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Verbrannte Erde

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Die Wüste Negev nimmt mit ihren etwa 12.000 kmungefähr 60% des israelischen Staatsgebietes ein. Dieser Teil des Landes wurde bei der Staatsgründung dem jüdischen Gebiet zugeordnet und war für eine sofortige Besiedlung ungeeignet. Heute leben etwa 10% der Bevölkerung hier. Dazu kommen noch halbnomadische Beduinenstämme, mit etwa 100.000 Menschen. Der erste Staatspräsident David Ben Gurion, der seinen Alterssitz in Sde Boker, einem Kibbuz in der Negev Wüste hatte, hatte den Traum, die Wüste eines Tages zu begrünen. Jährlich fallen dort im Mittel nur etwa 22,5 mm Regen, was einem Wert von 22,5 Litern pro Quadratmeter entspricht. Die Negev Wüste gehört damit zu den trockensten Gebieten weltweit.

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Reist man heute von Beer Sheva nach Eilat, fallen die nahezu unendlich grossen Dattelplantagen auf. Saftiges Grün wohin das Auge blickt.

 

 

Als die Briten auf den wachsenden Ölreichtum der arabischen Länder nicht verzichten wollten und in der Negev Wüste mit Probebohrungen begannen, sprudelte zwar kein Öl, dafür aber Wasser aus den Bohrlöchern. Diesen heute so wertvollen Fund erkannten die eifrigen Briten nicht und beendeten die Bohrversuche. Erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts begann das Jakob Blaustein Institut an der Ben Gurion Universität im Negev in Sde Boker mit der Erforschung dieser natürlichen Wasservorräte.

Für den menschlichen Genuss ist das salzhaltige fossile Wasser nicht geeignet. Pflanzen und Fische aber lieben es!

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Aufzuchtbecken

Und so durchläuft das Wasser in einem ausgeklügelten System mehrere «neue Leben». Zunächst wird es von der zu hohen Austrittstemperatur von 40° auf 25° heruntergekühlt. Anschliessend wird es in Fischteiche eingeleitet und dort gezielt eingesetzt. Tilapias, Wolfsbarsche, Welse, Barramundis aber auch Zierfische werden in fünf Fischzuchtzentren im Negev bereits erfolgreich gezüchtet. Das mit den Exkrementen der Fische angereicherte Wasser wird anschliessend zur Weiterverwendung in Form von gezielter Tröpfchen- bewässerung auf die Felder geleitet. Die tierischen Exkremente dienen als natürlicher Dünger, sodass auf zusätzliche künstliche Düngung verzichtet werden kann.

Ben Gurions Traum von einer grünen Wüste ist längst schon Wirklichkeit geworden.

Bevor es jedoch soweit war, war Pioniergeist, Motivation und Handarbeit gefragt. Von den ersten Siedlern, die Ende des vorletzten Jahrhunderts nach dem damaligen Palästina einwanderten, waren die wenigsten Landwirte. Die waren aber dringend gesucht, um das unfruchtbare Land aufnahmebereit für die bald schon zahlreich ankommenden Menschen zu machen. Vom Norden bis hinunter an das Rote Meer gab es nur wenige bereits landwirtschaftlich genutzte Regionen. Jeder noch so kleine Fleck musste dem harten Boden abgetrotzt werden.

Im Jahr 1910 wurde am Kinneret der erste Kibbuz, Degania gegründet. Diese typisch israelische Besiedlungsform, die ursprünglich sowohl dem Schutz der Bewohner, aber auch der Urbarisierung des Landes galt, breitete sich schnell aus. Wer keine Ahnung von der Landwirtschaft hatte, der wurde geschult, womöglich schon in der alten Heimat vor der Abreise. Die landwirtschaftlich genutzten Flächen breiteten sich mehr und mehr nach Süden aus, entlang des Gaza Streifens bis ganz hinunter nach Eilat. Je weiter die Bewohner nach Süden vordrangen, desto schwieriger wurde die Situation.

Nur im frühen Frühjahr, wenn ein Grossteil des wenigen Regens fällt, verwandelt sich, ganz ohne menschliches Zutun, ein Grossteil der Negev Wüste in einen blühenden Teppich, der jährlich Tausende Touristen anzieht. «Darom adom», «Der rote Süden» wird dieses wunderbare Naturschauspiel liebevoll genannt. Weite Gebiete dieser Region sind Naturschutzgebiete, in denen Wildtiere eine sichere Heimat finden. Mühsam über Jahrzehnte aufgeforstet und erhalten. Gerade im extrem trockenen Süden gelten scharfe Sicherheitsvorschriften.

Hier unten hat man die zweite Kornkammer Israels angebaut. Intensive Arbeit und ausgefeilte Bewässerungen ermöglichen dieses Wunder.

Und jetzt besteht die Gefahr, dass der Erfolg nach vielen harten und schweren Jahren gewaltsam zerstört wird.

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Dieser Branddrachen, ein Kondom, musste heute  von der IDF entschärft werden

In Gaza haben jugendliche Terroristen eine neue, sehr wirksame Waffe gefunden, die Branddrachen. Seit mehr als 100 (!) Tagen schicken sie Papierdrachen und grosse Luftballons aus Kondomen gebaut Richtung Israel. Der Wind, der meist von Meer aus kommt, dient als natürlicher Antrieb. Die Traglast der Branddrachen war zu Beginn primitiv, mit Treibstoff getränkte Tücher. Heute werden leichte Behälter verwendet, die eine grössere Menge an Brennstoffen transportieren können. Oder sie füllen die Ballons mit Helium, das von Israel geliefert wird und für medizinische Zwecke bestimmt ist. Am Anfang flogen die Drachen nur wenige hundert Meter, heute haben sie eine deutlich grössere Reichweite von einigen Kilometern.

Freiwillige Helfer, Landwirte und Feuerwehren sind den ganzen Tag über im Einsatz, um die Brände, bis zu einigen Dutzend am Tag, zu löschen. Trotzdem ist der Schaden bereits jetzt sehr gross. Bis zu 10 Qkm Ackerland sind verbrannt, nicht mehr nutzbar für die nächsten Jahre. Dazu kommen verbrannte Naturschutzgebiete, in denen unzählbare Tiere, die sich nicht schnell genug retten konnten verbrannt sind.

Die Arbeit, die Liebe und auch die finanziellen Einsätze von Jahrzehnten sind verbrannt, Opfer des Terrors geworden.

Nun hat Israel eine Massnahme ergriffen, die wehtut. Der für Warentransporte geöffnete Grenzübergang Kerem Shalom im Süden des Gaza Streifens ist geschlossen worden. Abgefertigt werden nur mehr absolut lebensnotwenige Transporte, also Lebensmittel und Medikamente.

Die Reaktion der Hamas liess nicht lange auf sich warten. Sie nannten den Entschluss einen „Akt der Unmenschlichkeit“. Auch von der UN kam ein Kommentar, der Israel dringend aufforderte, die Entscheidung doch noch einmal zu überdenken.

In Richtung Hamas sagte Nickolay Mladenov, Hamas und andere palästinensische Organisationen mögen doch bitte ihr Bestes tun, um die Ruhe zu bewahren.

Wann wird endlich einmal jemand laut und deutlich STOP! an die Hamas und weitere Terrororganisationen rufen. «Hört auf zu terrorisieren, hört auf Brandbomben zu schicken, hört einfach mit all euren Aggressionen auf!»

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Das Ende der UN(Schuld) ……. wie man die Welt zum Narren hält.

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Nelson Mandela schrieb im Vorwort zum „Weltbericht Gewalt und Gesundheit“ der WHO aus dem Jahr 2003 «Wir sind es unseren Kindern, den schwächsten Bürgern einer jeden Gesellschaft, schuldig, dass sie ein Leben ohne Gewalt und Furcht leben können».

Die WHO definiert in diesem Papier erstmals Gewalt als den absichtlichen Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichen Zwang oder physischer Macht gegen die eigene oder eine andere Person, gegen eine Gruppe oder Gemeinschaft, der entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklung oder Deprivation führt. 

Eine allumfassende Definition, die vom Suizid bis zum Genozid reicht. Die festhält, dass Gewalt gegen andere immer ohne die Zustimmung der betroffenen Person oder Personengruppe ausgeübt wird. Und, dass Gewalt mehr bewirkt, als auf den ersten Blick sichtbar wird. Die «gesunde Watsche», früher einmal das Zeichen von elterlicher Autorität und heute verpöntes und unter Strafe gestelltes Zeichen von purer Gewaltausübung hinterlässt sichtbar kaum mehr, als ein paar rote Streifen auf der Wange des so misshandelten Kindes. Der wirkliche Schaden manifestiert sich in der Seele, der Psyche, die zutiefst traumatisiert wird.

