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The ultimate mission to Israel 3/10

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Ofer, Militärgericht und Gefängnis auf halbem Weg zwischen Ramallah und Jerusalem

Warum gibt es für das Gebiet von Yehuda und Shomron ein eigenes Militärgericht? Bis 1948 galt hier das britische Recht, anschliessend bis 1967 das jordanische Recht und seither gilt das israelische Recht.

In Folge einer Besetzung oder Änderung der Herrschaftsverhältnisse in einem Gebiet müssen die Gesetze, die dort bindend sind, auch weiterhin anerkannt werden, sofern sie den Grundsätzen der demokratischen Rechtsprechung entsprechen. In diesem Falle heisst das, dass die Briten die Gesetze aus der Zeit der Osmanen einhalten mussten, und Israel die britischen Gesetzte als verbindlich ansehen musste.

Rechtsfälle, die in den Gebieten von Yehuda und Shomron anfallen, unterstehen grundsätzlich der militärischen Rechtsprechung. Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Standort des Militärgerichtes physisch auf dem Gebiet des „verwalteten“ Landes zu liegen hat. Entsprechend der 4. Genfer Konvention darf ein Krimineller, also auch ein Terrorist, der innerhalb eines besetzten Landes angeklagt, verurteilt und inhaftiert ist, nicht ausser Landes gebracht werden, also auch nicht nach Israel.

Zu diesem Punkt erregte Marwan Barghuthi während des Prozesses gegen ihn grosses Aufsehen. Barghuti sah sich selber oft als logischer Nachfolger Arafats und hatte bereits seit jungen Jahren massgebliche Positionen in der PA inne. Nachdem ihm die Teilnahme an einigen blutigen Terroranschlägen nachgewiesen werden konnte, wurde er 2002 verhaftet. Der Fall erregte international wegen der Doppelrolle Barghutis als Politiker und Terrorist grosses Interesse, sodass man beschloss, über ihn im zivilen Bezirksgericht in Tel Aviv zu verhandeln. Er focht diese Entscheidung unter Berufung auf die Genfer Konvention und seinen Diplomatenstatus an und verweigerte fortan, als seinem Antrag nicht stattgegeben wurde, jede aktive Teilnahme am Prozess. Weder sein anwesender Anwalt noch er stellten den Zeugen eine Frage. Erst beim Schlussplädoyer, das über eine Stunde dauerte, meldete er sich wieder zu Wort. Im Jahr 2004 wurde er zu fünf Mal lebenslänglich plus 40 Jahre Haft verurteilt.

Das Militärgericht in Ofer verfügt über 17 reguläre Richter, die durch einige Dutzend Richter ergänzt werden, die Reservisten sind. Das Gericht ist absolut weisungsfrei.

Der Militärrichter

Der Militärrichter

Für das nördliche Gebiet gibt es zwei Gerichte erster Instanz (Ofer und Salem) und zusätzlich spezielle Gerichte für jugendliche Straftäter, die hier zweimal pro Woche tagen. Das Gericht in Ofer dient auch als zweite Instanz für beide Gerichtsplätze. Pro Jahr werden hier ca. 700 – 900 Fälle in der ersten Instanz verhandelt.

Ein weiteres spezielles Gefängnis, das ausschliesslich der Sicherheitsverwahrungen von Bürgern dieser Region dient, gibt es noch im Süden des Landes. Die Sicherheitsverwahrung soll im Prinzip eine Art Abschreckung vor einer weiteren Straftat sein. Ob diese Art der Bestrafung tatsächlich präventiven Charakter hat, mag dahingestellt sein. Bevor ein Verdächtiger in Sicherheitsverwahrung genommen werden kann, durchläuft er ein Verfahren von einigen Tagen, in dem die Vorwürfe gegen ihn geprüft werden. Ein anderer Grund für die, dann meist verlängerte Sicherheitsverwahrung, ist die Vorbereitungszeit für die Einstufung als Gerichtsfall. Die Dauer der Verwahrung beträgt in der Regel maximal 6 Monate, kann aber jederzeit verlängert werden. Jugendliche ab 12 Jahren können ebenfalls verwahrt werden, mit diesem Alter beginnt in Israel die eingeschränkte Strafmündigkeit. In den Augen von israelkritischen NGOs wird die Sicherheitsverwahrung seitens Israel zu hart, vor allem für palästinensische Jugendliche, angewendet. Es sollte nicht notwendig sein, darauf hinzuweisen, dass die gleiche Rechtsprechung für gleiche Taten bei israelischen und palästinensischen Bürgern zum Tragen kommt! Dies betrifft auch begleitenden Massnahmen, wie die Sicherheitsverwahrung.

Ab dem Moment, in dem ein palästinensischer Angeklagter in einem Gefängnis verwahrt wird, wird er automatisch zu einem bezahlten Mitarbeiter der PA. Für diesen Schritt ist es ausreichend, wenn die Familie bei der entsprechenden Stelle die Festnahme meldet. Während seiner Verwahrung und der anschliessenden Haft erhält er pro Monat bis zu US$ 3.000,–. Die Summe wird auf sein eigenes Konto eingezahlt. Sollte er zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werden, so erhält seine Familie seinen „Lohn“. Kein Wunder, dass bei den teilweise sehr schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen innerhalb der palästinensischen Bevölkerung der Anreiz für einen Terrorakt sehr hoch ist!

Verhandelt werden nur Straftaten von palästinensisch-arabischen Bürgern der Gebiete. Dabei ist es unmassgeblich, ob die Straftat in Israel oder in den Gebieten ausgeführt wurde. Die Straftaten können sogar im Ausland stattgefunden haben. Massgeblich für die Wahl des Gerichtsortes ist ausschliesslich, dass die Straftat in irgendeinem Zusammenhang mit der Sicherheit der Gebiete zu tun hat. Einbruch und Diebstahl z. B. gehören nicht dazu!

Die beiden 11 und 13 jährigen Terroristen, die am 10.11.15 eine Messerattacke im Light Train in Jerusalem durchzuführen versuchten, stammen aus dem Jerusalemer Vorort Shuafat, der zwar aus Sicherheitsgründen von einer Mauer abgegrenzt wird, aber innerhalb der „grünen Linie“ liegt und damit zu Westjerusalem gehört. Ihr Fall wird von einem Gericht in Jerusalem verhandelt werden. Shuafat liegt in Sichtweite des Hauptquartiers der Grenzpolizei, die auch für den Übergang Kalandia zuständig ist.

Shuafat, vorne Teile des ehemaligen Flüchtlingslagers, hinter die Neubauten

Shuafat, vorne Teile des ehemaligen Flüchtlingslagers, hinten die Neubauten

Bei der Verhandlung, die von uns mit ShuratHadin besucht wurde, standen vier Personen vor Gericht: ein Mann mittleren Alters, in dessen Haus man eine grosse Zahl Waffen gefunden hatte. Teilweise waren diesen Waffen gekauft, teilweise wohl auch selber zusammengebaut worden. Wir waren nur anwesend, während seine Personalien aufgenommen wurden. Mit ihm in der Angeklagtenbox sassen drei junge Männer, die angeklagt waren, Steine gegen Siedler und IDF Soldaten geworfen zu haben.

Die Angeklagten

Die Angeklagten

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Der Verteidiger

Der Verteidiger

Das Leben im Gefängnis von Ofer schien ihnen bisher nicht geschadet zu haben, kein Wunder, erhalten sie dort doch eine exzellente Betreuung und Verpflegung. Sie können ihre nicht abgeschlossene Schulbildung nachholen und in besonderen Fällen auch ein Studium absolvieren.

Trotzdem schien der Angeklagte, der vom Richter mehrfach aufgefordert wurde, stehen zu bleiben (während die anderen noch sitzen durften) einen durchaus verständlichen Hass auf uns zu haben. Wenn Blicke hätten töten können!

Der Besucherbereich ist gut gefüllt

Der Besucherbereich ist gut gefüllt

Die Besucherreihen waren voll, da ausser uns auch Familie und Freunde der Angeklagten anwesend waren. Entgegen anderslautenden Berichten von Kritikern Israels muss ich festhalten, dass die Angeklagten weder an den Händen, noch an den Füssen gefesselt waren. Neben uns sass auch nicht, wie andernorts behauptet, ein „Wachmann“, der auf uns aufpasste. Wir durften auch ungehindert fotografieren. Sogar eine Kontaktaufnahme mit der Mutter eines jugendlichen Angeklagten war möglich, konnte allerdings wegen des Fehlens einer gemeinsamen Sprache nicht fortgesetzt werden.

Jeder einzelne Satz wird während der Verhandlung für den Angeklagten übersetzt, damit keiner im Nachhinein behaupten kann, etwas nicht verstanden zu haben. Selbstverständlich hat jeder Angeklagte den Anspruch auf einen Verteidiger seiner Wahl, wenn er einen solchen nicht benennt, wird ihm einer zur Seite gestellt.

Laufgänge im Stasi Gefängnis Berlin Hohenschönhausen

Laufgänge im Stasi Gefängnis Berlin Hohenschönhausen

Der Gerichtsbereich in Ofer ist ebenso abgeschirmt und beschützt, als ich es im STASI-Gefängnis in Berlin gesehen habe. Enge Laufwege, Stacheldrahtzäune, Stacheldrahtdecken, alles elektrisch unterstützt. Auch das Wissen, dass ich hier jederzeit wieder rausgehen kann, hilft nicht so viel, die Luft wird ein wenig eng.

Das Areal des Militärgerichts, im Hintergrund Ramallah

Das Areal des Militärgerichts, im Hintergrund Ramallah

Die Sicherheitsanlagen rund um das Gefängnis Ofer

Die Sicherheitsanlagen rund um das Gefängnis Ofer

Das dem Gerichtsbereich vorgelagerte Gefängnis von Ofer wirkt schon rein äusserlich beängstigend. Dass es in diesem ockergelben, stacheldrahtbewehrten Gebäude so etwas wie Hoffnung gibt, ist für mich kaum vorstellbar. Etwa 600 Palästinenser sind hier inhaftiert. Besuche von Verwandten sind jederzeit möglich, allerdings muss vorher ein Antrag entweder bei der Verwaltung gestellt werden, dessen Bewilligung aber in der Regel zügig vor sich geht.

Seit der Gründung des Gefängnisses und der Installation des militärischen Gerichtshofes im Jahr 1967 wurden hier ca. 800.000 Gerichtsfälle verhandelt. Unter den Angeklagten waren auch 500 bis 700 Kinder und Jugendliche pro Jahr.

Der Gerichtshof von Ofer besteht aus Wellblechbaracken. Nichts ist modern, teuer oder fancy. Es herrscht ein absolut nüchterner und minimalistischer Stil. Die Laufwege zwischen den Containerhäusern sind eng, selbst wenn jemand fliehen wollte, er hätte kaum eine Chance. Nach oben sind die Laufwege mit Stacheldraht bewehrt, die Zwischenwände sind unüberwindbar. Die klimatisierten Gerichtsräume können, wenn man einmal die Kontrolle am Haupttor hinter sich gebracht hat, ohne Problem betreten und verlassen werden. Keine Cafémaschine blubbert, keiner der sonst allgegenwärtigen gekühlten Wasserspender hilft, den ärgsten Durst zu stillen. Dafür stehen lauwarme Flaschen mit Wasser bereit, bei denen sich jeder bedienen darf.

Wir sind im November da, es ist kühl und wolkig. Wie aber ist es hier in den Sommermonaten, wenn die Gluthitze von den Steinen reflektiert wird? Ofer muss für die Angeklagten, von denen kaum einer auf einen Freispruch hoffen darf, wie der Vorhof der Hölle sein.

Wenn sie auf dem Weg zum gepanzerten Fahrzeug sind, dass sie vom Gericht in das 100 m entfernte Gefängnis bringt, sehen sie vor sich auf dem Hügel, Ramallah und hinter sich, ebenfalls auf einem Hügel, Jerusalem.

Und ringsum die neu entstandenen israelischen Siedlungen, die für die Sicherheit und damit auch das Leben von uns Israelis garantieren.

