Medico International ………von Einem der auszog die Welt zu retten.

B“H

Wer war nicht erschüttert von den Bildern der Biafra Kinder, die während des Krieges zwischen Nigeria und der jungen, chancenlosen Republik Biafra von 1967 bis 1970 um die Welt gingen? Es war der erste Genozid, der über das Fernsehen weltweit in alle Haushalte gebracht wurde. Nie zuvor trafen die Spendenaufrufe auf so viele offene Ohren.
Dies war die Geburtsstunde von Medico International. Die Gründer, mehrheitlich Medizinstudenten, sammelten Medikamente und medizinisch-technische Hilfsgüter und schickten sie nach Biafra und Vietnam, dem zweiten Kriegsgebiet. Bald folgten auch willige Helfer, aber: doch nicht selten machten die Desaster-„Experten“ der verschiedenen Hilfsstäbe die Katastrophe erst komplett.“  befanden die Verantwortlichen in seltener Selbstkritik.
Spätestens hier beginnt die Geschichte der gutenMenschen: „Die Politisierung verändert die Arbeit: man will nicht einfach Katastrophenhilfe leisten, sondern selbstständige Entwicklung fördern: Hilfe zur Selbsthilfe leisten.“
Hilfe zur Selbsthilfe, so kann man das neue Credo von MI beschreiben, das nun nach den ersten Jahren voll von Irrungen und Wirrungen seinen Platz gefunden zu haben scheint. 
In der nachfolgenden Analyse beziehe ich mich nur auf Aktivitäten von MI in Israel, dem WJL und dem Gaza Streifen und möchte festhalten, dass alle im Folgenden auftauchenden Kritikpunkte sich ausschließlich auf diese Gebiete beziehen. Vielleicht setzt der Arbeitsstil von MI in anderen Gebieten dieser Welt ganz andere und weitaus effizientere Schwerpunkte, die  ich nicht kenne und von daher auch nicht kritisieren kann und will.  
medico arbeitet … mit Partnern
Von 28 gelisteten gibt es offensichtlich nur in 6 Staaten aktuelle Projekte für das Jahr 2012 (Kenia, Pakistan, Philippinen, Somalia, Syrien, Westsahara), dabei gibt es nur für 2 dieser Staaten Projektpartner: Kenia und Somalia. Alle anderen Projekte beziehen sich auf das Jahr 2011 und sind „partnerlos“. 
medico arbeitet … im Kontext
Im Kontext zu arbeiten kann doch nur bedeuten, sich an den Notwendigkeiten der aktuellen Gegebenheiten zu orientieren. Also einen Zusammenhang herzustellen zwischen den Bedürfnissen der Menschen und den Angeboten der Helfer.
In Syrien, dem Land, in dem es seit dem Ausbruch der Revolutionskämpfe mehr als 40.000 Opfer zu beklagen gibt, werden als „Projekte für das Jahr 2012 auf der Homepage genannt:
* medizinische Nothilfe für Opfer staatlicher Repression in Syrien
* Verteilung von Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung an Binnenflüchtlinge in    Damaskus
* Im Nachbarland Libanon hilft der medico-Partner AMEL den Flüchtlingsfamilien aus Syrien
Dazu gibt es einen Spendenaufruf vom Juli 2012: Nothilfe für Opfer der Gewalteskalation, der pünktlich am Tag der Menschenrechte (10.12.2012) mit einem „Appell an die Medien“ unterstützt wird. Dieser Appel, in Form einer online Unterschriftenliste, zeigt die ganze Hilflosigkeit, die MI gegenüber der Gewalt und gegenüber dem Terror des Regimes von Diktator Assad spüren muss.
„Wir, die UnterzeichnerInnen, hoffen weiterhin auf eine friedliche Lösung. Wir wissen, wie begrenzt unsere Möglichkeiten sind. Doch wir können versuchen, verantwortungsvoll zu handeln. (…)Wir appellieren an Medien und Öffentlichkeit in Deutschland, das dramatische Geschehen differenziert wahrzunehmen und sich den offenen Blick durch die Bilder der Gewalt nicht verstellen zu lassen. Syrien verschwindet aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit, weil sich das Blutvergießen immer länger hinzieht. Es ist unsere Verantwortung, das zu verhindern. Unterzeichnen Sie diesen Aufruf und spenden Sie für die humanitäre Nothilfe und das zivilgesellschaftliche Engagement der unbewaffneten lokalen Basiskomitees in Syrien.“ 
Wie kann man die Bilder aus Syrien differenziert anschauen? Dazu muss man ein echter nützlicher Idiot sein, einer, der blind ist für die grausame Realität. Es ist unerheblich, welche Seite die Gewalt ausübt, die wir tagtäglich auf dem Bildschirm sehen. MI hat auch keine allheilbringenden Lösungsansätze gefunden, sondern tut das, was es am besten kann: vollmundig reden, ohne etwas zu sagen!
Und gleichzeitig:
Kein Wort, kein Projekt, keine erkennbare Hilfestellung für die Menschen im Sudan, Burma, Kongo …
medico arbeitet … für Veränderung
Der wohltönende Satz: Für humanitäre Krisen gibt es keine humanitären Lösungen scheint mir unlogisch zu sein und löst viele Fragen aus.
Humanitär ist gemäß Duden gleichbeutend mit menschenfreundlich, gütig, sozial, tolerant, wohltätig u.v.a.m. Hat sich MI etwa auf seine Fahne geschrieben, unsozial, intolerant, menschenverachtend zu agieren?
Soll das die Veränderung bringen? Die versprochene Hilfe zur Selbsthilfe?
Fast könnte es so aussehen. Nachdem die ganz großen Erfolge ausbleiben, der Medienrummel nicht ausreicht, um sich mit dem Slogan: „Wir tun Gutes und reden darüber“ zu schmücken, geht MI den Weg, der immerhin im inneren Kreis der Gut- und Bessermenschen von ständigem Applaus begleitet wird.
Bei einem weiteren Blick auf die Liste der Projekte wird man fündig:
Für Israel/Palästina sind für das Jahr 2011 insgesamt 15 Projekte gelistet,  es wird niemanden verwundern, dass nur eines davon explizit in Israel aktiv ist: das Frauenhaus in Nazareth.
Dann ist da das Jenin Freedom Theater, ein spannendes Projekt, nur eben leider nicht von MI ins Leben gerufen, wohl aber unterstützt. Unterstützt durch einen Spendenaufruf. Jenin ist medienwirksam. Das Flüchtlingslager war im Jahr 2002 Schauplatz einer Militäraktion, die auf israelischer Seite ca. 20 und auf palästinensischer Seite ca. 50 Opfer forderte. Heiko Flottau, der so gern auf Journal 21 Israelbashing betreibt, hat seinerzeit mit seiner grandiosen, gleichwohl völlig falschen Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung dafür gesorgt, dass Israel und seine IDF als Gräueltaten vornehmende Monster erschienen. Flottau fabulierte seinerzeit von mehr als 500 Toten im Flüchtlingslager. 
Man darf diese Artikelreihe von Heiko Flottau als Auftakt zu einer einmaligen Welle von Delegitimierung und Defamierung gegen Israel ansehen, auf deren Wellenkamm nun auch MI mitschwimmt.
MI greift immer da ein und zu, wenn es vordergründig darum geht, Hilfestellungen zu leisten. Und vergisst dabei, dass es Hilfestellungen sind, die die Angesprochenen auch ohne Intervention von MI erhalten.
So werden z.B. Notfallpatienten aus dem WJL und Gaza problemlos und unbürokratisch zur Behandlung nach Israel gebracht, chronisch kranke Kinder reisen gemeinsam mit ihren Eltern regelmäßig zur Therapie. 
Die Krankenhäuser in Gaza verfügen, nicht zuletzt dank der großzügigen Spendengelder aus der EU über alle modernen Einrichtungen, von der Präventivmedizin bis zur Palliativabteilung. Wenn MI versucht, mit mobilen Behandlungseinheiten zu punkten, oder sich brüstet, Vorsorgemedizin anzubieten, so ist das lachhaft. Im WJL ist das Angebot vor allem für die medizinische Erstversorgung so flächendeckend, dass es bereits Einsatzpläne gibt, die regeln, ob palästinensische oder israelische Paramedics im Einsatz sind.
Die zweite Säule ihrer guten Taten sieht MI im Bereich der Flüchtlingshilfe. Solange die UNWRA in selbsterhaltender Absicht die angeblichen Flüchtlinge nicht in die selbstbestimmte Autonomie entlässt, sondern darauf besteht, dass aus knapp 1.000.000  von den UN seinerzeit anerkannten Flüchtlingen mittlerweile 5.200.000 geworden sind, ist es in den Augen von MI sicher gut und richtig, neben den zahlreichen anderen NGOs auch noch Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Gemeinsam mit einer israelischen NOG „Zochrot“  wird über mögliche Chancen zur Rückkehr „nach Hause“ diskutiert.
MI Schweiz – die Fundgrube für Fehlmeldungen aller Art.
Der Projektleiter für MI in der Schweiz, hat in seiner Funktion auch eine „Erklärung gegen einen Erstschlag Israels gegen den Iran“ lanciert. 
Unterschrieben haben diese Erklärung u.a.
·             Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden zwischen Israel und Palästina
·             Schweizer Freundeskreis von Givat Haviva.
Und damit schließt sich der unrühmliche Kreis:
Sowohl die JVJP als auch Givat Haviva unterstützen die Projekte des BDS- Movement mit Verve, deren einziges Ziel es ist, Israel nachhaltig zu schaden.
Und nur für dieses eine Projekt der Selbstbeweihräucherung hat MI im Jahr 2011 an Spendengeldern erhalten: 1.179.877,62 €
Gelder die als Direkthilfe vor Ort besser angelegt gewesen wären.

