Genug ist genug – Dayenu!

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Ich habe gerade das Bild von Staff Sgt. Maj. Ha’il Satawi gesehen. Wie er seinen heute zwei Wochen alten Sohn im Arm hält. Das Bild wurde kurz nach der Geburt im Spital aufgenommen. Ein Bild voller Zärtlichkeit, voller Liebe, voller Schutz und voller Vertrauen.

33Ich sehe Ha’il vor mir, wie er jeden Abend, wenn er heimkommt, nach seinem kleinen Sohn schaut, wie er von dessen Zukunft träumt.

Das Bild hat mich wütend und unheimlich traurig gemacht.

Nichts davon wird mehr sein. Alle Pläne, die Ha’il und seine Frau hatten, wurden vorgestern zerstört, in einem brutalen Terrorakt. Seine Eltern, seine Frau und seine drei Brüder, müssen lernen damit zu leben. Ha’il hat schon seinen Militärdienst bei der Grenzpolizei absolviert und trat anschliessend im Jahr 2012 den regulären Dienst bei der Einheit an, die für die Sicherheit am Tempelberg zuständig ist.

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Staff Sgt. Maj. Kamil Shnaan und Staff Sgt. Maj. Ha’il Satawi

Der zweite Tote, Staff Sgt. Maj. Kamil Shnaan, der jüngere der beiden, war noch nicht verheiratet. Für diese Woche war die Verlobungsparty für ihn und seine Freundin geplant. Als Überraschung. Für die junge Frau muss sein plötzlicher Tod traumatisch sein. Auch seine Eltern, sein Bruder und seine drei Schwestern können das Unfassbare noch nicht fassen. Kamil war erst seit sieben Monaten bei der Einheit.

Sie waren Kameraden in ihrem Dienst für Israel. Ihre tägliche Aufgabe war es, für die Besucher der Altstadt und besonders für die der Besucher auf dem Tempelberg zu sorgen. Sie leisteten ihren Dienst mit Besonnenheit und immer mit höchster Konzentration. Der Einsatzort am Tempelberg ist ein besonders harter. Es kann jederzeit zu Spannungen kommen, die dann in unkontrollierte Gewaltexzesse ausarten.

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IDF Soldaten mit der Israelischen und der Drusischen Flagge

Beide Ermordete waren Drusen. Zwischen Drusen und Juden herrscht ein gutes Verhältnis. Drusen leisten regulär ihren Wehrdienst ab, bei der IDF, aber auch bei der Grenzpolizei. Nach der Staatsgründung hatten sie auf das ihnen angebotene Recht, vom Wehrdienst befreit zu sein, ablehnend reagiert. Sie sahen und sehen es als ihre Pflicht an, bei der Verteidigung des Staates aktiv mitzuarbeiten. Bei der IDF gab es bis vor kurzem ein Drusen-Bataillon, das aber auf Wunsch der Soldaten inzwischen aufgelöst und in ein anderes Bataillon integriert wurde.

Beide ermordeten Polizisten wurden noch am Freitagnachmittag in ihren Heimatgemeinden beigesetzt. Beide lebten in einem gemischt jüdisch-arabisch-drusischen Dorf im Galil. Kollegen und Freunde, Politiker aller Parteien nahmen an den bewegenden Zeremonien teil.

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Das ist eine der Besonderheiten Israels, dass, wann immer ein Soldat oder Polizist im Dienst ermordet wird, was leider gar nicht so selten vorkommt, kein Freund, kein Kollege und auch kein Politiker sich vor der Teilnahme an der Beisetzung drückt, auch wenn zwei Stunden später der Schabbat beginnt.

Es gibt ein Video, das den Überfall zeigt. Ha’il und sein Kollege sitzen ganz entspannt an ihrem Wachposten, neben sich das unverzichtbare Styroporgefäss mit kaltem Wasser. Sie sind am Löwentor, unmittelbar nördlich des Tempelberges eingeteilt.

Es ist Freitagmorgen, es ist noch früh, erst gegen sieben Uhr. Und es ist heiss. Vor ihnen liegen einige harte Stunden, aber dann geht es nach Hause. Auf einmal sind die Mörder da, die Terroristen. Sie kommen aus der Richtung des Tempelberges, nehmen es in Kauf, dass ihnen unmittelbar, bevor sie in den engen Durchgang stürmen, ein Mann entgegenkommt.

Sie greifen die beiden Polizisten hinterhältig an und verletzen sie schwer. Ein dritter Polizist wird leicht verwundet. Die beiden Schwerverletzten werden noch vor Ort erstversorgt, erliegen aber kurz nach der Einlieferung im Spital ihren Wunden.

Die Angreifer flüchten, suchen Schutz auf dem Tempelberg, stürzen, einer von ihnen springt wieder auf die Füsse, macht noch einmal einen Angriffsversuch gegen die Polizisten und wird nun, man kann es deutlich hören, mit gezieltem Feuer neutralisiert. Hätten statt den drei Terroristen weitere Polizisten sterben sollen? Dieses Video findet sofort seinen Weg durch das Internet.

In arabischen Medien wird die Täter-Opfer-Rolle natürlich wieder umgekehrt. Das klingt besser und löst die reflexhafte Anklage gegen Israel aus.

Die Polizei riegelte den Tempelberg sofort ab. Kein Freitagsgebet sollte und würde dort stattfinden. Es war keine Schikane gegen die Muslims, die diese Vorgangsweise erzwang. Es war die Sorge, ob noch mehr Waffen auf den Tempelberg geschmuggelt worden waren, wie es in diesem Fall offensichtlich geschehen war.

Aufgebrachte Muslims, die immer noch glaubten im Recht zu sein, hielten ihre Freitagsgebete auf dem Parkplatz vor der Altstadtmauer ab. Heute am Sonntag wird der Tempelberg wahrscheinlich wieder für die Öffentlichkeit freigegeben.

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Obermufti Muhammad Ahmad Hussein bei seiner Verhaftung

Der Obermufti von Jerusalem schien zwischenzeitlich wie ein Irrer um dem Tempelberg gerannt zu sein, in der Hoffnung, doch noch irgendwo ein Schlupfloch zu finden, das ihm den Zutritt auf das Plateau ermöglichte. Stattdessen wurde er festgenommen und erst nach Stunden gegen eine Kaution von NIS 10.000 wieder freigelassen. Er hatte zwischenzeitlich erbeten, gefaucht, gefordert und verlangt, dass der Tempelberg sofort wieder für alle Muslims geöffnet würde.

Jordanien protestierte und verlangte die sofortige Öffnung des Tempelberges, Abbas konnte es sich auch nicht verkneifen, sein Veto einzulegen; die Arabische Liga protestierte auf das Allerheftigste und warnte, den „Staus Quo“ auf dem Tempelberg nicht zu verändern (was PM Netanyahu bereits zugesagt hat). Aber den Terrorakt haben sie nicht verurteilt. Man mag nur neugierig sein, wann die UN sich meldet.

Die drei Terroristen stammen aus der im Zentralbezirk gelegenen Stadt Um-el Fahm, die als Keimzelle des Hamasterrors in Israel bekannt ist. Sie waren israelische Bürger. Das traditionelle Trauerzelt, welches von Arabern anlässlich der Trauerzeremonien der aufgebaut wird, wurde am Samstag Vormittag von Polizisten abgerissen. Und das ist gut so.

© der Bilder: http://www.ynetnews.com ( 13. – 16. Juli 2017, verschiedene Artikel)

© esther scheiner, israel

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Im Süden des Landes – unsere Wüste lebt

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Die Negev Wüste macht etwa 60 % unseres Staatsgebietes aus. Trotzdem leben nur ca. 10 % der Bevölkerung in diesem kargen Dreieck zwischen dem Mittelmeer auf der Höhe von Ashkelon und dem Toten Meer und auf der Höhe von En Gedi im Norden und Eilat im Süden.

Beer Sheva ist der Hauptort, eigentlich muss man heute von Hauptstadt sprechen, des grössten Gebietes von Israel. Mit mehr als 200.000 Einwohnern gehört sie zu den grössten Städten des Landes. Im Laufe der letzten Jahrzenten gelang es Beer Sheva, sich zu einer pulsierenden Stadt zu entwickeln. Im Süden hat sich ein Industriegürtel angesiedelt. Die Ben Gurion Universität im Negev ist eine der modernsten Universitäten in Israel. Perspektivisch steuert die Stadt 500 bis 600.000 Einwohner an. Die räumliche Vergrösserung der Stadt ist problemlos möglich, nachdem sich im Umfeld kaum besiedelte Gebiete befinden und nur der Süden der Industrie vorbehalten werden soll.

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Südliche Einfahrt nach Beer Sheva

 

Teile des Stadtgebietes, so belegen die Ausgrabungen, gehen auf das 4. Jahrtausend BCE zurück. Den Namen Beer Sheva erhielt die Stadt, nachdem dort Abraham und Abimelech, der König von Gerar, einen Vertrag geschlossen hatten:

Bereshit 21:27 – 31

27 Da nahm Abraham Kleinvieh und Rinder und gab sie Abimelech, und sie schlossen beide einen Bund. 28 Und Abraham stellte sieben junge Schafe der Herde besonders. 29 Und Abimelech sprach zu Abraham: Was sollen diese sieben jungen Schafe, die du besonders gestellt hast? 30 Und er sprach: Die sieben jungen Schafe sollst du von meiner Hand annehmen, damit es mir zum Zeugnis sei, daß ich diesen Brunnen gegraben habe. 31 Daher nannte man diesen Ort Beerseba, weil sie beide daselbst geschworen hatten. 

In Richter 20,1 findet man einen Hinweis, dass in Beer Sheva die südliche Siedlungsgrenze der Israeliten war. „Alle Israeliten von Dan bis Beerscheba und auch die Bewohner von Gilead kamen herbei und die Gemeinde versammelte sich einmütig beim Herrn im Mizpa.“

Der Norden der Negevwüste kann noch als recht fruchtbar bezeichnet werden. Hier findet man eine dünne Lössschicht, die die permanente landwirtschaftliche Nutzung ermöglicht. Durch die gezielte und schonende Tröpfchenbewässerung und den Einsatz von entsalztem Wasser wird die Trockenwüste immer weiter nach Süden verschoben. Beer Sheva darf sich noch über 200 mm Niederschläge im Jahr freuen.

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David Ben Gurion in Sde Boker

Hier beginnt die Trockenwüste, die südlich von Sde Boker, dem Altersrefugium von David Ben Gurion und seiner Frau Paula, in eine Extremwüste übergeht. Eilat, der südlichste Ort in Israel, bekommt, wenn überhaupt, nur mehr 30 mm Regen. Überflutungen, wie im heurigen Winter sind wirklich ein Jahrhundertereignis.

