„Asher Ruach Bo“

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Mit diesen Worten ernennt Gott Jehoshua zum Nachfolger von Moses: „…einen Mann in welchem Geist ist.“ 4. Buch Moses, Pinchas, 27:18
Hinter jedem Namen steht eine Geschichte. Keine Geschichte, wie wir sie unseren  Kindern wünschen.
Die Geschichten der 28 jungen Männer, zwischen 18 und 23 Jahren alt, erzählen von Leben ohne Wurzeln, von abwesenden Vätern, von drogensüchtigen Müttern. Oftmals von „Familien“ deren Wohnung nur einen einzigen Raum umfasst. Von Treppenhäusern, die als einziger Rückzugsort dienen. Von Jugendlichen, die  stehlen müssen, um Essen für sich und ihre jüngeren Geschwister zu haben.
Die Geschichten von jungen Menschen ohne Hoffnung. Es sind Israelis, die im Land geboren sind, es sind Einwanderer, die es nie geschafft haben, Teil der israelischen Gesellschaft zu werden, Menschen an denen man meist vorbeischaut.
Fast alle sind kriminell geworden, einige leiden unter massiven Anpassungsstörungen. Ihr Aggressionspotenzial ist ungeheuer hoch.
Ihre Gesichter reflektieren ihre Perspektivlosigkeit. Sie sind Gefangene eines Teufelskreises, aus dem sie allein kaum werden ausbrechen können.
Trotzdem haben sie den Traum fast aller jungen Israelis: in der IDF dienen zu dürfen, Teil derjenigen zu werden, die dies nicht als lästige Pflicht ansehen, sondern als Privileg.
Dieser Traum kann sich nicht erfüllen, solange sie ein pendentes Gerichtsverfahren haben. Also muss zuerst das Gericht von der Ernsthaftigkeit der Veränderungswünsche überzeugt sein und den Fall schließen.
Asher Ruach Bo ist eine vormilitärische Ausbildungseinrichtung, die gerade den zweiten Kurs mit etwa 25 Teilnehmern erfolgreich abgeschlossen hat. Das intensive und harte Ausbildungs- und Trainingsprogramm entspricht den staatlichen Vorgaben.
Gegründet wurde Asher Ruach Bo von Moshik Wolf in Mitzpeh Ramon. Trifft man Moshik zum ersten Mal, so ist man sofort völlig davon überzeugt, dass er Erfolg haben wird. Die Ideen, die Pläne sprudeln nur so aus ihm heraus und er weiß sie umzusetzen. Er weiß genau von was er spricht, hinter ihm liegen viele Jahre Aktivdienst in der IDF und ein MA in Erziehungswissenschaften.
Hört man diesem leidenschaftlichen und charismatischen Mann zu, so ist man sofort überzeugt davon, dass er derjenige ist, der den ihm anvertrauten jungen Männern den Weg zeigen kann und sie begleitet und, wenn notwendig, auch auffängt.
Sieben Monate läuft das Programm. Neben theoretischen Inhalten wie Geschichte, Zionismus, Natur und Umwelt werden auch religiöse Inhalte gelehrt. Ausflüge erweitern das Bild von Israels Vielfalt, kulturelle Veranstaltungen sollen den Blick weiter machen. Soziale Einsätze in Kindergärten, in Altersheimen und im Streichelzoo stärken das Selbstbild als Teil einer Gemeinschaft.
Die weitaus meiste Zeit verbringen die Kursteilnehmer in der Natur.
Sei es  bei regelmäßigen Arbeitseinsätzen auf Obstplantagen, um selbst zu erfahren, welche Bedeutung die Landwirtschaft hat: sie war Teil des uralten Zionistischen Planes, das Land urbar zumachen. Und sie ist es auch heute noch, als nicht geringer Teil der gesamten israelischen Wirtschaft.
Oder sie sind irgendwo in der Weite der Negev Wüste. Hier gehen die Teilnehmer zuallererst bis an ihre Grenzen. Sie, die bis anhin als Einzelgänger unterwegs waren, erkennen nun, dass dies ein Weg ohne Zukunft war. Sie lernen hier langsam, was es heisst, ein Team zu werden und zu sein. Wie wichtig es ist, sich auf andere verlassen zu dürfen und zu müssen, aber auch selbst ein verlässlicher Partner zu sein. Sie lernen hier Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Bisher haben alle den Kurs absolviert, ausgefallen ist niemand.
Und alle sind heute stolze Soldaten, alle wurden in die kämpfenden Einheiten aufgenommen. Für die meisten erfüllte sich sogar der Wunsch, bei einer der Eliteeinheiten dienen zu dürfen.
Diese vormilitärische  Ausbildungseinrichtung wurde zur Erinnerung an unseren ehemaligen Generalstabschef Rafael „Raful“ Eitan, s.l., gegründet, einer unseren größten Männer. Als Generalstabschef hat er ein Projekt gegründet, um jungen Männern mit schwierigem sozio-ökonomischem Hintergrund eine Zukunft zu geben, das „Raful-Youth-Projekt“. Er ermöglichte es ihnen, während der Militärzeit einen Beruf zu erlernen, der ihnen nach dem Dienst ein Leben ohne Kriminalität und Armut  sicherte. Als zweites Standbein konnten sie ihren High School Abschluss machen.
Die vorhandene Infrastruktur von Asher Ruach Bo ist zu klein geworden. Im August beginnen 30 Teilnehmer den neuen Kurs. Und es gibt erstmals eine Warteliste.
Oberhalb vom Ramonkrater wurde ein Grundstück zur Dauernutzung bereitgestellt. Strom, Wasser und Abwasser sind vorhanden. Die Jewish Agency stellt Wohncontainer zur Verfügung. Ein Baumeister hat sich bereit erklärt, Bodenplatten zu verlegen, in denen die gesamte Verkabelung und Verrohrung ihren Platz finden wird.
Was jetzt noch fehlt, ist Geld!


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