Fels in der Brandung – Tag 46+47, 22./23. August 2014

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Heute am Vormittag hat die Hamas weitere 18 „Kollaborateure“ hingerichtet, sie seien zuvor von einem ordentlichen Gericht zum Tode verurteilt worden. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie objektiv und frei in der Entscheidung die Richter in ihrer Urteilsfindung waren. Mir tun die Familien der Männer leid, sie werden in Folge der „Sippenhaft“ ein sehr, sehr schweres Leben haben. Und ob die Männer tatsächlich Kollaborateure waren, oder einfach für die Hamas unbequeme Mitbürger, derer man sich gerne entledigte, auch das sei in Frage gestellt.
Bereits gestern traf PA Präsident  Mahmoud Abbas den Emir von Katar Sheikh Tamim Ibn Hamad Al Thani in Doha. Begleitet wurde er von einigen hochrangigen Regierungsmitgliedern und dem palästinensischen Chefunterhändler Saeb Erekat. Mittelpunkt der Gespräche waren der aktuelle bewaffnete Konflikt zwischen Hamas und Israel und der Versuch, eine andauernde Lösung zu finden. 
Abas sitzt, protokolarisch wichtig, rechts vom Emir


Die zwei „privaten“ Treffen zwischen Präs. Abbas und dem im luxuriösen Exil lebenden Hamas Führer Khaled Mashaal, die offiziell auch den wieder zu belebenden Waffenstillstandsverhandlungen galten, haben einen ganz anderen, hochbrisanten Hintergrund.
Ob der Bruderkuss noch eine Bedeutung hat??
In einer von Mai bis August laufenden Aktion wurden vom israelischen Inlandsgeheimdienst, Shin Bet in Zusammenarbeit mit der IDF 93 Hamas Aktivisten aus dem ganzen WJL festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, eine dritte Intifada anzetteln zu wollen. Als Folge der Intifada sollten Terrorzellen verteilt im ganzen WJL installiert werden, die es der Hamas schlussendlich ermöglichen sollten, die  als gemäßigt geltende – ich bezweifle das zwar – PA zu stürzen und die Macht im WJL zu übernehmen. Drahtzieher dieser Planung soll  der Mohammed Deif der West Bank, Saleh al-Arouri sein, der derzeit von der Türkei aus agiert. Neben zahlreichen Waffen wurden bei den Festgenommen auch $ 600.000 (!) in bar gefunden, die über die Türkei und Jordanien in das WJL gebracht worden sind. Khaled Mashaal war vollumfänglich über all das informiert!
Das muss man sich vorstellen; in der umstrittenen Einheitsregierung zwischen Hamas und PA/PLO/Fatah haben sich die Partner so fest lieb, dass der eine plant, den anderen zu stürzen. 
Mehr als 250 Fatah Mitglieder, die den Mut hatten, sich der Hamas offen entgegen zu stellen, sind seit Mitte August unter Hausarrest gestellt. Die Hamas will ganz sicher sein, dass ihre Stimmen nicht gehört werden. Weitere 125 wurden angeschossen, als sie sich dem Befehl, während der laufenden Operation in ihren Häusern  zu bleiben, offen widersetzten. Einige von ihnen wurden zur Behandlung in Krankenhäuser im WJL überstellt.
Prominentes Fatah Mitglied im Spital in Gaza

Darum ging es in den Treffen, Scherben aufzuheben, Müll zusammen zu kehren und zu schauen, ob es irgendwo noch einen klitzekleinen gemeinsamen Nenner gibt. Wäre ich Abbas, ich würde keinen sehen! Ich würde ihm den Tritt in den toches geben. Das Problem aber ist: die Hamas hat Geld fast ohne Ende und die PLO muss erst neue Pfründe erschließen.
Die Beduinen des Sinai haben offensichtlich die Funktion der ägyptischen Schmuggler übernommen, die ihre Waren via Tunnel nach Gaza brachten, bevor die Sisi Regierung beschloss, 1.370 Tunnel zu „schließen“. Die ganz großen Tunnel, in denen man problemlos Autos, ja sogar LKWs nach Gaza fahren konnte, sind kaputt, aber jetzt existieren laut einem Beduinen 500 Tunnel, die immerhin 1 – 2 m breit sind.

