Was Hänschen lernt, vergisst Hans nimmermehr! Geschichtsklitterung als Lehrfach.

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Die 465.000 Schüler in Gaza dürfen sich freuen. Die Hamas hat viel Geld in neue Schulbücher investiert. Wahrscheinlich mit dem Geld, das die EU und NGOs zum Aufbau und Erhalt der maroden Infrastruktur überwiesen haben. Das Geld hätte auch zum  Kauf von Treibstoff dienen können. Aber die Hamasniks investieren lieber in eine Zukunft mit Terror, indem sie Jugendliche zu linientreuen Geschichtsignoranten erziehen.
Damit dies auch möglichst vollständig gelingt, wurden zwei neue Lehrbücher verteilt und die Zahl der Unterrichtsstunden im Gegenstand „Nationale Erziehung“ wurde von einer auf zwei Wochenstunden verdoppelt. In diesem Schuljahr kommen 55.000 Schüler der achten, neunten und zehnten Stufe in den „Genuss“ dieser Machwerke. Vom modernen Israel werden sie ebenso wenig hören, wie von den Osloverträgen, die in den 90er Jahren die hoffnungsvolle Grundlage für Friedensverhandlungen bildeten.
Bisher wurden in Gaza nur Schulbücher verwendet, die von der PA genehmigt worden waren. Jetzt hat sich die Hamas auch im Bildungssektor von der angeblich etwas gemäßigteren PLO verabschiedet. Nun wird Tacheles gesprochen im Gazastreifen.
So wurde in einer 9. Klasse über die tödlichen Unruhen von 1929 diskutiert. Der Auslöser der Unruhen war damals unter anderem die Frage, in wessen Zuständigkeitsbereich die Klagemauer fiele. Wen wundert es, dass auch heute wieder die spontane Antwort war: „Die Al Buraq Mauer“ ist islamisches Eigentum.“
Der Lehrer sah die Gelegenheit gekommen, nachzuhaken, ob denn die Schüler sich einen Boykott von israelischen Produkten vorstellen könnten, in Analogie der Boykotte von 1929. Wundert es jemanden, dass die einstimmige Antwort ein klares „Ja“ war?
Natürlich gilt der Boykott nicht gerade heute, Israel liefert immer noch Kochgas, Diesel, Treibstoffe, Strom und tagtäglich fahren einige hundert LKW mit Gütern nach Gaza.
Doch die neuen Bücher sagen auch einiges über die palästinensische Gesellschaft aus. Fast möchte man von einem internen Kampf der Kulturen zwischen dem Fatah dominierten WJL und dem Hamas dominierten Gaza Streifen sprechen. Im WJL leben 2.5 Millionen Palästinenser in Dörfern und kleineren Städten und erfreuen sich eines durchaus nennenswerten Wirtschaftswachstums, während in Gaza 1.7 Millionen Menschen auf einer recht kleinen Fläche leben. (Wobei das so nicht stimmt. Schaut man auf google earth Gaza einmal genauer an, so erkennt man, dass es dort sehr viele freie Flächen gibt, die überhaupt nicht genutzt werden.)
Professor Daniel Bar-Tal von der Universität Tel Aviv hat des klar formuliert:  „Texte sind weltweit und zu jeder Zeit ein wichtiges Instrument, um die Ethik einer Nation abzubilden. Wenn ein Sprecher etwas sagt, hört noch lange nicht jeder zu. Gut, hier sprechen wir von Büchern. Alle Kinder einer speziellen Peer Gruppe sind der speziellen Information ausgesetzt. Das ist so etwas wie ein Joker!“
Und diese Informationen sind haarsträubend falsch! Tora und Talmud, die Grundlagen unseres Glaubens und des Alltagslebens werden als künstlich geschaffen definiert. Der Zionismus, ohne den der Staat Israel nie gegründet worden wäre, verkommt zu einer rassistischen Bewegung, deren Hauptziel es ist die Araber aus dem gesamten Gebiet zwischen Nil und Euphrat zu vertreiben.
 
Palästina hingegen erstreckt sich über das Gebiet vom Jordan bis zum Mittelmeer, inklusiver der Städte: Haifa, Akko, Beersheba, die zweifelsfrei innerhalb des 1948 definierten Staatsgebietes liegen. Dass wir Juden überhaupt einen Anspruch auf einen Staat haben, wird mit der lapidaren Aussage: „Juden und Zionisten haben keine Verbindung zu Israel, weil die Söhne Israels einer ausgerotteten Nation angehören.“ vom Tisch gewischt.
 