Bei allem aufkommenden Mitgefühl, wir dürfen niemals vergessen, dass es Menschen wie die hier inhaftierten waren und derzeit wieder tagtäglich sind, die Terror gegen Unschuldige ausüben. Sie nehmen keine Rücksicht auf das Alter und das Geschlecht ihrer Opfer. Niemand hat sie gezwungen, zum Mörder zu werden. Die Ursache und Schuld in der angeblichen Besatzung „ihres“ Landes zu suchen, zeigt ein falsches Bild. Es ist auch nicht eine angebliche Hoffnungs- und Perspektivelosigkeit, die die Terroristen antreibt. Die Schuld liegt in den allermeisten Fällen in der Aufhetzung durch ihre politische und religiöse Führung, die immer wieder dazu aufruft, Juden zu töten. Und die ihnen für jeden toten Juden nicht nur Ehre, den Märtyrerstatus verspricht, sondern auch eine grosszügige finanzielle Unterstützung.

© esther scheiner, israel

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The ultimate mission to Israel – Teil 1/10

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Asymmetrische Kriegsführung am Fallbeispiel der Operation „Fels in der Brandung 2014“, internationales Recht als Herausforderung.

Oberst Eli Bar-On

Oberst Eli Bar-On

Oberst Eli Bar-On ist seit 2012 stellvertretender Generalanwalt der IDF. Seit 1994 bekleidete er verschiedene Positionen in der Rechtsabteilung der IDF. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Unterstützung von Soldaten, die international als „Botschafter“ Israels unterwegs sind, um auch an Universitäten das Bild Israels in den Medien zu korrigieren. „Our Soldiers speak “ leistet gerade in heutigen Zeiten, in denen „Breaking the silence“ soviel Schaden am guten Ruf der IDF anrichtet, unschätzbare Arbeit. Ein zweiter Schwerpunkt seiner Arbeit liegt beim „Israel National Defense College“ Innerhalb der IDF gibt es Ingesamt etwa 1000 Rechtsanwälte, die sich täglich mit militärisch assoziierten Rechtsfällen beschäftigen.

Der gesamte Gazastreifen umfasst 350 km2, die bis auf die drei Städte Gaza City, Kfar Yunis und Rafa nur dünn besiedelt sind und landwirtschaftlich genutzt werden, abgesehen von brachliegenden Dünen und Sand. Insgesamt leben in der von der Hamas kontrollierten Küstenregion knapp 1,9 Millionen Menschen. Die immer wieder hervorgehobene hohe Bevölkerungsdichte bezieht sich ausschliesslich auf die besiedelten Gebiete, sodass die kolportierte Zahl von über 5.000 Einwohner pro qm nicht aussagekräftig ist.

Sämtlichen militärischen Aktionen Israels wurden nur innerhalb der bebauten Gebiete vorgenommen. Welche Herausforderungen gab es?

Seit Anfang des Jahres bis zum Beginn der Operation Fels in der Brandung am 8. Juli 2014 waren insgesamt aus Gaza 4.525 Raketen auf Israel abgeschossen worden, 2.621 davon landeten in Israel, 156 landeten im Meer, der Rest war zu kurz geschossen und landete auf dem Gebiet von Gaza oder wurde abgefangen.

Als extrem schwierige Herausforderung stellte sich die Anlage der Tunnelsysteme dar. Die Tunnel beginnen meist innerhalb eines Privathauses in Gaza und enden prinzipiell möglichst in oder zumindest in der Nähe von sensiblen Zielen in Israel. Kindergärten und Schulen sind stark gefährdet, auch die in der Nähe der Grenze liegenden Kibbuzim können leicht infiltriert werden. Einer der am besten ausgestatteten Tunnel verfügte insgesamt über 30 Ein- bzw. Ausstiegspunkte und endete neben einem Kindergarten. Die grossen unter ihnen verfügen über jede nur denkbare Infrastruktur.

Am 17. Juli konnte der Angriff von 13 bewaffneten Terroristen auf den Kibbuz Sufa von der IDF erfolgreich abgewehrt werden. Die Männer waren beobachtet worden, wie sie aus dem Tunnel, nur 250m hinter der Grenze und nur zweitausend Meter vom Kibbuz entfernt dem Tunnelsystem entstiegen und sich dem Kibbuz näherten. Es gelang ihnen aber, trotz sofortigem Beschuss durch die IAF, durch das Tunnelsystem zu flüchten.

Dass sich die Kriegsführung änderte, dass die Kriegsschauplätze, die Kampfgebiete, heute nichts mehr mit denen der „alten“ Kriege zu tun haben, ist eine weltweit beobachtete Entwicklung. Mit der Veränderung der Kriegsführung änderte sich leider auch die Zahl der Zivilopfer. Im Yom Kippur Krieg, als die Kämpfe ausschliesslich in offenen, unbewohnten Gebieten stattfanden, gab es nur ein Zivilopfer auf israelischer Seite zu beklagen. Diese Zahl hat sich in den letzten Operationen immer weiter erhöht.

Die Gründe hierfür sind auf israelischer Seite allerdings ganz andere Natur, als auf der Seite der Gazaener. Wo liegen die Gründe für diese Entwicklung?

Unsere Gegner sind nicht länger nationale Armeen, sondern sogenannte „Non-state- actors“ (NSA), also Terrorgruppen, selbst ernannte „Kämpfer“, Jihadisten, die nicht einer staatlichen Armee zugeordnet sind.

Die Kampfgebiete haben sich von unbewohnten Gebieten in dicht bewohnte Gebiete innerhalb der Städte verlagert. Dort können die NSA-Gruppen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um speziell von sensiblen Orten aus zu agieren.

Die „alten“ Operationen (in Israel) dauerten einst nur wenige Tage, die heutigen ziehen sich bis zu 54 Tagen hin, wie wir im letzten Sommer erleben mussten.

Früher gab es eindeutige Sieger und Verlierer. Deutschland und Österreich waren nach dem Zweiten Weltkrieg klar die Verlierer mit allen Konsequenzen. Die Siegermächte waren, ebenfalls mit allen Konsequenzen: Frankreich, Grossbritannien, Russland und die USA. Wer was gewann oder verlor, wurde in Verträgen geregelt, die verbindlich waren. Österreich war bis zum 15. Mai 1955 besetzt, Deutschlands Besatzung endete offiziell am 5. Mai 1951, allerdings erhielt es seine volle politische Eigenständigkeit erst im Jahr 1991 nach der Wiedervereinigung zurück.

Besetztes Oesterreich

Besetztes Oesterreich

Besetztes Deutschland

Besetztes Deutschland

Heute und vor allem im Nahen Osten ist das nicht mehr so klar. Im Jahr 2014 feierte sich die Terrororganisation Hamas als Sieger über Israel, obwohl ihr Waffenarsenal geschrottet wurde und obwohl sie handlungsunfähig war. Diese Uneinsichtigkeit in die Realität muss der Selbstüberschätzung der Araber geschuldet werden und der Notwendigkeit, ihren geplagten Mitmenschen beweisen zu müssen, dass sie nach wie vor stark sind.

Einige Beispiele für die besonders Art der asymmetrischen Kriegsführung in Gaza.

Aus der „Abu Nur“ Schule in Shujaiyah, wurden insgesamt 54 Raketen Richtung Nahal Oz abgeschossen. Alleine das stellt schon ein klares Kriegsverbrechen dar. Die Schule, ein absolut ziviles Haus, wurde als Waffenabschussbasis missbraucht, was es nahezu verunmöglichte, entsprechend militärisch zu reagieren.

Den gleichen Schutz geniessen auch: Schulen und Gebäude der UNO und UNWRA, Moscheen, Friedhöfe, Krankenhäuser, Altersheime. Die sichere Gewissheit, dass die IDF sich in den Gegenmassnahmen sehr zurückhalten wird, nutzte Hamas weidlich aus, indem sie genau dort Waffenlager anlegte, Abschussrampen einrichtete und Tunneleinstiege grub. Zu den Gebäuden gehörten auch solche, die noch von Israel vor dem Abzug im Jahr 2005 gebaut worden waren. Bilder und Filme der IDF belegen dies ausführlich.

Ein besonders dramatisches Beispiel war der Beschuss des al–Wafa Krankenhaus in Shujaiyia.

Nachdem zahlreiche Abschüsse aus dem Spital Richtung Israel ausgelöst worden waren, wendete sich die IDF telefonisch an die Verwaltung und forderte sie dringend auf, das Spital komplett zu evakuieren. Am kommenden Tag wurde bei einem weiteren Gespräch die Evakuierung bestätigt, obwohl, laut IDF nach wie vor aus dem Gebäude geschossen wurde. Die IDF begann anschliessend mit dem Beschuss des Krankenhauses. Dass dieses als Waffenlager genutzt wurde, zeigt eine zweite Explosion, die weitaus stärker war, als der Treffer.

Ein gutes Beispiel für die falsche Berichterstattung in den Medien gibt es hier.

Journalisten durften nur von ausserhalb des Gebäudes ihre Berichterstattung machen, nachdem eine zunehmende Zahl von „zivilen“ Häusern mit Sprengstofffallen versehen worden waren, die beim Betreten ausgelöst wurden.

Soldaten jeder staatlichen Armee dieser Welt tragen eine Uniform, an der sie identifiziert werden können. Bei den Hamas Terroristen ist das nicht der Fall. Sie tragen ihre Uniform nur während ihrer häufigen Paraden, die sie anlässlich ihrer „Siege“ immer wieder durchführen. Im Kampf hingegen kleiden sie sich wie Zivilisten, um sich nicht von ihnen zu unterscheiden. Oder, eine neue Taktik während der letzten Operation, sie kleiden sich wie Frauen und verbergen unter den weiten Stoffen ihre Waffen. Diese Taktik der Verkleidung verschleiert die Zahl der Opfer in Bezug auf ihren Status als Zivilist oder Kämpfer. Aus einem Zivilisten wird automatisch ein Kämpfer, wenn er in eine kriegerische oder kämpferische Auseinandersetzung verwickelt ist.

Hamasnik in Frauenkleidern

Hamasnik in Frauenkleidern

Wie lässt sich die Zahl der Opfer auf beiden Seiten erklären? Israel wird in den Medien immer wieder vorgeworfen (!) nur 70 Opfer zu beklagen, während es in Gaza mehr als 2000 Opfer gegeben hätte. Das klingt ganz so, als müssten wir uns dafür entschuldigen, dass unsere Bevölkerung durch entsprechende Vorsichtsmassnahmen (Bunker, Schutzräume, Iron Dome etc.) und frühzeitige Warnung besser geschützt ist, als die in Gaza. Das ist zynisch, menschenverachtend und typisch für das anti-israelische Bild, mit dem wir in den Medien konfrontiert werden. Die Frage müsste eher sein, wie kann es sein, dass es zu so hohen Opferzahlen in Gaza kommen konnte?

Israel startet einen Angriff nur dann, wenn zu erwarten ist, dass der militärische Nutzen ganz klar höher ist, als die zu erwartenden Kollateralschäden. Bezogen auf das Beispiel mit dem al-Wafa Krankenhaus, hätte das bedeutet, dass es ohne das mehrfache, eindeutige und klare „Nein, es ist niemand mehr im Haus“ keinen Beschuss gegeben hätte.

In Gaza wurden insgesamt mehr als 2000 „sensible“ Ziele gefunden, die Liste der Ziele wurde permanent erweitert und ergänzt. Bodenoffensiven gab es nur dort, wo klar war, dass sich im unmittelbaren Gebiet Tunnel Ein- und Ausstiege befanden, die zerstört werden konnten. Vor jeder einzelnen Aktion wurde die Zivilbevölkerung mittels verschiedenen Medien gewarnt und dringend aufgefordert, das Gebiet zu verlassen. (SMS, Flugzettel, Telefonanrufe), als zweite Stufe folgte das ebenfalls sehr kritisch betrachtete „Anklopfen“, bei dem zunächst eine nur sehr geringen Schaden anrichtende Rakete auf das Dach geschossen wurde. Erst ca. ½ Stunde später folgte dann der echte Beschuss, bei dem das Haus stark beschädigt, oder auch zerstört wurde.

Leider, so musste die IDF zugeben, erfolgte die Evakuierung der Zivilisten nicht so, wie es geplant gewesen war. Viele Menschen wurden von der Hamas gezwungen, sich auf die Dächer zu begeben, um dort als menschliche Schutzschilde zu dienen.

