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Trump‘s Ankündigung stellt eine seltene strategische Möglichkeit dar.

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Von Amos Yadlin, erschienen am  14.12.17 , 23:28, ynetnews

Der Nahe Osten war nach der Ankündigung Präsident Trump’s, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, erschüttert. Seit sich der UN Sicherheitsrat ab heute mit dem Thema beschäftigt, sprechen die Medien bereits vom „Jerusalem Entscheid“, eine erneute Resolution gegen diesen wird für morgen erwartet.

Die Reaktionen reichten von Verurteilungen in den Medien, bis zum Aufruf nach Boykott und einer dritten Intifada mit Mord und Totschlag. Der PA, seit jeher bekannt dafür, keine Gelegenheit zu verpassen, eine Gelegenheit zu verpassen, gelang es, ihren wichtigsten Partner, die USA zu verprellen. Aber auch die Europäer konnten es nicht lassen, Israel einen politischen Seitenhieb zu verpassen.250px-AmosYadlin

Generalmajor Amos Yadlin war bis zu seiner Pensionierung Kampfpilot bei der IAF. Von 2002 bis 2006 diente er als Militärattaché in den USA. Von 2006 bis 2010 war er Leiter des IAF Aufklärungsdienstes. Im Falle eines andauernden Scheiterns von Friedensverhandlungen schlägt er einen 85%igen einseitigen Rückzug aus Judäa und Samaria vor. Beibehalten werden das Jordantal, die grossen Siedlungsblöcke und ein Landstreifen, der dem Schutz des Ben Gurion Flughafens dienen soll. Bei den Wahlen 2015 kandidierte er für die „Zionist Union“.

***

Trump war unbeeindruckt von den Drohgebärden aus Ramallah, Amman und Ankara. Die Weigerung, auf Drohungen, Erpressungen und kompromisslose Haltungen einzugehen, ist, zusammen mit der Botschaft, dass die Palästinenser kein Vetorecht haben, eine sehr wichtige Vorbedingung für die Weiterführung des diplomatischen Prozesses. Es ist hohe Zeit, die irrationale Politik, eine Sache immer und immer wieder neu zu beginnen, in der Hoffnung, dass sie zu einem anderen Ergebnis kommen möge, zu beenden. Das Festhalten an ein- und demselben Paradigma über 25 Jahre hinaus hat sich zu einem Stillstand entwickelt. Trump’s Schritt öffnet die Möglichkeit, den Blickpunkt zu wechseln und kreative Gedanken ausserhalb der bisher bekannten zuzulassen.

Es ist wichtig, festzuhalten, dass die Ankündigung nichts am allgemein akzeptierten Verhandlungsrahmen (Zwei-Staaten Lösung in Abhängigkeit der beidseitigen Übereinkunft, endgültige Festlegung der Kernthemen in den Verhandlungen, keine Änderung des Status quo) ändern wird. Aber, dass die Politik der USA ein Fenster für neue Ideen geöffnet hat. Und für die Herausforderung, dass „Nichts als vereinbart gilt, bevor nicht alles vereinbart ist.“

Israel sollte diese positive Bewegung nutzen und seine eigenen Arbeitshypothesen mit den Palästinensern überarbeiten. Die Israelische Regierung hat eine seltene strategische Möglichkeit erhalten, jegliche Übereinkunft mit den Palästinensern mit passenderen Parametern zu formen, als die, die von der Obama Administration aufgezwungen werden sollten.

Auf der Bewusstseinsebene hat das von Trump präsentierte Narrativ des „Jüdischen Jerusalem“ die freiliegenden Nerven der Palästinenser getroffen, die sich schwer damit tun, jegliche historische Verbindung zwischen Jerusalem und den Juden anzuerkennen. Sie haben jede der UNESCO Resolutionen zum Thema Jerusalem genossen und sie haben es nie geschafft anzuerkennen, dass in dieser diplomatischen Arena (die sie in den letzten Jahren als Sprachrohr bevorzugt haben), beide Seiten Handlungsspielraum haben.

Auf der praktischen Ebene zeigt die Rede den Palästinensern dass, im Gegensatz zu dem, was sie vielleicht glauben, die Zeit derzeit nicht für sie spielt. Jede weitere Verschiebung von jedem denkbaren Kompromiss würde nur Israel helfen, seine Ziele auf ihre Kosten zu erreichen.

Noch vor einem Jahr war die Situation eine völlig andere. In den letzten Monaten seiner zweiten Amtsperiode gab die Obama Administration den Palästinensern das Gefühl, dass die Resolution 2334 des UN Sicherheitsrates die Parameter, die ihnen ganz besonders wichtig sind, schon vor den Verhandlungen festschreiben würden. Mit dem Erfolg, dass sie es nicht eilig hatten in irgendwelche neuen Verhandlungen einzutreten. Die Annahme, die durch US Aussenminister John Kerrys’ Kommentare in dem Sinn angeheizt wurde, dass Israel ohne eine Übereinkunft auf verlorenem Posten stünde, erwies sich als schädlich. Sie diente als starker Anreiz für die Palästinenser, auf bestimmten Forderungen zu bestehen, die Israel nicht akzeptieren konnte. Die Resolution 2334 hatte also genau den gegenteiligen Erfolg vom eigentlich ursprünglich geplanten.

Die neue Politik unter Trump’s Führung könnte viel des durch die UN Resolution 2334 verursachten Schadens rückgängig machen. Auf der praktischen Ebene demonstriert die Rede des Präsidenten, dass die Wahrnehmung eine ganz andere ist. Unter Obama wäre die andauernde palästinensische Weigerung, eine Übereinkunft zu erreichen, oder ein Kompromiss als eine erneute verpasste Chance für die Palästinenser interpretiert worden, während Israel gleichzeitig an militärischer, wirtschaftlicher und diplomatischer Stärke gewinnt.

Die offensichtliche Antwort der palästinensischen Politiker ist die Übernahme der Ein-Staaten Lösung anstelle der Zwei-Staaten Lösung und die Zurückweisung der USA als neutralen Vermittler. Dies aber ist, im Licht der israelisch-amerikanischen Zusammenarbeit wie sie gerade erkennbar wurde, palästinensisches Wunschdenken ohne jeden Realitätsbezug.

Israel sollte sich die Chance eines Paradigmen Wechsels wie von Präsident Trump angeboten, nicht entgehen lassen. Auf der Basis der wieder hergestellten Beziehung mit der Verwaltung und dem Präsidenten in Washington, sollte Israel die Möglichkeit ergreifen und einen der Kernpunkte für die nationale Sicherheit vorantreiben. Die sunnitische Welt, angeführt von Saudi Arabien erkennt sowohl die iranische Vormacht und seine Bestrebungen, eine Nuklearmacht zu werden, als auch den islamischen Staat und die Muslimbruderschaft als eine existenzielle Gefahr. Saudi Arabien würde also der natürliche Partner in einem umfassenden Friedensprozess unter neuen Voraussetzungen sein.

Die Lösung des palästinensischen Problems hat für Israel höchste Priorität, dies es dem Staat Israel ermöglichen würde, seine Grenzen und seinen Charakter festzulegen und zu formen. Eine Änderung des Status quo wäre eine ewige Quelle für Unruhen in Israel. Das gleiche Resultat würde erreicht, wenn man weiterhin die Palästinenser mit einer gewissen Befriedigung als Hindernis im Friedensprozess bezeichnet. Wir haben eine seltene strategische Möglichkeit und wir sollten sie ergreifen!

 

© für die Uebersetzung: esther scheiner, israel

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Jerusalem – ungeteilte Hauptstadt von Israel

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Jeder, der in Deutschland in den 70er Jahren zur Schule ging, sah sich eines Tages mit Benno konfrontiert. Benno, ein arbeitsscheuer, aber äusserst nachdenklicher Typ, schafft es durch geschickte Antworten bei seinem Bewerbungsgespräch, eine ihm zusagende Stelle zu bekommen. Für die Leser der Böll’schen Kurzgeschichte „Es wird etwas geschehen“ bleibt die Art der Beschäftigung unklar. Hingegen bleibt der Aktivismus der Personen über die Jahrzehnte in Erinnerung.

„Handeln Sie sofort! Tun Sie etwas! Es muss etwas geschehen! Es wird etwas geschehen! Es ist etwas geschehen! Es sollte etwas geschehen! Es hätte etwas geschehen müssen! Das hätte nicht geschehen dürfen!“

Dass ich mich gerade heute wieder an diese Geschichte erinnere, ist kein Zufall.

Als vor wenigen Tagen aus Washington die Nachricht bekanntwurde, dass Präsident Donald Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennen werde, begann der pure Aktionismus aus den Büros von Staatsoberhäuptern und Aussenministerien heraus zu schwappen.

Um was geht es eigentlich?

Im Jahr 1.000 BCE wird Jerusalem erstmals unter König David zur gemeinsamen Hauptstadt der beiden vereinigten Königreiche ernannt. In Jerusalem standen beide Tempel, dorthin pilgerten die Juden anlässlich der Feiertage. Auch wenn mit der Zerstörung des 2. Tempels im Jahr 70 CE das jüdische Leben in Jerusalem ein Ende fand, haben wir doch nie den Anspruch an unserer Hauptstadt aufgegeben.

Im Koran findet sich kein einziges Mal der Name „al-Quds“. Die Nachtreise Mohammeds, in Sure 17; 1 beschrieben, besagt: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Preis sei dem, der seinen Diener bei Nacht von der geschützten Gebetsstätte zur fernsten Gebetsstätte, deren Umgebung wir gesegnet haben, reisen liess, damit wir ihm etwas von unserem Zeichen zeigen. Er ist ja der Allhörende, der Allsehende.“ Diese Nachtreise hat, so die islamische Legende, im Jahr 622 CE, also knapp vor der Besiedlung Yathribs (Medina) stattgefunden. Der Felsendom wurde erst zwischen 686 und 691 erbaut, die al-Aksa Mosche sogar noch später. Die erste bekannte Moschee wurde um 638 durch Kalif Umar erbaut. Wohin also auch immer sich Mohammed träumte, Jerusalem kann es nicht gewesen sein, denn dort gab es keine Gebetsstätte. Und trotzdem hat der Islam Jerusalem, oder wie sie es nennen al-Quds zum Ort des drittbedeutendsten Heiligtums ernannt und ganz Jerusalem kurzerhand zur Hauptstadt von Palästina erklärt.

Am 29. November 1947 beschliesst die Generalversammlung der UNO mit Resolution 181 (II) den Teilungsplan für Palästina der mit 33 zu 13 Stimmen bei 10 Enthaltungen angenommen wurde. Jerusalem sollte, so war der Vorschlag der UNO, unter internationale Verwaltung gestellt werden. Bei der Landzuteilung war versucht worden, Rücksicht auf die zum damaligen Zeitpunkt bestehende jüdische und arabische Besiedlung zu nehmen. Das jeweilige Staatsgebiet sollte 56 % für den Jüdischen Staat (inklusive der damals nicht besiedelten Negev Wüste) und 44 % für den Arabischen Staat ausmachen. Araber, die im für den jüdischen Staat vorgesehen Teil verbleiben wollten, sollten als gleichberechtigte Bürger integriert werden. Ein faires Angebot, das die Araber aber sofort ablehnten. Am 15. Mai 1948 wurde von Ministerpräsident David Ben Gurion die Geburt des unabhängigen Staates Israel ausgerufen. Die Gründung eines arabischen Staates blieb aus. Stattdessen antworteten die Araber mit ihren Verbündeten mit einem Krieg, der einzigen Art von Reaktion, die sie kennen.

