Fels in der Brandung – Tag 33/34 (09. Und 10.08.2014)

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Der Aktualität geschuldet, heute nur ein kurzer Bericht.
Schon am 27. Juli hat sich der Bostonglobe gefragt, ob es eine weise Entscheidung von Präsident Obama sei, seine Ferien, wie schon in den letzten Jahren, in  Martha’s Vineyard zu verbringen. Gerade jetzt, wo ein Krieg in Gaza tobt und eine Welle von Familien und Kindern die Grenze im Südwesten Amerikas illegal übertritt. 
Gestern, am Schabbat reiste die First Family in den geliebten Ferienort und wird dort zwei Wochen Ruhe vom Alltagsgeschäft haben, das derzeit alles andere als ruhig und „business as usual“ ist!
Aber werden sie dort wirklich Ruhe haben? Kann ein Präsident der USA sich tatsächlich einfach so rausnehmen aus der Welt der Diplomatie und der Politik?
Der Pressesprecher des Weißen Hauses stellt klar, dass es keinen Grund gibt, beunruhigt zu sein. Obama werde in keiner Weise von seinen Pflichten seines Amtes abgeschnitten sein, er reise „mit einer ganzen Batterie von Kommunikationsausrüstung und wird von nationalen Sicherheitsberatern begleitet. So kann er allen Anforderungen seines präsidialen Amtes nachkommen.”  
Ich wünsche ihnen auf jeden Fall erholsam Ferien, soweit das möglich ist.


Vorgestern, am Freitag, veröffentlichte die NYT ein Interview, das der Präsident Thomas L. Friedman gegeben hatte. Zentrale Themen waren Israel, der Irak und Putin. 
Friedman fragte, ob er besorgt um Israel sei.
„Es ist erstaunlich zu sehen, was während der letzten Jahrzehnte aus Israel geworden ist. Es aus dem Boden, quasi aus dem Nichts heraus entstehen zu lassen, diesen unglaublich lebhaften, unglaublich erfolgreichen, wohlhabenden und machtvollen Staat, das ist der Beweis der Genialität, Energie und der Visionen des Jüdischen Volkes. Und weil Israel ach militärisch so leistungsfähig ist, habe ich keine Angst, dass es nicht überleben wird… Ich denke, die Frage ist, wie es überleben wird. Und wie man einen Staat Israel ausgestalten kann, der seine demokratischen und zivilrechtlichen Traditionen aufrechterhält. Wie kann man einen Jüdischen Staat erhalten, der die besten  Werte derer reflektiert, die den Staat gegründet haben. Und, um das zu tun, das war schon immer meine Meinung, müsst ihr einen Weg finden, friedlich Seite an Seite mit den Palästinensern zu leben. .. Ihr müsst anerkennen, dass sie berechtigte Ansprüche haben und das dies auch ihr Land ist.“
Gefragt, ob er vielleicht energischer gegenüber Israels PM, Benjamin Netanyahu und PA Präsident Mahmoud Abbas, auch als Abu Mazen auftreten solle, um einen Land-für-Frieden Handel zu erreichen, sagte der Präsident, dass dies von ihnen ausgehen müsse. PM Netanyahus „Zustimmung (im Land) ist deutlich höher als meine“ und „sie wurde durch den Krieg in Gaza noch gesteigert,“ sagte Obama „und solange er keinen Druck von innen spürt, ist es schwer vorstellbar, dass er einige sehr schwierige Kompromisse machen wird, inklusive dem, sich mit der Siedlerbewegung auseinanderzusetzen. Das ist ein zäher Brocken für ihn. Mit Respekt für Abu Mazen, hier gibt es ein anderes Problem. Auf die eine oder andere Art, ist Bibi (sic!) zu stark und Abu Mazen zu schwach, um sie zusammen zu bringen und Entscheidungen zu treffen, die so kühn sind, wie die, die Sadat, Begin oder Rabin gewillt waren, zu treffen. Das würde für beide Führer, die der Palästinenser und die der Israelis bedeuten, über den morgigen Tag hinaus zu schauen…. Und das ist schwierigste für Politiker, einen Blickwinkel zu wählen, der weit nach Vorne geht.“
 