Von der Hamas und ihren affiliierten Terrororganisationen ist hinreichend bekannt, dass sie nichts lieber tun, als Lügen zu verbreiten und sich dabei nicht scheuen, Ursache und Wirkung zu verdrehen. In den arabisch-islamisch dominierten Gremien der UN, wie dem Sicherheitsrat und dem Menschenrechtsrat, honoriert man dies mit entsprechenden Abstimmungsergebnissen. Und auch europäische Länder entblöden sich nicht, den Kotau vor dem Islam zu machen. Der Grund dafür entzieht sich meiner Phantasie, haben sie vielleicht Angst, sich klar gegen den Terror zu stellen? Haben sie Angst vor möglichen Folgen auf Basis der Sharia und Opfer einer Fatwa zu werden? Ist die islamische Propaganda schon so sehr in den Köpfen von demokratischen Politikern, die der Wahrheit verpflichtet sein sollten, verankert?

Ein stark verkürztes Zitat aus Sure 5, 32 wird gerne herangezogen, um die Friedfertigkeit des Islam zu dokumentieren. «Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (dass es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält.»

Nun, dieser Lehrsatz, der so eingehend und klar ist, findet sich auch im Talmud.  „Nur aus diesem Grund wurde der Mensch erschaffen, um zu lehren, dass, wer immer eine einzige Seele Israels zerstört, so schuldig ist, als ob er eine ganze Welt zerstört hätte. Und wer immer eine einzige Seele Israels rettet, handelt so ehrenvoll, als ob er eine ganze Welt gerettet hätte.“

Die Frage, wer hier von wem abgekupfert hat, stellt sich nicht. Nachdem 70 CE der Zweite Tempel zerstört wurde und sich die Juden in die Diaspora zerstreuten, erkannten die Rabbiner, dass die Gefahr einer Verwässerung der bisher nur mündlich tradierten Lehre der Mischna bestand, und sie beschlossen, diese in eine schriftliche Form zu bringen. Um 220 CE lag erstmals eine einheitliche und verbindliche Form vor.  Damit fand der endgültige Übergang vom prophetischen Judentum zum rabbinischen Judentum statt, der Grundlage der heutigen modernen jüdischen Religion.

Interessant ist, dass in beiden Versionen „Israel“ angesprochen wird. Der talmudischen Text bezieht sich auf den Mord an Abel durch seinen Bruder Kain, kann also als eine Aufforderung „niemals wieder“ verstanden werden. Im Talmud ist die Rede von „Seelen Israels“ als Opfer, die Täter finden keine spezielle Erwähnung.

Die gerne als Beispiel für den „friedliebenden Islam“ zitierte Sure ist leider nicht komplett. Abschnitt 32 beginnt mit einer Aufforderung: „Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Isrāʾīls vorgeschrieben…» und setzt sich in den Abschnitten 33 und 34 fort: «Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), dass sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen die Hände und Füsse wechselseitig abgehackt werden, oder dass sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafen – ausser denjenigen, die bereuen, bevor ihr Macht über sie habt. So wisset, dass Allah Allvergebend und Barmherzig ist.» (sic!) Eine Ableitung vom Kleinen zum Grossen, vom Brudermord bis zum Kampf gegen den Islam….

Nach dem grauenhaften Terroranschlag in Paris, dem am 13. November 2015 etwa 130 Menschen zum Opfer fielen und bei dem mehr als 650 Personen teilweise schwer verletzt wurden, veröffentlichen nur wenige Tage später 70.000 Sufi-Imame eine Fatwa gegen ISIS und andere Terrorgruppen, wie Taliban und al-Qaeda die wie sie sagen «keine Moslemischen Organisationen» sind. Mehr als 150.000 Gläubige unterschrieben das Papier. Einer der Imame verkündete, dass die Moslemische Gemeinschaft Islamischen Extremismus verurteile. «Es steht im Koran geschrieben, dass das Töten von nur einem unschuldigen Menschen dem Töten der gesamtem Menschheit gleichkommt.» 

Ich fasse zusammen: Islam = friedfertig / Terrorgruppen = nicht islamisch, ergo es gibt keinen islamischen Terrorismus, denn nicht sein kann, was nicht sein darf. Und wenn es ihn doch geben sollte, so wird er verurteilt. Also ist doch alles gut!

Warum brauchen wir dann die UN? In der vergangenen Woche unterbreitete Kuweit dem Sicherheitsrat einen Vorschlag für eine Resolution. Mit der sollte Israel – wieder einmal – scharf verurteilt werden. Dank des Vetos der USA wurde er blockiert mit folgendem Ergebnis 10 Ja, 4 Nein, 1 Enthaltung. Ein, erwartungsgemäss völlig anders gewichteter Vorschlag der USA, der ganz klar die Hamas anklagte, brachte folgendes Ergebnis 1 Ja, 3 Nein und 11 Enthaltungen. Der Sicherheitsrat beendete die Sitzung unverrichteter Dinge.

Für die Hamas nur ein Teilerfolg. Während es am vergangenen Freitag, 8. Juni an der Grenze zu Gaza vergleichsweise ruhig war, zog der palästinensische UN Botschafter, Riyad Mansour, einen neuen Joker aus dem Ärmel. Er verkündete, den Antrag Kuweits in leicht abgeänderter Form vor die UN Generalversammlung zu bringen. Dieser Antrag sei, so seine Beurteilung, «extrem ausgewogen». Ein Veto in der UN Vollversammlung ist nicht vorgesehen, dafür sind Beschlüsse und Resolutionen aber nicht rechtsbindend. Die Annahme des Antrages stand damit von vorneherein fest, die Zahl der Gegenstimmen würde erwartungsgemäss überschaubar sein. Einzig bei den Enthaltungen oder bei den Abwesenheiten waren mögliche Überraschungen denkbar. Er machte sich auf den Weg, Werbung zu betreiben, sprich, seine Lügen weiter zu verbreiten, um alle in der UN vertretenen Staaten auf seinen, gemeinsam mit Algerien und der Türkei eingebrachten Antrag einzuschwören. Um das himmelschreiend peinliche Ergebnis vorwegzunehmen; es gab 120 Ja, 8 Nein und 45 Enthaltungen, wer ganz unentschieden war, blieb der Abstimmung fern. Die USA hatten noch versucht, einen Zusatz zum Antrag einzubringen, hierzu wäre eine 2/3 Mehrheit aller Anwesenden notwendig gewesen, aber nur 62 stimmten dafür, 58 dagegen und 42 enthielten sich.

 

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Der Titel des Antrages lautete: «Illegale Israelische Aktionen im besetzten Ost-Jerusalem und dem Rest des besetzten palästinensischen Gebietes – Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung».

Hier einige Zitate aus dem «extrem ausgewogenen» Antrag:

(…)

Wir drücken unsere schwere Sorge über die Eskalation der Gewalt, der Spannungen und der dramatischen Verschlechterung der Situation in den besetzten palästinensischen Gebieten, inklusive Ost-Jerusalem, insbesondere seit dem 30. März 2018 aus. Insbesondere drücken wir unsere tiefe Beunruhigung über den Verlust von zivilem Leben und der hohen Zahl von Verletzten unter der palästinensischen Bevölkerung, insbesondere im Gaza Streifen, darunter auch Kinder aus, die von der IDF verursacht wurden.

Wir verdammen alle Gewaltakte gegen Zivilisten, inklusive Terrorakten, ebenso wie jegliche Art von Provokation, Unruhestiftung und Zerstörung.

Wir bekräftigen das Recht auf friedliche Versammlungen und Proteste, die Freiheit des Ausdruckes und der Gruppenbildung.

 (…)

Wir betonen den besonderen Einfluss, den bewaffnete Auseinandersetzungen auf Frauen und Kinder, aber auch auf Flüchtlinge und vertrieben Personen haben. Das gilt auch für andere Zivilisten, die geschwächt sind, für Menschen mit körperlichen Einschränkungen und für ältere Menschen. Wir betonen die Notwendigkeit für den Sicherheitsrat und die Mitgliedstaaten, den Schutz der Zivilbevölkerung zu verbessern.

(…)

Wir halten fest, dass der Gaza Streifen ein integraler Teil des Palästinensischen Staates ist, der seit 1967 besetzt ist.

Wir bestätigen das Recht aller Staaten in der Region, in Frieden innerhalb von sicheren und international anerkannten Grenzen zu leben.

(…)

Wir bedauern die Anwendung von exzessiver, disproportionaler und willkürlicher Gewalt gegen palästinensische Zivilisten im besetzten palästinensischen Gebiet, inklusive Ost-Jerusalem und besonders im Gaza Steifen. Wir bedauern den Einsatz von scharfer Munition gegen zivile Demonstranten, gegen Kinder, gegen medizinisches Personal, gegen Journalisten und bedauern zutiefst den Verlust von unschuldigem Leben.

