Fels in der Brandung – Tag 11, 12 und 13 (18. – 20.07.2014)

ב“ה
Wie leider zu erwarten war, fordert die Bodenoffensive vermehrt Opfer auf beiden Seiten.
Zwar konnten auf der einen Seite bis vorgestern, Freitagabend zahlreiche Tunneleingänge gesprengt und damit die Tunnels unbrauchbar gemacht werden. Der Verlauf der Explosionen lässt auch hier die Vermutung zu, dass sie nicht nur als unterirdisches „Straßen System“ dienen, sondern auch als Lagerraum für große Mengen von Sprengstoff. Auch zahlreiche Raketenabschussrampen wurden unbrauchbar gemacht.
Tunneleingang in einem Haus

… und im Freien

Gestern Nacht fand ein Angriff der besonders verabscheuungswürdigen Art statt. Soldaten, die in der Nähe von Rafah im Süden des Gaza Streifens operierten, sahen einen Esel auf sich zu kommen, der voll beladen mit Sprengstoff war. Den Soldaten blieb nichts anderes übrig, als den Sprengstoff zur Detonation zu bringen. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Tier als todbringende Waffe eingesetzt wird. Seit 1995 ist diese Praxis bekannt, in der Regel kommen Esel und Pferde zum Einsatz, auch Hunde mussten schon auf diese Art ihr Leben lassen. 


Bereits vor einigen Tagen, am Mittwoch, den 16.07. kam es am Strand zu von Gaza zu einem tragischen Vorfall. Vier Kinder, im Alter von sieben bis elf Jahren kamen unter noch nicht vollständig geklärten Umständen ums Leben. Eine achtköpfige Gruppe spielte am Strand als – aus der Sicht der überlebenden Kinder –  von einem israelischen Militärschiff aus direkt und gezielt auf sie Raketen abgeschossen wurden.
Strand von Gaza

Von dieser Stelle am Strand waren vor einigen Tagen Raketen auf Militärschiffe abgeschossen wurden, die ihr Ziel zwar nicht erreichten, aber trotzdem Verletzte forderten.
Ob zwischen den beiden Vorfällen ein Zusammenhang besteht, wird derzeit von der IDF untersucht. 
Das al-Deira Hotel
Übrigens, die Reporter, die als erstes vor Ort waren, wohnen überwiegend im anschließenden Al Deira Hotel. Die nachfolgende Tripadvisor Bewertung hat sich damit wohl überlebt. Oder die Information war nie zutreffend. Oder irgendetwas stimmt nicht.
CavKA, Galway, Irland schreibt
*      Bewertet am 20. Dezember 2012 Formularende
*      The Al Deira is a favourite for journalists and some NGO folks as it is considered safe (e.g. from strikes as the Israelis have the coordinates and therefore do not target). That is important. The hotel itself is quite pricey, despite being in Gaza city, largely because of what I noted above.
Der gestrige Samstag ist bisher der Tag mit den meisten Angriffen und den zahlreichsten Opfern.
Nachdem im südlichen Bezirk Eshkol der Alarm fast im Sekundentakt ausgelöst wurde, sperrten Polizei und IDF für einige Stunden die Straßen für jeden Zivilverkehr und forderten die Bewohner auf, unbedingt in unmittelbarer Nähe der Schutzräume zu bleiben.
Bezirk Eshkol, derzeit am häufigsten beschossen

Gegen Mittag gab es kurzfristigen Sicherheitsaalarm zwischen Ashkelon und dem nördlichen Gaza Streifen. Libanesische Quellen hatten gemeldet, dass Terroristen über den Wasserweg nach Israel eingedrungen seien. Der Alarm konnte aufgehoben werden, nachdem das Militär die Region genauestens durchsucht hatte.
Strassensperre im Süden

