Säbelschwingen und Morgenröte gegen den Terror

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Vergesst, was ihr bisher über den israelisch-palästinensischen Konflikt gehört habt. Israel ist dabei der Sündenbock, der dafür büssen muss, dass sich innerhalb des Islams zwei Gruppen unlösbar verfeindet gegenüberstehen. Die Sunniten und die Schiiten. Beide Seiten verfügen über einen grenzenlosen Vorrat an Vorwürfen und Unterstellungen, um Israel zu dämonisieren. Die allgemeine Ansicht ist, dass es ohne den jüdischen Staat Israel in der gesamten Region nur noch Frieden gäbe.

Ausführlich auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Sunniten und Schiiten eingehen, werde ich nicht, denn das wäre ein zu weites Feld!

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Weltweit gehören etwa 90% der Moslems der Glaubensrichtung der Sunniten an. Schiitische Mehrheiten leben im Iran, Bahrain und Aserbeidschan, grosse Bevölkerungsanteile gibt es im Libanon, Jemen, Kuweit, Syrien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi Arabien.

Screenshot www.cfr.orgDie Schiiten werden dominiert von den 12er Schiiten, die überzeugt sind, dass der im Jahr 941 CE endgültig verschollene 12. Iman, der Mahdi, am Ende der Zeit als Erlöser wiederkehren wird. Der Glaube an dieses Ereignis ist so stark, dass sich die Regierung des Iran nur als eine Stellvertreterregierung sieht und dies auch in der Verfassung verankert hat.

„In der Islamischen Republik Iran steht während der Abwesenheit des entrückten 12. Imam – möge Gott, dass er baldigst kommt – der Führungsauftrag (Imamat) und die Führungsbefugnis (welayat-e-amr) in den Angelegenheiten der islamischen Gemeinschaft dem gerechten, gottesfürchtigen, über die Erfordernisse der Zeit informierten, tapferen, zur Führung befähigten Rechtsgelehrten zu […]“

Verfassung der Islamischen Republik Iran, 1979 (Artikel 5)

Mit welchen schrecklichen Vorzeichen der 12. Iman die Endzeit einleiten wird, kann hier nachgelesen werden. Es wird überliefert, dass die Schiiten, die dieses Ereignis so dringend herbeisehnen, die noch verbleibende Zeit verkürzen können, indem sie die grosse Endschlacht herbeiführen. Dieses Sehnen bestimmt die Politik des Iran. Das Ziel ihrer Bemühungen ist Israel, das komplett zerstört werden soll.

Den Sunniten ist diese Art des Kultes unbekannt, sie hängen mehr der Idee des Kalifats an, wie uns der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seit Monaten mit seiner Politik zeigt.

Vor wenigen Wochen hielt US Präsident Trump in Riad eine Rede, die vielleicht ein kleiner Puzzlestein zum derzeitigen Geschehen ist.

„Junge moslemische Jungen und Mädchen müssen aufwachsen dürfen ohne Angst, ohne Gewalt und ohne Hass. Sie müssen in der Lage sein, für sich selbst und für ihre Völker ein neues Zeitalter des Wohlstandes zu errichten. Mit Gottes Hilfe wird dieses Treffen den Anfang des Endes für die darstellen, die bisher Terror und seine grauenhaften Überzeugungen verbreiten konnten. Gleichzeitig beten wir an diesem speziellen Treffen dafür, dass es eines Tages als der Beginn des Friedens im Mittleren Osten und vielleicht in der ganzen Welt gelten kann. (…) Aber diese Zukunft kann nur erreicht werden, indem man den Terrorismus und die ihn antreibende Ideologie abwehrt. Die wahre Opferzahl von ISIS, Al Quaida, Hitzbollah, Hamas und so vieler anderer Terrororganisationen darf nicht nur mit der Zahl ihrer Opfer gezählt werden, sondern auch mit der Zahl der Generationen, deren Träume zerstört wurden.

Terroristen huldigen nicht Gott, sie huldigen dem Tod.

Wir wissen genau, was passieren wird, wenn wir nicht gegen den organisierten Terror kämpfen. Terrorbedingte Verwüstung wird sich weiter ausbreiten. Friedliche Gesellschaften werden mit Gewaltakten überzogen werden. Die Zukunft vieler Generationen wird zerstört.

Es ist eine Wahl zwischen zwei Arten von Zukunft – und es ist eine Wahl, die Amerika nicht für euch treffen kann.

Eine bessere Zukunft ist nur dann möglich, wenn ihr die Terroristen und Extremisten rauswerft. WERFT.SIE.RAUS. WERFT SIE RAUS aus den Plätzen, an denen ihr betet. WERFT SIE RAUS aus euren Gemeinden. WERFT SIE RAUS aus eurem Heiligen Land, und WERFT SIE RAUS VON DIESER ERDE. (…)

Wenn wir es nicht wollen, dass Terrororganisationen ganze Regionen und Bevölkerungen kontrollieren, müssen wir auch ihren Zugang zu den Fördergeldern verhindern. Wir müssen die finanziellen Kanäle zuschütten, die es ISIS erlauben, Öl zu verkaufen, die es Extremisten erlauben, ihre Kämpfer zu bezahlen und die es den Terroristen ermöglichen, ihren Nachschub durch Schmuggel sicherzustellen.