Auch mit der Wahrheit nehmen die Hamasniks es nicht so genau, sie behaupten, durch den Raketenbeschuss von Gaza aus hätten 3 Millionen „Zionisten“ acht Tage in Bunkern verbringen müssen. Naja, die Zahl ist etwas übertrieben, vielleicht hat man die Zahl der mehrfachen kurzen Aufenthalte ja einfach mit der tatsächlichen Zahl der Betroffenen multipliziert. Ebenso unwahr ist die Aussage, dass „die Zionisten“ nach einem versuchten Beschuss der Knesset um einen Waffenstillstand gebettelt hätten. Klar, in den Augen ihrer Söhne und Töchter stehen die Hamas Terroristen natürlich sehr viel besser da, wenn sie sich als Helden hochstilisieren.
Auch in der Kunst der doppelten Zunge stehen sie Arafat und Abbas nicht nach. Was nach in Englisch nach Außen transportiert wird, und wie die zum gleichen Thema gemachten Aussagen in Arabisch sagen, ist nicht Ein- und dasselbe. Die Bücher transportieren IHRE Wahrheit, gleich, wie unwahr sie ist.
Im WJL reklamieren die zuständigen Politiker, dass ihnen diese neuen Bücher nie vorgelegt wurden und sie daher auch keinen Kommentar dazu abgeben könnten.
Glücklich werden sie sicher nicht sein. Gilt doch bei ihnen ihr ehemaliger Präsident Yassir Arafat, als der ultimative Held der Palästinenser. In den neuen Büchern wird Ahmed Yassin, einer der Mitbegründer der Hamas auf eine Ebene mit Arafat gestellt. Und das tut der selbstverliebten „Regierung“ um Abu Mazen sehr weh, das kratzt am Selbstwert!
Doch die neuen Bücher lösen bei den Jugendlichen unterschiedliche Empfindungen aus.
„Schulbücher waren das, was uns noch mit dem WJL verbunden hat. Jetzt lernen wir ganz andere Dinge.“ Für das Verständnis dieser Schülerin tragen die Bücher nur dazu bei, den Graben zwischen den Palästinensern in Gaza und im WJL noch mehr zu vertiefen. „In den Büchern steht nichts über Oslo. Wir haben aber einen Anspruch darauf, darüber zu hören. Oslo ist eine Tatsache in unserem Leben.“
Jene Schüler, deren Schule in unmittelbarer Nachbarschaft des von der IDF zerstörten Fußballstadionsliegt, vertreten die andere Seite: „Die Bücher zeigen die Grausamkeit der Besatzung. Sie motivieren Jugendliche, an nationalen Aktivitäten teilzunehmen.“ Damit meint er wohl den Terror gegen Israel.
Die politische Indoktrination scheint bei ihm schon mehr als gefruchtet zu haben. Er erlebt Gaza als besetztes Gebiet, dabei haben wir uns bereits 2005 völlig von dort zurückgezogen. Besetzt, wenn auch nicht im Sinne der klassischen Definition, hält die Hamas das Küstengebiet. Wohl haben sie die Wahlen im Jahr 2006 gewonnen, möglicherweise sogar in einer demokratisch durchgeführten Wahl, aber von Demokratie und Pluralismus ist seither nichts mehr zu spüren. Frei nach dem Motto, „wer nicht für mich ist, ist gegen mich“, diktiert Hamas alle Regeln des Alltags.
Ein Mitschüler formuliert es noch schärfer: „Ich ziehe es vor, die Geschichte Palästinas zu lernen. Und nicht die von Ägypten oder Jordanien. Diese neuen Bücher beschreiben das Palästina, das ich haben möchte. Ich kann es nicht anerkennen, dass Palästina nur aus Gaza und dem WJL besteht.“
Wir haben gerade die zweite Gruppe von Terroristen freigelassen. Es handelt sich um zu Recht verurteilte Mörder und deren Helfer. Premierminister Netanyahu musste sich von den Familien der Opfer, aber auch aus den eigenen Reihen scharfe Kritik gefallen lassen. Aber, die Freilassung von insgesamt 104 Terroristen ist Teil der „Vertrauen bildenden Maßnahmen“, die im Zuge der derzeit humpelnden und stolpernden Friedensverhandlungen vereinbart wurden.
Mit welchem Partner sollen wir eigentlich über welchen Frieden verhandeln? Ich kann leider weit und breit keinen solchen entdecken!
P. S.: Die Bastelanleitung für die (Gaza-Schmuggel-)Tunnel-Blick-Brille ist vor der letzten Seite eingeheftet! Natürlich in der Modefarbe Hamasgrün!
 
Basis dieses Beitrages ist der am 03.11.2013 in der NY Times online erschienene Artikel: „To Shape Young Palestinians, Hamas Creates Its Own Textbooks”.
 


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