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Beduinen Camp vor Beer Sheva

Im Süden der Stadt wachsen Beduinensiedlungen immer mehr den Aussenbezirken der Stadt entgegen. Der Industriegürtel und die Ureinwohner der Wüste kämpfen hier um Expansionsmöglichkeiten.

34 % der Bevölkerung des Süddistrikts sind Beduinen. Sie leben hier seit Jahrhunderten. Aus dem ehemals nomadischen Volk hat sich im Laufe der Zeit ein halbnomadisches entwickelt. Traditionell leben die Stämme von Viehzucht, obgleich sie sich selber überwiegend vegetarisch ernähren. Neu hinzugekommen als Berufszweige sind Web- und Stickarbeiten bei den Frauen und Arbeitsplätze im Tourismus für Männer. Bereits in den 60er Jahren wurden vom Staat Israel Versuche unternommen, die Beduinen in eigens für sie erbauten Städten anzusiedeln. Nicht immer gelang diese vielleicht gut gemeinte, aber an der Tradition der Menschen vorbeilaufende Planung. Nach wie vor gibt es im Dreieck Arad-Dimona-Beer Sheva 35 unbewilligte Beduinen Siedlungen. Und leider gibt es immer wieder unschöne Szenen, wenn die Bulldozer kommen und die Wellblechhütten abreissen. In den letzten Jahren stieg die Akzeptanz der Beduinen für die neuen Siedlungen langsam an. Fährt man entlang des Beduinendreiecks, ist auffallend, wie sauber die neuen Siedlungen aussehen und wie man sich auch in den kleineren Siedlungen bemüht, den Anschluss an das moderne Leben nicht zu verpassen. Sonnenkollektoren sichern die Stromversorgung, Sonnenboiler garantieren Warmwasser rund um die Uhr. Nur das Wasser selbst muss mit Tankwagen in die unbewilligten Siedlungen gebracht werden, Israel schliesst diese nicht an die kommunale Infrastruktur an.

Immer sind NGO Aktivisten vor Ort, die das Geschehen dokumentieren. Und immer wieder folgt die laute Klage gegen Israel. Bilder, die von den NGOs über das Internet verbreitet werden, zeigen ein hässliches Bild von Israel. Dass es eben immer auch eine zweite Seite gibt, die verschwiegen wird, liegt in der Natur der Israel-feindlichen NGOs.

Aber warum haben sich die Beduinen bereits zur Zeit der Ottomanen geweigert, ihre Landstücke eintragen zu lassen? Sie haben zwar die Zeichen der Zeit erkannt, wurden halbnomadisch und irgendwann auch sesshaft, aber den Anspruch auf ihr Land haben sie nie dokumentiert. Böse Zungen behaupten, sie wollten sich vor der Zahlung der Grundstück Steuern drücken. Sollte das so sein, so hat man sie schlecht beraten.

Beduinen gehören zu Israel wie alle anderen Bürger auch. In der IDF sind sie voll integriert, obwohl sie keinen Militärdienst ableisten müssen. Ihr Leben in der Wüste, aber auch ihre spezielle halbnomadische Lebensweise hat sie dazu prädestiniert, als Spurensucher eingesetzt zu werden. In diesem Bereich sind sie einfach unschlagbar.

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Wie weit die Integration der Beduinen in das israelische Leben vorangeschritten ist, zeigt ein gerade heute veröffentlichter Zeitungsartikel. Ein Beduinenpaar mit drei Kindern wurde als vollwertiges Mitglied eines traditionellen Kibbuz im Norden des Landes aufgenommen. Vor wenigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen.

Doch sind die Beduinen die einzigen Wüstenbewohner, die einen Anspruch erheben dürfen, „schon immer“ dort gewesen zu sein?

 

Das „schon immer“ ist das, was die UNESCO notorisch versucht, gegen Israel einzusetzen. Keine Verbindung zu Jerusalem, keine zum Tempelberg und nun als Neuestes, keine zu Hebron. Obwohl, wie wir in Bereshit, 23; 15 lesen können: Mein Herr, höre doch mich! Das Feld ist vierhundert Lot Silber wert; was ist das aber zwischen mir und dir? Begrabe nur deinen Toten! 16 Abraham gehorchte Ephron und wog ihm das Geld dar, das er gesagt hatte, daß zuhörten die Kinder Heth, vierhundert Lot Silber, das im Kauf gang und gäbe war. 17 Also ward Ephrons Acker, darin die zwiefache Höhle ist, Mamre gegenüber, Abraham zum eigenen Gut bestätigt mit der Höhle darin und mit allen Bäumen auf dem Acker umher, 18 daß die Kinder Heth zusahen und alle, die zu seiner Stadt Tor aus und ein gingen. 19 Darnach begrub Abraham Sara, sein Weib, in der Höhle des Ackers, die zwiefach ist, Mamre gegenüber, das ist Hebron, im Lande Kanaan. 20 Also ward bestätigt der Acker und die Höhle darin Abraham zum Erbbegräbnis von den Kindern Heth.“

Wessen Zeugnis, dass Hebron das jüdische Erbe par excellence ist, könnte mehr gelten, als das unseres Stammvaters Abraham? Die Abraham-Erzählungen der Thora lassen den Rückschluss auf ein Entstehen um 2000 BCE zu.

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Der Zin Fluss, an den grünen Ufern erkennt deutlich das vorhandene Restwasser

 

 

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Am Machtesch Ramon, dem grössten Erosionskrater im Negev

Um 1000 BCE, zurzeit König Salomons, bewohnten israelitische Stämme die Negev Wüste. Dies wurde durch Ausgrabungen von kleineren Siedlungen um Beer Sheva herum nachgewiesen.

Um das 6. Jahrhundert BCE eroberten die aus Arabien stammenden Nabatäer das Gebiet und vertrieben die Israeliten. Gesichert ist die Anwesenheit der Nabatäer in der Zeit von 312 BCE bis 328 CE. Woher dieses Volk stammte, wird nur vermutet. Gesichert ist jedoch, dass sie sich um 500 BCE auch im heutigen Petra und in Edom, am südlichen Toten Meer und heute auf jordanischem Boden gelegen, niederliessen.

 

Bilder von der durch ein Erdbeben zerstörten und wunderbar restaurierten Festung Avdat

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Der sizilianische Historiker Dioderus beschreibt den zweimaligen Versuch, in einer Schlacht bei Gaza im Jahr 312 BCE die Nabatäer zu zerstören oder doch zumindest zu vertreiben. In beiden Schlachten wurde der Angreifer vernichtend geschlagen. Dioderus beschreibt das Volk wie folgt: „Die Araber besitzen keine festen Häuser und treiben weder Acker- noch Gartenbau; ihre Kamele und Schafe lassen sie in der Wüste weiden, die ihnen zugleich als Rückzugsgebiet dient, wenn feindliche Heere nahen; denn nur die Nabatäer kennen die wenigen Wasserstellen und vermögen in der Öde zu bestehen; Geschick zeigen sie auch bei der Anlage von Brunnen und verdeckten Zisternen; ihre Haupteinnahmen ziehen sie aus dem Verkauf von Asphalt und dem Handel mit Weihrauch, Myrrhe und seltenen Gewürzen, die aus »Arabia Eudaemon« stammen; gelegentlich unternehmen sie auch Raubzüge in die benachbarten Gebiete.“ 

Bilder aus Shivta

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An einer anderen Stelle schreibt er: „Sie führen ein Räuberleben und plündern oft auf Raubzügen die Nachbarländer aus. […] Sie pflanzen weder Korn oder andere früchtetragende Bäume an, noch trinken sie Wein, noch bauen sie irgendwelche Häuser. Sollte jemand gegen diese Regeln verstoßen, so wird dieser mit dem Tode bestraft. […] Obwohl es viele andere arabische Stämme gibt, die die Wüste als Weide nutzen, übertreffen sie die anderen bei weitem an Reichtum, obwohl sie nicht viel mehr als 10.000 zählen, denn nicht wenige sind gewohnt, Weihrauch und Myrrhe und auserlesene Gewürze zum Meer zu bringen.“

Um 150 BCE schloss sich der Stamm zu einem Königreich zusammen, dessen Hauptstadt das heutige Petra in Jordanien war. Dass sie sich so lange Zeit in der unwirtlichen Wüste halten konnten, lag nicht zuletzt an ihrer bahnbrechenden Erfindung: der Sturzwasserbewässerung. In einem ausgetüftelten System von Zu- und Ableitungen, Wällen und Gräben und einer entsprechenden Terrassierung wird das Regenwasser (sofern es regnet und der Regenguss entsprechend heftig ist) zunächst aufgefangen. Durch diese Anlage wird erreicht, dass das Wasser die Löss- oder Sandschicht gut durchnässt und nicht einfach abläuft. Ist der Boden durchnässt, wird das Restwasser auf die nächstuntere Terrasse geleitet. In guten Jahren ist auf diese Art eine reiche Ernte möglich. Ist das Gebiet eher flach, wurde ein anderes System, das „limnische System“ eingesetzt. Hier werden kleine Parzellen sorgfältig umrandet, so dass eine Art Becken gebildet wird, das sich zur Mitte hin senkt und das Ablaufwasser sammelt. Trink- und Nutzwasser wurde im Nahbereich der Siedlungen aus teils beachtlicher Tiefe gefördert.

In den 50er Jahren entdeckten der Biologe Michael Evenari und sein Team Überreste dieses alten Bewässerungssystems. Angeregt durch Michaels’ Ehefrau Lieselotte begann das Team im Jahr 1959 mit dem Nachbau einer Nabatäerfarm. 1960 konnten sie die erste erfreuliche Ernte einfahren. Klar, es gilt eben weltweit: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine gescheite Frau.

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Das ist die leider mittlerweile eingestellte Baustelle der Riesensolaranlage. Die amerikanische Betreiberfirma hat Geldsorgen

So abgesichert konnten sich die Nabatäer ihrem Einkommen zuwenden. Zwischen dem Jemen und Gaza im Westen, resp. Damaskus im Osten verlief die „Weihrauchstrasse“. Begehrte Güter, die von Plinius dem Älteren akribisch aufgelistet werden, waren Cardamom, Myrrhe, Weihrauch. Auf einer Länge von insgesamt 2.400 Km wollten die Handelsherren sicher sein, dass ihre Karawanen sicher ihren Zielort erreichten. Diese Sicherheit gewährten die Nabatäer. In bequemen Tagesmärschen von 35 Km fanden die Reisenden entweder eine Kamelstation oder eine befestigte Stadt. Zwischen den einzelnen Rastplätzen waren Beobachtungsposten eingerichtet, die den Weg der Karawanen sicherten. Doch Sicherheit hatte damals wie heute ihren Preis: Futter, Wasser, Nachtlager, Verpflegung, Zölle, Gelder für die Wachtposten und deren Assistenten, alles schlug sich auf den schlussendlich am Zielort zu erreichenden Preis nieder.