Ich bin stolz, ankündigen zu können, dass die hier anwesenden Nationen eine Übereinkunft unterzeichnen werden, das „Terrorist Financing Targeting Center“ mit dessen Hilfe die Finanzierung von Terror verhindert werden soll. Die Übereinkunft steht unter der Patronage der USA und Saudi Arabiens und wird mitgetragen von allen Mitgliedern des Golf Cooperation Council. Ein weiterer historischer Schritt, an den man sich lange erinnern wird.

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Diese Worte folgten den Taten. Trump wurde die Ehre zuteil, mit Vertretern der Familie Al Saud den wohl prominentesten Tanz im arabischen Raum zu tanzen; den Säbeltanz. Er stellte sich nicht wirklich geschickt dabei an, das Säbelschwingen gelang noch nicht so ganz. Aber immerhin, es zauberte ein Lächeln auf Melanias Gesicht, etwas, das wir während des Besuches im Nahen Osten leider viel zu wenig zu sehen bekamen.

Nur wenige Tage vergingen, bis gar wundersame Dinge besonders im Morgenland, aber auch in Europa geschahen.

Dänemark fror eine nicht unerhebliche Summe von acht Millionen US$ ein, die für 24 palästinensische und pro-palästinensische NGOs vorgesehen waren. Darüber hinaus wurde eine nicht genannte Summe gestoppt, die für das Women’s Affairs Technical Committee (WTAC) vorgesehen waren. Dies ist als Reaktion darauf zu verstehen, dass das Geld nicht in die vorgenannten Projekte fliessen würde, sondern dazu vorgesehen war, einem Jugendzentrum dem Namen Dalal Mughrabi zu widmen. Die damals erst 19 jährige Mughrabi war eine jener 11 Terroristen, die im Jahr 1978 beim „Küstenstrassenanschlag“ 38 Menschen töteten und weitere 76 verletzten. Weitere bereits ausgezahlte 500.000 US$ werden von Dänemark zurückgefordert.

Norwegen und die UN haben ebenfalls bereits bezahlte Fördergelder zurückgeordert und verlangt, dass bereits am Haus befestigte Dank-Plaketten sofort wieder entfernt werden. Unmittelbar nach seiner Regierungsübernahme hatte Präsident Donald Trump die von Präsident Obama am Ende seiner Zeit im Weissen Haus noch angewiesenen 221 Millionen US$ gestoppt. Sie wurden von USAID zur Verteilung an humanitäre Projekte und infrastrukturelle Projekte in Gaza, Judäa und Samaria freigegeben. Laut entsprechenden Aussagen aus den USA gibt es keinen neuen Termin für die Auszahlung.

Nachdem die PA in den letzten vier Jahren in etwa 1,12 Milliarden € an „Wohltätigkeitsleistungen“ sprich an die Unterstützung von Terroristen und deren Familien ausgezahlt hat, scheint möglicherweise ein langsames Umdenken einzusetzen. Seit einer Woche werden für 270 im Gaza Streifen lebende ehemalige palästinensische Häftlinge keine Gelder mehr ausgezahlt. Darüberhinaus erhalten fünf noch in Israel einsitzende Terroristen keine Unterstützung mehr, ebenso wie 47 Hamasmitarbeiter, die in Samaria und Judäa leben. Über die Hintergründe wurde nichts bekannt. Angeblich hätte es sich nur um einen technischen Irrtum gehandelt, die Gelder seien später ausgezahlt worden. Dies wird jedenfalls in Maan News berichtet, wurde aber von israelischer Seite nicht bestätigt. Noch heute, am Sonntag 11. Juli soll in der Knesset über ein neues Verfahren abgestimmt werden, das es ermöglicht, von Israel erhaltene Zölle nicht oder stark reduziert an die PA weiterzuleiten. Das ist als Reaktion darauf zu verstehen, dass mehr und mehr klar wurde, dass von diesem Geld die sogenannten „Wohltätigkeitszahlungen“ an Terroristen und deren Familien ausgezahlt werden.

„Die derzeitige Aktualität ist, dass die PA den Mord an Juden nicht nur belohnt, sondern auch fördert. Je mehr (Menschen) du ermordest, desto mehr (Geld) bekommst du, Das ist es, wie ihr Belohnungssystem funktioniert. Das muss gestoppt werden. Nicht nur, weil es unmoralisch ist, sondern auch, weil es ein Friedenshindernis für beide Seiten ist.“ Und dann der grosse Knall: eine völlig neue, bis vor Kurzem unvorstellbare Allianz scheint sich im status nascendi zu befinden. Ganz so, wie Trump es in seiner Rede angedacht, ich vermeide bewusst das Wort „gefordert“, hatte.

