Ein offener Brief an die UNRWA: Ich bin auch ein palästinensischer Flüchtling

Gefunden bei  http://faehrtensuche.wordpress.com

Übersetzung: R.L.
Sehr geehrtes UNRWA:
Ich gratuliere Ihnen! Während die meisten anderen Flüchtlingshilfswerke bereits wenige Jahre nach einem Krieg überflüssig werden, haben Sie es nicht nur geschafft, Ihre Jobs zu behalten, sondern Sie haben auch dafür gesorgt, dass Ihre Organisation, Ihr Budget und Ihre Lohnliste seit mehr als 64 Jahren exponential gewachsen ist. Das ist ein erstaunlicher und beispielloser Weltrekord!
Der Schlüssel für Ihren einmaligen Erfolg ist auch der Grund, warum ich Ihnen schreibe. In eigentlich allen anderen Flüchtlingsfragen war und ist es die Absicht der gemeinnützigen Hilfsorganisationen, den betreffenden Personen, die durch Krieg und Gewalt vertrieben wurden, dabei zu helfen, dass sie in das neue Land wieder integriert werden. Warum? Es geht normalerweise darum, ein neues Haus oder eine Wohnung und ein Auskommen zum Leben zu haben, sowie eine bessere Zukunft für die Kinder zu sichern. Welch dummer Fehler!
Innerhalb nur weniger Jahre lösen diese Agenturen und Nichtregierungsorganisationen in der Regel alle Probleme im Zusammenhang mit der Neuansiedlung der Flüchtlinge, und sie machen sich mit ihrer gemeinnützigen Arbeit natürlich irgendwann selbst überflüssig. Aber welches Konzept steht nun hinter Ihrer Arbeit?!
Sie als Mitarbeiter der Vereinten Nationen und zugleich Mitarbeiter der Hilfsagentur für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten haben sich entschlossen, sehr viel klüger zu sein, als alle anderen Dienste und Organisationen im Flüchtlingsgeschäft. Trotz der jahrzehntelangen verzweifelten Bitten von Seiten dieser staatenlosen Araber haben Sie sich standhaft geweigert, sie aus ihrer Kontrolle zu entlassen, einschließlich der Tatsache, dass viele von ihnen bereits über mehrere Generationen hinweg in geschlossenen Flüchtlingslagern gehalten werden –  zum Beispiel das Lager Jarmouk in Syrien mit mehr als 138.000 Gefangenen – hoppla, ich meinte natürlich Klienten. Sie sind sich offensichtlich sehr gut der Tatsache bewusst, dass, wenn eines Tages deren Status als Flüchtlinge beendet wäre, dies dann auch das Ende Ihrer sehr sicheren Jobs und ihres Einkommens bedeuten würde.
Ach ja, um dieses Einkommen anzusprechen! Ihr durchschnittliches Betriebsbudget liegt bei ungefähr 1,2 Milliarden Dollar pro Jahr – das ist ungefähr die Hälfte aller Gelder, die insgesamt für Flüchtlinge weltweit ausgegeben werden. Ein Beispiel ist das Gehalt, die Vorteile und die Pensionsansprüche eines abgeordneten Vizesprechers im Westjordanland, entnommen direkt von Ihrer Website:
Vizesprecher, Mai 2008:
Das UNRWA bietet ein attraktives Entschädigungspaket einschließlich eines jährlichen Gehaltes an, das bei 106.907 US-Dollar liegt (Nettolohn 81.197 Dollar für Verheiratete oder bzw. 75.432 US-Dollar für Ledige) sowie zuzüglich 47,6 % Ausgleichszuschlag (Änderungen vorbehalten). Weitere Vorteile werden gewährt, vorbehaltlich der Eignung, einschließlich einer Ausbildungsbeihilfe, Aufwandsentschädigung, Trennungsentschädigung, Rentenfond, Krankenversicherung und 6 Wochen Jahresurlaub.
 Und dies betrifft hier nur einen Vizeposten; Stand vor sechs Jahren!
Nun, ich nehme in diesem Zusammenhang auch zur Kenntnis, dass Sie den Arabern vor Ort viel weniger zahlen, jene Mitarbeiter, die Sie für die weniger protzigen Positionen anstellen, wie etwa Lehrer in Jordanien, die nur etwa 9.000 US-Dollar pro Jahr bekommen. Aber selbst das ist ja noch immer nicht stiefmütterlich, denn das durchschnittliche Einkommen jener Menschen in Jordanien, die nicht beim UNRWA angestellt sind, liegt bei ungefähr 6.000 US-Dollar pro Jahr.
Das brillante Meisterstück, mit dem Sie die Versorgung der Flüchtlinge zu einem sehr lukrativen Wachstumsgeschäft gemacht haben, ist so simpel und einfach, dass man sich fragt, warum zuvor keiner darauf gekommen ist. Es bestand immer die Gefahr, dass Ihnen die Flüchtlinge ausgehen, um diese wieder anzusiedeln, weil sie möglicherweise irgendwann alle fest verwurzelt sind. Aber trotz allem kein Problem für Sie als Zauberer des UNRWA. Mit nur einer Bewegung Ihres Zauberstabs im Jahre 1949 haben Sie den Flüchtlingsstatus jener Menschen, die im Rahmen des Krieges gegen Israel heimatvertrieben wurden, in einen dauerhaften Status verwandelt, und das von Generation zu Generation, immer weiter ohne Ende. Das bringt mich auch zu dem Grund, warum ich Ihnen heute schreibe.
Ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen, wie Sie Ihr Flüchtlingsgeschäft noch weiter ausbauen könnten. Da ich ein Jude bin, und auch alle meine Vorfahren seit mindestens 2.000 Jahren Juden gewesen sind, bedeutet dies, dass die Wahrscheinlichkeit ziemlich hoch ist, dass meine Familie von der eindringenden römischen Armee aus ihren Häusern in Israel vertrieben wurde, entweder im Jahre 70-73 im Krieg gegen den Römischen Kaiser Vespasian und seinen Nachfolger Titus, oder im Jahre 130-135 beim Krieg gegen den Römischen Kaiser Hadrian. Tatsächlich war es dieser römische Kaiser Hadrian, der in seinem Eifer, das Land judenfrei zu machen, der Region den künstlichen Namen “Palästina“ gegeben hat, in der Hoffnung, dass die Welt Israel vielleicht vergessen würde.
Seitdem werden, gemäß Ihrer einzigartigen Politik, die Nachkommen von Familien, die durch Kriege in Israel (oder “Palästina“) heimatvertrieben wurden, immer Flüchtlinge bleiben, für immer und alle Zeiten, was wiederum bedeutet, dass auch ich in diese glückbringende Kategorie falle! Mein Wohnsitz ist in den USA, und meine Forschung führt mich häufig in einige der schönsten Gegenden Italiens, aber das alles tut nichts zur Sache, solange ich sage, dass jemand in meiner Familie vor langer Zeit sein Haus in Israel verloren hat. Nicht nur das, sondern ich habe sogar einen alten Schlüssel in meiner Schreibtisch-Schublade gefunden und ihn um meinen Hals gehängt, sozusagen als Nachweis dafür, dass die Truppen von Hadrian einst meine Vorfahren aus ihrer Eigentumswohnung in der Sheinkin-Straße in Tel Aviv geworfen haben. Gemäß all Ihrer Kriterien ICH BIN AUCH EIN PALÄSTINENSISCHER FLÜCHTLING!
Toll, nun brauche ich nie wieder arbeiten, denn das UNRWA wird mir Arbeitslosengeld geben! Krankenversicherung? Vergessen Sie ObamaCare [Gesundheitsreform in den USA unter Pr. Obama] – das UNRWA wird für alles sorgen! Hinzu kommt, wenn ich wirklich ernsthaft krank werden sollte, dann werden Sie mich in ein israelisches Krankenhaus überweisen, um dort kostenlos die beste Krankenversorgung in der Welt zu bekommen, so, wie Sie es mit Tausenden von nichtisraelischen Arabern jedes Jahr tun, einschließlich der Familie von Haniyeh, des Terrorführers der Hamas. Da wir gerade über das Thema Gesundheit reden, mein Arzt sagte zu mir, dass ich ein wenig untergewichtig bin. In diesem Zusammenhang sollte man wissen, dass die arabischen Männer, die unter Ihrer Fürsorge stehen, in Punkto Fettleibigkeit an achter Stelle in der Welt stehen (und Ihre weiblichen arabischen Klienten stehen hier weltweit sogar auf Platz drei). So kann ich die Hoffnung haben, dass ich bald einen kleinen Kugelbauch bekomme, der gut gefüllt ist mit kostenlosen israelischen Nahrungsmitteln.
Kommen wir nun zum besten Teil des Geschäfts – wenn Sie mich als einen Ihrer 4,6 Millionen Klienten aufnehmen, dann bedeutet dies, dass sich ungefähr fünf oder sechs Millionen Juden, verteilt rund um den Planeten, auch als ewige palästinensische Flüchtlinge einstufen lassen können, wenn sie in Beverly Hills oder in Brüssel oder in Brisbane leben. Denken Sie nur darüber nach – Sie könnten mit einem Schlag ihr einzigartiges Geschäft quasi verdoppeln, und Sie könnten glanzvolle neue Büros und Spesenkonten überall auf der Welt haben. Sie haben ja bereits unter Beweis gestellt sind, dass Sie ein wahrer Meister im Personalzuwachs sind. Während der Rest der UN weniger als 8.000 Mitarbeiter für ungefähr 34 Millionen Flüchtlinge in 126 verschiedenen Ländern angestellt hat, haben Sie es als UNRWA mit großartiger Genialität hinbekommen, ungefähr 30.000 Mitarbeiter fürs Nichtstun zu bezahlen – eine tolle Leistung, ich bin beeindruckt! Jedoch wird Ihnen auch dies bald nur noch wie Peanuts erscheinen, sobald Sie mich und alle anderen Juden in der Diaspora zu dauerhaften palästinensischen Flüchtlingen erklären – nur der Himmel wird die Grenze sein. Was unseren Teil des Geschäfts angeht, so werden wir versprechen, unsere Kinder genau das gleiche Kernpflichtthema zu lehren, das Sie auch in allen anderen UNRWA- Schulen unterrichten, nämlich dass jeder Zoll des Landes in Israel unser historisches, rechtmäßiges Erbe ist.
Ich danke Ihnen vielmals – und ich blicke voller Freude meiner ersten Überprüfung Ihrerseits und meinem ersten kostenlosen Karton mit Erdnussflips entgegen!
Mit freundlichen Grüßen
Roy Doliner

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