 

Seit am Dienstagabend die Feuerpause zum 11.Mal von einer der militanten Terroristengruppen gebrochen wurde, sind die Angriffe aus Gaza auf Israel giftiger geworden. Sie konzentrieren sich zwar mehr oder weniger auf den Süden, jedoch musste der Iron Dome auch über Tel Aviv und Jerusalem Raketen abfangen.
Gottseidank noch deutlich vor Beginn des Schabbat wurde eine Synagoge in Ashdod getroffen. So waren nur wenige Menschen im Gebäude, drei wurden mittelschwer verletzt.
Die zerstörte Synagoge von Ashdod

Am Freitagabendkam es zu einigen besonders tragischen Fällen. Ein junger Soldat aus Ashdod, der ein paar Tage Ferien daheim genießen wollte, die ihm nach den Kämpfen in Gaza zustanden, wollte gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder, der derzeit seinen Dienst bei der IAF ableistet den Abend mit Freunden genießen. Die zwei standen mit ihrem Auto vor einer Ampel, als der Angriff kam. Warum sie den Wagen nicht verlassen haben weiß noch niemand. Während der jüngere Bruder von einem Schrapnell „nur“ leicht verletzt wurde, durchschlug bei ihm ein Schrapnell die Schädeldecke und trat in sein Gehirn ein.
Gilan und Doron Tregerman hatten ihr Haus in einem Kibbuz in der Sha’ar HaNegev Region verlassen, als die Kämpfe im Juli begannen. Erst vor wenigen Tagen waren sie wieder zurückgekehrt, nachdem sowohl seitens der Regierung, als auch seitens der IDF mitgeteilt wurde, der Süden sei wieder sicher. Gestern Vormittag spielten die drei Kinder im Garten, während die Eltern mit den Vorbereitungen für eine erneute Abreise beschäftigt waren. Als die Sirenen losheulten, schafften sie es, die beiden jüngeren Kinder in den Bunker zu bringen. Der 4 Jahre alte Daniel schaffte es nicht. Er wurde durch die einschlagende Granate tödlich verletzt.
Daniel, der Messi Fan


Bis Gestern Abend wurden mehr als 500 Raketen und Granaten aus Gaza abgeschossen. 
Es gab zahlreiche Sachbeschädigungen und leider auch einige Verletzte. 
Nota bene, jeder Einzelne von ihnen ein Zivilist, jedes einzelne beschädigte und/oder zerstörte Haus gehört nicht zu den Einrichtungen der IDF! Also muss man den Beschuss als das benennen, was es ist: Terror!
Und trotzdem entblödet sich der Ober Hamas Terrorist, Khaled Mashaal nicht, diesmal aus Kairo die Welt wissen zu lassen, welch rücksichtsvolle und vorsichtige Vorgangsweise die Hamas und andere Terrororganisationen in Gaza auszeichnen: „Wir zielen nicht auf Zivilisten und die meiste Zeit versuchen wir militärische Ziele und israelische (Militär)basen anzugreifen. Aber wir geben zu, dass wir da ein Problem haben. Wir haben keine ausgereiften Waffen. Wir haben nicht die (gleichen) Waffen, die unserem Feind zur Verfügung stehen… daher ist das Zielen schwierig. Wir versprechen Ihnen (in dem Fall dem interviewenden Journalisten von Yahoo news) aber, dass wir in der Zukunft versuchen werden, sie zu haben und wir werden die Bevölkerung warnen. Wir haben schon Warnungen an die Israelischen Zivilisten ausgegeben. Wir versprechen, dass wir präzisere Waffen haben werden, und nur militärische Ziele angreifen werden.“
Reichweite der Hamas Waffen
Mashaal lügt, wenn er nur den Mund aufmacht und ich frage mich, wann endlich ein Journalist mutig genug sein wird, ihn damit zu konfrontieren. Sie zielen auf Zivilisten, die Terroranschläge, seien sie durch Selbstmordattentate oder durch Tunnelattacken, wie sie für dieses Jahr am bevorstehenden Rosh HaShana geplant waren, oder auch immer noch sind, sind grundsätzlich gegen Zivilisten gerichtet. Das Narrativ von den selbstgebastelten besseren Feuerwerkskörpern stimmt schon lange nicht mehr. Von gezielten Warnungen, wie sie die IAF/IDF an die Bürger von Gaza ausgeben, gerade um eben Verletzungen und Tötungen von Zivilisten zu vermeiden, kann gar nicht die Rede sein. 
Lügen, alles Lügen!
Heute, am Samstag wurde der Kibbuz, in dem Daniel mit seiner Familie lebte, ein zweites Mal getroffen. Diesmal kamen gottseidank keine Menschen zu Schaden, nur der Speisesaal wurde durch den direkten Treffer schwer beschädigt. 