Wir verlangen von Israel, der Besatzungsmacht, sich solcher Aktionen zu enthalten und die gesetzlichen Verpflichtungen und Verantwortungen einzuhalten, die in den Genfer Konventionen vom 12. August 1949 mit Bezug auf Zivilbevölkerungen im Kriegsfall erläutert werden.

Wir verurteilen alle Aktionen, die dazu dienlich sind, Gewalt zu provozieren und ziviles Leben in Gefahr zu bringen und wir fordern alle Aktivisten dazu auf, sicherzustellen, dass die Proteste friedlich verlaufen.

Wir verurteilen auch den Raketenbeschuss von Gaza auf israelische Wohngebiete.

Wir fordern eine sofortige, anhaltende und voll respektierte Waffenruhe.

Wir drängen auf eine sofortige und unbehinderte humanitäre Unterstützung für die palästinensische Bevölkerung im Gaza Streifen. Dabei müssen die dringendsten Bedürfnisse, wie Medizin, Nahrung, Wasser und Brennstoffe in Betracht gezogen werden. Wir verlangen eine verbesserte Unterstützung der UNRWA und eine absolute Anerkennung der Bedeutung dieser Organisation, gemeinsam mit anderen UNO Gruppen und humanitären Organisationen, die humanitäre Unterstützung im Gaza Streifen leisten.

 (…)

Wo bleibt die Kritik an der Hamas und ihren Terrorbanden? Noch nicht einmal als Urheber der Raketen aus Gaza werden sie genannt. Wo bleibt die Erwähnung der Terrortunnel? Wo die Erwähnung der Feuerdrachen? Wo die willkürliche und mehrfache Zerstörung des Warenübergangs Kerem Shalom? Wo die ständigen Grenzverletzungen? Wo die „friedlichen Demonstrationen“? Wo die zahlreichen Terrorakte gegen Israel? Wo die nicht gezahlten Rechnungen für Wasser- und Stromlieferungen? Wo das ständige Brechen der Feuerpause? Wo die Entführungen von Soldaten? Wo der Missbrauch von Alten, Frauen, Kindern, Menschen mit körperlichen Einschränkungen als Schutzschilde? Wo der Missbrauch von Schulen und Krankenhäusern, die von der UNWRA gezahlt werden als Raketenabschussbasen? Wo das gezielte Umleiten von Spendengeldern in Höhe von vielen Millionen jährlich in den Ausbau von Tunnel und Terrorinfrastruktur? Wo das Abzweigen aus diese Spendenfonds in die Privatkassen der Terroranführer?

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Nikki Haley hat vollkommen recht, wenn sie die Abstimmung als «moralisch bankrottes Urteil» bezeichnet. Sie fügte hinzu «Es nährt das Narrativ des verzweifelten Bürgers von Gaza, dass seine Führer nicht für ihre Zwangslage verantwortlich sind. Es schürt Hass und opfert Ehrhaftigkeit, Sorgfalt, Kompromisse und Versöhnung zu Gunsten einer weiterführenden, engstirnigen politischen Agenda.»

 Screen-Shot-2018-06-13-at-23.05.58-400x250Auch unser UN Botschafter Dany Danon erhob vor der Abstimmung schwere Vorwürfe. «Die heutige Sitzung betraf unser Recht unsere Bürger zu verteidigen. Das ist der Versuch der internationalen Völkergemeinde, uns des grundlegenden Rechts auf Selbstverteidigung zu berauben. Die vor uns liegende Abstimmung schützt weder unschuldige Palästinenser, noch unschuldige Israelis. Sie verurteilt die Hamas nicht, ja nennt sie nicht einmal. Hamas, die international anerkannte Terrororganisation, die direkt verantwortlich ist für die Gewalt in unserer Region.»

Angesichts der zahlreichen Lügen, Auslassungen, Abstrichen und Anklagen, die im heute zur Abstimmung vorgelegten Antrag enthalten waren, oder eben nicht enthalten waren, hätte eine faire und objektive Abstimmung zu einem ganz anderen Ergebnis komme müssen. Die UNO Vollversammlung hat mit dem heutigen Tag endgültig ihre UN(Schuld) verloren und ihr Existenzrecht verspielt.

In Gaza bereitet man sich auf einen lustigen Drachenflugtag, heute Freitag, den 15. Juni vor. 5.000 Drachen und Ballone sollen, so die Planung, ein farbenfrohes Bild am blauen Himmel malen, bevor sie weiteren Schaden in Israel anrichten. Dass es dann vielleicht kein Helium mehr für die Krankenhäuser gibt, wen interessiert es?

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gaza 2018 – ein Schrecken ohne Ende?

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Hamas hatte für den vergangenen Freitag den 8. Juni, den letzten Freitag im diesjährigen Ramadan, den Höhepunkt des „Marsches der Rückkehr“ angekündigt. Man hatte, um dieses Ziel zu erreichen, den Gedenktag an die Naksa um drei Tage verschoben. Der Naksa Tag  (Tag des Rückschlags) wird in Erinnerung an den 5. Juni 1967 begangen. An diesem Tag brach der 6-Tage-Krieg aus. Ob dieser Krieg ein Verteidigungskrieg Israels gegen Kampfhandlungen in Ägypten, Jordanien und Syrien im engeren Sinne war, oder ein Präventivkrieg, unterliegt bis heute unterschiedlichen Interpretationsansätzen. Unterstützt wurden die Kriegskontrahenten von den USA als Berater auf israelischer Seite und auf arabischer Seite vom Irak, Kuweit, Algerien und Saudi-Arabien, durch die Sowjetunion. Wie in den beiden Kriegen zuvor war Israel mit Truppen und Waffen weitaus unterlegen, allein Ägypten konnte zahlenmässig ein nahezu gleich starkes Kontingent stellen.

Trotzdem gewann Israel den Krieg und hatte grosse Gebiete erobert. Die Sinai Halbinsel und den Gaza Streifen von Ägypten, die Golan Höhen von Syrien, und von Jordanien das Westjordanland, sowie das sogenannte Ostjerusalem. Die Sinai Halbinsel wurde 1982 im Zuge der Friedensverhandlungen zurückgegeben. Im Jahr 2005 zog sich Israel komplett aus Gaza zurück. Die Golanhöhen wurden 1981 annektiert, ein Schritt, der aus sicherheitspolitischen Gründen nur zu verständlich ist. Ganz Galiläa bis weit hinunter zum Kinneret liegt in unmittelbarer Sicht- und Schussweite vom Golan und wäre im Fall einer kriegerischen Auseinandersetzung kaum zu verteidigen. Jordanien verzichtete 1988 nach dem Abschluss des Friedensvertrages auf alle Ansprüche in Westjordanien, im offiziellen israelischen Sprachgebrauch heute Judäa und Samaria. In den Jahren 2008 und 2010 gab es Friedensverhandlungen mit Syrien, bei denen der Status des Golan eines der Hauptthemen war. Kurz darauf begann in Syrien der bis heute andauernde Bürgerkrieg.

Folgt man den palästinensischen Zahlen, so wurden während des Unabhängigkeitskrieges 1948 eine Millionen Araber vertrieben und während des 6-Tage-Krieges nochmals 400.000. Einige mussten leider zum zweiten Mal innerhalb von 20 Jahren fliehen. Für die UNRWA addierten sich die Zahlen dennoch zu etwa 1 ½ Millionen arabisch-palästinensische Flüchtlingen. Andere Quellen nennen weitaus niedrigere Zahlen, was aber im Prinzip unerheblich ist.

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Aufruf zur Demonstration am Naksa Tag in New York

Die UNO war am Ende des 6-Tages-Krieses schnell zur Hand, mit der Resolution 242 zu reagieren.

(…..)

  1. erklärt, dass die Verwirklichung der Grundsätze der Charta die Schaffung eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen Osten verlangt, der die Anwendung der beiden folgenden Grundsätze einschließen sollte:
  2. i)  Rückzug der israelischen Streitkräfte aus (den)* Gebieten, die während des jüngsten Konflikts besetzt wurden;

(….)

Das kleine Wort «den», das in der deutschen Version für die Verständlichkeit hinzugefügt wurde, fehlt in der englischen Originalversion. Über dieses fehlende Wort streiten die Palästinenser noch heute. Aus «den Gebieten» bedeutet «aus allen Gebieten» während die Formulierung «aus Gebieten» durchaus Handlungs- und Interpretationsspielraum lässt.

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Im Pariser Vorort Bezons wurde vorübergehend eine Strasse umbenannt. Seit 2013 ist der Terrorist Majdi Al-Rimawi Ehrenbürger der Stadt.

