Fliegen – ein ewiger Traum der Menschen

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© Villa Albani, Rom

 

Iakaros und sein Vater Daidalos wagten die Flucht aus ihrem Gefängnis auf Kreta, indem sie das Wagnis des Fliegens auf sich nahmen. Die wächsernen Flügel bargen zwei Gefahren in sich: Flogen sie zu hoch, schmolz das Wachs in der Sonne, flogen sie zu tief, hätte das Wasser des Meeres sie herabgezogen. Daidalos warnte seinen Sohn, beides zu vermeiden. Nach gut 200 Km zog es Ikaros zur Sonne. Seine Flügel schmolzen und er stürzte ab. Daidalos beerdigte seinen Sohn auf einer Insel, die er Ikara nannte.

 

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© Wiki Common

 

Leonardo da Vinci zeichnete verschiedene Modelle von Flugzeugen und Helikoptern, die aber nicht flugtauglich waren. Dennoch bestechen die Entwürfe durch ihre technische Kreativität.

 

Der «Schneider von Ulm», Albrecht Ludwig Berblinger, entwickelte um 1810 einen Vorläufer des heutigen Gleitfliegers. Leider machte ihm das Wetter und damit die Thermik bei seinem ersten öffentlichen Flugversuch einen Strich durch die Rechnung. Statt über die Donau zu schweben, stürzte er unmittelbar nach dem Start in die Fluten.

Sir Georges Cayley veröffentlichte 1852 als erster den Plan eines Starrflügelflugzeuges, dessen Flugfähigkeit mit Ballast getestet wurde.

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© Wiki Common

Das erste Foto eines Flugzeuges zeigt das von Jean Marie le Bris 1868 vorgestellte Gleitflugzeug, welches von zwei Pferden gezogen eine Flugweite von 200 m erreichte.

Otto Lilienthal, der erste Pionier der modernen Luftfahrt erprobte ab 1891 verschiedene Gleitflugzeuge mit einer maximalen Flugstrecke von 250 m.  Seine genaue Beobachtung des Vogelfluges, Erkenntnisse über die Thermik mit Vortrieb und Auftrieb führten zur Konstruktion eines, dem Windkanal ähnlichen Gerätes. Für sein in Serienproduktion hergestelltes Flugzeug fand er immerhin neun Käufer.

Den Brüdern Wilbur und Orville Wright gelang nach intensivem Studium der Aufzeichnungen von Lilienthal und deren Verbesserung die Konstruktion eines Motorflugzeuges. Am 17. Dezember 1903 begann die Geschichte der modernen Motorflugfahrt mit dem Jungfernflug des Kitty Hawk Flyers I. An dem Tag gelang der erste eigenständige, von einem Menschen gesteuerte Flug. 1905 gelang es erstmals, an den Startpunkt zurückzukehren, also einen Kreisflug zu absolvieren.

Bereits im 1. Weltkrieg wurden Fluggeräte zu militärischen Zwecken eingesetzt. Heute sind sie aus keinem Verteidigungsapparat mehr wegzudenken.

Von diesem Zeitpunkt an war es auch nur mehr ein kleiner Schritt zur kommerziellen, zivilen Luftfahrt. Am 15. Juni 1919 gelang die erste non-stop Atlantiküberquerung, die allerding mit einer wetterbedingten Bruchlandung endete. Am 20. Mai 1927 absolvierte Charles Lindbergh den ersten Transatlantikflug im Alleingang und löste damit einen Boom für die Gründung von zivilen Luftfahrtgesellschaften aus.

Am 16. November 1909 gründete Ferdinand Graf von Zeppelin die weltweit erste Luftfahrtgesellschaft in Frankfurt am Main. Heute kann fast jeder noch so entferne Winkel der Erde bequem im Flugzeug erreicht werden.

Neue Berufe, sowohl im zivilen als auch im militärischen Umfeld wurden notwendig. Und immer noch sind es junge Menschen, die den Traum vom Fliegen träumen, wenn sie sich für einen solchen entscheiden.

