Fels in der Brandung – Tag 16 und 17 (23./24. Juli 2014)

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Trotz heftiger Bemühungen auf höchster Ebene, einen Waffenstillstand, oder doch zumindest eine neue „humanitäre Waffenruhe“ durchzusetzen, gehen die Kämpfe in Gaza weiter. 
Beide Seiten haben ihre Ziele klar und deutlich formuliert.
Die Hamasvertraut auf die Macht der Medien
Der Forderungskatalog der Hamas

Abzug der israelischen Panzer von der Grenze zum Gazastreifen.
Freilassung aller Gefangenen, die während der Suche nach den drei entführten Jugendlichen verhaftet wurden.
Aufhebung der Blockade und Öffnung der Grenzübergänge für Waren und Menschen.
Aufbau eines internationalen See- und Flughafens unter der Aufsicht der UNO.
Ausweitung der Fischereizone auf 12 Seemeilen vor der Küste.
Internationalisierung des Rafah Grenzüberganges (mit Ägypten) unter der Kontrolle der UNO und befreundeter arabischer Nationen.
Internationale Truppen entlang der Grenze.
Israel muss Erleichterungen bei der Einreise für Betende in der Al Aksa Moschee gewähren.
Israel ist es verboten, sich in palästinische Politik hinsichtlich der Versöhnung (Fatah-Hamas) einzumischen.
Wiedereinrichtung der Industrieparks und Verbesserungen für die wirtschaftliche Entwicklung im Gazastreifen.
Fortgesetzte Lieferung von Gratisstrom nach Gaza.
Mir kommt vor, dass die Liste der Hamas Forderungen von Tag zu Tag wächst und Israel mehr und mehr knebelt.
Einen alten Plan hat Verkehrsminister Ysrael Katz aus dem Hut gezaubert: eine künstliche Insel, ca. 4,5 Km vor der Küste gelegen und durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. 
Damit ist auch meine Frage nach der „Hafenbrücke“ geklärt. 
So köännte die geplante Insel aussehen

Auf der Insel soll der Hafen, ein Kraftwerk, eine Anlage zur Wasseraufbereitung und vielleicht auch ein Flughafen gebaut werden. Auch der Ausbau der touristischen Infrastruktur wäre denkbar. Nicht vorgesehen sind Wohnhäuser. Die Verbindungsbrücke könnte für 100 Jahre unter internationaler Kontrolle stehen, während der die Seeseite von Israel kontrolliert würde.

Das operative Management der gesamten Infrastruktur wird in der Hand der Palästinenser liegen.
Bereits im Jahr 2011 hatte Katz dieses Projekt vorgestellt. 
Er ging damals  davon aus, dass der Bau insgesamt 10 Milliarden $ kosten würde. Als geschätzte  Bauzeit gab er 10 Jahre an. Durch das Projekt würden, so seine Vorstellung, ca. 100.000 neuen Arbeitsstellen geschaffen. 
Im neuen Katalog der Forderungen ist dieser Bau enthalten, damals wurden Stimmen laut, vor allem von wohldenkenden Umweltschützern und palästinensischen Politikern, dass das Projekt ein „Fantasiegebilde“ und die pure „Verrücktheit“ sei.
Ghassan Khatib der damalige Sprecher der PA formulierte seine Bedenken: „Wenn Israel etwas tun will, um das Leben der Palästinenser zu erleichtern, gäbe es viele viel leichtere Maßnahmen. (…) Wenn sie den Palästinensern helfen wollen, dann müssen sie die Blockade von Gaza aufheben, die Wiedervereinigung von Gaza und dem WJL zulassen, und die Gründung des Staates Palästina zulassen. In dem Fall sind sie eingeladen Vorschläge zu machen.“
Heute ist der damals abgelehnte Hafen Teil der Forderungen……
Goethe konnte ja nicht wissen, dass seine Worte „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen!“ auch einmal für die, seit Jahren mit nicht zielführenden Wort- und Schriftwechsel bis zum Platzen vollen Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern gelten könnten.
Israels Ziele sind weitaus pragmatischer: Zerstörung der Tunnelsysteme, um die Infiltration von Terroristen nach Israel zu beenden – Zerstörung der Waffenlager – Brechen der Macht der Hamas – Wiederherstellung der völligen Ruhe im Süden des Landes, bzw. wie man es zutreffender formuliert im Süden und im Zentrum von Israel. 
Hamas hat seit Beginn der Operation Fels in der Brandung mehr als 2.100 Raketen auf Israel abgeschossen, das entspricht im Durchschnitt einen Beschuss im 10 Minuten Takt. 
Nur ein Beispiel von heute, Donnerstagvormittag:
11:02 Alarm in Zentralisrael
11:12 Zwei Raketen wurden über Bat Yam und Petah Tikva abgefangen
11:19 Alarm in Tel Aviv
11:33 Drei Raketen wurden über Tel Aviv abgefangen
Wie unterschiedlich die Wertschätzungen für die ihnen unterstellen „Kämpfer“ ist, kann man deutlich erkennen.
Aus Katar meldete sich Khaled Mashaal zu Wort. Dort wird er von seinen Freunden verwöhnt bis zum geht nicht mehr und kann sich die Schreckensmeldungen aus sicherer Entfernung anschauen.
Urlaub in Katar