Für die Araber waren der 6-Tage-Krieg und seine Folgen tatsächlich ein «Rückschlag». «Für die Palästinenser zeigte die Naksa die Sinnlosigkeit, sich auf Arabische Staaten zu verlassen. Diese waren nur mit ihrem (politischen) Überleben beschäftigt und ausser Stande, eine einheitliche Haltung einzunehmen, um von Israel eine Wiedergutmachung für 1948 zu erhalten. Geschweige denn, ihnen (den Palästinensern) wenigstens einige der Rechte und Besitzungen zurück zu geben. Zahlreiche Palästinenser waren verbittert darüber, dass ehemals Arabische Staaten, die versprochen hatten, den «arabischen Charakter» Palästinas zu erhalten, sich nun unentschlossen gegenüber dem Feind verhielten, den sie ausradieren wollten. (…) Falls die Palästinenser noch irgendeine Hoffnung haben wollten, so mussten sie ihr Schicksal selber in die Hand nehmen. Der Krieg von Juni 1967 erneuerte den palästinensischen Kampf gegen den Zionismus. Eine neue Generation übernahm die politischen Organisationen, sowie die Guerilla Gruppen und erinnerte die Welt daran, dass es tatsächlich Araber innerhalb des Landes Israel gab. Ein uransässiges Volk im Kampf mit einem kolonialen Siedler Staat, der sie vollkommen ihres Landes beraubt hatte.» 

Soweit die Grundlagen, auf denen der «Grosse Marsch der Rückkehr» begann und auch weitergeführt werden soll.

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Das Be’eri Naturreservat im Frühjahr 2018  – Mohnblüte „Roter Süden“

 

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Das Reservat heute, nachdem Feuerdrachen es mehrfach in Brand gesetzt haben

Für den vergangenen Freitag hatte die Hamas noch einmal alle Register gezogen. Unmittelbar nach den Mittagsgebeten begannen wieder die bekannten Shuttle Bus Transporte aus dem ganzen Gaza Streifen in Richtung Grenze. Lautsprecher beschallten die Ankommenden mit religiösen Beschwörungen und forderten sie auf, sich bis auf 100 Meter dem Grenzzaun zu nähern. Aber, fast im Sinne einer kollektiven Befehlsverweigerung blieben diese diesmal einfach stehen und rührten sich nicht. Erst später kam Bewegung in die mittlerweile auf wenige Tausend angewachsene Menge. Die ersten Jugendlichen rannten auf den Zaun zu, warfen Handgranaten in Richtung IDF, zerschnitten hier und da ein Stück Zaun und zogen sich so schnell, wie sie gekommen waren, im Schutz des allgegenwärtigen schwarzen Qualms wieder zurück.

Die IDF erhielt die Erlaubnis, gezielt auf die Beine der Terroristen zu schiessen, hielt sich aber zurück, um zu verhindern, dass es durch die Sichtbehinderung zu Fehlschüssen kam. Diesmal hatten die Soldaten Verstärkung durch eine Multi-Media Bataillon erhalten. Hinter jedem Scharfschützen gab es einen Soldaten, der jegliches Geschehen aufnahm. Die Auswertung der Aufnahmen zeigte, dass an diesem Freitag alles anders war.

Die Bereitwilligkeit, die die Jugendlichen in den vergangenen Wochen gezeigt hatten, war wie weggeblasen. Fast schien es so, als wären sie nur dort, weil man es von ihnen verlangte, und nicht, weil sie es wollten.

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Und noch etwas war anders, es gab fast keine Kinder, die ohne Bedenken seitens der Hamas bisher ganz nach vorne geschickt worden waren. Gegen 18 Uhr war alles vorbei. Die Helden eilten nach Hause zu den Abendgebeten, um anschliessend das tägliche Fastenbrechen gemeinsam mit der Familie zu geniessen.

Die Hamas hat für den Augenblick verloren. Aber, sie ist deshalb noch lange kein zahnloser Tiger. Im Gegenteil, ihre aktuelle Situation macht sie nur gefährlicher. Sie wollten sich den Menschen in Gaza als grosser Retter und Segensbringer präsentieren. Und nun stehen sie mit leeren Händen da. Die Wiederannäherung mit der PA ist gescheitert, statt nun den Geldhahn zu öffnen, behält Präsident Abbas die Zahlungen an die Hamas-Beamten ein. Die mit Ägypten angeblich ausgehandelte Feuerpause fand kein Echo aus Israel – sie wird einfach eingehalten, solange es in Gaza ruhig ist. Selbst Katar ist nicht mehr der mehr als zuverlässige Partner, das Emirat hat selber Probleme. Bleibt also nur der Iran. Und der «Grosse Marsch der Rückkehr» war ein grosser Flop, mit viel zu vielen Toten und Verletzten, über die die Hamas ihren Bürgern gegenüber Rechenschaft ablegen muss. Vor allem, wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt.

Einkaufen für das Fest – Terrormarke „Harakat al-Sabireen

Die Unruhen an der Grenze werden abflauen. Am kommenden Donnerstag endet mit dem grossen Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr der Ramadan, zeitgleich beginnt mit dem ersten Spiel Russland gegen Saudi-Arabien die Fussball WM. Ein Grund für die Gazaner, lieber daheim zu bleiben!

Hamas wird seine Wunden lecken und weitere Überraschungen für Israel planen. In Sicherheit wiegen dürfen wir uns nicht.

Aber vielleicht wäre es ein erster Schritt (wieder einmal), Unterstützung für das von der Hamas gequälte Volk in Gaza zu bringen, wenn Israel die von der IDF vorgeschlagenen Erleichterungen umsetzen würde. Die Rede ist von Sechstausend Arbeitsbewilligungen für Gazaner in Israel, dem Einrichten für einen beschränkten Warentransport über den Personenübergang Eretz, sowie anderen nicht näher spezifizierten Erleichterungen. Eine erste Diskussion dazu am vergangenen Sonntag im Sicherheitskabinett verlief erfolglos, aber immerhin, der Vorschlag ist nicht vom Tisch.

© esther scheiner, israel

 

 

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Und ich habe auch private Pläne. Nicht heute, nicht morgen. Aber ich möchte eine eigene Familie haben. Und möglichst viele Kinder!“

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Als ich am 28. August 2014 meine Abschlussarbeit hier veröffentlichte, war das der letzte Satz von Ori. Und tatsächlich, sein Leben stand unmittelbar vor einem Wendepunkt.

Ich weiss nicht genau, ab wann im Facebook die ersten gemeinsamen Fotos von den Beiden auftauchten, es könnte Ende 2015 gewesen sein. Zuerst gab es nur vereinzelte Bilder, dann wurden es immer mehr, bis es fast keine anderen Sujets mehr gab.

Der Bewegungsradius von Ori wuchs und wuchs. Eine Reise nach Jordanien mit dem eigenen Wagen, Kurzferien in Barcelona und ein ausgedehnter Aufenthalt in den USA mit anschliessender Kreuzfahrt bestimmten das Jahr 2017. Es war keine wirkliche Überraschung, dass wir im Dezember 2017 von der geplanten Hochzeit hörten.

Am Freitag, 01. Juni 2018  / 18. Sivan 5778 ist er seinen Plänen und Träumen um einen grossen Schritt nähergekommen. Ori und Yasmin haben geheiratet!

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Im benachbarten Kibbuz „Beit Oren“ (Haus der Tannen) fand das fröhliche Fest statt. Hochzeiten in Israel sind etwas ganz Anderes, als Hochzeiten in Europa. Die Zeremonie kann überall stattfinden, wo es Platz für die Chuppa gibt. Die Chuppa ist der Traubaldachin, unter dem die eigentliche Zeremonie von einem Rabbiner durchgeführt wird.

 

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Das Apero Buffet

Zuvor wird die Ketuba, der Ehevertrag, von Braut und Bräutigam, sowie zwei Zeugen und dem Rabbiner unterschrieben. Während sie dieses archaische Dokument unterzeichnen, feiern die Gäste schon. Die Stimmung ist ausgelassen, es wird getanzt, gelacht. Man trifft Verwandte und Freunde, die man nicht jeden Tag sieht, erneuert alte Bekanntschaften, trifft auch manchen „liebsten Feind“ und versucht ihm aus dem Weg zu gehen. In orthodoxen Gemeinden feiern Braut und Bräutigam auch heute noch getrennt.

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Links die Familie der Braut, rechts die des Bräutigams. Die Elternpaare allerdings sind gemischt.

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Lebenslust pur, die Braut während des Empfanges

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Der Bräutigam nimmt es etwas ruhiger, aber nicht weniger herzlich

Es gibt Tendenzen, die klassische Ketuba abzulehnen, weil sie ausschliesslich die Pflichten des Ehemannes gegenüber seiner Frau festschreibt und auch eine Summe festhält, die im Falle einer Scheidung oder im Falle seines Todes an sie gezahlt werden muss. Die Frau scheint in diesem, meist aramäisch geschriebenen Papier nur eine Nebenrolle, sicher aber nicht die einer vollwertigen Partnerin zu spielen. Moderne Texte sind da wesentlich zeitnaher, beschreiben die gegenseitigen Rechte und Pflichten und können durchaus auch individuell gestaltet werden. Und selbstverständlich auch in der Landessprache.

