Fels in der Brandung Tag 37 + 38, Tag 3+4 der Feuerpause, 13 + 14.08.2014

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Es ist unglaublich, auch die zweite Nacht und der 3. Tag der Feuerpause verliefen ruhig. 
Mit zwei Ausnahmen: der ersten, als ein Fischereiboot die derzeit noch gültige Sperrzone um Gaza herum verließ. Während es seitens der Palästinenser hieß, dass die IDF sie heftig unter Beschuss genommen hätte, sprach der israelische Militärsprecher von einem Warnschuss in die Luft. Der zweite, hier erwähnte ähnliche Vorfall wurde von der IDF nicht berichtet. Es gab keine Verletzten. 
Weit tragischer verlief der Versuch, einen israelischen Blindgänger in Gaza zu entschärfen. Beim Versuch, diesen zu deaktivieren, explodierte er und tötete sechs Personen, darunter einen italienischen Journalisten. In den israelischen Medien spricht man davon, dass  Hamas versucht hätte, die Rakete auseinander zu bauen. Wie auch immer, es ist auf jeden Fall unverantwortlich, dass bei so einer heiklen Aktion Unbeteiligte gaffend herumstehen.
Blindgänger in Gaza

Nachdem die Hamas immer wieder betont hatte, einen „neuen Jihad“ gegen Israel nicht zu scheuen, solange nicht alle ihre Forderungen erfüllt würden, musste klar sein, dass ein neuer Waffengang bevorsteht. Die IDF hat daher am Nachmittag damit begonnen, jene Truppen, die sich seit ihrem Abzug auf Sammelplätzen aufgehalten hatten, auf Vorbereitungsplätze näher an Gaza heran zu verlegen. Knapp 16.000 neue Reservisten wurden aufgefordert in den Süden zu kommen, weitere halten sich in Bereitschaft. 
Da muss nicht unbedingt heißen, dass die vor Ort stehenden Truppen verstärkt werden, sondern dass sie ausgetauscht werden. Und das wiederum hat einen arbeitsrechtlichen Grund. Nach einem mehr als einen Monat andauernden Einsatz als aktivierter Reservist, ändert sich der Status auf Berufssoldat und damit auch die Finanzierung.
Die breite Unterstützung, die PM Netanyahu zu Beginn der Operation sowohl von den Israelis, aber auch innerhalb seiner Koalition erhielt, bröckelt immer mehr. Während sich Minister und ehemalige Knesset Mitglieder dezidiert zum weiteren Vorgehen in Gaza äußern, scheint unser PM nahezu paralysiert zu sein.
Um 21:50 heulten bereits wieder die Sirenen im Süden, knapp zwei Stunden, bevor die Feuerpause endet und während in Kairo noch um einen Waffenstillstand, oder zumindest eine Verlängerung der Feuerpause gerungen wird.
Die Zeit der offiziellen Verhandlungen ist abgelaufen, die israelische Delegation ist bereits auf dem Heimweg, die Palästinenser haben eine Pressekonferenz anberaumt, aber immer wieder verschoben. 
Wenn ich die Zeichen korrekt interpretiere, ist damit ein Versuch, doch noch eine Vereinbarung zu erreichen, gescheitert.
Obwohl nach den ersten zwei Salven kein weiterer Alarm mehr kam, vermute ich, dass es im Süden wieder ungemütlich werden wird. Ich hätte nie geglaubt, jemals eine Freundin der Hardliner werden zu müssen. Aber, wenn es das ist, was die Hamas und der Islamische Jihad verstehen, ok, dann müssen wir halt weitermachen, und auch wieder nach Gaza hineingehen. Und diesmal, bis wirklich alle Ziele erreicht sind. Eine andere Sprache verstehen die Terroristen im Gazastreifen offensichtlich nicht! Natürlich hat die IDF mit einer pin-point Aktion gegen terroristische Infrastruktur reagiert. 
Wie bitte, weitere 72 Stunden Feuerpause????? Während Hamas schon wieder schießt? Und wir haben dem auch noch zugestimmt??? Ja, es scheint wahr zu sein!
Die Nachrichten sind Heute nicht ganz klar. Es gibt Berichte, wie schon Gestern Abend von weiteren 72, aber auch von weiteren 120 Stunden. Aber immerhin, es gibt eine weitere Feuerpause!
Gestern und Heute wurden weitere 35 Verwundete aus Gaza via Ben Gurion nach Ankara ausgeflogen. Derzeit befinden sich 39 Patienten in türkischen Krankenhäusern.
Transport von Gaza via Ben Gurion nach Ankara

