Meinungs- und Pressefreiheit vs. Zensur

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Es gab und gibt immer noch Staaten, restriktive Regierungen und Organisationen, die sich des zwar legalen, aber trotzdem extrem undemokratischen Mittels der Zensur bedienen.

Ganz besonders hervor tat sich die Katholische Kirche, die  zwischen 1559 und 1962 alle Schriften auf den Index Librorum Prohibitorum setzte, die ihren Lehren, Moralvorstellungen und ihrem Weltbild nicht entsprachen.

Der Kampf gegen das unerwünschte Andere besteht bis heute  in der „Kongregation für die Glaubenslehre“, deren Präfekt von 1981 bis 2005 der heutige Papst Benedikt II war.

Um auf dem vatikanischen Index zu landen brauchte es nicht viel, von Nostradamus, über Galileo Galilei, Giordano Bruno, Rene Descartes, Heinrich Heine, Immanuel Kant, Voltaire bis hin zu Jean Paul Sartre fanden sich dort viele hervorragende Köpfe. Selbstverständlich fanden sich auch sogenannte „häretische Schriften“ von Juden, Waldensern und Protestanten auf dieser schändlichen Liste.

Sie wird übrigens heute noch vom „Opus dei“ fortgeführt und umfasst neben den Werken von Marx, Kant, Lessing,  auch die sehr populären Autoren Dan Brown und Umberto Eco (und Hitler).

Die Nazischergen setzten somit im Prinzip die jahrhundertealte Tradition der Kirche fort, als sie zwischen 1938 und 1941 öffentliche Bücherverbrennungen durchführten.

Heinrich Heine hatte Recht, als er Hassan (Almansor  1821) sagen lässt:

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher
verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

Heine landete auch bei den Nazis auf dem Index, wiederum weil er Jude war. Und wieder war er in bester Gesellschaft! Jeder Autor, dem auch nur der Hauch des Jüdischen, Kommunistischen,  oder Friedensliebenden an sich hatte fand Einlass. Die Liste ist schier unendlich!

Von den Schriften Freuds überlebte eine komplette Erstausgabe das Inferno.


Ausgerechnet im Göring Institut in Berlin (benannt nach seinem „Gründer“ Mathias Heinrich Göring, einem Vetter Hermann Görings) standen die Bände unbehelligt vom Untergang der Freiheit des Wortes und des Geistes.

Noch heute missbrauchen einige Staaten die Zensur, um Inhalte und Gedanken, die nicht staatskonform sind vor den eigenen Bürgern zu verbergen.  Sogar vor der EU macht diese Art der manipulativen Kontrolle nicht Halt. Seit dem gewaltigen Rechtsruck in Ungarn wurde die Pressefreiheit dramatisch eingeschränkt, China sperrt einfach nicht regimekonforme Internetseiten.

In Israel gibt es aus Sicherheitsgründen eine Militärzensur. Diese wird häufig umgangen, indem israelische Journalisten ausländische Medien zitieren.

Seit das Internet Einzug in den Alltag gefunden hat, verbreiten sich natürlich Meldungen, sowohl die korrekten, als auch die falschen, in Sekundenschnelle weltweit.

Eine neue Art von Journalismus ist entstanden. Neben den „alten“ Profis, die sorgfältig recherchieren und erst dann etwas ins Netz stellen, wenn es auch belegbar ist, darf heute jeder, der der jeweiligen Sprache halbwegs kundig ist, seine Meinung zu jedem nur erdenklichen Thema verbreiten. Ob die jeweilige Online-Information belegbar ist oder nicht, ist dieser Gruppe oftmals recht gleichgültig.

Bis vor wenigen Jahren konnten aktive Leser, zumeist Amateure auf dem journalistischen Feld, aber oft Fachleute in ihren Spezialgebieten, einen Kommentar als Antwort auf den jeweiligen Artikel schreiben, der dann in einer der nächsten Ausgaben erschienen.  Oder eben auch nicht.

Dies zu entscheiden behielt sich die jeweilige Redaktion vor. Und zwar ohne jede Angabe von Gründen. Der Name des Kommentators musste der Redaktion bekannt sein. So stand es in den Geschäftsbedingungen.

Aber, war der Kommentar erst einmal erschienen, dann konnte ihn niemand einfach so verschwinden lassen.

Heute findet man bei nahezu jedem Online- Artikel eine Kommentarfunktion. Dort darf man sich dann austoben, man kann sich sogar meist in die Anonymität flüchten.

Solange man sich an die „Netiquette“ hält, ist fast alles erlaubt.

So können sich durchaus interessante Diskussionen entwickeln. Man kann durch andere Ansichten zum gleichen Thema auch seinen eigenen Horizont erweitern, sofern man sich darauf einlässt.

Bereits veröffentliche Kommentare, die nicht der Meinung, dem Weltbild oder den Indoktrinationsversuchen des Verfassers entsprechen, nach und nach zu löschen, und zwar innert zwei Tagen nach der Veröffentlichung, das ist die moderne Art der Einschränkung der Pressefreiheit und die moderne Form der Zensur.

Und die findet man leider verstärkt überall da, wo es im ursprünglichen Artikel um Israelbashing geht, also um die Defamierung und Delegitimierung von Israel geht.

Traurig, bedenklich, aber scheinbar der neue Trend zu sein.

 

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