Das Jerusalem der Wissenschaft und der Kultur

ב“ה

Unknown Kopie

 

 

 

Mit freundlicher Bewilligung der Autorin Barbara Pfeffer Billauer

 

Am 12. Oktober 2016 verabschiedete die UN Education, Science and Culture Organisation, gemeinhin als UNESCO bekannt, eine Resolution, die die jüdischen Beziehungen mit dem Tempelberg ignorierte, indem sie sich ausschliesslich seines arabischen Namens bediente.

Der britische Guardian und in der Folge auch zahlreiche andere Zeitungen inklusive dem Boston Globe reagierte folgendermassen: “Das tendenziöse Spiel mit der Sprache spielt der andauernden Propaganda der PA in die Hände, die mit allen Mitteln versucht, die Identität Jerusalems, der jüdischsten aller Städte weltweit zu entjudaisieren. Die UNESCO geht fehl darin, sich in diese Kontroverse hineinziehen zu lassen.

Es ist kein Wunder, dass die Resolution angenommen wurde. Angeregt von Algerien, Ägypten, Libanon, Marokko, Oman, Katar und Sudan wurde sie von 24 der 56 Mitgliedsstaaten akzeptiert, es gab sechs Gegenstimmen und 24 Enthaltungen. Unter den 24, die für die Resolution stimmten, haben zumindest neun (mehr als ein Drittel), starke muslimische Verbindungen, gegen ein kleines Land weltweit, das jüdisch ist.

Was aber trotzdem überrascht, ist, dass die UNESCO ihre eigene Charta und Existenzberechtigung verletzten würde, wenn sie sich in eine politische Diskussion einlassen würde. Dass sie es erlauben würde, vom derzeit herrschenden Übergewicht der arabischen Staaten im UNESCO-Gremium bis zur Selbstzerstörung vereinnahmt zu werden. Und, dass sie ganz bewusst internationale Meinungsverschiedenheiten kreieren, indem sie eine Resolution verabschieden, die direkt eines ihrer selbst festgeschriebenen Ziele verletzt. Enttäuschend ist, dass die UNESCO ihre selbstgewählte Objektivität aufgibt und in den politischen Sumpf hineingerät.

Und was ebenfalls enttäuschend ist, ist die inhaltlich schwache, doch gleichzeitig pedantische und umständliche Antwort der Israelis auf diese Resolution.

Wie der Name sagt, die UNESCO steht im Dienst von wissenschaftlichen, kulturellen und pädagogischen Belangen. Ihre Aufgabe ist es eher Brücken zwischen unterschiedlichen Ansätzen zu stärken, „zum Frieden und zur Sicherheit beizutragen, indem die internationale Zusammenarbeit der Regionen gefördert werden soll, als neue Brücken zu bauen”. Darüber hinaus ist unter anderem ihre Aufgabe, die kulturelle Vielfalt zu fördern, Weltliteratur zu übersetzen und internationale Vereinbarungen zur Sicherheit von Weltkulturerbe und Weltnaturerbe zu sichern. (World Heritage Sites)

Unmittelbar nach der Abstimmung kritisierte der israelische Botschafter der UNESCO die Haltung des Komitees in durchaus vorhersehbarerer Weise: „Sie haben eine Resolution gegen die historische Wahrheit verabschiedet, die alles historisch Bekannte ablehnt, ohne sie noch einmal zu verifizieren.” Weil sich jedoch die Resolution ausschliesslich mit Gebetsplätzen von Muslims beschäftigt, sahen die Muslims die Sprache als durchaus adäquat an und somit keine Notwendigkeit einer Änderung.

Es muss nicht erwähnt werden, dass die palästinensische Antwort den derzeitigen Zustand reflektiert und historische und/oder kulturelle Verbindungen zu diesem Ort völlig ausser Acht lässt. Auf den Punkt gebracht: Sie reflektiert im Kern eine aktuelle Momentaufnahme, die die Vergangenheit und eine mögliche Zukunft respektlos ignoriert. Allein die Sprache kann polarisieren. Genau das ist hier geschehen. Die Tatsache, dass der zur Diskussion stehende Ort muslimische Gebetsplätze umfasst, macht die Diskussion nicht einfacher.