Heute erzählen die Ruinenstädte Avdat, Mamshit, Shivta, Nitzana, Chalutza und Rehovot von der ehemaligen Blütezeit der Nabatäer in der Negev Wüste. Wie so oft waren es Erdbeben, die das Leben in diesen historischen Orten beendete.

Wer an einem heissen Sommertag durch die Ruinen wandert, sich einlässt auf die Geschichte, der kann vielleicht spüren, wie sich das Leben hier änderte, wenn die Karawanen ankamen und sich die Gassen und Plätze mit lautem und buntem Leben füllten. Der kann vielleicht auch den Geruch von all den fremden Köstlichkeiten wahrnehmen, die hier für eine Nacht sicher zwischengelagert wurden.

Avdat ist zwischenzeitlich grossartig restauriert worden, hier kann man tatsächlich die Geschichte erkennen. In Shivta, der zweiten Stadt, die wir besucht haben, kann noch viel verbessert werden. Aber auch dort erkennt man jetzt schon Strukturen, die es wert sind, wieder rekonstruiert zu werden.

 

© esther scheiner, israel

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Auserwählt und ausgegrenzt- Teil III (BDS, Judäa und Samaria, sowie Gaza)

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1.Teil: BDS

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BDS kämpft seit Jahren weltweit für wirtschaftlichen, kulturellen und akademischen Boykott, für den Abzug von Investitionen und für Sanktionen gegen Israel. Staaten, Unternehmen, Wissenschaftler, Künstler, NGOs und viele andere stellen sich in den Dienst dieser Kampagne.

Unterstützt wird BDS auch von Kirchenvertretern aus Judäa und Samaria sowie aus Israel. Im Kairos Papier, dem kirchlichen Manifest, wird palästinensischer Terror zum Widerstand erklärt. In vielen Foren und Kommentarspalten bekannter Zeitungen dient diese absolut falsche Definition als Totschlagargument. In diesem Manifest wird alle Schuld am Konflikt den Israelis zugesprochen. Christliche Gemeinden aus aller Welt haben sich kritiklos der Bewegung angeschlossen.

In Paris versammelt sich eine Schar von hoch motivierten Anhängern des Boykotts. Wie immer auch die sind die meisten der Aktivisten weiblich, im Seniorenalter oder Studentinnen, nur wenige sind Muslims. Die Aussage auf den Shirts dieses Mal „Free Palestine” „Man muss nicht immer mit Israel, der Politik oder dem PM Benjamin Netanyahu einverstanden sein. Aber wenn dann in Frankreich pro-palästinensische Gruppen mit Kameras in einen Hypermarche gehen und vor allen Anwesenden israelische Produkte zerstören, und der Kundschaft erzählen, dass sie keine israelischen Produkte kaufen sollen, was passiert dann? Dann wird irgendein Unentschlossener, der etwas gegen Juden hat, egal aus welchem Grund, er mag sie eben einfach nicht, sich eines Abends den Clip auf YouTube anschauen. Und danach wartet er vor der Synagoge auf Jugendliche und greift sie an. Denn er hat es im Internet gesehen und denkt „Ich könnte auch mal einen Juden angreifen“ Das ist schlimm!“

2.Teil: Judäa und Samaria, Ariel

Hier befindet sich das Werk von Lipski Plastic, ein Werk, in dem alles produziert wird, was für den modernen, kunststofforientierten Haushalt nützlich erscheint. Bis zur endgültigen Entscheidung wie Judäa und Samaria eines Tages „verteilt“ werden sollen, hat die israelische Regierung den palästinensischen Arbeitnehmern die gleichen Rechte und Pflichten zugesagt, wie den israelischen.

Screenshot 2017-06-13 21.44.33Rashid Mrar, ein langjähriger Mitarbeiter des Unternehmens betont, dass es dem Unternehmer schlussendlich egal ist, wo er produziert. Am derzeitigen Sitz der Fabrik oder innerhalb der „Grünen Linie“. Wenn er umziehen muss, weil er aufgrund des Boykotts von hier aus nichts mehr verkaufen kann, dann wird er umziehen. Verlieren wird der palästinensische Arbeiter. „In 30 Arbeitsjahren mit Israelis ist mir nie etwas Schlechtes widerfahren. Jeden Tag kommen Menschen hierher und fragen nach Arbeit. Wenn ich bei Palästinensern arbeite, würde ich nicht mal 2.000 Schekel bekommen, hier bekomme ich 9.000, das ist ein grosser Unterschied.“ Yehuda Cohen, der Eigentümer kommt anschliessend zu Wort. „90 Menschen arbeiten bei mir, 50 davon sind Palästinenser. Man findet hier Palästinenser und Israelis unter den Führungspersonen und bei den Arbeitern. Das hängt einzig von der Person ab. 2014 war mein Sohn in Gaza und meine Arbeiter wussten das. Es war eine schwierige Situation. Einerseits sehen sie, wie wir uns um sie bemühen, schauen, dass wir genug Aufträge bekommen und auf der anderen Seite bin ich mit ihren Brüdern im Krieg. Aber sie wissen auch, dass in meinem Dorf viele Raketen einschlugen, vier Häuser wurden getroffen. (…) Sie alle wissen, wie kompliziert die Situation ist, aber hier in der Firma spüren wir keine Spannungen. (….) Wir sind hier eine Insel der Normalität, das sollte uns klar sein. Wir sollten überlegen, wie wir diese Normalität in andere Gebiete übertragen können.“

30.000 Palästinenser arbeiten hier in knapp 900 israelischen Betrieben. BDS will, dass damit Schluss ist. Soda Stream ist eingeknickt, 750 palästinensische Arbeitnehmer verloren ihren Job.

3. Teil: Gaza

Zu Gaza gibt es viele verzerrende und falsche Assoziationen: KZ, Freiluftgefängnis, Kindermord, Wassermangel.

Die Einreise nach Gaza ist für die Journalisten unproblematisch. Den ersten Teil, das einer Abfertigungshalle im Flughafen gleichende Gebäude, in dem die israelischen Kontrollen stattfinden, wird im Film übersprungen. Er ist auch langweilig. Wessen Papiere ok sind, und wer auch sonst unauffällig ist, der ist in maximal 10 Minuten durch und kann sich auf den Fussweg nach Gaza machen. Auch die Fatah Kontrolle ist einfach. Problematischer ist die letzte Kontrolle, die der Hamas. Da wird ganz genau geschaut und wer nicht willkommen ist, kann jetzt gleich wieder umdrehen.

Einige Fakten zu Gaza

Lebenserwartung 74 Jahre, höher als in Ägypten, der Ukraine und 125 anderen Staaten

Kindersterblichkeit auf dem Niveau der Türkei und niedriger als in 97 anderen Staaten

Auf 360 qkm leben 1.800.000 Menschen, das sind 5.000 Einwohner pro qkm, in Paris sind es 21.000.

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Hamas will keinen Frieden mit Israel, Hamas will das ganze Land und das, wenn möglich, bitte judenrein. Ziad al-Zaza, ein hochrangiges Hamas Mitglied lächelt in die Kamera: „Jerusalem muss Hauptstadt des palästinensischen Staates werden.“ Ganz Jerusalem?? „Ja, ganz Jerusalem.“ Irgendwelche Fragen? Wie aussergewöhnlich charmant sie doch lächeln können, die gepflegten Herren aus Hamastan mit dem fein gestutzten Fünf-Tage-Bart. Kein Zweifel, sie wissen, was sie wollen!

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Am Strand von Gaza City stehen sie aufgereiht wie auf einer Perlenkette, die Villen der Reichen und Schönen. Teils mit eigenen Moscheen. Woher haben sie das Geld, um sich diesen Luxus leisten zu können? World Vision steht im Verdacht, 45.000.000 € von den Hilfsgeldern an die Hamas umgeleitet zu haben.

Von den 10.000.000 Palästinensern weltweit gelten etwa 7.000.000 als Flüchtlinge. Seit 1948 hat sich die Bevölkerungszahl verzehnfacht! Das ist einzigartig. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung von Gaza ist unter 25.

Auch Gaza hat eine akademische Jugend, die gewillt ist, zu reden. Vier Universitäten gibt es. Ein Student kann sich das Lachen kaum verkneifen.

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„Ja, die Finanzhilfe kommt an. Sie kommt mal aus Europa, mal aus Katar, mal aus den USA. Ich habe das im Fernsehen gesehen. Aber ich habe, bei Allah, noch nie etwas davon erhalten. Jeder stopft sich die Taschen voll und das Volk schläft.“ Ein anderer betrachtet das Dilemma von einem anderen Blickwinkel. „Ich weiss, dass mir viele Palästinenser hier widersprechen würden, aber ich denke, zwei Staaten sind für beide Seiten angemessen. Ein Teil des Geldes landet in den Taschen anderer Leute. Und du weisst nicht, wohin es wirklich geht.(…) Ich kann nur sagen, dass es hier Korruption gibt.“

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Haben Studentinnen andere Meinungen? „Ich denke, bevor wir Menschen im Ausland suchen, müssen wir die Schuld bei uns selbst suchen. Wir brauchen dringend eine grundlegende Erneuerung. (…) Es ist ein grosses Problem, nur über die Hamas zu reden, oder über den Jihad, oder all die anderen hier in Gaza.“ „Ich gebe zu, dass die Regierung dafür verantwortlich ist, was hier passiert. Als sie das Land genommen haben, wurde alles geblockt. Nichts hat sich für uns geöffnet.“

Das ist von Fatah, Hamas und der internationalen Gemeinschaft offensichtlich so gewollt. Nur bei Palästinensern wird der Flüchtlingsstatus vererbt, die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge steigt seit 70 Jahren weltweit. Integriert werden sie nicht, denn sie sind das Faustpfand für westliche Finanzhilfen und den politischen Anspruch auf zusätzliche Territorien.

