The ultimate mission to Israel 2/10

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Zwei Wege von Tel Aviv nach Jerusalem

Grundsätzlich gibt es zwei Strassen, um von der Küstenebene hinauf nach Jerusalem zu fahren. Entweder über die Schnellstrasse Nr. 1, 69 Km, die an manchen Tagen gar keinen schnellen Verkehr erlaubt. Derzeit wird sie zu einer dreispurigen Strasse ausgebaut, was ab Ende 2016 die verkehrstechnische Situation drastisch entschärfen dürfte. Etwa gleichzeitig wird auch die Expressbahn nach Jerusalem fertiggestellt werden, die die Reisezeit von Tel Aviv in die Hauptstadt von 1 ½ auf eine halbe Stunde verkürzen wird.

Die zweite Strasse Nr. 443 biegt kurz vor der Gabelung der Strasse Nr. 1 nach Jerusalem ab und erreicht recht schnell die Region, die als „Besetzte Gebiete, Westjordanland, zur diskutierende Gebiete oder auch als Judäa und Samaria bekannt sind“. Die zweite Strasse führt auf 25 Km von ebenfalls 69 Km durch das C Gebiet.

Nachdem es immer wieder zu teils tödlichen Angriffen auf die Autofahrer kam wurde sie im Jahr 2000 für Palästinenser gesperrt. Damit waren einige palästinensische Dörfer in der Nähe von Jerusalem und Ramallah von einer direkten Verbindung mit Israel abgeschnitten. Diejenigen, die in Israel arbeiteten, mussten zweimal täglich grosse Umwege in Kauf nehmen.

Menschenrechtsorganisationen, unter andren B’tselem kritisierte die Schliessung beim Obersten Gerichtshof als „widerrechtliche und nach internationalem Recht ungültige Kollektivstrafe“. Ende 2009 wurde der Klage Recht gegeben, seit Mai 2010 ist die Strasse wieder für palästinensische Reisende freigegeben. Dies gilt allerdings nur für solche Autofahrer, die über eine israelische ID und damit ein israelischens Autokennzeichen verfügen.

Glücklich waren die Palästinenser nicht mit der Wiedereröffnung, nachdem insgesamt vier Kontrollpunkte im Strassenverlauf eingerichtet wurden. Sie befürchten neue Aufenthaltszeiten, die sie als Schikanen bezeichnen. Kein Verständnis hat Shurat HaDin, das in einer Sammelklage 1000 Familien gegen den Entscheid des OGH vertritt. „Auch wenn es die Lebensqualität der Palästinenser beeinträchtigt, wenn sie etwas länger auf den kleineren Strassen benötigen, um heim zu fahren – die Rechte der Menschen, die die 443 benutzen sind übergeordnet. Das Recht auf Leben ist höher einzuschätzen, als das Recht fünf Minuten früher irgendwo anzukommen.

Kurz hinter Modi’in steht der Checkpoint. Hier werden aber grundsätzlich nur die Fahrzeuge kontrolliert, die vom Gebiet C aus nach Israel reisen. Fahrzeuge, die in die Gebiete einreisen, können dies ohne Kontrollen tun. So wird es auch an allen anderen 39 Kontrollpunkten gehandhabt, die sich in Judäa und Samaria befinden, wer von Israel nach Judäa oder Samaria fährt kann dies jederzeit tun, wer allerdings von dort nach Israel einreisen will, muss sich einer kurzen Kontrolle unterziehen.

Zurück zur Strasse 1. Heute ist es so, dass im Winter jeder noch so geringe Schneefall zu einem völligen Kollaps des Verkehrs in diesem Nadelöhr führt. Gleiches gilt natürlich auch, wenn wieder einmal ein LKW- oder Busfahrer sein Fahrzeug oder die Strasse unterschätzt hat.

Die Strasse diente während des Unabhängigkeitskrieges und auch schon in den Monaten davor als einzige Verbindung zwischen Tel Aviv, Jerusalem und den dazwischen teilweise eingekesselten Dörfern. Dieser Weg musste die gesamte Versorgung sicher stellen. Auf halbem Weg verengt sich die Strasse zu einem Passübergang, der von beiden Seiten aus von Arabern kontrolliert wurde. So gelang es den Arabern sehr schnell, die Strasse für die Versorgungsfahrten zu blockieren. Allein zwischen November 1947 und Januar 1948 gab es hier 1974 Tote. In der legendär gewordenen Operation Nachschon zwischen dem 2. und 9. April 1948 gelang es den Kämpfern von Palmach und Hagana Gebietsgewinne zu machen. Die arabische Bevölkerung floh aus ihren Orten oder erklärte sich solidarisch mit den Israelis.

Nachdem die abrückenden Engländer, die bereits damals ein negatives Verhältnis zu Israel und Juden hatten, es nicht verabsäumten, nur ihren Freunden, den Arabern den genauen Termin ihres Abzuges aus den strategisch wichtigen Polizeistationen und Stützpunkten mitzuteilen, und sie auch an die Araber zu übergeben, hatten diese einen grossen militärischen Vorteil.