4 Kommentare

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4 Antworten zu “Medico International ………von Einem der auszog die Welt zu retten.

  1. Alexander Scheiner, Israel

    Was NGO's so anrichten können!

    Die schweizerische NGO jvjp.ch ist wohl eine der aktivsten pro-palästinensischen NGO’s in der Schweiz die ich kenne. Erstens mit politischen Aktivitäten, insbesondere der aktiven und intensiven Unterstützung von palästinensischen, arabischen und islamischen Institutionen, die nicht nur Israel defamieren, delegitimieren und dämonisieren, sondern auch Juden weltweit. All dies seit Jahren, mit bemerkenswerter Dynamik und Professionalität und Erfolg. Zweitens, mit der Instrumentalisierung von einzelnen, wahrscheinlich politisch naiven (Rand)Juden in der Schweiz.
    Diese jüdischen Aktivisten vertreten zu 100% die Ziele des notorisch antiisraelischen, aber auch antijüdischen BDS-Movement, (http://www.jvjp.ch/wb/pages/de/home.php). Sie unterstützen den Boykott gegen Israel mit Rat und Tat. Sie sind aktiv im Russel-Tribunal gegen Israel beteiligt, (http://www.russelltribunalonpalestine.com/en/) und befürworten den sogenannten Goldstone-Report, obwohl dieser inzwischen berichtigt wurde. (http://jewssayno.wordpress.com/). Vor einigen Jahren wurde sogar eine Lesung einer palästinensischen Hassliteratin in den Räumen einer jüdischen Gemeinde in Zürich durchgeführt.
    Einer der jüdischen Aktivisten, damals im Vorstand einer jüdischen Gemeinde in Zürich, hat sich nicht entblödet, am Schabbat an der Bahnhofstrasse in Zürich, für palästinensische Freunde Olivenöl zu verkaufen. (www.olivenoel-palästina.ch)
    Im Jahr 2013 beabsichtigen sie, einen Jom Ijun durchzuführen. Bei aller mir gegebenen Toleranz als liberaler Schweizerjude, Judentum als Politikum zu instrumentalisieren ist hanebüchen. Der Jom Ijun 2013 wird als Verarschungszeremoniell durchgeführt: man zeigt, man ist ja irgendwie Jude. (www.jomijun.ch).
    Diese Aktivitäten haben bis heute den Palästinensern kaum etwas Positives gebracht. Im Gegenteil, die Zahl der palästinensischen Arbeitslosen in Israel, Jehudah und Schomron stieg enorm an. Gleichzeitig sank dort die Kaufkraft und damit die Lebensqualität. Aber, Israel und uns Juden haben diese Aktivitäten enorm geschadet: der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf einige 100 Millionen US$. Schlimmer, der gesellschaftliche Schaden ist enorm: akademische Boykotte von jüdischen Schülern, Studenten und Professoren weltweit, dazu ein weltweiter kultureller Boykott. Ausserhalb Israels werden Juden belästigt und verprügelt. In Frankreich wurden Juden ermordet. In der Schweiz wurde der Grossverteiler Migros mit Erfolg veranlasst, israelische Waren zu boykottieren.
    Alexander Scheiner, Israel, 26.12.2012

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  2. Alexander Scheiner, Israel

    Danke für Deine Zuschrift. Leider ist Herr Weil nicht der einzige alibijüdische Quisling in der Schweiz. Grüsse, Alexander Scheiner, Israel

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  3. Was Giv'at Havivia betrifft: die antiisraelischen Aktionen ihrer Schweizer Vertreterin Ursula Rosenzweig sind eine Ausnahme. Wie mir einer der führenden Funktionäre von G.H. vor Jahren sagte, als ich darauf hinwies, meinte er sie wüssten davon, da diese Frau jedoch sehr viel Geld (vor allem aus nichtjüdischen Kreisen) sammle, sehe man darüber hinweg. Das ist eine moralische Schweinerei, wurde mir gegenüber auch zugegeben. Ursula Rosenzweig gehört nicht in eine zionistische Organisation, hat dort gar nichts zu suchen. Vor Jahren schon wurde sie aus der Gesellschaft Schweiz-Israel abgewählt oder eher hinausgeworfen. Als altes Mitglied des Haschomer Hazairs in Zürich und späteren Kibbutznik tut mir diese nur auf die Schweiz beschränkte Korruption sehr weh, denn Giv'at Haviva ist eine der ganz grossen Organisationen dieses geschichtsträchtigen hochzionistischen Bewegungen. Ich verbrachte dort wiederholt viele Tage an Seminaren.

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