Wir sind das auserwählte Volk! Sind wir das auserwählte Volk?

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Von vielen Seiten wird uns immer und immer wieder vorgeworfen, dass wir uns rühmen würden, „das auserwählte Volk“ zu sein. Auserwählt? Von wem? Um was zu tun? Um was zu erhalten?

Ein Segensspruch, den jeder spricht, der am Schabbat oder an einem Feiertag „zur Thora“ gerufen wird, beantwortet diese Fragen für mich am umfassendsten.

„Gesegnet seist du Herr unser Gott, König des Universums, der uns unter allen Völkern ausgewählt hat und uns seine Thora gegeben hat. Gesegnet seist du Herr, der mir die Thora gegeben hat.“

Diese knappen Worte erklären alles: wir wurden von Gott ausgewählt, um seine Thora zu erhalten und uns in aller Zukunft an ihre Inhalte, Gebote und Verbote zu halten.

So pragmatisch ist das, so einfach zu verstehen und doch so schwer. 613 explizite Gebote (von denen heute viele nicht mehr relevant sind, weil sie den Tempeldienst betreffen, den es nicht mehr gibt und wohl auch nicht mehr geben wird.) Es bleiben aber immer noch für viele von uns genügend Stolpersteine auf dem Weg durch das tägliche Leben. Dem Einen fällt diese Verantwortung leicht, der Andere wird von ihr niedergedrückt und quält sich sein ganzes Leben lang.

Der ganze Mythos des „Ausgewählten Volkes“ nichts anderes, als eine Verpflichtung? Ja, so ist es, weitergegeben von Generation zu Generation. Folkloristisch wie in Anatevka, feministisch wie in Yentel, aufklärerisch wie bei Moses Mendelsohn, kämpferisch wie bei Jeschajahu Leibowitz, agnostisch wie bei Sigmund Freud, Heinrich Heine und anderen.

Immer eng verbunden mit einem Menschen. Wir können dieses Auserwähltsein nicht einfach abstreifen, es ist Teil unseres jüdischen Selbst.

Antisemiten aller couleurs bedienen sich gerne dieser Cliches, wir, die Juden, wären überzeugt, „etwas Besseres“ zu sein, quasi über einen Freipass für alle üblen Dinge dieser Welt zu verfügen. Es wird von Weltherrschaft gefaselt, die wir anstreben, Rassismus und Apartheid sind noch das Harmloseste, was uns vorgeworfen wird. Heute, nach 1967, sind „Besatzer“ und „Terroristen“ gern gewählte Bezeichnungen für unsere Soldaten.

Solange es ruhig ist bei uns, können wir das gut aushalten. Wir haben gelernt, mit den Vorwürfen zu leben und nicht jeden einzelnen widerlegen zu müssen. Doch dann holt uns eine Realität, die ganz anders aussieht, wieder ein.

Und immer wieder, wenn Terror, wie gerade derzeit, unser Land überzieht, stellen wir uns die Frage: sind wir auserwählt?

Ja, es gibt sie, die jüdischen Terroristen. Und auch sie zeigen leider ihre aggressiven Fratzen mit einer ungeahnten Brutalität. Im Juli dieses Jahres überfielen jüdische Terroristen eine palästinensische Familie in Duma. Unmittelbares Opfer war der 18 Monate alte Sohn der Familie Dawabsche, Ali. Sein Bruder Ahmed (5) überlebte als Einziger und wird mittlerweile von den Grosseltern betreut. Die Eltern, Saad (31) und Reham (27) verloren den Kampf gegen die grossflächigen Brandwunden.

Justizministerin Ayelet Shaked fasst es zusammen: „Dieser Anschlag ist Terrorismus. Es geht nicht um die Rechten, oder um die Siedler. Es ist die Aufgabe der israelischen Sicherheitsbehörden, sich mit Terrorismus auseinander zu setzen, auch wenn es jüdischer Terrorismus ist. Jüdischer Terrorismus gegen den Staat ist schlimmer, als arabischer.“

Das sind die Worte unserer jungen Justizministerin, in einer angeblich „rechten“ Regierung!

Die christlich-messianische Online Zeitung Israel Heute (Israel Hayom) verbreitet Verschwörungstheorien: aus Gründen der Staatsraison würden die Täter bisher nicht öffentlich gemacht. Solche falschen Berichte sind kontraproduktiv und spielen den Gegnern Israels in die Hände.

