Beim Barte des Propheten: Sex sells!

B“H


Seit einigen Tagen sorgt ein neues Online Angebot im WJL für moralische Unruhe.
Zumindest bei den männlichen Bürgern.
Das Dar-al-iftar (Haus der Fatwa) al Falestenia mit Sitz in Ramallah hat mit Datum  vom 04.12.2011 erkannt und in einer entsprechenden Fatwa festgehalten, dass das neue Online Angebot keine Sünde (HARAM) im Sinne der Scharia ist.


Ashraf Alkiswani, ein 30 jähriger Palästinenser mit US-Amerikanischem Pass hat sich einem, für diese Region völlig neuen, geradezu revolutionären Geschäftszweig verschrieben. Er gründete den ersten Online Sex Shop, der unter dem netten Namen Karaz „Kirsche“ online gestellt wurde.
Ist das wirklich das, was die im Umbruch verharrende palästinensische Gesellschaft braucht?
„Es geht nicht um Sex. Es geht um Liebe und die Freude, dieser Liebe Ausdruck zu verleihen.“ sagte er in einem Interview mit dem Britischen Guaridan „Es geht darum, Brücken über die Kluften zu spannen, die die Ehemänner von ihren Ehefrauen trennen, indem die sexuelle Harmonie vertieft wird. Dies wird zu glücklicheren Ehen führen, zu weniger Scheidungen und zu weniger Untreue. In diesem Sinne ist es ein Sozialprojekt. Unser Ziel ist es, eine breite Auswahl an geschmackvollen Produkten anzubieten, die die Reinheit und Leidenschaft zwischen verheirateten Paaren wieder herstellen sollen.“
Also versteht sich Ashraf Alkiswani nicht nur als Sozialarbeiter, sondern auch als Paartherapeut. Vom wirtschaftlichen Aspekt spricht er nicht, sei es, weil er ihm wirklich nicht wichtig ist, oder weil er selber an der Dauerhaftigkeit seines Projektes zweifelt.
Ebenso, wie die Menschen in Ramallah das Projekt mit Zweifel betrachten.
Saed, ein verheirateter Caféhausbesitzer bringt es auf den Punkt: „Brauchen kann man das Angebot schon, aber ich zweifle daran, dass es auch akzeptiert wird.“
Das Angebot besticht vor allem geschmacksbetonte Dinge: BHs und Tangas, die Mann „zum Fressen gern haben wird“, Kremen, Gels und Lotionen in allen möglichen fruchtigen Noten, aber auch, nicht zu vergessen, die „Gladiator Power Cream“.
Ob das hochgesteckte Ziel des jungen Unternehmers, marktführend im Gebiet des  gesamten Nahen und Mittleren Ostens zu werden, erreicht wird, wage ich zu bezweifeln!
Mein Tipp für alle, sich dem Thema „Wie mache ich mehr aus meiner Partnerschaft“ auf ernsthafte Art und Weise zuwenden wollen: schaut euch diesen Film an!
Es ist erstaunlich, dass die zwei Religions- und Sittenwächter in Ramallah das Projekt abgesegnet haben. Vielleicht sind sie ein wenig weltoffener, als ihre Amtskollegen in Kairo, die zu erstaunlichen medizinischen Erkenntnissen kommen:
Die Frage  geht um die kürzeste Schwangerschaftsdauer gemäß der Islamischen Scharia, die Antwort wird gegeben von Prof Dr. Ali Dschum’a Muhammad (Ich hoffe, der Mann ist kein Arzt!)
Es gibt keinerlei Meinungsverschiedenheit unter den Gelehrten der islamischen Scharia, dass die kürzeste Schwangerschaftsdauer sechs Monate dauert. Sie schlussfolgern diese Meinung aus zwei Versen des ehrwürdigen Quran: Im ersten Vers sagt der Erhabene:
Und WIR trugen dem Menschen gegenüber seinen Eltern gutes Behandeln auf.  Seine Mutter trug ihn unter Widrigkeiten und gebar ihn unter Widrigkeiten. Und sein Tragen und sein Entwöhnen dauern dreißig Monate.
(Sure 46, Vers 15)
Im  zweiten Vers sagt der Erhabene: Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei volle Mondjahre – für den, der wünscht, dass das Stillen vollständig sei.
(Sure 2, Vers 233)
Die Beweisführung sieht derart aus, dass Allah, der Hocherhabene gemäß dem zweiten Quranvers – die Entwöhnung – das Stillen – zwei volle Mondjahre, das heißt 24 Monate, und die Zeit der Schwangerschaft zusammen mit dem Stillen gemäß dem ersten Quranvers dreißig Monate andauern lässt. Die Kombination der beiden Quranverse ergibt den Beweis dafür, dass die kürzeste Schwangerschaftsdauer sechs Monate dauert.
Aus dem Obenerwähnten ergibt sich die Antwort auf die Frage.
Und Allah der Hocherhabene weiß es am besten!
Ich finde es bezeichnend, dass diese offizielle Seite des Ägyptischen Fatwa Hauses auch in Sprachen zur Verfügung stehen, die a priori nicht zum islamischen Kulturkreis gehören: Englisch, Französisch, Deutsch und Russisch.

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