Fels in der Brandung – Tag 18 bis 23 (25. – 30.Juli 2014)

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Vorgestern begann für die islamische Welt einer ihrer höchsten Feiertage, das Ende des Ramadan Eid-ul-fitr, عيد الفطر,  das „Zuckerfest„, der das Fastenbrechen einleitet. Meinen moslemischen Lesern wünsche ich Īd mubārak. Bitte empfindet diesen Gruß hier an dieser Stelle nicht als zynisch. Ich weiß, dass in diesem Jahr das Zuckerfest für die Menschen in Gaza nichts Süßes mit sich bringt und sie im Bewusstsein ihrer Not und ihrer Verluste, menschlicher und sachlicher Natur allein lässt.
Aber, es muss festgehalten werden: dass In Gaza über 1269 Tote und mehr als 7.100 Verletzte während der letzten drei Wochen zu beklagen sind, liegt nur zum geringen Teil in der Verantwortung Israels und ist überwiegend dem fehlenden Respekt der Hamas gegenüber Menschen im Allgemeinen, Frauen, Kindern und Alten im Besonderen zu verdanken.
Wir Israelis wollten die Operation „Fels in der Brandung“  nicht und wir wollten ganz sicher nicht, dass sich unsere Jungens der Gefahr einer Bodenoffensive aussetzen müssen, von der wir alle wissen, wie grauenhaft diese Arbeit ist!
Uns vorzuwerfen, dass wir „nur“ 59 gefallene Soldaten und vier getötete Zivilisten zu beklagen haben, ist für mich der Gipfel des Zynismus. Diese Formulierung wird übrigens in den nicht israelischen Medien nur zu gerne benutzt…
In meinem letzten Bericht habe ich gegen Ende über den angeblichen Beschuss einer UNWRA Schule durch die IDF berichtet, bei dem 16 Kinder und Jugendliche getötet und ca. 200 verletzt worden waren. Die Schule diente zahlreichen Flüchtlingen als provisorische Unterkunft. Pierre Krähenbühl, UNWRA Chef gab auch recht schnell das nachfolgende Statement ab:
“At approximately 14:55 today, as hostilities were intensifying, UNRWA’s Beit Hanoun Elementary Co-Ed A and D school compound was struck by explosive projectiles, causing death and injuries to multiple displaced Palestinian civilians who had sought refuge in this UN installation. This school had been designated as an UNRWA Emergency Shelter.
The security situation in the Beit Hanoun area was deteriorating rapidly and over the course of the day UNRWA had been attempting to negotiate with the Israeli Defence Forces a pause in the fighting during which they would guarantee a safe corridor to relocate staff and any displaced persons who chose to evacuate to a more secure location. Approval for that never came to UNRWA. In addition, the school’s coordinates had been formally conveyed to the Israeli authorities on 12 occasions, most recently at 10:56 this morning.
(…)
That belief was based on the binding commitment of the international community and on the binding obligation of parties to the conflict under international law to respect the inviolability and sanctity of UN premises, and on the many years during which UNRWA has done its utmost to provide them protection.
(…)
Enough is enough.“

