Denk ich an Deutschland in der Nacht…

B“H
Vom 9. Dezember 1946 bis zum 20.August 1948 mussten sich  20 „Ärzte“ im Nürnberger Ärzteprozess vor einem amerikanischen Militärgericht verantworten. Ihre Gräueltaten sind hinreichend bekannt: Menschenversuche, Tötung von Häftlingen, Anlegen einer Skelettsammlung, Massenmorde an psychisch Kranken.

Der Prozess endete mit nur 7 Todesstrafen, 5 lebenslänglichen Strafen (alle wurden jedoch durch ein reduziertes Strafmaß ersetzt, der letzte Täter verließ im Jahr 1955 als freier Mann das Gefängnis), zweimal wurden 20 Jahre, je einmal 15 und einmal 10 Jahre verhängt (auch hier endete die letzte Haft im Jahr 1952) und vier Freisprüchen.
Der grausamste Scherge, der Arzt Josef Mengele, konnte sich mit Hilfe seiner Familie, einem Netzwerk von kadavergehorsamen Freunden und dem Internationalen Roten Kreuz der Verhaftung entziehen und nach Brasilien flüchten.
Als „Kollateralschaden“ der „Aktion T4“ (das ist der beschönigende Name für die Nazi Euthanasie Morde in ca. 70.000 Fällen) wurden im Zeitraum Ende der 50er bis Anfang der 60er Jahre die massiven Folgeschäden des Beruhigungsmittels „Contergan“ betrachtet. Nach der Einnahme dieses zunächst rezeptfreien Medikamentes kamen bis zu 10.000 Kinder mit gravierenden Schädigungen der Glieder zur Welt, die Zahl der Totgeburten ist nicht bekannt. Erst 1961/62  richtete die BRD das Bundesgesundheitsministerium ein und legte damit die Grundlage für ein verschärftes Bundesarzeneimittelgesetz als Reaktion auf den Conterganskandal.
Am 2. Juni 1967 erschoss der Polizeibeamte Karl Heinz Kurras ohne erkennbaren Grund den Studenten Benno Ohnesorg. Er wurde vom Verdacht der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Kurras war IM der STASI und seit 1964 gleichzeitig Mitglied der SED und der SPD. Dass Kurras nicht verurteilt wurde, verdankte er der Westberliner Polizeibehörde, die wichtige Beweisstücke manipulierte, oder einfach verschwinden lies. Es war dies die erste von weiteren gezielten Verschleierungen in der Geschichte der damals noch jungen BRD, die von eindeutigen Fehlern in der Ermittlung von Straftaten ablenken sollte.
Auf den ideologischen Scherben, die das Verhalten von Polizei und Staatsanwaltschaft im Fall Ohnesorg hinterlassen hatten, bildeten sich militante Gruppen aus, darunter die RAF, zunächst nach ihren Gründern auch als „Baader Meinhof Bande“ benannt.
Zwischen 1970 und 1988 stellte die RAF die größtmögliche Herausforderung der  BRD dar. Auf das Konto dieser linksextremen Terrororganisation gingen 34 Morde, Entführungen und Überfälle, die die innenpolitische Stabilität der BRD erheblich ins Wanken brachten.
Bereits vor der eigentlichen Gründung der RAF wurden Andreas Bader und Gudrun Ensslin aktenkundig, als sie aus Protest gegen den Vietnamkrieg in zwei Kaufhäusern Brandsätze explodieren ließen. Es gelang ihnen, zwischen den Prozessen zu entkommen und abzutauchen. Mit ihrem Anwalt, Horst Mahler, beschlossen sie die Gründung einer „Stadtguerilla“. Bader wurde erneut festgenommen, jedoch in einer minutiös, auch durch Horst Mahler geplanten Aktion, an der auch Ulrike Meinhof maßgeblich beteiligt war, befreit. Dies war die Geburtsstunde der RAF.
Die Protagonisten setzten sich zunächst nach Jordanien ab, um dort bei der palästinensischen Terrororganisation Fatah den ihnen bis anhin unbekannten Umgang mit Waffen und Sprengstoff zu trainieren. Maßgeblich zur Verhaftung Baders beigetragen hatte Peter Urbach  ein V-Mann des Verfassungsschutzes, der auf Grund seiner teils eigenmächtigen Aktionen, wie z.B. Waffenlieferungen an die Terroristen, auch als „Pate der RAF“ bezeichnet wird. Urbach musste nach seiner Enttarnung vom Verfassungsschutz mit einer neuen Identität ausgestattet ins Ausland gebracht werden.