Zu behaupten, dass diese Tatsache den speziellen Gebrauch der Sprache rechtfertigt, ist natürlich ein unhaltbares Argument. Zahlreiche Juden und Christen würden den Tempelberg gerne als Gebetsstätte nutzen, wie es vor Hunderten von Jahren möglich war.

The Economist erklärt in seinem Artikel „The trouble at Temple Mount“ vom 17. Nov. 2014 :” Schliesslich impliziert das Recht zu beten das Recht des Eigentümers.“ Aber vielleicht hat The Economist hier unrecht; vielleicht impliziert das Recht des Eigentümers das Recht zu beten – und deshalb sind die Palästinenser so entschlossen, ein Scheinbild von Eigentum zu schaffen – um ihr Recht, an ihrem drittheiligsten Ort zu beten zu bekräftigen – und dabei gleichzeitig den Juden das Recht, an ihrem heiligsten Ort zu beten zu verweigern.

Trotzdem, es ist wirklich besorgniserregend, dass die wissenschaftlichen und kulturellen Standbeine der Organisation entfernt wurden. Wenn man sich im Entscheidungsprozess befindet, auf welche Weise man die Orte beschreiben soll, wäre es da nicht wichtig gewesen, mit in den Prozess hinein zu beziehen, wie Wissenschaftler und Kulturschaffende sie beschreiben und sehen? Bevor ein Land sich dabei festlegt, hätten sie nicht erforschen sollen, wie ihre eignen Koryphäen und Helden den Ort von einem historischen Blickwinkel heraussahen? So gesehen gehören die Orte des Weltkulturerbes zum Aufgabengebiet der Organisation. Das Weltkulturerbe Tempelberg ist ein Hinweis darauf, wie die Sprache dieser Resolution hätte sein sollen?

Was hätten grossartige Wissenschaftler und Kulturschaffende möglicherweise dazu gesagt? Ohne Frage, Albert Einstein (war auf Einladung des damaligen Präsidenten in Israel, gilt als einer der Mitbegründer der Hebrew University in Jerusalem, der er seine gesammelten Schriften vermachte) und Aaron Aaronson (der Entdecker des Urweizens) wären geschockt. Beide waren glühende Zionisten, beide förderten die Gründung des Jüdischen Staates mit Jerusalem als seiner Hauptstadt. Selbstverständlich, beide, Einstein und Aaronson waren jüdisch und voreingenommen. Ihre Gefühle in dieser Frage wurden abgelehnt. (Das ist ein anti-semitischer Kommentar, kann sein, aber andererseits, ist nicht Antisemitismus die Wurzel des Konfliktes?)

Also schauen wir doch einige „unvoreingenommene“ Kulturschaffende und herausragende Wissenschaftler an, wie sie sich in der Geschichte gezeigt haben, und arbeiten ihre Ansicht zum Thema „Tempelberg“ heraus. Halten wir fest, dass Tempelarbeit, Grundlagen und Hintergründe der Freimaurer sich aus Hochachtung vor dem Tempel Salomons auf dem Tempelberg so gestaltet haben, wie sie sind. Ohne jedes arabische Wort.

Lasst uns untersuchen, wer die Treuepflicht zur Freimaurerei gelobte und deren Grundsätze aus Respekt vor dem Tempel Salomons, der auf dem Tempelberg gebaut wurde, akzeptierte. Tatsächlich sind zahlreiche Staaten, die der Resolution zugestimmt haben, oder sich der Stimme enthielten, stolz auf ihre Berühmtheiten, auch wenn sie Freimaurer sind. (Die Freimaurerei betont den metaphorischen Tempel Salomons und konzentriert sich auf die symbolischen Aspekte seiner physischen Konstruktion. Diese basiert auf biblischen Quellen, Lehren der Templer aus der Zeit um 1446 CE und kabbalistischen Schriften.)