Auch wenn in der Unabhängigkeitserklärung das Wort „Jerusalem“ nicht erwähnt wird, kann man implizit im Versprechen „alle Heiligtümer zu schützen“ die herausragende Bedeutung der Stadt erkennen. Am 30. Juli 1980 wurde von der Knesset das „Jerusalem Gesetz“ verabschiedet, nach dem das „vollständige und vereinigte Jerusalem die Hauptstadt Israels (ist)“. Am 20. August 1980 wurde durch die UNO-Resolution 478 dieses Gesetz für nichtig erklärt und alle UNO Mitgliedsstaaten wurden aufgefordert, eventuell in Jerusalem befindliche Botschaften nach Tel Aviv zu verlegen.

Im Oktober 1995 während der Amtszeit von Präsident Bill Clinton verabschiedeten Kongress und Senat der USA den „Jerusalem Embassy Relocation Act.  In diesem Papier wird festgehalten, dass Jerusalem die vereinte Hauptstadt Israels sei und auch bleiben müsse. Immerhin hält das Papier auch fest, dass jeder souveräne Staat das Recht habe, sich selber seine Hauptstadt zu suchen. Die US Botschaft müsse bis zum 31. Mai 1999 dorthin verlegt werden. Sollte es die jeweilige Sicherheitslage in Israel notwendig machen, so kann der amtierende Präsident der USA den Umzug um jeweils sechs Monate verschieben.

Soweit zum Status quo. Israel verteidigt seinen legalen Anspruch, der aus der mehr als 3000 Jahre alten Geschichte beruht, und wird international dafür gerügt. Die Palästinenser beanspruchen etwas, worauf sie niemals einen Anspruch hatten. Und die Welt klatscht Beifall und spendet Geld.

Tun Sie etwas! Es muss etwas geschehen!

Und nun hat Präsident Donald Trump sich ein ganz besonderes Chanukka Geschenk für Israel ausgedacht: Er wird Jerusalem offiziell als Hauptstadt anerkennen. Wow, er will das heute laut sagen, was jeder, der lesen kann, schon seit 1995 wissen könnte. Ob und was er zur Verlegung der Botschaft nach Jerusalem sagen wird, ist noch nicht bekanntgeworden. Da muss man sich noch mit Vermutungen begnügen. Um eine de facto bereits lange erfolgte Anerkennung anzuerkennen, müsste er nicht soviel Wind machen.

Es muss etwas geschehen!

Und wir hier alle sind schon sehr, sehr gespannt darauf, was es an sehr Speziellem – einem der Lieblingswörter Trumps’ – geben wird. Die Welt reagiert schon einmal. In altbekannter Form.

„Die US Botschaft zu verlegen ist ein gefährlicher Schritt, die Gefühle der Moslems weltweit zu provozieren.“ Sagte König Salman von Saudi Arabien dem saudischen Fernsehen.

 

Präsident Recep Tyyip Erdogan sah eine „rote Linie überschritten“ und drohte mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Israel. Für die kommende Woche hat er das Organisationskomitee für Islamische Zusammenarbeit einberufen.

Handeln Sie sofort!

Präsident Abbas warnte ebenfalls vor gefährlichen Folgen. Ein palästinensischer Staat ohne Ostjerusalem als Hauptstadt sei unvorstellbar. So sei es von der internationalen Staatengemeinschaft vorgesehen. In einem verzweifelten Versuch, Trump doch noch zu stoppen rief er gestern Präsident Vladimir Putin und König Mohammed VI von Marokko an. Er flehte sie an, schnell zu handeln und Jerusalem und seine für Christen und Moslems heiligen Plätze vor den Gefahren zu schützen, die fraglos das Ergebnis eines solchen Umzuges der Botschaft sein würden.

Auch bei seinen besonderen Freunden, der UNO und dem Papst wurde er telefonisch vorstellig. Na ja, die UNO wird sich in gewohnter Weise melden. Mit einer der obligatorischen Resolutionen gegen Israel.

Und Papst Franziskus? Er zeigte sich tief besorgt über die aktuellen Entwicklungen und nannte Jerusalem eine einzigartige und heilige Stadt für Christen, Juden und Moslems. „Ich kann nicht schweigen über meine tiefe Sorge über die Situation, die in den letzten Tagen heraufbeschworen worden ist.“ Sagte er und forderte jedermann auf, den durch die UNO festgelegten Status quo zu respektieren. „Ich bete zu Gott, dass die Identität erhalten und verstärkt wird, zum Guten für das Heilige Land, den Mittleren Osten und die ganze Welt.“ 

Es wird etwas geschehen!

Präsident Donald Trump wird wohl gerade beim Mittagessen sitzen und sich dabei auf seine Rede vorbereiten, die er in wenigen Stunden halten wird. Das Papier, das den Umzug der Botschaft um weitere sechs Monate verschoben hätte, blieb im Aktenordner, der Termin dazu ist seit Montag vergangen. Wir dürfen gespannt sein, was er uns zu verkünden hat, nur olle Kamellen (Jerusalem = Hauptstadt) oder tatsächlich bahnbrechende Neuigkeiten (Umzug der Botschaft). Und wir müssen gespannt sein auf die Reaktionen darauf.

Im Treffen mit seinem Kabinett hatte Präsident heute Vormittag angekündigt: „ Und ich sage jetzt, dass wir um 13 Uhr eine wichtige Ankündigung machen werden. Vielleicht werden einige von Ihnen noch hier sein, andere vielleicht nicht mehr. Aber, es wird wirklich eine grossartige Ankündigung. Es ist eine Ankündigung, die Israel, die Palästinenser und den Mittleren Osten betrifft. Ich denke, sie ist schon lange überfällig. Viele Präsidenten haben angekündigt, etwas tun zu wollen, und es dann doch nicht getan. Ob ihnen der Mut gefehlt hat, oder sie ihre Meinung geändert haben, weiss ich nicht …“ 

Damit war das Wesentliche gesagt.

Um 13:07 kam dann die eigentliche Verlautbarung. Der komplette Text in Englisch kann hier nachgelesen werden.

(…) Seit mehr als 20 Jahren hat jeder US-amerikanische Präsident den Jerusalem Waiver abgearbeitet und damit verhindert, dass die US Botschaft nach Jerusalem verlegt wurde und Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt wird. Die Präsidenten haben diese Waiver in der Annahme unterschrieben, dass eine Verzögerung der Anerkennung Jerusalems dem Friedensprozess dienlich wäre.

(…)

Aber nach zwei Jahrzehnten sind wir einer Verständigung zwischen Israel und den Palästinensern keinen Schritt näher gekommen. Es wäre verrückt zu glauben, dass eine Weiterführung dieser Prozeduren jetzt ein neues oder gar besseres Ergebnis bringen würde.

Daher habe ich beschlossen, dass es an der Zeit ist, Jerusalem offiziell als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

(…)

Israel ist ein souveräner Staat mit dem Recht, ebenso wie jede andere souveräne Nation, ihre eigene Hauptstadt festzulegen. Das anzuerkennen ist eine notwendige Voraussetzung, um dem Frieden näher zu kommen.

(…)

Jerusalem ist nicht nur das Herz dreier grossartiger Religionen, es ist auch das Herz einer der erfolgreichsten Demokratien in der Welt. Während der letzten 70 Jahre hat das Israelische Volk ein Land aufgebaut, wo Juden, Moslems und Christen und Angehörige jeder anderen Religion in Freiheit leben können und ihre Religion nach ihrem Bewusstsein und entsprechend ihrem Glauben ausüben können.

(…)

Wie auch immer, während all dieser Jahre haben die Präsidenten, die die USA repräsentieren sich geweigert, Jerusalem offiziell als Israels Hauptstadt anzuerkennen. Tatsächlich haben wir uns geweigert, irgendeine Israelische Hauptstadt anzuerkennen. Aber heute nehmen wir das Offensichtliche endlich wahr: Dass Jerusalem die Hauptstadt Israels ist. Das ist nicht mehr und nicht weniger, als die Anerkennung der Wahrheit. Und es ist richtig, das zu tun. Es ist etwas, das getan werden muss.

Deshalb und in Übereinstimmung mit dem „Jerusalem Embassy Act“ habe ich das Aussenministerium angewiesen, mit den Vorbereitungen zum Umzug der Amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu beginnen. Wir werden sofort damit beginnen, Architekten, Planer und Ingenieure anzustellen, so dass die neue Botschaft, wenn sie fertig sein wird, einen wunderbaren Beitrag zum Frieden leisten wird.

(…)

Präsident Donald Trump beendet seine Rede mit dem Wunsch nach Mässigung und Geduld auf beiden Seiten.

Es ist etwas geschehen!

Das Grundstück, auf dem die neue Botschaft entstehen soll, gibt es bereits, es wurde seit Jahren freigehalten. Für eine Zwischenlösung mag auch das Konsulat ausreichend sein. Fast möchte ich, die sicher keine Freundin von Präsident Donald Trump ist, ihm noch wünschen, als amtierender Präsident der USA bei der Eröffnung dabei sein zu können.

 

@esther scheiner, israel

 

 

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Chaim Meisels, Enkel vom Satmar Rebbe Moshe Teitelbaum – Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

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Die Geschichte von Chaim erinnert mich an die Geschichte von Danny Saunders. An das Buch „Die Erwählten“, in dem Chajim Potok die Geschichte einer Freundschaft beschreibt.

Der Vater von Danny Saunders ist ein hochangesehener chassidischer Rabbiner, ein Zaddik. Mehr als das, er ist das Oberhaupt einer Gruppe von streng orthodoxen Juden, die jegliches Leben ausserhalb ihrer abgeschlossenen Welt strikt ablehnen und den modernen Staat Israel nicht anerkennen. Und es ist die Geschichte von Reuven Malter. Dessen Vater ist Journalist und Zionist, ein liberaler, religiöser Jude und Talmudgelehrter, der an der Universität Jüdisches Recht lehrt. Beide leben in Williamsburg, nur wenige Strassen voneinander getrennt und doch Lichtjahre weit auseinander.

Aus anfänglichem gegenseitigem Nichtverstehen wird Freundschaft. Reuven lernt die Welt der Chassidim kennen. Bei den ersten Treffen mit Dannys Vater ist er verstört und irritiert. Die reine Männerwelt der Chassidim, in der Frauen keine Rolle spielen, ist ihm unbekannt. Die ersten Befragungen durch den Rabbiner geraten zur Katastrophe. Doch er lernt die Kunst der talmudischen Diskussion von seinem Freund Danny und beginnt sich im Hause des Rabbiners wohler zu fühlen. Auf der anderen Seite lernt Danny durch seinen neuen Freund, dass es auch wichtige Dinge ausserhalb der jüdischen Gemeinden und des Judentums gibt. Den beiden Freunden gelingt es, ihre Blickwinkel zu erweitern.

Danny will das vorgegebene Erbe seines Vaters nicht antreten und einst sein Nachfolger werden. Diese verantwortungsvolle Aufgabe überlässt er lieber seinem jüngeren Bruder. Er möchte aus der Enge seines Vaterhauses hinausgehen und an einer jüdischen Hochschule ausserhalb Brooklyns studieren. Sein Traum ist es, Psychologe zu werden. Er will seinen Horizont erweitern und fürchtet sich doch davor, vor der Verantwortung, die auf ihm liegt, zu fliehen. Mit seinem Vater kann er darüber nicht sprechen. Der erzieht ihn durch Schweigen. Die beiden sprechen nur miteinander, wenn sie gemeinsam den Talmud lernen, oder wenn Danny die wöchentliche Befragung über das Gelernte über sich ergehen lassen muss.

