Tag der fliegenden Drachen – Gaza III…

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… ein Rückblick und ein zaghafter Blick in die Zukunft

Um den Unterhaltungswert der auf insgesamt mehrere Wochen geplanten Demonstrationen mit dem offiziellen Titel «Marsch der Rückkehr» zu steigern, war für den vergangenen Freitag, 13. April etwas ganz Besonderes geplant.

Zahlreiche bunte Drachen sollten von Gaza aus über die Grenze nach Israel fliegen. Gross und bunt sollten sie sein. Und eine ganz besondere Fracht mit sich führen, bereits brennende kleine Kanister, die die Weizenfelder der grenznah gelegenen Kibbuzim anzünden sollten. Unterstützend sollten Molotowcocktails geworfen werden, die beim Aufprall explodieren und ebenfalls zu einem Brand führen sollten. Die Folge dieser Brände wäre ein riesiger wirtschaftlicher Schaden für die Bauern gewesen. Der Sommerweizen ist trocken und fast reif, braucht aber noch ein wenig Zeit. «Bauern, die jetzt ernten müssen, verlieren viel Geld. Noch ist das Getreide nur als Tierfutter geeignet.» stellte einer der Betroffenen klar. Nachdem aber weder die Wurftechnik, noch der Wind die erwünschten Erfolge brachte, konnte die Feuerwehr die entstandenen kleinen Brände rasch löschen.

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Eine bittere Beschwerde eines Sprechers aus dem Transportministerium der PA, Mohammed Hamdan, in einem Interview stellt Israel wieder einmal als Verursacher aller wirtschaftlichen Engpässe in Gaza da: «Wir wurden von israelischer Seite informiert, dass der Import von Autoreifen bis auf Weiteres eingestellt ist. Es gibt keinen Zweifel daran, dass das Einstellen der Reifenimporte eine negative Auswirkung auf die Palästinenser in Gaza haben wird. Insbesondere nachdem es bereits jetzt Versorgungslücken gibt. Wir werden alles daransetzen, dass Israel seine Entscheidung nochmals überdenkt.» 

Die Teilnehmerzahlen waren am Freitag mit etwa 10.000 Demonstranten wiederum niedriger, als in der Vorwoche und blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Entsprechend palästinensischen Quellen gab es am Freitag einen Toten und knapp 1.000 Verletzte, darunter zwei Journalisten und vierzehn Sanitäter. Laut Ma’an News wurden neun Personen durch scharfe Munition verletzt, alle anderen litten an Rauchgasvergiftungen oder Verletzungen mit Gummigeschossen. Die IDF bestätigt hingegen einen Toten und 200 Verletzte, Zahlendifferenzen, die wir bereits aus der Zeit von Gaza 2014 (Fels in der Brandung) kennen.

Zum Gedenken an dem zweiten Protestfreitag (6. April) erschossenen Journalisten Yasser Murtaja wurden an einigen Orten grosse Poster mit seinem Bild und Namen aufgestellt.  Schon seine Beisetzung, an der auch Hamas Chef Ismail Haniyeh teilnahm, geriet zur Märtyrerverehrung. «Reporters without Borders» beschuldigte Israel, den Journalisten in Ausübung seines Berufes willentlich erschossen zu haben. Bekannt geworden war Murtaja durch seine Arbeit mit Drohnen. Auch an jenem Freitag soll er eine Drohne zum Einsatz gebracht haben, die über israelisches Gebiet geflogen und von dort informative Bilder mitgebracht haben soll. Der Fall wird derzeit noch intensiv untersucht.  Ob er nun tatsächlich ein ranghoher Terrorist der Hamas war, wie behauptet  wird, oder nicht, werden erst weitere Untersuchungen ergeben. Eine Sprecherin des US Aussenministeriums erklärte, dass ihres Wissens nach Yasser Murtaja gerade überprüft wurde, ob er geeignet sei von der US Agentur für internationale Entwicklung (US-Aid) Fördergelder zu erhalten. Routinemässig wird auch jeweils die IDF zu den in Frage kommenden Empfängern befragt, zu Yasser Murtaja gab es möglicherweise keine entsprechenden Akten.

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Was innerhalb des militärischen Sperrgebietes ein älterer Mann mit Krücken zu suchen hat, inmitten einer Gruppe, die gerade Sprengladungen am Grenzzaun anbringen will, entzieht sich meinem Verständnis. Dieses perfekt orchestrierte Bild könnte betitelt sein: «Friedliche Demonstranten und bereits vom heldenhaften Kampf gezeichneter Anführer bereiten Angriff vor. Die Presse dokumentiert das völlig harmlose Verhalten.» Ein etwas sperriger Titel, aber das ist bei modernen Bildern nichts Ungewöhnliches.

Ein Blick zurück in die Geschichte um 1948. Das arabisch-palästinensische Narrativ, das immer wieder herhalten muss, wenn Palästinenser auf ihr Recht nach Rückkehr pochen und dies von der UNRWA gerne unterstützt wird, heisst Naqba, Katastrophe. Mit diesem Begriff wird die gewaltsame Vertreibung der Araber aus ihren Häusern, Orten und Städten bezeichnet, die die Grundlage für die einzigartige Vermehrung von 750.000 Flüchtlingen im Jahr 1948 auf mehr als 5 Millionen heute, legte.

