Nachtrag zum Terroranschlag in Jerusalem vom vergangenen Freitag

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Am 18. Juli 2017 twitterte UN Watch einen Artikel, der zuerst in der Times of Israel erschienen war.

Am Sonntag, den 16. Juli wurde, der Tempelberg, wie von PM Netanyahu angekündigt, wieder geöffnet, nachdem er am Freitag, nach dem Anschlag geschlossen worden war. Zuvor waren neue Sicherheitsmassnahmen getroffen worden, um das Mitnehmen von Waffen weitgehend zu verhindern. An allen Aufgängen wurden Metalldetektoren installiert, durch die jeder muslimische Besucher gehen muss. Das ist eine Standardmassnahme bei jedem Bahnhof, bei grossen Einkaufszentren und anderen gefährdeten Orten. Kein Mensch regt sich darüber auf, alle haben sich daran gewöhnt. Juden, Christen, Muslims, Israelis, Touristen. Auch die Mitglieder des Waqf, die für die Sicherheit des Tempelberges zuständig sind. Diese neue Massnahme am Tempelberg gilt für Nicht-Muslims und Touristen, die nur über das Marokkaner Tor (bei der Mughrabi-Brücke neben der Kotel) auf den Tempelberg gelangen können, schon seit einiger Zeit.

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Die Mitarbeiter des Waqf riefen Muslims dazu auf, sich diesen Kontrollen zu entziehen und notfalls ausserhalb des Tempelberges zu beten. Selbstverständlich schloss sich der Grossmufti von Jerusalem, Mohammed Ahmed Hussein, dieser Aufforderung an. Während König Abdallah von Jordanien den Terrorakt verurteilte, glorifizierte das jordanische Parlament die Terroristen als Helden und Märtyrer. Präsident Abbas verurteilte zwar vage den Anschlag, verurteilte aber gleich darauf wieder Israel, den „Status quo“ für den Tempelberg zu verletzen und neue Tatsachen zu schaffen. Dieser, durch nichts gerechtfertigten Unterstellung, schlossen sich mehrere arabische Staaten an.

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Seit dem vergangenen Wochenende kam es immer wieder zu Unruhen zwischen muslimischen Störenfrieden und der israelischen Polizei. Es gab zahlreiche Verletzte. Gleichzeitig wurden aber auch jüdische Besucher des Tempelberges von der Polizei vom Gelände geführt, nachdem sie sich dem bestehenden Verbot, dort zu beten, offen widersetzt hatten. Die israelische Regierung ist bemüht, den Klagen, den „Status quo“ zu verletzen, entschieden entgegenzutreten, und reagiert sofort. So wurde heute der Besuch des Tempelberges für Nicht-Muslims gesperrt. Nachdem die Muslims den Besuch nach wie vor ablehnen, dürfte dort oben eine recht gespenstische Stille geherrscht haben.

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Der Waqf hat mittlerweile erklärt, die Moscheen am Freitag geschlossen zu halten und rief die Muslims dazu auf, die Freitagsgebete wiederum ausserhalb des Tempelberges abzuhalten.

Mitten in der unsicheren und unruhigen Situation scheint der Bericht über den ersten Notfallsanitäter, der unmittelbar nach dem Terroranschlag zu Hilfe eilte, wie aus einer anderen Zeit.

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Nedal Sader, 37 lebt in unmittelbarer Nähe des Tempelberges. Er ist als Volontär Notfallsanitäter bei der orthodoxen Rettungsorganisation Hatzalah. Von den in etwa 3000 Freiwilligen sind 300 Muslims, Drusen und Christen. Hatzalah ist kommunal und nicht landesweit organisiert. Um die Betreuungssituation der arabischen Orte zu verbessern, begann man vor zehn Jahren damit, auf die jeweilige Bevölkerung zuzugehen und diese zur Mitarbeit zu motivieren. Jüdische Ärzte dürfen per Gesetz aus Sicherheitsgründen nur mit Polizeischutz in arabische Wohngebiete fahren.

Am vergangenen Freitag hörte Nedal die Schüsse und rannte los. Es war nicht sein erster Einsatz nach einem Terroranschlag. Normalerweise versucht er zu verbergen, dass er Muslim ist. „Wenn sie mich identifizieren, könnten die Araber verrückt werden. Oder die Juden werden verrückt. Ich möchte damit nichts zu tun haben, ich konzentriere mich auf meine Arbeit. Das ist wichtig.“

Die Polizisten versuchten ihn in Richtung ihrer Kameraden zu lenken, aber er musste einen kurzen Moment warten, bis alle Terroristen überwältigt waren. Als er zum ersten am Boden liegenden Polizisten kam, musste er realisieren, dass für ihn jede Hilfe zu spät kam.

Neben den zwei bereits erschossenen Terroristen lag der Dritte, umringt von Polizisten.

Für den zweiten, ebenfalls leblosen Polizisten schien es noch Hilfe zu geben, Nedal begann sofort mit Wiederbelebungsmassnahmen.

Kurz darauf sprang der dritte Terrorist noch einmal auf und versuchte die Polizisten mit einem Messer anzugreifen. Statt sich vor den Schüssen, die jetzt folgten in Rettung zu bringen, setzte Nedal seine Wiederbelebungsversuche 15 Minuten lang fort, bis die Ambulanz eintraf. Leider umsonst.

Nedal ist ein Held. Sein Verhalten zeugt von Zivilcourage. Ein Verhalten gegen den Strom, gegen das vermeintlich Erwartete. Ein Verhalten, das die Menschlichkeit hoch achtet und die Gefährdung der eigenen Person in Kauf nimmt.

Seine Haltung zu Israel ist kritisch. Er hat bewusst auf die israelische Staatsbürgerschaft verzichtet. Aber, er respektiert unsere Ansprüche auf die Kotel, solange wir ihre Ansprüche auf ihre heiligen Plätze respektieren.

Er spricht von der Kotel, das ist mehr, als wir von der UNO erwarten dürfen.

 

© esther scheiner, israel

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