Nach den Wahlen ist vor den Wahlen!

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Wir haben einen ganz klaren Wahlverlierer: Benjamin Netanyahu! Er hat wohl mit seiner selbstverliebten Art, die er sich im Laufe der abgelaufenen Legislaturperiode mehr und mehr zu Eigen gemacht hat, zu hoch und vor allem am Geschmack der Wähler vorbei gepokert. Noch am Tag vor der Wahl hat er verkündet, auch für eine vierte Periode als PM zur Verfügung zu stehen. Dass er vor der vierten aber erst einmal eine dritte erfolgreich beginnen muss (und die dann auch durchhält!) hat er offensichtlich nicht mehr auf dem Bildschirm gehabt.
Da nutzte auch der Besuch an der Klagemauer gestern nichts mehr, für den er seitens der Hamassofort gerügt wurde: dieser Besuch sei eine reine Provokation, mit der er einerseits weitere Wähler mobilisieren, aber auch die Moslems provozieren wolle. Sogar zu Aufständen im WJL wurde als Reaktion aufgerufen. Die Besorgnis  der PLO, in Israel würde nach den Wahlen eine ganz weit rechts angesiedelte Koalition gebildet werden hat sich nicht bewahrheitet, denn –
wir haben auch einen ganz klaren Wahlsieger: Yair Lapid! Offensichtlich haben seinem Wahlprogramm, welches ich vorgestern als „zu schön, um wahr zu sein“ bezeichnet habe, weitaus mehr Wähler  vertraut, als es in den Umfragen prognostiziert wurde. Mit 19 Mandaten wurde seine Partei „Jesh atid“ die zweitstärkste Partei.
 
Und damit ist im Prinzip noch alles offen!
Eine Koalition aus dem „rechten Block“ (Likud-Beitenu +Habayit Hayehudi) mit 42 Mandaten und den ultra-orthodoxen Parteien (Shas + United Tora Judaism) mit 18 Mandaten erreicht keine regierungsfähige Mehrheit.
Diese würde jedoch knapp erreicht, wenn sich der „rechte Block“ mit den Newcomern von „Jesh atid“ und deren 19 Mandaten zusammentun würden. Um eine solche Koalition abzusichern, wäre es sicher sinnvoll, die Arbeiterpartei mit ins Boot zu holen.  Diese vier Parteien bringen es zusammen auf 76 Mandate.
Diese und andere Möglichkeitenwurden seit Bekanntgabe der vorläufigen Endergebnisse natürlich in allen Varianten durchgespielt:

  

 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eines steht fest: am shooting star dieser Wahlen komm Netanyahu nicht vorbei, wenn er als PM weiter im Amt bleiben will.
Zweierlei finde ich extrem schade: einerseits wurden ca. 250000 Stimmen „vergeudet“, weil sie an Parteien vergeben wurden, die von vorneherein ohne reelle Chance waren. Aber das ist eben ein Wesensmerkmal der Demokratie, dass man die Freiheit der Wahl hat!
Ebenfalls ein Wesensmerkmal der Demokratie ist es, dass niemand gezwungen wird, sein Wahlrecht wahrzunehmen.  Insgesamt war die Wahlbeteiligung in diesem Jahr erfreulich hoch und lag bei ca. 66%. Leider haben jedoch die arabischen Israelis ihr Wahlrecht in weitaus geringerem Masse wahrgenommen. Sie lag in den rein arabischen Städten zwischen 21% und  38%!
Noch ist das Bärenfell nicht verteilt, ich hoffe aber, dass es den Protagonisten im Kampf um die Koalitionsbildung rasch gelingt, eine für Israel und seine Partner optimale Regierung zu bilden.
So sehen hier die Stimmzettel aus, für jede Partei gibt es ein Zettel(chen) in einer Art Setzkasten, man sucht nach „seiner“ Partei, nimmt den entsprechenden Zettel und gibt ihn in den Wahlumschlag. Da kann kein „Kreuzchen“ an der falschen Stelle gemacht werden! Man muss nur den richtigen Zettel erwischen.
 
 


2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

2 Antworten zu “Nach den Wahlen ist vor den Wahlen!

  1. Liebe Esther,
    ich habe gerade in meinem Artikel von heute einen Link zu Deinem Artikel gesetzt! Ich hoffe, Du bist damit einverstanden!
    LG, faehrtensuche

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  2. Aber sicher doch! Danke und liebe Grüsse

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