Wo er Recht hat, hat er Recht, genug ist genug! Aber wo wird die Frage gestellt, ob der erste Eindruck auch der richtige ist? Wo bleibt die Anwendung eines der Kernsätze des guten alten Römischen Rechts?  Audiatur et altera pars?  Wie schaut es mit der Unschuldsvermutung aus, dass niemand zu verurteilen ist, dessen Schuld nicht nachgewiesen ist?
Sein Boss, Ban Ki Moon doppelte selbstverständlich nach:
„(…)I am appalled by the news of an attack on an UNRWA school in Northern Gaza where hundreds of people had taken refuge. Many have been killed – including women and children, as well as UN staff. Circumstances are still unclear. I strongly condemn this act.
(…)
I express my profound condolences to the families of the victims and those of so many hundreds of innocent Gazans who have tragically been killed as a result of the massive Israeli assault.
When I briefed the Security Council from Ramallah just two days ago, I condemned Hamas rocket fire and called on Israel to exercise particular care to avoid any attack on United Nations premises where civilians have taken refuge. More than 100,000 Gazans – that’s 5 percent of the total population – have sought refuge in UNRWA facilities.
I once again stress to all sides that they must abide by their obligations under international humanitarian law to respect the sanctity of civilian life, the inviolability of UN premises and to honour their obligations to humanitarian workers.
Today’s attack underscores the imperative for the killing to stop – and to stop now.”
Eine Aufforderung, die sich hoffentlich an beide Seiten richtet. Ich verstehe das allerdings nur als an Israel gerichtet, …
Klar, warum sollte auch von der UNO, oder besonders von der nur den Palästinensern verpflichteten UNWRA irgendetwas gegen die Hamas gesagt werden?
Mittlerweile haben Untersuchungen durch die IDF ergeben, dass tatsächlich eine Mörsergranate auf das Schulgeländer abgefeuert wurde. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt der Schulplatz menschenleer und nicht, wie von der Hamas behauptet, voll mit Menschen. Die Schwierigkeit, herauszufinden, wer für die zahlreichen Toten letztendlich verantwortlich ist, lag darin, dass kurz vor dem Zeitpunkt vom Schulgelände auf die israelischen Soldaten geschossen wurde und diese das Feuer erwiderten. Ein IDF Sprecher betonte nochmals, dass die bedauernswerte Tatsache, dass es immer wieder unschuldige Opfer gäbe, darin zu suchen sei, dass die Hamas immer wieder menschliche Schutzschilde zum Einsatz bringt. Auch die UNWRA musste zähneknirschend zugeben, dass fehlgesteuerte Raketen der Hamas auf dem Schulgelände explodiert seien, ließ aber die Tür zur alleinigen Schuldzuweisung Richtung Israel offen.
In den letzten Tagen hat die IDF an jedem Tag zumindest einen Versuch der Hamas verhindern können, durch die Tunnelsysteme auf israelisches Gebiet vordringen zu können. Wie viele solcher Tunnel tatsächlich noch existieren, ist immer noch nicht klar, es scheint, als würde  im Untergrund von Gaza ein zweites Gaza liegen. Vorgestern kamen bei einem solchen Versuch fünf Soldaten ums Leben. Der sechste, überlebende Soldat konnte verhindern, dass die Leiche eines seiner Kollegen von den Terroristen entführt wurde. Er erschoss einen der Leichenfledderer,woraufhin die überlebenden zurück in den Tunnel flüchteten. Der Frage, wie es dazu kommen konnte, muss sich die IDF nun stellen.
Nach erfolgloser Suche nach dem vermissten Soldaten Sgt. Oron Shaul, 21 und intensiven Beratungen zwischen einem Militärrabbiner und der Familie, wird der junge Mann für tot erklärt. Die offizielle Formulierung zu diesem Procedere lautet: Verstorbener, dessen Begräbnisort nicht bekannt ist.
Bereits vor einigen Tagen ergaben sich 150 Hamasniks, von denen 70, die verdächtigt wurden, an Terrorattacken teilgenommen zu haben, zur weiteren Befragung nach Israel gebracht wurden, während die anderen nach Aufnahme ihrer Personalien wieder freigelassen wurden. Ob sie allerdings ihre Freiheit in Gaza lange überleben werden, scheint mir unsicher angesichts der letzten Ermordungenvon palästinensischen Kollaborateuren durch die Hamas.
Das ganze Ausmaß der Möglichkeiten, die durch die Tunnel eröffnet werden, kam bei den Befragungen durch den Inlandsgeheimdienst heraus. Geplant waren perfekt orchestrierte Angriffe auf sieben Kibbuzim und Dörfer im Süden an Rosh Hashana, dem jüdischen Neujahrfest, das in diesem Jahr am Abend des 24. September beginnt.
Ziel der Anschläge sei es gewesen, ein Massakerunter der dort lebenden Zivilbevölkerung anzurichten und zusätzlich Zivilisten zu entführen und nach Gaza zu bringen. Die Chancen dazu wären gut gewesen, traditionell treffen sich am Abend von Rosh Hashana Freunde und Familien zu einem gemeinsamen, festlichen Abendessen. Im Kibbuz kann es also durchaus sein, dass sich alle Kibbuzniks im „Cheder ochel“ dem gemeinsamen Speisesaal befinden… Eine leichte Beute für Terroristen.
Immerhin fand ich zu dem Thema einen Bericht in der „Presse“,  unter der Überschrift: Israel: Hamas plant „Mega Anschlag“ durch Tunnel wird die Seriosität der Information in Frage gestellt:Die Informationen, die sich nicht unabhängig überprüfen ließen, basieren demnach auf den Aussagen von Hamas-Mitgliedern, die Israels Armee während der gegenwärtigen Offensive im Gazastreifen festgenommen habe.“