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Kurz vor der Zeremonie, wer keinen Platz gefunden hat, sitzt einfach auf dem Rasen

Dann beginnt die eigentliche Zeremonie. Sie besteht aus zwei Teilen, der Verlobung und der eigentlichen Trauung. Diese Zweiteilung hat uralte Wurzeln. Mit dem ersten Teil, der Verlobung (Kiddushim) wurde das Brautpaar streng halachisch gesehen einander angetraut. Nach altem jüdischen Recht galt dies bereits als rechtsverbindlicher Zustand, der nur durch einen Scheidungsbrief (Get) eines jüdischen Rabbinatsgerichts gelöst werden kann. Das Brautpaar erhält nun einen Becher Wein, den es gemeinsam austrinkt. Anschliessend steckt der Bräutigam der Braut einen Ring an und spricht die Trauformel: „Durch diesen Ring bist du mir anvertraut nach dem Gesetz Moses und Israels». War es früher unüblich, dass auch die Braut dem Bräutigam einen Ring ansteckte, so ist das heute, vor allem in nicht-orthodoxen Gemeinden eine Selbstverständlichkeit. Das Vorlesen der Ketuba markiert das Ende des ersten Teils.

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Elisha verliest die Ketuba, die Väter lächeln, die Braut ist etwas verwirrt……

Endete die Zeremonie an dieser Stelle, so galt das Brautpaar zwar als Ehepaar, durfte aber noch nicht zusammenleben. Zwischen den beiden Zeremonien konnten Wochen oder gar Monate liegen. Heute beginnt meist unmittelbar anschliessend die zweite Zeremonie, Nisu’in. Mit dieser Zeremonie, in deren Zentrum die „Sheva Brachot“, die sieben Segenswünsche stehen, wird die eigentliche Eheschliessung vollzogen.

Diese Segenswünsche werden von Freunden und Verwandten, die das Brautpaar ausgesucht hat, ausgesprochen. Jedem Segensspruch folgt ein Schluck Wein.

Ganz am Ende der Trauung leert das Brautpaar den Becher. Anschliessend zerbricht der Bräutigam ein Glas, worauf alle in laute „Mazal tov!“ Rufe ausbrechen.

So wie das Brautpaar, Ori und Jasmin, ganz besondere Menschen sind, so war auch die Chuppa etwas ganz Besonderes! Elisha, Gemeinderabbiner und Freund des Brautpaares, gestaltete die Zeremonie sehr persönlich. Immer wieder flocht er einige kleine Bemerkungen ein, die seine enge Beziehung zur Familie des Bräutigams und der Braut zeigten. Es war keine jener anonymen Zeremonien, die einfach „hinter sich gebracht werden müssen“ und keinen emotionalen Nachhall hinterlassen. Die Hochzeitsgäste waren aus ganz Israel angereist, bis hinunter nach Be’er Sheva. Dort haben Ori und Yasmin sich kennengelernt, dort haben sie studiert und dort arbeiten sie jetzt, nachdem sie ihre Studien abgeschlossen haben. Es war eine fröhliche Gesellschaft mit vielen Kindern, die sich in Beit Oren eingefunden hatte.

Das Tuch, das zum Brautbaldachin mutierte, wurde von jedem, der wollte zuvor bemalt und beschrieben. Statt des Glases zertrat Ori eine Glühbirne. Den Kidduschbecher hatte er zu seiner Bar Mitzwa vor 17 Jahren erhalten. Sicher wird der Becher in den kommenden Wochen und Monaten immer am Freitagabend benutzt werden, aber, wie Elisha, augenzwinkernd bemerkte, hoffentlich auch bald, nach der Geburt des ersten Kindes. Wird es ein Junge, so findet acht Tage nach der Geburt die Beschneidung statt, wird es ein Mädchen, so wird am ersten Schabbat nach der Geburt der Name feierlich in der Synagoge bekannt gegeben.  Das nächste Fest findet dann 12, bzw. 13 Jahre später statt. Die feierliche Bat und Bar Mitzwa, die heute selbstverständlich in nicht orthodoxen Gemeinden für beide gleichermassen vorgesehen ist.

Aber bis dahin bleibt den Beiden noch Zeit genug, ihr gemeinsames Leben zu geniessen!

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Die Hochzeitstorte

Es war ein wunderbares Fest mit einer berührenden Zeremonie. Zwei grossartige junge Menschen haben beschlossen ihren Lebensweg miteinander zu gehen. Ein mutiger Schritt, der viel Liebe und Zuversicht verlangt. Sie werden ihn gemeinsam meistern, vielleicht nicht jeden Tag lachend und tanzend, aber getragen von ihrer Liebe, ihrem Optimimus und ihrer Lebensfreude.

 

 

© esther scheiner, israel

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Ruhe vor dem Sturm?

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Gestern, Dienstag, 29. Mai, kurz vor 7 Uhr am Morgen, heulten die ersten Sirenen im Süden des Landes. Die meisten Menschen waren unterwegs, zur Arbeit, zur Schule, zum Kindergarten. Mütter schoben ihre Kinderwagen, ohne dabei besonders zu hetzen. Ein Fehlalarm. So dachten wohl einige. Eine Fehleinschätzung, die hätte tödlich enden können. Es blieb nicht bei dem einen Alarm, nein es ging weiter, Sekunde auf Sekunde. Die Pausen waren zu kurz, um stehen zu bleiben. Bis heute am frühen Morgen waren es mehr als 130 Raketen und Mörsergranaten, die aus dem Gazastreifen auf zivile Ziele Richtung Israel abgeschossen worden waren.  Die genaue Zahl steht noch nicht fest, es könnten bis zu 200 Geschosse gewesen sein. Die Verantwortung hat der vom Iran unterstützte palästinensische Arm des Islamischen Jihad übernommen.

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Zur Erinnerung, im Frühling 2014 waren es knapp mehr als 1500 Raketen, die schlussendlich dazu führten, dass im Sommer 2014 die Operation „Fels in der Brandung“ begann. Die Operation endete mit einer Feuerpause, die am 26. August um Mitternacht in Kraft trat. Zuvor hatte es schon mehrere Versuche Ägyptens gegeben, eine Feuerpause auszuhandeln, die aber jedes Mal von Hamas gebrochen wurde.

Theoretisch gilt jene Feuerpause auch heute noch, nachdem es keine weiteren Verhandlungen gab, die zu einem andauernden Waffenstillstand geführt hätten. Im Gegensatz zum Waffenstillstand, der immer vertraglich geregelt ist, ist die Feuerpause kein völkerrechtlich geregeltes Konstrukt.

Das wissen natürlich auch die terroristischen Gruppen in Gaza.  Und sie wissen, dass wir nicht daran interessiert sind, die angespannte Situation eskalieren zu lassen.

Und so meldete sich heute, am 30. Mai, ein Sprecher des Hamas Politbüros Khalil al-Hayyeh in völliger Verdrehung der Tatsachen zu Wort. Das Abkommen sei „erreicht worden und wird von uns so lange eingehalten, wie Israel es einhalten werde.“ Es sei, so fuhr er fort, mit ägyptischer Hilfe vereinbart worden und würde ab Mitternacht gelten. Tatsächlich wurde das Inkrafttreten auf 2 Uhr verschoben, um dann um 4 Uhr wirklich in Kraft zu treten.

Vorher hätte es wohl auch keinen Sinn gemacht, denn um

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gab es Alarm.

Und selbst das war noch nicht weit genug gegriffen, es gab auch danach noch Angriffe, um

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schrillten erneut die Sirenen!

Seither ist Ruhe. Ob sie trügerisch ist, kann man noch nicht sagen. Nach zwölf Stunden ohne weiteren Beschuss wurden die seit gestern herrschenden Sicherheitsvorschriften für die Bewohner der grenznahen Orte weitgehend aufgehoben.

Seitens der israelischen Regierung und der IDF gab es keine Bestätigung über eine getroffene Vereinbarung, jedoch die inoffizielle Zusicherung, keine weiteren Aktionen auszuführen, solange es in Gaza ruhig bliebe.

Der gestrige Beschuss aus Gaza stellt einen neuen traurigen Rekord auf. Im Sommer 2014 wurden an einem Tag 120 Raketen auf Israel abgeschossen.

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Raketenbeschuss auf eine Sportanlage in Netivot

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Raketen trafen das Haus in Eschkol

Dank des „Iron Dome“ konnten diesmal die meisten Geschosse abgefangen werden, jedoch gab es einen Treffer an einem Gebäude in Netivot, ein Einfamilienhaus in Eschkol wurde direkt getroffen und eine Mörsergranate schlug in einen Kindergarten ein. Gottseidank geschah dies während der ersten Salve, so dass noch keine Kinder im Haus waren. Der Kindergarten ist als Ganzes als Bunker gebaut worden und ist daher das sicherste Gebäude im Ort, wie eine Mitarbeiterin berichtete.

