Statistiken, das tagtägliche Leben und der Boykott gegen Israel

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Laut einer Studie der EUaus dem Jahr 2011 sind meine Landsleute deutlich weniger zufrieden mit dem, was anders wo als „Golden Age“ bezeichnet wird.
Um dieser Unzufriedenheit zu entgehen, arbeiten einige von ihnen länger als bis zum 65. Lebensjahr. Ab diesem Alter stehen jedem zahlreiche Vergünstigungen zu: 50% auf die auch sonst schon extrem preiswerten Bahnen und Busse, 50% auf die Eintritte in Museen,  keine TV Gebühren mehr und auch die ELAL, die schon lange privatisierte blau-weiße Fluglinie bietet Senioren Tarife an.
Was ist es also, was das Leben im Ruhestand weniger lebenswert macht, als anderswo?
Sie seien einsamer, eine Klage, der ich nicht zustimmen kann, wenn ich an jedem Feiertag beobachte, wie die ganze Familie anrückt, um die Eltern oder Großeltern zu besuchen. Und je nach Herkunft der eingewanderten Familienmitglieder sind es zahlreiche Enkel, die dann die Gärten bevölkern.
Bei meiner neuen Nachbarin, die seit drei Wochen am Zügeln ist, stehen abwechselnd bis zu fünf Wagen gleichzeitig vor dem Haus und auf der Straße.  Ein junger Mann bringt ein Kinderspielzeug, ein anderer füttert den Hund, ein händchenhaltendes Paar betrachtet selbstvergessen die Aussicht, eine resolute Frau gibt den Möbelpackern todsichere Tipps für einen sicheren Transport und – rumms, da ging auch schon was in die Brüche. Sie alle kamen, schwirrten durch Haus und Garten, brachten die drei Katzen und zwei Hunde zur Verzweiflung und gingen wieder. Einsam? Ok, den Café und die Begrüßungskekse habe ich gebracht.
Nur in Italien seien, so besagt die Studie, die Senioren noch einsamer, trauriger und depressiver. In Italien? Ausgerechnet in Italien? Dem Land, in dem nach „La Mama“ Nonno und Nonna die wichtigsten Personen im Familienclan sind? Was haben wir uns in der Welt denn da seit Jahren für ein völlig falsches Bild gemacht? Hatten wir nicht immer das Gefühl,  „La Mama“ und die Nonna seien der zuverlässige Mittelpunkt der Familie, immer einen Topf mit dampfender Pasta auf dem Herd, immer bereit Kinder und Kindeskinder, sowie deren zahlreichen Anhang vorbehaltlos zu verteidigen gegen die Unbillen des Lebens.
 
 
Auch physisch scheinen unsere Mitbürger die Zeit der harten körperlichen Arbeiten und der daraus resultierenden hervorragenden Gesundheit schon lange hinter sich gelassen zu haben:  75% klagen über zumindest je zwei chronische Erkrankungen, die höchste Zahl in den 20 befragten Ländern.
Und wo in Europa geht es den Menschen besser? In Dänemark, Schweden und in der Schweiz!
Auf der anderen Seite haben wir eine sehr hohe Lebenserwartung. 79,7 Jahre alt werden die männlichen Israelis im Schnitt, die Frauen 83,5. Innerhalb der OECD liegen wir damit deutlich über dem Durchschnitt, der einen Unterschied von 5.5 Jahren zugunsten der Frauen sieht, während wir bei 3.8 Jahren halten.
Woran das liegt? Die Studien wollen uns glauben lassen, dass bereits die relativ niedrige Säuglingssterblichkeit  zu diesem Ergebnis beitrage.
In Tat und Wahrheit ist es etwas ganz anderes: die „Goldene Joich“, jenes Geheimrezept, das alle jüdischen Frauen haben. Die „Goldene Joich“, auch als jüdisches Penicillin anerkannt, ist für Außenstehende nichts anderes, als eine Hühnersuppe, für Insider aber die Lebensretter Suppe schlechthin!
Ganz anders sind die folgenden Zahlen.
Israel rangiert seit dem vergangenen Jahr  auf Platz 11 jener Länder, in denen die Menschen glücklich sind. Am glücklichsten sind die Menschen in Dänemark, Norwegen und der Schweiz, sowie in den Niederlanden,  Schweden und Canada.
Einer Umfrage des statistischen Zentralamtesbei 7000 Israelis über 20  Jahren sind 88% zufrieden mit ihrem Leben, 52% gehen davon aus, dass es besser werden kann, 60% sind mit der finanziellen Situation zufrieden, 44% glauben auch hier an eine weitere Verbesserung.  Dass es bei den Ultra Orthodoxen 97% sind, die mit dem Leben zufrieden sind und 68%, die auch mit ihrer Finanzlage einverstanden sind, verwundert nicht wirklich. Solange sie aus den finanziellen Fleischtöpfen des Staates und denen der zumeist US-amerikanischen privaten Geldgeber gefüttert werden, liegt für sie auch kein Grund zum Klagen vor.
Finanzminister Yair Lapid warnte  vor den drohenden wirtschaftlichen Folgen der immer stärker werdenden Boykottmaßnahmen von israelischen  Produkte. Auch wenn die durch NGOs, jüdische, wie nicht jüdische, vor allem in Europa und Israel entwickelte BDS Bewegung nur teilweise greifen sollte, der Verlust in den Exportgeschäften wird hoch sein. Lapid rechnet mit 739 Millionen Euro in diesem Jahr.
So war es kaum verwunderlich, dass beim WEF in Davos eine Gruppe von 100 führenden israelischen und palästinensischen Geschäftsleuten die Chance nutzte, um die führenden Politiker beider Länder zum Abschluss eines Friedensabkommens zu drängen. Die Angst vor einer wirtschaftlichen Flaute ist in beiden Ländern groß.
Der Unterschied ist, dass israelische Produzenten jederzeit ihre Produktionsstätten verlegen können, sei es in das israelische Kernland oder auch ins Ausland. Bei den Palästinensern geht es aber um Arbeitsplätze. Schon jetzt ist die Arbeitslosenzahl in Gaza (40%) und der Westbank (23%) sehr hoch.  Allerdings, und das muss berücksichtigt werden, beruhen diese Zahlen auf der Gesamtheit aller Personen im erwerbsfähigen Alter. Traditionell haben die arabischen Palästinenserinnen selten eine qualifizierte Schul- und Berufsbildung und gehen kaum einer regelmäßigen Arbeit nach.
 
 


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