Der israelische Präsidentschaftskandidat Dr. Yehuda David, bedauerte zwar, dass er auf Grund einer Rückenmarkstransplantation nicht aktiv am Kampf in Gaza teilnehmen konnte,  fügte aber hinzu, dass er in einer ärztlichen Versorgungeinheit unmittelbar neben Gaza gearbeitet hat. Dass er auf die Soldaten und Soldatinnen der IDF, auf ihren Kampfwillen und ihre Motivation sehr stolz ist, ist nicht zu überhören: „… wir haben eine Armee von Löwen, die Soldaten und die Kommandanten haben wie Löwen gekämpft. Wir haben die Nahal Infanteristen gesehen, wie sie gegen ein Bataillon von Terroristen gekämpft haben; leider haben wir einen Soldaten verloren, aber ihr Bataillon existierte nachher nicht mehr. Eine erneute Bodenoffensive ist auf der einen Seite notwendig, aber auch sehr problematisch. Nach meiner Einschätzung verfügt die IDF über alle technologischen Mittel, diese Kampagne in wenigen Stunden zu beenden; ich verstehe nicht, warum die politischen Führer sie nicht einsetzen. Eine erneute Bodenoffensive wird das Leben vieler Soldaten gefährden. Ich möchte hier nicht in Details gehen, aber ich kenne mich aus, es gibt außergewöhnliche, technologische Einsatzmöglichkeiten, die keine Verluste mit sich bringen würden.“
Dr. Yehuda David war maßgeblich daran beteiligt, die erste und vielleicht folgenschwerste Propagandalüge der Palästinenser vom 30. September 2000 aufzudecken. Am zweiten Tag der zweiten Intifada kam es zu einem Zwischenfall an der Netzarim Kreuzung im nördlichen, damals noch von Israel besetzten Gazastreifens. Der France-2-Korrespondent Charles Enderlin filmte mit seinen Team die Minuten bevor und während des für den 12 Jahre alten Mohammed al-Dura angeblich tödlich endenden Schusswechsels zwischen Israelis und Palästinensern. Die Bilder des angeblich toten Kindes gingen um die Welt und Israel wurde in einer beispiellosen Rufmordkampagne des „Kindermordes“angeklagt. Nach und nach kamen Zweifel auf, ob es je zu diesem Vorfall gekommen war, ob Mohammed überhaupt tot war. 

Das Bild ging um die Welt
Seither haben sich sowohl die Gerichte mehrfach mit dem Fall befasst, Bücher  wurden  geschrieben, Interviewswurden geführt, aber geklärt wurde der Fall zu 100%.
Dr. Yehuda David hatte bereits im Jahr 1992 den Vater von Mohammed, Jamal al-Dura in einem israelischen Krankenhaus behandelt und konnte auf Grund der Krankenakte belegen, dass die als Beweis vorgezeigten Verletzungen bereits zum Zeitpunkt dieser Behandlung vorhanden waren. Jamal al-Dura hatte seinerzeit angegeben, die Verletzungen seien die Folge eines Angriffes durch die Hamas auf ihn. Dieser sei erfolgt, weil man ihn für einen Israelischen Spion hielt.
Was trotzdem blieb war,dass  Mohammed al-Dura immer wieder als das Paradebeispiel für die Grausamkeit der Israelis herhalten muss, und DIEIkone des palästinensischen Widerstandes ist.
Das nachfolgende Video dauert zwar 13 Minuten, ist aber wirklich sehenswert und sehr aufschlussreich!

Nachdem der Beschuss auf den Süden, und mittlerweile auch wieder auf das Zentrum Israels bis hinauf nach Akko, wo vor wenigen die Sirenen heulten weitergeht, haben sich Dutzende von Demonstranten vor der Residenz des PM in Jerusalem eingefunden. Einige haben sogar dort kampiert. Sie gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, “…, dass er im Gegensatz zu dem was wir derzeit erleben, eine Strategie und einen Plan hat.“
Die Sirenen in Akko wurden durch einen Beschuss aus dem Libanon ausgelöst. Die Raketen trafen ein unbebautes Gebiet östlich der Stadt.

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