"Thank you for your warm-up!"

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Waschechter Britischer Humor im Olympischen Dorf in London zeugte vom neuen Selbstbewusstsein der 4300 Athleten aus 166 Ländern, darunter auch 25 Israelis, die an den Paralympics in London teilnahmen.
Was unsere Teilnehmer von anderen Teilnehmern an den  Paralympics unterscheidet, nicht nurin diesem Jahr, sondern seit Beginn dieser wunderbaren Olympiade beeinträchtigter Menschen, ist die Tatsache, dass 70%  von ihnen  nicht seit ihrer Geburt körperlich eingeschränkt sind, sondern im Laufe ihres Lebens dazu wurden. Die Gründe dafür sind:
Krieg und arabischerTerror!
Die restlichen 30% sind zurückzuführen auf Unfälle und genetisch bedingte Einschränkungen.
Sir Ludwig Guttmann, ein jüdisch-deutscher Neurochirurg ist der Begründer dieser enorm wichtigen „Spiele“, die Menschen mit körperlichen Einschränkungen  eine Chance geben, sich im sportlichen Zweikampf miteinander zu messen. So, wie es  „Nicht Eingeschränkte“  seit Urzeiten tun. Ein Sieg im sportlichen Kampf gilt viel, der Lorbeerkranz der antiken Spiele verlieh dem Sieger Ansehen und Ehre. Die modernen Spiele, in diesem Jahr erstmals mit einem recht  hohen Anteil an Life Fernsehübertragungen, trugen dazu bei, hinzuschauen, statt beschämt wegzuschauen.
1948 gab Dr. Guttmann 16 Kriegsveteranen, die unter andauernden Verletzungen, oft der Wirbelsäule litten, im Bogenschießen und anderen rollstuhltauglichen Sportarten die Chance, gegeneinander anzutreten, und so nicht nur aktiv am Rehabilitationsprozess teilzunehmen, sondern auch ihren Weg zurück in die Gesellschaft zu finden. Seine Vision waren „Olympische Spiele“  für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. 1960 fanden in Rom die ersten Paralympics statt. Seither haben sie sich zu einer fest etablierten Olympiade der anderen Art entwickelt. Guttmanns Vision wurde Wirklichkeit.
Was ist das Besondere an den israelischen Olympioniken? Junge Menschen, die voll von Enthusiasmus im Alter von 18 Jahren ihren Dienst bei der IDF beginnen, und für 2 oder 3 Jahre ihr Leben für die Sicherheit ihres und unseres Staates riskieren. Junge Menschen, denen wir alle, die wir in diesem wunderbaren Land leben, unser Leben anvertrauen.
Es sind unsere Kinder, Enkel und Enkelinnen, Neffen und Nichten,  Cousins und Cousinen, es sind ihre Freunde und Freundinnen, die ihr Leben für uns riskieren.
Viele von uns, Neueinwanderer der letzten Jahre, haben den Dienst noch in unseren ehemaligen Heimatländern absolviert,  einige wurden dort „ausgemustert“ und dienten im Zivilschutz, einige verwehrten den Dienst mit der Waffe und dienten im Zivildienst. Es steht mir nicht an, die „Wertigkeit“ der einzelnen Dienste zu bewerten. Neueinwanderer der früheren Jahre haben hier, obwohl sie in ihren Ursprungsländern bereits den Militärdienst absolviert hatten, noch einmal gekämpft. Nicht im Sinne der meist als lästig empfundenen Wehrpflicht, sondern in einem oder mehreren Kriegen, die Israel gezwungen war zu führen um das damals noch junge Land gegen die arabischen Feinde zu verteidigen.
„Jeder nach seinen  Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen“  schrieb schon Karl Marx. Auch in den Kibbuzim des jungen Israel war dies der ideologische Leitspruch.
Bei 14 Paralympics gewann Israel  372 Medaillen,  123 goldene, 122 silberne und 127 bronzene. 2012 war nicht unser bestes, aber auch nicht unser schlechtestes Jahr.1976 gewannen wir 69 Medaillen,  1960 starteten wir unsere Teilnahme mit 4 Medaillen. Die erfolgreichste Disziplin über all die Jahre war Schwimmen (161 Medaillen), Rudern und Segeln scheint unseren Athleten nicht besonders zu liegen, beides liegt am Ende der Medaillenskala.
Stellvertretend für alle Spitzensportler stelle ich hier nur unseren Goldmedaillengewinner, Noam Gershoni, vor. 2006 wurde er bei einem Helikopterabsturz während des zweiten Libanon Krieges verletzt und überlebte querschnittgelähmt. Tennisspielen lernte er während seiner Reha Zeit und trainiert heute im Zentrum für behinderte Veteranen in Tel Aviv.
Gegründet wurde dieses Zentrum in Folge des Unabhängigkeitskrieges 1948, um den 6000 Verletzten eine adäquate Reha Möglichkeit zu bieten. Heute gilt es, 50.000 Behinderte zu betreuen, die kriegs- und terrorbedingt an ihren Verletzungen leiden. Nachdem in den letzten Jahren vermehrt Zivilisten Opfer der Terroranschläge durch Araber wurden, werden auch diese in den mittlerweile fünf Zentren betreut.
Es ist traurig, dass weitere Projekte dieser Art geplant werden müssen, notwendig wird dies, weil die Zahl der Opfer leider weiter steigen wird.
Es bleibt, bei allem Stolz auf unsere Athleten bei den Paralympics, ein bitterer Nachgeschmack.
Nicht, weil wir bei der Olympiade diesmal wieder mal nichts gewonnen haben, daran haben wir uns schon gewöhnt, sondern, weil es  jungen Ex-IDF Soldaten und Soldatinnen sind, die die Medaillen gewinnen.
Ohne Krieg, ohne Terror wären sie weiter anonym geblieben. Das wäre es, was ich mir für ihr Leben gewünscht hätte!
 
 
 


Ein Kommentar

Eingeordnet unter Allgemein

Eine Antwort zu “"Thank you for your warm-up!"

  1. vielen Danke … Ich hoffe, dass weitere Themen 🙂

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