Wie professionell mittlerweile die Tunnelbauten ausgebaut sind und welch wichtiger Wirtschaftsbereich da entstanden ist, wird in der Zeitausgezeichnet beschrieben. Tunnelbauer gehören zu den bestbezahlten Jobs in Gaza, oft müssen Kinder, Wühlmäusen gleich, die gefährlichen Grabarbeiten machen. Stürzt ein Tunnel ein, gibt es Tote, so werden sie posthum zu Märtyrern erklärt. So wie die 160 Kinder, die auf diese Art starben. Einen Blick in einen der kleineren Tunnel kann man in der ARD Sendung „Zwischen Mittelmeer und Jordan“ werfen. Die größten Tunnel sind mittlerweile so groß, dass man Autos unzerlegt durch sie hindurch befördern kann.

Am Montag wurden wiederum „sensible Ziele“ in Gaza beschossen. Zum einen das Al-Shifa Krankenhaus, weiters das Shati Flüchtlingscamp und letztlich gab es bei dieser Dreiersalve einen Treffer in Ashkelon. Wieder wurde schnell Israel beschuldigt, für den Beschuss verantwortlich zu sein. Und wieder konnten Luftaufnahmen belegen, dass es ganz anders war.

Mittlerweile wurde eine zweite „Front“eröffnet. Israel, Hamas und UNO versuchen, je nach Sichtweise, die Opferzahlen zu benennen. So gibt die Hamas an, dass von den 1137 Toten der ersten  zwei Wochen mehr als 80% (über 909) Zivilisten sind. Frauen und Kinder, „unschuldige Opfer der ausufernden israelischen Aggressionen“.
Das Meir Amit Informationszentrum für Geheimdienste und Terrorismus hat die Aufgabe übernommen, die vom palästinensischen Ministerium für Geheimdienste veröffentlichte Liste genau zu analysieren. Von 152 überprüften Namen wurden 71 als Terroristen identifiziert, 81 Namen waren die von nicht involvierten Zivilisten. „Die Liste wurde in aller Eile erstellt, später wurden Änderungen angebracht. Zahlreiche Namen existieren gar nicht, die Todesursache ist unvollständig angeführt, was eine Identifizierung fragwürdig macht. Manche Namen wurden mehrfach benutzt, einige Personen sind möglicherweise eher durch „friendly fire“ als durch Israelischen Beschuss getötet worden. Die Liste unterscheidet nicht, zwischen Zivilisten und an den Terrorakten beteiligten Personen. Alle auf der Liste genannten sind als „shahids“ (Märtyrer) bezeichnet. Reuven Ehrlich von glaubt, dass die Liste nur den Zweck erfüllt, Israel als Schlächter dastehen zu lassen und eine Basis für zukünftige Rechtsschritte der Hamas gegen Israel zu bilden.
Eine UN Mitarbeiterin, die nicht genannt werden möchte, weil sie nicht befugt ist, Informationen weiter zu geben, spricht von 1109 getöteten Palästinensern, davon 821 Zivilisten (239 Kinder und 124 Frauen), 179 „Kämpfern“ und 109 Personen mit unbekanntem Status.
Diese Zahlen sind noch nicht aktualisiert, die weiter oben im Text genannten entsprechen denen von heute, Mittwoch 15:30.
Um zu teigen, wie tief die Hamas mittlerweile in ihren Bemühungen gefallen ist,  um tränentreibende und wutschürende Propaganda, oder noch treffender, Hetze gegen Israel zu betreiben, möchte ich an einem einzigen Bild zeigen. Am 11. März 2011 verübten zwei Palästinenser in Itamar/WJL ein Massaker an der Fogel Familie.  Beide Eltern, sowie drei ihrer Kinder im Alter von 11 und 4 Jahren, sowie drei Monaten wurden grausam erstochen.
Israel machte damals mit der Veröffentlichung der Bilder eine Ausnahme von der sonst geltenden Regel, keine Bilder von Mord- und Unfallopern zu zeigen. Und nachdem im Netz nichts verloren geht, fand ein krankes Hirn natürlich auch diese Bilder, die nun umbenannt wurden.  Auf dem mittleren Bild ist vorne rechts am Türstock eine Mesua zu sehen, und die gibt es in Gaza ganz bestimmt an keiner Türe!
Und noch ein anderes Bild wurde aus dem wohlsortierten Internetfundus hervorgeholt.


