag Abend an einer Veranstaltung im Aussenministerium teilgenommen, war der eigentlichen Eröffnung aber ferngeblieben. Das ist die typische österreichische Lösung! Staatsraison? EU Diktat? UN Diktat? BDS Diktat? Oder vielleicht ein bisschen was von Allem! Peinlich!

Während in Jerusalem gefeiert wurde, gab es in den Gebieten von Jehuda und Samaria Demonstrationen gegen die Botschaftseröffnung. Allerdings blieben die Zahlen weit hinter den Erwartungen zurück. Etwa 5.000 Menschen marschierten mit grünen und schwarzen Fahnen von Ramallah zum Grenzübergang Qalandyia unmittelbar neben Jerusalem. Es kam zu einzelnen Übergriffen, aber nicht zu Ausschreitungen. Die Grenzübergänge zwischen den Gebieten von Judäa und Samaria und Israel blieben den ganzen Tag über geöffnet.

Wie die jüdische und die arabische Bevölkerung über die Verlegung der Botschaft denkt und welche Hauptstadt für sie im Falle einer palästinensischen Staatsgründung vorstellbar war, erhob i24 News, die Zahlen sind teilweise sehr erstaunlich.

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Sinnlos hoch war der Blutzoll, der gestern in Gaza gefordert wurde. Die Teilnehmerzahlen blieben mit etwa 40.000 Personen deutlich hinter den Erwartungen der Hamasterroristen zurück. Für sie hiess es dann wohl, dass sie die fehlende Manpower mit besonderer Aggression ausgleichen mussten.

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Und prompt war sie da, die harsche Klage des UN Sicherheitsrates gegen Israel. Kein Wort, kein noch so sanft erhobener kleiner Hinweis gegen die Hamasterroristen, die eigentlichen Verursacher dieses grauenhaften Tages. Gegen 16 Uhr verkündete der Sicherheitsrat, dass sofort eine Initiative Kuweits diskutiert werden würde.

Hätten die USA den Antrag auf eine unabhängige Untersuchung nicht blockiert, hätte das Ergebnis von vornherein festgestanden. Die eingesparten Reisekosten hätte man getrost karitativen Einrichtungen zukommen lassen können.

Die Hamas hatte am Vormittag wieder einmal einen finanziellen Anreiz in Aussicht gestellt, 100,–US$ für jeden, der sich dem Zaun unmittelbar näherte und 1.000,–US$ für jeden Durchbruch. Wo, wie und ob überhaupt die Auszahlung erfolgen sollte, wurde nicht bekannt gegeben. Woher aber kommt überhaupt das Geld, das in Gaza zur Auszahlung kommt? Im islamischen Recht gibt es den Begriff den „Blutgeldes“ (Diya). Mit diesem Geld wird die Familie des Opfers von der Familie der Täter entschädigt. Im Iran gilt dieses Recht heute noch……

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Jason Greenblatt und Maj.Gen. Yoav Mordechai in einem der Hamas Tunnel © COGAT

Bereits im Februar hatte Jason Greenblatt, US Amerikanischer Chef Unterhändler im Nahen Osten klar darauf hingewiesen, dass die Gelder, die vom Iran an die Hamas Terrororganisation gezahlten werden, die Spirale der Gewalt nur beschleunigt und den Palästinensern absolut nicht hilft. Eine Milliarde US Dollar seien in die Terrorkassen geflossen. Die Hamasterroristen hätten diese ausschliesslich in den Bau von Tunnelanlagen und in den Kauf von Waffen investiert. Nur, um Israel anzugreifen.

Schon damals warnte er die Palästinenser, nicht vom Verhandlungstisch weg zu laufen, heute haben diese verkündet, sie würden keinerlei Kontakt mehr mit den USA akzeptieren. Vielleicht haben sie damit die letzte Türe geschlossen, die noch einen Spalt weit offenstand.

Während der letzten Wochen gelang es, einige Hamas Mitglieder festzunehmen. Die ausführlichen Einvernahmen durch den Inlandsgeheimdienst ergaben ein Bild, das man schon lange kannte, das aber nun bestätigt wurde.

Jahrelang ideologisch missbrauchte Jugendliche, aber auch Kinder, Frauen, sogar Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen werden vorgeschickt. Ihre Aufgaben kennen wir seit Beginn der „Demonstrationen“. Sie müssen mit allen Mitteln die Ruhe an der Grenze stören, den Eindruck vermitteln, dass es sich um einen Volksaufstand handelt. Dazu ist fast jedes Mittel recht. Verletzungen, ja sogar Todesfälle werden billigend in Kauf genommen. Die eigentlichen Drahtzieher in Zivil halten sich im Hintergrund. Vielleicht gibt es, wie am vergangenen Freitag einmal ein medienwirksames Bild von dem einen oder anderen. Sie geben ihre Befehle mittels modernen Kommunikationsmitteln. Zwischen dieser Reihe und den aufgestachelten Jugendlichen stehen die „Kämpfer“ bereit. Ihre Stunde kommt, wenn der Rauch dicht genug und das Loch im Zaun gross genug ist. Dann können sie ihren tödlichen Job machen. In Israel, mitten unter der Bevölkerung.

Bisher konnte die IDF jeden ernstzunehmenden Durchbruch nach Israel verhindern.

Nachdem an einigen Stellen das Feuer auf IDF Soldaten eröffnet wurde, zerstörte die IAF Trainingslager der Hamasterroristen im Norden des Gaza Streifens.

Angesichts der angespannten Lage bereitet sich die IDF auf mögliche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen vor. Entlang der Grenze wurde mehrere Iron Domes aufgestellt.

Die Hamas Führung hat gestern gegen 18 Uhr alle Demonstranten aufgefordert, sich vom Grenzzaun zurück zu ziehen und die Zeltstädte abzubauen.

Der Nakba Tag steht uns heute, am 15. Mai, noch bevor. Es bleibt die Hoffnung, dass dieser Tag friedlicher verlaufen wird.

Die Bilanz dieses schrecklichen Tages:  61 Tote und mehr als 1.000 Verletzte.

Cui bono? Es gibt nur eine Antwort darauf, es hilft niemandem! Ein Ziel hat die Hamas Terrororganisation aber ganz sicher geschafft, sie sind wieder in den Medien auf den ersten Seiten vertreten, werden bedauert und Israel wird angeklagt.

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

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Gaza VII – Flieg Vöglein flieg!