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Es ist erstaunlich, dass die Gazaener auf der Strasse relativ offen sprechen, oder ist das als Hamas Propaganda erlaubt? Ein bisschen zugeben und dann gleich in die doppelte Opferrolle schlüpfen? „Die westliche Finanzhilfe kommt an und ist hier auch gut aufgehoben. Aber sie kommt nicht bei den Bedürftigen an. Es ist klar, dass es ein paar Übertretungen dabei gibt. Die Umsetzung stimmt nur zu etwa 90 %.“ „Die Lösung ist, dass ein Staat entsteht, dass die Grenzübergänge geöffnet werden, dass wir endlich die Welt sehen. Wir leben sehr ärmlich, wir vegetieren. Wie das passieren kann? Die grossen Oberhäupter spielen mit uns, sie spielen gegeneinander, das ist die Situation.“

Ohne von der Kamera gefilmt zu werden, äusserte sich ein Mann: „Der Westen muss alle Finanzhilfen an Gaza streichen. Dann bricht das Hamas Regime zusammen. Und wenn es Jahre dauern würden.“

©esther scheiner, israel

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Auserwählt und ausgegrenzt … Teil II (Europa, UNWRA)

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1.Teil: Europa

Screenshot 2017-06-13 17.05.23Die Juden sind an fast allem Schuld, auch am Untergang der Titanic. Der Titanic? Aber das war doch ein Eisberg. Eisberg – Rosenberg – Goldberg ist doch alles das Gleiche. Mit diesem billigen Wortspiel, mit dieser wohlbekannten Assoziation beginnt der Film. Die Aussage dahinter: Juden sind es nicht einmal wert, sich ihren Namen zu merken. Oder: Das klingt jüdisch, also muss er/sie Jude sein.

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PA Präsident Abbas vor dem Europaparlament im Juni 2016 „… doch, sobald diese Besatzung endet, werden die Ausreden verschwinden, dann werden der Terrorismus, die Gewalt und der Extremismus auf der ganzen Welt und im Nahen Osten, sowie in Europa und den anderen Erdteilen enden. (…) Vor einer Woche haben Rabbiner in Israel ihre Regierung dazu aufgefordert, unser Wasser zu vergiften. Und Palästinenser zu töten. Ist das nicht eine klare Anstiftung zum Massenmord? Am palästinensischen Volk?“

Europaparlament Vorsitzender Martin Schulz muss das gefallen haben, er hatte ja schon einmal ein Problem mit dem Wasser, twittert danach:

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Zwei Tage später muss Abbas zugeben, fehlinformiert gewesen zu sein. Aber in den Köpfen der Menschen bleiben seine Worte, die im EU-Parlament zu Standing Ovations geführt hatten, in ihrer ursprünglichen Form verankert. Der für die, die es so interpretieren wollen, logische Rückschluss lautet: Wenn nur die Palästinenser endlich bekommen, was die wollen, wird Frieden herrschen, weltweit. Ergo gäbe es die Juden nicht im Nahen Osten, oder gäbe es im besten Fall gar keinen jüdischen Staat, es wäre Frieden in der Region.

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Anlässlich des Evangelischen Kirchentages in Stuttgart 2015 ereiferte sich eine der pro-palästinensischen Aktivistinnen: „Ganz gezielt wurde in Gaza die Wasserversorgung kaputtgemacht. Das ist auch gegen das Völkerrecht, das darf man nicht machen. Eine Lebensgrundlage ist in Gaza eigentlich nicht mehr da. Israel schadet sich selber damit, wenn es die ganzen Chemikalien, Tonnen, Tonnen, Hunderttausende von Tonnen jetzt an dieses Meer bringt. Das Mittelmeer. Und das geht weiter. Da ist toxisches Material drin, das weiss man auch. Es ist im Übrigen für alle hochgefährlich!“ Die Frau, die hier so hochemotional ihre Anklage gegen Israel erhebt, könnte sich fast auf die Rede von Abbas vor dem EU-Parlament beziehen, wenn die nicht ein Jahr später gehalten worden wäre. Gut geschult ist sie, nachhaltig indoktriniert.

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Berlin, Reichstagsdemo. Hier versammeln sich alle, mit denen niemand, der sich nicht in ihren Kreisen bewegt, konfrontiert werden will. Neue Rechte, frustrierte Linke, politische Esoteriker, Neonazis. Jürgen Elsässer, der seine politaktivistische Journalistenkarriere zunächst noch in gemässigt linksorientierten Zeitungen begann, schwenkte ab 2003 in linksradikale Lager. In einer 180°-Wendung wandte er sich ab 2009 dem rechten, bis rechtsextremen Umfeld zu und rechnet sich heute zur AfD. Neben der Veröffentlichung von kruden politischen Schriften veröffentlichte er auch eindeutig antisemitische Schriften. Sein Auftritt wird begleitet von Menschen, die mit dem Hitlergruss grölen: „Wir sind das Volk”, und dazu die Reichkriegsfahne schwenken.

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Sein Credo bei dieser Veranstaltung lässt sich leicht zusammenfassen:“ Das (was immer das ist) ist keine Sache von Links oder von Rechts. Es ist die Sache der Vernunft, der Patrioten. Wir müssen uns wehren gegen die Islamisierung und die Israelisierung und die Amerikanisierung.“

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Eine pro-Palästina Veranstaltung in Berlin. Hier fallen endlich die schon lange erwarteten Begriffe Zionismus = Geldmafia – die geheimen Treffen der Bilderberger – hinter den USA steht eine andere Macht – alles, was in den Protokollen steht, hat sich bis jetzt ziemlich (sic!) bewahrheitet. (In den „Geheimsitzungen“ wurde beschrieben, wie die Übernahme der Weltherrschaft vor sich gehen sollte). Diese perfide Hetzschrift ist eine reine Erfindung. In der Weimarer Republik wurde sie zum Bestseller, auf den NS Schulen gehörte sie zur Pflichtlektüre.

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Eine netter junger Mann lässt sich nicht beirren: „Selbst wenn das nur erfunden sein sollte, da hat sich dann jemand coole Gedanken gemacht, er war ein guter Prophet.“ Immerhin zitiert Hamas die Protokolle sogar in ihrer Satzung. Der junge Mann bezeichnet sich selber als libertär

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Auf einer anderen Veranstaltung in Deutschland darf Fuad Afane zu Wort kommen: “Ich bin ein bekennender Antizionist, ich will dir helfen, dir deine Angst klauen (sic!), lass dich nicht instrumentalisieren. Freiheit für Palästina und auch für das deutsche Volk!“ Angekündigt wird er von einem zahnlosen Aktivistentiger: „Es spricht aus Palästina Fuad Afane.“ Fuad Afane lebt ebenso wenig in Palästina, wie der Mann im Mond dort oben residiert. Palästinenser mag er sein, geboren und aufgewachsen ist er in Westberlin. Hier darf er ungestraft und ungehindert skandieren „Zionismus ist Faschismus“. Auf seiner Facebook Seite gibt es ein, derzeit nicht aufrufbares Foto seines Reisepasses. Darauf sieht man den Einreisestempel vom Ben Gurion Flughafen mit dem Vermerk „Entry denied“. Er merkt dazu an, dass das Einreiseverbot lebenslang gelten würde und er es über den Landweg via Jordanien versuchen würde. Mehr Info zu diesem gefährlichen Brandstifter gibt es hier.

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Ortswechsel. 15. Mai Nakba Tag in Berlin. Auf seinem T-Shirt steht, für was er steht: Artists for Palestine, im Hintergrund, zwischen den zahllosen Palästina Fahnen wurde ein BDS-Plakat kameragerecht ins Bild gebracht. Die Botschaft des Künstlers lautet: „Anne Frank wäre heute auf die (sic!) Strasse auf unserer Seite gewesen. Gegen Rassismus und gegen die Politik von Israel. Für Palästina ist links, gegen Imperialismus ist links. Wir sind die Linken hier heute in Deutschland, die, die für Palästina auftreten. Wir müssen die Ideologie bekämpfen, die besagt, dass Antizionismus gleich Antisemitismus wäre.    

Eine noch etwas unsichere Studentin, die sich an der noch aufgerollten Palästina Flagge festhält, möchte erklären: „Zionismus ist in erster Linie der Nationalismus der israelischen Regierung.“ Ihr Freund, offensichtlich auch erst am Anfang seiner Aktivistenkarriere, geht einen Schritt weiter: „Die Regierung fördert die Verklärung der Religion, alle Juden sind ein Volk und so entsteht der völkische Charakter.“ Zwei andere, eine davon ist noch scheu und lässt ihr Gesicht pixeln, sind überzeugt: „Israel ist entweder das Instrument der USA, oder andersrum.“ „Ich denke schon, dass Israel den Einfluss hat, zu sagen, was gemacht wird und was passiert.“ „Viele sagen ja David gegen Goliath, ich denke, da geht es um Selbstbestimmung gegen imperialistische Grossmacht.“ „Für uns ist Israel ein ganz klares Konstrukt des Imperialismus, bewusst vom Imperialismus unterstützt und aufrechterhalten wird, um eben dort ne Base für amerikanischen und europäischen Imperialismus zu haben. Wir brauchen halt ne Revolution von palästinensischen und zusammen mit dem israelischen Proletariat, um dann mit multi-ethnischen Arbeitern in einem sozialistischen Staat das Rückkehrrecht zu realisieren“.

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Nochmals zum Evangelischen Kirchentag. Fröhliche, bunte Betriebsamkeit, das Halleluja steigt auf in den hellblauen Himmel. Vielleicht soll das die Härte der Ausstellung ein wenig abmildern, die eindrücklich das Schicksal der vertriebenen Palästinenser und ihrer Nachkommen zu belegen versucht. Heimatvertriebenenkult und Geschichtsumdeutung so könnte sie auch heissen und nicht „Heimatlos“. Nicht zum ersten Mal wird verschwiegen, dass zeitlich eine etwa gleichgrosse Zahl Juden aus ihren arabischen Heimatländern vertrieben wurden. Ihr Eigentum mussten sie zurücklassen. Von einem Rückkehrrecht spricht niemand. Liegt das Verschweigen wirklich nur daran, dass sie sehr schnell und gesamthaft in die junge israelische Gesellschaft integriert wurden?

Auf dem Kirchentag sind Dutzende NGOs Dauergäste, sie widmen sich liebevoll dem Wohl der Palästinenser.

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Woher kommen die Gelder für diese Organisationen? Es sind die Kirchen, die dahinter stehen und unser aller Steuergelder. Besonders aktiv sind die Damen des Deutsch-Palästinensischen Frauenvereins. Auf der Homepage stellen sie sich und ihre Projekte ausführlich da. Auffallend scheint mir dabei, dass die von ihnen betreuten Palästinenserinnen ausschliesslich in Judäa und Samaria, sowie in Gaza leben. Gut, die ehemaligen Palästinenserinnen, die in Israel leben, brauchen ihre Hilfe nicht und sind überdies Israelis. Aber was ist mit den anderen? Die unter anderem in Jordanien leben, in Ägypten, in Syrien. Mit dem Ausgrenzen dieser Menschen entlarvt sich EDP als politische und nicht als humanitäre Organisation. Ausgestattet wurden die Aktivisten mit EAPPI Westen und Shirts. Auch diese Organisation definiert sich als humanitäre NGO. Ein Blick auf die Homepage hilft auch hier, eine objektivere Neupositionierung zu finden.

