Breaking the Silence ……..Ruhestörer in der Schweiz

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Morgen beginnt im Kulturhaus „Helferei“ in Zürich, einem Nebengebäude des ehrwürdigen Grossmünsters, in welchem auch Huldrych Zwingli von 1525 bis 1531 lebte und lehrte, die bereits im Vorfeld äusserst kontroversiell diskutierte Ausstellung „Breaking the Silence“.

Breaking the Silence (BtS) wurde 2004 in Israel gegründet. Schon über das Ziel dieser NGO gehen die Einschätzungen auseinander.

BtS selber sieht es als erstes Ziel an, die israelische Öffentlichkeit darüber zu informieren, wie grob und unangemessen die IDF in den „besetzten Gebieten“ aber auch während der Operation „Fels in der Brandung“ im Sommer 2014 in Gaza gegen die Zivilbevölkerung vorgeht. Ihre explizit genannte Hoffnung ist es, die IDF vor den ICC zu bringen und dort Anklage zu erheben. Innerhalb von Israel findet diese selbst ernannte Aufklärungsgruppe kaum Zustimmung. Deshalb haben sie vor einiger Zeit den Weg in Ausland gefunden, wo sie wesentliche offenere Ohren finden. Ihre Zuhörer und Unterstützer sind genau die, die die BDS-Bewegung unterstützen.

BtS ist alles andere, aber keine Menschenrechtsorganisation. Sie ist wie BDS, sie hat die gleichen Ziele, Israel, die IDF, die Regierung ist in ihrem Fadenkreuz. Das sind ihre Feinde, die es gilt zu dämonisieren, zu diffamieren und schlussendlich zu delegitimieren. Sie sind nichts anderes als einige Dutzend gekaufte Verräter, die für Geld ehemalige Kameraden verleumden und Lügen verbreiten. Das alles hinter der Maske der Anonymität.

Das spiegelt sich auch in der Liste ihrer Unterstützer wider.

BtS wird von der palästinensischen Dachorganisation „Human Rights and International Law Secretariat“, die ihren Sitz in Gaza und Ramallah hat, finanziell unterstützt. Auf ihrer Homepage nennt diese palästinensische NGO vier Spender namentlich: Schweiz (EDA für Entwicklung und Zusammenarbeit), Schweden (Swedish International Development Cooperation Agency), die Niederlande und Dänemark.

Die in Zürich stattfindende Ausstellung wird finanziert von: Eidgenössisches Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA), Finanzdepartement der Stadt Zürich, Caritas Schweiz, Solidar Suisse, HEKS, Fachstelle OeME, Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Schweizer Freundeskreis von Givat Haviva, Ellen Ringier, Kampagne Olivenöl, medico international, Christlicher Friedensdienst (cdf), Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israel/Palästina. Mit dabei sind auch die bekannten antisemitischen Organisationen.

Wenn schon nicht mit Geld, dann doch zumindest mit kostenloser Werbung unterstützt auch der „Schweizerische Israelitische Gemeindebund“ (SIG) in seinem Kulturkalender die Ausstellung.

Vorbereitet und durchgeführt wird die Ausstellung von: Andrea König (Programmleiterin des Kulturhauses Helferei) und Herrn Peter „Jochi“ Weil-Goldstein, dem ehemaligen Mitarbeiter der anti-israelischen Medico International.

Nota bene, es ist nicht die Tatsache, dass ehemalige SoldatInnen der IDF Kritik an der Art der Kriegsführung Israels üben, die übel aufstösst. Im Gegenteil, dass das möglich ist, ist Zeichen der gelebten und pluralistischen Demokratie in Israel. Kein einziger dieser IDF-Veteranen müsste Angst haben, sofort umgebracht zu werden, nur weil er Kritik an seiner Regierung laut, äussert. In allen, rund um uns liegenden Staaten wäre das bestenfalls ein Grund für einen Kopfschuss, schlimmstenfalls aber für eine Tortur sondergleichen: festgebunden an einem Motorrad durch die Stadt geschleppt zu werden. Wie mit gefangenen israelischen Soldaten geschehen. In Israel bekommt jeder, der während seiner aktiven Dienstzeit, oder auch als einberufener Reservist einen Fehler macht oder ein Verbrechen begeht eine faire Untersuchung. Zunächst wird festgestellt, ob es sich um ein mögliches Kriegsverbrechen handelt, oder um eines, das in den Zuständigkeitsbereich des Zivilrechtes fällt. Befindet das Militär- oder Zivilgericht ihn als schuldig, so bekommt er eine entsprechende Strafe.

ex: ElderOfZyon.com

ex: ElderOfZyon.com

Um zu dieser Rechtsprechung zu gelangen, bedarf es nicht des ICC, im Gegenteil, dieses Gericht ist dafür gar nicht zuständig.