Gemeinsam beginnen die beiden ihr Rabbinats Studium. Danny beginnt parallel dazu ein Psychologiestudium. An dem Tag, an dem Danny sein Studium abschliesst, gesteht er seinem Vater, dass er an der weltlichen Columbia Universität weiter studieren will. Dessen grosser Kummer ist die Vermutung, dass sein Sohn, auf den er so viel gesetzt hat, in Zukunft sein Judentum ablegen wird.

Das Buch endet damit, dass Danny sich, erstmals in einen bürgerlichen Anzug gekleidet, ohne Bart und Schläfenlocken von seinem Freund Reuven verabschiedet. Sie trennen sich mit dem Versprechen, ihre privaten Studien des Talmuds auch in Zukunft weiter fort zu setzen.

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Rebbe Moshe Teitelbaum

Chaim Meisels, ist der Enkel des bekannten Satmar Rebbe Moshe Teitelbaum. Moshe Teitelbaum stand der streng orthodoxen jüdischen Sekte seit dem Tod seines Onkels Joel Teitelbaum im Jahr 1979 als Oberrabiner und Zaddik vor. Als er 2006 starb, hinterliess er die offene Frage, welcher seiner Söhne seine Nachfolge antreten solle. Die Satmar lehnen jede Modernisierung strikt ab, erkennen den Staat Israel nicht an. Trotzdem lebt eine Gruppe von etwa 2.000 von ihnen in Israel. Mit einem Vermögen von etwa 1 Milliarde US$ gehören die Satmar zu den reichsten Sekten in den USA.

„Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“ schreibt Chaim auf seiner Facebook Seite. Dort beschreibt er den langen Weg, den er gegangen ist, bevor er in der vergangenen Woche in das Offizierskorps der IDF aufgenommen wurde.

Schwierig sei sein Weg gewesen, sehr schmerzhaft, aber schlussendlich auch gekrönt mit dem was er sich als Lebensplan gewünscht hat. Mit dem Leben in Israel. Mit dem Leben als Offizier bei der IDF.

Mit 11 Jahren hat er zum ersten Mal Israel besucht. Benennen konnte er das Gefühl damals nicht, aber irgendetwas hatte eine Seite in ihm berührt, er fühlte, hier könnte er daheim sein.

„Als wir einige Tage später nach Brooklyn zurückkehrten, hatte ich mich verändert. Plötzlich war ich mit dem Staat Israel verbunden. Aber, weil ich der Enkel des Satmar Rebbe bin konnte ich mit niemandem darüber sprechen. Die Gemeinde, in der ich aufgewachsen war, unterstützt den Staat Israel nicht.“

Mit 15 Jahren kehrt er nach Bnei Brak zurück. Die einzige Sprache, die er spricht, ist Jiddisch. Die in sich geschlossene Welt der Satmar verhindert so sehr geschickt, dass ihre jungen Mitglieder einen Kontakt zur Welt ausserhalb ihres Mikrokosmos herstellen können.

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Bei Brad, im Hintergrund Petach Tikwa

Bnei Brak ist nichts anderes als ein vergrösserter und vorsichtig modernisierter Mikrokosmos. Nur in den Aussenbezirken, wo die Stadt an Tel Aviv, Petach Tikwa und Herzeliya anstösst, wo sich Hightech mit Tradition vermischt, wo die Grenzen zwischen 19. und 21. Jahrhundert verschwimmen, da verschwindet Jiddisch langsam aus dem Alltag.

 

Chaim wollte lernen. Er wollte die Welt kennenlernen. Kaufte sich ein Smartphone mit Internetzutritt, lernte Englisch und begann zu lernen. Für den jungen Mann muss das wie der Eintritt in eine völlig fremde Welt gewesen sein. Die meisten Haredim, die versucht hatten, sich aus ihrer Welt zu lösen, waren schon an der Sprache gescheitert.

Mit 17 Jahren vertraute er sich seinem Rabbiner an. Seit Jahren hatte er den Shabbat nicht mehr eingehalten und fühlte sich nicht mehr verbunden mit seinem alten religiösen Leben. Der Rabbiner, ganz und gar eingewoben in die Welt der Satmar, befand, dass sein Problem darin lag, dass er nicht verheiratet sei. Mit 17 Jahren!!!

Die Heiratsvermittlerin muss schnell gewesen sein. Bereits nach zwei Wochen wurde er vom zukünftigen Schwiegervater auf Herz und Nieren über seine religiösen Kenntnisse geprüft. Das Studium in Bnei Brak hatte ihn bestens vorbereitet: Er bestand den Test! Dann durfte er eine knappe Stunde mit der ihm zugedachten Braut allein sein (die Eltern sassen im Nachbarzimmer und ich bin sicher, die Türe war nicht ganz geschlossen). Am Ende des Abends waren die beiden verlobt.

Nach der Hochzeit wurde klar, dass diese Ehe nicht von Glück gesegnet war. Chaim träumte sich nach Israel und seine Frau interpretierte immer und immer wieder die Worte der Rabbiner.

„Nach sechs Wochen kam ich nach Hause und meine Frau sagte mir, dass sie schwanger war. Ich war glücklich, ich war sehr aufgeregt, bis ich begann, daran zu denken, was ich getan hatte. Wie ich ein haredisches Kind in einer Welt aufziehen könnte, die ich ablehnte. Ich wusste, es war zu spät. Das Mädchen konnte jederzeit auf die Welt kommen und dann würde ich von jetzt auf gleich Vater werden. Ich konnte nicht länger bleiben.”

Chaim verabschiedet sich von seiner Frau und der Gemeinde. Die meisten Familienangehörigen wandten sich von ihm ab. Von diesem Zeitpunkt an musste er sein Leben völlig neu organisieren. Er musste sich um Arbeit kümmern, um sein Leben finanzieren zu können. Er musste aber auch lernen, wie man mit nicht-orthodoxen, nicht-jüdischen Menschen spricht. Er musste lernen, sich ohne Bart und Schläfenlocken sicher zu fühlen. Und er musste lernen, wie es sich anfühlt, nicht in der Standardkleidung, schwarzer Anzug, weisses Hemd, zu stecken, die gleichermassen Schutz und Gleichschaltung ist.

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Kaum zu glauben, aber auf beiden Bildern ist derselbe Mann abgebildet!

Sein Ausbruch aus der Welt der Satmar war gelungen. Die grössere Herausforderung stand aber noch bevor.

Kurz bevor im Sommer 2014 die (hoffentlich) letzte Gaza Krise „Fels in der Brandung“ ausbrach, beschloss Chaim, nach Israel auszuwandern und sich bei der IDF zu bewerben. Garin Tzabar, ein Programm, das sich hauptsächlich um junge Soldaten, die ohne Familie in der IDF dienen, kümmert, lehnte ihn ab: Geschieden mit Kind und erst 19 Jahre alt, das seien keine guten Voraussetzungen für den Militärdienst.

Kein Grund für Chaim, seinen Traum aufzugeben. Er reiste auf eigene Faust nach Israel. Ein Freund vermittelte ihn zu Chayal el Chayal Lone Soldier Home, wo er seine erste Basis in Israel fand.

Es folgte der Ulpan (Sprachkurs für fast alle Neueinwanderer) und nach kurzer Zeit die Aufnahme in die Golani Brigade. Als er in die Eliteeinheit „Egoz“ aufgenommen wird, erzählt er niemandem seine Geschichte. Die Angst, noch einmal abgewiesen zu werden sitzt zu tief.

Seine Geschichte hat Spuren in ihm hinterlassen. Er musste sich vom Traum, einer der ganz Grossen innerhalb der Einheit zu werden verabschieden. Es wäre aber nicht Chaim, wenn er den kurzen Rückschlag nicht gemeistert hätte.

Er absolvierte einen acht monatigen Offizierskurs, in dem er alles lernte, was er als guter Offizier bei den Golanis und innerhalb der IDF braucht, um dem Land optimal zu dienen. Chaim lebt heute in Beit Giora, einem Haus in Jerusalem, in dem nur Soldaten ohne Familie in Israel leben.

Chaims Traum hat sich erfüllt. Doch etwas tut ihm sehr weh. Seine haredische Familie in Amerika verweigert ihm den Kontakt mit seiner Tochter Rivka, die schon vier Jahre alt ist. Ein Teddybär, den er ihr zum dritten Geburtstag schickte, wurde von der Familie zurückgewiesen.

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Screenshot Facebook

Er hofft, dass sie sich eines Tages, wenn sie erwachsen ist, und vielleicht selber entscheiden kann, wen sie sehen will und wen nicht, treffen können. Dann möchte er ihr erklären, warum er diesen Schritt gemacht hat. Warum es für ihn genauso wichtig ist, den Staat Israel zu verteidigen, als die Torah zu lernen.

 „Wir haben die beste Armee der Welt und es ist egal, von wo ihr gekommen seid und was ihr bisher gemacht habe. Wenn ihr 100% gebt, werdet ihr euren Weg finden.“

 

©esther scheiner, israel

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Lügen, die immer wieder als Wahrheiten ausgegeben werden, sind trotzdem immer noch Lügen

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So ähnlich muss sich Leutnant Dean Issacharoff  gefühlt haben, als Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit die Akte Israel gegen Issacharoff geschlossen hat, ohne dass es zu einer eigentlichen Verhandlung kam.

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Screenshot der Veranstaltung im April 2017

Leutnant Dean Issacharoff , Sprecher von der israelischen NGO Breaking the Silence leistete von 2011 bis 2015 seinen Militärdienst bei der Nahal Elite Einheit im Raum Hebron ab. Es ist kein Geheimnis, dass die Soldaten dort immer wieder in Auseinandersetzungen mit Palästinensern geraten. In den meisten Fällen verlaufen diese relativ glimpflich, solange „nur“ Steine werden geworfen werden.

Dean Issacharoff hatte bei einer Propaganda Veranstaltung im April behauptet, dass ihm im Zuge einer solchen Attacke sein Vorgesetzter den Befehl gab, einen Palästinenser mit Handschellen zu fesseln und festzunehmen. „Ich weiss in einer solchen Situation nie, wie ich vorgehen soll. Er leistete keinen Widerstand. Er sprach kein Ivrith und ich spreche kein Arabisch. Also habe ich ihn im Genick gepackt und habe ihm anschliessend das Knie in seine Brust und sein Gesicht gerammt. Solange bis er blutete und benommen war.“

Das ist der Stoff, aus dem die Lügen gestrickt werden. Lügen, die keine andere Absicht verfolgen, als unsere IDF zu diffamieren. Und die immer und immer wieder aufs Neue erzählt werden, bis der willige, naive und unkritische Zuhörer die Lüge glaubt und zur Wahrheit macht!

