Fels in der Brandung – Tag 27 und 28. (03./04.08.2014)

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Atpräsident Simon Peres hat es schon am vergangenen Mittwoch gesagt: „Der Krieg hat sich selber erschöpft, nun müssen wir einen Weg finden, ihn zu beenden.“ Kluge Worte eines weisen Mannes.
Die Bodentruppen sind weitgehend aus Gaza nach Israel zurückgekehrt. Als PM Netanyahu am Samstagabend, kurz nach Schabbatende den Beginn des Rückzuges bekanntgab, wusste er offensichtlich schon, dass die IDF keinen Soldaten dort zurücklassen würde.
Das wichtigste Ziel, die Zerstörung der Tunnelsysteme steht kurz vor dem Abschluss und welchen Grund sollte es dann noch geben, das Leben von weiteren Soldaten zu gefährden? Einzig im Süden, im Gebiet um Rafah, der Grenzstadt zu Ägypten, werden die Truppen weiter aktiv sein.
Das zweite Ziel der Operation war und ist es, eine möglichst langandauernde und stabile Ruhe für den Süden des Landes zu sichern. Dies kann aber ebenso gut von außerhalb des Gazastreifens geschehen. Sicher ist, dass die meisten Reservisten nun erst einmal nach Hause fahren können, einige Tage neue Kraft auftanken  und sich dann wieder bereithalten für allfällige neue Einsätze.
Dass Israel sich aus dem umkämpften Gebiet zurückzieht, bedeutet aber nicht, dass es nicht mehr auf weiteren Beschuss aus Gaza reagieren wird. Und zwar klar nach dem alten Prinzip, es wird genau dorthin zurückgeschossen, von wo der Beschuss kam. Technisch ist das kein Problem. Die Systeme sind weitgehend automatisiert, und reagieren blitzschnell. 
Wenn Hamas also weiterhin menschliche Schutzschilde einsetzt, so können auch weiterhin Unschuldige verletzt, oder gar getötet werden. 
Zu diesem Thema gab es von der Hamas eine interessante Mitteilung: Wann immer, so war es zu hören, Raketen von der Hamas auf Israel geschossen werden, würden sie versuchen, nicht israelische Zivilisten, sondern nur militärische Ziele und Angehörige der IDF zu treffen.
„Während der Kampagne haben wir versucht, so intensiv wie möglich nur Angestellte der IDF, Soldaten und Offiziere des Feindes zu treffen, seine Militärbasen und Flughäfen, und wir haben so intensiv wie möglich versucht, zu vermeiden, dass jemand, der nicht zur IDF gehört, getroffen wird.“
Die Gruppe erklärte weiterhin, dass solange Israel den Beschuss auf Zivilisten in Gaza fortsetzt, der Raketenbeschuss weitergehen wird, weil „nichts uns wertvoller ist, als das Leben unseres Volkes.“
Ich denke, dass sich in den letzten Tagen genügend ausländische Journalisten zu Wort gemeldet haben, die als Augenzeugen etwas Licht ins Informationsdunkel gebracht haben.
Gestern wurde Israel wieder einmal heftig beschuldigt, erneut eine UN Schule, in der sich aus dem Norden geflüchtete in Sicherheit gebracht hatten, beschossen zu haben. Und schon brach der mediale shitstorm wieder los. Die Sprecherin des US Außenministeriums forderte eine sofortige Untersuchung des Vorfalles. Immerhin starben bei diesem Angriff zehn Personen.
„Der Verdacht, dass aus diesem Gebiet heraus militante Einheiten agieren, rechtfertigt nicht den Angriff wie dieser es war, und der das Leben von so vielen Zivilisten in Gefahr bringt.“

UN Generalsekretär Ban Ki-Moonfand noch schärfere Worte: „A moral outrage and a criminal act.“
Nun, es gibt auch ganz andere Berichte. Der mehr als israelkritische Guardian veröffentlichte ein Video, das ganz klar belegt, dass der israelische Luftangriff nicht die Schule traf, sondern, ganz wie beabsichtigt, drei Terroristen, die auf Motorrädern unterwegs waren, und leider auch sieben Zivilisten, die, so zynisch es klingt, einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
Was vom Angriff übrig blieb, beschreibt der UK Telegraph: „Ein kleines, aber tiefes Loch im Boden, wo das Geschoss landete.“
Zum Thema Schutz von Zivilisten gibt es ein sehr gutes Video auf Facebook, das ich leider hier nicht teilen kann. Wer einen Facebook account hat und es anschauen möchte: Doron Ska, Very proud of IDF.
CNN hat Gestern Abend ein Interview von Nic Robertson mit  Khaleed Meshaal ausgestrahlt, das es wert ist, anzuschauen. Warum sich der routinierte CNN Journalist Robertson so das Heft aus der Hand nehmen ließ, ist mir ein Rätsel.
Zwei Stunden hielt die um 10:00 begonnene Feuerpause, dann kam der erste und kurz darauf der zweite Alarm . Bis zum Ende der Feuerpause wurden 30 Raketen auf Israel abgeschossen, die meisten landeten in unbewohnten Gebieten.
An diesem Tag der relativen Ruhe in Gaza konnte Israel trotzdem nicht durchatmen.
In Jerusalem gab es zwei Terrorattacken. 
Ein Mann aus Ostjerusalem, der bereits mehrfach angehalten worden war, traf mit  einen großen Baustellenkran einen Fußgänger, der leider verstarb, warf anschließend einen Bus um, und wurde am Ort der Terrorattacke erschossen. 
Ein ultraorthodoxer Israeli wurde dabei getötet, während er seiner Arbeit nachging, die Gräber vor Schäden beschützt, die während Bauarbeiten entstehen können.

 Seit etwa einer Stunde geht in Tel Aviv gar nichts mehr. Bei der Polizei kam ein Anruf an, dass ein Terrorist sich in Tel Aviv aufhalte, um eine Terrorattacke auszuführen. Die Polizei errichtete auf allen Hauptstraßen Straßensperren, was zum völligen Kollaps des Feierabendverkehrs führte.

 

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