Fussball WM 2014

Heute in  Katar

Jagd am Strand von Gaza -was immer es da zu jagen gibt

Auf dem Weg zur Weltpolitik vor wenigen Tagen

Für ihn ist es klar, dass es keinen Waffenstillstand geben kann, ohne dass alle Forderungen erfüllt sind. Den Modus Waffenstillstand gefolgt von Verhandlungen lehnt er kategorisch ab.

Ganz anders verhielt sich der Kommandant der Golani, Ghassan Alian.  Er wurde zu Beginn der Woche von Schrapnells getroffen. Seine Verletzungen seien, so die Meldung „leicht bis mittelschwer“. Bereits am Dienstag beschloss er, zurück nach Gaza zu gehen. Er habe eine Verantwortung seinen Soldaten gegenüber.

Gezeichnet fuer immer
Gestern hat die IDF das Wafa Krankenhaus in Gaza beschossen. Es ist furchtbar genug, wenn man liest, dass ein Krankenhaus Ziel eines Angriffes wird. Wenn dann dieses Krankenhaus noch mitten in Gaza liegt, wo derzeit bis zu 4.000 verwundete Gazaener behandelt werden müssen, dann neigt man verständlicherweise dazu, sich der Meinung von Navi Pillay, der UNO Hochkommissarin für Menschenrechte anzuschließen.
Alt aber immer noch zutreffend
„Es scheint ein konkreter Verdacht zu bestehen, dass das internationale Recht verletzt wurde. Dies in einer Art und Weise, die fast schon Kriegsverbrechen sind.“ 
Sie fügte auch noch hinzu, dass der Beschuss israelischer Gebiete mit ausschließlich ziviler Bevölkerung aus Gaza keine Kriegsverbrechen auf israelischer Seite rechtfertige.
Was ist wirklich geschehen?
Palliwood läst grüssen
Ich gebe es zu, ich bin parteiisch. Und deshalb ist es nur logisch, dass ich den Aussagen und Belegen der IDF mehr glaube, als den  „Belegen“ der Hamas. 
Wir haben seit der Gaza Flotilla unsere Lektion gelernt. Jeder Einsatz unserer Truppen wird mit Helmkameras dokumentiert, die in Sekundenschnelle die Bilder online an eine zentrale Stelle weitergeben. Dort werden die Bilder oder Filme analysiert und, sobald als möglich, für die Öffentlichkeit freigegeben. Bilder wie aus Palliwood werden nicht veröffentlicht. 
Das nachfolgende Video, freigegeben von der IDF, belegt, was sich im Vorfeld des Angriffes abspielte.


Völlige Ungewissheit herrscht noch über einen dramatischen Zwischenfall, der heute Nachmittag in einer UNWRA Schule in Gaza stattfand. Während eines heftigen Gefechts zwischen der IDF und Hamas Terroristen wurde eine UNWRA Schule in Beit Hanoun wurden mindestens 15 Personen getötet und mehr als 200 verletzt. Die Schule dient momentan als Flüchtlingsheim.

Heute gibt es weder Highlights, noch eine Rose, noch einen Kaktus!
Morgen übersiedeln wir, und ich weiß nicht, ab wann ich wieder Internetzugang habe.
Shabbat shalom

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