Hofesh, die beflügelte “Grüne Meeresschildkröte”

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Na ja, in der Luft fliegen kann sie noch nicht, Hofesh (Freiheit), die zwischen 20 und 25 Jahren alte männliche „Grüne Meeresschildkröte“. Aber immerhin, Hofesh kann wieder durchs Wasser flitzen!
Die Meeresschildkröte, wird je nach der Färbung ihres Panzers auch als Gelbe oder  Weiße Meeresschildkröte bezeichnet. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in allen tropischen und subtropischen Meeren und im Mittelmeer. Sie wird bis 50 Jahre alt und erreicht eine Panzerlänge von fast 150 cm. Bis 1988 war ihr Fleisch die begehrte Grundlage für die Schildkrötensuppe „Lady Curzon“, kreiert von der deutsch-britischen Mary Baroness Curzon oft Kedleston.
Einst war der Ehrengast eines Diners ein überzeugter Abstinenzler. Einem Ondit zufolge wollte Baroness Curzon ihren übrigen britischen Gästen kein Menü anbieten, das zur Gänze ohne Alkohol auskam. Daher ließ sie diesen vom Küchenchef in der Schildkrötensuppe unter einer dicken Schicht aus geschlagener Sahne verbergen. Der Wahrheit näherkommt wohl die Vermutung, dass sie auf diese Art ihre eigene Sucht verbergen wollte.
Seit 1988 steht die Schildkröte unter dem Artenschutzgesetz, ihr Fleisch ist offiziell nicht mehr zu erhalten. In Indonesien und Malaysia hingegen erfreut sich das Fleisch leider immer noch größter Beliebtheit.
Heute ist es wieder der Mensch, der dieses Tier bedroht.
Es ist der gedankenlos am Strand entsorgte Kunststoffmüll, der von der nächsten Flut mit ins Meer genommen wird. Flaschen, Beutel, Folien, Boxen, Kanister, Siebe, Autoreifen…… die Auswahl am gestrandeten Zivilisationsmüll ist unendlich! Durch die Einwirkung von Wasser, Luft, Sand, mechanische Einwirkungen und UV werden die Kunststoffteile zwar zerkleinert, bleiben aber in einer winzig kleinen Form, man kann fast sagen, für immer, erhalten. Die Freisetzung von in den Kunststoffen enthaltenen Chemikalien, z.B. Weichmacher tun ein Übriges. Einige von ihnen sind hochgiftig, wenn sie von Tieren aufgenommen werden. Sofern sie nicht daran ersticken, bleiben sie im Magen liegen und führen so zu einem langsamen, qualvollen Tod. Als wäre es nicht genug damit, nein, auch in vielen kosmetischen Alltagsprodukten, wie Zahnpasten, Duschgels und Peeling Pasten sind Kunststoffpartikel enthalten, die den mechanischen Reinigungseffekt unterstützen sollen. Diese Teilchen sind so klein, dass sie bei der Reinigung des Abwassers „durchschlüpfen“ und ins Meer gelangen.
 
Zugemüllter Strand – an jedem beliebigen Platz
auf der Welt

Künstliche „Inseln“ entstehen – aus Müll!
 
 
Nicht besser sind die messerscharfen Kunststoffschnüre der Fischernetze, die sich losgerissen haben und frei im Meer treiben. Delfine, Schildkröten, Fische und Vögel verfangen sich darin, werden schwerst verletzt und  bewegungsunfähig. Sie landen hilflos am Strand, wo sie elend zugrunde gehen.
Hofesh stand ein ähnliches Schicksal bevor, als er sich 2009 in einem Fischernetz verfing und von Mitarbeitern des Instituts für Meeresforschung in Michmoret gerettet wurde. Yaniv Levy, der Leiter des angegliederten Institutes zur Rettung der Meeresschildkröte, berichtet über verschiedene Versuche, Hofesh das Leben wieder zu erleichtern. Nichts gelang, bis Shlomi Gez, ein Student im Fach Industriedesign an der Uni Jerusalem, sich von den speziellen Rückenflügeln des F22 Raper inspirieren ließ.
 
Hofesh mit seiner neuen Schwimmhilfe

F 22  das Vorbild
 
 
Nun wurde ihm ein speziell entworfenes Gurtsystem angepasst, dass die beiden Ersatzflossen genau in der richtigen Haltung auf dem Rücken fixiert und seine Schwimmbewegungen stabilisiert.
Offensichtlich hat Hofesh seine Schwimmhilfen angenommen und genießt seine neue Bewegungsfreiheit. Er wird den Rest seines Lebens in einem ausreichend großen Becken verbringen. Gemeinsam mit Tsurit, einer blinden Schildkrötendame, die sich möglicherweise über die Gesellschaft freut.
Sollten die beiden Gefallen aneinander finden und für Nachwuchs sorgen: dieser wird unmittelbar nach dem Schlüpfen ins Meer gebracht werden, ganz so, wie es an denen anderen Brutplätzen geschieht.
 
 


2 Kommentare

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2 Antworten zu “Hofesh, die beflügelte “Grüne Meeresschildkröte”

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