Kinder und Frauen als menschliche Schutzschilde

Kinder und Frauen als menschliche Schutzschilde

Auch, wenn das jetzt grausam klingt, aber der Zivilist, der in aktive Kämpfe verwickelt ist, verliert seinen Rechtsstatus und –schutz als Zivilist, er zählt als Kämpfer. Dieser Missbrauch der Zivilbevölkerung durch die Hamas, vor allem auch der beteiligten Kinder und Frauen, stellt klar einen Verstoss gegen das Menschenrecht dar und ist ein Kriegsverbrechen.

In den Statistiken der Hamas erscheinen diese Menschen als ermordete Zivilisten, was wiederum eine Verfälschung der Zahlen bedeutet.

© esther scheiner, israel

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Kindergarten einst und jetzt

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Unsere Kindergartengruppe Ostern 1961

Unsere Kindergartengruppe Ostern 1961

Kürzlich stiess ich auf mein altes Kindergartenbuch aus den Jahren 1958 bis 1961. Untergebracht waren wir in den Nebenräumen der evangelischen Kirche, im Winter glühte in einem der Räume ein gigantischer Ofen, der mit Kohle – die es ja im Ruhrgebiet massenhaft gab – befüllt wurde. Die anderen Räume blieben kalt. Die WCs, getrennt für Buben und Mädchen, erreichte man, indem man über einen Teil des Friedhofes lief. „Herzhausen“ wäre wohl der bessere Name, denn hinter der Tür mit den herzförmigen Fensterli verbargen sich zwei Donnerbalken. Zwei „Tanten“ täglich mit frisch gestärkten, weissen Schürzen sorgten für unser geistiges und leibliches Wohl. Die Verhältniszahl zwischen Betreuerinnen (2) und Betreuten (16) war optimal. Trotzdem gelang es ihnen kaum, uns auch intellektuell zu fördern. Vielleicht war das im Nachkriegsdeutschland für diese Altersgruppe noch nicht vorgesehen. Wir malten, schnippselten Lochmuster, klebten sinnfreie Motive und sangen. Alles, was dem Jahresverlauf entsprach. Schaue ich mir meine eigenen „Kunstwerke“ an, die ich kurz vor der Einschulung zu Ostern 1961 abgeliefert habe, so zweifle ich an meiner damaligen Schulreife. Aber immerhin habe ich heute auch den Beweis meiner ursprünglichen Linkshändigkeit gefunden: mein Name in Spiegelschrift.

Scherenschnitt, Nov 59

Scherenschnitt, Nov 59

Falthaus, "signiert"!

Falthaus, „signiert“!

Die Mutter aller Collagen, März 61

Die Mutter aller Collagen, März 61

Marionetten Theater, Sept. 60

Marionetten Theater, Sept. 60

Winteridylle, noch sehr zweidimensional!

Winteridylle, noch sehr zweidimensional!

Kurze Zeit darauf fand ich hier, in den Times of Israel einen Artikel über die Eröffnung des ersten Kindergartens mit Hightech Angebot in Beer Sheba, an der neben unserem ehemaligen Generalstabschef der IDF, Gabi Ashkenazi in seiner Funktion als Vorsitzender der Rashi Foundation, Ruby Danilovich, Bürgermeister von Beer Sheba, CEO Marilyn Hewson vom Rüstungskonzern Lookheed Martin, auch unser Erziehungsminister Naftali Bennett teilnahm.

So viel Prominenz für einen Kindergarten? Noch dazu für einen, der am Rande der Negev Wüste liegt? Dabei ist Beer Sheba dabei, sich einen Namen als weiteres Forschungs- und Bildungszentrum in Israel zu machen.

Was schon lange in die Grund- und Hauptschulen, Mittelschulen und Gymnasien Einzug gehalten hat, ist jetzt auch dabei, seinen Weg in die Welt der Jüngsten zu suchen, in die Kindergärten. Es sind keine kleinen Einsteins, die hier lernen, keine Kinder, die von erfolgsüchtigen Eltern gezwungen werden, ihre Kindheit viel zu früh zu verlassen. Es sind einfach Kinder, die neugierig sind und über eine Portion Geschick und Verständnis verfügen!

Dieser Kindergarten bietet unterschiedliche Medien an. Ausreichende Computerplätze, auf denen gearbeitet und gespielt werden kann, die allerdings mit den fürchterlichen klingelnden, quietschenden und jaulenden „Lern PCs“ nichts gemeinsam haben.

Vorschul Lerncomputer

Vorschul Lerncomputer

LEGO hat eine spezielle Linie entwickelt, die zwar vom Hersteller erst für Kinder ab 10 Jahren als sinnvoll erachtet wird, die aber das Begehrteste des Kindergartens werden dürfte. Der Zusammenbau ist einfach, die Steuerung erfolgt über den PC. Und schon krabbeln die in typischem LEGO schwarz-weiss-rot gehaltenen futuristischen Arbeitsroboter über den Schreibtisch, werfen Dinge um, transportieren andere von einem Ort zum anderen … Wie immer bei LEGO, man fängt einfach an und steigert sich entsprechend dem eigenen Können. Die pädagogische Absicht dahinter ist klar: Die Kinder sollen einfache Prinzipien der Robotertechnologie erkennen, und ihren Nutzen selber entdecken und anwenden.

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Andere Kindergärten setzen diese neue LEGO Linie schon ein, allerdings, ohne wirklich die pädagogischen Möglichkeiten zu nutzen.

Erziehungsminister Naftali Bennett ist sich sicher: „Gibt man Kindergarten Kindern die Möglichkeit, sich den Wissenschaften anzunähern, öffnet sich ein Fenster für endlose Aktivitäten und Herausforderungen. Wir werden die Früchte dieses Projekts in den kommenden Jahren sehen können. Und ohne Zweifel hat das Projekt einen sehr positiven Einfluss auf das Leben dieser Kinder und stellt einen grossen Nutzen für Israel dar.“

Die derzeit in drei Klassen zusammengefassten 100 Kinder werden im Jahr 300 Stunden nach einem speziell ausgearbeiteten Curriculum unterrichtet. ֵEs bleibt also Zeit genug, zu spielen, zu träumen, Freunde zu finden, also alles das zu tun, was Kinder in dem Alter lieben. Die Sponsoren sind von der grossartigen Idee überzeugt. Auch mir, als ehemalige Mittelschullehrerin, gefällt dieses Projekt.

Dass Kinder im Alter bis zu sechs Jahren ein Zeitfenster für den Zweitsprachenerwerb haben, ist schon lange bekannt. Ab ca 14 Jahren wird es zunehmend schwerer, sich eine weitere Sprache anzueignen. Welche Zeitfenster es im frühkindlichen Stadium für den Bereich Technik und Wissenschaft gibt, ist noch nicht ausreichend erforscht. Trotzdem ist das Erziehungsministerium als einer der drei Sponsoren sicher, dass es mit einem entsprechenden kindgerechten Curriculum möglich ist, 5-Jährigen grundlegende Informationen über Physik, Chemie, Astronomie, Robotertechnologie zu vermitteln und ihnen wissenschaftliche Methoden, wie Forschen und Lernen nahezu bringen.

Der zweite grosse Sponsor, Lookheed-Martin, global bestens etabliert im Bereich Rüstungs- und Raumfahrttechnik, sowie Verteidigungs- und Sicherheitstechnologie, hat im Jahr 2014 gemeinsam mit der US-amerikanischen IT storage company EMC im Industriepark von Beer Sheba ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum eröffnet.

„Das anhaltende Wachstum Israels als hochstehende Hightech Nation macht es notwendig, eine junge Generation entsprechend auszubilden und sie in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Engineering und Mathematik auf ein hohes Niveau zu bringen. Das sind die grundlegenden Dinge, die Gesellschaften wie Lookheed Martin am meisten brauchen werden.“ sagte CEO Marilyn Hewson. „Wir sind stolz, an diesem Projekt gemeinsam mit dem Erziehungsministerium teilzunehmen, ebenso wie die Stadt Beer Sheba und die Rashi Stiftung. Jeder von uns verfolgt das gleiche Ziel: zu helfen die Erziehung im Bereich Wissenschaft und Technik in Israel vorwärts zu bringen, vom Kindergarten bis zur Matura.“

Der dritte grosse Sponsor ist die Rashi Foundation, die 1984 ins Leben gerufen wurde, um eine Vision von einem stabilen und blühenden Israel zu erfüllen, die in einer Gesellschaft nur erreicht werden kann, wenn jeder sein ureigenstes Potenzial ausschöpfen kann.

Wohl wissend, dass es auch in Israel Kinder und Jugendliche gibt, die aufgrund ihres Lebensraumes in geografischen Randzonen, aber auch beeinträchtigt von sozialen, wirtschaftlichen oder persönlichen Störungen nicht zu der Bildung kommen, für die sie geeignet wären, hat die Rashi Foundation verschiedene Programme ausgearbeitet. Sie sind genau zugeschnitten für die Bedürfnisse unserer jungen Mitbürger.

Es ist grossartig, wie mehr und mehr Programme zur Verfügung gestellt werden, um die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen, aber auch die Prävention und Korrektur von Fehlentwicklungen sicher zu stellen. Israel gibt seinen Kindern und Jugendlichen eine Perspektive für ein sinnerfülltes Leben.

© esther scheiner, israel

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Wir sind das auserwählte Volk! Sind wir das auserwählte Volk?

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Von vielen Seiten wird uns immer und immer wieder vorgeworfen, dass wir uns rühmen würden, „das auserwählte Volk“ zu sein. Auserwählt? Von wem? Um was zu tun? Um was zu erhalten?

Ein Segensspruch, den jeder spricht, der am Schabbat oder an einem Feiertag „zur Thora“ gerufen wird, beantwortet diese Fragen für mich am umfassendsten.

„Gesegnet seist du Herr unser Gott, König des Universums, der uns unter allen Völkern ausgewählt hat und uns seine Thora gegeben hat. Gesegnet seist du Herr, der mir die Thora gegeben hat.“

Diese knappen Worte erklären alles: wir wurden von Gott ausgewählt, um seine Thora zu erhalten und uns in aller Zukunft an ihre Inhalte, Gebote und Verbote zu halten.

So pragmatisch ist das, so einfach zu verstehen und doch so schwer. 613 explizite Gebote (von denen heute viele nicht mehr relevant sind, weil sie den Tempeldienst betreffen, den es nicht mehr gibt und wohl auch nicht mehr geben wird.) Es bleiben aber immer noch für viele von uns genügend Stolpersteine auf dem Weg durch das tägliche Leben. Dem Einen fällt diese Verantwortung leicht, der Andere wird von ihr niedergedrückt und quält sich sein ganzes Leben lang.

Der ganze Mythos des „Ausgewählten Volkes“ nichts anderes, als eine Verpflichtung? Ja, so ist es, weitergegeben von Generation zu Generation. Folkloristisch wie in Anatevka, feministisch wie in Yentel, aufklärerisch wie bei Moses Mendelsohn, kämpferisch wie bei Jeschajahu Leibowitz, agnostisch wie bei Sigmund Freud, Heinrich Heine und anderen.

Immer eng verbunden mit einem Menschen. Wir können dieses Auserwähltsein nicht einfach abstreifen, es ist Teil unseres jüdischen Selbst.

Antisemiten aller couleurs bedienen sich gerne dieser Cliches, wir, die Juden, wären überzeugt, „etwas Besseres“ zu sein, quasi über einen Freipass für alle üblen Dinge dieser Welt zu verfügen. Es wird von Weltherrschaft gefaselt, die wir anstreben, Rassismus und Apartheid sind noch das Harmloseste, was uns vorgeworfen wird. Heute, nach 1967, sind „Besatzer“ und „Terroristen“ gern gewählte Bezeichnungen für unsere Soldaten.

Solange es ruhig ist bei uns, können wir das gut aushalten. Wir haben gelernt, mit den Vorwürfen zu leben und nicht jeden einzelnen widerlegen zu müssen. Doch dann holt uns eine Realität, die ganz anders aussieht, wieder ein.