Die konnten in den letzten Wochen wirklich ein erfolgreiches Terrorattentat nach dem anderen verbuchen. Ein Attentat folgte dem vorherigen, manchmal war zunächst nicht klar, bezieht sich ein Zeitungsbericht auf das Attentat von heute Mittag, oder, nein, aber das darf es doch nicht sein, gab es schon wieder ein neues?

Das Aussenministerium veröffentlichte eine Zusammenfassung der Terroranschläge seit Beginn der Unruhen – oder soll man schon sagen, der 3. Intifada? – am Abend vor dem jüdischen Neujahrsfest. Vereitelte Angriffe, oder solche, bei denen „nur“ Steine oder Molotow Cocktails geworfen wurden, ohne, dass es zu schwereren Verletzungen kam, sind hier nicht aufgeführt.

  1. September

Jerusalem: Angriffe mit Steinen auf das Auto von Alexander Levlovitz (64), der den Anschlag nicht überlebte. Der Anschlag fand in Westjerusalem statt. Seine beiden Töchter, die ebenfalls im Auto waren, wurden leicht verletzt. Vier palästinensische Jugendliche wurden verhaftet.

  1. Oktober

In der Nähe von Nablus (Samaria) starben Rabbi Eitam Henkin (31) und seine Ehefrau Naama (30), nachdem aus einem entgegenkommenden Auto auf sie geschossen worden war. Ihre Kinder (9,7,4 Jahre und 9 Monate), die ebenfalls im Auto sassen, blieben unverletzt. Der Tat verdächtigte Mitglieder einer Hamas Zelle wurden verhaftet.

  1. Oktober

Jerusalem: Bei zwei Messerattacken in der Nähe des Löwen Tors, einem der wichtigsten Zugänge zur Altstadt, wurde Aharon Banita-Bennet (22) erstochen. Seine Frau und sein Sohn (2) erlitten Verletzungen. Rabbi Nehemia Lavi der den ersten Opfern zu Hilfe eilte, wurde ebenfalls erstochen. Die Polizei erschoss den Terroristen.

  1. Oktober

Jerusalem: Moshe Malka (15) wurde auf seinem Weg durch die Altstadt mit einem Messer angegriffen und verletzt. Der Terrorist wurde von Sicherheitskräften erschossen.

  1. Oktober

Petach Tikwa: In einem Einkaufszentrum wurde ein Mann durch Messerstiche verletzt. Der Terrorist wurde durch Passanten festgehalten und den Sicherheitskräften übergeben.

Gush Etzion (Judäa) Das Auto einer jungen Frau (38) wurde auf dem Heimweg nach Tekoa (Judäa) mit Steinblöcken attackiert. Die Terroristen versuchten, sie aus dem Auto zu zerren, es gelang ihr jedoch, die Türe zu versperren und leicht verwundet zu fliehen.

Jerusalem: Eine palästinensischen Terroristin stach am Löwen Tor auf einen Mann (36) ein. Das Opfer konnte die Terroristin anschiessen und verwunden.

Kiryat Gat: Ein Terrorist stach auf eine IDF Soldatin ein und stahl ihre Waffe. Anschliessend versuchte er, in einem benachbarten Appartement unterzutauchen. Die dort anwesende Besitzerin der Wohnung konnte ihn niederringen und fliehen. Der Terrorist wurde von der Polizei erschossen.

  1. Oktober

Tel Aviv: Eine IDF Soldatin und drei weitere Personen erlitten Stichverletzungen. Der Terrorist wurde erschossen.

Jerusalem: Ein Yeshiva Student (25) wurde durch Messerstiche in der Nähe einer Tramstation lebensgefährlich verletzt, ein weiterer Mann erlitt leichte Verletzungen. Der Terrorist (19) wurde festgenommen.

Kiryat Arba: Ein Mann wurde durch Messerstiche ernsthaft verletzt. Der Terrorist konnte fliehen.

Afula: Ein IDF Soldat wurde durch Messerstiche verletzt. Der Terrorist konnte wenig später festgenommen werden.

  1. Oktober

Samaria: Fünf Israelis, darunter drei Kinder, wurden durch Steinblöcke leicht verletzt, die auf ihr Auto geworfen wurden.

Jerusalem: In der Nähe des Orthodoxen Viertels Mea Shearim wurde ein junger Mann (16) durch Schläge und Messerstiche leicht verwundet. Der Terrorist (18) aus Hebron konnte später von der Polizei festgenommen werden.