Einige Dutzend Verletzte wurden in verschiedene Krankenhäuser in Israel gebracht, nachdem sich die Hamas strikt weigert, Kranke und Verletzte in das neue Spital unmittelbar am Übergang Erez ausreisen lassen. Zu groß ist die Angst der Verantwortlichen, dass dort der Inlandsgeheimdienst aktiv sein können und die Patienten intensiv befragen könnten. Das ist zumindest die offizielle Version. Bereits unmittelbar nach der Eröffnung, waren aus Gaza zehn Granaten gezielt auf die Einrichtung geschossen worden.
Der Radiosender der Knesset hat heute die Ergebnisse einer Umfrage nach dem derzeitigen politischen Wohlfühleffekt im Land veröffentlicht.
So würde derzeit 
Likud 28 Sitze erhalten (19 bei den Wahlen) mit Ysrael Beytenu  9 (12)
37 (31)
Yesh Atid 11  (19)
Jewish Home 19 (12)
Hatnua 4 (6)
Die aktuelle Koalition kann damit auf theoretische 71 (68) /120 Sitze rechnen, sofern die Koalition hält.
Shas 7 (11)
United Thora Judaism 7 (7)
Meretz 10 (6)
Labor 15 (15)
Kadima 0 (2)
Abweichende Zahlen zum Zeitungsbericht resultieren aus nicht berücksichtigten personellen Änderungen seit den letzten Wahlen in 2013.
PM B. Netanyahu mit Minister N. Bennett
In der Beliebtheitsskala rangiert PM Benjamin Netanyahu mit 30% vor Naftali Bennett(Jewish Home) mit 16%. Labor Chef Yitzchak Herzog nimmt den 3. Platz mit 11% ein, und verweist damit Avigdor Liberman (Ysrael Beytenu) und Tzipi Livni(Hatnua) mit je 6% ex aequo auf Plätz 4. Tzipi Livni ist die aktuelle Chefunterhändlerin bei den Verhandlungen mit den Palästinensern. Yair Lapid(Yesh Atid), der politische Newcomer schafft es mit dünnen 3% ebenso wie Moshe Yaalon(Likud), der derzeit Verteidigungsminister ist, auf Platz 6.
Bewertet wurde auch die konkrete Arbeit während der laufenden Operation „Fels in der Brandung“.
 

PM B. Netanyahu mit Minister Y. Lapid

IDF Chef Beny Gantz  kann sich über 77% pro Voten, gegenüber 19% contra Voten freuen.
Verteidigungsminister Yaalon 57/36
PM Netanyahu 56/39
Wirtschaftsminister Bennett 50/43
Aussenminister Liberman 40/54
Justizministerin Livni 39/50
Finanzminister Lapid 35/57
Die direkte Frage: Warst du zufrieden mit der seiner (Bibis) Leitung während der Gespräche in Kairo? beantworteten 52% mit Nein und nur 33% mit Ja.
Die Auswertung dieser Zahlen überlassen ich den Analytikern, nur soviel: den Lorbeerkranz des Ruhmes darf sich keiner unserer Politiker aufs Haupt setzen!
Julius Caesar

Auch der Tag verlief ruhig. Fast wäre ich geneigt zu sagen: „Na also, geht doch!“ Wenn da nicht die allerneuesten Meldungen wären.
Seitens der Hamas und des Islamischen Jihad werden wieder unterschiedlich Meldungen veröffentlicht. Von der Hamas kommen durchaus versöhnlichere Töne, während der Islamische Jihad, eigentlich nur eine zusätzlich akkreditiere Gruppe weiterhin auf dem Kriegspfad ist.
Ich würde gerne eine Rose dafür geben, aber die Reaktion Israels kam so spät, dass ich diese Meldung hier nur erwähnen möchte. 
Einer der übelsten jüdisch-israelischen NGOs, die permanent gegen Israel arbeitet, wurde endlich das Recht entzogen, jüdische Zivildiener (Oh ja, allen Unkenrufen zum Trotz, die gibt es auch bei uns!) auf Staatskosten zu beschäftigen. B’Tselem gesponsert vom NIF und anderen antiisraelischen Organisationen wird der personelle Wasserhahn zugesperrt. 
 
Heute Abend fand eine  Groß Demonstration in Tel Aviv statt. Mehr als 10.000 Menschen versammelten sich auf dem Rabin Platz ein. Der Bürgermeister von Ashdod forderte, nach 14 Jahren mit permanentem Beschuss müsse damit endlich ein Ende gemacht werden. Er sprach im Namen aller betroffenen Ortschaften, dass sie, wenn es weiterhin auch nur zu einem geringen Beschuss aus Gaza käme, ihre Kinder nicht in die Schule schicken würden.
Die israelische Delegation wird Heute Abend noch nach Hause zurückreisen und erst am späten Samstag wieder nach Kairo fliegen. Bis dahin wird es kaum Neues zu berichten geben.
Die Rose des Tages
Geht heute an die BILD Zeitung. Am 11.08. veröffentlichte sie in ihrer online Ausgabe eine Collage mit den Gesichtern der 64 gefallenen IDF Soldaten. Anschließend wurde noch einmal das Bild mit dem Namen, sowie bei einigen eine kurzen Zusatzinformationen über den Soldaten gebracht.
 

Collage der Bild Zeitung

Der Kaktus des Tages
Geht wieder mal an die UNO. Es ist ok, dass eine UN Kommission sich mit den angeblichen Kriegsverbrechen der IDF in Gaza beschäftigen wird. Wir haben nichts zu verbergen, dass  der Vorsitzende der Kommission aber ein bekannter und bekennender Israel Hasser sein wird, spricht wieder einmal für die Voreingenommenheit der UNO. Aus dem Büro des Außenministeriums war zu hören: „ Dass ausgerechnet William Shabas zum Leiter des Untersuchungsausschusses eingesetzt wird, heißt, dass Israel mit keiner gerechten Beurteilung rechnen kann. Der Bericht wurde schon geschrieben und es ist  nur mehr die Frage, wer ihn unterschreibt.“
William Shabas


Manchmal entstehen passende Bild von allein

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