Fels in der Brandung – Tag 14 und 15 (21./22. Juli 2014)

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Die Zahl der Toten auf beiden Seiten steigt. In Gaza starben mehr als 600 Menschen, Israel trauert um 25 tote Soldaten und zwei Zivilisten.
Vorgestern und gestern setzte sich der erbitterte Kampf in und um Gaza fort.

Im letzten Eintrag habe ich ein Bild  gepostet, das Menschen auf einem Dach zeigt. Mittlerweile gibt es das Bild in einer besseren Qualität, jetzt erkennt man deutlich, dass sich auch Kinder unter den potentiellen Opfern befinden. 

Die für gestern zwischen 10:00 und 15:00 vorgeschlagene „humanitäre“ Feuerpause fand nicht statt. Dass sie kommen könnte, war einseitig von arabischen Medien als Gerücht gestreut worden, wurde aber nie von für die Verhandlungen relevanten Stellen bestätigt. Während die Hamas verkündete, sich daran halten zu wollen, kam von Israel keinerlei Reaktion. Das ist ein PR Punkt für die Hamas: „Seht her, wir wollen ja, aber Israel schweigt!“
Während der letzten Feuerpause liefen in den Straßen von Gaza teils befremdlich anmutende Gestalten herum.  Waren das nun Mann-Weiber, ein neuer Typus der arabischen Frau, oder waren es wirklich Männer. Es gibt nur sehr wenige Aufnahmen von ihnen,  bei einigen schaut die Kalaschnikow unter dem Rocksaum hervor, die Person auf dem nachfolgenden Bild besticht durch grazile Bewegungen und einen wirklich zarten Körperbau….

Am Sonntag kam es zu mehreren tragischen Vorfällen, bei denen insgesamt 13 Soldaten, überwiegend Mitglieder der prominenten Golani Einheit getötet wurden. Sieben von ihnen waren in einem gepanzerten Personentransporter unterwegs, als dieser unter Beschuss kam.
Nur sehr langsam wurden die Namen der Opfer bekannt gegeben. Das ist in der Regel ein Zeichen dafür, dass es irgendein im Zusammenhang mit dem Fall stehendes Problem gibt. 

Und dann tauchten unglaubliche Meldungen über die Entführung eines Soldaten in den arabischen Medien auf. Aus Gaza Stadt, Shuafat und Jericho wurde berichtet, wie groß der Jubel und die Freude über die angebliche Entführung war. 

An Geschmacklosigkeit kaum noch zu überbieten ist das schnell zusammengebastelte Video, mit mehr als 500.000 Aufrufen und mehr als 8500 Likes seit der Veröffentlichung vorgestern.


Der im nachfolgenden Video zu Wort kommende Hamas Sprecher Mushir Al-Masri, ist jener Terrorist, der mit einer Delegation aus Gaza als persönlicher Gast vom heutige Stadtamman von Baden (CH), Geri Müller, dem großen Palästinenserfreund, im Januar 2012 das Bundeshaus in Bern besuchte.


Die Entführung wurde von israelischer Seite dementiert. Solange, bis Gestern doch mehr und mehr Informationen bekannt gegeben wurden, die ich jetzt, gegen 22:30 nur so zusammenfassen kann: Sgt. Oron Shaul, 21 wird vermisst. Die Meldungen sind zu widersprüchlich. Ich möchte mich an den Spekulationen, die mir teilweise den Atem nehmen, nicht beteiligen. Nur eine Meldung, die ein wenig Hoffnung zulässt, dass nicht das Allerschlimmste eintritt (Nota bene, ich gehe davon aus, er ist tot. Und ich hoffe, er musste nicht allzu viel leiden!). Die IDF konnte auf Aufnahmen aus einer unbemannten Drohne erkennen, dass sich kein Hamas Terrorist dem ausgebrannten Fahrzeug und damit den Getöteten genähert hat.

Im Laufe von Vorgestern und Gestern gab es wieder einige Versuche, über das rasch kleiner werdende, aber offensichtlich immer noch vorhandene Tunnelsystem nach Israel einzudringen. Zwei Hamas Terroristen versuchten, sich in Uniformen zu verstecken, die denen der IDF nachempfunden waren. Nur dank der „falschen“ Bewaffnung wurden sie als Terroristen erkannt. 

Kaktus des Tages
Obwohl die israelischen offiziellen Stellen betonen, das es bei An- und Abflügen auf und vom Flughafen Ben Gurion keinerlei Sicherheitsbedenken gäbe, stornierten alle US amerikanischen Fluglinien, Canada, sowie die Lufthansa mit ihren Ablegern Swiss, Austrian und Germanwings alle Flüge für die kommenden 36 Stunden. Aber gut, den Verantwortlichen steckt die Angst, dass ein zweiter schrecklicher Absturz wie in der Ukraine stattfinden könnte, in den Knochen.
Die ELALbemüht sich, auf ihren Europa Flügen größere Maschinen einzusetzen, um „gestrandete“ Passagiere mitnehmen zu können.
Die Hamas ist wieder zu den üblen Täuschungsmanövern ihrer Frühzeit zurückgekehrt und benutzt Krankenwagen, um nach einem Anschlag und in diesem Fall Raketenabschuss ungehindert davon kommen zu können. Feige Nüsse!

Rose des Tages
Auch Shelly Dadon wurde als Opfer des Terrorismus anerkannt. Shelly, die auf Grund einer chronischen Krankheit nicht ihren Dienst in der IDF leisten konnte war auf dem Weg zu einem Vorstellungsgespräch. Auf dem Weg dorthin bestieg sie ein Taxi, nicht ahnend, dass der Fahrer, ein arabischer Israeli, ihr Mörder sein würde.

Das Video, welches ich leider nicht kopieren kann, aber das sich hier befindet, zeigt, wie sich der Stress und die Anspannung unserer Soldaten innerhalb von Sekunden entladen kann. Einige der Reservisten konnten für ein paar Stunden heimfahren. Duschen, Essen, Freunde anrufen, schlafen, schlafen und dann wieder los. Und für alle die, die nicht heimfahren können, werden landauf, landab Pakete gepackt. Seife, Handtücher, Guetzli, Cafe, Shampoo, Socken (aber bitte keine weißen, die reflektieren zu sehr). In jedem Supermarkt stehen Sammelcontainer, jeder spendet.
Und noch eine ganz spezielle Rose
Nissim Sean Carmeli, einer der getöteten Soldaten hat in Israel keine Familie außer zwei Schwestern. Er ist ein  „lone soldier“. Die Stadt Haifa anerbot sich sofort, ein Ehrengrab bereit zu stellen. Maccabi  Haifa, nicht ganz so bekannt wie Maccabi Tel Aviv, rief vorgestern via facebook alle Fans aus, zur Beerdigung zu kommen. Und es kamen mehr als 20.000!

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