Ulrich Schmid versuchte am 24. Mai in der NZZ in seinem Artikel „Soldaten berichten über den Krieg in Gaza“ die Thematik halbwegs politisch korrekt, sprich objektiv und der Wahrheit entsprechen aufzuarbeiten. Es war nicht sein bester Arbeitstag, denn er liess sich willig vor den Karren der anti-israelischen Propaganda spannen.

NGO Monitoring hat am 17. Mai bei der Stadt Zürich angefragt, ob und falls ja, in welcher Höhe die Veranstaltung aus der Stadtkasse, sprich auch anteilig mit meinem Steuergeld finanziert würde. Die Antwort ist im Original lesenswert:

Is the Finanzdepartement sponsorship of this event financial?

(a) If yes, how much was allocated for the event?

Yes, CHF 10,000 (one-time payment). The contribution shall be used exclusively for the supported project.

(b) What was the procedure for deciding to allocate funding for this event?

The exhibition „Breaking the Silence“ informes, questions common opinions and makes a contribution to the dialogue. The exhibition „Breaking the Silence“ is a cultural event, which is open to a large audience in the city of Zurich. For these reasons, the Department of Finance of the City of Zurich has decided to give a contribution from the below mentioned contribution fund fort the exhibition.

With the contribution fund of the Department of Finance we have the possibility to support charitable, cultural and other purposes in the public interest or in the interest of the City of Zurich. (STRB no. 1585/2011 – https://www.stadt-zuerich.ch/portal/de/index/politik_u_recht/stadtrat/geschaefte-des-stadtrates/stadtratsbeschluesse/2011/Dez/StZH_StRB_2011_1585.html)“

(http://www.ngo-monitor.org/article/correspondence_between_ngo_monitor_and_zurich_municipality)

Am gestrigen Montag erhielten drei Regierungsmitglieder Post von einer Organisation namens „HaEmet sheli“ (Meine Wahrheit). Adressaten des Briefes waren PM Benjamin Netanyahu, die Stv. Aussenministerin Tzipi Hotovely und der Minister für innere Sicherheit Gilad Erdan.

Die ehemaligen Soldaten – allesamt Mitglieder der kämpfenden Truppen schrieben: „Wir, Reservisten der Kampftruppen, die in Gaza während der Operation Fels in der Brandung und in anderen Operationen und Kriegen zuvor gekämpft haben, erklären hiermit, dass wir nicht länger gewillt sind, Stillschweigen zu bewahren, während die IDF, ihre Soldaten und ihre Gefallenen, weltweit diffamiert werden. Wir sind sehr erstaunt, dass die Schweizer Regierung an dieser Kampagne gegen IDF Soldaten teilnimmt. Die Schweizer Regierung und die Stadt Zürich haben 100.000 NIS für eine Veranstaltung gespendet, die zutiefst anti-israelisch ist.“

In diesem Brief wurden sie explizit aufgefordert, etwas gegen die Ausstellung zu unternehmen. Dieser Aufforderung kam Tzipi Hotovely sofort nach, indem sie die Botschaft in Bern dringend aufforderte, herauszufinden, was man gegen diese Veranstaltung unternehmen könne. „Wir werden uns nicht zurücklehnen und zuschauen, wenn eine Organisation, deren einziges Ziel es ist, auf einer internationalen Bühne das Verhalten von Soldaten in den Dreck zu ziehen, und Israel damit nachhaltig schaden kann. Das Aussenministerium wird weiterhin bemüht sein, gegen Organisationen vorzugehen, die anti-israelische handeln, gleich, ob sie dies im In- oder im Ausland tun.“