Araber muslimischen Glaubens, die Freimaurer waren:

  • Abdelkader El Djezairi(1808–1883) Algerisch islamischer Gelehrter
  • Abd al-Qadir al-Jazairi (1808-1883), Emir von Mascara in Algerien,

(Algerien stimmte für die Resolution)

  • Sayyid Jamal al-Din al-Afghani aus Egypt.
  • Muhammad ‘Abduh and Shaykh Abdullah Quilliam, der Grand Mufti von Ägypten

(Ägypten stimmte für die Resolution).

  • Sayyid Jamal ad-Din al-Afghani, Gründervater der Panislamischen anti-kolonialen Politik
  • Habibullah Khan, Emir von Afghanistan,
  • Süleyman Demirel, Präsident der Türkei.

 

Kulturschaffende Freimaurer: Nat King Cole, Cecil B. DeMille, Arthur Conan DoyleDuke Ellington, Clark Gable, Mozart, Gilbert und Sullivan, Goethe, Burl Ives, Al Jolson, Rudyard Kipling, Franz Liszt, Willie Mays, ,Felix Mendelssohn, Richard Pryor, Sugar Ray Robinson, Oscar Wilde, Mark Twain, Gustave Eiffel, Sir Walter Scott, John Steinbeck,

Politiker: Winston Churchill; Práxedes Mateo Sagasta (1825–1903), Premier Minister von Spanien (Spanien enthielt sich); Antonio López de Santa Anna, mexikanischer General und Präsident; (Mexiko stimmte für die Resolution).

 Philosophen: Marquis de Condorcet, Mathematiker und Philosoph; Denis Diderot. Voltaire. Drei der grössten neuzeitlichen Philosophen waren Franzosen, trotzdem enthielt sich Frankreich.

 Freiheitskämpfer und Kämpfer für das Menschenrecht: Henry Dunant, Gründer des Roten Kreuzes; Lafayette; Madame de Xaintrailles, Heldin der Französischen Revolution. Drei der grössten Freiheitskämpfer waren Franzosen, wie bereits geschrieben, Frankreich enthielt sich.

Wissenschaftler: Enrico Fermi, Gewinner des Nobel Preises Physik, Alexander Fleming, Edward Jenner, Benjamin Franklin, Washington­ und Christopher Wren.

 

Die amerikanische Erfahrung mit Freimaurerei

Die amerikanische Assoziation mit Freimaurerei (Die USA stimmten gegen die Resolution) erklärt sich selbst durch die elf Präsidenten, die Freimaurer waren.

Frankling USA

Franklins Vorschlag für die Gestaltung der Rückseite des Staatswappens der USA

George Washington (Präsident), John Jay (erster Chefrichter am Obergericht), Thurgood Marshall (Richter am Obergericht), Jesse Jackson, John Hancock und Paul Revere waren Freimaurer. Benjamin Franklin, ebenfalls Freimaurer, war fraglos einer der angesehensten Wissenschaftler seiner Zeit. Seine Verbindung zwischen Wissenschaft und Diplomatie wurde erst lange nach seinem Tod gewürdigt und weiter ausgearbeitet. Franklins Vorschlag, auf der Rückseite des US-Staatswappens den Auszug der Hebräer aus Ägypten zu verbildlichen wurde letztendlich abgelehnt.

 

Diese grossartigen Menschen wären erschrocken, hätte sie erleben müssen, wie die Beziehung zwischen dem Tempelberg und seinen jüdischen Wurzeln durch die rein arabisch sprachliche Beschreibung des Ortes ausgelöscht hätten werden sollen.