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Die Frauen aus Gaza haben eine neue, demonstrationswichtige Aufgabe übernommen. Im Schein von Kerzen sitzen sie in den Zelten von Gaza und beschreiben kleine Zettel. Darauf immer die gleiche Botschaft:

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Im Prinzip eine wirklich friedliche Art der Demonstration. Immerhin, Brieftauben gelten bereits seit dem Altertum als schnelle und zuverlässige Postboten. Ramses II liess so seine erfolgte Inauguration verkünden, Julius Caesar berichtete über die aufständischen Gallier und rief seine Soldaten herbei. Akko fiel kampflos an die Kreuzritter, nachdem diese eine Brieftaube Saladins abgefangen hatten, die Hilfe für die bedrängte Stadt ankündigte.

 

Brieftaube mit Fotokamera

Fototaube WK I – © Bundesarchiv

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Brieftaube Versteigerung € 500,–

Brieftauben sind teuer, sie können einige Hundert Euro kosten. Brieftauben haben aber auch ein Problem. Sie finden immer den Heimweg zu ihrem Nistplatz, aber nicht wieder zurück zum Abflugort. Wohin werden die Friedenstauben aus Gaza wohl fliegen? Vielleicht sollen sie in Gaza aber auch nur der moralischen Unterstützung und der Unterhaltung der Demonstranten dienen.

Sollte das die Absicht gewesen sein, so gibt es noch ein Beispiel eines nicht gelungenen Entertainment Versuches. Drei rechts-aussen Aktivisten aus Israel versuchten einen Feuerdrachen in Richtung Gaza zu schicken, um dort, sozusagen im Gegenrecht, einen Brand auszulösen. Der Versuch misslang und der auf israelischer Seite entfachte Brand konnte von der Feuerwehr gelöscht werden, bevor es zu einem nennenswerten Schaden kam. Ran Karmi Buzaglo, ein bekannter Aktivist und seine zwei Begleiter wurden kurzfristig zur Einvernahme angehalten. Nach ihrer Freilassung versicherte er, die Absicht der Aktion sei gewesen «Die Bewohner dieser Region, die durch die Feuerdrachen (aus Gaza) Schaden erlitten hätten, zu unterhalten und ihre Moral zu stärken.»Ein teures, gefährliches und hirnloses Tun!

Die IDF hat sich indessen zur Bekämpfung der Feuerdrachen etwas Unkonventionelles einfallen lassen. Kostengünstig und sehr effektiv! Kleine Modellflugzeuge, gesteuert mit Joy Sticks, werden an den Tragflächen mit äusserst scharfen Klingen ausgestattet, steuern den jeweiligen Drachen an und durchschneiden das Lenkseil. Der Drache stürzt ab und der Schaden geschieht, wenn überhaupt in Gaza. Laut IDF Berichten konnten am Freitag sieben Drachen gezielt zum Absturz gebracht werden.

Die folgenschwerste Terrorattacke wurden zum zweiten Mal auf den Übergang Kerem Shalom im Süden des Gaza Streifens ausgeführt. Dieser einzige Versorgungsübergang für den Gaza Streifen ist tagtäglich der Umschlagplatz für Waren- und Hilfsgüter Lieferungen.

Neben der Gasleitung nach Gaza und dem Verwaltungsgebäude sind nun auch andere Infrastrukturen auf palästinensischer Seite des Übergangs zerstört. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf etwa 9 Millionen Dollar. Verteidigungsminister Liebermann kündigte gestern, am Samstag an, dass der Übergang bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Im Klartext heisst das: keinen Treibstoff, kein Gas, keine Medikamente, keine Lebensmittel, keine Baustoffe.

Trotz der Zerstörung des grössten Teils der Infrastruktur und der daraus resultierenden Sperre des Überganges Kerem Shalom werden heute im Laufe des Tages sechs LKW mit dringend notwendigen medizinischen Hilfsgütern durchgelassen werden.

Ägypten hat seit gestern, 12. Mai, den Grenzübergang Rafah für vier Tage geöffnet. In der Regel ist diese Öffnung allerdings eine Einbahnstrasse Richtung Ägypten, um Studenten an einer Universität, Kranken mit Behandlungsbedarf und Arbeitern mit einer Arbeitsbewilligung die Ausreise zu ermöglichen.

Für die Menschen in Gaza verschärft sich damit die Situation noch mehr. Mir tun diese Menschen, die mehrheitlich nur Eines wollen, ein Leben in Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung, unendlich leid. Und fast niemand in der Welt steht auf, um das Unrecht anzuprangern. Im Gegenteil, die Hilfsgelder fliessen nach wie vor und kommen kaum dort an, wo sie gebraucht werden.

Yahya Sinwar, Anführer der Hamas Terrororganisation in Gaza sagte in seiner ersten grossen Pressekonferenz, dass in der kommenden Woche Hunderttausende Palästinenser den Grenzzaun nach Israel durchbrechen und nach Jerusalem gehen werden. «Warum soll es ein Problem sein, einen Zaun zu durchbrechen, der niemals eine definierte Grenze war?» Er und andere Führer seien bereit, für ihren Kampf zu sterben.

Israel wird alles daransetzen, dass dies nicht geschieht.  Waren es in dieser Woche etwa 15.000 Demonstranten, die sich an fünf Orten entlang der Grenz zu Israel einfanden, rechnet die IDF in der kommenden Woche mit 17 Orten, von denen die Demonstrationen ausgehen werden.  Die IDF Präsenz vor Ort wurden bereits verstärkt. Es bestehen jedoch grosse Bedenken, dass Unruhen auf Ost-Jerusalem und das Gebiet Judäa und Samaria übergreifen könnten.

Besonders hoch wird die Aufmerksamkeit und Bereitschaft sein, wenn am Montag, 14. Mai die US Amerikanische Botschaft in Jerusalem eingeweiht wird und am darauffolgenden Tag der Nakba Tag (Tag der Katastrophe) stattfindet.

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So sehen echte Freiheitskämpfer aus, Ismail Haniyeh

Auch Ismail Haniyeh liess sich die Chance nicht entgehen, im Norden des Gaza Streifens ein paar aufmunternde Worte an die Aufrührer zu richten: « Wir erwarten den Grossen Marsch am 14. und 15. dieses Monats – das gesamte palästinensische Volk wird dann unterwegs sein!» Er selbst hat sich auf den Weg nach Kairo gemacht, wo er ein Treffen mit dem Chef des nicht militärischen Geheimdienstes  Abbas Kamel einberufen hat. Selbstverständlich, so betont er vor seiner Abreise, wird er vor Beginn der Demonstrationen am kommenden Montag wieder in Gaza sein, um an den Demonstrationen. Wahrscheinlich möchte er sich heldenhaft als erster in den Zaun werfen…..