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Die froschgebackene EL AL flight attendant © Ynetnews

Merach Kara ist eine von ihnen. Geboren im Drusen-Städtchen Daliyat al-Karmel zwischen Haifa und Zichron Ya’acov, war es der grosse Traum, flight-attendant zu werden. Für ein junges Mädchen, aufgewachsen innerhalb der immer noch recht engen drusischen Gesellschaft schien dieser Traum unerfüllbar zu sein.

Immer wieder kam ihr die Szene in den Kopf, wie sie als vier Jahre altes Kind ihrem Vater während ihres ersten Fluges mit Blick auf die Stewardess sagte:«Eines Tages will ich so werden wie sie!»

Merach hatte das Glück, dass ihre Familie fortschrittlich denkt. So hat sie nach der Matura zunächst freiwillig in Jahr Zivildienst absolviert. Als Drusin ist sie vom regulären Militärdienst ausgenommen. Anschliessend immatrikulierte sie an der Universität, um dort Computerwissenschaften zu studieren.  Ohne grosse Begeisterung. Sie bewarb sich um einen Ausbildungsplatz bei der EL AL. Zunächst versuchte sie beides miteinander zu verbinden, sah dann aber ein, dass dieser Plan scheitern musste… und beendete ihr Studium.

Ihre Familie unterstützte sie bei ihren Plänen, was nicht einfach war in einer Gesellschaft, in der Frauen noch nicht einmal alleine fliegen dürfen. «Merach ist sehr zielorientiert und ich liebe ihren Sturkopf. Ich bin stolz, dass sie EL AL als Arbeitgeber ausgesucht hat. Das ist ein Teil von Israel. Ich bin sicher, sie kann dort alles erreichen, was sie will.»

Als Drusin spricht sie fliessend Hebräisch und Arabisch. «Ich hätte nie gedacht, dass ich je Arabisch sprechen würde, aber es macht Vieles an Bord einfacher.»

Merach sieht sich als Türöffner für drusische Frauen und möchte ihnen Mut machen, ihre Wege auch ausserhalb der drusischen Kultur zu finden und ihr trotzdem verbunden zu bleiben.

Zwei andere Geschichten.

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Sein Lieblingshobby – freestyle climbing © Ynetnews

G, sein Name bleibt aus Sicherheitsgründen geheim, erhält in diesen Tagen sein Brevet als erster drusischer Kampfpilot. G liebt Herausforderungen. Deshalb hat er sich für die Ausbildung als Helikopterpilot entschieden, die weitaus niedriger fliegen, als Kampfjets.

Geboren und aufgewachsen in Galiläa durfte er die Unterstützung des ganzen Dorfes und der Familie erfahren, als seine Zukunftspläne bekannt wurden. Während der gesamten Ausbildung erzählte G nicht viel über das Programm, das er durchlief. Erst in den letzten Wochen liess er seine Familie und Freunde daran teilhaben und genoss die Zustimmung und Unterstützung, die er im ganzen Dorf spüren durfte.

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In voller Montur © Ynetnews

Major A, einer der drusischen Flugnavigatoren wollte eigentlich Froschmann bei der Marine Eliteeinheit Shayetet 13 werden, wurde aber dort nicht akzeptiert.  Am Technion Haifa begann er das Studium als Student der IDF. Er wurde er zu einer Bewerbung bei der Flug Akademie eingeladen und entschied sich, seine Ausbildung dort fortzusetzen. Im Zuge der Ausbildung wurde ihm klar, dass sein Weg nicht der des Piloten, sondern des Navigators sein würde. Und so wurde er einer der vier drusischen Flugnavigatoren, die heute in der IAF arbeiten.

Sie alle sind Drusen, stolze Israelis, Menschen, die obwohl sie nicht jüdisch sind, dem Staat Israel gegenüber loyal sind.

Menschen, die die noch regierenden Politiker mit der Verabschiedung des «Jewish Nation State Law» so brüskiert haben. Menschen, die, obwohl sie dem Staat Israel gegenüber immer treu und loyal waren, auf einmal Menschen zweiter Klasse sein sollen.

Die erste Aufgabe einer neuen Regierung muss es sein, dieses Gesetz nicht nur auszuradieren, sondern nachhaltig aus allen Dokumenten und Dateien zu löschen. Die Drusen haben sich über Jahrzehnte das Recht erworben,  vollwertige Bürger Israels zu sein.

© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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