Partner von EAPPI sind u.a. UNICEF, UNWRA, B’tselem, Rabbis for human rights, Machsom Watch, Breaking the Silence, Jerusalem Legal Aid and Human Rights Center, Alternative Tourism Group

Die zahllosen NGOs werden des Weiteren finanziert von Brot für die Welt, Pax Christi, World Vision, Amnesty Internation, Oxfam, Medico International, FDIH , teils unter palästinensischer und teils unter israelischer Leitung. Aus Israel sind es 398 NGOs, die Zahlen aus Judäa und Samaria, sowie aus Gaza sind nicht bekannt. Zahlen von 2012 sprechen von mehr als 1000 mit Sitz in Ramallah. EAPPI gibt ihr Budget nicht bekannt, NGO Monitor hält sie für eine der Hauptunterstützer von Boykott Aktivitäten. EAPPI verteilt die Gelder weiter an Organisationen, die den Boykott von Israel unterstützen. Unhaltbare Thesen werden kolportiert: „Israel unterstütze Apartheid, wie ehemals Südafrika; Israel tötet Kinder aus Rachsucht; Israelis legen Messer neben tote Palästinenser, um einen Terrorakt vorzutäuschen.“ Konfrontiert mit diesen Vorwürfen kann eine Frau die Tränen kaum mehr zurückhalten, weil dies „… eine so grosse Belastung für sie sei.“ „Eigentlich tun sie doch jetzt selber, was ihnen widerfahren ist. Durch dieses Hineinsteigern in die Opferpsyche (sic).Man hat sich das Opfersein tief in der Seele eingegraben, eingraben lassen, es wird bei dieser Generation jetzt vielleicht auch instrumentalisiert. Es tut mir auch leid für die Israeli, wir sind keine, die gegen Israel hetzen, wir gönnen denen den eigenen Staat, aber wir möchten nicht, dass sie an ihrem eigenen Ast derartig sägen, wie sie es tun.“ Ist da nicht sprachlich etwas durcheinandergeraten?

2015 zahlte Brot für die Welt 5.600.000 € für Projekte in Israel, Judäa und Samaria, ob sie auch in Gaza dabei waren, wurde nicht bekannt.

Zwischen 2013 und 2015 gingen 800.000 € an B’tselem, die sich gegenüber Tuvia Tenenboim dahingehend äusserten, dass der Holocaust eine Erfindung der Juden gewesen sei.

Schätzungen zur Folge überweisen die EU, europäische Regierungen und Kirchen sowie von der EU mitfinanzierte UN Organisationen jährlich 100.000.000 € an politische NGOs in Israel, die überwiegend israelfeindlich sind. Der Anteil der BRD daran sind etwa 10.000.000 € jährlich. Wie hoch die Gelder für die NGOs in den PA-Gebieten sind, weiss niemand so genau.

2014 überweist die EU 307.000.000 an Steuergeldern an die PA, der grösste Teil davon kommt aus Deutschland, das zusätzlich 143.000.000 € bereitstellt.

440.000 € kommen aus den USA, viele Million aus den Golfstaaten und anderen muslimischen Ländern sind hier nicht berücksichtigt. Jahr für Jahr. Niemand weltweit erhält mehr pro Kopf, als die 4.6 Millionen Palästinenser in Gaza sowie Judäa und Samaria.

Apartheit Wochen finden mittlerweile weltweit statt. BDS versucht, eine neue Aktionsfront zu eröffnen, indem er das Schicksal der Palästinenser mit dem der Schwarzen in den USA verknüpft. In Zürich hatten die Demonstrationen das Ziel, den israelischen Fussballverband aus der FIFA auszuschliessen, wie von Palästina mit Hilfe von BDS beantragt.

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Eine Aktivistin hat sich leider die falsche Kopfbedeckung für diese Veranstaltung ausgesucht. BPS Suisse steht da zu lesen und wirbt für eine im Tessin angesiedelte Bank. Aber immerhin, dass es bei der Veranstaltung um Schüsse geht, hat sie doch irgendwie verinnerlicht, wenn auch falsch interpretiert. „Also manchmal weiss man doch gar nicht, wo der Erste zu Schuss herkommt, wenn er nachts abgeschossen wird. Es wird aus der Gegend geschossen. Aber man weiss nicht, ist das ein Palästinenser, oder ein versteckter Israeli oder ein Palästinenser, der gezwungen wurde zu schiessen, damit Israel zurückschiessen kann.“

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Ein junger Mann, offensichtlich vom nördlichen Nachbarn nach Zürich gereist, ereifert sich: „Also, wenn Sie Israel als Apartheit Staat bezeichnen, dann tun Sie jedem Südafrikaner damit Unrecht. Denn so schlimm, wie die Israelis mit den Palästinensern umgehen, da gibt es keinen Vergleich. Geben Sie mir einen Vergleich dazu! Also in welchem Land kommt es vor, dass Raketen einfach auf hilflose Menschen, die quasi in einem Freiluftgefängnis leben, geschossen werden?“ Dass es Tunnel zwischen den Gebäuden der UNWRA gab und immer noch gibt, musste die UNWRA erst vor wenigen Tagen zugeben. Die Abschussbasen sind dokumentiert, akribisch und auch, dass immer genau dorthin zurückgeschossen wurde, von wo der Schuss kam. Hilflos ja, das muss man zugestehen, das sind die Menschen. Ganz sicher in dem Moment, in dem sie von der Hamas auf Hausdächer geschleppt wurden, um dort als menschliche Schutzschilde zu dienen. Im Wissen, dass die IAF jeden Angriff versuchen würde zu stoppen, um zivile Opfer zu vermeiden. Aber das passt nicht ins Weltbild derer, die sich so leidenschaftlich gegen Israel einsetzen. Dennoch, die Hamas wird bis heute als Widerstandbewegung verharmlost.

2. Teil: UNWRA

Es ist eine Einzigartigkeit, dass die palästinensischen Flüchtlinge seit 70 Jahren vom UN-Hilfswerk UNWRA betreut werden, deren Budget im Jahr 2106 1,36 Milliarden € beträgt. Trotzdem gibt es beispielsweise nicht genügend Klassenzimmer. Der Unterricht muss in Schichten erfolgen. Die UNWRA ist nach der PA der zweitgrösste Arbeitgeber, sie beschäftigt knapp 30.000 Menschen. Fast alle sind Palästinenser. Nur ein kleiner Teil des Budgets fliesst direkt zu den Bedürftigen.

Screenshot 2017-06-13 21.23.08Der UNWRA-Sprecher Adna Abu Hasna beantwortet die Frage, wohin das Geld aus dem reich gefüllten Geldtopf geflossen ist „Ja, das ist eine grosse Frage. 2014, nach dem Gaza Krieg haben wir als UNWRA 724 Millionen $ erbeten. Unglücklicherweise haben wir bisher nur 1/3 des Geldes erhalten. Der Mangel an Geld, an Baumaterialien, die Blockade, die illegale Blockade, auch der Zugang zu Gaza rein und raus, verursachen ein grosses Problem für alle. Die Lösung ist sehr kompliziert.“

Konfrontiert mit den Zuständen in einem Flüchtlingslager, das, Zitat, so aussieht wie ein grosses Stück Scheisse, lächelt er die Vorwürfe erst einmal weg. Auch die Frage nach der Korruption sei es bei Hamas, der UNWRA oder einem bisher noch nicht genannten Dritten kann das Lächeln nicht stoppen, im Gegenteil. Er beschreibt, über welch gut funktionierende Kontrollstellen die UNWRA verfügt, ergo nicht korrupt sein kann. Aber so bietet er an, es sei die politische Lösung, die korrumpiert ist. Eine politische Lösung könne es nicht geben. Die UNWRA erhält ihr Geld ausschliesslich von den Spenderländern, allen Voraus der EU. Es gibt keinen Aufsichtsrat. Die Angestellten sind nahezu ausschliesslich Einheimische. Seit die UNWRA den Flüchtlingscamps vor Ort die Verwaltung der Gelder übergab, hat sie jegliche Kontrolle über die Verwendung des Geldes verloren. Gelder für Medizin, Hilfsdienste, soziale Dienste, Essen etc. gehen an die lokalen Verwaltungen und von dort verliert sich die Spur.

  1. .. noch einmal nach Europa

 

Screenshot 2017-06-13 22.08.552014 gibt es während des Gaza Krieges in ganz Europa anti Israel Veranstaltungen. In Frankreich brennen die ersten Fahnen und werden die ersten Synagogen angegriffen. Seither wurden die Sicherheitsbestimmungen für jüdische Gebäude verstärkt. Sarcelles bei Paris galt als Vorzeigeobjekt. Juden, Christen und Muslims lebten unproblematisch miteinander. Bis vor wenigen Jahren muslimische Gangs begannen, ihr Unwesen zu treiben. Mittlerweile ist die Situation so eskaliert, dass Jugendliche ihre Freizeit nur mehr innerhalb des Schulareals verbringen und hoffen, bald mit ihren Eltern auswandern zu können. Wohin ist zumindest einem von ihnen ganz klar, „Nach Netanya, das ist wie Paris!“

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Auserwählt und ausgegrenzt – Teil I (Zum Film, die Stimmen der Wissenschaft)

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Teil 1: Zum Film 

Im Jahr 2015 gab der deutsch-französische Kultursender ARTE diesen Film in Auftrag. Betreut werden sollte er vom deutschen öffentlich-rechtlichen Sender WDR in Köln. Mit der Arbeit betraut wurden Joachim Schröder und Sophie Hafner. Nachdem der Film Ende 2016 zur Begutachtung vorgelegt wurde, erfolgte keine Reaktion, keine Begründung, keine konkreten Hinweise, es gab nur Schweigen.

Entsprechend des Untertitels „der Hass auf Juden in Europa“ wäre es wohl im Sinne von ARTE gewesen, sich inhaltlich nur auf Europa zu beschränken und nicht, wie es die Filmemacher planten, in etwa die Hälfte der Recherchen in Gaza und Judäa durchzuführen.

