Gegen das Vergessen

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Es gibt Namen, die schaffen es nie, in das Bewusstsein einer Mehrheit der Menschheit zu kommen, obwohl sie es wert sind, erinnert zu werden. Andere sind in unseren Köpfen fest verankert.
Neil Armstrong ist so ein Name, J.F. Kennedy, Martin Luther King, Norma Jeane Mortenson, die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Die Namen kennt jeder, na ja, fast jeder.
Aber wie schaut es mit Sir Alexander Fleming, Maria Salomea Skłodowska oder Sitting Bull aus, da wird es ziemlich sicher schon recht dünn mit dem Bekanntheitsgrad. (* siehe Ende des Textes)
Diese Namen kann man googlen, man kann sie mit Leben füllen. Ob eine dieser Lebensgeschichten für einen selbst bedeutsam ist, oder nicht, das kann jeder für sich selber entscheiden.
Es gibt auch Namen, die kann man fast nicht googlen.
Toobah Nehdaran ist so ein Name. Gibt man den fremdländisch tönenden Namen ein, so zeigt sich nur ein einziges Ergebnis.  
Toobah Nehdraran wurde  57 Jahre alt. Sie lebte in Isfahan im Iran. Sie war verheiratet und hinterlässt zwei Kinder. Toobah war jüdisch.
Am 26. November brachen bisher noch unbekannte Täter in ihr Haus, würgten sie, erstachen sie und verstümmelten ihren Leichnam. Augenzeugen sprachen von an einen Ritualmord erinnernde Grausamkeiten. Der geschändete Leichnam wurde erst Tage darauf der Familie zur Beisetzung zurückgegeben.
Ihre beiden Schwestern, die im gleichen Haushalt leben, wurden nicht geschändet.
Die iranischen Behörden untersuchten in Richtung Raubmord. Das ist sicher der einfachste Weg, macht aber wenig Sinn, wenn man in Betracht zieht, dass die Familie in einem der ärmsten Viertel der Stadt lebt.
Viel unbequemer für die iranischen Behörden, aber sicher ehrlicher ist die Vermutung, die von einer Gruppe geäußert wird, die sich „Jewbareh Committee“ nennt und in den USA gebildet wurde.
Jewbareh Committee“ bezieht sich auf den Namen des alten jüdischen Ghettos in Isfahan, in dem die Familie der Ermordeten lebt.
So könnte die Ermordung im Zusammenhang mit einer Diskussion um den „Ankauf“ von Grundstücksteilen zu sehen sein. Der Vorstand der  nahegelegene  Kareem Saaghi Moshee erhob widerrechtlich Anspruch auf einen Teil des der Familie gehörenden Landes und wollte diesen übernehmen. Ob es hierbei um einen Kauf oder eine „Übernahme“ handelte, sei dahin gestellt. Die legitimen Eigentümer, Familie Nehdaran, verweigerten  jede Diskussion zu diesem Thema. Und zahlten einen bitteren Preis.
Derzeit leben 10.000 bis 20.000 Juden im Iran. Wie lange sie dort noch eine halbwegs sichere Heimstatt haben werden, ist angesichts der derzeitigen Verhältnisse ungewiss.
* Bei den oben genannten Persönlichkeiten handelt es sich um: den ersten Menschen, der den Mond betrat, den seinerzeit zweitjüngsten Präsidenten der USA,  den unermüdlichen Kämpfer gegen Rassismus und soziale Unterdrückung und Marilyn Monroe. Die vielleicht eher unbekannten sind: der Erforscher des Penicillins, Marie Curie und einer der letzten Indianerhäuptlinge, die sich gegen die us-amerikanische Regierungspolitik gegen die Indianer auflehnten.

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