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Omri Sayner

Doch diesmal gab es kritische Zuhörer, die die Lügen stoppen wollten. Seine ehemaligen Kollegen misstrauten dem Wahrheitsgehalt seiner Aussagen, immerhin waren sie als Augenzeugen bei dem beschriebenen Vorfall dabei. Auf der von Reservisten 2015 gegründeten Plattform „Reservists on duty“ steht eine Antwort, in der sie ihm wiederholt der Lüge bezichtigten. Reservists on duty nimmt die genau entgegengesetzte, pro-israelische Position zu Breaking the Silcence ein und bekämpft BDS und Antisemitismus vor allem im Ausland. Und versucht, wo immer möglich die durch Breaking the Silence verbreiteten Lügen aufzudecken. Hauptmann der Reserve Omri Sayner, sein damaliger Vorgesetzter schrieb auf seiner Facebook Seite: „Ich werde es nicht zulassen, dass du lügst und meinen Namen und den meiner Soldaten diskreditierst.“

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Justizministerin Ayelet Shaked

Daraufhin forderte Justizministerin Ayelet Shaked den Generalstaatsanwalt auf, eine Untersuchung des Vorfalles zu eröffnen. „Wenn das wirklich so passiert ist, muss er vernommen und bestraft werden. Wenn es nicht so war, muss der Staat offiziell bekanntgeben, dass dies eine Lüge war.“ 

Dank der genauen Beschreibung des Vorfalls gelang es schnell, den im Februar 2014 in Hebron festgenommenen Hassan Giulani ausfindig zu machen und zu den angeblichen Übergriffen durch die IDF zu befragen. Was der General Staatsanwalt hörte, war eine ganz andere Schilderung. Giulani bestätigte, dass er festgenommen worden sei, nachdem er Steine auf die Soldaten geworfen hatte. Das ist aber auch die einzige Übereinstimmung!

Es sei, so bestätigte er, zu keinerlei Gewaltanwendung gekommen. Nur beim Anlegen der Handschellen, dem er sich widersetzt habe, sei die notwendige Gewalt zur Anwendung gekommen. Er sei weder geschlagen noch verletzt worden. Und er sei zu keinem Zeitpunkt von der Verhaftung bis zur Entlassung verwirrt oder gar bewusstlos gewesen.

Justizministerin Ayelet Shaked zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang: „Es ist gut, dass die Wahrheit über diese Organisation ans Licht kam, die auf dem Rücken der IDF und der Israelischen Bürger ihr Einkommen sichert.“ 

Es ist gut, dass die Freunde und Anhänger, vor allem aber die noblen Spender mit diesem Fall konfrontiert werden. Betrachte ich die beiden Spendenlisten aus den Jahren 2013 und 2016 so möchte ich ihnen gerne anraten, es wie Mordechai zu halten und sich in einen Sack zu kleiden und Asche auf ihre Häupter zu streuen. Zumindest virtuell sollten sie es tun und auf ihren Webseiten veröffentlichen, dass sie einer böswilligen Täuschung auf den Leim gekrochen sind. Dass sie mit ihren – steuerbegünstigten – Spenden eine infame Organisation unterstützt haben, deren Absicht es nie war, Gutes zu tun, sondern die nur eines im Sinn hatte und immer noch hat: Israel und die IDF zu diffamieren. Und ich möchte ihnen einen Spiegel vorhalten und mit dem Finger auf sie zeigen: Schaut, so sehen lupenreine Antisemiten aus! Und wo immer es möglich ist, werde ich sie boykottieren und bekämpfen.

 

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http://www.breakingthesilence.org.il/inside/wp-content/uploads/2014/09/BtS-Financial-Statements-2013-EN-1.pdf

 

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http://www.breakingthesilence.org.il/inside/wp-content/uploads/2017/05/BtS-Financial-Statements-2016-EN-Signed.pdf

Und Herrn Sigmar Gabriel empfehle ich doch dringend, sollte er wieder einmal eine politisch relevante Position innehaben, sich gut zu überlegen, auf wessen Zusammenarbeit er mehr Wert legt. Leider hat er im April 2017 auf das falsche Pferd gesetzt.

 

© esther scheiner, israel

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Journalistenwatch, die neue rechte Plattform, die vorgibt, gemeinnützig zu sein.

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Das Internetportal des Vereins „Journalistenwatch“ e. V. (Verein für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit) behauptet von sich selber: „Die auf www.journalistenwatch veröffentlichten Artikel und Daten sind mit grösster Sorgfalt recherchiert. Nachrichten und Artikel beruhen teilweise auf Meldungen von Nachrichtenagenturen, sowie der Kooperationspartner. Der Anbieter übernimmt ausdrücklich keine Gewähr – weder ausdrücklich, noch stillschweigend – für Richtigkeit, Vollständigkeit, Verlässlichkeit und Aktualität sowie für die Brauchbarkeit der abgerufenen Beiträge für den Nutzer.“

Der Verein ist wegen „Förderung der Volksbildung“ als gemeinnützig eingestuft, was heisst, dass der entweder weniger Steuern, als andere Vereine, oder sogar keine Steuern zahlen muss.

Der Hauptsponsor des Vereins ist, ebenfalls nach eigenen Angaben das „Middle East Forum“, ein US-amerikanischer Think Tank, dessen Ziel klar demokratisch und pro israelisch ist. Schaut man die Liste der gesponsorten Organisationen an, so fällt der Blick unter anderem auf NGO Monitoring, Shurat HaDin, Gatestone Institut, Algemeiner, und eben auch auf Journalistenwatch. Die Frage ist, wie hat es dieser Verein geschafft, sich auf diese Liste zu mogeln.

Seit einigen Tagen verfolge ich das Portal und bin erschüttert, wie, vor allem im Bereich der zugelassenen Kommentare rechte bis rechtsextreme Meinungen offensichtlich der Förderung von Erziehung und Bildung, also der Gemeinnützigkeit dienen sollen.

Gestern am 9. November wurde ein Text mit dem Titel: „Zentralrat der Juden fordert Pflichtbesuche von KZ-Gedenkstätten“ mit dem Kürzel „dts“ am Ende des Textes veröffentlicht.

dts steht für die „Deutsche Textservice Nachrichtenagentur“ aus Halle, die im Internet derzeit nicht zu erreichen ist. Anschliessend folgt ein längerer, dazu von „ME“ (Max Erdinger) verfasster Kommentar. Das Textoriginal des Artikels findet man beim MDR Presseportal mit folgendem Hinweis: „Leipzig (ots) – folgender Text ist bei exakter Quellenangabe MDR freigegeben“ (8.11. / 13:31). ots führt zu der zu dpa gehörenden Seite „News aktuell.”

Zurück zum Text. Journalistenwatch hat sich die Freiheit genommen, den Text nicht nur ohne Quellenabgabe zu veröffentlichen, sondern auch durch Weglassung und leichte Umformulierungen zu verändern. Nicht ganz korrekt, aber inhaltlich nicht dramatisch.

Der nachfolgende Kommentar versucht herauszuarbeiten, warum heute ein erzwungener Besuch in einem KZ kontraproduktiv für die dahinter stehende Absicht sei. Doch die Formulierungen geraten verschwurbelt. “Wer es dennoch tut, hat Motive, die mit der Zeit immer deutlicher in ihrer ganzen Unredlichkeit hervortreten. Es kann heutzutage nicht mehr darum gehen, künftigen Generationen einzureden, sie als Deutsche hätten exklusiv eine besondere Verantwortung aus ihrer Geschichte. Zum einen deswegen nicht, weil junge Deutsche heutzutage bei jeder Gelegenheit eingetrichtert bekommen, dass sie gar nicht mehr in erster Linie Deutsche seien, sondern irgendwelche „die Menschen“, zum anderen deswegen nicht, weil junge Deutsche heute am Massenmord ihrer Vorfahren in keiner Weise irgendwie anders beteiligt wären, als junge Russen oder junge Chinesen an den Gräueltaten ihrer Vorfahren.“ 

So wie der Satz hier steht, muss man ihm zustimmen, und trotzdem, er stimmt einfach nicht. Junge Russen und Chinesen sind ebenso wenig verantwortlich für die Gräueltaten ihrer Vorfahren, aber sie sind ebenso wie die Deutschen verantwortlich dafür, dass das, was geschehen ist, nie wieder geschehen darf.

Es ist die Verantwortung der jungen Generation, alles zu tun, um dem rechten Gedankengut und allen rechten Bewegungen entschieden entgegen zu treten. Und es ist ihre Verantwortung, die Mechanismen, die Manipulationen zu erkennen und zu verstehen, die zu Ausgrenzung und Verfolgung von Minoritäten führen.

Eine Haltung wie ME sie in seinem Kommentar beschreibt, ist dazu wenig hilfreich. „Je mehr Zeit verstreicht, desto offensichtlicher wird, was den Zentralrat der Juden tatsächlich treibt: Die Perpetuierung deutschen Schuldbewusstseins den Juden gegenüber. Kann er knicken. Da mache ich nicht mehr mit. Ich habe mich lange genug damit beschäftigt, obwohl ich erst fünfzehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur Welt gekommen bin. Ich habe alles gelesen, was es dazu gibt. Es reicht jetzt.“

Soso, ihm reicht es jetzt.

Es ist genau die Einstellung dieser Menschen, die privilegiert durch den Beruf des Journalisten die Möglichkeit haben, Menschen zu manipulieren. Sie könnten es zum Guten tun, aber sie tun es eben auch zum Schlechten.

Sonst dürften Kommentare wie diese nie und nimmer veröffentlicht werden:

Nick • vor 3 Stunden

Wie mich dieses ewige fordern, betroffen und beleidigt sein anwidert. Darauf beschränkt sich deren ganze Existenz.

Marcus Junge • vor 9 Stunden

ZdJ fordert, an der Stelle kann man schon aufhören zu lesen, da danach entweder mehr Umvolkung, mehr Kampf gegen Deutsch oder mehr Steuerkohle folgt, also der übliche Haß auf Deutschland und der feste Wille es auszulöschen.

Rotzlöffel • vor 10 Stunden

Ich FORDERE, dass der Zentrarat der J*den sich allesamt den Finger in den Popo stecken und einen Seiltanz über Gaza aufführen, um der Menschheit mal zu zeigen, wo ungezügelter Rassismus und Vertreibung von Ethnien hin führt!

A.C.Hauser • vor 10 Stunden

Was Israel den Palestinesern heut zu Tage antut ist keinen, aber keinen deut besser als dieser erbärmlichen Versuch, den Deutschen wiedereinmal die Alleinschuld unter zuschieben.

Und da wundern sich J*den das sie keiner mag.

Freidenker • vor 11 Stunden

Kein Problem, Herr Schuster, Sie haben ja sooo recht – und außerdem sollten diese Schüler zur Intensivierung des ethischen Bewusstseins sich auch noch folgende Zitate von Jüdischen anhören müssen:

„Unsere Rasse ist die Herrenrasse. Wir sind heilige Götter auf diesem Planeten. Wir sind so weit entfernt von den minderwertigen Rassen, wie sie von Insekten sind. (…) Andere Rassen werden als menschliche Exkremente betrachtet. Unser Schicksal ist es, die Herrschaft über die minderwertigen Rassen zu übernehmen. Unser irdisches Re!ch wird von unseren Führern mit einem Stab aus Eisen regiert werden. Die Massen werden unsere Füße lecken und uns als Sklaven dienen!”

(Israels Ministerpräsident Menachem Begin in einer Rede vor der Knesset. Amnon Kapeliouk, “Begin and the Beasts”, New Statesman, 25. Juni 1982.)

Bernie Götz • vor 16 Stunden

Unsere jüdischen Mitbürger, die heute NOCH gut und gerne in Deutschland leben, sollten sich besser zu der Masseneinwanderung judenfeindlicher Horden von Moslems positionieren.
Je weiter die Islamisierung voranschreitet, desto größer werden besonders deren No-Go-Areas.
Sollten die Juden noch einmal aus Deutschland vertrieben werden, dann sicherlich nicht von den längst verstorbenen Nazis.

Raffaelo More Moderator  Bernie Götz • vor 15 Stunden

Aber auch nicht von denen, die schon länger hier leben! Ein wichtiger Anhang der erwähnt werden sollte! 😉

Bernie Götz  Raffaelo More • vor 14 Stunden

Natürlich, denn die müssen doch selber flüchten, außer sie konvertieren, oder lassen sich versklaven.
Wobei die Konvertieten dann wiederum zu Mittätern werden würden.