Joachim Schröder äussert sich dazu in der Zeit vom 13. Juni Meines Erachtens hat unser Konzept deutlich gemacht, dass der Film vom antizionistisch geprägten Antisemitismus in Europa handelt, der untrennbar mit dem Nahostkonflikt verwoben ist. Die Schwerpunkte waren auf Deutschland und Frankreich gesetzt. Der Haupttenor des europäischen Antisemitismus sind heute antizionistische Ressentiments. Wenn man versuchen will, zu erklären, wie die entstanden sind, muss man sich auf die entsprechende Scholle begeben. Das haben wir getan. Und damit haben wir nicht, wie uns der Sender zu unterstellen versucht, eine Themenverfehlung begangen.“ 

 SPON – „Übten Arte und WDR Zensur, als sie entschieden, eine Dokumentation über Antisemitismus nicht auszustrahlen? Kaum – der Film hat schlicht handwerkliche Mängel. Die Lösung von Bild.de, ihn unfertig doch zu zeigen, ist keine.“ Klagt Spiegel in seiner heutigen online Ausgabe. „Es ist von keinem richtigen Journalisten zu verlangen, über gezielten Hass und traditionelle Dummheit „ausgewogen“ zu berichten. Er sollte dann aber nicht fahrlässig Lücken lassen, durch die der Zweifel einsickern kann. Was stimmt, das muss auch sitzen. Seine Unschärfen sind es, mit denen der Film im Eifer des Gefechts seine eigene Haltung schwächt. Deshalb ist es kein Verdienst, dass diese Dokumentation nun über Umwege doch gezeigt wurde. Mit ein wenig mehr Arbeit hätte sie wesentlich mehr Wucht entfalten können. 

In ihrem gegenwärtigen Zustand ist sie nur etwas, das man im Internet sieht, das man glauben kann oder auch nicht. Und das ist schlimm.“ 

Wie auch immer es Bild gelang, den Film gestern als Erste für 24 Stunden online zu setzen, sei dahingestellt, das Massenblatt hatte wieder einmal seine Nase ziemlich weit vorne.

Für die, die ihn nicht gesehen haben, hier eine – subjektive – Zusammenfassung mit den entsprechenden Screenshots und einigen, ebenfalls subjektiven Ergänzungen. Auf die zahlreichen historischen Hintergründe und Interviews verzichte ich weitgehend, sie bringen nicht viel Neues und sind hier verzichtbar.

 

Teil 2: Die Stimmen der Wissenschaft

 

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Prof. Monika Schwarz-Friesel, Kommunikationswissenschaftlerin an der TU Berlin betrachtet das Phänomen Antisemitismus aus wissenschaftlicher Sicht. „Kein Antisemit wird sich öffentlich hinstellen und sagen „Ja ich bin Antisemit“, keiner wird öffentlich sagen, die Juden sind ganz schlimme Menschen. Aber das Konzept ist in ihren Köpfen und sie können nicht davon lassen. Zum Antisemitismus gehört eine grosse Obsessivität, eine Besessenheit. Sie sprechen nichts direkt an, sie bedienen sich der indirekten Sprechakte. Sie nutzen Paraphrasen. Nicht „Juden sind das Übel der Welt”, sondern „Israel ist das Übel der Welt. Nicht „Juden beherrschen den Finanzmarkt”, sondern sie greifen auf jüdische Namen zurück (Rothschild, Goldman Sachs). Sie benutzen Verkürzungen, vor 45 sprach man vom internationalen Finanzjudentum, heute wird das nur mehr mit internationalem Finanztum bezeichnet. Statt direkt von Juden zu sprechen, heisst es „jene einflussreichen Kreise, die Bänkler von der Ostküste, Zionisten, Israel Lobby“. Ohne, dass der Begriff Jude fällt, weiss jeder, was gemeint ist.

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Dr. Stefan Grigat, Politologe, versucht eine soziologisch – historisch – wissenschaftliche Erklärung. „Das Bedürfnis den Nationalsozialismus zu relativieren, gibt es in der Linken teilweise sogar noch ausgeprägter, als in der Rechten. Es gibt kaum eine grössere Kränkung für den Linken, als dass der Nationalsozialismus endgültig dokumentiert hat, dass das revolutionäre Subjekt Proletariat nicht diese Hoffnung erfüllt, die Generationen von Marxisten und Marxistinnen in dieses revolutionäre Subjekt gesetzt hatten. Die kritische Theorie von Adorno und Horkheimer ist deswegen so wichtig, weil sie erstmals diese unglaubliche historische Niederlage, dass sich grosse Teile der deutschen Bevölkerung, einschliesslich der Arbeiterschaft in das Vernichtungsprojekt der Nationalsozialisten integriert haben, dass es so gut wie keinen nennenswerten Widerstand gegeben hat. Sie waren die Ersten, die versucht haben, das in die linke Theorie aufzunehmen, die versucht haben, darüber Rechenschaft abzulegen, was das bedeutet. Grosse Teile der Linken haben einfach so getan, als ob man wieder bei 1932 anfangen könnte.“

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Warum fühlen sich die mehr als 1000 NGOs in Ramallah so wohl? Prof. Eugene Kontorovich geht der Frage nach. „Wer in Marokko Kritik am Staat üben oder die Menschenrechtsverletzungen in der Westsahara präsentieren würde, der würde das kaum überleben. In Israel, einem offenen und liberalen Land gibt es Uneinigkeit, Widerspruch und ein Mehrparteiensystem. Na ja, eine Demokratie mit zu vielen Parteien. Wenn du hierher kommst und Israel kritisierst, wirst du nicht in einem Sarg nach Hause geschickt, sondern du bekommst eine Medaille. Das ist einfach.(…)Ironischerweise liegt das an der liberalen Gesellschaft, die sich in einem selbstkritischen Prozess befindet und die dabei ist, sich selbst zu reformieren. Dies ist einer der Gründe, warum Israel am meisten abbekommt, obwohl es das am wenigsten braucht. Aber was auch immer die Gründe sind, der Effekt ist ein einzigartiger und beispielloser Standard nur für den jüdischen Staat. Und das ist praktisch antisemitisch. Das bedeutet nicht, dass die Motive der Leute, die das tun, antisemitisch sind, oder dass es jemandem bewusst wäre, schlecht über jemanden zu denken, aber die Tatsache, dass genau der Staat, in dem die Mehrheit der Juden lebt für eine Sonderbehandlung von Europäern auserkoren wurde, ist ausserordentlich bemerkenswert.“

 

6874395lpw-6874471-article-jpg_4139355_660x281Prof. Georges Bensoussan gibt einen Deutungsversuch aus französischer Sicht. „Der Antisemitismus, der sich in Frankreich entwickelt, ist ganz anderer Natur. Das ist kein Nazismus und keine Reichskristallnacht. Es ist etwas anderes. Ich gebe Ihnen ein Beispiel zur Illustration. (….) Man hat Schwierigkeiten damit, dass die Geschichte sich nicht wiederholt und dass der Antisemitismus in immer anderen Formen auftreten wird. Diese Lektion der Geschichte, die uns helfen sollte, sie zu verstehen, hält uns davon ab, sie zu verstehen. Das hat mit der Erziehung zu tun, dass man uns die Juden immer als Opfer zeigt. Man glaubt schliesslich, dass es keine jüdische Kultur gibt, und dass sie nur da sind, um zu sterben. (…) Kurz man tut alles, als ob es keine jüdische Welt an sich gäbe. Literatur, Ritus, Talmud, Tanach, Tora das alles gehört zur so grossen jüdischen Kultur, die sich nicht nur in der Diaspora, sondern auch im Zionismus findet. Die Kultur des Zionismus wird für schuldig erklärt. Dadurch, dass die Juden als Opfer dargestellt werden, sozialisiert man sie als Opfer. Und indem man sie verteidigt, rechtfertigt man schliesslich schon die nächste Verfolgung.“

 © esther scheiner, israel

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Die Motion des Christian Imark gegen finanzielle Unterstützung von palästinensischem Terror

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Wir Schweizer lieben unsere direkte Demokratie. Wir sind unangefochten Weltmeister darin, unsere Politiker, die wir gewählt haben, auf Trab zu halten. Mehrfach im Jahr werden wir an die virtuellen oder auch noch echten Urnen gerufen, um unsere Meinung zu einem Thema kundzutun. Egal, wie die Abstimmung ausfällt, bis es dahin kommt und auch danach, sind unsere Volksvertreter aufgefordert, sich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen. Unsere Politiker, auf Staats-, Kantons- oder Gemeindeebene müssen sich ihren Listenplatz schwer erkämpfen.

Christian Imark, SVP, seit 2015 Mitglied des Nationalrates hat sich bisher so verhalten, wie es Newcomer in der Regel tun. Und er dachte erst nach, bevor er in Aktion trat.

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Nun ist ihm in der vergangenen Woche sein bisher grösster und Aufsehen erregender politischer Durchbruch gelungen. Keine Steuergelder mehr für israelfeindliche und/oder propalästinensische NGOs. Der Bundesrat hatte die Ablehnung der Motion empfohlen, der Ständerat und die Kleine Kammer folgten der Aufforderung nicht und befürworteten mit grosser Mehrheit die Motion.

 

Um was geht es dabei?

Seit Jahren schon geriet das EDA, das Schweizerische Departement für auswärtige Angelegenheiten, immer wieder in den Fokus von Kritikern. Anhaltende Kontakte mit der Terrororganisation Hamas passen so gar nicht in das Bild der sauberen Schweiz. Im noblen „Zentrum für humanitären Dialog“ in Genf können sich Vertreter der Hamas unbehelligt mit Vertretern der westlichen Welt treffen. Selbstverständlich alles hinter verschlossenen Türen.

In diesem Fall mit Vertretern des EDA unter Führung von Aussenminister Burkhalter. Die Kontakte habe er „quasi geerbt, als er das Departement 2012 von Micheline Calmy-Rey (71) übernahm.“

EDA-Informationschef Jean-Marc Crevoisier: ‚Wir machen die Namen unserer Partner nicht öffentlich, sonst gefährden wir die Arbeit dieser Institutionen‘, bestätigt aber, dass man, „um den Dialog in dieser Region zu fördern“, mit Partnerorganisationen zusammenarbeite. Die Haltung des Departements sei klar, die Schweiz versuche, wo immer möglich, den Dialog zwischen Konfliktparteien zu fördern.“ 

 Im Juli 2014 hatte PA Präsident Dr. Mahmud Abbas in einem Brief an Aussenminister Burkhalter dringend um die Organisation einer Konferenz der Vertragspartner der Genfer Konventionen gebeten. Gespräche mit der radikal-islamischen Hamas schloss unser Aussenminister nicht aus – allerdings gebe es solche nur unter Bedingungen, betonte er. Insbesondere müsse die Hamas das Existenzrecht des Staates Israel anerkennen.