Eilends wurde Dr. Andre Bollag, einer der beiden Präsidenten der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) um seine kompetente Meinung zu dieser Ausstellung befragt. Er äusserte sich in dem Sinn, dass lokale Juden wohl gegen diese eingestellt seien, aber nichts gegen sie unternehmen würden. „Gestern hatten wir ein Treffen und haben beschlossen, unsere Regierung nicht zu bitten, diese Ausstellung zu verbieten. Das ist nicht unsere Sache. Wir repräsentieren Israel nicht. Wir werden sie nicht besuchen, aber wir werden auch nichts gegen sie unternehmen. Das ist der Job der Israelischen Botschaft.“

Dr. Andre Bollag & Shella Kertesz - die Präsidenten der ICZ

Dr. Andre Bollag & Shella Kertesz – die Präsidenten der ICZ

Nun hat er es wenigstens einmal klar und deutlich gesagt: Wir repräsentieren Israel nicht! Schweizer Juden haben mit Israel als Staat, als kulturelle, philosophische und religiöse Heimat nichts am Hut? Restemotionen lebt man in den Ferien aus. Das muss reichen.

Dr. Bollag scheint weder in seiner eigenen Gemeinde, noch bei den Schweizer Juden ein besonders gutes Namensgedächtnis zu haben.

So schreibt die JVJP in ihrem Newsletter Nummer 91 vom 27. Mai: „Die Jüdische Stimme für Demokratie und Gerechtigkeit in Israeli/Palästina unterstützt die Ausstellung und die Begleitveranstaltungen. An der Finissage nimmt Sibylle Elam als Vertreterin der jvjp an einem Podiumsgespräch zum Thema „Jüdische Identität und Israel“ teil.“

Und nicht nur Frau Elam wird an diesem Abend sprechen, auch Frau Nicole Poell, Präsidentin der Plattform der Liberalen Juden in der Schweiz und ehemalige Präsidentin der Jüdischen Liberalen Gemeinde „Or Chadash“ in Zürich wir auf dem Podium sitzen.

Eröffnet und vorgestellt wird die Ausstellung morgen um 18:30 von Peter „Jochi“ Weil-Goldstein. Der ist seit dem Jahr 2000 wieder aktives Mitglied der ICZ, also jener Gemeinde, deren Präsident Dr. Andre Bollag ist. In einem Interview mit der WOZ online sagte er:

Peter "Jochi" Weil-Goldstein

Peter „Jochi“ Weil-Goldstein

„Ich habe schon seit Jahrzehnten ein Bild in mir: in einem Arm die Thora, in der anderen Hand das ‹Kommunistische Manifest!“

 

Die Zeit wird zu kurz sein, die Ausstellung noch zu verhindern. Ich hoffe aber, dass viele kritische Menschen hingehen werden, klare Fragen stellen und falsche Aussagen korrigieren. Laut und deutlich!

© esther scheiner, Israel, 3. Juni2015

2 Kommentare

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2 Antworten zu “Breaking the Silence ……..Ruhestörer in der Schweiz

  1. Béatrice Bisang

    Einmal mehr ein ausgezeichneter Artikel von Esther. Vielen Dank.
    Die Ausstellung läuft. Ich war am Sonntag dort. Aufgefallen sind mir die verbissenen Gesichter vieler Besucherinnen und Besucher. Mit einigen Leuten konnte man, Pardon Mann/Frau, kurz ein paar Worte wechseln, andere reagierten wie Furien, als sie merkten, dass wir nicht ihre Meinung vertreten.

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  2. Naomi

    Danke, Esther – für den ausführlichen Bericht über die widerwärtige Kampagne der Judenboykotteure mitten in Europa.

    Ja – der deutsche Slogan: „„Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei Juden!“ funktioniert immer noch hervorragend, auch in der Schweiz. Und der doppelte Standard, der an Israel – als den Juden unter den Nationen – angelegt wird, ist anscheinend inzwischen zur sportlich-politischen Disziplin in der westlichen Welt mutiert.

    Alan Dershowitz schrieb dazu mal treffend: „Den Juden unter den Völkern genau so zu behandeln, wie der klassische Antisemitismus das jüdische Volk behandelt hat, ist schlichtweg eine neue Adaption der ältesten Vorurteile.
    Also soll die Welt jene wegen Anwendung eines Doppelstandards verurteilen, die den Nationalstaat des jüdischen Volkes aussondern; soll die Welt verstehen, dass Fanatismus immer Fanatismus ist, ob nun gegen den Juden unter den Nationen oder den Juden in den Nationen gerichtet.“

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