Und immer wieder, wenn Terror, wie gerade derzeit, unser Land überzieht, stellen wir uns die Frage: sind wir auserwählt?

Ja, es gibt sie, die jüdischen Terroristen. Und auch sie zeigen leider ihre aggressiven Fratzen mit einer ungeahnten Brutalität. Im Juli dieses Jahres überfielen jüdische Terroristen eine palästinensische Familie in Duma. Unmittelbares Opfer war der 18 Monate alte Sohn der Familie Dawabsche, Ali. Sein Bruder Ahmed (5) überlebte als Einziger und wird mittlerweile von den Grosseltern betreut. Die Eltern, Saad (31) und Reham (27) verloren den Kampf gegen die grossflächigen Brandwunden.

Justizministerin Ayelet Shaked fasst es zusammen: „Dieser Anschlag ist Terrorismus. Es geht nicht um die Rechten, oder um die Siedler. Es ist die Aufgabe der israelischen Sicherheitsbehörden, sich mit Terrorismus auseinander zu setzen, auch wenn es jüdischer Terrorismus ist. Jüdischer Terrorismus gegen den Staat ist schlimmer, als arabischer.“

Das sind die Worte unserer jungen Justizministerin, in einer angeblich „rechten“ Regierung!

Die christlich-messianische Online Zeitung Israel Heute (Israel Hayom) verbreitet Verschwörungstheorien: aus Gründen der Staatsraison würden die Täter bisher nicht öffentlich gemacht. Solche falschen Berichte sind kontraproduktiv und spielen den Gegnern Israels in die Hände.

Die konnten in den letzten Wochen wirklich ein erfolgreiches Terrorattentat nach dem anderen verbuchen. Ein Attentat folgte dem vorherigen, manchmal war zunächst nicht klar, bezieht sich ein Zeitungsbericht auf das Attentat von heute Mittag, oder, nein, aber das darf es doch nicht sein, gab es schon wieder ein neues?

Das Aussenministerium veröffentlichte eine Zusammenfassung der Terroranschläge seit Beginn der Unruhen – oder soll man schon sagen, der 3. Intifada? – am Abend vor dem jüdischen Neujahrsfest. Vereitelte Angriffe, oder solche, bei denen „nur“ Steine oder Molotow Cocktails geworfen wurden, ohne, dass es zu schwereren Verletzungen kam, sind hier nicht aufgeführt.

  1. September

Jerusalem: Angriffe mit Steinen auf das Auto von Alexander Levlovitz (64), der den Anschlag nicht überlebte. Der Anschlag fand in Westjerusalem statt. Seine beiden Töchter, die ebenfalls im Auto waren, wurden leicht verletzt. Vier palästinensische Jugendliche wurden verhaftet.

  1. Oktober

In der Nähe von Nablus (Samaria) starben Rabbi Eitam Henkin (31) und seine Ehefrau Naama (30), nachdem aus einem entgegenkommenden Auto auf sie geschossen worden war. Ihre Kinder (9,7,4 Jahre und 9 Monate), die ebenfalls im Auto sassen, blieben unverletzt. Der Tat verdächtigte Mitglieder einer Hamas Zelle wurden verhaftet.

  1. Oktober

Jerusalem: Bei zwei Messerattacken in der Nähe des Löwen Tors, einem der wichtigsten Zugänge zur Altstadt, wurde Aharon Banita-Bennet (22) erstochen. Seine Frau und sein Sohn (2) erlitten Verletzungen. Rabbi Nehemia Lavi der den ersten Opfern zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls erstochen. Die Polizei erschoss den Terroristen.

  1. Oktober

Jerusalem: Moshe Malka (15) wurde auf seinem Weg durch die Altstadt mit einem Messer angegriffen und verletzt. Der Terrorist wurde von Sicherheitskräften erschossen.

  1. Oktober

Petach Tikwa: In einem Einkaufszentrum wurde ein Mann durch Messerstiche verletzt. Der Terrorist wurde durch Passanten festgehalten und den Sicherheitskräften übergeben.

Gush Etzion (Judäa) Das Auto einer jungen Frau (38) wurde auf dem Heimweg nach Tekoa (Judäa) mit Steinblöcken attackiert. Die Terroristen versuchten, sie aus dem Auto zu zerren, es gelang ihr jedoch, die Türe zu versperren und leicht verwundet zu fliehen.

Jerusalem: Eine palästinensischen Terroristin stach am Löwen Tor auf einen Mann (36) ein. Das Opfer konnte die Terroristin anschiessen und verwunden.

Kiryat Gat: Ein Terrorist stach auf eine IDF Soldatin ein und stahl ihre Waffe. Anschliessend versuchte er, in einem benachbarten Appartement unterzutauchen. Die dort anwesende Besitzerin der Wohnung konnte ihn niederringen und fliehen. Der Terrorist wurde von der Polizei erschossen.

  1. Oktober

Tel Aviv: Eine IDF Soldatin und drei weitere Personen erlitten Stichverletzungen. Der Terrorist wurde erschossen.

Jerusalem: Ein Yeshiva Student (25) wurde durch Messerstiche in der Nähe einer Tramstation lebensgefährlich verletzt, ein weiterer Mann erlitt leichte Verletzungen. Der Terrorist (19) wurde festgenommen.

Kiryat Arba: Ein Mann wurde durch Messerstiche ernsthaft verletzt. Der Terrorist konnte fliehen.

Afula: Ein IDF Soldat wurde durch Messerstiche verletzt. Der Terrorist konnte wenig später festgenommen werden.

  1. Oktober

Samaria: Fünf Israelis, darunter drei Kinder, wurden durch Steinblöcke leicht verletzt, die auf ihr Auto geworfen wurden.

Jerusalem: In der Nähe des Orthodoxen Viertels Mea Shearim wurde ein junger Mann (16) durch Schläge und Messerstiche leicht verwundet. Der Terrorist (18) aus Hebron konnte später von der Polizei festgenommen werden.

Kiryat Arba: Ein Terrorist stach auf einen Polizeioffizier (47) ein und versuchte, ihm seine Waffe zu entwenden. Er wurde durch andere Offiziere erschossen.

Afula: Eine weibliche Terroristin versuchte einen Sicherheitsbeamten am Zentralen Busbahnhof anzugreifen und mit Stichen zu verletzen. Sie wurde durch gezielte Schüsse in die Beine ausser Gefecht gesetzt.

  1. Oktober

Jerusalem: Ein Terrorist (16) stach in der Nähe des Damaskus Tores im Norden der Altstadt auf zwei Männer (62 und 65) ein und fügte ihnen mittelschwere, resp. leichte Wunden zu. Anschliessend griff er einen Grenzpolizisten an, der ihn erschoss.

Jerusalem: Zwei Polizisten wurden von einem palästinensischen Terroristen (19) mit Messerstichen verletzt. Ihre Verwundungen wurden als schwer und mittelschwer bezeichnet. Ein zu Hilfe eilender Polizist erschoss ihn, verletzte dabei bedauerlicherweise einen weiteren Polizeioffizier.

Jerusalem: An der gleichen Stelle, an der am Tag zuvor ein Anschlag stattgefunden hatte, wurden wieder Steine auf einen Linien- Bus geworfen. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Gush Etzion (Judäa): Eine Frau erlitt leichte Verletzungen durch Glassplitter, als die Windschutzscheibe durch auf das Auto geworfene Steine zerbarst.

  1. Oktober

Maaleh Adumim-Jerusalem highway (Judäa): Ein Polizeioffizier wurde beim Versuch ein Auto zu stoppen leicht verletzt. Die Fahrerin (31) zündete daraufhin einen Behälter mit hochexplosivem Material. Ein zweiter, im Auto befindlicher Kanister, blieb unversehrt. Der Polizeioffizier erlitt leichte Brandverletzung, die Terroristin wurde schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Tzomet Alon: Vier teilweise Schwerstverletzte forderte ein Anschlag, bei dem ein Terrorist (20) aus Um el Fahm (eine Stadt in Israel) zunächst in eine an einer Bushaltestelle stehende Gruppe fuhr, ausstieg und begann auf die Opfer einzustechen. Eine Soldatin (19) schwebt weiterhin in Lebensgefahr, eine junge Frau (15) erlitt mittelschwere und zwei Männer (45 und 20) erlitten leichte Verletzungen. Der Terrorist konnte mit Hilfe von anderen Wartenden festgehalten und der Polizei übergeben werden.

  1. Oktober

Jerusalem: Es gelang den Sicherheitskräften eine Messerattacke am Löwen Tor zu verhindern. Der Terrorist (18) wurde erschossen.

Jerusalem: Am Ammunition Hill wurde ein Grenzpolizist von einer Terroristin (16) mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Es gelang dem Angegriffenen, die Terroristin mit einem gezielten Schuss zu stoppen. Sie wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Jerusalem: Im Norden Jerusalems griffen zwei jugendliche Terroristen (13 und 17) einen Jugendlichen (13) an, der auf seinem Fahrrad unterwegs war. Das Opfer befindet sich in kritischem Zustand. Der Terrorist wurde von einem Autofahrer überfahren und dabei schwer verletzt. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Anschliessend stach der zweite Terrorist auf einen Mann (24) ein, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Jerusalem: In einem Egged Bus auf dem Weg nach Jerusalem versuchte ein Terrorist einem IDF Soldaten (19) das Gewehr zu entwenden. Der Versuch misslang zunächst, jedoch konnte er die Waffe an sich bringen, nachdem er dem Soldaten mittelschwere Verletzungen mit einem Messer beigebracht hatte. Ein Zivilist, der versuchte, dem Opfer zu Hilfe zu kommen, wurde ebenfalls verletzt. Erst nachdem der Bus stehen geblieben war, konnte ein weiterer Polizist einsteigen und den Terroristen erschiessen.

  1. Oktober

Ra’anana: Mitten im Zentrum der Stadt wurde ein Mann (32) mittelschwer durch Messerstiche verletzt, die ihm ein Terrorist (22) beigebracht hatte. Der Terrorist wurde von Passanten überwältig und trug dabei mittelschwere Verletzungen davon. Er wurde an die Sicherheitsbehörden übergeben und ins Krankenhaus gebracht. Sein Komplize ist flüchtig und wird von der Polizei gesucht.

Kiryat Ata: Mindestens einen Verletzten forderte eine Messerattacke auf dem Parkplatz von Ikea. Der Terrorist konnte von Passanten festgehalten und den Sicherheitsbehörden übergeben werden. Nachdem sich herausstellte, dass beide, Opfer und Täter Juden sind, stellen sich Fragen nach dem Motiv der Tat.

Jerusalem: Zwei Terroristen, bewaffnet mit einem Messer und einem Gewehr begannen in einem Egged Bus um sich zu schiessen und auf die Passagiere einzustechen. Ein Mann (60) starb noch vor Ort, ein zweiter verstarb wenige Stunden später im Krankenhaus. Drei weitere Passagiere wurden leicht bis mittelschwer verletzt. Ein Sicherheitsbeamter konnte ihn überwältigen. Der zweite Terrorist versuchte, die Türen des Busses zu versperren, um Hilfe kommende Polizisten auszusperren. Nachdem der erste Terrorist trotz seiner Verletzung versuchte, weitere Personen zu attackieren wurde er durch einen gezielten Schuss verletzt, der zweite Terrorist wurde erschossen.

Jerusalem: Ein Terrorist fuhr mit seinem Auto in ein Gruppe von Personen, die an einer Bushaltestelle warteten. Dabei wurde Rabbi Yeshayahu Krishevsky (60) getötet und ein zweites Opfer schwer verletzt. Anschliessend verliess er das Auto und begann auf die beiden Opfer einzustechen. Ein anwesender Sicherheitsbeamter konnte ihn mit einem gezielten Schuss, durch den er schwer verletzt wurde, ausser Gefecht setzen. Der Terrorist wurde als arabischer Israeli identifiziert.

Die Opfer beider Anschläge, sowie die verletzten Terroristen wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht.

Ra’anana: An einer Busstation verletzte ein Terrorist (20) vier Personen, die auf den Bus warteten durch Messerstiche. Ein Opfer trug schwere, die drei anderen leichte bis mittelschwere Verletzungen davon. Der Terrorist versuchte zu fliehen, konnte jedoch von Passanten festgehalten und den Sicherheitskräften übergeben werden.