Jedoch die Verbindung zwischen Kultur und Wissenschaft und dem Tempelberg ist viel klarer und geht viel tiefer. Salomons Tempel und die jüdischen Verbindungen zu Jerusalem waren ein begehrtes Thema bei prominenten Künstlern. Die UNESCO lehnt nicht nur die jüdischen Verbindungen zu diesem Ort ab, sondern auch die kulturelle Verbindung, die durchgehend in unserem künstlerischen Erbe vorhanden ist.

115813201.WJBwPQzA.DCSep08216

Die künstlerische Gemeinschaft hält an den jüdischen Verbindungen zum Tempel und zu Jerusalem fest. Der von Rubens festgehaltene Moment, als Abraham in Salem von Melchizedek wie in der Genesis beschrieben wird, begrüsst wird, weist Melchizedek als König von Salem aus. Zahlreiche Textstellen belegen, dass Salem später in Jerusalem umbenannt wurde. Ob dies in Zusammenhang mit dem Opfer Abrahams an seinem Sohn Jitzhak steht, ist nicht eindeutig belegt. Ja, Abraham ist der Vater von beiden Traditionen, den Jüdischen und den Muslimischen, wäre das nicht ein Grund gewesen, darüber vor der Verabschiedung der Resolution nachzudenken?

 

Die Sichtweise der wissenschaftlichen Koryphäen

Was sagt die wissenschaftliche Gemeinschaft zu diesem Thema? Was ist ihre Ansicht? Mindestens fünf unserer grossartigsten Wissenschaftler waren Freimaurer. Selbst wenn wir hier die Ansichten Albert Einsteins, anerkanntermassen der grossartigste Wissenschaftler aller Zeiten gerade wegen seiner jüdischen Wurzeln ignorieren, was ist dann mit dem zweiten Kandidaten für den Titel „Grösster Wissenschaftler aller Zeiten“ Sir Isaac Newton?

The_Chronology_of_Ancient_Kingdoms_Amended

Newtons Meinung zum Tempelberg, sowohl was die Vergangenheit angeht, aber auch seine Visionen für die Zukunft waren, sind gut dokumentiert. Seine Beschreibung vom Tempel Salomons basiert auf dem Buch des Propheten Ezekiel. In „Chronologie des antiken Königreiches Amended“ (London 1828) widmet Newton dem Tempelberg ein Kapitel und einige Diagramme. Newton war überzeugt, dass König Salomon den Tempel mit von Gott privilegierten Augen und mit göttlicher Führung geplant hatte. Der grandiose Entwurf stelle einen ausgezeichneten mathematischen Plan dar und lieferte gleichzeitig einen Zeitrahmen für die Chronologie der hebräischen Geschichte.

Kelly J. Whitmer beschrieb, dass es zumindest drei grosse hölzerne Modelle des Salomon-Tempels gab, die zwischen 1660 und 1730 verschiedenen Orte Nordeuropas ausgestellt wurden. Unter diesen Städten waren: Hamburg, Amsterdam, London, Halle – Fakten, die die UNO-Resolution völlig verschweigt.

Bezogen auf die derzeitige Ausstellung am Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte mit dem Titel“ Die Modelle des Tempels Salomon als wissenschaftliche Objekte ist die UNESCO-Resolution eine Beleidigung eines wichtigen und respektierliche Institution.

In ihrer Bemühung, sich den politischen Muskelspielen seiner Mitglieder zu beugen hat die UNESCO ihre Wurzeln verlassen und ihre Ikonen verletzt. Sie machten die Geschichte der Wissenschaft und des Weltkulturerbes lächerlich.

Hier ist mehr in Gefahr, als die simple Bestätigung der jüdischen Leidensgeschichte und ihren Anspruch auf ihre heiligsten Orte. Hier gibt es die Pflicht, die ewige Wahrheit zu reflektieren, eine Wahrheit die sich durch die Jahre, durch die Geschichte zeigt und sich nicht den jeweiligen Launen von sturen und umbarmherzigen Politikern zu beugen.

 

© Barbara Pfeffer – Billauer

© Übersetzung esther scheiner, israel

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s