Vor einigen Tagen offerierte die Hamas, in indirekte Verhandlungen über eine langfristige Waffenruhe einzutreten. Nota bene, in eine Waffenruhe, nicht in einen Waffenstillstand! Aber im Prinzip ist es gleichgültig, welcher Begriff hier zur Anwendung kommt. Auch in diesem Fall muss man leider wieder von Taqiyya ausgehen, dem Lügengespinst, das jeden Vertrag zum Platzen bringt, bevor die Tinte auf dem Papier trocken ist.

Das Angebot: Kein Terror mehr, Ende der «Blockade», umfangreiche Infrastruktur Projekte, Gefangenenaustausch.

Der Vermittler: Ägypten

Die Forderungen Israels:  Ende der Weiterentwicklung von Waffen, Ende des Tunnelbaus, Entmilitarisierung der äusserst militanten Izz ad-Din al-Qassam Brigaden.

Verhandlungen könnten, so Israel, nach Ende des Nakba Tages und des Marsches der Rückkehr begonnen werden.

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Aber wahrscheinlich ist der Vertrag ja schon wieder obsolet.  In der Nacht auf heute hat die IAF erstmals einen Tunnel gesprengt, der sich noch nicht auf israelischem Gebiet befand. Der Tunnel, der sich in unmittelbarer Nähe zum Personenübergang Erez befand, war bereits vor einiger Zeit entdeckt worden. IDF Sprecher Lt. Col. Jonathan Conricus brachte es in seinem Twitter account auf den Punkt: #HamasKillingGaza. Die Hamasterroristen tun wirklich alles, um ihre Mitmenschen zu quälen. Wenn sie nicht gestoppt werden, wird Gaza in nicht allzu langer Zeit lebensunfähig sein.

Nicht wegen Israel, sondern wegen des Terrorregimes, das dort mit Unterstützung von vielen Staaten wie die Made im Speck lebt und die Menschen zerstört.

 

 

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gaza VI –

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…. der Freitag der Arbeiter

(Gaza V ist nicht etwa verschwunden, in der letzten Woche gab es keinen Bericht von mir)

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Es gibt Menschen, die meinen, dass ein mit der Schleuder abgeschossener Stein nur ein Spielzeug ist. Und am menschlichen Schädel nicht mehr bewirkt, als die Landung einer Fliege. Ob wir die Geschichte von David und Goliath glauben, oder sie ins Reich der Legenden verschieben, spielt keine Rolle. Seit vorgestern, Freitag 4. Mai wissen wir, dass eine gut getroffene Drohne damit vom Himmel geholt werden kann. Plötzlich wird die David Geschichte glaubhafter! Die IDF bestätigte die Abschüsse, betonte aber auch sofort, dass der Verlust der Drohnen zwar bedauerlich sei, aber kein Sicherheitsrisiko darstelle.

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Teil der israelischen Drohne

Die beiden „Schützen“, denen es gelang, israelische Drohnen, die die Lage hinter der Sichtbarriere aus dickem schwarzem Rauch an der Grenze zu Gaza filmen sollten, abzuschiessen, wurden wie Helden gefeiert. Stolz wurden Trümmerteile gezeigt, es wurde gejubelt, gelacht, getanzt. Fast so, wie man es nach einem gelungenen Terroranschlag kennt.  Eifrige Hobbyfilmer und Pressemitarbeiter hatten die Szenen gefilmt. Leider nicht sehr ausdrucksstark. Man sieht nur einen kleinen Punkt, der trudelnd zu Boden fällt. Ein Fest in Gaza, nur dass es keine Umzüge und keine Süssigkeiten gab, wie nach einem tödlichen Terroranschlag.

 

Die Frauen hatten anderes zu tun. Ihre Hauptaufgabe besteht meist darin, die „kämpfenden Männer“ der „friedlichen Demonstrationen“ mit Wasser und Essen zu versorgen. Einige halten auch den Kontakt zu den „Social Media“ Gruppen, die sie virtuell unterstützen. Ihre Basis sind die Zelte, die etwas weiter von der Grenze entfernt aufgebaut wurden. Aber, ganz im Sinne von neuem weiblichen Selbstbewusstsein – oder sollte man besser sagen, im Sinne von falsch definiertem Feminismus? – wollen sie auch ganz vorne mitmachen. „Einige sagen, wir können nicht das machen, was die Männer können. Andere sind besorgt, dass wir verletzt werden könnten. Und wieder andere unterstützen uns.“  berichtet Aya Abeid „Zweimal bin ich am Zaun gewesen und habe eine palästinensische Flagge gehisst. Das ist ein Ort, an den sich kaum jemand zu gehen traut. Ich habe auch Steine auf die israelischen Soldaten geschleudert.“Ist niemand da, der der 18-Jährigen sagt, sie solle daheimbleiben? Auch Jehad Abu Muhsen, 48, möchte etwas zum Kampf beitragen: „Ich komme drei oder vier Mal in der Woche mit einem Eselskarren hierher und bringe Reifen. Das ist das, was ich tun kann, um zu helfen. Getötet wurde noch keine der „mutigen Frauen“, aber es gab schon einige, die verletzt wurden.

Die fliegenden Drachen haben leider mittlerweile in der israelischen Landwirtschaft beträchtlichen Schaden angerichtet. Obwohl in alle Kibbuzim in der Nähe des Gaza-Streifens andauernd Patrouillen stattfinden und auch die Feuerwehren in steter Alarmbereitschaft stehen, gelingt es nicht immer, entfachte Brände zu löschen.

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Mehr als 800 Dunam an landwirtschaftlich genutzten Flächen sind verbrannt und für einige Jahre nicht nutzbar. Ein Waldgebiet konnte erst nach dem Grosseinsatz von einigen Feuerwehren gelöscht werden. Auch hier wird es Jahre dauern, bis der Wald wieder aufgeforstet worden ist. Für die Bauern der Region ist das ein völliger Ausfall ihres Einkommens. Wohl haben die Steuerbehörden und das Finanzministerium eine Entschädigung der Schäden in Aussicht gestellt. Auch wenn man versprach, unbürokratisch vorzugehen, es wird Monate dauern, bis die Gelder ausgezahlt werden. Die Regionalverwaltungen sind ungehalten über den Obersten Gerichtshof. „Statt sich unserer Probleme anzunehmen, verhandelt man dort lieber mit linken Menschenrechtsorganisationen, die verlangen, den Soldaten Handschellen anzulegen. Dabei sind auch Steinwürfe und Feuerdrachen ein Verbrechen. Beide haben bereits Schaden angerichtet und werde es weiterhin tun. Neben dem ökonomischen Schaden gefährden beide auch Menschenleben.“

Mit diesem unkonventionellen Kampfstoff hat die IDF noch Probleme. Es müssen erst Mittel und Wege gefunden werden, die Brandsätze vor der Landung auf israelischem Territorium abzufangen.