Ob dies nun schon eine neue, dritte Intifada ist, oder nicht, kann wohl noch niemand beurteilen. Mit was wir es nicht zu tun haben, ist die plötzliche Angriffswut von bis anhin harmlosen Menschen, zumeist noch im Jugendalter.

Wir stehen, weitgehend hilflos, geplanten und konzertierten Aktionen gegenüber. Aufgehetzt von ihren Politikern und Imamen, die nicht nur durch beredtes Schweigen ihre Zustimmung geben, sondern ausdrücklich jüdisches Blut fordern und von ihren Hasspredigern, die mit dem Schlächtermesser in der Hand in ihren Moscheen zum Mord an Juden aufrufen.

Hier drei Videos von Memri:

http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/5098.htm

http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/5101.htm

http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/5099.htm

Leider ist es immer wieder der Tempelberg und die Mythen, Lügengeschichten und arabische Geschichtsklitterung, die rund um ihn verbreitet werden, der Auslöser der Unruhen ist.

1929 kam es zum Massaker in Hebron, nachdem das Gerücht gestreut wurde, Zionisten hätten den Tempelberg unter ihre Kontrolle gebracht und betende Moslems attackiert.

2000 war es der Besuch Ariel Sharons auf dem Tempelberg, der die zweite Intifada auslöste.

2015 ist es wieder der Kampf um den Tempelberg. Bei den Moslems hatte sich in den letzten Wochen die durch nichts gerechtfertigte Angst breitgemacht, dass ihnen der Tempelberg „weggenommen“ werden sollte. Diese Ängste wurden von der PA und weiteren palästinensischen Politikern und teils von arabischen Parlamentariern gezielt geschürt. Dort fanden dann auch die ersten aggressiven Auseinandersetzungen statt. Steine wurden in den Moscheen gehortet, um ausreichendes Material gegen die verhassten Juden zu haben. Und nun hat sich der Konflikt verselbstständigt hin zu tödlichen Angriffen.

Und wir stehen hilflos da und können uns nur im konkreten Fall versuchen zu verteidigen.

Auserwählt?

© esther scheiner, israel

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„Kains Opfer“ – eine Rezension des Erstlingsromans von Alfred Bodenheimer

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„Warum beginnt unsere heilige Torah nicht mit dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets? Warum mit dem zweiten? Weil der zweite Kaffee immer der beste ist.“

Während Rabbi Gabriel Klein, Ende vierzig, verheiratet, zwei Töchter, Rabbiner an der ICZ, der größten Gemeinde Zürichs an seiner Predigt für den kommenden Schabbat arbeitet, schweifen seine Gedanken ab zu seinem Vater, der ihn mit seinen ganz speziellen Denkansätzen maßgeblich geprägt hat. Dass sein Sohn jemals Rabbiner werden könnte, hatte er rundheraus abgelehnt. „Rabbiner, das ist doch kein Beruf für einen anständigen jüdischen Jungen!“ Seine eigenen Gründe gegen diesen Beruf lagen eher darin, morgens um sechs Uhr aufstehen zu müssen, um pünktlich zum Morgengebet zu kommen. Nach einem Ausflug in die akademische Welt hatte Klein das Angebot der ICZ angenommen, zunächst als Assistent und später dann als Rabbiner dort zu arbeiten. Zu seinem Chef, Gott, lebt er „in einer einträchtigen on-and-off-Beziehung“.

ICZ Zürich

ICZ Zürich

Probleme arbeitet er bei seinen Besuchen in den jüdischen Altersheimen ab: seine liebsten Gesprächspartner sind zwei ältere, mittlerweile demente Gemeindemitglieder. Bei diesen Besuchen kann er seinen Gedanken freien Lauf lassen, die Besuche haben fast schon einen therapeutischen Effekt!

Beim Schreiben der Predigt für den bevorstehenden Schabbat wird er abgelenkt von einer Karte, die er von seinem „Ziehsohn“ David Bohnenblust aus Israel erhalten hat. Obwohl David hat nur einige Tage im Hause des Rabbiners gelebt hat, hat aber doch Spuren hinterlassen. Genug, um Klein zu irritieren mit seinen Worten: „..aber machen Sie sich keine Sorgen, es geht mir gut.“ Der hochbegabte junge Mann mit dem leichten Tourette Syndrom war nach der Matura nach Israel ausgewandert. Seither waren die Kontakte lockerer geworden.

Kleins Gedanken werden von einem unglaublichen Anruf unterbrochen. Karin Bänziger, Kriminalkommissarin, ruft ihn vom Telefon eines Freundes aus an und bittet ihn, zu ihr auf die Wache zu kommen. Sein Freund Nachum Berger, Lehrer an der jüdischen Elementarschule und Gemeindemitglied, ist tot von einem Kollegen in seiner Wohnung aufgefunden worden. Kleins Nummer war die letzte, die in seinem Telefon verzeichnet war. Noch vor wenigen Tagen war er, bei ihnen zu Gast gewesen, zusammen mit einem jungen Israeli, der als Sicherheitsbeamter bei der EL AL am Flughafen arbeitete.

Beim Besuch im Kommissariat insistiert Klein zu erfahren, wie Berger starb, aber die Kommissarin lässt sich nicht in die Karten schauen, ihre Formulierung lässt alles offen. Im Gegenteil, Kommissarin Bänziger nutzt die Chance, ihrerseits möglichst viele Informationen über den Verstorbenen zu erhalten. Klein berichtet von einer Ex-Ehefrau, die in Israel lebt und von der Berger schon seit Jahren geschieden sei. Kinder oder andere Verwandte gäbe es nicht.

Wieder daheim wird Klein vom rabbinischen Alltagsgeschehen eingeholt: seine Frau Rivka, hat, soweit es möglich war, alle eingegangenen Anrufe beantwortet, ohne genau zu wissen, was vorgefallen ist. Wie immer in der kleinen grossen Stadt, wie Zürich es ist, brodelt die Gerüchteküche, sobald etwas passiert ist, was für eine Bevölkerungsgruppe von Bedeutung ist.

Die jüdischen Gemeinden in Zürich sind klein genug, um ihren individuellen Charakter zu erhalten, aber auch individuell genug, um miteinander über ihre unterschiedlichen Glaubensansichten zu streiten. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten. So wie jetzt, wenn es darum geht, die Information der Schüler und Eltern zu sammeln, um die Beisetzung des Verstorbenen vorzubereiten, Mut zu machen und Trost zu spenden und auch die allgemeine Neugierde zu befriedigen.

Und das kann nur Rabbiner Klein. Den Besuch in der Efrat Schule beendet er mit dem Spruch: „Sei mutig wie ein Panther, leicht wie ein Adler, schnell wie ein Hirsch und stark wie ein Löwe, den Willen deines Vaters im Himmel zu tun.“ der einem der sehr frühen Weisen aus dem 2. Jahrhundert zugeschrieben wird.

Sein Wochenendkonzept ist dahin, die Leichtigkeit, mit der er begonnen hat, die Predigt zum Thema Kains Brudermord zu schreiben, hat sich verflüchtigt, wieder zerstört von Kommissarin Bänziger, die ihn bittet, der Polizei bei den Ermittlungen behilflich zu sein, indem er Bergers Mails aus dem Hebräischen übersetzt. Selbstverständlich wird er der Schweigepflicht unterstellt. Ob der von Natur aus neugierige und kommunikative Rabbiner diese strikte Verpflichtung einhalten kann? Kommissarin Bänziger scheint ihre Bedenken zu haben, denn sie fordert ihn nachdrücklich auf, kein eigenes Polizeibüro zu eröffnen.

Nur eine Mail weckt die Aufmerksamkeit Kleins. Es ist der Hilferuf einer Frau an den Ermordeten. Über das Kürzel der Absenderin schliesst er rasch auf ihren Ehemann, der sie offensichtlich bedroht. Beide sind Mitglieder der orthodoxen Gemeinde. Klein wird von Zweifeln geplagt, ist er nun ein Denunziant oder jemand der hilft, einen Mord aufzuklären? Was, wenn es kein Mord war, wenn der Tod in Folge eines Herzversagens eingetreten war? Würde er dann ein Motiv liefern, wo es gar keinen Mörder gab? Prompt nimmt die Kantonspolizei den von ihm Genannten fest und wieder kocht die Gerüchteküche innerhalb der Gemeinde.

Klein stellt fest, dass er vom Leben des Verstorbenen eigentlich nur das weiss, was er in den Bewerbungsunterlagen für die Anstellung an der Efrat Schule flüchtig gelesen hatte und beginnt, sich intensiver mit ihm zu beschäftigen. Auf den ersten Blick sind es die Spuren eines normalen, geradlinigen Lebens, das sich auf mehreren Kontinenten abgespielt hatte, die sich vor ihm abzeichnen, aber dann macht ihn eine Formulierung stutzig. Die vage Spur führt nach Amerika. Von Bergers ehemaligem Chef dort erfährt er, dass es im Leben des allseits geschätzten Kollegen ungeklärte Punkte gegeben hätte, die eine weitere Beschäftigung nicht mehr möglich gemacht hätten. Die falschen Angaben zu seinem Zivilstand lassen seine Integrität in einem zweifelhaften Licht erscheinen. Es gab eine Ehefrau, eine nach jüdischem Recht verlassene, die erst dann wieder heiraten dürfte, wenn sie entsprechend den jüdischen Gesetzen geschieden wäre. Und der die Scheidung seit Jahren verweigert wurde. Gab es ein besseres Tötungsmotiv?

Bei der Beisetzung Berger tritt eine Frau so auf,  als wäre sie die legitime Witwe des Verstorbenen. Nicht nur Rabbiner Klein ist verwirrt. Was bedeutet das? Echte Trauer? Wut? Hass? Die Rache einer Abgewiesenen? Wirklich betroffen ist nur der junge Mann, der bei Klein zu Gast war. Gibt es da wohlmöglich weitere Verdachtsmomente? So wie auch bei jenem Kollegen, der Berger tot aufgefunden und der vielleicht unmittelbar von seinem Tod profitiert hat?

Klein fühlt sich verpflichtet, allen Spuren nachzugehen. Er spürt seine Verpflichtung seiner Gemeinde gegenüber. Doch statt die Fäden, die sich ineinander gesponnen haben ein  wenig lösen zu können, wird er immer weiter in das Beziehungsgeflecht seiner Gemeindemitglieder untereinander und auch zu den anderen Gemeinden hineingezogen. Der Zwang, weitersuchen zu müssen lässt ihn nicht mehr los.

Bei einem Abendunterricht greift er das Thema „Kain und Abel“ noch einmal auf. „Aber es kann doch sein, dass der Grund, einen Menschen zu töten, nicht der nächstliegende ist, sondern ein verborgener.“ Wie die Torah mit einem Bet beginnt, statt mit einem Alef.

Die Lösung, so spürt Klein ganz deutlich, liegt nicht in der Schweiz, nicht in den USA, sondern in Israel. Dort hat er gute Kontakte zum Oberrabbinat. Nach anfänglich positiver Kooperationsbereitschaft trifft er aber nach seinem Eintreffen in Israel auf eine Mauer des Schweigens.

Ein spontanes Treffen mit David Bohnenblust öffnet völlig neue Blickwinkel auf das Leben des Getöteten. Ein vergessenes altes Familienfoto an der Wand führt auf die richtige Spur.

Hin zu Kain, der seinen Vater hasste, weil er es ihm eingebrockt hatte, jenseits von Eden zu leben.