Leider nicht so glimpflich ging ein weiterer Versuch von Terroristen aus, die am Vormittag versuchten,  nach Israel einzudringen. Neun Männern war es zunächst gelungen über Tunnels in israelisches Gebiet einzudringen. Sie wurden von Soldaten vor Ort unter Feuer genommen. Vier IDF Soldaten wurden bei der Aktion verletzt, von denen zwei heute Abend ihren Verletzungen erlagen. Wie schon in den vorhergegangenen Fällen lässt die zurückgelassene Munition darauf schließen, dass ein größerer Terroranschlag auf die Zivilbevölkerung geplant war.
Gegen Mittag gab es ein weiteres Zivilopfer zu beklagen. Bewohner der unbewilligten Beduinendörfer zwischen Dimona und Be’er Sheva haben keine Möglichkeit, einen Schutzraum aufzusuchen, weil es diese Infrastruktur dort schlicht und einfach nicht gibt. Der Familienvater verstarb noch auf dem Transport ins Krankenhaus von Dimona, seine Frau erlitt mittelschwere Verletzungen, sein 5 Jahre alter Sohn wurde leicht verletzt,  das vier Monate alte Baby schwebt in Lebensgefahr.
Die Diskussion, die noch vor wenigen Monaten so leidenschaftlich von selbsternannten Gutmenschen, anti-israelischen NGOs etc. geführt wurde, ob es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, jene Beduinen, die in unbewilligten Siedlungen = Wellblechhütten und Zelten leben, aus ihren Siedlungen zu entfernen und sie in neuen Dörfern, diesmal mit vollständiger Infrastruktur anzusiedeln oder nicht, kann hier beendet werden. 
In der Nacht von gestern Nacht auf Heute fand in Shuja’iyya, einem Vorort von Gaza die bisher heftigste Operation der IDF statt. Es ist schon seit Langem bekannt, dass sich in diesem Gebiet ein Großteil der terroristischen Infrastruktur befindet. Mehr als 150 Raketen wurden von dort auf Israel abgeschossen. Die große Zahl von Toten und Verletzten lässt darauf schließen, dass die Bevölkerung sich nicht an die Aufforderung gehalten hat, ihre Häuser zu verlassen. Wie sonst kann es sein, dass sich die Familie eines ranghohen Hamasniks in seinem Haus aufhielt, darunter seine Frau, ein Sohn und zwei kleine Kinder. 
Menschliche Schutzschilde in Shuja’iyya 
 