Seit 15 Uhr gibt es wieder eine von der UNO geforderten und von Israel akzeptierten Feuerpause. Seither gab es fünf Alarme im Süden. Ausgenommen von der Feuerpause sind die Arbeiten der Bodentruppen beim Aufspüren und Zerstören von Tunnel.
Rose des Tages
Shalom Lahmi, Manager des Restaurants  The Salon“ fuhr mit seinem funkelnagelneuen Gourmet-Trucknicht, wie eigentlich geplant in die Wüste, um dort als Caterer für einen Event der besonderen Art aufzutreten.
Er fuhr in die Wüste, um für die Soldaten zu kochen, die in den kurzen Pausen zwischen zwei Einsätzen für einmal nicht die zwar nahrhafte und sicher auch ausgewogene, aber ganz bestimmt nicht kulinarische Militärverpflegung zu sich nehmen konnten.
Prominente Küchenchefs aus ganz Israel ließen es sich nicht nehmen, die Küchenausstattung zu vervollständigen, Lebensmittel zu bringen und schlussendlich selber zu kochen!
Der Dank unserer Soldaten ist ihnen gewiss.
Eine zweite Rose geht an die vier Soldaten, die ihren verletzten Kollegen, einen Schäferhund, aus dem Kampfgebiet zu bringen. Die Hundestaffeln sind ein wesentlicher Teil der Bodentruppen. Die hochspezialisierten Hunde werden eingesetzt, um Minen aufzuspüren, Verschüttete zu finden etc. Die Tiere kommen bereits im Welpenalter zu ihrem Betreuer und bleiben auch im Ruhestand bei ihnen in der Familie.


Highlight des Tages
Eine Soldatin und ein Soldat, beide als Reservisten in Gaza im Einsatz nutzten eine kurze Pause, um einen Entscheid für ihr Leben zu treffen.
Itai hatte einen roten Teppich, eine Flasche Sekt und offensichtlich auch einen Ring bei sich als er sich mit seiner Freundin Ilana kurz vor dem Einrücken nach Gaza traf.
Für die Frage aller Fragen fehlte nur der dramatische Sonnenuntergang über den Mittelmeer, um die Romantik dieses Augenblicks noch zu steigern.
Ich wünsche den beiden ganz viel Glück und, dass dies ihr letzter Einsatz sein wird, zu dem sie einberufen werden.
Mazal tov!
Kaktus des Tages
Bereits am 23. Juli twitterte der deutsche Astronaut Alexander Gerst, derzeit an Bord der ISS ein Bild, das er wie folgt beschrieb: Mein traurigstes Foto: von der #ISS aus sehen wir Explosionen und Raketen über #Gaza und #Israel.Das Bild wurde in zahlreichen Zeitungen veröffentlicht und fand rasend schnell auch seinen Weg in Facebook und andere soziale Medien, wo es einen Sturm des Mitleids und des Zorns auslöste. Wenn das zum Aufnahmezeitpunkt der Himmel über Gaza war, ja um Himmels Willen, dann brannte ja nahezu der ganze Gazastreifen……
Wer Israel kennt und sich ein ungefähres Bild über die Topografie machen kann, der muss zumindest gestutzt haben.
Das ist das Bild
Und das ist ein ganz normales Nachtbild von Israel
Das ist das gedrehte und beschriftete Bild

Und hier ist das Bild aus der ISS auf eine Google Map Karte gelegt

 

Das zum Thema, die Welt will betrogen sein!  Er hat sich wohl gedacht, wir fliegen gerade über den Nahen Osten, also muss das Gaza sein….

Wer sich aktuelle Erdbilder aus der ISS aufgenommen anschauen möchte, wird hier fündig, derzeit fliegt sie in einer Höhe von 425 Km südlich von Afrika über den indischen Ozean

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