Kiryat Arba: Ein Terrorist stach auf einen Polizeioffizier (47) ein und versuchte, ihm seine Waffe zu entwenden. Er wurde durch andere Offiziere erschossen.

Afula: Eine weibliche Terroristin versuchte einen Sicherheitsbeamten am Zentralen Busbahnhof anzugreifen und mit Stichen zu verletzen. Sie wurde durch gezielte Schüsse in die Beine ausser Gefecht gesetzt.

  1. Oktober

Jerusalem: Ein Terrorist (16) stach in der Nähe des Damaskus Tores im Norden der Altstadt auf zwei Männer (62 und 65) ein und fügte ihnen mittelschwere, resp. leichte Wunden zu. Anschliessend griff er einen Grenzpolizisten an, der ihn erschoss.

Jerusalem: Zwei Polizisten wurden von einem palästinensischen Terroristen (19) mit Messerstichen verletzt. Ihre Verwundungen wurden als schwer und mittelschwer bezeichnet. Ein zu Hilfe eilender Polizist erschoss ihn, verletzte dabei bedauerlicherweise einen weiteren Polizeioffizier.

Jerusalem: An der gleichen Stelle, an der am Tag zuvor ein Anschlag stattgefunden hatte, wurden wieder Steine auf einen Linien- Bus geworfen. Der Fahrer wurde leicht verletzt.

Gush Etzion (Judäa): Eine Frau erlitt leichte Verletzungen durch Glassplitter, als die Windschutzscheibe durch auf das Auto geworfene Steine zerbarst.

  1. Oktober

Maaleh Adumim-Jerusalem highway (Judäa): Ein Polizeioffizier wurde beim Versuch ein Auto zu stoppen leicht verletzt. Die Fahrerin (31) zündete daraufhin einen Behälter mit hochexplosivem Material. Ein zweiter, im Auto befindlicher Kanister, blieb unversehrt. Der Polizeioffizier erlitt leichte Brandverletzung, die Terroristin wurde schwerverletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Tzomet Alon: Vier teilweise Schwerstverletzte forderte ein Anschlag, bei dem ein Terrorist (20) aus Um el Fahm (eine Stadt in Israel) zunächst in eine an einer Bushaltestelle stehende Gruppe fuhr, ausstieg und begann auf die Opfer einzustechen. Eine Soldatin (19) schwebt weiterhin in Lebensgefahr, eine junge Frau (15) erlitt mittelschwere und zwei Männer (45 und 20) erlitten leichte Verletzungen. Der Terrorist konnte mit Hilfe von anderen Wartenden festgehalten und der Polizei übergeben werden.

  1. Oktober

Jerusalem: Es gelang den Sicherheitskräften eine Messerattacke am Löwen Tor zu verhindern. Der Terrorist (18) wurde erschossen.

Jerusalem: Am Ammunition Hill wurde ein Grenzpolizist von einer Terroristin (16) mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Es gelang dem Angegriffenen, die Terroristin mit einem gezielten Schuss zu stoppen. Sie wurde in ein Krankenhaus eingeliefert.

Jerusalem: Im Norden Jerusalems griffen zwei jugendliche Terroristen (13 und 17) einen Jugendlichen (13) an, der auf seinem Fahrrad unterwegs war. Das Opfer befindet sich in kritischem Zustand. Der Terrorist wurde von einem Autofahrer überfahren und dabei schwer verletzt. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Anschliessend stach der zweite Terrorist auf einen Mann (24) ein, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Jerusalem: In einem Egged Bus auf dem Weg nach Jerusalem versuchte ein Terrorist einem IDF Soldaten (19) das Gewehr zu entwenden. Der Versuch misslang zunächst, jedoch konnte er die Waffe an sich bringen, nachdem er dem Soldaten mittelschwere Verletzungen mit einem Messer beigebracht hatte. Ein Zivilist, der versuchte, dem Opfer zu Hilfe zu kommen, wurde ebenfalls verletzt. Erst nachdem der Bus stehen geblieben war, konnte ein weiterer Polizist einsteigen und den Terroristen erschiessen.

  1. Oktober

Ra’anana: Mitten im Zentrum der Stadt wurde ein Mann (32) mittelschwer durch Messerstiche verletzt, die ihm ein Terrorist (22) beigebracht hatte. Der Terrorist wurde von Passanten überwältig und trug dabei mittelschwere Verletzungen davon. Er wurde an die Sicherheitsbehörden übergeben und ins Krankenhaus gebracht. Sein Komplize ist flüchtig und wird von der Polizei gesucht.

