Alles muss raus………. die Jagd nach dem Chomez II

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Die Tage vor Pessach müssen gut geplant sein, lasst euch Zeit, aber doch nicht allzu viel!
Was ist eigentlich Chomez?
Alles, was aus Weizen, Hafer, Roggen, Gerste und Dinkel besteht und bei der Herstellung mehr als 18 Minuten mit Wasser in Berührung kam, ohne jedoch tatsächlich verarbeitet worden zu sein.
Dass diese Produkte nicht kosher le Pessach sind, ist für alle Juden klar.
Dazu gibt es aber noch einen kulturellen „Röstigraben“ zwischen Ashkenasim und Sparadim.  Ashkenasim zählen zusätzlich „Kitnyiot“ zur Gruppe der säuerungsfähigen Lebensmittel, die daher ebenfalls nicht gegessen werden dürfen: Reis, Mais, Linsen, Erbsen, Bohnen, grüne Bohnen, Soyabohnen, Erdnüsse, Sesamsamen, Mohnsamen und Senf.


Während im Ausland diese Kitnyiot gar nicht erst mehr zu kaufen sind, stehen sie hier offen in jedem Geschäft zur Verfügung. Und werden auch gerne gekauft und gegessen. In vielen Familien hat sich die eigene Ashkephardische Kultur“ etabliert.
Zur Standardausstattung des Pessach geeigneten Haushaltes gehören natürlich auch zwei entsprechende Sets an Geschirr, Besteck, Tischwäsche, Kochtöpfen…
Alles was auch nur in den Verdacht gerät Chomez zu sein, muss aus dem Haushalt entfernt werden, wenn dieser „Kosher le Pessach“ sein soll. Und das muss er sein, nicht nur, wenn ein Seder, das festliche Abendessen am ersten Abend geplant ist!
Selbstverständlich müssen auch der Herd, das Backrohr, der Steamer und die Mikrowelle gekoschert werden und dürfen ab diesem Zeitpunkt unter keinen Umständen mehr mit Produkten oder Gegenständen in Kontakt kommen, die im Verdacht des Gesäuerten kommen.
Nun ist auch spätestens der Zeitpunkt gekommen, die Lebensmittel, aber auch Kosmetikprodukte und Getränke zu sortieren. Man muss nicht alles fortwerfen, man muss es auch nicht verkaufen, man kann es auch an einem sicheren Ort, der während der sieben Tage nicht betreten werden darf und verschlossen werden muss zwischenlagern.

Hinter den Tüchern sind die Produkte die nicht kosher le Pessach sind
Um ganz sicher zu sein steht es dort: Kein Eingang für Chomez!

Ab sofort gilt: wenn man zB. noch Brot essen will, der tut es am besten ausser Haus, oder an einem separaten Tisch. Die Tischwäsche und was sonst noch dazu gebraucht wurde, muss ebenfalls versorgt werden. Also am besten früh genug mit Plastikgeschirr, -besteck und –tischtuch eindecken. Das ist zwar absolut nicht ökologisch verträglich, aber dient der Sache!
Um sicher zu sein, dass das ganze Procedere wirklich zu 100% korrekt abgelaufen ist, kann man nun alles Chomez symbolisch verkaufen. Wer in Israel einen nicht jüdischen Nachbarn hat, kann diesem das gesamte Chomez verkaufen. Dazu ist es nötig, dass ein echter, erfüllbarer Vertrag geschlossen wird, der besagt, dass das Chomez und alles, was dazu gehört, an diesen neuen Eigentümer übergeht. (aber weiterverkaufen darf er es nicht!)

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