Meir Shefaya – vom Kinderdorf zum Sommercamp

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Im April 1903 führte der Tod von zwei Ukrainischen Jugendlichen dazu, dass es in Kishinev (Bessarabien, heute Rumänien) zu Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung kam, bei denen 49 Menschen getötet und fast 600 teilweise schwer verletzt wurden.

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Kinder- und Jugendalija

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Lernen nach anderen Ansätzen als heute

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Jeder muss mithelfen

Um den überlebenden Kindern dieses Verbrechens ein neues Heim zu geben und sie auf eine Zukunft in Israel vorzubereiten, wurde das bereits 1891 als Moschawa gegründete Dorf Meir Shefaya, wenige Kilometer nordöstlich von Zichron Ya’acov an den Ausläufern des Carmel Gebirges als Kinderdorf übernommen. In den folgenden Jahren diente es als Heim für Waisenkinder aus dem I. Weltkrieg. Ab 1933 fanden in Meir Shefaya Kinder und Jugendliche, die der Naziherrschaft entkommen konnten, eine sichere Heimat. 1957 übernahmen der Staat Israel und die Hadassah Foundation das Dorf, in einer bis heute anhaltenen Kooperation.

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Freizeitvergnügen in den 60er Jahren

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Wo der Kopf noch den PC ersetzte

Im Dorf leben heute etwa 300 Jugendliche. Das Gemeinsame ist, dass sie zur Gruppe der besonders gefährdeten Kinder und Jugendlichen gehören. Ihre Lebensgeschichte und ihr familiäres und soziales Umfeld haben ihnen den Start in ein erfolgreiches Leben erschwert. Hier können sie neue Erfahrungen machen und ihren Standort im Leben neu bestimmen. Die Schüler aller hier lebenden Ethnien (Juden, Drusen, Moslems, Ethiopier, Russen, Beduinen und Eritreische Flüchtlinge) besuchen zunächst, solange es nötig ist, speziell betreute Klassen. Dazu kommen noch etwa 300 externe Schüler, die die Regelklassen besuchen. Der Anteil an erfolgreich abgelegten Maturitätsprüfungen ist in etwa doppelt so hoch, wie der israelischen Durchschnitt.

Nachdem dieses Jugenddorf neben der Unterstützung des Erziehungsministeriums keine weiteren Gelder aus anderen Quellen bezieht, wird die gesamte Schulanlage während der Sommermonate vermietet.

#BIGIDEA Israeli Summer Camps bietet seit acht Jahren in Meir Shefaya während der Sommermonate Programme für Jugendliche im Alter von 7 bis 18 Jahren an. In vier Einheiten von jeweils zwei Wochen werden massgeschneiderte Programme für die Altersgruppen 7 – 10,  11 – 12, 13 – 14 und 15 – 18 angeboten. Betreut werden die Campteilnehmer von jungen Erwachsenen, die alle über 18 Jahre alt sind und eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben. Einige von ihnen sind Studenten oder Absolventen einer technischen Hochschule, andere haben bei einer technischen Einheit der IDF gedient. Neben Englisch und Hebräisch sprechen viele der Betreuer  noche eine weitere Sprache. Mit einer Betreuungszahl von nur 4 – 5 Gästen ist sichergestellt, dass jeder Teilnehmer eine individuelle Betreuung erhält. Campsprache ist Englisch, Hebräisch bleibt aber sicher in dieser lockeren Atmosphäre nicht lange eine Fremdsprache, entsprechende Vorkenntnisse werden ganz nebenbei vertieft oder es wird die Basis gelegt.

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Heute ist (fast) nichts mehr ohne PC vorstellbar

Jeweils maximal 15 Feriengäste sind Kinder und Jugendliche bei denen Asperger Syndrom oder Autismus diagnostiziert wurde. Sie sind voll in das reguläre Programm integriert. Die immer gleich verlaufenden Tage geben ihnen die notwendige Sicherheit und Struktur, sodass sie sich voll auf die neuen Erfahrungen einlassen können. Bei #BIG IDEA Max finden bereits einige Zeit vor der Anreise intensive Gespräche zwischen den speziell ausgebildeten Betreuern, den Eltern und dem Kind statt. Diese Gespräche, entweder in Israel oder via Skype geführt sind wichtig, um die Stärken und Schwächen der zukünftigen Camper kennenzulernen.

