Noch vor wenigen Wochen haben sie zusammen getanzt.

בה

 

Ende August haben Soldaten der IDF Elite Einheit der „Givati Brigade“ ihren routinemäßigen Rundgang durch die Straßen von Hebron spontan unterbrochen, als ihnen aus einem Club Musik entgegenschallte, die sie offensichtlich ganz besonders lieben: Gangnam Style.

Während der antiisraelische Guardian  titelte: „Israel sollte seine tanzenden Soldaten loben und nicht verurteilen“, verurteilte die IDF die Soldaten auf das Schärfste. Sie hätten sich, so der Pressesprecher der IDF, in eine nicht überschaubare und lebensgefährliche Situation gebracht. Während eine Zeitung davon sprach, dass die Gastgeber der Party sich als der extremen Hamas zugehörig definieren würden, bemerkte eine andere Zeitung, dass alles halb so schlimm sei. Die feiernden Familien seien als sehr israelfreundlich bekannt.

Schon im Jahr 2008 wurde ein Video von nach Gangnam Style tanzenden Soldaten der IDF in Windeseile über das Netz verbreitet. Damals waren es nicht Sicherheitsbedenken, die den Grund für kontroversielle Reaktionen lieferten, sondern der mangelnde Respekt der IDF gegenüber den religiösen Gefühlen der Palästinenser. Zu Beginn des Videos ist deutlich der Ruf des Muezzin zu hören, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde es an einem islamischen Feiertag aufgenommen, was die Kritik rechtfertigen würde.

 

Ja, unsere IDF Soldaten sind, und das vergisst man so gerne, beides: sie sind einerseits die Soldaten, die täglich für unsere Sicherheit sorgen. Die tagtäglich allein durch ihre Präsenz dafür sorgen, dass an unseren Grenzen Ruhe ist. Die darauf bedacht sind, unsere Abwehranlagen genau dort zu postieren, wo sie am notwendigsten gebraucht werden. Sie sind die, die als erste da sind, wenn es Probleme gegeben hat. Ohne unsere IDF hätten wir keinen der Kriege gewonnen, die angezettelt wurden mit dem Ziel, uns zu zerstören. Ohne unsere IDF und deren tägliche Arbeit wären wir, wäre der Staat Israel schlicht zum Scheitern verurteilt.

Aber, und Israel ist bekannt dafür, dass es immer ein Aber gibt: die Mehrheit unserer aktiven IDF Soldaten sind auch Menschen im  Alter zwischen 18 und 21. Ich will nicht gerade sagen, dass sie Kindsköpfe sind. Aber, sie sind jung, sie leben täglich in einer realen Gefahr. Dürfen sie da nicht auch mal „jung und dumm“ sein?

Ich denke schon!

Dieser schöne Traum vom „ich darf doch auch jung sein“ fand in den letzten Tagen für zwei junge Männer ein jähes Ende. Sie wurden Opfer des palästinensischen Terrors.
Sgt. Tomer Hazan (20) wurde von seinem Arbeitskollegen Nidal Amar (42) in dessen Heimatdorf gelockt und dort ermordet. Der Palästinenser hat anschließend den toten Soldaten in einem Brunnen versteckt, um die Leiche in den kommenden Tagen gegen seinen Bruder freizupressen, der seit 10 Jahren als Mitglied der terroristischen Fatah-Tanzim in einem israelischen Gefängnis einsitzt. Der Mörder selbst ist mit einer Israelin verheiratet und verfügt deshalb über ein permanentes Aufenthaltsvisum für Israel.

Das zweite Opfer, Sgt. Gal Kobi (20) wurde im Dienst von einem Scharfschützen feige mit einem Genickschuss ermordet. Gal Kobis Aufgabe an diesem Tag war es, für die Sicherheit der jüdischen Besucher zu sorgen, die an Sukkot (Laubhüttenfest) am Grab der Patriarchen in Hebron beteten.
Jeder gefallener Soldat, und viel mehr noch jeder ermordete Soldat ist ein kollektiver Sohn aller Israelis! Die Trauer um ihn lässt niemanden hier kalt.

Die Reaktion auf die beiden Morde durch palästinensische Terroristen seitens der israelischen Regierung ist mehr als moderat. Es gab Hausdurchsuchungen und Festnahmen bei der Familie von Nidal Amar, aber keine Abriegelungen oder Ausgangssperren.  Im zweiten Fall wurde eine Wohnbewilligung für ein Wohnhaus in Hebron erteilt. Dieses Haus ist im privaten Besitz von jüdischen Israelis, die dort bisher nicht einziehen durften, weil die Sicherheit der Bewohner nicht garantiert werden konnte.

Premierminister Binyamin Netanyahu will damit ein Zeichen setzen, dass es den Palästinensern nicht gelingen wird, Juden endgültig aus Hebron zu vertreiben.

Seitens der Palästinensischen Autonomiebehörde gab es zu den beiden Morden bisher keine Kommentare. Vom palästinensischen Außenminister  Riyad al-Malki  gab es eine staatstragende Klage in Richtung Israel, dass es „unfair“ sei, die palästinensische Regierung für das verantwortlich zu machen, was in der West Bank geschehe.

Während von israelischer Seite kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den beiden Terrorattacken gesehen wird, war aus dem Büro einer der führenden Hamaspolitiker zu hören,  dass die Palästinensische Autonomiebehörde politisch versagt habe und man kurz vor einer neuen Intifada stehe.

Betrachtet man das alles vor dem Hintergrund der gerade erst wieder begonnenen Friedensgespräche und der geplanten raschen Freilassung von weiteren 250 palästinensischen GefangenenTerroristen aus israelischen Gefängnissen als „Zeichen des guten Willens“, so kann keine große Hoffnung aufkommen, dass die Palästinenser es diesmal ernst meinen mit einer Partnerschaft für den Frieden. Ich hoffe, dass sie nicht erneut Gründe finden, die Friedensgespräche einzustellen.

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Noch vor wenigen Wochen haben sie zusammen getanzt.

  1. Dein Artikel liebe Esther, spricht mir aus dem Herzen. JA, die Soldaten der IDF sind unsere kollektiven Söhne und Töchter – egal ob wir in Israel leben oder wo immer auf der Welt! Sie alle verdienen es, dass wir an sie denken und ihnen Respekt für ihren schweren und gefährlichen Dienst entgegenbringen.
    Und sie sind jung und haben alles Recht der Welt jungsein zu dürfen, mit allem was dazugehört, auch wenn sie mal über die Stränge schlagen. Denn wie heisst es so schön: „Jugend kennt keine Tugend“ und wie schnell, gehen diese unbeschwerten Jahre dahin.
    Zwar heisst es beim Militär – Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst – doch wenn ich so an meine Militärzeit zurückdenke und an dass, was ich so alles angestellt habe, dann ist Schweigen Gold.
    Wie schnell und unverhofft diese goldene Jugend im schweren Dienst für unser Land enden kann, zeigt das Schicksal von Sgt. Tomer Hazan und Sgt. Gal Kobi auf tragische Weise.
    Unser aller Gedanken sollten bei den Familien der beiden sein, sie gaben im Dienst das höchste Gut das ein Mensch zu geben hat – und dafür gebührt ihnen unser tiefempfundener Respekt. Denn sie beide sind unsere Söhne – die Söhne des Volkes Israel!

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