Avichai Edry, Leiter des arabisch-sprechenden Kommunikationsbüros des IDF Sprechers informierte die Gazaner entlang der Grenze „Das Problem der brennenden Drachen ist nicht etwas, das wir nicht sehen. Wir nehmen das Problem sehr ernst. Explosive Drachen sind kein Kinderspielzeug. Aus der Sicht der IDF ist die Hamas füralles verantwortlich, was innerhalb von Gaza geschieht oder von dort losgeschickt wird. Einwohner von Gaza – die Hamas missbraucht euch und zieht euch in einen Strudel des Terrors. Am „Freitag der Arbeiter“, wie die Hamas es nennt, schlagen wir euch vor: Hört auf für Hamas zu arbeiten und beginnt, für euch selbst zu arbeiten und eure Probleme zu lösen.“Ein Aufruf, der leider wieder ungehört verhallen wird.

Am Freitag starteten die Terroristen, anders mag ich die Demonstranten gar nicht mehr nennen, ihre bis anhin letzte Wahnsinnstat. Sie setzten Anlagen des wichtigen Grenzübergangs Kerem Shalom in Brand. Über diesen im Süden des Gazastreifens gelegenen Übergang liefert Israel tagtäglich tonnenweise Material nach Gaza. Bei gewaltsamen Eindringen in den palästinensischen Teil des Übergangs wurden die Verwaltungsbüros angezündet, der Treibstofftank, der die Generatoren betreibt und die Benzinpumpen wurden zerstört. Die Schäden, die hierdurch entstanden, richteten bei der Versorgung des Gaza Streifens nachhaltigeLückenan. Es wird Wochen dauern, den vollen Normalbetrieb wieder aufzunehmen.

Ein Schaden, der, nota bene, nur indirekt Israel betrifft, sondern ausschliesslich das eigene Volk. Schwachsinn? Zerstörungswut? Verblendung?

Die IDF beschallte die meist jugendlichen Terroristen über das vorhandene Lautsprechersystem: „Hamas hat dich hierhergeschickt, du bist nur ein Junge! Geh studieren, suche dir einen Job! Hamas wird nicht für dich sorgen!“

Zwischen 7.000 und 10.000 Demonstranten waren es gestern, mehr als die doppelte Zahl der beiden Vorwochen.

Kid with tires

Präsident Abbas, wirklich kein Mann milder und friedensstiftender Worte, forderte in der vergangenen Woche auf: „Haltet junge Männer von der Grenze entfernt, führt die Kinder weg von dort, wir wollen nicht zu einem Volk von Menschen mit einer Behinderung werden.“ 

Ismail Haniyeh, Führer der Hamas Terrororganisation, forderte vor einigen Wochen die Gazaner auf, ihre Proteste an der Grenze zu Israel fortzusetzen, auch wenn sie bereits Todesopfer gefordert hätten. „Gaza ist in eine neue Szenerie des friedlichen und populären Widerstandes eingetreten.“ 

Ob das genau das traf, was Präsident Abbas gemeint hatte? „Hamas hat begonnen, den populären Widerstand mit friedlichen Methoden zu übernehmen. Ich gratuliere ihnen dazu, dass sie zugestimmt haben, dass ein friedlicher Widerstand weitaus effektiver ist.“ 

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

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2018 beginnt das Giro d’Italia in Jerusalem…

.. zu Ehren von vier italienischen Gerechten unter den Völkern

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Seit 1909 gibt es das Giro d’Italia, das nach der Tour de France zweitwichtigste Strassenrennen der Welt. Zwar führte das Giro schon häufiger ins Ausland, begann aber noch nie ausserhalb Europas.

Die erste Teiletappe beginnt am kommenden Freitag, 4. Mai in Jerusalem. Am Samstag führt der Weg von Haifa über Akko, Zichron Yaacov, Caesarea nach Tel Aviv. Die längste Strecke müssen die Fahrer am Sonntag absolvieren. Die Strecke führt an diesem Tag von Be’er Sheva nach Eilat. Ab Dienstag 8. Mai verläuft das Rennen dann auf italienischem Gebiet, bevor es am Sonntag, 27. Mai in Rom endet.

In Zichron Ya’acov läuft schon seit Wochen die Planung. In der vergangenen Woche durften einige Radler die Strecke unter „Wettbewerbsbedingungen“ abfahren. Die Strecke war geschmückt. Hunderte Schaulustige spendeten herzhaften Beifall, wenn sich wieder der eine oder andere Fahrer über den Anstieg aus dem Tal heraufgequält hatte. Die Stimmung war so gut, dass man sich für das eigentliche Spektakel nicht Besseres wünschen kann.

Der Wetterbericht für die kommenden Tage ist gut, die derzeitige Hitze und die starken Winde sollen abflauen, für Samstag sind nur mehr 24° prognostiziert.

Warum beginnt diese italienische Nationalveranstaltung im Jahr 2018 in Israel?

Gino Bartali

Gino Bartali bei der Schweizer Meisterschaft in Zürich, die er 1946 und 1948 gewann

Der Grund ist ein Mann namens Gino Bartali.  Geboren wurde er am 18. Juli 1914 in Ponte a Ema (Toskana). Der winzige Ort profitiert einzig durch seinen bekannten Bürger, dem auch ein kleines Museum gewidmet ist.

Gino Bartali wird auch der „radelnde Mönch“ genannt. Tiefgläubiger Katholik, wie viele Menschen es in den ländlichen Gegenden Europas waren, war er der Mystiker unter den Rennfahrern. Wortkarg, verschwiegen, eigensinnig. Jeden Renngewinn teilte er unmittelbar nach dem Erhalt unter der Mannschaft auf. Jede Etappe beendete er mit einem Gebet. 1937 trat er als Laie in den Dritten Orden der Karmeliter ein.

Als er im Jahr 1948 die 35. Tour de France gewinnt, erzählt er, er habe seinen Sieg auf er Etappe Biarritz-Lourdes als Omen angesehen. Dieses Rennen ist das erste, das vom französischen Fernsehen teilweise übertragen wird. 2000 Pariser Haushalte konnten so den Zieleinlauf und die Siegerehrung mitverfolgen.

Zwischen seinem ersten Sieg der Tour de France und diesem zweiten Erfolg lagen zehn Jahre. Es war die Zeit des Naziterrors, der so viele Menschen das Leben kostete.

