Tachles und Helferei in Zürich, New Israel Fund und Ha’aretz – Vier gegen Israel (Teil II)

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Und nun haben sie sich also getroffen, nicht zum ersten Mal, aber erstmals in Zürich. Unter dem Titel „Ist Israels Demokratie in Gefahr“ luden NIF Schweiz und Ha’aretz zu einer Podiumsdiskussion ein.

Ort des Geschehens:

Tag 1: Helferei

Die Helferei in Zürich hat sich über die Jahre als Bühne für all jene positioniert, die wenn man es milde ausdrückt, über wenige bis keine pro-israelischen Einstellungen verfügen. Moshe Zuckermann, immer noch als Professor für Geschichte und Philosophie an der Uni Tel Aviv im Verzeichnis aufgeführt war bereits mehrfach hier. Nicht nur, dass er den Staat Israel harsch kritisiert und diffamiert, nein er geht weiter. Er vertritt vehement das „symbolische Rückkehrrecht“ von bis zu 400.000 vertriebenen Palästinensern in das israelische Kernland als ersten Schritt. Später sollen, so seine Vision, Israel und das zu schaffende Palästina als ein Gebilde mit konföderierten Strukturen entstehen. BtS war, wie weiter oben beschrieben hier.

Und nun auch der NIF.

Seine Präsidentin, Talia Sasson, ehemals Richterin am israelischen Obergericht, dann kurzzeitig Rechtsberaterin von Präsident Ariel Sharon, sieht als selbstdefinierte Zionistin nur eine Möglichkeit, die Demokratie in Israel auf Dauer zu retten. Die Schuld für ein mögliches Scheitern sieht sie einzig bei der israelischen Regierung.

Zu dieser Regierung zählt sie auch den amtierenden Botschafter Israels in der Schweiz, Jacob Keidar. Erst wenige Wochen in der Schweiz akkreditiert, hätte er, laut Einladung die Grussworte für die Hauptveranstaltung sprechen sollen. Er hat abgesagt. Für Sasson ein Grund für einen kräftigen Seitenhieb: «Mit dem Rückzug der Zusage hat er auch das Fragezeichen aus dem Titel der Veranstaltung entfernt.» Jetzt müsse sie am Sonntag gar nichts mehr nachweisen, der offizielle Vertreter der Regierung habe durch sein Handeln bestätigt, wie schlecht es in Israel um Demokratie und Toleranz stehe.“ Ich bin zutiefst dankbar, dass der Botschafter sich nicht vor den Karren einer durch und durch anti-israelischen Veranstaltung spannen liess. Seine Teilnahme wäre das absolut falsche Signal gewesen.

Tag 2: Gemeindehaus der Jüdischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ)

Unter der Leitung von Daniel Eisner, Radio SRF News, diskutieren:

Amos Schocken und Talia Sasson, die ich bereits vorgestellt habe.

Carmi Gillon ist dem einen oder anderen Leser möglicherweise aus dem Film „The Gatekeepers“ (in der unglücklichen Deutschen Übersetzung „Töte zuerst“ bekannt. Er gehört zu jener Gruppe von ehemaligen Leitern des Shin Bet, des israelischen Inlandgeheimdienstes, die sehr subjektiv über ihre Berufserfahrungen erzählten. Warum subjektiv? Im Film werden keinerlei Begründungen, nota bene, nicht Rechtfertigungen gegeben, warum die eine oder andere drastisch erscheinende Aktion für Israel lebenswichtig war.

Yulia Zemlinsky, Aktivistin der Gruppe „Unser Vermächtnis“ (Morashtenu)  kümmern die palästinensischen Belange sehr wenig. Ihre Zielgruppe sind die russischen Einwanderer, die, wie sie glaubt beobachten zu können, zu wenig in die Gesellschaft integriert sind. Der Graben, den sie zwischen der russischen Gesellschaft und dem Staat Israel verortet, sei bedrohlich. Er gehe zurück auf Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und sei somit ein Spiegelbild der gesamten israelischen Gesellschaft. Das stimmt nicht. Neben Hebräisch und Arabisch entwickelt sich zusehends Russisch als dritte offizielle Landessprache. Sehr viele Formulare liegen bereits dreisprachig auf. Dass auch hier der NIF als Spender auftritt verwundert nicht mehr.

Yves Kugelmann als Oberguru der jüdischen Medien in der Schweiz darf da natürlich nicht fehlen. Zu erleben, wie er seine stromlinienförmig glattgebügelte Meinung, man darf sie auch opportunistisch nennen, in dieser Runde eingebracht hat, hätte spannend sein können.

Es muss festgehalten werden, dass der Anlass wohl in den Räumen der ICZ als Vermieterin stattfand, diese aber nichts mit der Planung und Durchführung der Veranstaltung zu tun hatte. Es handelte sich um eine Propagandaaktion des NIF und des Ha’aretz.

Übrigens: Die für den vergangenen Dienstag geplante Veranstaltung des NIF in Berlin wurde abgesagt.

Alle Informationen zum DuMont Verlag, der Familien Schocken und DuMont habe ich, sofern nicht anders angeführt, Wikipedia entnommen, das in diesem Falle durchaus ausreichend informiert.

Weitere ausführliche und gut dokumentierte Informationen zum NIF findet man als Hintergrundinformation zum  Buch von Edwin Black und hier

 

 

 

©esther scheiner, israel

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