Am Freitag hatte sich die israelische Delegation aus Kairo abgemeldet und war nach Israel zurückgeflogen, nachdem die drei Parteien Hamas, Fatah und Islamischer Jihad die Gespräche für gescheitert erklärten. Warum? 
Weil Israel sich geweigert hatte, auf ihre absolut zu hoch geschraubten Forderungen einzugehen. Das war der eine Grund. Lächerlich für mich! Der andere Grund, für mich gut nachvollziehbar war, das das offizielle Israel klarlegte, nicht unter Beschuss verhandeln zu wollen. Das ist für mich einleuchtend. 
Und so war der gestrige Samstag dann auch wieder ein „ganz normaler“ Tag, mit Beschuss von West nach Ost und retour.
In Kairo waren sich die Kampfpartner dann wohl nicht so ganz einig, was sie eigentlichen wollen.
Hamas warnte am Wochenende, dass es Israel so lange weiter angreifen wird, bis ihre Forderungen erfüllt sind….Die der Hizbullah nahestehende Tageszeitung Al-Akhbar zitierte Hamasquellen, dass die Bewegung mitteilte, am Sonntag Tel Aviv angreifen zu wollen, falls ihre Forderungen bis dahin nicht erfüllt wären. Laut diesen Quellen hätte die palästinensische Delegation Ägypten informiert, dass sie Kairo am Sonntag verlassen würden, falls bei den Waffenstillstandsverhandlungen kein Fortschritt gemacht würde. 
Der Chef der palästinensischen Delegation, Azzam al-Ahmed (Fatah) sagte, das Team würde Kairo nicht verlassen, bis eine Übereinkunft erreicht würde, inklusive der ausstehenden Forderung nach einem See- und Lufthafen. …
Izzat al-Risheq, ein Hamas Mitglied der Delegation behauptete, dass Israel den Samstag (Schabbat) als Ausrede benutze, den indirekten Verhandlungen mit der Hamas in Kairo fern zu bleiben. „Seine Armee fährt aber weiter mit seinem aggressiven flächendeckenden  Beschuss des Gaza Streifens. Diese Entschuldigung ist dumm!“
Hamas Sprecher Sami Abu Zuhri sagte, dass seine Bewegung keinerlei Konzessionen in Bezug auf den Seehafen in Gaza machen würde. „Dieser Hafen wird das palästinensische Tor zur Welt außerhalb werden.“
Senior Hamas Mitglied Ahmed Bahr wiederholte und verstärkte die Ablehnung seiner Bewegung, was die israelische Forderung nach einer kompletten Entwaffnung angeht: „Die Waffen des palästinensischen Widerstandes werden solange bereit stehen, wie die israelische Besatzung in unserem besetzten Land existiert. Die schmerzhaften Schläge des Widerstandes gegen Israel, wird die israelischen Unterhändler dazu bringen, die Forderungen des Widerstandes zu erfüllen. Das ist die einzige Verhandlungssprache, die sie verstehen….“
An dieser Stelle sei mir die Frage gestattet, für wie blöd uns die Hamas eigentlich hält. Ein frei zugänglicher See- und Lufthafen wäre, ja das ist schon klar, das Tor zur Welt. Aber eben auch zu der Welt, die den freien, unkontrollierten und maßlosen Import von Waffen nach Gaza zulässt. Die offenen Grenzen von Gaza nach Israel und nach Ägypten würden auch den freien Übergang von Terroristen nach Israel ermöglichen. Das wäre doch so, als ob wir mit der weißen Fahne in der Hand den Terroristen ein herzliches Willkommen winken würden.
In diesem Stil ging es gestern und heute hin und her. Nun scheint es so, dass um Mitternacht eine weitere Feuerpause, die 72 Stunden dauern soll, von beiden Seiten akzeptiert wurde.
Ganz sicher schmerzhaft für die Palästinenser ist die Schließung des Grenzüberganges Kerem Shalom, über den die regelmäßigen Warenlieferungen von Israel nach Gaza abgewickelt werden. Nach zwei direkten Treffern am frühen Nachmittag wurde der Grenzübergang bis auf weiteres geschlossen. Zum Zeitpunkt des Beschusses wurden LKWs mit hochexplosiven Gütern beladen. 


Eine nicht bestätigte Quelle berichtete der Zeitung Al Masry Al-Youm, dass Israel den Austausch von 25 Terroristen für die Leichen der zwei post mortem verschleppten Soldaten angeboten hätte. 

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