Verrücktes Wetter!

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Während es auf unseren Märkten schon wieder die ersten, wunderbar süssen Erdbeeren gibt, das Kilo um knapp vier Euro, erlebt das Land derzeit eine Phase des abwechslungsreichsten Winterwetters.
 

Frische Erdbeeren aus dem Süden

Nachdem die beiden letzten Wochen mit sehr frühlingshaften Temperaturen bereits ein vorzeitiges Ende des Winters vorgaukelten, kam der Winter am  Dienstag noch einmal mit voller Kraft zurück.
Besonders der südliche Landesteil ab Tel Aviv wurde von heftigen Sand- und Staubstürmen getroffen, während es in den höheren Lagen des Galil und natürlich bis hinauf zum Golan noch einmal kräftig schneite. Zahlreiche Strassen wurden gesperrt, nachdem die weisse Pracht einige Zentimeter hoch lag und Winterreifen hier ein Fremdwort sind.
Dennoch kam es zu einigen schneebedingten Unfällen, die aber alle glimpflich abliefen.
Die nationalen Flughäfen Tel Aviv, Haifa und Eilat blieben zwei Tage für den Flugverkehr geschlossen. Aber wer will auch unbedingt nach Eilat fliegen, wenn die Durchschnittstemperaturen dort bei ungemütlichen 15° liegen? Auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion wurden gestern 30 Flüge gestrichen.
 

Windsurfers do it  standing up

Leuchtturm in Akko

Wir hatten am Dienstag noch Glück und landeten relativ pünktlich. Beim Landeanflug zeigte sich bereits die aussergewöhnliche Wetterlage, ganz Tel Aviv lag unter einer dicken rötlich-gelben Sandwolke verborgen, die Landebahn wurde für uns erst unmittelbar vor dem Aufsetzen sichtbar – die Piloten konnten dank Autopiloten mehr und klarer „sehen“. Gleichzeitig baute sich von Süd-Westen her ein tiefschwarzes Wolkengebirge auf. Nach Hause kamen wir noch im Trockenen.
Ben Gurion
Doch dann begann es an den Fensterscheiben zu prasseln und zu knistern, während der Sandsturm nun auch Zichron erreicht hatte. Die Umweltschutzbehörde gab mittlerweile bekannt, dass die Luftverschmutzung in den letzten beiden Tagen um das 40 – 50 Fache höher war, als an anderen Tagen, und dass die Dauer und Intensität der Sand-Staub-Stürme sogar diejenigen vom Winter 2010 noch übertrafen. 
In den am heftigsten betroffenen Städten Arad, Rehovot, and Givatayim wurden 1,863, 1,922, und 1,863 Mikrogramm Staub pro Kubikmeter gemessen. An einem normalen Tag liegt die Belastung bei 40 -50 Mikrogramm.
Haifa
 

Negev

Am Morgen war unser Auto nicht mehr silbergrau, sondern war, nachdem es in der Nacht auch noch kräftig geregnet hatte, unter einer fest zusammengepressten grau-beigen Sandschicht verborgen.
Im Garten hatten sich sämtliche Gartenmöbel selbstständig gemacht, sie lagen wildverstreut in den matschigen, noch nicht neu bepflanzten Beeten und hatten sich dort teilweise tief eingegraben. 
Gestern wechselten sich Starkregen und Hagel ab, der Sturm erreichte bei uns Spitzen um die 80 km/h. Immer wieder kam es auch zu teils heftigen Gewittern.
Haifa
Ganz im Norden durften sich die Kinder wieder einmal über schulfreie Tage freuen, Bewohner von Sfad baten ihre Chefs, sofern ihre Arbeitsstelle ausserhalb des Ortes lag, früher nach Hause fahren zu dürfen, bevor die Zufahrt nach Hause für sie nicht mehr möglich sein würde.
 

Ortseinfahrt Sfad

Golan

Und noch ist der Winter nicht vorbei, ebenso wie in Europa kann er hier noch bis in den März oder gar in den April hinein dauern.
Ein Gutes hat diese Woche aber mit sich gebracht, der Wasserstand im Kinneret ist seit dem ersten Februar um 9 cm angestiegen!!

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Verrücktes Wetter!

  1. Ende März bring ich dann die Sonne mit, sollte sie bis dahin noch nicht eingetroffen sein!
    😉
    LG!

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