Saudi Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und nur Stunden später auch der Jemens froren ihre Beziehungen zu Katar ein. Auch die Malediven schlossen sich dem Boykott gegen den schwerreichen Zwergstaat am Arabischen Golf an. Mauretanien und Jordanien folgten einen Tag später.

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Die Folgen für den derzeit auf dem Landweg nicht mehr erreichbaren Staat sind vielfältig. Qatar Airlines, eine der Luxusfluglinien weltweit wird international boykottiert und muss am Boden bleiben. Der Luftraum über den benachbarten Ländern ist weitgehend für an- und abfliegende Flüge gesperrt. Luftlinien der am Boykott beteiligten Staaten fliegen Doha nicht mehr an. Der hypermoderne Flughafen Doha gilt als das Drehkreuz im Luftverkehr im Nahen und Mittleren Osten.

Was ist der Grund für den scheinbar plötzlich und gänzlich unerwarteten Boykott? Katar gilt schon lange als das Förderland par excellence für Terror und Extremismus. Zwischen Doha und Gaza besteht ein reger Terror-Polit-Tourismus. Jeder aus dem Kader der Hamas, der es sich leisten kann hat die Tristesse von Gaza weit hinter sich gelassen und lebt in Doha ein Leben mit allem erdenklichen Luxus. Massgeschneiderte Anzüge aus sommertauglichem feinen Zwirn kommen eben in der Luxusumgebung am Arabischen Golf besser zur Geltung, als im staubigen Gaza. Dort müsste man zugeben, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. In Doha ist man unter sich.

Doch damit ist nun auch Schluss. Katar muss sich wehren. Und bezichtigt nun abwechselnd Israel und/oder die USA die Schuld an ihrem Dilemma zu tragen. Fake News. Nichts anderes. Die Katari sind einzig und allein selber Schuld. Und weil sie das im Prinzip auch selber erkennen müssen, weisen sie nun schnellstmöglich zahlreiche Hamasführer aus, aus geliebten, willkommenen Gästen wurden personae non gratae. Staatsbürger anderer Länder haben maximal zwei Wochen Zeit, das Land zu verlassen.

 

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Man bemüht sich, die Lage zu deeskalieren, Lebensmittel seien für mehr als ein Jahr vorhanden, die Preise seien stabil, die Regierung hätte alle notwendigen Massnahmen zur Versorgung der Bevölkerung getroffen.

 

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Also alles im grünen Bereich am Arabischen Golf? Für Katar steht im Jahr 2022 die Fussball WM bevor. Bisher lief schon bei der gewonnenen Ausschreibung nichts rund, nicht zu sprechen von den berechtigten Kritiken an den bisherigen Bau- und Vorbereitungsarbeiten.

Fünf Jahre sind viel Zeit, wenn man sich entschliesst, Gänseblümchen zu züchten. Wenn es aber um ein Milliarden Projekt geht, dann sind fünf Jahre gar nichts.

Entsprechend des Grundsatzes, dass jeder eine reelle Chance haben soll, etwas scheinbar Unmögliches zu erreichen, komme ich noch einmal auf die Saudis zurück. Im April wurde das Land, das von Frauenrechten ganz und gar nichts hält in das UN Gremium der Frauenrechte berufen. Die Wahl löste einen politischen Wirbelsturm sondergleichen aus. Verständlich. Und jetzt sollen die Saudis auf einmal Partner sein. Partner gegen den Terror. Wiegt man die Werte gegeneinander ab, so senkt sich die Waagschale für mich in Richtung Terror. Der ist es, der uns alle weltweit tagtäglich bedroht. Und den es zu bekämpfen gilt.

Vielleicht trägt das nachfolgende Video dazu bei, dem Thema Frauenrechte in Saudi Arabien auch einen augenzwinkernden Aspekt abzugewinnen.

P.S. Wie erst am Wochenende bekannt wurde, hat die UNWRA bei Erweiterungsbauten an zwei Schulen im Gazastreifen darunter liegende Tunnel entdeckt. Die Tunnel hätten aber keine Ein- und Ausstiegspunkte im Bereich der Schulen gehabt. Die UNWRA verurteilte die Existenz solcher Tunnel auf das Schärfste und betonte :“ Es ist absolut inakzeptabel, dass Schüler und Lehrer auf diese Art einem Risiko ausgesetzt werden. Bautätigkeiten und Existenz solcher Tunnel sind nicht kompatibel mit den UN Voraussetzungen die nicht verletzt werden dürfen.“ Die UNWRA hat beschlossen, die Tunnel zu versiegeln. Seitens der Hamas wurden die Vorwürfe auf das Heftigste abgewiesen mit dem Hinweis, dass in dieser Gegend keine Widerstandsoperationen ausgeführt worden seien.

Lange genug hat die UNWRA samt ihrem Generalkommissar Pierre Krähenbühl die Augen ganz fest zugemacht. Israel anzuklagen, zu lügen und ohne erkennbaren Grund Ziele in Gaza anzugreifen, ist allemal leichter, als die Schuld beim eigenen Partner, bei der Hamas zu suchen.

 

 

 

© esther scheiner, israel

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