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Seine Freundschaft mit dem damaligen Erzbischof von Florenz, Elia Dalla Costa brachte ihn in Kontakt mit einer katholischen Widerstandsbewegung. Seit der Machtübernahme der Nazis wurden ab 1943 auch italienische Juden in die Konzentrationslager deportiert. Gemeinsam mit dem Oberrabbiner von Florenz, Nathan Cassuto, den Nonnen eines Klarissinnen Klosters in Assisi und zwei Druckern, Luigi Brizi, sowie seinem Sohn Trento, hatte Elia Dalla Costa in Assisi ein Netzwerk des Widerstandes geschaffen. Etwa 800 Juden wurden mit neuen Papieren, die in Assisi gedruckt wurden, versehen und konnten so fliehen.

Gino Bartali stellte sich als Kurier zur Verfügung. Auch wenn zu der Zeit keine Radrennen stattfanden, war es durchaus glaubhaft, dass er, in der Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende wieder trainierte. Und so fuhr er tagtäglich von der Toskana nach Umbrien, in die Abruzzen und wieder zurück. In den Gestängen seiner Velos säuberlich zusammengerollt die Papiere. Er radelte allein, unter den Augen der Nazis, geriet immer wieder in gefährliche Situationen, riskierte mehr als einmal sein Leben. An manchen Tagen fuhr er mehr als 300 Km.

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Die Druckerpresse, auf der die Dokumente gefertigt wurden © screenshot  Yad Vashem

 

 

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Einer der gefälschten Pässe, @ screenshot Yad Vashem

 

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Nathan Cassuto mit seiner Familie

Nathan Cassuto wurde im November 1943 von der SS gefangengenommen und mit seiner Frau nach Auschwitz deportiert. Seine Frau überlebte, wanderte nach Israel aus und wurde während des Unabhängigkeitskrieges bei einem Überfall auf einen Krankentransport getötet. Ihre beiden Kinder überlebten den Krieg im Versteck bei einer christlichen Familie in Florenz.

Im Keller seines Hauses in Florenz versteckte Gino Bartali einige der jüdischen Familien, die er mit den Ausreisepapieren versorgte. Die Menschen, denen er mit zur Flucht verhalf, haben ihn nie gesehen. Das Essen wurde ihnen von seiner Frau gebracht, die offiziell nicht wusste, dass ihre Gäste Juden waren.

Er hat selten über seine Heldentat gesprochen. Seiner ältesten Enkelin, Gioia hat er früh eingeschärft, worauf es ankomme im Leben: «Demut, Aufrichtigkeit, Bescheidenheit. Gewisse Medaillen heftet man sich nicht an die Jacke, sondern an die Seele.»

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Gino Bartali verstarb am 5. Mai 2000 in Florenz. Sowohl er, als auch Erzbischof Elia Dalla Costa und die beiden Drucker Luigi und Trento Brizi fanden posthum als „Gerechte unter den Völkern“ in Yad Vashem Aufnahme. Gestern, am 2. Mai, nahm seine Enkelin, Gioia Bartali von Avnet Shalev,  Vorsitzenden von Yad Vashem,  die Urkunde in Empfang, mit der ihr Grossvater zum Ehrenbürger Israels ernannt wurde.

 

© esther scheiner, israel

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Von Tel Megiddo zu Armageddon

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«Die Geister führten die Könige an dem Ort zusammen, der auf Hebräisch Har Magedon heisst.» (Offenbarung d. Johannes 16.16)

Am Har Megiddo, dem Berg Megiddo, hatten sich schon oft Schicksale entschieden. Nach der Flucht aus Ägypten und der anschliessenden 40 Jahre andauernden Wanderung ist das Volk der Israeliten nicht mehr das gottesfürchtige Volk, als das es Mose gern gesehen hätte. Immer wieder verletzt es die göttlichen Gesetze. Die Strafe dafür scheinen andauernde Bedrohungen durch eroberungssüchtige Nachbarn zu sein. In diesen Momenten der Gefahr erinnern sich die Israeliten, die von einem gemeinsamen Staat noch einige Zeit entfernt sind, wieder an Gott und flehen um Hilfe.

Der schickt immer wieder Menschen, oft in Form von Richtern, die das Volk erretten. Deborah ist unter den bekannten Richtern die einzige Frau, die als solche anerkannt wird. Sie setzt sich über die vorherrschenden patriarchalischen Strukturen hinweg und erkämpft sich ein eigenständiges Leben.

Debora befielt Barak mit einem grossen Heer gegen den kanaanitischen König Jabin zu ziehen. Die Schlacht soll am Berg Tabor, in Sichtweite von Megiddo, stattfinden. Barak fleht Deborah an, mit ihnen zu ziehen, auch wenn er selbst dadurch nicht in den Genuss des Sieges kommen wird. Er muss akzeptieren, dass der Tod von Jabins Heerführer Sisera durch eine Frau herbeigeführt werden wird. Durch den Tod Siseras können die Israeliten das Joch der Fremdherrschaft wieder für einige Zeit abschütteln.

Das Lied, dass nicht nur die Schlacht beschreibt, sondern vor allem auch die starke Deborah liebevoll schildert, gehört zu den ältesten Texten des Tanach und dürfte bereits um 1200 BCE entstanden sein.

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Schon vorher, am 26. April 1457 BCE (21. Schemu I /21. Tag des ersten Hitzemonats nach ägyptischer Zeitrechnung) fand eine andere grosse Schlacht bei Megiddo statt.  Hatschepsut (1495 – 14. Januar 1457 BCE) war eine der vier bekannten Pharaoninnen. Sie übte die Regentschaft für ihren Stiefsohn Thutmosis III aus. Hatschepsut war die Pharaonin der friedlichsten Zeit im antiken Ägypten. Zu ihren Lebzeiten fand nur ein bedeutender Feldzug statt, der mit der Einnahme von Gaza gegen Ende ihrer Regierungszeit endete. Thutmosis III liess sich bezeichnenderweise auf dem Vormarsch seines Heeres nach Norden in Gaza krönen.

Da zwischen dem Tod von Hatschepsut und dem Kampf in Megiddo nur sehr kurze Zeit vergangen war, geht man davon aus, dass Thutmosis III sie möglicherweise ermordete und der Feldzug schon zu ihren Lebzeiten vorbereitet worden war. Nach einem perfekt gelungenen Angriff auf die Verteidiger stiess das ägyptische Heer plötzlich auf passiven Widerstand – die Verteidiger hatten sich völlig in die Festung zurückgezogen. Ausgeklügelte Wasser- und Tunnelsysteme, die bis heute noch funktionsfähig sind, erlaubten es ihnen, sich einige Zeit mit Wasser und Lebensmitteln zu versorgen. Neun Monate musste der Ägypter die Festung belagern, bis er sie endlich erfolgreich einnehmen konnte. Statt die besiegten syrischen Fürsten zu ermorden oder in Gefangenschaft zu setzen, forderte Thutmosis III hohe Tributzahlungen. Mit der Eroberung von Meggiddo endeten die Eroberungszüge von syrischem Gebiet.