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Mörsergranate im Garten des Kindergartens

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Spielplatz des Kindergarten

Vier IDF Soldaten wurden von Schrapnells getroffen und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zahlreiche Zivilisten erlitten durch Raketenbeschuss und die Druckwellen beim Abfangen der Geschosse einen Schock und mussten ebenfalls behandelt werden.

Als Antwort auf den andauernden Beschuss flog die IAF gezielte Angriffe auf Terrorziele in ganz Gaza. Es gab keine Verletzten oder gar Toten.

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Während es in den vergangenen Wochen nur Anschuldigungen und Diffamierungen gegen Israel gab, reagierte die Weltöffentlichkeit diesmal völlig anders. Der Sprecher des Aussenministeriums, Emmanuel Nachschon, forderte die israelischen Diplomaten im Ausland auf, unverzüglich aktiv zu werden und von ihren Gastgeberländern eine klare Verurteilung von Hamas und seinen Terrorpartnern zu erwirken. „Dies ist ein Angriff von Terrororganisationen gegen Zivilisten. Bedauerlicherweise gab es Verletzte. Von diesen Angriffen leiten wir unser Recht auf Selbstverteidigung ab. Wir erbitten von Ihnen (i.e. den Diplomaten) umfassende Informationen mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln.)  

Die USA, Italien, Irland, Deutschland, Frankreich und sogar die UN verurteilten Hamas scharf für die Angriffe. Deutschland, über dessen „Staatsraison“ wir uns schon einige Male Gedanken machen mussten, liess durch seinen Botschafter in Tel Aviv mitteilen: „Deutschland verurteilt einstimmig die Eskalation der Gewalt. Es gibt unter keinen Umständen eine Rechtfertigung  für den fortgesetzten Beschuss Israels aus Gaza.“  

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© screenshot Twitter

Heute Abend wird sich das Sicherheits-Kabinett in Jerusalem treffen, um die Lage in Gaza zu besprechen. Teilnehmen werden die zehn wichtigsten Minister und der PM.

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Der UNRWA Direktor hast natürlich eine andere Botschaft! © screenshot Twitter

Die US Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley forderte eine Dringlichkeitssitzung, die noch in den Abendstunden ab 19 Uhr abgehalten werden wird. „Mörsergranaten haben zivile Infrastrukturen, inklusive eines Kindergartens getroffen. Der Sicherheitsrat sollte empört sein und auf die letzte Welle der Gewalt, die sich gegen unschuldige israelische Zivilisten richtete reagieren. Die palästinensische Führung muss für das, was in Gaza geschieht, verantwortlich gemacht werden.“

Der israelische Botschafter bei der UNO, Danny Danon hielt fest: „Seit Wochen haben wir gewarnt, dass die gewaltsamen Aufstände an der Grenze zu Gaza kein spontaner Protest waren, sondern eine gewaltsame, orchestrierte Attacke auf Israel.“ 

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Gaza VIII – der verlorene Propagandakrieg

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Das Zitat wird Churchill zugeschrieben, aber auch anderen Publizisten erheben Anspruch auf die Urheberschaft: „Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Aber die Nachwelt behält sich Korrekturen vor.“

Israel hat oft Geschichte geschrieben. Es ging als Sieger aus allen israelisch-arabischen Kriegen hervor. Vom Bürgerkrieg (1947/48), der nahtlos in den Unabhängigkeitskrieg 1948/49) überging, über die Suezkrise (1956/57), den Sechstagekrieg (1967), den Yom Kippur Krieg (1973), den ersten (1982) und den zweiten Libanonkrieg (2006).

Seit dem Sechstagekrieg, von der Weltöffentlichkeit gerne als Angriffskrieg, von Israel als Präventivschlag definiert, wandelte sich das Bild Israels in der Welt. Bis dahin war der kleine Staat im Nahen Osten das Hätschelkind der Politik und der Jugend Europas. Israel war „in“. Wer konnte, lebte einige Zeit in einem Kibbuz, wurde Teil dieses Wunderlandes.

Nach dem Krieg, der mit der Eroberung der Golanhöhen von Syrien, des Gaza Streifens und der Sinai Halbinsel von Ägypten, dem Gebiet von Judäa und Samaria mit Ostjerusalem, von Jordanien besetzt, endete, war alles anders.  Auf einmal war Israel der verhasste Aggressor, statt ein Jahr in einem Kibbuz zu verbringen, trug die europäische Jugend schwarz-weisse Kuffiyot, um sich symbolisch mit den nun unterdrückten palästinensischen Arabern zu solidarisieren.

Die Gaza Operationen „Gegossenes Blei“ (Dezember 2008/Januar 2009) endete mit einer nicht verhandelten Waffenruhe. Als Folge gab es zahlreiche pro-palästinensische und wenige pro-israelische Demonstrationen, sowie intensive Aufrufe zum Boykott von Israel.

Die zweite Gaza Operation „Pillar of defense“ (November 2012) endete ebenfalls mit einer Waffenruhe, wobei beide Seiten den Sieg der Operation für sich beanspruchten.

Die dritte Gaza Operation „Fels in der Brandung“ (Juli/August 2014) endete mit einem Waffenstillstand. Beide Seiten hatten das Ziel der Operation nur teilweise erreicht, trotzdem stellte sich Hamas als Sieger dar. Teilweise gewaltsame Ausschreitungen in Europa mit Angriffen auf jüdische Einrichtungen waren die Folge.

In den Medien überwog die israelkritische, ja sogar israelfeindliche Berichterstattung. Welche Begriffe über Israel, die IDF und unsere Politiker im Netz zu kursieren begannen, ist unglaublich. Es gab auch andere Stimmen, zugegeben, aber die Waagschale begann sich stetig zu unseren Ungunsten zu senken.

Und nun der „Marsch der Rückkehr“. Insgesamt forderte er etwa 100 Tote auf palästinensischer Seite, mehr als 2500 Verletzte. Und bei uns?  Asche auf unser Haupt, bei uns gab es nur einen verletzten Soldaten. Und Sachschaden an einem Haus, noch nicht bezifferten Schaden an verbrannten Äckern und damit auch verbrannter Ernte. Durch den andauernden fetten schwarzen Rauch, der seit Wochen aus Gaza nach Israel herüberweht, hat es sicher Schaden an der Natur gegeben, vielleicht sogar Atemwegserkrankungen bei Soldaten und bei der grenznah lebenden Bevölkerung. Das wissen wir noch nicht.

Seit dem vergangenen Montag ist es relativ ruhig an der Grenze. Im Prinzip ist diese Ruhe immer ein Zeichen dafür, dass sich Hamas neu orientiert und positioniert. Sie darf nicht unterschätzt werden.

Aber sie lässt Zeit, einige Informationen anzuschauen und ein hoffentlich etwas korrigiertes Bild zu schaffen.

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Am vergangenen Freitag, 18. Mai, beschloss der UN Menschrechtsrat mit 29 Ja, 2 Nein und 14 Unentschieden, eine unabhängige Kommission einzusetzen. Diese soll untersuchen, warum es in Gaza während der „friedlichen“ Demonstrationen so viele Todesopfer geben konnte. Die beiden Nein Stimmen kamen von Australien und den USA. Prinz Zeid bin Ra’ad Zeid al-Hussein, Mitglied des jordanischen Königshauses und seit 2014 Hochkommissar des UN Menschenrechtsrates sagte anlässlich der dringlichen Sitzung: «Israel, ist entsprechend internationalem Recht Besatzungsmacht, und damit verpflichtet, die Bevölkerung von Gaza zu schützen und für ihr Wohlergehen zu sorgen. Aber die ist, de facto, von der Geburt bis zum Tod eingefangen in einem vergifteten Käfig. Sie ist ihrer Würde beraubt, und von den israelischen Politikern so weit abgewertet, dass es scheint, als würden diese noch nicht einmal in Betracht ziehen, dass die Männer und Frauen von Gaza ein Recht und einen Grund zum Protest hätten.» Weiter in seiner Rede machte er Israel und die Blockade des Gaza Streifens verantwortlich, dass sich die Lebensbedingungen so dramatisch verschlechtern würden. Er hat eines verschwiegen: Es gibt keine Besatzung in Gaza, seit 2005 lebt dort kein einziger Jude mehr.

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Das ist nur ein Bruchteil der normalen Lieferungen bei vollem Betrieb

Kurz darauf sagte die EU zu, € 3 Millionen als direkte humanitäre für Gaza auf den Weg zu bringen. Das Geld soll dazu dienen, Wasser, medizinische Produkte und Desinfektionsmittel an die Gazaner zu verteilen. Christos Styliandes, der Vorsitzende der EU Hilfsorganisation sagte dazu: „Diese EU Nothilfe wird helfen, den Menschen in Not eine grundlegende Versorgung zu geben. Für eine reibungslose und andauernde Lieferung von humanitären Hilfsprodukten, ist es notwendig, dass dringend notwendige Güter regelmässig nach Gaza hineingebracht werden.“ 

Das ist wirklich eine gute und zielführende Forderung, der ich mir zu 100% anschliessen kann!