 

Gespräche mit der Hamas? Ja geht denn das überhaupt? Für Nationalrat Alfred Heer (SVP) ist klar, dass eine Unterstützung der Hamas kontraproduktiv ist, insbesondere der Versuch, die Hamas, eine Terrororganisation, im Westen gesellschaftsfähig zu machen.

Der Schweizer Aussenminister Didier Burkhalter (FDP), hat kurz nach der Annahme der Motion seinen Rücktritt bekanntgegeben. Zufall oder Kalkül? War es ihm wirklich ernst mit seinem Einstehen für das Existenzrecht Israels als Staat?

Doch nicht alles, was die EDA zahlt, bleibt der Öffentlichkeit verborgen. Immer wieder kommen Zahlen ans Licht, die erschütternd sind. David Klein spricht in seinem Artikel „Das EDA und die Kindersoldaten der Hamas” vom 18. März 2017

Insgesamt hat die Schweiz bisher 476 Millionen Franken an die UNRWA gezahlt. Allein in den Jahren 2014 bis 2017 überwies das EDA rund 60 Millionen Franken, 2017 bis 2020 sollen ­weitere 80 Millionen Franken fliessen. Wohl deshalb befasste sich EDA-­Vorsteher Didier Burkhalter im National­rat nur oberflächlich mit Imarks Kritik und verwendete statt­dessen seine Redezeit, um die exorbi­tante Finanzhilfe für die UNRWA zu rechtfertigen, obwohl diese in Imarks Motion gar nicht thematisiert wird.

 Dass die Zahlungen nicht nur direkt über das EDA laufen, zeigt Dominik Feusi  hier auf.

„Die Schweiz unterstützt ausserordentlich viele Nichtregierungsorganisationen in Israel und Palästina. Allein das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) finanzierte 2015 gemäss der offiziellen für die BaZ erstellten Liste 57 Organisationen mit mehr als 35,6 Millionen Franken. Es bekommen mehr Organisationen mehr Geld aus der Schweiz als im Jahr zuvor. 

Hinzu kommen noch Beiträge, die ebenfalls aus der Bundeskasse indirekt via Schweizer Hilfswerke, beispielsweise das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen (Heks), in die Region fliessen. Das Geld aus der Schweiz landet nicht nur, aber zu einem guten Teil bei Organisationen, die im jahrzehntelangen Konflikt zwischen Israel und den Arabern gegen eine Seite, den Staat Israel, Kampagnen machen oder solche unterstützen.“

Nicht alle Empfänger von Zahlungen werden von der EDA offengelegt, 2014 blieben fünf der NGOs ungenannt, 2015 waren es drei. Warum das so ist, warum diese Geheimhaltung durch das EDA opportun erscheint, wird von der EDA nur vage beantwortet „Es könnte der Schweizer Aussenpolitik Schaden zufügen.“

Hillel Neuer von UN Watch beschreibt die Spendentätigkeit der Schweiz noch detaillierter.

„So gehen die Schweizer Gelder auch nachweislich an die israelfeindliche NGO „Breaking the silence“ (BtS). Diese NGO wirft Soldaten der IDF Menschrechtsverletzungen vor und delegitimiert Israel, wo es nur geht. Dass die Aussagen, auf die sich BtS beruft, teilweise nachweisbar Fälschungen sind, interessiert die Aktivisten nur wenig. Sie wissen, was einmal in den Köpfen leicht zu manipulierender Menschen steckt, kann kaum mehr korrigiert werden.

Weiters werden Gelder direkt an die PA überwiesen, um von dort auf sogenannte Entwicklungshilfe- und Sozialfonds verteilt zu werden. Von dort wird ein beträchtlicher Teil der Gelder ohne weiteren Einfluss durch die PA als Renten an die Terroristen oder deren Familien überweisen. Dadurch finanziert die Schweiz mit unseren Steuergeldern den palästinensischen Terror gegen Israel.“

Am 26. April reichte 2016 reichte Christian Imark, unterstützt von 41 Parlamentariern, eine Motion beim Schweizer Nationalrat ein

 „Der Bundesrat wird beauftragt, die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen, Verordnungen und Reglemente dergestalt anzupassen, dass öffentliche Gelder der Schweiz, welche direkt oder indirekt für die Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt werden, nicht mehr gesprochen werden dürfen, wenn die unterstützten Nichtregierungsorganisationen (NGO) in rassistische, antisemitische und hetzerische Aktionen oder BDS-Kampagnen (Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen) verwickelt sind.

Unter hetzerischen Aktionen sind beispielsweise Kampagnen von NGO zu verstehen, die von rivalisierenden Gruppierungen oder souveränen Staaten als Provokation aufgefasst werden können. Unter BDS-Kampagnen sind Boykott, Kapitalabzug oder Sanktionen gegen rivalisierende Gruppierungen oder souveräne Staaten zu verstehen.“

Eine detaillierte Aufstellung aller Zahlungen findet man hier

Aus der Stellungnahme des Bundesrates, die schlussendlich auch zur Empfehlung führte, die Motion abzulehnen Die Schweiz unterstützt nur Organisationen, deren Engagement den Werten unserer Aussenpolitik, wie sie in der Bundesverfassung festgehalten sind, entspricht. (…) Der Bundesrat ist der Auffassung, dass diese Regelungen dem Anliegen der Motion bereits gerecht werden, und erachtet daher eine Anpassung der gesetzlichen Bestimmungen als nicht notwendig. (…)Der Bundesrat setzt sich für einen auf dem Verhandlungsweg erzielten, gerechten und dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern ein. Er anerkennt den Staat Israel innerhalb seiner Grenzen von 1967 und engagiert sich für einen lebensfähigen, zusammenhängenden und souveränen Staat Palästina auf der Grundlage der Grenzen von 1967 und mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.“

Am 8. März 2017 nahm der Nationalrat die Motion an, am 13. Juni folgte der Ständerat. Hier findet man die mündlichen Begründungen zu beiden Abstimmungen.

Ein lange überfälliger Schritt für die Schweiz! Und ein mutiger Schritt für einen jungen Parlamentarier, der sich – gemeinsam mit den 14 Mitunterzeichneten – damit ganz klar gegen Antisemitismus und pro Israel positioniert hat!

© esther scheiner, israel

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Säbelschwingen und Morgenröte gegen den Terror

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Vergesst, was ihr bisher über den israelisch-palästinensischen Konflikt gehört habt. Israel ist dabei der Sündenbock, der dafür büssen muss, dass sich innerhalb des Islams zwei Gruppen unlösbar verfeindet gegenüberstehen. Die Sunniten und die Schiiten. Beide Seiten verfügen über einen grenzenlosen Vorrat an Vorwürfen und Unterstellungen, um Israel zu dämonisieren. Die allgemeine Ansicht ist, dass es ohne den jüdischen Staat Israel in der gesamten Region nur noch Frieden gäbe.

Ausführlich auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Sunniten und Schiiten eingehen, werde ich nicht, denn das wäre ein zu weites Feld!

grün sunniten rot schiietn balu ibaditen Oman

Weltweit gehören etwa 90% der Moslems der Glaubensrichtung der Sunniten an. Schiitische Mehrheiten leben im Iran, Bahrain und Aserbeidschan, grosse Bevölkerungsanteile gibt es im Libanon, Jemen, Kuweit, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi Arabien.

Screenshot www.cfr.orgDie Schiiten werden dominiert von den 12er Schiiten, die überzeugt sind, dass der im Jahr 941 CE endgültig verschollene 12. Iman, der Mahdi, am Ende der Zeit als Erlöser wiederkehren wird. Der Glaube an dieses Ereignis ist so stark, dass sich die Regierung des Iran nur als eine Stellvertreterregierung sieht und dies auch in der Verfassung verankert hat.

„In der Islamischen Republik Iran steht während der Abwesenheit des entrückten 12. Imam – möge Gott, dass er baldigst kommt – der Führungsauftrag (Imamat) und die Führungsbefugnis (welayat-e-amr) in den Angelegenheiten der islamischen Gemeinschaft dem gerechten, gottesfürchtigen, über die Erfordernisse der Zeit informierten, tapferen, zur Führung befähigten Rechtsgelehrten zu […]“

Verfassung der Islamischen Republik Iran, 1979 (Artikel 5)

Mit welchen schrecklichen Vorzeichen der 12. Iman die Endzeit einleiten wird, kann hier nachgelesen werden. Es wird überliefert, dass die Schiiten, die dieses Ereignis so dringend herbeisehnen, die noch verbleibende Zeit verkürzen können, indem sie die grosse Endschlacht herbeiführen. Dieses Sehnen bestimmt die Politik des Iran. Das Ziel ihrer Bemühungen ist Israel, das komplett zerstört werden soll.

Den Sunniten ist diese Art des Kultes unbekannt, sie hängen mehr der Idee des Kalifats an, wie uns der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seit Monaten mit seiner Politik zeigt.

Vor wenigen Wochen hielt US Präsident Trump in Riad eine Rede, die vielleicht ein kleiner Puzzlestein zum derzeitigen Geschehen ist.

„Junge moslemische Jungen und Mädchen müssen aufwachsen dürfen ohne Angst, ohne Gewalt und ohne Hass. Sie müssen in der Lage sein, für sich selbst und für ihre Völker ein neues Zeitalter des Wohlstandes zu errichten. Mit Gottes Hilfe wird dieses Treffen den Anfang des Endes für die darstellen, die bisher Terror und seine grauenhaften Überzeugungen verbreiten konnten. Gleichzeitig beten wir an diesem speziellen Treffen dafür, dass es eines Tages als der Beginn des Friedens im Mittleren Osten und vielleicht in der ganzen Welt gelten kann. (…) Aber diese Zukunft kann nur erreicht werden, indem man den Terrorismus und die ihn antreibende Ideologie abwehrt. Die wahre Opferzahl von ISIS, Al Quaida, Hitzbollah, Hamas und so vieler anderer Terrororganisationen darf nicht nur mit der Zahl ihrer Opfer gezählt werden, sondern auch mit der Zahl der Generationen, deren Träume zerstört wurden.

Terroristen huldigen nicht Gott, sie huldigen dem Tod.

Wir wissen genau, was passieren wird, wenn wir nicht gegen den organisierten Terror kämpfen. Terrorbedingte Verwüstung wird sich weiter ausbreiten. Friedliche Gesellschaften werden mit Gewaltakten überzogen werden. Die Zukunft vieler Generationen wird zerstört.