So sieht die Terrorhochburg im Querschnitt aus

Wikipediaschreibt dazu: The Shuja’iyya massacre is a massacre that took place on 20 July 2014 in the Palestinian neighborhood Shuja’iyya during Operation Protective Edge.[2] At least 60 people have been killed and hundreds have been injured in the eastern neighborhood. The death toll is expected to rise as more bodies are uncovered.[2]
Official reactions 
Involved parties
Palestine: The Palestinian leadership has condemned a blistering Israeli attack on Gaza’s Shuja’iyya neighborhood as a „massacre“ after more than 60 people were killed. In a statement, the newly-inaugurated Palestinian government described the attack as a „war crime“ which required immediate international intervention. „The Palestinian consensus government condemned in the strongest terms the heinous massacre committed by the Israeli occupation forces against innocent Palestinian civilians in the neighborhood of Shuja’iyya,“ it said.[3]
Unter den 62 Toten befinden sich laut Reuters17 Kinder, 14 Frauen und vier ältere Menschen. Dazu wird von 400 Verletzten berichtet.
Um 13:30 sollte eine zweistündige Feuerpause beginnen, um das Bergen der Toten und Verletzten in Shuja’iyya zu ermöglichen Sowohl die IDF, als auch Hamas stimmten dem Vorschlag des ICRC zu. Tatsächlich kam es zwischen13:14 und 17:01 zu keinem Raketenbeschuss auf Israel. Allerdings beschoss die Hamas, die selber um die Feuerpause gebeten hatte, bereits nach knapp einer Stunde wieder genau dieses Gebiet. Die IDF reagierte nur gezielt auf jeglichen Beschuss, hielt sich aber ansonsten an die Feuerpause. 
Um die medizinische Erstversorgungvon verletzten Palästinensern sicherzustellen, wird ab 20 Uhr Heute Abend ein Feldlazarett in Betrieb genommen. Es wird derzeit außerhalb von Gaza in der Nähe des Erez Überganges eingerichtet. Das vollständig ausgestattete Krankenhaus umfasst neben Notfallräumen, Schockraum,  OP Sälen, auch ein Geburtszimmer. Es sollen sowohl Kranke, als auch Verletzte hier behandelt werden. 
Ich hoffe nur, dass die Hamas Terroristen wenigstens soviel vom humanitärem Gedankengut verstehen, dass sie dieses Krankenhaus, das von der IDF extrem gut gesichert werden muss, nicht beschießen und nicht zum Ziel eines Terroraktes nehmen.
Hier die Highlights:
Nachdem die Hamas, wenn auch mit ziemlicher Verspätung den Vorschlag zum Waffenstillstandsabkommen abgelehnt hat, hat sich nun der Große Bruder, Katar mit einem neuen Vorschlag gemeldet. 
Dieser Vorschlag geht auf alle Wünsche der Hamas ein: Freilassung aller Wieder-neu-Gefangenen im Zusammenhang mit dem Shalit deal, Bau eines Hafens oder eine Hafen Brücke in Gaza (was immer das auch meint), alle Grenzen Israel-Gaza, sowie Gaza-Ägypten werden 24/7 geöffnet, Fischer dürfen im Gebiet von 12 nautischen Meilen fischen.
Ägypten wird von den Verhandlungen über dieses Papier ausdrücklich ausgeschlossen.
Wir wissen es schon lange, dass die Hamas Terroristen über die bessere PR verfügen, als wir Israelis es  jemals hinbekommen. Jetzt haben sie auch den Weg in die sozialen Netzwerke gefunden, und um ganz sicher zu sein, dass die PR auch wirklich greift, hat das Hamas Innenministerium Richtlinien formuliert, damit alles streng nach den Vorgaben geschrieben wird.
Ein Satz ist besonders interessant, er bestätigt genau das, was ich vor einigen Tagen schon einmal in Bezug auf die Zuordnung der Opfer zur Gruppe der Kämpfer oder zu den Zivilisten geschrieben habe.
„Jeder Getötete oder den Märtyrertod Gestorbene muss als Zivilist von Gaza oder Palästina bezeichnet werden, bevor wir über seinen Status im Jihad oder Militär sprechen. Vergesst nicht, euren Beschreibungen immer hinzuzufügen unschuldiger Zivilist, oder unschuldiger Bürger. Das gilt für alle, die bei israelischen Angriffen auf Gaza getötet werden.“
Kaktus des Tages 
Die UNWRAbestätigt, dass in einer ihrer Schulen 20 Raketen aufgefunden wurden: „Gestern wurden, im Zuge einer regulären Inspektion des Gebäudes ca. 20 Raketen gefunden, die in einer leeren Schule im Gaza Streifen versteckt waren. Unmittelbar darauf wurden alle relevanten Gruppen informiert und alle notwendigen Maßnahmen wurden ergriffen, um die Objekte aus der Schule zu entfernen und so die Sicherheit aufrecht zu erhalten. UNWRA hat eine umfassende Untersuchung angeordnet……UNWRA verfügt über starke und gut eingespielte Maßnahmen, um die Neutralität in all ihren Handlungen sicher zu stellen. Dies umfasst auch eine strikte „keine Waffen“ Politik und routinemäßige Kontrollen aller Einrichtungen, damit sie ausschließlich zu humanitären Zwecken genutzt werden. UNWRA wird daran festhalten und die Vorgaben noch weiter verstärken.“
 

Klasse in eine UNWRA Schule in Gaza

Wie kann es dann sein, dass kein Bildmaterial zur Verfügung gestellt wurde und, mehr als das, die Raketen an die Hamas übergeben wurden???? Humanitär und der „keine Waffen“ Politik entsprechend wäre es doch vielmehr gewesen, diese an einem sicheren Ort zu vernichten.
Zwei unserer arabischen Knesset Abgeordneten, Jamal Zahalka und Haneen Zoabi fielen in den vergangenen Tagen  wieder einmal durch ihre strikt „pro-israelische“ Haltung auf. 
Bei einer von israelischen Arabern in Haifa organisierten Demo gegen die Operation „Fels in der Brandung“ kam es zu Ausschreitungen zwischen den Demonstranten und der Polizei. Die Demonstranten versuchten, die Hauptstraße im Bereich der „German Colony“ zu blockieren, was an einem Freitag unweigerlich zum Verkehrschaos führt.  
Das Gebiet der  German Colony in Haifa 
Die Demonstranten trugen sowohl Fahnen der PLO als auch von Algerien mit sich.
“Wir sind hier, um angesichts des Genozides durch den Staat Israel in Gaza und angesichts der Ermordung von Kindern, unsere Solidarität mit den Palästinensern zum Ausdruck zu bringen.“ wird ein Demonstrant zitiert.
Haaneen Zoabi, Parlamentsmitglied

