Palästinenser fordern: “Wir wollen ein Genfer Abkommen gegen Israel”

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Von  Khaled Abu Toameh (Übersetzung von mir)
 
 

Das Genfer Abkommen und die Politik Washingtons,  die in Ägypten und anderen muslimischen Ländern versagt hat, haben die Palästinenser gelehrt, dass es besser ist, zu warten. Darauf, dass die USA ihren Einfluss endgültig verlieren und andere Staaten, wie Russland, China und die EU einspringen und Israel eine Lösung aufzwingen.

 
Die Palästinensische Autonomiebehörde sieht es so: „Wenn es mit dem Iran geklappt hat, warum sollte es nicht auch mit Israel klappen?“
 
Das Genfer Abkommen zwischen dem Iran und den sechs Grossmächten scheint einen negativen Einfluss auf die laufenden,  von den Amerikanern geförderten Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina gehabt zu haben.
Die Palästinenser verstehen das Abkommen als eine Möglichkeit, ihre Forderungen mit Hilfe von internationalem Druck zu erreichen und nicht durch direkte Verhandlungen mit Israel. Mit grosser Freude nehmen sie auch die zunehmenden Spannungen zwischen der US Verwaltung und der israelischen Regierung zur Kenntnis. Diese  Spannungen verstärkten sich durch eine Reihe von Themen, unter anderem auch durch  das Genfer Abkommen.
 
Hanan Ahsrawi, eine Sprecherin der Palästinenser beeilte sich zu fordern, dass die USA und der Rest der Weltgemeinschaft mit Israel so verfährt, wie mit dem Iran. Sie rief die internationale Gemeinschaft auf „Sanktionen gegen Israel zu setzen und an diesen mit der gleichen Intensität festzuhalten, die zum Ende der atomaren Pläne es Iran geführt hätten.“
 
Bildquelle: WikiMedia Commons
Die Palästinensische Autonomiebehörde, die das Abkommen begrüsst hatte, hofft jetzt, dass die internationale Gemeinschaft Israel zwingen wird, alle ihre Forderungen zu erfüllen, insbesondere den Rückzug hinter die Grenzen von vor 1967.
Nabil Abu Rudaineh,  einer der Sprecher von PA Präsident Mahmoud Abbas, erklärte: „Die internationalen Bemühungen, die in Genf erfolgreich waren, bieten eine Möglichkeit, die Rolle des Quartetts (USA, EU, UN und Russland) wieder zu beleben und den Palästinensisch-Israelischen Konflikt zu beenden.

Abu Rudaineh und andere PA Offizielle sagen, sie fühlen sich durch das Abkommen  mit dem Iran ermutigt, weil dieses Israel auf der internationalen Bühne isolieren, und zwingen würde,  Zugeständnisse an die Palästinenser zu machen.

PLO Chef Unterhändler  Saeb Erekat sagte, dass  das Abkommen mit dem Iran als Modell dienen könne, Israel zu zwingen, internationales Recht und UN Resolutionen anzuerkennen.
Gemäss Erekat sollte die internationale Gemeinschaft Israel genauso behandeln, wie sie den Iran behandelt hat. „Ein erster Schritt müsste sein, Israel als einen Staat zu behandeln, der glaubt, über dem Gesetz zu stehen und und in die Verantwortung zu nehmen“, ergänzte er.
 
Was die PA derzeit sagt, ist, dass es keine Notwendigkeit gibt, die „sinnlosen“ Friedensverhandlungen fortzusetzen,  wenn es eine Chance gibt, das die USA und andere Grossmächte Israel eine Lösung aufzwingen können.
Über diesen Gedanken „Wenn es mit dem Iran geklappt hat, warum sollte es nicht auch mit Israel klappen?“ dachte die halboffizielle palästinensische Tageszeitung, Al-Quds nach: „Die Zeit ist reif für die USA und die internationale Gemeinschaft, Bewegung in die Sache zu bringen und alle zur Verfügung stehenden Mechanismen zu nutzen, um eine gerechte Lösung für die palästinensische Sache zu erzwingen und so ein halbes Jahrhundert mit beispiellosem Leid bei den Palästinensers zu beenden.
 
Einige Palästinenser sehen das Abkommen mit dem Iran als Zeichen, dass sich die amerikanische Verwaltung aus der Einflussnahme auf den Mittleren Osten zurückzieht. Sie glauben, dass jetzt, da die Rolle der USA in der Region als Ergebnis des Abkommens  geschwächt wurde, die Zeit gekommen ist,  den Weg für andere Mächte zu ebnen, um im Konflikt Israel-Palästina zu intervenieren.
“Mit dem  Rückgang der amerikanischen Rolle, besteht für Russland, China und Europa und die dauernden Mitglieder im UN Sicherheitsrat die Notwendigkeit, die amerikanische Vorherrschaft zu beenden, die über die letzten zwanzig Jahre ein Monopol über den Friedensprozess darstellte.“ schrieb der palästinensische Kommentator Adel Abdel Rahman, der in enger Verbindung mit der PA steht.
Abdel  Rahman rief die PA dringend auf, einen  Nutzen aus dem Genfer Abkommen zu ziehen und eine internationale Konferenz zu fordern, die die mögliche Wege diskutieren müsse, um Israel eine Lösung aufzuzwingen.
 
Die Palästinenser sind  jetzt überzeugt, dass unter Präsident Barack Obama die Bedeutung Amerikas in der Region zunehmend abnimmt. Deshalb glauben sie nicht, dass die Friedensverhandlungen mit Israel unter der Leitung der USA irgendwelche Resultate zeigen werden.
Das Genfer Abkommen und die Politik Washingtons,  die in Ägypten und anderen muslimischen Ländern versagt hat, haben die Palästinenser gelehrt, dass es besser ist, zu warten. Darauf, dass die USA ihren Einfluss endgültig verlieren und andere Staaten, wie Russland, China und die EU einspringen und Israel eine Lösung aufzwingen.
 
 
 


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