Es ist eine Wahl zwischen zwei Arten von Zukunft – und es ist eine Wahl, die Amerika nicht für euch treffen kann.

Eine bessere Zukunft ist nur dann möglich, wenn ihr die Terroristen und Extremisten rauswerft. WERFT.SIE.RAUS. WERFT SIE RAUS aus den Plätzen, an denen ihr betet. WERFT SIE RAUS aus euren Gemeinden. WERFT SIE RAUS aus eurem Heiligen Land, und WERFT SIE RAUS VON DIESER ERDE. (…)

Wenn wir es nicht wollen, dass Terrororganisationen ganze Regionen und Bevölkerungen kontrollieren, müssen wir auch ihren Zugang zu den Fördergeldern verhindern. Wir müssen die finanziellen Kanäle zuschütten, die es ISIS erlauben, Öl zu verkaufen, die es Extremisten erlauben, ihre Kämpfer zu bezahlen und die es den Terroristen ermöglichen, ihren Nachschub durch Schmuggel sicherzustellen.

Ich bin stolz, ankündigen zu können, dass die hier anwesenden Nationen eine Übereinkunft unterzeichnen werden, das „Terrorist Financing Targeting Center“ mit dessen Hilfe die Finanzierung von Terror verhindert werden soll. Die Übereinkunft steht unter der Patronage der USA und Saudi Arabiens und wird mitgetragen von allen Mitgliedern des Golf Cooperation Council. Ein weiterer historischer Schritt, an den man sich lange erinnern wird.

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Diese Worte folgten den Taten. Trump wurde die Ehre zuteil, mit Vertretern der Familie Al Saud den wohl prominentesten Tanz im arabischen Raum zu tanzen; den Säbeltanz. Er stellte sich nicht wirklich geschickt dabei an, das Säbelschwingen gelang noch nicht so ganz. Aber immerhin, es zauberte ein Lächeln auf Melanias Gesicht, etwas, das wir während des Besuches im Nahen Osten leider viel zu wenig zu sehen bekamen.

Nur wenige Tage vergingen, bis gar wundersame Dinge besonders im Morgenland, aber auch in Europa geschahen.

Dänemark fror eine nicht unerhebliche Summe von acht Millionen US$ ein, die für 24 palästinensische und pro-palästinensische NGOs vorgesehen waren. Darüber hinaus wurde eine nicht genannte Summe gestoppt, die für das Women’s Affairs Technical Committee (WTAC) vorgesehen waren. Dies ist als Reaktion darauf zu verstehen, dass das Geld nicht in die vorgenannten Projekte fliessen würde, sondern dazu vorgesehen war, einem Jugendzentrum dem Namen Dalal Mughrabi zu widmen. Die damals erst 19 jährige Mughrabi war eine jener 11 Terroristen, die im Jahr 1978 beim „Küstenstrassenanschlag“ 38 Menschen töteten und weitere 76 verletzten. Weitere bereits ausgezahlte 500.000 US$ werden von Dänemark zurückgefordert.

Norwegen und die UN haben ebenfalls bereits bezahlte Fördergelder zurückgeordert und verlangt, dass bereits am Haus befestigte Dank-Plaketten sofort wieder entfernt werden. Unmittelbar nach seiner Regierungsübernahme hatte Präsident Donald Trump die von Präsident Obama am Ende seiner Zeit im Weissen Haus noch angewiesenen 221 Millionen US$ gestoppt. Sie wurden von USAID zur Verteilung an humanitäre Projekte und infrastrukturelle Projekte in Gaza, Judäa und Samaria freigegeben. Laut entsprechenden Aussagen aus den USA gibt es keinen neuen Termin für die Auszahlung.

Nachdem die PA in den letzten vier Jahren in etwa 1,12 Milliarden € an „Wohltätigkeitsleistungen“ sprich an die Unterstützung von Terroristen und deren Familien ausgezahlt hat, scheint möglicherweise ein langsames Umdenken einzusetzen. Seit einer Woche werden für 270 im Gaza Streifen lebende ehemalige palästinensische Häftlinge keine Gelder mehr ausgezahlt. Darüberhinaus erhalten fünf noch in Israel einsitzende Terroristen keine Unterstützung mehr, ebenso wie 47 Hamasmitarbeiter, die in Samaria und Judäa leben. Über die Hintergründe wurde nichts bekannt. Angeblich hätte es sich nur um einen technischen Irrtum gehandelt, die Gelder seien später ausgezahlt worden. Dies wird jedenfalls in Maan News berichtet, wurde aber von israelischer Seite nicht bestätigt. Noch heute, am Sonntag 11. Juli soll in der Knesset über ein neues Verfahren abgestimmt werden, das es ermöglicht, von Israel erhaltene Zölle nicht oder stark reduziert an die PA weiterzuleiten. Das ist als Reaktion darauf zu verstehen, dass mehr und mehr klar wurde, dass von diesem Geld die sogenannten „Wohltätigkeitszahlungen“ an Terroristen und deren Familien ausgezahlt werden.

„Die derzeitige Aktualität ist, dass die PA den Mord an Juden nicht nur belohnt, sondern auch fördert. Je mehr (Menschen) du ermordest, desto mehr (Geld) bekommst du, Das ist es, wie ihr Belohnungssystem funktioniert. Das muss gestoppt werden. Nicht nur, weil es unmoralisch ist, sondern auch, weil es ein Friedenshindernis für beide Seiten ist.“ Und dann der grosse Knall: eine völlig neue, bis vor Kurzem unvorstellbare Allianz scheint sich im status nascendi zu befinden. Ganz so, wie Trump es in seiner Rede angedacht, ich vermeide bewusst das Wort „gefordert“, hatte.

Saudi Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und nur Stunden später auch der Jemens froren ihre Beziehungen zu Katar ein. Auch die Malediven schlossen sich dem Boykott gegen den schwerreichen Zwergstaat am Arabischen Golf an. Mauretanien und Jordanien folgten einen Tag später.

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Die Folgen für den derzeit auf dem Landweg nicht mehr erreichbaren Staat sind vielfältig. Qatar Airlines, eine der Luxusfluglinien weltweit wird international boykottiert und muss am Boden bleiben. Der Luftraum über den benachbarten Ländern ist weitgehend für an- und abfliegende Flüge gesperrt. Luftlinien der am Boykott beteiligten Staaten fliegen Doha nicht mehr an. Der hypermoderne Flughafen Doha gilt als das Drehkreuz im Luftverkehr im Nahen und Mittleren Osten.

Was ist der Grund für den scheinbar plötzlich und gänzlich unerwarteten Boykott? Katar gilt schon lange als das Förderland par excellence für Terror und Extremismus. Zwischen Doha und Gaza besteht ein reger Terror-Polit-Tourismus. Jeder aus dem Kader der Hamas, der es sich leisten kann hat die Tristesse von Gaza weit hinter sich gelassen und lebt in Doha ein Leben mit allem erdenklichen Luxus. Massgeschneiderte Anzüge aus sommertauglichem feinen Zwirn kommen eben in der Luxusumgebung am Arabischen Golf besser zur Geltung, als im staubigen Gaza. Dort müsste man zugeben, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. In Doha ist man unter sich.

Doch damit ist nun auch Schluss. Katar muss sich wehren. Und bezichtigt nun abwechselnd Israel und/oder die USA die Schuld an ihrem Dilemma zu tragen. Fake News. Nichts anderes. Die Katari sind einzig und allein selber Schuld. Und weil sie das im Prinzip auch selber erkennen müssen, weisen sie nun schnellstmöglich zahlreiche Hamasführer aus, aus geliebten, willkommenen Gästen wurden personae non gratae. Staatsbürger anderer Länder haben maximal zwei Wochen Zeit, das Land zu verlassen.

 

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Man bemüht sich, die Lage zu deeskalieren, Lebensmittel seien für mehr als ein Jahr vorhanden, die Preise seien stabil, die Regierung hätte alle notwendigen Massnahmen zur Versorgung der Bevölkerung getroffen.

 

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Also alles im grünen Bereich am Arabischen Golf? Für Katar steht im Jahr 2022 die Fussball WM bevor. Bisher lief schon bei der gewonnenen Ausschreibung nichts rund, nicht zu sprechen von den berechtigten Kritiken an den bisherigen Bau- und Vorbereitungsarbeiten.

Fünf Jahre sind viel Zeit, wenn man sich entschliesst, Gänseblümchen zu züchten. Wenn es aber um ein Milliarden Projekt geht, dann sind fünf Jahre gar nichts.

Entsprechend des Grundsatzes, dass jeder eine reelle Chance haben soll, etwas scheinbar Unmögliches zu erreichen, komme ich noch einmal auf die Saudis zurück. Im April wurde das Land, das von Frauenrechten ganz und gar nichts hält in das UN Gremium der Frauenrechte berufen. Die Wahl löste einen politischen Wirbelsturm sondergleichen aus. Verständlich. Und jetzt sollen die Saudis auf einmal Partner sein. Partner gegen den Terror. Wiegt man die Werte gegeneinander ab, so senkt sich die Waagschale für mich in Richtung Terror. Der ist es, der uns alle weltweit tagtäglich bedroht. Und den es zu bekämpfen gilt.

Vielleicht trägt das nachfolgende Video dazu bei, dem Thema Frauenrechte in Saudi Arabien auch einen augenzwinkernden Aspekt abzugewinnen.

P.S. Wie erst am Wochenende bekannt wurde, hat die UNWRA bei Erweiterungsbauten an zwei Schulen im Gazastreifen darunter liegende Tunnel entdeckt. Die Tunnel hätten aber keine Ein- und Ausstiegspunkte im Bereich der Schulen gehabt. Die UNWRA verurteilte die Existenz solcher Tunnel auf das Schärfste und betonte :“ Es ist absolut inakzeptabel, dass Schüler und Lehrer auf diese Art einem Risiko ausgesetzt werden. Bautätigkeiten und Existenz solcher Tunnel sind nicht kompatibel mit den UN Voraussetzungen die nicht verletzt werden dürfen.“ Die UNWRA hat beschlossen, die Tunnel zu versiegeln. Seitens der Hamas wurden die Vorwürfe auf das Heftigste abgewiesen mit dem Hinweis, dass in dieser Gegend keine Widerstandsoperationen ausgeführt worden seien.

Lange genug hat die UNWRA samt ihrem Generalkommissar Pierre Krähenbühl die Augen ganz fest zugemacht. Israel anzuklagen, zu lügen und ohne erkennbaren Grund Ziele in Gaza anzugreifen, ist allemal leichter, als die Schuld beim eigenen Partner, bei der Hamas zu suchen.

 

 

 

© esther scheiner, israel

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