34 Mal wurde in und um Megiddo gekämpft.

Die letzte Entscheidungsschlacht fand zwischen dem Osmanischen Reich und Grossbritannien am 19. und 20. September 1918 statt. Es war die letzte grosse Schlacht des ersten Weltkrieges im Nahen Osten. Interessant ist, dass die Briten ebenso den Weg durch die schmale Schlucht von Südwesten aus in Richtung Megiddo nahmen, wie das Heer von Thutmosis III. Nach zwei Tagen war das Osmanische Heer ausgeschaltet und die Briten nahmen unter General Allenby ihr Hauptquartier im damaligen Westjordanland.

Zwischen den Schlachten und Kriegen träumte Megiddo einen teilweise beschaulichen Traum.

Die topografische Lage zwischen dem Mittelmeer im Westen und der arabischen Wüste im Osten, vom Süden her gut erreichbar über die Negev Wüste bis hinauf in den Libanon und weiter über die Türkei nach Europa bot sich an für die bekannten Handelswege der Antike. Seidenstrasse, Gewürzstrasse und Weihrauchstrasse, sie alle führten am Kreuzungspunkt Megiddo vorbei.

Die ältesten Zeugnisse andauernder Besiedlung gehen auf die Zeit um 4.000 BCE zurück, bereits 3.000 BCE ist die Stadt schon gut befestigt. Um 918 BCE wurde die Stadt völlig zerstört. In den folgenden Jahrhunderten war sie Teil von Ägypten, des Königreiches Israel, Assyriens, Persiens… Jeder Eroberer baute eine neue Schicht auf die bestehenden, so dass sich im Laufe der Zeit ein typischer Tell (künstlich entstandener Siedlungshügel) entwickelte. Seit mehr als hundert Jahren wird im Megiddo gegraben.

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Der Rundweg über das plateauförmige Megiddo ist wie ein Weg durch die Menschheitsgeschichte. Im Eingangsbereich kann man an Hand eines beweglichen Modells die verschiedenen Schichten erkennen.  Mindestens 20 Schichten haben die Archäologen gezählt. Sie wurden zerstört durch Kriege oder Feuer, oder verfielen zu Zeiten, in denen die Stadt nicht besiedelt war. An einigen Stellen kann man wunderbar die einzelnen Schichten erkennen, an anderen sind die einzelnen Schichten ineinander gestürzt, lassen sich nur mehr erahnen.

Oha woher kommen die Kisten denn?

Zeichen einer deutlich späteren „Kultur“  – Fundort: Grabungsstelle Südpalast

 

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Teile des Südpalastes

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Durch das Nordtor gelangt man zum Südpalast (Area L), ein Bereich, der um 1960 ausgegraben wurde. Auffallend ist, dass die Gebäude aus sorgfältig behauenen Quadersteinen erbaut wurden. Mit der noch nicht ganz so ausgefeilten Bearbeitung der Steinquader, wie später, zur Zeit Herodes.  Am Ende des Palastareals geht der Blick über die weite Jezreel Ebene bis hin zum Berg Tabor. Die hebräische Bedeutung des Wortes Tabor ist «Nabel». Er weist auf die besondere Bedeutung dieses Berges in verschiedenen Kulturen hin. In der Thora wird er als Kultstätte erwähnt, die Kanaaniter verehrten dort Ba’al, für die Christen ist er der Ort, an dem Jesus drei seiner Jünger in verklärter Form erschien und sich mit Moses und Elijas traf. Links am Horizont kann man Nazareth erkennen und eine Wegstunde entfernt einen kleinen Ort Namen Bethlehem Haglilit. Ich stehe nicht allein mit meiner Vermutung, dass Jesus hier und nicht im weit entfernten Bethlehem neben Jerusalem geboren wurde. Ist doch eigentlich naheliegend!

Um die Mittagszeit signalisiert ein immer lauter werdendes Brummen, das sich zu einem unglaublichen Crescendo steigert, dass Jagdflugzeuge auf die nahe gelegene Basis Ramat David zurückkehren, eine der drei grössten des Landes.

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© Hanan Isachar/ALAMY (Discover Magazin)

Einer der faszinierendsten Teile der Ausgrabung liegt zwischen dem Südpalast und dem Quartier der Handwerker und Händler (Area K). Hier reihen sich kleine Häuser aneinander, sie gleichen einer kleinen Stadt, die auf dem Reissbrett entstanden ist. Alle Häuser haben vier kleine Räume mit einem Innenhof in der Mitte. Interessant sind die Familiengräber, die zumeist in Rundbauten errichtet, einen Teil des Gebäudes ausmachen. Unter dem Fussboden eines Hauses hat man 22 Skelette aus der mittleren Bronzezeit gefunden (2200 – 1500 BCE). Immer wieder wurde eine Schicht über die andere gelegt, so sind zahlreiche Funde aus früheren Zeiten relativ gut erhalten.

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Zwischen dem Südpalast und diesem Wohngebiet liegt der optisch spektakulärste Bereich (schräg oberhalb von Area J). Lage um Lage wurde vorsichtig abgetragen. An den Felsen im Hintergrund kann man in diesem kraterartigen Gebiet die einzelnen Schichten erkennen, einige sind sehr gut erkennbar, bei anderen muss man genau hinschauen, um den Schichtverlauf erkennen zu können.

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Beeindruckend ist der runde Altar, der den Kanaanitern als Ritualort diente und der auf die frühe Bronzezeit (3500 – 2200 BCE) datiert wird. Wahrscheinlich haben ihn die nachfolgenden Generationen als «Kraftort» empfunden, was erklärt, dass auf diesem Altarhügel weitere Ritualplätze gebaut wurden.

Unterwegs bezeugen weitere relativ kleine Häuser das reiche Leben in Megiddo. Einige weisen Überreste von alten Backöfen auf. Die zerbrochenen Tongefässe lassen den Rückschluss zu, dass die «Stadt der roten Ziegel», wie dieser Teil der Ausgrabungen auch genannt wird, möglicherweise durch ein Erdbeben zerstört wurde. Nachdem die Tongefässe in den Öfen gefunden wurden, lassen sie sich zeitlich recht genau zuordnen. Man kann daher den Zeitpunkt des Erdbebens eingrenzen.

