Earth day und Militär muss kein Widerspruch sein!

ב“ה
 
 
Der ökologische Fußabdruck gibt an, wie viele Hektar Land es brauchen würde, um alle verbrauchten Ressourcen wieder nachwachsen zu lassen Mein Fußabdruck entspricht demnach 2,8 Hektar und damit liege ich Lichtjahre vom Optimum entfernt. Das liegt bei 1,8 Hektar.
 
Wieso also jetzt Earth day und Militär? Wo es doch auf der Hand liegt, dass das Militär alles andere als ressourcenfreundlich ist!
 
Die IDF ist als Gesamtorganisation der größte Arbeitgeber in Israel, die Stützpunkte der unterschiedlichsten Waffengattungen sind über das ganze Land verteilt. Von den nördlichsten Standorten in Rosh HaNikra am Mittelmeer bei der libanesischen Grenze und entlang der libanesisch-syrisch-israelischen Grenze bis zum Golan, entlang der Waffenstillstandslinie beim WJL, im WJL selber, im israelischen Kernland, bis hinunter zur Grenze zu Gaza und zu Ägypten.
 
Täglich werden Materialtransporte durchgeführt, einige können in den Nachtstunden über die Schiene durchgeführt werden, weil nur dann entsprechende Transportkapazitäten zur Verfügung stehen. Die meisten Transporte finden über die Straßen statt.
 
Seit 2008 gibt es eine spezielle Einheit, deren einzige, aber herausfordernde Aufgabe es ist, in allen Bereichen des Umweltschutzes Verbesserungen  zu erreichen.  Es gibt nahezu nichts, was durch militärische Aktivitäten nicht betroffen wäre: Abwasser, Brennstoffe,  Gefahrengüter, Feststoffabfall,  Recycling, Lärm, Luftverschmutzung, Strahlengüter…
 
Anlässlich vom Earth day 2013 stellte die IDF einige nachhaltige Projekte vor.
 
Im ganzen Land wurden in der Nähe von größeren Standorten künstliche Wasserbecken angelegt. Abwässer werden in die Becken eingeleitet und dort quasi selbstreinigend von Sedimenten und anderen belastenden Stoffen, u.a. Schwermetallen befreit. Anschließend wird das Wasser rezikliert und als Grauwasser wieder in die entsprechenden Systeme eingespeist.
 
Wetland bei Mitzpeh Ramon in der Negev Wüste
 
Solaranlagen sind heute in den meisten Militärstützpunkten eine Selbstverständlichkeit, was wir an Wasser oft zu wenig haben, haben wir an Sonne rund ums Jahr mehr als genug. Vom Hausstrom bis zum Warmwasser, alles kann so umweltfreundlich bereitgestellt werden.
 

Solarfarm in der Negev Wüste
 
Je heißer es wird, desto mehr Wasser fällt quasi als Abfallprodukt im wahrsten Sinne des Wortes an. Die Kompressoren der Klimaanlagen produzieren einige Liter Wasser pro Stunde. Nachdem die meisten Häuser hier mit dezentralisierten Klimaanlagen ausgestattet sind, kommt da einiges an Wasser zusammen. Dieses wird aufgefangen und  ebenfalls als Nutzwasser gebraucht.
 
 
 
 
Ganz besonders sensibel sind die IDF um Umgang mit den Abwässern, die auf den Schiffen anfallen. Statt sie, wie andernorts so gerne und blauäugig gehandhabt, einfach auf dem Meer zu verklappen, hat man hier eigene Anlagen ausgetüftelt. Diese pumpen die Abwässer in einen Spezialcontainer, sobald das Schiff vertäut ist. Spezielle chemische Stoffe entfernen alle bakteriellen Inhaltsstoffe. Wenn das Wasser nach der Behandlung wieder unbedenklich für die Ökologie des Meerwassers ist, wird es ins Meer abgeleitet.
 

 
Selbst beim Tankvorgang bei Fahrzeugen wird verspritztes Benzin oder Diesel aufgefangen und  für weniger empfindliche Betankungen weiterverwendet. Das hört sich vielleicht ein wenig lächerlich an, stellt man sich aber die Menge aller Fahrzeuge vor, die tagtäglich, teilweise sogar mehrfach betankt werden müssen, so kommt auch hier eine recht ansehnliche Menge zusammen.
 
 
 
Ähnlich sorgsam ist man auch im Umgang mit altem Motorenöl. Es wird ebenfalls abgepumpt, gesammelt und anschließend gefiltert und gereinigt. Ölfirmen kaufen das reziklierte Öl, wodurch sogar  noch ein wenig Geld in die Kassen der IDF gespült wird.
 
Die jahrelang überall und teilweise exzessiv benutzten dieselbetriebenen Kochgeräte haben ausgedient. Die starke Belastung und Verschmutzung des Bodens in den Zeltcamps der IDF war nicht länger akzeptabel. Sie wurden gegen gasbetriebene Kochgeräte (Gulaschkanonen) ausgetauscht.
 
Die Entwicklung und Umsetzung des nachhaltigen Umweltschutzes beim Militär ist gerade erst den Kinderschuhen entwachsen. Aber, die ersten Schritte sind durchaus sehenswert!
 
Uns freut‘s, weil die entlassenen Soldaten den Umweltschutz auch in ihrem Leben nach dem Militärdienst beachten.


Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Earth day und Militär muss kein Widerspruch sein!

  1. Danke für Deine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema! Sehr interessant!
    Zu den Fotos:
    Mitzpeh Ramon kenne ich nur ausgetrocket! Schönes Foto!
    LG

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s