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Ramadan Kareem und Gute Reise!

Warum aber haben dann die „friedlichen Demonstranten“ innerhalb von wenigen Wochen dreimal den Versorgungsübergang Kerem Shalom beschädigt? Innerhalb von nur zehn Tagen wurde die Infrastruktur so stark beschädigt, dass er kurzfristig geschlossen werden musste. Völlig zerstört war die administrative Infrastruktur auf palästinensischer Seite, einige Lager, die Leitung, durch die Brennstoffe nach Gaza geliefert werden. Verteidigungsminister Lieberman kündigte daraufhin an, den Übergang bis auf Weiteres zu sperren. Auf dringende Bitten der COGAT (Koordinationsstelle der Regierung) Offiziere, liess er aber bereits am Folgetag wieder dringende Hilfsgüter abfertigen.

Die Schäden dürften sich nach vorsichtigen Schätzungen auf etwa US$ 9 Millionen belaufen.

Am vergangenen Dienstag 15. Mai, dem Nakba Tag, sollten In Kerem Shalom acht LKW mit medizinischer Hilfe abgefertigt werden. Vier Ladungen kamen von der PA, zwei von der UNICEF und zwei von der IDF. Während die ersten sechs Lieferungen akzeptiert wurden, schickte die Hamas die beiden Hilfslieferungen der IDF zurück. Obwohl auf Grund der hohen Zahl von Verletzten die medizinische Betreuung in den Spitälern des Gaza Streifens nicht mehr gewährleistet werden kann, weigerte sich die Hamas, die angebotene Hilfe anzunehmen. „Wir akzeptieren keine Medizin von den Mördern unseres Volkes.“ Und nicht nur das, vierzehn weitere LKW voll mit Essen und anderen Hilfsgütern aus Israel wurden zurückgewiesen. Welcher Zynismus! Immerhin fand diese Meldung den Weg in die meisten Medien, nur in arabischen Zeitungen war davon nichts zu lesen. Die mehrfache Zerstörung von Kerem Shalom war aber leider der einzige PR Schuss von Hamas, den sie nicht für sich verwenden konnten. Die Reparaturarbeiten werden einige Wochen in Anspruch nehmen. Bis dahin muss die Bevölkerung in Gaza damit rechnen, über weniger Koch Gas und Treibstoff verfügen zu können, als bei einer zu 100% arbeitenden Lieferanlage. Die EU hat am Freitag angekündigt, sich mit € 30 Millionen an der Instandsetzung des Grenzübergangs zu beteiligen. Die Frage ist, ob das Geld jemals dort ankommt.

Gestern am Samstag (19. Mai) hat sich ein 20 Jahre alter Familienvater selbst angezündet. Er wollte damit aufmerksam auf die unqualifizierte Art machen, mit der Hamas die humanitäre Krise in Gaza handhabt. Sein Bruder ist während der Demonstrationen verletzt worden. Der junge Mann, Fathi Harb, überlebte den Selbsttötungsversuch mit mittelschweren Brandwunden.

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Auch wenn seitens der Hamas mittlerweile zugegeben wird, dass mindestens 50 der 62 Toten am vergangenen Montag Mitglieder der Terrororganisation waren, auch wenn immer mehr Interviews, Videos, Zeugenaussagen veröffentlicht werden, der Propaganda-Schaden, den Israel erlitten hat, ist immens. Die westlichen Medien überbieten sich dabei, Israel zu verteufeln.  Der türkische Präsident Tayyip Erdoğan verglich IDF mit den Nazi Schergen «Die Kinder derer, die allen Arten von Folter in den KZs des Zweiten Weltkrieges ausgesetzt waren,  greifen jetzt die Palästinenser mit Methoden an, über die die Nazis sich schämen würden.»

In der NZZ, der grossen alten Dame des Zürcher Journalismus, die sich leider mehr und mehr vom objektiven Journalismus abwendet und gnadenloses Israel-bashing betreibt, durfte am Freitag Ursula Hauser, eine Therapeutin aus der Schweiz zu Wort kommen. Wieder zurück aus dem Gaza Streifen, sitzt sie im Cafe Odeon und diktiert der Journalistin: «Die Situation ist desolat, es gibt nicht einmal mehr Trinkwasser, weil man alle Brunnen vergiftet hat!» Aus der Online Ausgabe wird der Satz später mit einer mageren Entschuldigung entfernt, in der Print Ausgabe bleibt er stehen. Und da ist sie dann wieder, die Lüge von den Juden, die Brunnen vergiften. Billigster Antisemitismus. Und das macht sich doch, als Zugabe ganz besonders gut!

 

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Der Text in der Printversion

 

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Die korrigierte Online Version

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Die Fussnote = Entschuldigung

 

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Der Bürgermeister von Dublin, Micheal Mac Donncha, ein überzeugt BDS Aktivist durfte nur auf Grund eines Schreibfehlers in seinem Namen nach Israel einreisen. Bei der Ausreise musste er ein Formular unterschreiben, dass er zukünftig nur mit ausdrücklicher Bewilligung der Behörden nach Israel einreisen darf.  Kaum daheim angekommen, rief er dazu auf, den Eurovision Song Contest zu boykottieren, der im kommenden Jahr in Jerusalem stattfinden wird.  Auch Island hat sich diesem Boykott mittlerweile angeschlossen, die Radiostationen hoffen aber nach wie darauf, eine Teilnahme durchzusetzen.

Omar Barghuti, einer der Mitbegründer von BDS, hat sich einen festen Platz in der «Irish Times» gesichert. Woche für Woche darf er in dieser viel gelesenen Zeitung seinen anti-israelischen Hasstiraden veröffentlichen. In der Ausgabe vom 15. Mai steht zu lesen: «Trotz Israels Abstieg in den offensichtlichen rechts-aussen Extremismus und seine Jahrzehnte alte Militärbesatzung und Unterdrückung der Palästinenser, wird es von der EU immer noch so behandelt, als stünde es über jedem internationalen Recht.» Besetzt ist laut Bargouti auch die Negev Wüste…..Herr Barghuti lebt in Israel, er ist mit einer israelischen Araberin verheiratet und darf deshalb nicht ausgewiesen werden.

Und dann ist da noch die traurige Geschichte der kleinen Layla. Sie starb unter für mich äusserst dubiosen Umständen nach dem Einatmen von Tränengas in unmittelbarer Nähe des Grenzzaunes. Es wird von ihrem jungen Onkel, selber noch ein Kind berichtet, der sie, auf der Suche nach Mutter oder Grossmutter dorthin getragen hat. Unglaublich, traurig. Aber ist es auch wahr? Wäre da nicht der palästinensische Arzt, der von einer Herzkrankheit spricht, der sie möglicherweise erlegen ist.  Oder wäre da nicht der amerikanische Arzt, der sagt, dass man an der Krankheit nicht spontan stirbt. Oder wäre da nicht die Obduktion, die offensichtlich vorgenommen wurde, nachdem das Baby bereits beigesetzt worden war. Oder wäre da nicht das plötzliche Schweigen.

Lt. Col. Jonathan Conricus, internationaler Militärsprecher und Verantwortlicher für die Sozialen Medien gab am vergangenen Dienstag bekannt, und er tat es sicher mit einem bitteren Gefühl, dass die Hamas de PR Krieg gegen uns durch ein KO gewonnen hat. «Die Hamas wollte Verletzte, sie wollte Tote. Hamas wollte das Bild der Verwundeten und die überlaufenen Spitäler. Und sie hatten keine Mühe damit, ihre menschlichen Schutzschilde vorzuschicken. Das ist die traurige Wirklichkeit.» Er musste eingestehen, dass nicht alle Kugeln ihr anvisiertes Ziel erreichten.

Aber auch das gibt es, dieses Inserat erschien ganzseitig am Donnerstag in der Printversion von „The Telegraph“

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Wir haben eines der moralischsten Militärs der Welt, unsere Ausstattung ist exzellent, die Soldaten hochmotiviert und perfekt geschult. Die Dokumentation über jeden militärischen Vorgang ist ausgezeichnet und wird transparent gehandhabt.

Aber Israel hat leider keine Ahnung von PR!

 

 

© esther scheiner, israel

 

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Cui bono? Nutzen und Schaden eines „friedlichen“ Gewaltausbruches.