Untersuchungen mit Infrarot-Spektroskopie lassen die Vermutung zu, dass die Brände, die durch das Erbeben ausgelöst wurden, auf bereits vorhandene aktive Feuerstellen trafen. Professor Ruth Shahack-Gross von der Universität Haifa untersuchte im Auftrag des Weizmann Instituts wie schnell und bei welcher Temperatur diese einfach herzustellenden Ziegel zerstört werden. Die fertigen Ziegel setzte sie in einem Ofen hohen Temperaturen aus und fand heraus, dass sie nach nur 2 – 3 Stunden, in Abhängigkeit von der Grösse, auf 600°C aufgeheizt waren und zerbrachen. Das dürfte auch in etwa die Temperatur gewesen sein, die herrschte, als Megiddo den Flammen zum Opfer fiel. Dieses Erdbeben war, wie die Ausgrabungen belegen, das Ende der Zeit der Kanaaniter in der Stadt.

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Eine Ausgrabung von 2014 mit vom Feuer schwarz gefärbten Sedimenten. Die Wand besteht aus roten und gelblichen Ziegeln © Ruth Shahack-Gross

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Weitere Zeugen der ausgiebigen Landwirtschaft ist der Getreidesilo (Area Q). Das Besondere an diesem Bau ist, das sich auf der einen Seite eine schmale, steile Treppe nach unten windet und auf der gegenüberliegenden Seite das passende aufwärtsführende Gegenstück. Wer immer auch dort Getreide transportierte, er konnte es ungehindert und ohne Angst vor «Gegenverkehr» tun.

Pferdetränken in den Ställen des Salomon (Meggido)

Der letzte Höhepunkt der Wanderung durch das alte Megiddo ist der Besuch der Pferdeställe (unterhalb von Area Q) mit dem davor liegendem Exerzierplatz. Bekannt geworden sind die als Einzelboxen mit individuellen Futterkrippen für 450 Pferde konzipierten Ställe als «Ställe Salomons». Neuere Forschungen gehen jedoch davon aus, dass sie eher etwas später unter der Herrschaft von König Ahab gebaut worden sind.

Immer wieder gab es neue Entdeckungen, die spektakulärste wurde jetzt bekannt. Unter dem Arbeitsnamen «Grab Nr. 50» wurde eine Grabkammer entdeckt. Drei nahezu vollständig erhaltene Skelette, geschmückt mit Juwelen und umgeben von reichen Grabbeigaben wurden in der Hauptkammer aufgefunden. Unmittelbar daneben ein Beinhaus, mit den Gebeinen von sechs weiteren Menschen, die allerdings weit weniger liebevoll beigesetzt worden waren. Reichhaltige Lebensmittelvorräte sollten sicherstellen, dass auch im Nachleben kein Mangel herrschte. Sowohl die in der Grabkammer, aber auch in der darüber liegenden Schicht aufgefundenen Tongefässe lassen eine Datierung auf die Zeit der Kanaaniter um 1700 BCE zu. Das war die Zeit, als die Herrschaft der Kanaaniter in Megiddo einerseits ihren Machthöhepunkt hatte, wenig später dann aber von Thutmosis Armee gewaltsam beendet wurde.

 

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3-D Modell des Vorraumes zur Grabkammer Nr. 50 vor der Öffnung. Der eigentliche Eingang liegt am rechten unteren Rand und ist durch sei gegeneinander gelehnte Steine abgedeckt. © Adam Prins.

 

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Innenraum vom Grab Nr. 50. © Robert S. Homsher

Offensichtlich wurden hier Mitglieder der Königsfamilie, wenn nicht die Familie selber beerdigt. Eines der Skelette wurde als das eines etwa 40-jährigen Mannes identifiziert, das zweite als das einer Frau um die 30, und das letzte dürfte das Skelett eines 8 – 10-jährigen Kindes sein. Auch die unmittelbare Nähe zum königlichen Palast lässt diese Vermutung zu.

3600 Jahre blieb das Grab unentdeckt und ungeöffnet, keine Grabräuber kamen, um die Schätze zu stehlen, wie man es von den Gräbern der Pharaonen in Ägypten kennt. Thutmosis III hatte dieses Glück nicht. Als sein Grab 1898 entdeckt wurde, fand Victor Loret nur den Sarg, einige zerstörte Möbel und Statuen. Seine schlecht erhaltene Mumie, die sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo befindet, wurde in eine Nekropole nördlich von Theben umgebettet.

 

© esther scheiner, israel  inkl. der nicht anders beschrifteten Bilder

 

 

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Tag der Masken – Gaza IV

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Guy Fawkes, der einzige Mann, der jemals mit ehrlichen Absichten in das britische Parlament hineinging.

 

 

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Am 5. November 1605 plante Fawkes einen Sprengstoffanschlag auf den englischen König Jakob I. und das gesamte Parlament. Der Anschlag misslang. Fawkes entzog sich der Urteilsvollstreckung, indem er selber vom Galgen-Podest heruntersprang und sich das Genick brach.

Im Jahr 2002 wählten ihn die Briten auf Platz 30 der hundert bedeutendsten Landsleute.

1982 erschien ein Comic mit dem Titel „V for Vendetta“, der im Jahr 2005 verfilmt wurde. Er spielt im fiktionalen London um 2030. V, ein maskierter Freiheitskämpfer verfolgt den autoritären Staat mit zwei Zielen: er möchte einen gesellschaftlich-politischen Umsturz herbeiführen und eine persönliche Rache ausüben.

Die Maske, die V im Comic und auch im Film trägt, erinnert an Gay Fawkes, dessen Image sich im Laufe der Zeit änderte. Zu Lebzeiten wurde er als Terrorist gesehen, der er nach heutigem Rechtsempfinden auch war. Später wurde ihm das Etikett „libertärer Anarchist“ angeheftet. Heute sehen ihn die Kreise, die sich der Maske als Symbol und Tarnung zugleich bedienen als Freiheitskämpfer, der sich für die Freiheit des Einzelnen einsetzt.

 

Nun sind die Masken auch in Gaza angekommen.  Sie werden im Gesicht getragen oder auch auf dem Hinterkopf. Irgendwer hat offensichtlich eine Massenlieferung bestellt. Bei Amazon gibt es die hochweissen, nachgemachten Masken schon für weniger als € 5,– zu kaufen. Für die leicht gelblichen Originale, muss man entweder tiefer in die Tasche greifen, oder einen 3-D-Drucker haben. Beides sollte im wirtschaftlich gut vernetzten Gaza Streifen für Hamasterroristen kein Problem sein.

Nur mehr etwa 3.000 protestbewegte Gazaner kamen am vierten Freitag (20.4.) an den Grenzzaun. In den Tagen vorher hatten sie ihre Zelte, in denen sie bis zum 15. Mai ausharren wollen, um etwa 50 Meter in Richtung Grenze bewegt.