In seinem 2016 erschienenen Buch «Refuting the Anti-Israel Narrative» lässt Jeremy Havardi Politiker und andere Meinungsbildner zu Wort kommen, um das in der Welt vorherrschende verzerrte Bild zu korrigieren. Bereits 1991 veröffentlichte Yitschak Ben Gad sein Buch «Politics, Lies and Videotape», in dem er sich der Thematik noch umfassender annimmt.

So wird Abu Mazen (Mitglied des Exekutivrates der PLO) zitiert: «Arabische Truppen sind nach Palästina gekommen, um die Palästinenser vor der zionistischen Tyrannei zu schützen. Doch stattdessen haben sie sie aufgegeben, sie gezwungen zu emigrieren, ihre Heimat zu verlassen. Sie haben sie politisch und ideologisch paralysiert und sie in Gefängnisse geworfen, die den Gettos ähnlich waren, in denen die Juden in Europa gelebt hatten…..»  (Falestin el-Thawra, Beirut, März 1976)

Ein Aufruf der Histadrut und des jüdischen Arbeiterrates Haifa vom 28. April 1948 forderte auf Plakaten die Araber dringend auf zu bleiben: «Zerstört eure Häuser nicht mit eignen Händen, gebt eure Einkommensquellen nicht auf. Stürzt euch nicht selber in eine unvermeidbare Katastrophe, indem ihr grundlos flieht. Wenn ihr geht, werdet ihr in Armut und Elend enden. Aber hier in Haifa findet ihr und eure Familien weit offene Türen zur Arbeit, zum Leben und zum Frieden. Aufrechte und friedliebende Arbeiter! Der Arbeiterrat von Haifa und die Histadrut fordern euch zum eurem eigenen Besten auf, in der Stadt zu bleiben und zur gewohnte Arbeit zurückzukehren!»

Der jordanische König Abdullah macht in seinen Memoiren die palästinensische Führung für das Flüchtlingsproblem verantwortlich: «Die Tragödie der Palästinenser ist, dass die meisten ihrer Führer sie mit falschen und substanzlosen Versprechungen belogen haben. Sie wären nicht allein und 80 Millionen Araber und 400 Millionen Moslems würden sofort und auf wundersame Weise zu ihrer Hilfe herbeieilen.»  (Yehoshofat Harkabi, Arab Attitudes To Israel, Jerusalem: Israel Universities Press, 1972, p. 364).

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Am Mittwochabend, am 18. April 2018 beginnt eine Stunde nach Sonnenuntergang mit dem Ende von Yom HaSikaron der 70. Geburtstag von des Jüdischen Staates Israel. Vierzehn Bürger Israels sind eingeladen, feierlich die Fackeln zu entzünden. Unter ihnen sind in diesem Jahr Mowafaq Tarif, dessen Familie seit 1753 das geistige Oberhaupt der Drusen stellt.

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Margalit Zinati wurde 1931 in Kfar Peki’in in Galiläa geboren. Der Stammbaum ihrer Familie lässt sich bis zur Zeit des zweiten Tempels zurückverfolgen. Damals lebte im Dorf eine lebendige jüdische Gemeinde. 1938 wurden sie von den Briten gezwungen, ihr Dorf zu verlassen und zogen nach Hadera, was sie als «Exil» empfanden. Nur ihre Familie kehrte nach zwei Jahren in den Heimatort zurück. Margalit hat nie geheiratet, um nicht, wie es der Brauch verlangt hätte, das Dorf verlassen zu müssen. Sie ist heute die letzte Jüdin, die in der von Drusen und Arabern bewohnte Gemeinde lebt.

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Aviezri Siegmund Fraenkel ist ein bekannter israelischer Mathematiker, der sich mit zahlreichen Projekten einen Namen machte. So entwickelte er einen der ersten Grossrechner am Weizmann Institut und erstelle eine umfassende elektronische Textsammlung hebräischer Texte. 2014 wurde einer seiner Enkelsöhne, Naftali Fraenkel zusammen mit zwei anderen Jugendlichen von Hamasterroristen entführt und ermordet.

70 Jahre, in denen sich die Beziehungen zwischen Israelis und Palästinensern kontinuierlich verschlechtert haben. Die jüdische Katastrophe, die Shoa, endet mit dem Ende des Naziterrors und der Gründung des Staates Israel im Mai 1948. In diesem Datum sehen die Palästinenser die Naqba, ihre Katastrophe. Und sie beschuldigen uns, daran die Schuld zu tragen. Es ist an der Zeit, die Geschichte nicht neu zu schreiben, aber neu zu akzeptieren.

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Nur so kann eines Tages der Traum von Ben Gurion und den anderen Mitunterzeichnern der Unabhängigkeitserklärung wahr werden: »Wir wenden uns – selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind – an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen.

Wir reichen allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und zu guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem unabhängigen hebräischen Volk in seiner Heimat auf.» 

Aber, die angebotene Hand muss auch angenommen werden! Und davon sind wir leider noch lange entfernt.

Und noch einmal Palliwood

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© esther scheiner, israel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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