Rabbi Arik Ascherman – das edle Gesicht Israels

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So jedenfalls beschreibt ihn der Journalist Nicholas D. Kristof (NY Times) in seiner Kolumne vom 07. Juli 2010. Liest man die ersten Sätze, so kann man sich dem Verdacht nicht entziehen, dass Kristof sein Geld nicht von der NYT bekommt, sondern vom PR-Büro des alttestamentarisch anmutenden Friedensbewegten.
„Rabbi Ascherman – 50, groß, hager, bärtig, mit trauerumflorten Augen (falls in einem Casting jemals ein Typ à la Prophet Jeremia gesucht würde – hier ist er) …..“

Jeremia,
Michelangelo Sixtinische Kapelle
Ob sich das Jeremiabild dem Journalisten als Fremdwahrnehmung der Person Ascherman angeboten hat (wozu er doch einige Kenntnisse über die Propheten haben müsste) oder ob es ihm von der PR-Abteilung, als dessen marketinggerechte Selbstwahrnehmung dargereicht wurde, kann nur vermutet werden.
Jeremia, der traurige, einsame Prophet, dessen Aufgabe es ist, vor allem die Bürger Jerusalems aus ihrer Saturiertheit zu reißen und zu warnen, dass sie, wenn sie sich nicht auf Gott zurückbesinnen, alles verlieren würden. Und so geschah es dann auch: 586 B.C.E. eroberte Nebukadnezar II Jerusalem, zerstörte den ersten Tempel und führte das Volk in das erste Exil.
Nabucco, Bregenzer Festspiele 1994

 

Vielleicht sieht sich Ascherman wirklich in der Rolle dieses Propheten, der nur Gutes tun wollte und von seinen Adepten nie wirklich verstanden wurde.
Vielleicht gibt es aber auch zu viele Brüche im Leben dieses „ich wäre so gerne ein Gutmensch“ Aktivisten, dass er irgendwann schlicht und einfach den Überblick verloren hat.
Nach seinem Harvard Abschluss wollte er seine rabbinischen Studien aufnehmen, wurde aber abgewiesen. In seiner Vita steht nichts über die Gründe. Selbstverständlich hat jeder ein Recht auf das Zurückhalten persönlicher Informationen, aber dass er es tut, trägt nicht gerade dazu bei, sein Bild so transparent werden zu lassen, wie man es bei einer Person, die sich ständig ins grellstmögliche Rampenlicht stellt, erwarten möchte.
Sich eine Auszeit zu nehmen, um sein Leben neu zu planen, das ist keine Erfindung der letzten Jahre. Ascherman, der sich Israel so sehr verbunden fühlte, heuerte als Volontär in einer Gruppe an, die sich „Interns for Peace“ nannte. Der Gründer dieser Gruppe, heute würde man sie als NGO bezeichnen, war Rabbi Bruce Cohen (1945 – 2010). Cohen wird als das völlige Gegenstück von Ascherman beschrieben, extrovertiert, innovativ, ein Visionär. Zumindest was den Umgang von Israelis und Arabern angeht. (Cohen sprach nie von Palästinensern.)
Offensichtlich funktionierte das Konzept. Gefördert wurde das Projekt von jüdisch-amerikanischen Gruppen bzw. von der Verwaltung der involvierten arabischen Gemeinden.
In diesem Umfeld agierte auch Ascherman von 1981 bis 1983, bevor er nach Amerika zurückging.
Dann kam der nächste Bruch.
Nach dem Ende seiner Ausbildung, wobei sich nirgendwo ein Hinweis findet, wo und wann Ascherman seine rabbinischen Studien abgeschlossen hat, kehrt er nach Israel zurück.
Und gründet dort 1988 Rabbis for Human Rights, eine NGO, deren Mitglieder sich ausschließlich aus israelischen Rabbinern und Rabbinats Studenten aller religiösen Strömungen rekrutieren. Ascherman nennt sie selbst ganz bescheiden: „Die rabbinische Stimme des Bewusstseins in Israel.“
Dazu kommen einige Rechtsanwälte. Ihre finanziellen Ressourcen sind jüdische Organisation in den USA und GB, aber auch altbekannte antiisraelische NGOs, die in allen Jahresberichten als Donatoren auftauchen. RHR gewährt keinen unmittelbaren Einblick in die Jahresbilanz, wie es andere NGOs tun, sondern reiht die Spender nur nach der Summe. So haben u.a. NIF, Church of Sweden, Foundation for the Middle East Peace, Norwegian Church, Misereor, Caritas Belgium, Moriah Fund, NGO development center, AECID mehr als $5.000 gespendet.
Interessant ist es, dass Spenden, die per Scheck für RHR eingezahlt werden, über den NIF abgerechnet werden…….
Eine andere NGO, Breaking the silence geht mit den Spendensummen nicht so diskret um, sondern veröffentlicht sie sehr detailliert. Die dort genannten NIS 20.000 entsprechen in etwa $ 5.000. Ich gehe davon aus, dass die Höhe der jeweiligen Spenden an beide NGOs in etwa gleich sein werden.
Im Gegensatz zu Interns for peace, versucht Ascherman erst gar nicht, den Ausgleich zwischen israelischen Arabern und Israelis im Kernland herzustellen. Er verlegt sich klar darauf, der Advocatus Diaboli für die palästinensischen Araber im WJL zu sein.
 