(Zitate sind erstellt mit copy/paste)

Anmerkung von mir: Zum Menachem Begin zugeordneten Zitat muss gesagt werden, dass sich im besagten Artikel vom 25. Juni 1982 dieses Zitat weder findet, geschweige denn eine Zuordnung zu Menachem Begin gemacht wird. Diese Zuordnung wurde viel später vorgenommen und wird auf rechten Seiten im Internet gerne als Zitat des „bösen Juden“ angeführt. Was Begin in Tat und Wahrheit gesagt hat, kann man hier nachlesen.

Ich selber habe es erlebt, dass meine Schüler dafür stimmten, nach Dachau zu fahren. Sie nahmen dort an einer Führung von Dr. Max Mannheimer teil, den sie bereits von seinem Besuch an unserer Schule kannten. Und von daher wussten sie, dass keine ihrer Fragen unbeantwortet bleiben würde.

Und ich habe es erlebt, dass Schüler mich baten, den Film „Schindlers Liste“ nicht noch einmal anschauen zu müssen. Ihre Aufnahmekapazität war nach drei bis vier vorherigen Aufführungen schlicht am Anschlag.

Theodor von Adorno sagt genau zu diesem Thema im Jahr 1966: „Die Forderung, dass Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, dass ich weder glaube, sie begründen zu müssen noch zu sollen.“

Er hat es verstanden, dass es in der Verantwortung der nachkommenden Generationen liegt, dieses Vermächtnis anzunehmen. Zwang ist dazu sicher der falsche Weg. Es liegt an uns, der ersten Nachkriegsgeneration dieses Vermächtnis so aufzubereiten und weiter zu geben, dass es keine erdrückende Last wird.

Der angesehene Think Tank „Middle East Forum“ muss seine Geldquellen für diesen Verein, der unter falschen Segeln daherkommt, dringend sperren.

 

@esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

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Von Venedig nach Haifa – jüdisches Leben entdeckt auf einer Kreuzfahrt, Teil II von Korfu nach Haifa

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Korfu

Korfu ist die zweitgrösste der Ionischen Inseln und ganz im Norden nur etwa zwei Kilometer vom albanischen Festland entfernt. Die Insel gehört zu den wohlhabenden Gebieten Griechenlands. Ab 800 BCE sind permanente Siedlungen belegt. Wie alle Länder rings um das Mittelmeer wurde auch Korfu von jedem heimgesucht, der glaubte, sein Staatsgebiet vergrössern zu müssen: Sarazenen, Hellenen, Römer, Normannen, Osmanen, Kreuzritter, Venezianer, Franzosen, Briten, Serben und Italiener. Sie alle waren hier und hinterliessen ihren Spuren.

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Der ehemalige königliche Palast

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Blick von der Esplanade auf die Neue Festung

 

 

 

 

 

 

Die Stadt Korfu wird im Norden und Süden jeweils von einer gut ausgebauten Festung geschützt, die Altstadt ist komplett von einer Mauer umgeben.

Von der Esplanade aus kann man sich in den kleinen, verwinkelten Altstadtgässchen treiben lassen, weit weg von der Haupteinkaufsmeile. Je enger und je verwinkelter die Gässchen werden, desto weniger erinnern sie an die Touristenströme, die sich in den breiteren Strassen drängen. Kurz vor dem Aufstieg zur neuen Festung findet man, gut versteckt zwischen einem alternativen Velohändler (Velos aus Holz) und dem Büro der kommunistischen Partei die einzige noch existierende Synagoge der Insel.

Seit dem 12. Jahrhundert waren Juden in Korfu ansässig. Sie waren völlig integriert in Handel, Wissenschaft und Kunst und trugen das Ihre dazu bei, das Leben auf Korfu zu bereichern. Die meisten Juden kamen aus dem Westen (Apulien), aber auch aus dem Osten und anderen Teilen Griechenlands.

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Romaniotische  Juden, die seit mehr als 2000 Jahren in Griechenland leben. Sie sind neben den Sepharden und den Ashkenazim eine eigene Gruppe.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten etwa 7000 Juden hier. 1891 kam es zu einer der tragischen Ritualmordlegenden. Etwa 5.000 Menschen wanderten aus nach Alexandria, Ägypten oder auch nach Europa, so dass es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Korfu nur mehr 2.000 Juden gab.

Am 9. Juni 1944 wurden 2.000 Juden aus Korfu von den Nazis deportiert. 1.800 von ihnen wurden, zusammen mit weiteren 67.000 griechischen Juden in den Konzentrationslagern ermordet. In den Transport- und Totenbüchern sind die Juden von Korfu akribisch aufgeführt: 1.700 wurden am 29. Juni 1944 in den Gaskammern ermordet. 300 wurden Zwangsarbeiter. 150 starben an den Folgen der unmenschlichen Behandlung, 150 überlebten und wurden von den Alliierten befreit. 70 von ihnen wanderten aus, nach Israel, in die USA und mit unbekanntem Ziel. Die anderen kamen zurück nach Korfu.

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Die namenlose Synagoge aus dem 17. Jahrhundert

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Ruinen der Medras Synagoge

Heute umfasst die Gemeinde 60 Seelen. Früher gab es vier Synagogen auf der Insel. Die Erste war bekannt unter dem Namen „Apulische Synagoge“, sie wurde um 1550 gebaut. Die Zweite war ein kleiner Aufbau auf den Ruinen der apulischen Synagoge und wurde „Neuer Tempel“ genannt. Die Dritte lag unmittelbar neben dem „Neuen Tempel“, war noch kleiner und erhielt den Namen „Medras“. Die Ruinen dieses Tempels sind noch zu erkennen, sind aber offensichtlich für die Juden von Korfu keiner Erwähnung wert.

Traurig, aber so ist es, im Museum beschränkt sich die Tätigkeit des Mannes, der dort sitzt darauf zu sagen: „Synagogue first floor“ – ich kam mir schon einmal willkommener vor!

Santorin

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Fira vom Ankerplatz aus: in der Mitte der Fussweg nach oben, links daneben die Seilbahn

Beim Anlaufen von Santorin fiel ich einer optischen Täuschung zum Opfer. Auf der gesamten Länge der Insel Thira lag auf der Kuppe eine dicke Schneeschicht. Dachte ich. Und wunderte mich, woher bei einer Temperatur von mehr als 20° um sechs Uhr morgens der Schnee herkam. Nach einigen Minuten, als wir uns dem Gebirgszug näherten, wurde mir klar, dass es sich um eine dichte Bebauung mit schneeweissen Häusern handelte.

Santorin ist der Name eines vulkanischen Archipels in der südlichen Ägäis und gehört zur Inselgruppe der Kykladen. Die Namen der beiden Hauptorte der grössten Insel, Thira, sind Fira und Oia, der Ort der blauen Kuppeln.

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Maultiere und Esel als „Aufstiegshilfe“

Fira erreicht man je nach persönlichem Fitnessgrad auf drei Arten: Man klettert beherzt die 566 steilen Stufen hinauf, man überlässt das Klettern einem Maultier (€ 10,–) oder benutzt die Kabinenbahn (€12,–). Sowohl Tierschützer als auch Kreuzfahrtunternehmen warnen vor dem Ritt, und das nicht erst, seit eine Frau bei einem schrecklichen Unfall getötet wurde. Auch wir erhielten Tickets für die Benutzung der Bahn. Oben angekommen lässt man sich am besten einfach mit dem Strom der Touristen treiben und bewundert statt der immer gleichen Angebote, diesmal angereichert mit Luxus Kommissionswaren, die malerische Architektur. Wer etwas Glück hat, ist plötzlich draussen, weg vom Touristenrummel und kann nicht nur die Ruhe und das kommerzfreie Gebiet, sondern auch einen unvergleichlichen Ausblick über die Caldera geniessen.

 

Bis zum Jahr 1.600 BCE war Santorin eine typische vulkanische Insel. Diese sind in der Regel kreisrund und kegelförmig. Es kam zu einer sehr starken Explosion. Der Druck muss so hoch gewesen sein, dass Aschepartikel noch in Hunderten von Kilometern Entfernung gefunden wurden. Die Insel selber wurde, wie heute noch in den gut sichtbaren Gesteinsformationen erkennbar ist, von einer bis zu 60 Meter dicken Ascheschicht begraben. Religionshistoriker gehen davon aus, dass die ungeheuer hohe und tagelang lodernde Feuer- und Aschesäule jenes Phänomen beschreibt, das in der Tora beim Auszug der Hebräer aus Ägypten beschrieben wird. Der nachfolgende Tsunami verursachte demzufolge die Teilung des Roten Meeres. Unmöglich ist das nicht. Schliesslich gelangte auch Jona im Walfisch vom Mittelmeer in den Arabischen Golf.

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An diesem Riff kann man die verschiedenen Sedimentschichten gut erkennen

Erste nachweisliche Spuren andauernder Besiedlung gehen bis in das 5. Jahrtausend BCE zurück. Den ersten Bewohnern der Insel folgten Phönizier, Dorer und Ptolemäer, Römer, Byzantiner, Venezianer, Franken und Osmanen.

 

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Josef Nasi

Nach dem Ende der venezianischen Zeit eroberte Khair ad-Din Barbarossa im Jahr 1537 die ägäischen Inseln. Den Einwohnern wurde freigestellt, sich entweder dem Osmanischen Reich anzuschliessen und einen individuell festgesetzten Jahrestribut zu zahlen oder sich diesem Vorschlag zu widersetzen. Im ersten Fall blieben die Inseln von weiteren Repressalien verschont, im zweiten Fall wurden sie weiter bekämpft. Als Dank für geleistete Dienste im Kampf gegen Venedig wurde Joseph Nasi im Jahr 1566 von Sultan Selim II als Herzog über Naxos eingesetzt, zu dem auch Santorin gehörte. Er wurde auch zum Herrn über Tiberias ernannt, mit der Aufgabe, dort wieder Juden anzusiedeln. Josef Nasi starb 1579, ohne Tiberias je betreten zu haben. Nach seinem Tod fiel Santorin wieder an das Osmanische Reich.

Eine Besonderheit Santorins ist der Weinbau. Durch das sommertrockene Klima, in dem nur Tau der Bewässerung dient, erfanden die Weinbauern eine spezielle Technik der Weinrebenformung. Sie sind korbförmig und können den zur Verfügung stehenden Tau gut auffangen und halten.

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Weinanbau auf Santorin

Aktuelles oder gar neuzeitliches jüdisches Leben gibt es hier nicht.

 

Mykonos

Mykonos stand lange im Schatten der kleineren Nachbarinsel Delos. Diese galt als heilig, es durfte keine Geburt und kein Todesfall auf der Insel stattfinden. Entstanden ist Mykonos der Legende nach, als die von Herkules besiegten Riesen, die er ins Meer geworfen hatte, zu Stein wurden und so die Insel bildeten.

Eine andere Legende erzählt von der Entstehung der Insel Delos. Hera, die Schwester und Ehefrau von Zeus war eifersüchtig auf seine zahlreichen Geliebten. Eine ihre Nebenbuhlerinnen, Leto war mit Zwillingen, Artemis und Apollon schwanger. Als Wächterin der ehelichen Sexualität und Schützerin von Ehe und Geburt kannte Hera manche Tricks, um eine Geburt zu verhindert. So erzwang sie von der Erde den Eid, Leto kein festes Land zur Geburt zur Verfügung zu stellen. Poseidon liess daher die schwimmende Insel Delos entstehen, auf der Leto ihre Kinder zur Welt bringen konnte. Anschliessend befestigte Poseidon die Insel an vier diamantenen Säulen.