Gemeinsam mit 16 weiteren wurde Haneen Zoabi in Handschellen abgeführt. Der Polizist, dem dies zu verdanken ist, hatte sie offensichtlich nicht erkannt. Zoabi berief sich aber umgehend auf ihre parlamentarische Immunität und wurden freigelassen, während der Rest der Gruppe sich einer Befragung stellen musste. 
Haneen Zoabi nahm, nota bene, als Abgeordnete an der Gaza Flotilla teil. Hier ein kurzer Film zu einem ihrer nahezu legendären Auftritte in der Knesset.
Ebenso unschön, aber leider ebenso typisch war der Auftritt ihres Kollegen Jamal Zahalka. Er warf dem bei einem Treffen des Sicherheitskomitees anwesenden Ltd. General Yohanan Danino vor „Blut an den Händen zu haben“. Der hochrangige Polizist stellte sich den Fragen, warum er bei den letzten Unruhen auf dem Tempelberg diesen nicht komplett abgeriegelt habe, sondern nur den Juden den Zugang untersagt habe. Zahalka brüllte ihn an und warf ihm vor, überhaupt keinen Anspruch auf irgendwelche Aktionen auf dem Tempelberg zu haben, dieser sei „besetztes Gebiet“. Die Vorsitzende Miri Regev  geriet dermaßen außer sich, dass der anschließende Ausschluss von Zahalka aus der Sitzung völlig aus dem Ruder lief.
Beide Abgeordneten sind demokratisch gewählte Parlamentsmitglieder, welches Recht sie allerdings haben, hier das israelische Volk in seiner Gesamtheit zu vertreten, entzieht sich völlig meinem Vorstellungsvermögen.
Rose des Tages
Hillel Neuer, Direktor der in Genf ansässigen NGO UN Watch meldet sich immer wieder in den verschiedenen Gremien zu Wort und zeigt Missstände in der Arbeitsweise der UNO auf. Normalerweise gehen Zeitungsmeldungen über UNO Resolutionen ungelesen unter, wer interessiert sich denn bitte schon dafür, was am anderen Ende der Welt passiert? 
Ich gebe es zu, auch mir sind diese Meldungen bisher rechts und links am Gluteus maximus vorbeigegangen! Wenn aber bei nahezu jeder Sitzung  des Sicherheitsrates oder des Menschenrechtsrates eine Verurteilung Israels das Ergebnis der Sitzung ist, dann kann das nicht der Vorgehensweise entsprechen, die die Gründerväter der UN gewollt haben. 
Nachfolgende drei Videos, die signifikant für beides sind: für die Notwendigkeit mit einer aktiven und mutigen NGO präsent zu sein und immer wieder die Stimme zu erheben und für die teilweise unverständlichen Reaktionen seitens der Teilnehmerstaaten, aber auch des jeweiligen Präsidiums.
Das erste Video, aufgenommen im März 2007, belegt, wie ernst es dem Präsidenten des UN Menschenrechtsrates mit der Gleichbehandlung aller Staaten ist. Der Präsident verweigert nach der Rede ein simples „Danke“ und kündigt an, diesen Sitzungsmitschnitt nicht zu veröffentlichen. Das auch zum Thema Redefreiheit!
Das zweite Video stammt vom 14. Juni 2011 und zeigt, wie Israel von verschiedenen arabischen Ländern angeprangert wird. Hillel reagiert darauf, dass der UN 
Menschenrechtsrat  völlig unangemessen Israel bei der Sitzung auf die Agenda setzt. 
Das letzte Video ist hochaktuell vom 15.Juni 2014. Teilnehmer aus arabischen Staaten, in denen die Menschenrechte oftmals mit Füssen getreten werden, verlangen den sofortigen Abbruch der Rede (Cuba, China, Iran, Pakistan, Venezuela und Ägypten). Die USA, Frankreich, Irland, Kanada, Norwegen und Großbritannien stimmen dafür, dass sie fortgesetzt werden soll. 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s