 

Off the record:

Die Kernaussage nicht nur über die Zürcher Juden, sondern über viele, wenn nicht sogar die meisten Juden ausserhalb Israels steht auf Seite 60  und beschreibt implizit die Trauer des Rabbiners. „Das Judentum könnte so viel spannender sein, dachte er, so viel mehr als der Grillplausch am Unabhängigkeitstag Israels und die Mühsal des Putzens vor Pessach. Die meisten seiner Mitglieder hörten zum Ende des Religionsunterrichts auf, sich mit dem Judentum intensiver zu befassen. Sie wurden Ingenieure, Anwältinnen oder Ärzte und lächelten über eine Religion, bei deren Verständnis sie auf dem Stand von Zwölfjährigen stehengeblieben waren.“

Prof. Dr. Alfred Bodenheimer, Kains Opfer

Verlag Nagel & Kimche AG

ISBN-10: 3312006287

ISBN-13: 978-3312006281

© esther scheiner, israel

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Fragen der Ehre und des guten Geschmacks

ב“ה

Es gab Zeiten, und die sind noch gar nicht so lange her, da lernte man die hohe Kunst der Diplomatie auf eigens eingerichteten Hochschulen. Meist war es ein Zweitstudium, dem in der Regel ein Studium der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften voraus gegangen war. Auch Historiker oder Politikwissenschaftler hatten eine gute Ausgangsbasis.

Nachdem der Botschafter der ranghöchste Vertreter seines Heimatlandes in einem anderen Staat ist, müssen ihm religiöse und kulturelle Gepflogenheiten seines Gastlandes bei Dienstbeginn zumindest rudimentär vertraut sein. Sicherheit auf dem gesellschaftlichen und diplomatischen Parkett kann man nicht wirklich erlernen, sie ist eine Frage des Charakters, die sich im Laufe der Zeit herausbilden muss. Dazu dienen die diplomatischen Lehrjahre, in denen der potenzielle Botschafter noch weitgehend in der zweiten Reihe auftritt.

Wer schon einem bei einem der obligatorischen Neujahrsempfänge des diplomatischen Corps bei einem Staatspräsidenten oder Ministerpräsidenten von Dienst wegen anwesend sein durfte oder musste, der kennt das Zeremoniell: Die Herren im Stresemann oder Cut, die Damen im kleinen Schwarzen, alternativ gilt die Landestracht für beide Geschlechter, der Klerus ist vertreten in Schwarz, aufgemaschelt mit dem jeweils angesagten Violett Ton, das Militär trägt zum Feldgrau die bunten Orden oder Ordensspangen, um doch auch nach was auszusehen.

Wer da dabei ist, der hat es geschafft, der darf sein Land in der ersten Reihe vertreten!

Es gibt im Leben des Botschafters Einsatzorte, die heiß begehrt sind und solche, die man entweder akzeptiert, weil man eine persönliche Nahebeziehung zu diesem Land hat, oder weil man sich davon einen Karrieresprung erhofft.

Der Iran war sicher in den letzten Jahren kein angesagter Wunschort. Trotzdem hat es der Schweizer Botschafter, der dort auch die Agenden der USA wahrnimmt, die keine eigene Vertretung in der Islamischen Republik Iran unterhält, verstanden sich dort Freunde zu machen.

Giulio Haas, seit 2013 in Teheran akkreditiert, begann seine Arbeit beim Schweizer Außenministerium 1988. Bevor er nach Teheran ging, arbeitete er fünf Jahre bei einer Schweizer Bank. Zuvor hatte er diverse Positionen im diplomatischen Dienst der Schweiz weltweit inne.

Auf der Homepage der Botschaft findet sich ein nahezu euphorischer Text zur traditionell guten Beziehung zwischen der Schweiz und dem Iran.

„Die historischen Verbindungen zwischen der Schweiz und dem Iran reichen bis in das 17. Jahrhundert zurück, als Schweizer Uhrmacher nach Persien emigrierten. Die beiden Nationen unterzeichneten 1873 ihren ersten Vertrag, ein „Goodwill“ und Handelsabkommen. Seither basieren die bilateralen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Iran auf einer gemeinsamen, geteilten Beziehung, die getragen ist von gegenseitigem Respekt.“

Nun ja, das mag für alte Verträge, für alte Beziehungen gegolten haben. Für ganze alte!

Im Jahr 2008, Giulio Haas lag noch in den diplomatischen Windeln, reiste eine andere Vertreterin der Schweizer Eidgenossen nach Teheran: Die damalige Außenministerin Madame Micheline Calmy Rey. Ob der anlässlich ihres Besuches ausgehandelte Gas Deal zwischen der iranischen Gas Export Gesellschaft und der lokalen Schweizer Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg über 5.5 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich nun wirklich ein diplomatischer oder wirtschaftlicher Erfolg waren, sei dahingestellt.

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Ihr anbiederndes Lächeln unter dem weißen Kopftuch war sicher das falsche Signal in die falsche Richtung.

Der derzeitige (unglaublicherweise noch nicht in abberufene) Botschafter der Schweiz im Iran besuchte vor zwei Tagen, am Donnerstag in einem Zürcher Hotel eine Veranstaltung an der ca. 500 Schweizer Unternehmer teilnahmen.

Zu einer Karikatur, wie sie geschmackloser nicht sein kann und die großflächig projiziert wurde, sagte er: „Dieses Bild zeigt, dass jetzt der Zeitpunkt ist, den Markt zu sondieren.“

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Des Weiteren sagte er, der Iran sei ein „Anker der Stabilität in einer sehr, sehr unsicheren Region.“

Sobald die Wirtschaftssanktionen durch die blauäugig-naiven westlichen Regierungen wirklich gelockert werden, wobei einige Staaten in vorauseilendem Gehorsam schon damit begonnen haben, verspricht man sich einen Boom an Handelsgeschäften mit dem Ajatollah Staat. Da ist es durchaus zu verstehen, dass jedes Land seine große Portion an Wirtschaftswachstum sichern will.

Und so pilgern sie derzeit alle nach Osten, die Kanzlerin, die Präsidenten, die Handels-, Wirtschafts- und Außenminister, vielleicht hätte eine Gruppenreise für alle Interessierten die Kosten deutlich gesenkt und die Verhandlungen spannender gemacht. Denn so wird jedem Alles versprochen werden, und wenn es dann eben nachher ganz anders ist, so ist das für die Obermullahs kein Problem: Jeder mit einem „Ungläubigen“ abgeschlossene Vertrag kann jederzeit wieder einseitig gelöst werden. Schon der bedeutende Philosoph al-Ghazālī schrieb dazu:

Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt.“

Übrigens, meine Interpretation der infamen Zeichnung: Die USA und der Iran sind gleichwertige Partner, die in einer gemeinsamen Aktion Israel auf den Kopf scheissen. Soweit mag ich mit meiner Kritik am Iran aber gar nicht gehen, ich sehe ihn keinesfalls als gleichwertigen Partner der USA an und ich sehe in den USA keinen Feind Israels. Und, ganz wichtig, ich sehe in unserem PM, Benjamin Netanyahu niemanden, mit dem man einfach so „seine Spielchen“ macht.

© esther scheiner, Israel

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Modelle für einen vorhergesagten Tod – Israels Armee nimmt keine Rücksicht mehr auf das Leben unschuldiger Zivilisten. Antiisraelische Propaganda in der NZZ

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Als im Jahr 1986 Mordechai Vanunu, seinerzeit Nukleartechniker im israelischen Atomkraftwerk Dimona, Bilder der Atomanlagen machte, und sie weltweit verbreiten wollte – was ihm auch teilweise gelang – wurde er rechtmässig wegen Landesverrats und Spionage zu 18 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Als die israelische Ex Soldatin Anat Kam zugab, zwischen 2005 und 2007 mehr als 2000 Kopien von teils streng geheimen Dokumenten kopiert und an den Haaretz weitergeleitet zu haben – der diese Dokumente natürlich prompt veröffentlichte – wurde sie wegen Landesverrats und Spionage zu 4 ½ Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. NB: Der Haaretz ist eine notorisch antizionistische Tageszeitung. Wenn die Agitatoren von Breaking the Silence (BtS) ihre angeblich unbekannten und aufrüttelnden Informationen über das Vorgehen der IDF gegen die Zivilbevölkerung in Gaza und im WJL berichten, so passiert ihnen ………. NICHTS! Worin besteht der Unterschied? Die Einzelpersonen Vanunu und Kam waren Geheimnisträger, oder hatten zumindest, vielleicht weil ihre Vorgesetzten zu gutgläubig waren, Zugang zu Unterlagen, die nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen waren. Lägen die Fakten über jeden einzelnen Vorfall, über jeden einzelnen Angriff, den Weg bis dorthin und die anschliessende Analyse nicht bereits auf den Tischen der Verantwortlichen, so müssten auch die BtS-Agitatoren mit einer Festnahme und Verurteilung rechnen. Auch wenn sie die Namen ihrer „Informanten“, Ort und Zeitpunkt der von ihnen geschilderten Vorkommnisse, sie nennen sie Verbrechen, geheim halten, um damit die Dramatik ihrer „Enthüllungen“ zu steigern versuchen. Alle diese Vorkommnisse sind bekannt, es gibt je nach Grösse der beteiligten Einheiten viele Zeugen. Jede Aktion, jeder Angriff, jeder Vorstoss wird mit Bildern und Filmen dokumentiert, die von Drohnen aufgenommen werden, die über dem Einsatzgebiet kreisen, aber auch von den Helmkameras, mit denen die meisten der kämpfenden Soldaten heute ausgerüstet sind. Jedes Fehlverhalten der Soldaten wird vom Militärgerichtshof aufgerollt und analysiert. Ist es nachgewiesen, wird der Soldat streng nach den Buchstaben des Gesetzes verurteilt und bestraft. Die israelischen Militärgerichtshöfe sind nicht zimperlich. Derzeit werden 190 Fälle vom letzten Sommer aufgerollt. Jedem IDF Soldaten, der an einem entsprechenden Einsatz beteiligt war, steht zur Aufarbeitung des Traumas psychologische Betreuung zu. Dass die Soldaten diese nur selten in Anspruch nehmen, liegt daran, dass das Beziehungsnetz innerhalb der IDF sehr dicht ist und die Erfahrungen und Eindrücke dort gut aufgearbeitet werden können. Vieles wird gegenseitig erzählt, manches, das nicht der Geheimhaltung unterliegt, wird auch in die Familien oder in den Freundeskreis getragen. Dahin, wo man die jungen Soldaten am besten auffangen kann, weil jeder schon dabei war, und genau weiss, wovon der andere spricht. Anders ist es mit der Krisenintervention. Für die Soldaten ist sie verpflichtend, sie müssen so schnell als möglich wieder einsatzfähig sein. Um sofort mit der Intervention beginnen zu können, befinden sich in jedem Rückzuggebiet hinter der Grenze einige speziell ausgebildete Psychotherapeuten. Yuli Novak diente von 2000 bis 2005 in der IAF und ist heute Geschäftsführerin der israelkritischen NGO „Breaking the silcence“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die IDF, den Staat Israel und seine Regierung mittels purer Effekthascherei zu diffamieren. Der durch sie angerichtete Schaden ist finanziell nicht messbar, wohl aber der ideelle. Und der ist enorm. GASTKOMMENTAR in der NZZ vom 24. Juni 2015: Modelle für einen vorhergesagten Tod – Israels Armee nimmt keine Rücksicht mehr aufdas Leben unschuldiger Zivilisten. Ich schloss meinen Dienst als einsatzleitende Offizierin in der Kommandozentrale der israelischen Luftwaffe vor zehn Jahren ab. (…) Zu der Zeit führten die IDF die Kampfdoktrin der «gezielten Tötung» ein. Das Ziel dieser «gezielten Tötungen» war nach meinem damaligen Verständnis ein höchst präziser Luft- angriff («mit chirurgischer Präzision») auf Personen, die «tickende Zeitbomben» waren. In einem 2007 geschriebenen Artikel hat der ehemalige IDF-Stabschef Moshe Yaalon, der jetzt Verteidigungsminister ist, behauptet, dass «gezielte Tötungen» nur erfolgten, wenn es keine andere Wahl gebe. Er erklärte, dass diese Art Aktionen, da sie heikel sind, der Genehmigung auf höchster militärischer und politischer Ebene bedürften. Yaalon behauptete auch, dass es im Laufe von sieben Jahren nur einen Fall gegeben habe, wo ein solcher Angriff mit dem Wissen genehmigt wurde, dass er ein unschuldiges palästinensisches Opfer zur Folge haben werde. (…) Soldaten berichten von ausgefeilten Mechanismen, die es den Kommandanten von «Angriffszellen» ermöglichen, Angriffe, in denen unschuldige Zivilisten getötet werden, ohne ein langwieriges, kompliziertes Genehmigungsverfahren durchzuführen. Die IDF haben ein Berechnungsmodell für die Prognose des «Kollateralschadens» entwickelt, das festlegt, wie viele unschuldige Zivilisten im Rahmen eines Angriffs getötet werden können. Offiziere, unter ihnen einige lediglich mit dem Rang eines Majors, entscheiden über die Genehmigung eines Angriffs aufgrund einer Abwägung zwischen dem «Preis» an Menschenleben und dem «Wert» des Ziels. Ein Soldat, der während der Operation «Protective Edge» in einem Kontrollzentrum sass, sagte über einen solchen Angriff aus, dass sich nach nachrichtendienstlichen Angaben eine gewisse Anzahl von Zivilisten in dem Gebäude befunden hätten, und «dies hat im Berechnungsmodell offenbar standgehalten». Das Gebäude wurde angegriffen. Dieses Berechnungsmodell ist nicht konstant während der Operation, sondern wird von einem Augenblick zum anderen von der IDF-Führung neu festgelegt. Wenn es zum Beispiel der Luftwaffe an Angriffszielen mangelt, verändert sich das Berechnungsmodell: «Als unsere Ziele knapp wurden, begannen wir Ziele mit einem höherem Ausmass an Kollateralschaden anzugreifen, und wir beachteten sie immer weniger.» Im selben Rahmen waren Angriffe aufgrund äusserst vager Beweislage erlaubt, wie zum Beispiel «verdächtiges Verhalten». Während der letzten Operation konnte «verdächtiges Verhalten» alles Mögliche bedeuten, zum Beispiel in einigen hundert Metern Entfernung von IDF-Truppen mit einem Mobiltelefon in der Hand gehen, aus einem Haus rennen, aus einem Haus gehen und dicht an der Wand bleiben oder sogar undurchsichtige Bewegungen an einem Fenster in einem Haus machen.  (…) Wir sind für das Leiden anderer gefühllos geworden und gleichgültig gegenüber palästinensischen Todesopfern. Diese Gefühllosigkeit erlaubt es den IDF, Kampfmethoden zu entwickeln, die zur Tötung von Hunderten von unschuldigen Zivilisten führen, einschliesslich Kindern und Säuglingen. Vor der nächsten Runde der Gewalt sind wir dafür verantwortlich, klar Stellung gegen die unmenschliche Politik zu beziehen, die in unserem Namen ausgeführt wird.   Ich möchte mich hier nochmals auf das Transkript der des 5. Panels der Veranstaltung „Brauchen wir ein neues Kriegsrecht“, durchgeführt von Shurat HaDin im Mai dieses Jahres in Jerusalem berufen. Dort wurde die Frage der gezielten Tötungen von Fachleuten professionell diskutiert. Yuli Novak erweckt mit ihrem Artikel den Eindruck, als hätte sich die IDF samt ihrer verantwortlichen Führung in den letzten Jahren zu einer Horde von wild marodierenden Killern entwickelt, die ihre Opfer scheinbar ziellos und ohne jede Rücksichtnahme auf zivile Kollateralschäden aussuchen. Sie spricht vom „Preis eines Menschlebens und Wert des Ziels“ als Entscheidungsfaktor über eine gezielte Tötung. So und aus dem Zusammenhang gerissen, klingt das menschenverachtend und zynisch. Sie spricht auch von sich ständig ändernden Berechnungsmodellen. Um es noch einmal festzuhalten, die Aufgabe der IDF Verantwortlichen im Feld lautet:

  1. Erfülle die Aufgabe
  2. Bringe alle deine Soldaten wieder heim
  3. Vermeide so weit als möglich zivilen Kollateralschaden

Wenn Yuli Novak beklagt, dass innerhalb der „Berechnungsmodelle“, die ihrer Meinung nach völlig konzeptlos jederzeit geändert und angepasst werden, von Vorgesetzten entscheiden wird, die „lediglich im Rang eines Majors sind“, so spricht auch das nicht unbedingt für ihre Fachkenntnis. Ein Major gehört, das ist bekannt, nicht zum Generalstab. Der Generalstab hat andere Aufgaben, die Administration des Tagesgeschehens liegt bei den Offizieren. Und in der Truppe ist der Majorsrang durchaus in der oberen Hälfte angesiedelt. Während der Operation Fels in der Brandung entdeckte eine aufmerksame Soldatin, die gerade ihren Grundwehrdienst hinter sich hatte, auffällige Bewegungen im Umfeld ihres Beobachtungspostens. Durch ihre schnelle Analyse der Situation und die unmittelbare Meldung an ihre Vorgesetzten konnte das Eindringen von Terroristen in einen Kibbutz verhindert werden. Die Terroristen wurden neutralisiert, zahlreiche israelische Opfer wurden verhindert. Es lag an ihr, das Verhalten der Terroristen richtig einzuschätzen. Waren es einfach Bauern auf einem Feld? Waren es Überläufer, wie es sie im letzten Sommer einige Male gab, die versuchten, nach Israel zu kommen? Ja es stimmt, die Berechnungsmodelle werden von Fall angepasst, und das ist auch gut so. Es ist kein willkürliches Anpassen, es ist ein sorgfältiges Adaptieren an die analysierten Gegebenheiten. Um Kollateralschäden zu vermeiden, und nicht, um sie zu provozieren. Die IDF ist nach wie vor eine der moralischsten Truppen der Welt. Unsere Soldaten sehen sich im Kampf Tag für Tag einem Feind gegenüber, der menschenverachtender nicht sein kann, für den Ethik keine Bedeutung hat. Dieses Verhalten zu ertragen, nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten, nicht zu verrohen, das wird die Herausforderung sein, der unsere IDF sich stellen muss. Der von der NZZ abgedruckte „Gastkommentar“ liegt auf der Homepage von BtS in einigen Sprachen vor. Ich bewerte ihn bestenfalls als Werbung und im negativsten Fall als Propaganda der antiisraelischen NGO BtS. Als kostenpflichtige Publireportage (und als solche auch gekennzeichnet) wäre klar geworden, dass der Text in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit der NZZ steht. So aber gehört sie zum redaktionellen Teil. Nachdem sich die NZZ nicht vom Inhalt distanziert hat, ist sie damit wohl einverstanden. „Die alte Tante“ NZZ outet sich als antiisraelische schweizerische Tageszeitung. © esther scheiner 28.07.2015

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Der Jüdische Staat Israel und das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran

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Präsident Obama sagte nach der Unterzeichnung des Iran Atom Abkommens: „Dieses Abkommen zeigt, dass die Amerikanische Diplomatie einen echten und bedeutsamen Wandel bringen kann, einen Wandel, der unser Land und die Welt sicherer und zuverlässiger machen wird. Dieser Meilenstein im Atomabkommen baut auf Überprüfungen auf und nicht nur auf Vertrauen.“

Doch wie soll die Welt, und ich spreche hier keinesfalls nur von Israel, sicherer und zuverlässiger werden, wenn der Iran weitermachen darf, wie bisher?

Inspektion der Atomanlagen nur nach vorheriger Anmeldung?

Jeder Besuch darf bis zu 24 Tage hinausgezögert werden?

Die Zusage des Iran „niemals“ Atomwaffen zu produzieren?

Reduzierung der Zentrifugen auf 1/3 der derzeit bestehenden, wobei die exakten Zahlen nicht bekannt sind?

95% des bereits angereicherten Urans müssen ins Ausland gebracht werden, nur niemand kennt die Menge, von der wir sprechen?

Die UNO Waffensanktionen bleiben noch für fünf Jahre aufrecht, aber wer wird bestimmte Staaten daran hindern, trotzdem zu liefern?

In Fordo dürfen weiter Zentrifugen betrieben werden, aber, nur zu zivilen Zwecken?

Das ist nur ein Teilauszug aus den Vereinbarungen!

Und damit sollen wir uns in Israel sicher fühlen?

Dementsprechend gespalten ist auch die Reaktion der Israelis.

Arutz sheva (religiös-zionistisch) veröffentlichte die Ergebnisse einer Umfrage von Kanal 10.

75% aller Befragten äusserten sich dahingehend, dass der Iran innerhalb der nächsten zehn Jahre über Atomwaffen verfügen wird.

70% lehnen das Abkommen ab.

20% hatten keine Meinung zum Abkommen.

10% vertrauen auf Amerika und seine Möglichkeit, die iranische Atombombe zu verhindern.

60% wünschen sich, dass PM Netanyahu im US Amerikanischen Kongress gegen das Abkommen auftritt.

20% sehen darin keine neue Möglichkeit, das Abkommen noch zu stoppen.

37% glauben, dass PM Netanyahu die falschen Mittel eingesetzt hat, um das Abkommen zu verhindern.

34% sind sicher, dass er die richtigen Mittel eingesetzt hat.

29% sind in dieser Frage unentschlossen.

40% lehnen einen Angriffs Israels auf die nuklearen Produktionsstätten ab.

33% befürworten einen Angriff Israels.

27% sind in dieser Frage unentschlossen.

Wie reagierten die Medien in Israel am Tag danach?

Ynet (Mitte links), die meist gelesene Tageszeitung in Israel zeigt sich gespalten. Einerseits sei es gut, dass in dem gesamten Abkommen das Wort Israel kein einziges Mal vorkommt. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Frage, ob wir, und falls ja, über wie viele Atomsprengköpfe wir verfügen, die israelkritische Weltöffentlichkeit immer wieder zu den heftigsten Anschuldigungen herausfordert. Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben und seine Nuklearanlagen auch nicht der Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde unterstellt.

Nahum Barnea, der Kommentator, schreibt mit selbstkritischem Augenzwinkern, vielleicht sei es auch gut, dass von Israel im Abkommen keine Rede ist, man möge sich doch vorstellen, wie die Reaktion wäre, wenn die gleichen Massstäbe an das israelische Atomprogramm angelegt würden.

Aber da ist eben auch die andere Seite. Das Abkommen basiert auf dem, den Ayatollas in Teheran unterstellten guten Willen und deren Ehrbewusstsein. Es wurde über unsere Köpfe hinweg abgeschlossen, obwohl die Bedrohung unseres Landes durch den Iran offensichtlich ist. Der Weg zur Atommacht ist dem Iran durch dieses Abkommen keinesfalls versperrt, er ist nur ein wenig länger und mühsamer geworden.

Das Abkommen muss in den USA erst durch den Senat abgesegnet werden. Die Republikaner werden es anfechten und Präsident Obama wird von seinem Vetorecht Gebrauch machen. Die kommenden Monate werden ein Machtkampf werden, in dem die beiden Hauptkontrahenten Obama und Netanyahu heissen.

Times of Israel (weitgehend neutral) zitiert Oppositionsführer Isaac Herzog, der sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Inhaltes hinter PM Benjamin Netanyahu gestellt hat. „Netanyahu und ich werden ganz sicher zusammenarbeiten, wenn es um die Sicherheit von Israel geht. Für einen israelischen Patrioten ist das Abkommen gefährlich.“ Auch wenn PM Netanyahu in dieser Zusage gerne eine Annäherung der Opposition an seine hauchdünne Regierungsmehrheit gesehen hätte, so wurde diese Option von Isaac Herzog (noch) abgelehnt. Trotzdem, auch die innenpolitischen Karten werden in Israel gerade neu gemischt. Ein Eintritt der Vereinigten Zionisten in die Regierungskoalition würde für Isaac Herzog den Posten des derzeit noch vakanten Aussenministers bedeuten, eine reizvolle Morgengabe! Yair Lapid, der Vorsitzende von Jesh Atid (Es gibt eine Zukunft) und Finanzminister der letzten Regierung griff PM Netanyahu offen an. „Wir stehen heute dem grössten Versagen der israelischen Aussenpolitik seit der Staatsgründung gegenüber, die von einem israelischen PM verursacht wurde. Es wäre an ihm gewesen, alles zu tun, damit die Lockerungen der Sanktionen gegen den Iran nicht einfach einem festgelegten Zeitplan folgen, sondern an erreichte und überprüfte Meilensteine gekoppelt würden. Und, dass die Inspektionen einen weitaus höheren Stellenwert bekommen hätten, als es in derzeitigen Abkommen festgeschrieben ist. Ich werde in den USA dafür kämpfen, dass der Kongress es versteht, wie sinnlos dieses Abkommen in der jetzigen Form ist.“

Jerusalem Post (konservativ-liberal, parteilos) Yuval Steinitz, Minister für Infrastruktur, Energie und Wasser kommentierte die weltweit kritisierte Ablehnung des Abkommens durch Israel mit einem Vergleich: „Wir sagen, das Abkommen ist substanzlos. Wir, das kleine Land warnen die Welt. Wir sind wie der kleine Junge der mit dem Finger auf den König zeigt und sagt: „Aber der König hat ja gar keine Kleider!“ So zeigen wir auf das Abkommen und sagen der Welt, dass es falsch ist.“ Er fuhr fort, indem er die ausserordentliche Bedeutung des Abkommens für die Zukunft Israels betonte. Man sei naiv, wenn man glaubt, die Lockerung der Sanktionen und die damit verbundenen immens hohen Geldbeträge, die in die Kassen des Iran gespült werden, hätten keinen Einfluss auf den Mittleren Osten. Dieses Geld wäre wie Feuer, das über den brennenden Nahen Osten ausgegossen würde.