Belegt ist, dass sich auf Delos die älteste, als Bau nachweisbare Synagoge befindet. Aus erhaltenen Inschriften kann man entnehmen, dass um 200 BCE Juden und Samaritaner auf Delos gelebt haben. Reste des Gebäudes erzählen viel über die Nutzung zunächst als Wohnhaus und später als Synagoge. Teilweise erhalten ist der wunderschöne, thronartige Stuhl, die Nische, in der die heiligen Schriften aufbewahrt wurden, sowie Bänke aus Marmor entlang der Wände. Die Synagoge von Delos ist die älteste der sechs erhaltenen Synagogen, die auf die Zeit des zweiten Tempels (525 BCE bis 70 CE) zurückdatiert werden können.

Aus der Zeit der Antike wissen wir nur wenig über Mykonos. Im Jahr 1207 wurden sie, wie die anderen Kykladen Inseln, von Venedig erobert. 1537 eroberte Khair ad-Din Barbarossa neben Santorin auch Mykonos. Diese Insel war, aufgrund ihrer strategisch günstigen Position für jeden von Bedeutung, der im grossen Stil internationalen Handel über das Meer trieb. Die Bürger von Mykonos waren grossteils Seeleute. Während der griechischen Revolution (ab 1821) halfen sie mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Schiffen und Mannschaften den Griechen erfolgreich im Kampf gegen das Osmanische Reich.

Zwischen den beiden Weltkriegen begann sich der Tourismus zu etablieren. Mykonos war teilweise noch ohne Strom, wer kam, reiste gleich weiter nach Delos.

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Das heutige Inselmaskottchen Petros III

 

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Jackie Kennedy mit Petros I.

1960 kam Jackie Kennedy und löste damit einen Boom von Mykonos als Lifestyle Ferienort aus. In den Sommermonaten verliert die charmante Insel ihre Identität. In den Tavernen, Bars und Cafés ist Party, sobald die Sonne untergeht. Dabei hat Mykonos mehr zu bieten. Verschlungene kleine Gässchen mit gehfreundlichem Pflaster, weisse Häuser mit den typischen bunten Treppen und Balkonen und natürlich die fünf Windmühlen. Sie haben 400 Jahre lang Getreide zu Mehl vermahlen. Heute sind sie die meist fotografierten Wahrzeichen der Insel und befinden sich in Privatbesitz. In „Klein-Venedig“, den bunten Häusern direkt am Meer, versteckten früher Piraten ihre Beute. Dieser pittoreske Ortsteil ist im venezianischen Baustil erhalten und strahlt einen ganz eigenen Charme aus.

 

 

Athen

Auf diese Stadt hier einzugehen wäre so, als wollte ich Eulen hierher tragen. Spricht man derzeit von Griechenland, so ist die marode Wirtschaft immer und überall das Thema Nr. 1. In Athen lebt beides nebeneinander. Ungeheurer Reichtum und abgrundtiefe Armut. Einerseits ist kein Land derzeit wirklich daran interessiert, in Griechenland zu investieren, weil niemand eine Vorstellung davon hat, wie es mit diesem Land weitergeht. Andererseits haben China (COSCO), das den maroden Hafen aufkaufte und das deutsche Bauunternehmen Hochtief AG, das sich 40 % der wirtschaftlichen Rechte am Flughafen gesichert hat, dafür gesorgt, dass beide hoch verschuldeten Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben.

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Fahnen am Hafen von Priäus

Was ist der Grund für die wirtschaftliche Misere? Zu hohe Steuern, die von zu vielen Steuerpflichtigen nicht gezahlt werden, hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Perspektive für die Wirtschaft, niedriger privater Konsum… Gibt es eine Lösung? Derzeit hat man noch keine gefunden.

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Ehemaliger Palast, nun Regierungssitz

Irgendwie erinnert die Stadt an Rom. Auf Schritt und Tritt begegnet man den Spuren des Altertums, hier eine Säule, da ein Bogen. Das grosse erste Olympiastadion der Neuzeit, das mich so an die Protzbauten der Nazis erinnert. Und über all dem natürlich die Akropolis. Die Zeit war zu kurz, hinaufzusteigen. Aber auch schon aus dieser Perspektive war sie mehr als beeindruckend. Wie können es Menschen geschafft haben, dieses Wunderwerk innerhalb von 15 Jahren, ganz ohne Sklavenarbeit, erbaut zu haben?

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Die Akropolis, das Wahrzeichen Athens

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Das neue Olympiastadion, hier endet jeder Marathonlauf

Es gibt einen Hinweis auf einen „Moschos, Sohn von Moschion dem Juden“. Er wird datiert auf 300 BCE und fand sich in Oropos, einem kleinen Hafenort, der zum Stadtgebiet von Athen gehörte.

Die erste grosse Zahl von Juden ist, folgt man einer mündlichen Überlieferung, unmittelbar nach der Zerstörung des Zweiten Tempels, also um das Jahr 70 CE nach Griechenland gekommen. Diese „Romanioten“  leben seit jener Zeit im Gebiet des östlichen Mittelmeeres. Sie dürfen nicht verwechselt werden mit den sephardischen Juden, die vor der Inquisition aus Spanien flüchteten, und den ebenfalls wesentlich später gekommenen Aschkenasim. Liturgische Texte der Romaniot, die um 1.000 CE geschrieben wurden, fanden Eingang in die heute noch genutzten Gebetbücher der aschkenasischen Juden.

Bis Deutsche, Italiener und Bulgaren im Jahr 1942 das Land besetzten, lebten in ganz Griechenland 78.000 Juden, mehr als 70.000 von wurden nach Auschwitz deportiert. Im Gegensatz zur katholischen Kirche, die sich eindeutig auf die Seite der Nazis stellte und nichts für die Juden tat, bemühten sich die offizielle Griechisch-Orthodoxe Kirche und zahlreiche Griechen, Juden zu retten und ihnen einen sicheren Unterschlupf zu geben. Trotzdem wurden allein aus Thessaloniki 49.000 Juden ermordet.

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Die neue Synagoge von Athen

Zwei Denkmäler zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gibt es in Athen. Eines auf dem jüdischen Friedhof, und das zweite im Stadtzentrum in der Nähe der neuen Synagoge. Die Gemeinde wird von Chabad betreut, die den Rabbiner stellt, einen koscheren Supermarkt und ein koscheres Restaurant.

Heute leben etwa 6.000 Juden in Griechenland, davon 3.500 in Athen und 1.500 in Thessaloniki.

 

Rhodos

Rhodos ist die Hauptstadt der zwölf Inseln umfassenden Region „Dodekanes“ in der südöstlichen Ägäis. Die Südostspitze der Insel ist nur 17.5 Km von der Türkei entfernt. Die Insel ist sehr gebirgig. Der vorherrschende Kalkstein sorgt dafür, dass trotz der regenlosen Zeit zwischen Mai und September die Insel über genügend Wasser verfügt und auch zwei Nachbarinseln mitversorgt werden können. Menschliche Siedlungen sind seit der Frühsteinzeit belegt.

Die Lage der Insel liess sie schon früh für andere Staaten interessant werden, die sie für den Fernhandel nutzten oder als Basis für miteinander bekriegende Völker. Der Krieg zwischen Theben und Athen gegen Makedonien brachte Rhodos 332 BCE die Unabhängigkeit. Wenige Jahre später wurde die Stadt nochmals belagert. Der Bau und Verkauf einer epochalen Belagerungsmaschine brachte der Stadt so viel Geld ein, dass sie den „Koloss von Rhodos“, eines der sieben Weltwunder giessen liessen. Er war ein Weihegeschenk an den Sonnengott Helios, dem man den Sieg über die Belagerer zuschrieb. Bereits im Jahr 227 BCE fiel er einem Erdbeben zum Opfer.

 

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Jeder hat seinen Stil hinterlassen, Byzantiner

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…  Kreuzfahrer

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… und Türken

Es folgte die byzantinische Zeit, die heute noch in den Stadtmauern sichtbar wird. Die Epoche der Kreuzritter und die Macht des Johanniter Ordens, die zwischen 1309 und 1522 die Insel beherrschten, hinterliess mit dem mächtigen Grossmeisterpalast prägende Spuren in der Stadt. Danach kamen die Osmanen.

Die türkische Besatzungszeit dauerte bis 1912, gefolgt von der Übernahme durch die Italiener. Es ist bemerkenswert, dass es bis zum Jahr 1938 keine Judenfeindschaft gab und die jüdische Gemeinde ständig anwuchs, bis sie Mitte der 1930er Jahre viertausend Seelen umfasste. Noch in den 30er Jahren wurde die Synagoge um eine Frauenempore erweitert.

Die Juden von Rhodos kamen in Wellen, Ende des 3. Jahrhunderts CE kamen jene, die von den Römern endgültig aus Palästina vertrieben worden waren, Ende des 15. Jahrhunderts aus Spanien, später aus Apulien. Sie sprachen „Ladino“, jene Sprache, die die sephardischen Juden aus Spanien nutzten.

Im September 1938 wurden die ersten anti-jüdischen Gesetzte verabschiedet. 2000 Juden verliessen das Land.

Die italienische Lira, damals das gültige Zahlungsmittel auf Rhodos verlor rasend schnell an Wert, so dass die deutschen Besetzer bald Probleme mit der Versorgung ihrer Truppen hatten. Am 13. Juli 1944 wurden alle noch auf der Insel lebenden Juden inhaftiert. Ihr Hab und Gut, sowie ihr Geld stellten für die Deutschen die weitere Versorgung ihrer Truppen sicher.

Am 23. Juli wurden 1.673 Juden gemeinsam mit 94 Juden der Nachbarinsel Kos über Piräus nach Auschwitz transportiert, wo die meisten ermordet wurden. 60 Menschen konnten der Deportation entkommen, 163 überlebten den Holocaust. Im Jahr 1947 lebten auf Rhodos 60 und auf Kos nur mehr 1 Jude.

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Die Zeremonie in Yad VaShem

Der türkische Generalkonsul Selahattin Ülkümen rettete 42 Personen das Leben, indem er sie, die bereits inhaftiert waren oder sich sogar bereits auf dem Weg nach Piräus befanden, unter Berufung auf ein geltendes türkisches Gesetz, das es gar nicht gab (!) befreite. Es handelte sich um 17 türkischstämmige Juden und deren nicht türkische Familien. Am 12. Dezember 1989 wurde er als „Gerechter unter den Völkern“ von Yad Vashem anerkannt.

 

 

 

 

 

Die „Kahal Shalom Synagoge“ ist die älteste Synagoge in Griechenland. Das Baujahr 1577 ist auf einer Plakette im Innenhof festgehalten. Gottesdienste, Chuppot und Bar Mitzwot finden hier nur statt, wenn ausländische Gäste speziell aus diesem Grund nach Rhodos kommen.

 

 

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Der grosse Gebetsraum der Kahl Shalom Synagoge

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400 Jahre alte Torarolle

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Blick auf den Innenhof

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An dieser Stelle befand sich der Frauenraum

Zur Synagoge gehört ein kleines Museum, das Gegenstände und Bilder des vergangenen jüdischen Lebens auf Rhodos präsentiert, berührende Zeugnisse einer Gemeinde, die nach dem Holocaust fast komplett zerstört wurde.