 

Die „nützlichen Opfer“ der Hamas

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Gestern, am 14. Mai 2018 wurde die US Amerikanische Botschaft in Jerusalem eröffnet. Präsident Donald Trump löste damit eines seiner Wahlversprechen ein. Mit der Ankündigung des Umzuges von Tel Aviv und der gleichzeitigen Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels löste er kontroversielle Reaktionen aus. „…. Daher habe ich beschlossen, dass jetzt die Zeit ist, Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anzuerkennen. (…) Israel ist ein souveräner Staat mit dem Recht, wie jeder andere souveräne Staat, seine Hauptstadt festzulegen. Das als eine Tatsache anzuerkennen, ist eine notwendige Voraussetzung, um Frieden zu erreichen.“ PM Netanyahu schloss sich diesen Worten immer wieder an:„Um die Friedensbemühungen zu unterstützen, verlegen Sie Ihre Botschaften nach Jerusalem.“ Guatemala wird dem Aufruf am Mittwoch folgen, Paraguay wird noch im Laufe des Monats in die Hauptstadt umziehen. Honduras und die Tschechische Republik planen eine schrittweise Verlegung. Auch der ehemalige US Amerikanische Botschafter in Israel, S.E. Dan Shapiro sagte, die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem könnte helfen, den palästinensisch-israelischen Konflikt zu beenden. Am 4. Juni 2008, nachdem er als Präsidentschaftskandidat feststand, verkündete Obama vor der AIPAC: „Jerusalem wird die Hauptstadt Israels und unteilbar bleiben.“ Was er wollte, ist heute klar, er wollte die Stimmen der jüdischen US-Amerikaner – und er bekam sie, 80% bei seiner ersten und 70% bei seiner zweiten Wahl.

Präsident Donald Trump erhielt nur 20% ihrer Stimmen. Und so scheint es auch nicht verwunderlich, dass 80% der US Amerikanischen Juden dem Umzug ablehnen. Gleichwohl steht für sie ausser Frage, dass Jerusalem die ewige und unteilbare Hauptstadt ist. Sie befürchten allerdings, dass Amerika damit seine bis anhin wichtige Rolle als Mediator zwischen Israel und den Palästinensern gefährdet. Präsident Donald Trump spricht wohl eher seine evangelikalen und mehrheitlich israel-freundlichen Wähler an. Wahlversprechen sind immer ein Politikum, Nichteinhalten ist keinesfalls ein Kavaliersdelikt, sondern Betrug am Wähler.

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Jerusalem feierte, von 86 eingeladenen Delegationen haben nur 32 die Einladung angenommen.  Von den 28 EU Mitgliedern haben nur Tschechien, Rumänien und Ungarn teilgenommen. Der österreichische Botschafter hatte zwar am Sonntag Abend an einer Veranstaltung im Aussenministerium teilgenommen, war der eigentlichen Eröffnung aber ferngeblieben. Das ist die typische österreichische Lösung! Staatsraison? EU Diktat? UN Diktat? BDS Diktat? Oder vielleicht ein bisschen was von Allem! Peinlich!

Während in Jerusalem gefeiert wurde, gab es in den Gebieten von Jehuda und Samaria Demonstrationen gegen die Botschaftseröffnung. Allerdings blieben die Zahlen weit hinter den Erwartungen zurück. Etwa 5.000 Menschen marschierten mit grünen und schwarzen Fahnen von Ramallah zum Grenzübergang Qalandyia unmittelbar neben Jerusalem. Es kam zu einzelnen Übergriffen, aber nicht zu Ausschreitungen. Die Grenzübergänge zwischen den Gebieten von Judäa und Samaria und Israel blieben den ganzen Tag über geöffnet.

Wie die jüdische und die arabische Bevölkerung über die Verlegung der Botschaft denkt und welche Hauptstadt für sie im Falle einer palästinensischen Staatsgründung vorstellbar war, erhob i24 News, die Zahlen sind teilweise sehr erstaunlich.

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Sinnlos hoch war der Blutzoll, der gestern in Gaza gefordert wurde. Die Teilnehmerzahlen blieben mit etwa 40.000 Personen deutlich hinter den Erwartungen der Hamasterroristen zurück. Für sie hiess es dann wohl, dass sie die fehlende Manpower mit besonderer Aggression ausgleichen mussten.

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Und prompt war sie da, die harsche Klage des UN Sicherheitsrates gegen Israel. Kein Wort, kein noch so sanft erhobener kleiner Hinweis gegen die Hamasterroristen, die eigentlichen Verursacher dieses grauenhaften Tages. Gegen 16 Uhr verkündete der Sicherheitsrat, dass sofort eine Initiative Kuweits diskutiert werden würde.

Hätten die USA den Antrag auf eine unabhängige Untersuchung nicht blockiert, hätte das Ergebnis von vornherein festgestanden. Die eingesparten Reisekosten hätte man getrost karitativen Einrichtungen zukommen lassen können.

Die Hamas hatte am Vormittag wieder einmal einen finanziellen Anreiz in Aussicht gestellt, 100,–US$ für jeden, der sich dem Zaun unmittelbar näherte und 1.000,–US$ für jeden Durchbruch. Wo, wie und ob überhaupt die Auszahlung erfolgen sollte, wurde nicht bekannt gegeben. Woher aber kommt überhaupt das Geld, das in Gaza zur Auszahlung kommt? Im islamischen Recht gibt es den Begriff den „Blutgeldes“ (Diya). Mit diesem Geld wird die Familie des Opfers von der Familie der Täter entschädigt. Im Iran gilt dieses Recht heute noch……

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Jason Greenblatt und Maj.Gen. Yoav Mordechai in einem der Hamas Tunnel © COGAT

Bereits im Februar hatte Jason Greenblatt, US Amerikanischer Chef Unterhändler im Nahen Osten klar darauf hingewiesen, dass die Gelder, die vom Iran an die Hamas Terrororganisation gezahlten werden, die Spirale der Gewalt nur beschleunigt und den Palästinensern absolut nicht hilft. Eine Milliarde US Dollar seien in die Terrorkassen geflossen. Die Hamasterroristen hätten diese ausschliesslich in den Bau von Tunnelanlagen und in den Kauf von Waffen investiert. Nur, um Israel anzugreifen.

Schon damals warnte er die Palästinenser, nicht vom Verhandlungstisch weg zu laufen, heute haben diese verkündet, sie würden keinerlei Kontakt mehr mit den USA akzeptieren. Vielleicht haben sie damit die letzte Türe geschlossen, die noch einen Spalt weit offenstand.

Während der letzten Wochen gelang es, einige Hamas Mitglieder festzunehmen. Die ausführlichen Einvernahmen durch den Inlandsgeheimdienst ergaben ein Bild, das man schon lange kannte, das aber nun bestätigt wurde.

Jahrelang ideologisch missbrauchte Jugendliche, aber auch Kinder, Frauen, sogar Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen werden vorgeschickt. Ihre Aufgaben kennen wir seit Beginn der „Demonstrationen“. Sie müssen mit allen Mitteln die Ruhe an der Grenze stören, den Eindruck vermitteln, dass es sich um einen Volksaufstand handelt. Dazu ist fast jedes Mittel recht. Verletzungen, ja sogar Todesfälle werden billigend in Kauf genommen. Die eigentlichen Drahtzieher in Zivil halten sich im Hintergrund. Vielleicht gibt es, wie am vergangenen Freitag einmal ein medienwirksames Bild von dem einen oder anderen. Sie geben ihre Befehle mittels modernen Kommunikationsmitteln. Zwischen dieser Reihe und den aufgestachelten Jugendlichen stehen die „Kämpfer“ bereit. Ihre Stunde kommt, wenn der Rauch dicht genug und das Loch im Zaun gross genug ist. Dann können sie ihren tödlichen Job machen. In Israel, mitten unter der Bevölkerung.

Bisher konnte die IDF jeden ernstzunehmenden Durchbruch nach Israel verhindern.

Nachdem an einigen Stellen das Feuer auf IDF Soldaten eröffnet wurde, zerstörte die IAF Trainingslager der Hamasterroristen im Norden des Gaza Streifens.

Angesichts der angespannten Lage bereitet sich die IDF auf mögliche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen vor. Entlang der Grenze wurde mehrere Iron Domes aufgestellt.

Die Hamas Führung hat gestern gegen 18 Uhr alle Demonstranten aufgefordert, sich vom Grenzzaun zurück zu ziehen und die Zeltstädte abzubauen.

Der Nakba Tag steht uns heute, am 15. Mai, noch bevor. Es bleibt die Hoffnung, dass dieser Tag friedlicher verlaufen wird.

Die Bilanz dieses schrecklichen Tages:  61 Tote und mehr als 1.000 Verletzte.

Cui bono? Es gibt nur eine Antwort darauf, es hilft niemandem! Ein Ziel hat die Hamas Terrororganisation aber ganz sicher geschafft, sie sind wieder in den Medien auf den ersten Seiten vertreten, werden bedauert und Israel wird angeklagt.

 

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

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