Olivenernte im WJL
 
Er ist immer da, wenn es darum geht, Volontäre, natürlich medial bestens aufbereitet, einzusetzen, die eine unbehinderte Olivenernte ermöglichen sollen, Palästinenser vor Gericht zu begleiten, um Landansprüche durchzusetzen, Gebietsansprüche in Ost Jerusalem und/oder dem WJL anzumelden. Er steht den Beduinen zur Seite, wenn wieder einmal ein Zelt zerstört wird, das zum x-ten Mal dort wieder aufgebaut wurde, wo es nicht stehen darf. Auf öffentlichem Grund, auf dem die neue Straße entsteht, nicht auf eingetragenem Grundbesitz. Diesen haben die Beduinen nie angestrebt, solange sie traditionell als Nomade lebten. Erst jetzt, wo sie sesshaft werden, kommt das Narrativ des „uralten Gebietsanspruches“ auf.
Es geht ihm auch darum, palästinensischen Arabern ihre Rechte deutlich zu machen, wenn sie Schaden erlitten haben. So legte er sich vor einigen Jahren mit israelischen Ordnungshütern an, als er Bewohner von Silwan (Ostjerusalem) offen zu Widerstand gegen die Staatsgewalt aufrief. Den Widerständen lagen archäologische Grabungsarbeiten zugrunde. Ascherman behauptete, diese Arbeiten würden die Baustruktur der Wohnhäuser gefährden. Der Anordnung, sich Silwan für einige Zeit fernzuhalten, kam er nicht nach, sondern verbrachte lieber eine kurze Zeit im Gefängnis.
Er stellt sich unreflektiert auf die Seite der in seinen kruden Gedankengängen schwächeren und von daher schützenswerten palästinensischen Araber. Und übersieht dabei, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung und Schutz seiner Bürger hat. Ohne die Verteidigungsmauer gäbe es immer noch die latente tagtägliche Gefahr von Terroranschlägen aus dem WJL gegen Israel. Wenn Ascherman also die Verteidigungsanlage per se und ihren Verlauf im Speziellen verurteilt, so spricht er damit Israel genau dieses Recht des Selbstschutzes ab.
Ascherman ist immer dabei, an vorderster Front! Manchmal staunt er, wenn seine Freiwilligen und er nicht a priori als akzeptierte, gleichberechtigte Partner angesehen werden, sondern als Feinde. Und wenn palästinensische Araber ihm die Autoreifen durchstechen, die Heckscheibe des Autos einschlagen.
Er wird für sie immer der Fremde sein, den sie benutzen können, wenn sie in den Medien möglichst positiv vertreten sein wollen.
Da hilft es auch wenig, dass er sich hinter die relativ neue NGO Combatants for Peace  stellt, die sich, der Name ist Programm, aus vormals aktiven Kämpfern zusammensetzt: ehemaligen Mitgliedern israelischer Kampftruppen und bis anhin gewaltbereiten palästinensisch-arabischer Aktivisten. Was für ein Name, der die beiden Worte „Kämpfer“ und „Frieden“ in sich vereint.
Am Abend des Yom Hasikaron fand auf Einladung von Rabbis for Human Rights und Combatants for Peace ein israelisch-palästinensischer Einnerungsabend statt.
Für mich war das der Gipfel der Geschmacklosigkeit. Ich habe mir vorgestellt, wie der Name des mordenden Terroristen in unmittelbarer Nähe zu dem seines Opfers genannt würde.
Die Aschermans in Israel und im WJL müssen gestoppt werden. Sie haben genug dazu beigetragen, ihre einseitige Sichtweise zu propagieren. Es muss endlich wieder die Zeit kommen, an der die Wahrheit ans Licht kommen darf.
Bezeichnend ist, das weder unser Yom HaSchoah, der Holocaustgedenktag, noch Yom Hasikaron, der Gedenktag für gefallene Soldaten und Opfer des Terrorismus, noch Yom Ha’atzmaut, unser Nationalfeiertag in seiner Webseite eine angemessene Erwähnung fanden.


(auch erschienen als Gastbeitrag bei: www.rememberamalek.blogspot.co.il)


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