Die Botschaft Israels in Berlin zitierte den Mediensprecher aus dem Büro von PM Netanyahu. Der konterkarierte die Aussage von Präsident Barack Obama, indem er sagte:

„Die Welt ist heute ein viel gefährlicherer Ort, als sie es gestern noch war. Die massgebenden internationalen Kräfte haben unsere gemeinsame Zukunft in eine Wette mit dem führenden Unterstützer des Terrorismus eingebracht. Sie haben darum gespielt, dass sich das iranische Terrorregime in zehn Jahren ändert, während sie gleichzeitig jeglichen Ansporn dazu beseitigt haben. Real biete das Abkommen dem Iran jeglichen Ansporn, sich nicht zu verändern. (…) Der Endeffekt dieses schlechten Abkommens ist genau das, was der iranische Präsident heute gesagt hat: „Die internationale Gemeinschaft hat die Sanktionen aufgehoben und der Iran behält sein Atomprogramm.““ Abschliessend betonte PM Netanyahu nochmals, dass Israel sich nicht an das Abkommen gebunden fühle, weil die Bedrohung durch den Iran nach wie vor real existiere.

In einem Interview mit  ABC news wählte PM Netanyahu einen drastischen, aber durchaus passenden Vergleich.

© esther scheiner

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Wenn Mädchenträume wahr werden… Cinderella meets Paris

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Was haben Jennifer Lawrence, Johnny Depp, Nathalie Portman, Brad Pitt, Charlize Theron, Rihanna, Robert Pattinson, Mila Kunis, Alain Delon und Catherine Deneuve gemeinsam?

Ihren hohen Bekanntheitsgrad.

Nun ja, ich gebe es zu, am vertrautesten klingen für mich Alain Delon und Catherine Deneuve. Das mag an meinem Alter liegen. Oder daran, dass beide während ihrer aktiven Zeit echte Künstler waren. Delon wurde, je älter er wurde, umso rechter in seinen politischen Ansichten. Deneuve blieb immer eine Dame und engagierte sich gegen Landminen, Genitalverstümmelung bei Frauen und gegen die Todesstrafe.

Und sie sind allesamt „New Faces“ von Dior.

Wer aber bitte ist Sophia Mechetner?  Sophia, 14 Jahre jung, lebt mit ihrer Mutter und zwei viel jüngeren Geschwistern in einer kleinen Wohnung in Holon.  Sie sind vor einigen Jahren aus Russland eingewandert. Es fehlt vorne und hinten an Geld. Um die Familie über Wasser zu arbeiten, arbeitet die Mutter hart: sie nimmt Putzjobs an, betreut und hilft älteren Menschen. Sophia muss dann die zwei Kleinen betreuen. Viel Zeit für eigene Dinge bleibt ihr nicht.

Sophia in ihrer Wohnung

Sophia in ihrer Wohnung

„Roberto modeling agency“, einer der Branchenführer in Israel entdeckt sie.  Er ist sich sicher, ein „Neues Gesicht“ gefunden zu haben, mit guten Chancen, eine grosse Karriere vor sich zu haben. Er vergleicht das Gesicht von Sophia mit dem der jungen Kate Moss.

Kate Moss in jungen Jahren

Kate Moss in jungen Jahren

Sie reiste nach Paris, dort hatte Roberto einen shooting Termin bei der bekannten Agentur „VIVA“ vereinbart.  Offensichtlich hatte er aber vergessen, das Alter seines Schützlings anzugeben. Die Verantwortlichen bei „VIVA“ winken ab: zu jung!

Was tun Frauen am liebsten, wenn sie frustriert sind? Einkaufen gehen. Und wenn dazu das Geld fehlt, dann ist wenigstens „windowshopping“ angesagt. Sophia und ihre israelische Begleitung bummelten also durch die Hauptstadt der Mode.

Man mag an Zufälle glauben, oder auch nicht, die beiden besuchten eine der sechs Dior Boutiquen, die es in Paris gibt. Raf Simons, „Monsieur Dior“ besuchte zur gleichen Zeit die Boutique. Sophias in Modesachen erfahrene Begleiterin erkannte ihn und bat, ein Foto von ihm machen zu dürfen. Kein besonders neuer Schmäh, aber immer noch wirksam, um mit einem Prominenten ins Gespräch zu kommen.

So wurde Sophia, die von VIVA Abgewiesene, dem Mann vorgestellt, der bei Dior letztlich darüber entscheidet, wer für dieses Label modeln darf und wer nicht.

Und auf einmal ging alles ganz schnell. Der Casting Manager von Dior erfuhr von VIVA dass Sophia zwar dagewesen sei, aber keinerlei Erfahrung hätte. Auch eine Set Karte läge von ihr nicht vor. Aber wenn Raf Simons ein Auge auf sie geworfen hatte, dann wollte VIVA sie schnell an Bord holen.

Sophia blieb ihrer israelischen Agentur treu. Pech für VIVA.

Der Rest der Story ist schnell erzählt.  Aus dem etwas hölzernen Teenager aus Holon wurde in wenigen Wochen Diors „New Face“. In der vergangenen Woche eröffnete sie die „Dior Haute Couture Show“ mit den neuesten Modellen für das kommende Frühjahr.

Verglichen mit ihren Kolleginnen kommt sie noch ein wenig staksig daher, sie scheint noch nicht ganz angekommen zu sein in der schnelllebigen und manchmal auch trügerischen Welt der Models.

Das kindliche Gesicht jedenfalls hat man ihr schon weggeschminkt.

Sophia bei der Dior Show

Sophia bei der Dior Show

Zunächst ist Sophia einfach glücklich, für diese Show erhält sie einen Scheck mit einer Million Schekel. Unglaublich viel in der Vorstellung des Mädels. Umgerechnet sind das ca. € 250.000. Abzüglich der Steuern bleiben ihr vielleicht € 125.000.

Sie träumt davon, dass ihre Mutter nicht mehr arbeiten gehen muss. Sie träumt von einer grösseren Wohnung, in der sie ein Zimmer ganz für sich allein hat.

Ich mag es ihr gönnen. Dass sich für sie der Traum erfüllt, den so viele Mädels träumen: einmal im Leben im Mittelpunkt zu stehen. Dass der Traum für sie nicht zu einem Albtraum wird.

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Der ehemalige Iranische Präsident, Ayatollah Hashemi Rafsanjani sagt, er sei zuversichtlich, dass Israel von der Weltkarte verschwinden wird

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Eine Information, die es nicht in die westlichen Medien geschafft hat.

Am Abend vor einer, zwischenzeitlich abgelaufenen Deadline für das Ende der Atomverhandlungen sagte er am vergangenen Sonntag, er sei sicher, dass der Staat Israel bald ausradiert sein würde.

Der ehemalige Präsident, nun ein umtriebiger Unternehmer, der in den Medien oft als moderat bezeichnet wurde, ist der bisher letzte in der Reihe der Offiziellen der Islamischen Republik Iran, der die Zerstörung des Jüdischen Staates Israel fordert. Er verstärkt damit die Angst in Israel, dass der Iran eines Tages tatsächlich ein Atomstaat sein wird.

Die staatliche Nachrichtenagentur des Iran, IRNA zitierte am Dienstag Rafsanjani aus einer Rede. „Israel ist ein vorübergehender und künstlicher Staat. Es ist ein Fremdkörper im Körper einer Nation und wird bald ausgelöscht sein.“ (Übersetzung aus dem Farsi ins Englische von Reuters)

Rafsanjani’s Zitat kam zeitgleich mit dem Aufenthalt des Amerikanischen Aussenministers John Kerry in Wien, der dort für den Fortschritt bei den Atomverhandlungen Werbung machte.

Auf seiner englischen Webseite berichtete IRNA, dass der ehemalige Präsident das Interview einem Journalisten der der Hizbollah nahestehenden Webseite Al-Ahd gegeben habe. Unter anderen wird auch die Terrororganisation Hizbollah vom Iran mit modernsten Waffen beliefert.

Zur Frage nach dem zukünftigen palästinensischen Staat sagte Rafsanjani, dass er zwar zuversichtlich sei, dass Israel eines Tages von der Weltkarte verschwinden werde, aber er noch nicht sicher sei, wann das passieren könnte. „Wann und wie das geschehen wird, hängt von verschiedenen Bedingungen ab, die sich immer wieder schnell ändern. Diese Bedingungen können auf einmal da sein, wenn die Zeit vorbei ist, die, wie derzeit, positiv für Israel ist. Es kann aber auch noch sehr lange dauern, weil alle, Israel und seine Unterstützer alles tun, um diese Zeit so lange wie möglich auszudehnen.“

Rafsanjani behauptete, dass der Westen Israel nur unterstützt, um den Waffenhandel anzukurbeln. „Natürlich geben sie viel aus, um Israel zu schützen, aber noch mehr profitieren sie, nur weil Israel existiert. Eine Möglichkeit zu gewinnen ist es, dass der Westen unter diesen Voraussetzungen sehr leicht Waffen an die arabische Welt verkaufen kann. Und dabei noch behaupten kann, man täte ihnen einen grossen Gefallen.“ behauptete der frühere Präsident, ein Mann Allahs und moderat.

Israels PM Benjamin Netanyahu hat immer wieder vor dem Übereinkommen zwischen dem Iran und den 5+1 Staaten gewarnt. In Folge dieses Übereinkommens sollen die Sanktionen gegen den Iran gelockert werden, einzig gegen die Zusage des Iran, keine Atomwaffen zu produzieren. Netanyahu hat den Iran mit der Jihadisten Truppe IS verglichen und gewarnt, dass dieses Übereinkommen dem Regime, das Terrorgruppen unterstützt, den direkten Weg zu Atomwaffen freimacht. „Es ist besser, kein Übereinkommen zu haben, als dieses sehr schlechte.“ sagte er am Montag während eines Treffens mit dem Griechischen Aussenminister.

Israel ist ein Ein-Bomben-Land, so die Meinung im Iran

Israel ist ein Ein-Bomben-Land, so die Meinung im Iran

Rafsanjani’s bedrohliche Aussage auf dem Höhepunkt der Verhandlung gab der israelischen Bevölkerung einen Grund mehr, besorgt zu sein.

„Wenn in den kommenden Tagen hart verhandelt wird und schnell klare Entscheidungen getroffen werden, können wir im Laufe der Woche zu einer Übereinkunft kommen.“ sagte Kerry den Reportern am Wochenende. Aber er warnte auch, dass die USA den Verhandlungstisch verlassen könnten, „wenn wir nicht so weit kommen und wenn Sturheit und Unwillen, etwas zu tun, die Arbeit blockieren.“

Der Iran führt die Welt weiterhin an der Nase vor. Die Gespräche, die bereits Ende Juni hätten beendet sein sollen, wurden zunächst bis gestern verlängert und gehen nun in eine weitere Runde. Freitag soll es so weit sein.

Wie das iranische Regime mit seiner eigenen Bevölkerung tagtäglich umgeht, ist in der Webseite  Vorsicht, die Bilder sind verstörend und erschreckend.

© esther scheiner, israel

Ergänzend bei faehrtensuche

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