Die oberste palästinensische Behörde des Protestes liess am Mittwoch in der arabischen Zeitung al-Resalah verlautbaren: „Die Verlegung der Zeltstadt dient als Fortsetzung des nationalen Programmes „Marsch der Rückkehr“ und der Beendigung der Besatzung. Es ist eine starke Nachricht unseres Volkes an die Welt um uns herum, dass wir weitermachen mit dem Ziel, unsere legitimen und andauernden Ziele zu erreichen. Die Verlegung des Lagers ist ein erster Schritt.“

1.6013130.1477578184Am Freitagvormittag waren von der IDF Flugzettel über Gaza abgeworfen worden. Neben Piktogrammen mit verbotenen Waffen und Sprengkörpern, die auf keinen Fall in die Nähe der Grenze gebracht werden durften, enthielten sie scharfe Warnungen an die Bevölkerung von Gaza. “Ihr nehmt an gewaltsamen Störattacken teil. Hamas nutzt euch aus, um terroristische Attacken auszuüben. Die IDF ist für jedes Szenario gerüstet. Nähert euch nicht dem Zaun und versucht nicht, ihn zu beschädigen. Vermeidet es, Waffen zu tragen und gewaltsame Angriffe gegen israelische Sicherheitskräfte und Zivilisten auszuüben. Bleibt terroristischen Gruppen ebenso fern, wie jenen, die gewaltbereit sind. Die IDF wird gegen jeden Versuch, den Zaun und Teile davon zu beschädigen vorgehen. Das gilt auch für das Beschädigen von militärischer Ausstattung. Hamas missbraucht euch, um ihre Interessen voranzutreiben. Folgt ihren Anweisungen nicht, sie gefährden euer Leben. Es ist möglich, sich anders zu verhalten. Eure Zukunft liegt in euren Händen.“

Die IDF tut wirklich alles, um „nützliche Opfer“ der Hamas zu vermeiden!

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Tage zuvor hatte der Islamische Jihad ein Video veröffentlicht, das israelische Soldaten im Fadenkreuz von palästinensischen Scharfschützen zeigt. Es war das zweite Video dieser Art. Mit dem Unterschied, dass diesmal COGAT Chef Major General Yoav Mordechai und der Chef des Südkommandos, Major General Eyal Zamir zu erkennen waren. Das Video wurde aus einem Haus in Gaza aus aufgenommen wurde. Die Nachricht am Ende des Films lautete „Ihr ermordet unsere Leute kalten Blutes und fühlt euch sicher dabei. Aber die Zielfernrohre unserer Scharfschützen sind schon auf eure Kommandanten gerichtet.“ 

Leider kam es am Freitag zu einem dramatischen Todesfall, der nun intensiv von der IDF untersucht wird.

Wenn die Bilder und Videos der palästinensischen Journalisten sich als echt erweisen, wurde ein 15-jähriger Jugendlicher mit einem Kopfschuss getötet. Bisher galt es als gesichert, dass der Einsatz von scharfer Munition nur und ausschliesslich nach einer entsprechenden Befehlsfreigabe von direkten Vorgesetzten erfolgen darf. Der Schuss darf maximal bis in Kniehöhe abgegeben werden, so dass der Getroffenen zwar ausser Gefecht gesetzt wird, aber keinesfalls getötet werden darf.

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Die bisher einzige glaubhafte Aussage stammt von der Mutter von Mohammad Ayoub, die ihm verboten hatte, zu den Demonstranten zu gehen. Kurz nachdem die Flugzettel abgeworfen worden seien, sei er einfach davongelaufen. Seiner Tante hatte er noch gesagt, er würde in einer Stunde wieder daheim sein.

In einem israelischen TV Sender wurde berichtet, er hätte versucht, den Grenzzaun zu beschädigen und dazu bereits die erste Stacheldrahtsperre überwunden. Ein palästinensischer Journalist beschrieb gegenüber APA, dass der Junge 150 m hinter dem Zaun gestanden und Schutz gesucht habe.

Lassen wir es hier undiskutiert, dass das militärische Sperrgebiet bei 300m liegt und dies den Gazanern auch kommuniziert wurde.

Lassen wir es hier auch undiskutiert, was ein 15-jähriger Junge dort zu suchen hat.

Lassen wir es hier auch undiskutiert, wer seine Kinder so wenig liebt, dass er sie in diesen Krieg ziehen lässt.

 

Verteidigungsminister Avigdor Liberman  machte Hamas für den Tod des Jungen verantwortlich:  „Die Hamasführer sind die einzig Schuldigen am Tod des Jungen, die feigen Anführer, die sich hinter Frauen und Kindern verstecken und diese dann als menschliche Schilde vorschicken. Sie können in der Zwischenzeit in Seelenruhe weiter ihre Tunnel graben und Terrorattacken gegen Israel unternehmen.“Der Zusammenhang wird erst auf den zweiten Blick klar. Während die Weltöffentlichkeit mantramässig Israel beschuldigt, sieht keiner, was sonst noch in Gaza geschieht. Aus dem eigentlichen Hauptschauplatz wird ein Nebenschauplatz.

Der Koordinator für den Friedensprozess im Mittleren Osten, Nickolay Mladenov, kommentierte: „Es ist unerhört, Kinder zu erschiessen! Wie kann das Töten eines Kindes in Gaza heute dem Friedensprozess helfen? Es hilft nicht! ….Es löst nur Wut aus und führt zu weiterem Töten. Kinder müssen vor Gewalt geschützt und ihr nicht ausgesetzt werden. Und dürfen nicht getötet werden! Dieser tragische Vorfall muss genauestens untersucht werden.“

 

Ja, stimmt, es hilft nicht! Wie kann man Kinder erschiessen? Es ist ein Verbrechen, unschuldige Kinder zu erschiessen. Aber wenn das Kind zu Waffe gemacht wird, missbraucht wird von Fanatikern und Terroristen? Wie kann man erkennen, wie alt diese Waffe ist? Der einzige Schutz ist, Kinder aus diesem miesen Spiel herauszuhalten. Und dieser Schutz wird ihnen nicht gewährt.

Der israelische UN Botschafter Danny Danon rief die UNO dazu auf, endlich die Hamas zu verurteilen, weil sie immer noch und immer wieder Kinder als Schutzschild für ihre Terroraktivitäten missbraucht. „Hamas fördert die Gewalt gegen Israel mit allen Mitteln, wie Molotow-Cocktails und andere Schaden anrichtende Dinge, um die Grenze zu beschädigen und nach Israel zu infiltrieren. Ich fordere die UNO Repräsentanten auf, die Hamas ebenso für ihre Aufrufe zur Gewalt zu verurteilen wie für ihren gewissenlosen Missbrauch von Frauen und Kindern, die sie der Gewalt aussetzen.“ 

 

 

© esther scheiner, israel

 

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