Schule für das Leben? Oder die Anleitung, wie man Märtyrer wird?

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Immanuel Kant  schrieb in der „Berlinischen Monatsschrift“ im Jahr 1784 in seinem bemerkenswerten Aufsatz:  „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung“ folgendes:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner  selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen.  Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit,  wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung  und des Muthes (sic!) liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth (sic!) dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung. Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Theil (sic!) der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne Zeitlebens (sic!) unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu seyn (sic!)…..“
Mündigkeit als Weg aus der Fremdbestimmtheit in die Selbstbestimmtheit, das Eintauchen in einen Prozess kritischer Erkenntnis von politischen, soziologischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen. Nur wer, im Geiste Kants, Mendelsohns und anderer Aufklärer mündig werden durfte, wird sich nicht von den  Indoktrinationen von Politikern, Gurus und Lehrern einlullen lassen.
Lehrer müssen sich ihrer Verantwortung gegenüber den jungen Menschen ganz besonders bewusst sein. Diese befinden sich noch auf dem Weg vom Kind zum Erwachsenen und sind besonders aufnahmebereit für neues Wissen. Es liegt in der Verantwortung der Lehrer, den jungen Menschen auf seinem Weg so zu begleiten, dass er am Ende seiner Schulzeit, die oft auch mit dem Eintritt in die Volljährigkeit einhergeht, nicht nur alle jene Dinge gelernt hat, die ihm, entsprechend dem Lehrplan  vermittelt werden müssen, sondern, dass er auch über  eine ausgeprägte Demokratiekompetenz verfügt.
Im §2 Schulorganisationsgesetz werden für Österreich genau diese Punkte wunderbar festgeschrieben. „….Sie sollen zu selbständigem Urteil und sozialem Verständnis geführt, dem politischen und weltanschaulichen Denken anderer aufgeschlossen sowie befähigt werden, am Wirtschafts- und Kulturleben Österreichs, Europas und der Welt Anteil zu nehmen und in Freiheits- und Friedensliebe an den gemeinsamen Aufgaben der Menschheit mitzuwirken“
Im sicher nicht als pro-israelisch zu definierenden Tagesanzeigerfand sich gestern  ein Artikel, der zwar von der Sache her nichts Neues brachte, aber trotzdem wieder einmal den Blick auf etwas fokussierte,  das für die aktuelle und die zukünftige Einstellung von Israelis und Palästinensern  zueinander maßgeblich ist. Den jeweiligen Umgang mit der eigenen und der fremden Wahrheit und mit der Indoktrination der eigenen Bürger.
Berichtet wird über ein großangelegtes  Projekt des „Council of religious institutions  of the holy land“ das zwischen 2009 und 2012 insgesamt 370 israelische und 102 palästinensische Schulbücher der  Klassen 1 -12 genau unter die Lupe nahm.  Neben den 10 bilingualen Wissenschaftlern aus Israel und den palästinensischen Gebieten arbeiteten weitere wissenschaftliche Mitarbeiter aus Europa, den USA, Israel und Palästina an diesem Projekt mit.
Ziel des Projektes war es, zu untersuchen, wie die eine Seite die andere darstellt und in welchem Ausmaß die Schüler manipuliert, resp. indoktriniert werden.
Beide Seiten zeigten sich nach der Veröffentlichung der Studie nicht einverstanden mit den Ergebnissen.
Vielleicht lässt sich der Schwachpunkt der Studie am besten beschreiben mit dem Kommentar eines der Mitarbeiter: „Auf beiden Seiten ist das Hauptproblem das Weglassen», sagt der Israeli Gerschon Baskin, Mitglied im Beirat der Studie.“
Da werden Grenzen einfach weggewischt, historische Fakten ignoriert. Ganz zu schweigen von den üblen comics, die nicht nur in den Schulbüchern, sondern auch und vor allem im Kinder- und Jugendprogramm der palästinensischen TV Sender laufen.
IMPACT-SE hat in einer eigenständigen Studie bereits in den Jahren 2000 – 2006, ähnliche Untersuchungen mit. Naturgegebener Massen annähernd gleichen Ergebnissen vorgelegt. Die überarbeiteten Versionen aus dem Jahr 2010 liegen für israelischeund palästinensischeSchulbücher, die nach wie vor approbiert sind vor. 
Israel, und ich scheue mich nicht, dies an dieser Stelle zu sagen, ist bestimmt auch kein spitzenkragenbewehrter Chorknabe. 
Wir haben uns verteidigt, wenn es notwendig war,  wir haben klare Stellungen bezogen. Was wir nie getan haben: wir haben nie unsere Kinder zum Hass gegen Palästinenser aufgerufen und sie gezwungen, an einem sogenannten „Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen“ teilzunehmen. Unsere Kinder sind uns zu wertvoll und zu wichtig, als das wir sie mit Bombengürteln um den Leib geschlungen losschicken würden, Unschuldige zu ermorden.
Bis die westliche Welt in der Zeit der Aufklärung ankam, vergingen ca.  1750 Jahre nach der Zeitwende. Müssen wir wirklich warten, bis der Islam auch endlich diesen Wissensstand erreicht hat – rein nach Jahren gerechnet – oder dürfen wir hoffen, dass die modernen Kommunikationsmedien ihm einen Zeitsprung ermöglichen?
 


Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “Schule für das Leben? Oder die Anleitung, wie man Märtyrer wird?

  1. „Was wir nie getan haben: wir haben nie unsere Kinder zum Hass gegen Palästinenser aufgerufen und sie gezwungen, an einem sogenannten „Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen“ teilzunehmen.“
    Das kann man nie laut genug PROKLAMIEREN! Eigentlich müssten auch leise Töne reichen, aber die Welt ist „tumb“!
    Ich glaube nicht, dass der Islam sich in Richtung Fortschritt entwickelt. Es „genügt“ ein Blick in „Geschichte und Gegenwart“!

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