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Denkmal für die Opfer des Holocaust

Limassol

Die geteilte Insel Zypern ist seit 8.000 BCE besiedelt. Funde aus dem 3. Jahrtausend BCE belegen, dass es bereits Handel mit anderen Inseln und Städten mit der benachbarten Inselwelt, aber auch mit dem Nahen Osten und Ägypten gab. Kupferfunde, die der Insel den Namen gaben, legten den Grundstein für beachtlichen Reichtum. Bis zur Zeitwende wurde Zypern immer wieder von Eroberungen heimgesucht. Griechen, Ägypter, Assyrer, Perser und Ptolemäer wechselten sich ab. 58 CE wird Zypern Teil des Römischen Reichs. Zwischen 330 und 1191 fällt es an Byzanz, bis es von Richard Löwenherz erobert wird und an französische Kreuzritter verkauft wird. 1489 übernehmen die Venezianer die Macht und bauen bereits vorhandene Festungen gegen die immer wieder drohenden Übergriffe durch die Türken aus, denen es erst 1570 gelingt, das Land zu erobern. 1878 überlassen sie Zypern auf Basis eines Pachtvertrages Grossbritannien.

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Ruine einer Kreuzritterburg

Es wird britische Kronkolonie. Mehr und mehr übernehmen die Briten die Kontrolle im Land. Die Briten sahen in Zypern ausschliesslich als Möglichkeit, im Mittelmeerraum militärisch präsent zu sein. Menschliche Schicksale interessierten sie nicht.

 

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kommt Hoffnung bei den Zyprioten auf, endlich selbstständig zu werden. Die Unzufriedenheit der griechischen Zyprioten aber stieg, ihr Ziel war die Anbindung an Griechenland. Doch die Briten sind anderer Meinung: „Es hat sich schon immer von selbst verstanden, dass es gewisse Gebiete im Commonwealth gibt, die aufgrund spezieller Umstände niemals eine vollständige Unabhängigkeit erwarten können“. Das war die offizielle Haltung.

1960 erhielt die Insel mit dem „Abkommen von Zürich und London“ seine Unabhängigkeit. Jedes noch so kleine Detail wurde darin geregelt. Die türkische Minderheit im neuen Staat erhielt so weitreichende Rechte, dass sich bei der griechischen Mehrheit grosser Unmut breitmachte. Die Spannungen wurden immer stärker. Sie gipfelten darin, dass im Sommer 1974 türkische Gruppen die Insel vom Norden her überfielen und den Nordteil besetzten.

Die 1983 einseitig ausgerufenen „Türkische Republik Nordzypern“ umfasst ca. 37 % des Landes, 56 % machen das Staatsgebiet der Republik Zypern aus, 4 % wurden zur UN Pufferzone und 3 % sind britisches Hoheitsgebiet.

Im britischen Hoheitsgebiet herrscht britisches Recht, die dort lebenden Zyprioten werden nicht in ihrer Bewegungsfreiheit beschränkt. Auf einem Teil dieser Region befinden sich auch riesige Obstplantagen, die eine der Grundlagen der Wirtschaft darstellen. Die Plantagen waren bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts moskitoverseuchte Sümpfe. Ein jüdisch-britisches Regiment legte es erfolgreich trocken und rettete so zahlreichen Einwohnern das Leben.

 

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Der Venusfelsen vor der Küste Zyperns.

Hier soll auch Aphrodite aus dem Meer geboren worden sein. Ihre Zeugung ist so dramatisch, wie es nur in der griechischen Mythologie denkbar ist. Uranus ist der Sohn von Gaia und Eros. Mit seiner Mutter Gaia hatte er zahlreiche Kinder, die ihm alle verhasst waren. Er verbannte sie aus seinem Umfeld und versteckte sie im Meer. Damit war seine Mutter Gaia nicht einverstanden, sie liess ihn von seinem Sohn Kronos entmannen. Das blutige Geschlechtsteil warf Kronos in das Meer, wo sich Blut, Wasser und sein Samen zu einer aufschäumenden Gischt verwandelten, aus der Aphrodite geboren wurde.

Frühzeitliche Spuren jüdischen Lebens auf Zypern gibt es fast keine. Auf dem jüdischen Friedhof von Margo soll es angeblich noch Reste von Grabsteinen aus der Zeit der Römer geben. Der Zutritt dorthin ist allerdings verboten. Es muss aber in dieser Zeit eine jüdische Bevölkerung auf Zypern gegeben haben, sonst wäre ihnen der Aufenthalt dort nicht nach dem „Diaspora Aufstand“ (115 – 117 CE) auf alle Zeit verboten worden.

Während der osmanischen Zeit sollten Juden aus Sfad in Famagusta angesiedelt werden.

Russische Einwanderer versuchten ihr Glück als Farmer in Margo. Unterstützt von der Jewish Colonization Association starteten sie ihr Projekt, ohne Ahnung, wie das Leben eines Farmers sein würde. Trotz einer perfekten Infrastruktur gaben sie aufgrund der schlechten Lebensbedingungen auf. (Die JCA übernahm 1900 die Verwaltung der von Baron de Rothschild in Israel gegründeten Gemeinden, mit dabei auch Zichron Ya’acov).

Von 1945 bis 1949 diente Zypern zur Internierung von etwa 52.000 Juden, die, auf dem Weg nach Palästina vom britischen Militär abgefangen wurden. Seit 1939 hatte die britische Regierung die Zahl der Einwanderer nach Palästina drastisch beschränkt. Die Auffanglager in Palästina waren bereits hoffnungslos überfüllt. Um die Lage etwa zu entspannen, ging man dazu über, möglichst zahlreiche Flüchtlinge wieder ausser Landes zu bringen. Als die britischen KZs auf Zypern ebenfalls nicht mehr ausreichten, wurden die Flüchtlingsschiffe abgefangen und wieder in den Ausgangshafen zurückgeschickt.

Heute leben wieder etwa 2.000 Juden auf Zypern, zwei Gemeinden je eine im türkischen und im griechischen Gebiet werden von Chabad betreut.

 

Haifa

Die Ankunft in Haifa nach einer spannenden, lehrreichen und erholsamen Reise ist jedes Mal wieder sehr emotionell. Morgens noch im Dunkeln langsam der Küste entlang zu segeln, die kleinen Städte und Orte zu erkennen und dann die erleuchteten Bahai Gärten langsam näher kommen zu sehen…… das ist es, was ich daran besonders liebe. Das Heimkommen!

 

Baha_i Shrine and Gardens The holy place of Baha_i Faith-7

©esther scheiner, israel

 

 

 

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Von Venedig nach Haifa – jüdisches Leben entdeckt auf einer Kreuzfahrt Teil I – von Venedig nach Bari

 

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Langweilig wird die mehrtägige Schiffsreise von Venedig nach Haifa sicher nicht.

An Bord gibt es alles, um die Zeit genuss- und sinnfüllend zu verbringen. Neben den sportlichen Aktivitäten gibt es auch die „schiffstypischen“ Vergnügen, wie Shuffle Board oder Paddle Tennis, manchmal auch ein kleines Putting Green und ein Golf Abschlagplatz.

Von sechs Uhr morgens, bis tief in die Nacht hinein ist für reichhaltige Verpflegung gesorgt, oftmals als „all inclusive“ ohne Zusatzkosten für den kaloriensüchtigen Gast.

Shops und Spielcasino sind nur während der Zeiten geöffnet, in denen das Schiff in internationalen Gewässern unterwegs ist. Doch kaum sind die Türen geöffnet, füllen sich die Tempel der Kauf- und Spielsüchtigen.

Man kann auch, die meist spannenden und informativen Vorträge besuchen, die sich um die nächsten Ziele drehen. Auf unserem Schiff war es Hugh Neighbour, der uns mit Informationen und Einblicken versorgte.

Wem es an Bord zu langweilig ist, oder wer doch mehr sehen will, der kann an den zahllosen und oft kostenlosen Exkursionen teilnehmen. Man erhält sein Ticket, sucht seine Gruppe und ist ab dem Moment der Reiseleitung auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Hat man Glück, wie wir es mit Georgia in Athen hatten, kann man viel lernen und trotzdem Spass haben. Hat man Pech, wie ich mit Sylvia in Zypern, dann ist ein öder Ausflug vorprogrammiert.

Vielleicht die spannendste Art etwas zu sehen und zu erleben ist es, allein loszuziehen. Natürlich den Zeitpunkt fest im Auge behaltend, wann das schwimmende Hotel wieder lossegelt.

Wir waren mit der Seven Seas Voyager unterwegs, die mit 560 Passagieren fast zu den Schiffs Winzlingen gehört.

Venedig

Hier über Venedig zu schreiben, würde den Umfang des Blogs sprengen. Auch beim zehnten Besuch gab es Neues zu entdecken. Auffallend waren die vor allem am Vormittag über den Markusplatz einfallenden Touristen, die lange Warteschlangen vor San Marco, Dogenpalast und Campanile produzierten. Die im historischen Stadtzentrum lebenden 56.000 Venezianer werden Jahr für Jahr von etwa 30 Millionen Besuchern überrollt. Knapp zwei Millionen davon sind Kreuzfahrer, die auf über 500 Schiffen anreisen und meist nur Tagesgäste sind. Nutzen und Schaden, in dem Fall Einnahmen und Ausnahmen halten sich die Waagschale. Professor Giuseppe Tattara von der Wirtschaftsuniversität Ca’ Foscari gibt in seinem Artikel „Quantifying Cruising“ eine aufschlussreiche Übersicht.

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Die An- und Abreise der Kreuzfahrtschiffe erfolgt derzeit durch das Becken von San Marco und den Guidecca Kanal. Jedes Schiff verdrängt während der Passage, je grösser, je mehr bis zu 35.000m3  Wasser. Durch das andrängende Wasser werden die Kaimauern und damit auch die Gehwege entlang der Route unterspült und ausgewaschen. Die Stadt ist ständig besorgt darum, die Schäden auszubessern, so dass keine Gefahr entstehen kann. Der Grund, warum die Riesenschiffe diesen Weg nehmen dürfen, der doch nur Nachteile bringt, liegt darin, dass der Kanal offiziell als offenes Meer gilt. Damit ist er der Einflussnahme durch die Stadtverwaltung entzogen. Eine Beschränkung der Passagierzahlen auf unter 1000 pro Schiff würde für die Stadt sicher eine deutliche ökologische Erleichterung bringen.

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MSC Musica 4.000 Personen

 

Italy Cruising Venice

Nieuw Amsterdam  3.000 Personen

 

 

 

 

 

 

Die jüdische Gemeinde in Venedig datiert zurück auf das 5. Jahrhundert. Juden waren als Händler, aber nicht als Einwohner der Stadt geduldet. Sie mussten entweder auf dem Festland, oder sofern sie aus Deutschland kamen, in der „Fondaco dei Tedeschi“ (neben der Rialto Brücke) leben. Ab 1366 war der Aufenthalt, aber nicht das definitive Wohnrecht für jüdische Geldverleiher gestattet. Um 1382 wurde in „Judenverordnungen“ festgeschrieben, wie sich ihr Aufenthaltsrecht in der Stadt einerseits und ihre Abgaben- und Steuerpflicht andererseits gestaltete. Diese individuellen Verträge waren zeitlich beschränkt gültig. Es kam zu seltsamen Vorschriften, aufgrund derer die Juden aus der Stadt auf das Festland verdrängt werden konnten, oder nur mit einer Sonderbewilligung aus der Stadt wegziehen durften. Damit sollte sichergestellt werden, dass sie als Geldgeber und Stützen des Seehandels, ohne den die Seemacht nicht existieren konnte, erhalten blieben.