Zwischen dem 15. und 30. Mai 1948 unternahmen die Israelis zwei erfolglose Versuche, die alte Polizeistation von Latrun zu erobern. Minenfelder rund um die Station kosteten 100 Menschen das Leben. Drei weitere Versuche bis zum 18. Juli 1948 verliefen ebenfalls erfolglos, so dass Latrun am Ende des Unabhängigkeitskrieges immer noch von Jordanien gehalten wurde.

Die israelischen Soldaten sahen keine andere Möglichkeit, als die ihnen zur Verfügung stehenden Transportfahrzeuge so gut wie möglich zu schützen, indem sie sie mit Eisenplatten versahen. Nachdem es durch den andauernden Beschuss in vier Monaten mehr als 1200 Todesopfer zu beklagen gab wurde innerhalb von acht Wochen (!) entlang alter Beduinenpfade und antiker Saumwege eine Ersatzstrasse gebaut, die als „Burma-Strasse„ in die Geschichte einging. Beachtlich ist, dass die Bewohner der arabischen Kleinstadt Abu Gosh (dort gibt es den landesweit besten Humus!) sich unmittelbar nach der Staatsgründung offiziell auf die Seite der Israelis stellen und bis heute loyale Staatsbürger geblieben sind. Die Bewohner von Abu Gosh halfen durch ihre Mitarbeiter, über Monate und später bis zur Eroberung Jerusalems 1967 die Versorgung Jerusalems sicherzustellen. Innerhalb von 30 Tagen wurde auch eine neue Wasserleitung, parallel zur Burma Road gelegt, die die Wasserversorgung der Stadt wieder sicherstellte.

Das Waffenstillstandsabkommen 1948 sah vor, die direkte Strasse zwischen Tel Aviv und Jerusalem für den Transport von Waren und Menschen zu öffnen. Jordanien missachtete dieses Abkommen jedoch, so dass die Burma Strasse bis 1967 weiterhin als Ersatzstrasse diente. Im Sechs Tage Krieg gelang es der IDF endlich, die Polizeistation von Latrun zu erobern.

Entlang der heutigen Strasse Nr. 1 stehen im Verlauf der damaligen Passstrasse Wracks von einigen der damaligen „Sandwichpanzerwagen“, zur Erinnerung an die Belagerung Jerusalems. In Latrun steht ein gut erhaltener Sandwichpanzerwagen im Museum.

Gepanzerte Fahrzeugwracks entlang der Strasse Nr. 1

Gepanzerte Fahrzeugwracks entlang der Strasse Nr. 1

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Gepanzerter LKW im Museum von Latrun

Kurz bevor unseren Truppen der Durchbruch nach Jerusalem und damit die erfolgreiche gelingen konnte, wurde der Waffenstillstand ausgerufen. Jerusalem blieb daher bis zum Ende des Sechs Tage Krieges eine geteilte Stadt, nachdem Jordanien Ostjerusalem während des Unabhängigkeitskrieges bis 1967 unrechtmässig besetzt hatte.

Entsprechend dem Abkommen Oslo I/ 1993 wurde das gesamte Gebiet in drei Zonen aufgeteilt.

Die drei Zonen in Judäa und Samaria

Die drei Zonen in Judäa und Samaria

Zone A, jüdischen Israelis ist das Betreten/Befahren der Zone A per Gesetz strikt verboten. Das Gebiet wurde komplett in die palästinensische Verantwortung übergeben.

Zone B, palästinensische Selbstverwaltung, aber unter Kontrolle der IDF.

Zone C, diese verbleibt zu 100% unter Kontrolle der IDF. Palästinensische Araber, die im Besitz einer israelischen Identitätskarte sind, fahren Autos mit israelischen Plaketten und können sich in ganz Israel problemlos bewegen. Sie können dort arbeiten, Universitäten besuchen, Einkaufen……

Jeder Hügel um Jerusalem, der im Zuge des Sechs Tage Krieges von 1967 zurückerobert wurde, wurde sofort mit einer Siedlung, und sei sie noch so klein, gesichert.

Heute umschliesst ein Sicherheitsgürtel mit zehn Siedlungen Jerusalem von drei Seiten. Es sind moderne Siedlungen, die sicherstellen, dass die Siedlungen der palästinensischen Araber nicht zu nahe an die Hauptstadt heranrücken.

Hier, im Jordantal und entlang der Grenze zu Israels schmalster Stelle zwischen Tel Aviv und Haifa (auf Höhe von Netanya beträgt die Breite gerade mal 15 Km) sind die Orte, an denen die Sicherheit am gefährdetsten ist. Erst jetzt, nachdem ich alles vor Ort habe anschauen können, ist mir klar geworden, wie enorm das Sicherheitsrisiko ist, wenn wir auf diese Gebiete verzichten.

Israels

Israels „Nadelöhre“

Wie auch immer die Pläne zum Landabtausch im Falle eines Friedensvertrages aussehen werden, die Siedlungen rings um Jerusalem herum werden aus Sicherheitsgründen bei Israel bleiben! Die Gesamtfläche dieser Siedlungen beträgt unter einem Prozent der Gesamtfläche des künftigen Palästinas und wurde bis zur Urbarmachung durch Israel weder bewohnt noch landwirtschaftlich genutzt.

© esther scheiner, israel

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