images-1Der Name des Camps ist Programm: Das “International Technology Summer Camp” legt in fünf Aktivitätsgruppen mit insgesamt 35 Workshops den Schwerpunkt auf moderne, Kinder und Jugendliche besonders ansprechende Technologien. Gestalten von Webseiten, Programmierung, Mobile Apps, YouTubes, digitale Fotografie, Filmen, Grafik-, Schmuck- und Modedesign, 3D Techniken, Theater, Windsurfen, Schach, Einführung in das unternehmerische Denken für die Maturanten…..und jede Menge Spiel, Spass und Unterhaltung auf dem Campus und am nahe gelegenen Strand. Langeweile kommt sicher keine auf! Die gesamte Infrastruktur einer modernen Schul- und Internatsanlage, wie Sportplätze, Schwimmbad, Veranstaltungshalle, Computerlabs, etc. lassen keine Wünsche offen.

Intensives Ausprobieren und Lernen wechselt ab mit Bewegung und outdoor Aktivitäten, niemand wird zum Stubenhocker, im Gegenteil.

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Internationales Showprogramm

Am Abend gibt es BBQ, Tanzpartys, Wettbewerbe, Talentshows. Der Beginn des Schabbat am Freitagabend wird natürlich gebührend feierlich begangen. Nach einer gemeinsamen Kabbalat Shabbat Feier, bei der auch mal neue Melodien ausprobiert werden und bei der sich jeder einbringen darf, besteht für die orthodoxen Gäste die Möglichkeit, in der angeschlossenen Synagoge einen traditionellen Gottesdienst zu besuchen.

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Sprachbarrieren sind unbekannt

Die Unterbringung erfolgt in 3-Bett Zimmern, wobei Wert darauf gelegt wird, dass Kinder mit unterschiedlichen Muttersprachen gemeinsam dort leben. Je zwei Einheiten teilen sich ein Badezimmer. Damit trotz nächtlichen Kissenschlachten und Kekspartys, die natürlich nicht fehlen dürfen, eine ausreichende Nachtruhe gewährleistet ist, wohnt der zugeordnete Stockwerkbetreuer auf der gleichen Etage wie seine Schützlinge. Ein Arzt steht im Camp jederzeit vor Ort zur Verfügung.

Für eine gesunde, abwechslungsreiche und selbstverständlich koschere Verpflegung ist gesorgt, sie wird meist in Buffetform angeboten.

Im kommenden Sommer rechnen die Veranstalter, eine private Organisation, die eng mit dem Erziehungsministerium zusammenarbeitet, mit in etwa 900 Gästen. Ungefähr die Hälfte der Jugendlichen kommt aus Israel, 25 % stammen aus den USA und Kanada, 15 % aus Frankreich. 10 % reisen aus Grossbritannien, Spanien, Deutschland, der Türkei und China an.

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Allein reisende Kinder und Jugendliche werden am Flughafen Ben Gurion noch vor der Passkontrolle abgeholt und anschliessend mit einem verlässlichen Taxi ins Camp gebracht. Die Organisation des Fluges, die vielleicht notwenige spezielle Betreuung an Bord und der Kauf der Flugtickets liegt bei den Eltern.

Selbstverständlich ist #BIG IDEA ausreichend versichert und schliesst auch für die ausländischen Teilnehmer für die Zeit des Camps eine Krankenversicherung ab.

Für viele Kinder ist der Aufenthalt in Israel die erste längere Trennung von den Eltern. Damit diese sich keine Sorge um ihre Kids machen müssen und, zumindest virtuell “mit dabei” sind, werden täglich kurze Videos über die Tagesaktivitäten verschickt.

Zwischen den einzelnen Veranstaltungsblöcken werden Kurzprogramme angeboten mit Ausflügen nach Jerusalem, Totes Meer, Galil, bei denen die Campteilnehmer Israel ein bisschen intensiver kennenlernen können.

#BIG IDEA geht auf die Bedürfnisse seiner Teilnehmer ein und hat es sich zum Ziel gesetzt “mehr” zu sein, als nur ein Sommercamp. Die Berichte von ehemaligen Campern sprechen für sich und für den Erfolg.

Informationen, Anmeldeformulare und Vieles mehr finden Sie hier.

(alle SW Bilder stammen von dieser Seite, alle anderen habe ich der Seiten von #BIG IDEA entnommen.)

© esther scheiner, israel

 

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