Kiryat Ata: Mindestens einen Verletzten forderte eine Messerattacke auf dem Parkplatz von Ikea. Der Terrorist konnte von Passanten festgehalten und den Sicherheitsbehörden übergeben werden. Nachdem sich herausstellte, dass beide, Opfer und Täter Juden sind, stellen sich Fragen nach dem Motiv der Tat.

Jerusalem: Zwei Terroristen, bewaffnet mit einem Messer und einem Gewehr begannen in einem Egged Bus um sich zu schiessen und auf die Passagiere einzustechen. Ein Mann (60) starb noch vor Ort, ein zweiter verstarb wenige Stunden später im Krankenhaus. Drei weitere Passagiere wurden leicht bis mittelschwer verletzt. Ein Sicherheitsbeamter konnte ihn überwältigen. Der zweite Terrorist versuchte, die Türen des Busses zu versperren, um Hilfe kommende Polizisten auszusperren. Nachdem der erste Terrorist trotz seiner Verletzung versuchte, weitere Personen zu attackieren wurde er durch einen gezielten Schuss verletzt, der zweite Terrorist wurde erschossen.

Jerusalem: Ein Terrorist fuhr mit seinem Auto in ein Gruppe von Personen, die an einer Bushaltestelle warteten. Dabei wurde Rabbi Yeshayahu Krishevsky (60) getötet und ein zweites Opfer schwer verletzt. Anschliessend verliess er das Auto und begann auf die beiden Opfer einzustechen. Ein anwesender Sicherheitsbeamter konnte ihn mit einem gezielten Schuss, durch den er schwer verletzt wurde, ausser Gefecht setzen. Der Terrorist wurde als arabischer Israeli identifiziert.

Die Opfer beider Anschläge, sowie die verletzten Terroristen wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht.

Ra’anana: An einer Busstation verletzte ein Terrorist (20) vier Personen, die auf den Bus warteten durch Messerstiche. Ein Opfer trug schwere, die drei anderen leichte bis mittelschwere Verletzungen davon. Der Terrorist versuchte zu fliehen, konnte jedoch von Passanten festgehalten und den Sicherheitskräften übergeben werden.

Ob dies nun schon eine neue, dritte Intifada ist, oder nicht, kann wohl noch niemand beurteilen. Mit was wir es nicht zu tun haben, ist die plötzliche Angriffswut von bis anhin harmlosen Menschen, zumeist noch im Jugendalter.

Wir stehen, weitgehend hilflos, geplanten und konzertierten Aktionen gegenüber. Aufgehetzt von ihren Politikern und Imamen, die nicht nur durch beredtes Schweigen ihre Zustimmung geben, sondern ausdrücklich jüdisches Blut fordern und von ihren Hasspredigern, die mit dem Schlächtermesser in der Hand in ihren Moscheen zum Mord an Juden aufrufen.

Hier drei Videos von Memri:

http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/5098.htm

http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/5101.htm

http://www.memri.org/clip/en/0/0/0/0/0/0/5099.htm

Leider ist es immer wieder der Tempelberg und die Mythen, Lügengeschichten und arabische Geschichtsklitterung, die rund um ihn verbreitet werden, der Auslöser der Unruhen ist.

1929 kam es zum Massaker in Hebron, nachdem das Gerücht gestreut wurde, Zionisten hätten den Tempelberg unter ihre Kontrolle gebracht und betende Moslems attackiert.

2000 war es der Besuch Ariel Sharons auf dem Tempelberg, der die zweite Intifada auslöste.

2015 ist es wieder der Kampf um den Tempelberg. Bei den Moslems hatte sich in den letzten Wochen die durch nichts gerechtfertigte Angst breitgemacht, dass ihnen der Tempelberg „weggenommen“ werden sollte. Diese Ängste wurden von der PA und weiteren palästinensischen Politikern und teils von arabischen Parlamentariern gezielt geschürt. Dort fanden dann auch die ersten aggressiven Auseinandersetzungen statt. Steine wurden in den Moscheen gehortet, um ausreichendes Material gegen die verhassten Juden zu haben. Und nun hat sich der Konflikt verselbstständigt hin zu tödlichen Angriffen.

Und wir stehen hilflos da und können uns nur im konkreten Fall versuchen zu verteidigen.

Auserwählt?

© esther scheiner, israel

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Wir sind das auserwählte Volk! Sind wir das auserwählte Volk?

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