Zwischen 1516 und 1797 durften sie nur im Ghetto nuovo wohnen, von der übrigen Bevölkerung durch zwei Tore abgetrennt, die in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen geschlossen wurden. Trotz dieser Schikanen lebten die Juden weitgehend sicher in Venedig. Sie blieben von der Inquisition verschont, Übergriffe durch Christen waren strafbar und wurden verfolgt. Zwar mussten sie ab 1397 ihre Kleidung kennzeichnen, durften diese Kennzeichnung aber in Gefahrenzeiten ablegen und sich dann auch bewaffneter Leibwächter bedienen (die weniger die Menschen, als das Geld schützen sollten).

1544 erhielt die Familie von Josef Nasi, Neffe und Schwiegersohn von Dona Gracia einen Freibrief, der sie berechtigte, in Venedig ausserhalb des Ghettos zu leben und ab 1545 ihre Banken neu zu eröffnen.

Später kamen als jüdische Wohngebiete noch das Ghetto vecci und ab 1633 das Ghetto novissimo hinzu. Hier lebten die reichen Juden aus Spanien in grossen, komfortablen Palästen, während in den beiden anderen Ghettos grosse Enge herrschte. Der Bauplatz war knapp, die Häuser wurden bei geringer Raumhöhe teils bis zu sieben Stock hoch gebaut.

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Dieses Geschäft ist seit 300 Jahren im Familienbesitz

Die Gesamtheit der Juden wurde als „Università“ bezeichnet, die auch für die Wahl der jeweiligen Gemeindevertreter verantwortlich war. Diese waren die Verhandlungspartner mit den Vertretern der Stadt. Hauptthemen waren Hygiene, halachisches Schächten, soziale Fragen und natürlich auch Steuern. Diese wurden je nach Verschuldungsgrad der Stadt eingehoben. Die innere Gerichtsbarkeit lag bei den Rabbinern.

Die Pest (1630 – 32) hatte zahlreiche Juden veranlasst, die Stadt zu verlassen, gleichzeitig drängten aus Nord- und Osteuropa neue Flüchtlinge nach. 1641 verlor die Seemacht Venedig einen Teil ihrer Vormachtstellung im Mittelmeerraum an die Türken. Dadurch fielen zahlreiche Handelswege und –Partner für die jüdischen Kaufleute weg, die ihren Zahlungsverpflichtungen nur mehr mühsam nachkommen konnten.

Infolge der immer stärker werdenden Spannungen zwischen Venedig und der jüdischen Bevölkerung kam es zu ersten antisemitischen Repressalien.

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Giuseppe Garibaldi

1797 eroberte Napoleon Venedig, liess die Tore des Ghettos verbrennen und hob die Residenzpflicht auf. Ihr volles Bürgerrecht erhielten die Juden aber erst im Jahr 1848. Im Zuge der Italienischen Revolution 1848/49 wollte der Freiheitskämpfer Giuseppe Garibaldi den Venezianern zu Hilfe eilen, konnte sich aber nicht bis Venedig durchschlagen.

Nachdem viele Menschen nach dem Öffnen des Ghettos ihre Wohnungen verliessen, verfiel das jüdische Viertel langsam aber stetig.

Die dort noch lebenden 286 Juden wurden im 2. Weltkrieg von Nazis deportiert und grossteils ermordet. Nur wenige überlebten den Holocaust oder konnten vor der Deportation fliehen. Heute leben etwa dreissig Personen im Ghetto, die Gemeinde umfasst insgesamt 500 Personen.

Von den seinerzeit bestehenden sieben Synagogen werden zwei noch für religiöse Zwecke genutzt, die Scola Levantina und die Scola Ponentina. Drei weitere, die Scola Grande Tedesca, Scola Canton und die Scola Italiana sind heute Museen.

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De Zusammenfluss von Canale Grande und Guidecca – hier müssen alle vorbei

 

Dalmatien – Zadar

Die ältesten Belege für eine Besiedlung Zadars geht auf das 6. Jahrhundert BCE zur Zeit der Illyrer zurück. Ab dem 2. Jahrhundert BCE übernahmen die Römer die Herrschaft über die Küstenstadt und prägten ihr bis heute erhaltenes Erscheinungsbild. So entspricht das Strassennetz der Altstadt der klassisch römischen Nord-Süd und Ost-West Führung, mit einem Marktplatz am Schnittpunkt der Strassen.

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Venezianisches Stadttor

Nach einem byzantinischen und fränkischen Intermezzo begaben sich die Bürger um das Jahr 1000 unter den Schutz von Venedig. Es folgten die Kroaten und Ungarn, 1118 griffen die Venezianer die Stadt an, blieben aber erfolglos. 1202 war ein erneuter Angriff mit anschliessender Belagerung erfolgreicher, Zadar kam erneut unter venezianische Herrschaft. 1409 wurde Zadar an Venedig verkauft. Die venezianische Periode ist heute noch am Baustil der Altstadt zu erkennen.

 

 

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts griffen die Osmanen den wichtigen Handelsposten in der nördlichen Adria an. Die Stadt war aber so gut verteidigt, dass die Osmanen unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten.

1797 fiel Zadar kurz an Österreich, nachdem Venedig durch die Eroberung durch Napoleon untergegangen war, wurde aber im Jahr 1805 an Frankreich abgetreten. 1813 gelangte es wieder an Österreich, wo es bis 1918 als Kronland blieb. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde es Italien zugeschlagen.

Der Beschuss durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg richtete am historischen Altstadtkern grosse Schäden an, ein grosser Teil der italienisch sprechenden Bevölkerung verliess die Stadt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Zadar Teil der jugoslawischen Teilrepublik Kroatien und ist seit 1991 Teil der unabhängigen Republik Kroatiens.

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Für den konservativen Herrn: Hier wurden die Krawatten erfunden!

Seit dem 14. Jahrhundert gibt es eine Universität, die in einem der schönsten Gebäude, damals noch ein Kloster, an der Promenade eingerichtet wurde. Die Universität wurde mittlerweile ausgebaut.

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Doe Promenade von Zadar mit der Universität (ganz rechts)

Am 11. September 2017 brach ein Unwetter über Zadar herein, wie es bisher in keiner Wetteraufzeichnung festgehalten wurde. Die gesamte Altstadt wurde überschwemmt und an zahlreichen Strassen entstanden grosse Schäden.

Jüdisches Leben sucht man in Zadar vergebens. Obwohl sie seit dem 7. Jahrhundert in Dalmatien lebten, gibt es fast keine Zeugnisse oder Hinweise auf die Gemeinden bis zum 13. Jahrhundert. Die ersten Zeugnisse, die aus dieser Zeit gefunden wurden, sind Verbote, dass Juden sich in der Region nicht ansiedeln durften, um jede Konkurrenz zu nicht-jüdischen Händlern bereits im Keim zu ersticken,

Im späten 13. und im 14. Jahrhundert profitierten Kroaten und Juden voneinander, das Wirtschaftsleben blühte. Mitte des 15. Jahrhunderts beschloss die Regierung, es gäbe zu viele Juden in Kroatien, so dass sie bis ins Jahr 1526 vertrieben wurden. Ab da verliert sich für die kommenden 200 Jahre ihre Spur.

Um 1700 wandern die ersten Juden wieder ein, 1782 proklamiert Josef II das Toleranzpatent. Dieses Gesetz sicherte ihnen die vollen Bürger- und Siedlungsrechte zu, die sie allerdings erst 1873 erhielten.

Um die Jahrhundertwende lebten 20.000 Juden in 21 Gemeinden in der Region. Bald schon kam es zu internen Konflikten zwischen den Zionisten, die ihre jüdische Identität bewahren wollten und Kontakte mit Israel pflegten und den assimilierten Juden, die sich mit den nicht-jüdischen Bewohnern identifizierten. Bis zum Kriegsausbruch 1939 behielten die Zionisten die Vorreiterrolle, litten aber zusehends unter Verfolgungen von rechtsnationalen Katholiken.

Zur Zeit der Besatzung durch die Nazis lebten 25.000 Juden in Kroatien. Sie waren reich, ihre Kinder besuchten die Universitäten. Durch diesen Reichtum zogen sie vermehrt den Hass der nicht-jüdischen Bevölkerung auf sich. Trotzdem bauten sie weiter Synagogen und vergrösserten ihren wirtschaftlichen Einfluss. Als ab 1941 die deutschen Angriffe auf die intellektuellen Juden stärker wurden, flohen sie. Kroatien versuchte, in der „Judenfrage“ mit den Nazis zu kollabieren. Die in ihrer Heimat verbliebenen Juden wurden deportiert und in Auschwitz ermordet. Nur 5.000 von ihnen überlebten den Holocaust.

Als das historische Jugoslawien in den frühen 90er Jahren begann auseinanderzufallen, wurden sie wieder zum Spielball der Politik. Beide Seiten, Kroatien und Serbien beschuldigten sich gegenseitig des Antisemitismus, um die Juden auf ihre Seite zu bringen.

Heute leben etwa 1.700 völlig assimilierte Juden in Kroatien.

Bari

Bari, am Stiefelabsatz von Italien gelegen, ist seit der Bronzezeit durchgehend bevölkert. Aufgrund seiner strategisch günstigen Lage geriet die Stadt rasch in den Blickwinkel von Griechen, Byzantinern, Römern, Germanen und Normannen. Die Sarazenen gründeten dort ein islamisches Emirat, welches nach 400 Jahren von den Byzantinern erobert wurde.

Wilhelm der Böse, ein Normanne, liess die Stadt als Rache nach einer Rebellion komplett niederbrennen und verjagte alle Einwohner.

 

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Unter Friedrich II, einem Stauferkönig erlebte die Stadt eine blühende Epoche von wirtschaftlichem Aufschwung. Als Friedrich nach seinem Kreuzzug die Stadttore für ihn verschlossen fand, und er sich gewaltsam Einlass verschaffen musste, liess er die imposante Festung errichten, die einerseits die Stadt gegen Angriffe vom Meer schützt, von der aus man aber auch jederzeit gegen die Stadt vorgehen konnte.

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Heute ist die Altstadt von Bari mit ihren verwinkelten Gassen ein beliebter Touristenort. Einheimische mit Motorrädern und Rollern verschaffen sich ohne Probleme jederzeit freie Durchfahrt. Eine Eigenheit der Frauen von Bari ist es, ihre ebenerdig gelegenen Küchenfenster und –türen zu öffnen und von dort aus selbstgemachte Teigwaren und frisches Gebäck anzubieten.

Vom jüdischen Leben in Bari ist nichts mehr zu entdecken.

Es gibt noch eine Via della Sinagoga, die an den Ort erinnert, an dem möglicherweise einmal die alte Synagoge von Bari stand. Andere Zeugen jüdischen Lebens gibt es hier nicht mehr.

Um 1380 gab es vier mittelalterliche Synagogen in Trani, die allesamt von der Kirche konfisziert und als katholische Kirchen neu geweiht wurden. Die 310 noch in Trani lebenden Juden wurden zwangskonvertiert.

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Die Synagoge von Trans mit dem neuen Wandbehang

Im Jahr 2006 wurde die Sinagoga Scolanova in Trani (bis 2007 zur Provinz Bari gehörend) neu eingeweiht und steht der kleinen apulischen Gemeinde wieder zur Verfügung. Pikant ist, dass ein Marienbild, das sich an prominenter Stelle in der Synagoge innerhalb des denkmalgeschützten Gebäudes befindet, weder übermalt, noch entfernt werden darf. Die Lösung bestand darin, es mit einem grossen Wandteppich, auf dem eine Menora abgebildet ist, zu verdecken. Die ehemalige Frauenabteilung und das Becken der Mikwe sind ebenfalls erhalten.

 

 

©esther scheiner, israel

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