"Israel ist verpflichtet, seine verschollenen, gefangenen und entführten Bürger heim zu holen.“

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Am 20. Juli, dem 13. Tag der Operation Fels  in der Brandung kam es zum bis dahin schwersten Angriff auf IDF Soldaten während dieser Operation. Kurz nach Beginn der Bodenoffensive war ein gepanzertes Personentransport Fahrzeug unter heftigen Panzer Abwehr Beschuss gekommen. 
Während die Leichen von sechs Soldaten sehr schnell identifiziert werden konnten, bleib das  Schicksal von Sgt. Oron Shaul unklar. Zunächst hieß es, seine Leiche befände sich im Tel HaShomer Krankenhaus und würde bald für die Beisetzung freigegeben, dann wurde sein Name mal mit Shaul Oron, mal mit Shaul Aron angegeben. 
Sgt. Oron Shaul
Während sich die IDF absolut bedeckt gaben, feierte man in Gaza und im WJL, mit Feuerwerk, Guetzli und Böllerschüssen….
Erst am 22. Juli kam ein offizielles statement über den IDF Twitter.
Am 25. Juli erklärte das Militärrabbinat,vertreten durch Militär Oberrabbiner Rafi Peretz,  Sgt. Oron Shaul für tot. „Gefallen während einer Militäraktion mit unbekanntem Beisetzungsort“. Diese Entscheidung folgt nachdem alle Möglichkeiten, medizinische und halachische sorgsam ausgeschöpft wurden. In diesem Fall haben wahrscheinlich DNA Spuren im Fahrzeug die Grundlage für die Entscheidung geliefert.
Es war der 25. Tag der Operation „Fels in der Brandung“, die Feuerpause hatte vor wenigen Minuten begonnen. Für 72 Stunden sollten alle Waffen schweigen, einzig die Arbeiten an den Terrortunneln sollten weitergehen. Im Süden kam es an diesem Tag zu einem dramatischen Vorfall, der die Feuerpause sofort beendete.
Ein Teil einer Spezialeinheit der Givati Brigade war dabei, entdeckte Terrortunnel zu zerstören, während die restlichen Soldaten die Aufgabe hatte, die Umgebung zu sichern und eine kleine Abwehrstellung zu bauen. Die ausgegebene Order war ganz klar: geschossen wird nur, wenn ein direkter Angriff erfolgt.  Damit musste jederzeit gerechnet werden, die bisherigen Erfahrungen hatten gezeigt, dass die Terroristen in Gaza, sei es Hamas, Islamic Jihad oder welche Gruppe auch immer, noch jede Feuerpause vorzeitig gebrochen hatten. 
Gegen 9 Uhr entdeckten die Soldaten die ersten Hinweise, dass etwas sehr Bedrohliches im Gange war. Zuerst war es ein unbewaffneter Palästinenser, der sich zwischen den Feldhütten auf die Treibhäuser zu bewegte. Eigentlich hätte er nicht da sein können, wo er sich befand, die Feuerpause war erst seit wenigen Minuten aktiv.
Dann näherte sich ein Motorrad, der Fahrer drehte aber, nachdem er die Givatis entdeckt hatte wieder um. Auch das Motorrad hätte eigentlich nicht dort sein können. 
Offensichtlich waren beide, der Fußgänger und der Motorradfahrer durch Tunnelausgänge gekommen. 
Kurze Zeit später kam es zu einem ersten Schusswechsel, es gab zwei Tote und einige Verwundete. Bald erhärtete sich der Verdacht, dass ein Soldat, Second Lieutenant Hadar Goldin entführt worden sei. Zu diesem Zeitpunkt war es noch unklar, ob der entführte Soldat noch lebte.
Second Lieutenant Hadar Goldin
Einige Soldaten der Einheit drangen noch ein Stück weit in das Tunnelsystem ein, um zu versuchen, die Entführung in allerletzter Sekunde doch noch zu vereiteln. Als der Tunnel teilweise zusammenbrach, ließ Lt. Eitan, Freund und Vorgesetzter des Entführten seine Soldaten zurück und drang alleine weiter vor. Es gelang ihm nicht, bis zum Ende des Tunnels zu kommen. Unterwegs fand er persönliche Gegenstände und Blut, sowie Körperteile von Hadar Goldin. 
Lt. Eitan mit den Eltern von Hadar Goldin
Diese Funde erlaubten es dem IDF Oberrabbiner, Second Lieutenant Hadar Goldin für tot zu erklären und seine aufgefundenen sterblichen Überreste zur Beisetzung freizugeben. 
Für die Hamas war es natürlich Israel, das die Feuerpause gebrochen hat und die, seitens der Hamas weder bestätigte, noch abgewiesene Entführung als Rechtfertigung für die zahlreichen Opfer im Raum Rafah nimmt. 
Jetzt sollen in wenigen Tagen Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas stattfinden. Sie werden wiederum in Kairo geführt werden, mit Ägypten als Mediator, aber völlig losgelöst von den Verhandlungen über einen Waffenstillstand. Diese werden in der letzten Oktoberwoche fortgesetzt werden. 
Ziel dieses Austausches ist es, im Gegenzug zu den sterblichen Überresten der beiden Soldaten, so viele Palästinenser frei zu bekommen, wie möglich. In Gaza hängen seit einigen Tagen Plakate, deren Text: Wafa al-Ahrar Handel 2 kommt bald, an den im Jahr 2011 Gilad Shalit Gefangenenaustausch erinnern soll. Damals kamen 1027 Palästinenser frei.
Propagandaplakat in Gaza
Darauf, dass Israel bereit ist, sich auf die Verhandlung einzulassen, deutet auch die Bestellung von Col. (res.) Lior Lotan hin, der als Koordinator für verschollene und gefangene Soldaten agieren wird. 
Unse PM hat derzeit nicht viel zu lachen
Mit dem Thema Militärrabbinat befasste sich vor wenigen Tagen ein Artikel in der NZZ mit dem Titel: Kulturdebatte um Israels Armee – Mit der Bibel in den Kampf  Der Autor dieses sinnleeren Artikels, Joseph Croitoru, beschreibt darin teilweise falsch, teilweise verzerrt,  aber vor allem, ganz und gar unvollständig, die Aufgaben eines Militärrabbiners. 
So ergibt sich wieder, natürlich wenn vielleicht nicht gewollt, so aber doch billigend in Kauf gekommen, ein völlig unscharfes, verschwommenes Bild, das Israel als Religionsstaat darstellt. 
Um herauszufinden, worin die wesentlichen Aufgaben des Rabbinats genau bestehen, hätte sich der Autor mehr in das Thema vertiefen müssen.

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