Die erste Generation der RAF wandte sich mit ihren Aktionen zunächst hauptsächlich gegen Banken, erst ab 1972 übte die RAF Bombenanschläge gegen in- und ausländische Ziele aus. Die bekanntesten Mitglieder wurden 1972 verhaftet. Sie beantragten den Status von „Kriegsgefangenen“, und bezeichneten ihre Haftbedingungen als „Isolationsfolter“.
Otto Schily, (aktuell SPD, früher Die Grünen, ehem. BM d. Inneren)  Hans Christian Ströbele (Bündnis 90/Die Grünen, stv. Vorsitzender der Bundesfraktion  und  PKG zur Kontrolle der Geheimdienste), Rupert von Plottnitz (Mitglied des Staatsgerichtshofes Hessen und Bündnis 90/Die Grünen) und Hans Heinz Heldmann gehörten damals zu den prominenten Verteidigern dieser Terroristen.
Heldmann vertrat erfolgreich seit den 1960er Jahren Minderheiten vor Gericht, zunächst oppositionelle persische Studenten, sowie von der Ausweisung bedrohte Palästinenser, in der Bundesrepublik verfolgte ausländische Kommunisten, sowie asylsuchende Araber. 1975 bis 1977 war er Vertrauensanwalt von Andreas Baader im Stammheimer Prozess. Heldmann verstand sich als „Radikaldemokrat“ und war ein angesehener Experte für Minderheitenrechte und rechtsstaatliche Strafprozessordnung.
Die zweite Generation der RAF forderte den Staat immer wieder mit Entführungen von Prominenten  Politikern und Wirtschaftsbossen heraus.
Die Entführung von Arbeitgeberpräsident Martin Schleyer und die eng damit verbundene Entführung der „Landshut“ brachte zwei Ergebnisse:  Zum  Einen betonte der damalige Kanzler Helmut Schmidt, notfalls die 86 Geiseln an Bord der Maschine zu opfern um klarzustellen, dass die BRD nicht erpressbar sei. Zum Anderen begingen führenden Köpfe der ersten RAF Generation nach der missglückten Entführung der „Landshut“ in Stammheim kollektiven Suizid. Verena Becker,  ein RAF Mitglied der zweiten Generation wurde am 6. Juli 2012 wegen Beihilfe am Mord von Generalbundesanwalt Buback endgültig für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Becker fungierte über Jahren hinweg als Informantin des Verfassungsschutzes. Das Urteil ist das Revisionsurteil des Prozesses gegen sie von 1977. 
Die dritte Generation der RAF erreichte nicht mehr die Prominenz der beiden Vorgängergenerationen, gleichwohl ihre terroristischen Aktionen weitergingen. Allerdings scheint die Staatsanwaltschaft zu dieser Zeit keine nennenswerten Erfolge mehr verbucht zu haben.
Im September 1972 kam es anlässlich der olympischen Spiele in München zum Terroranschlag der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“ gegen die israelische Olympiamannschaft. Dass es im Zuge der Verhandlungen  mit den Terroristen Fehlentscheidungen von Polizei, Politik und Sicherheitskräften gab, wurde bereits unmittelbar nach den dramatischen Stunden in München und Fürstenfeldbruck klar.  Dass aber die deutsche Neonaziszene im Vorfeld sehr aktiv geworden war und mit den Terroristen in enger Zusammenarbeit gestanden hatte, wurde erst durch einen Spiegelartikel vom Juni 2012 öffentlich. Wieder einmal hatte der Vertuschungsapparat der deutschen Behörden gut funktioniert!
Neun Kleinunternehmer mit türkischem und griechischem Migrationshintergrund wurden in einer unheimlichen Mordserie zwischen 2000 und 2006 Opfer einer Neonazi Gruppe. Ausgeführt wurden die Morde mit ein- und der selben Tatwaffe. Auf das Konto der gleichen Täter ging auch noch das „Nagelbombenattentat“ von Köln, sowie ein Mord an einer Polizistin in Heilbronn. Im Zuge der Ermittlungen gelang es, Bekenner DVDs, sowie Waffenfunde sicher zu stellen. Die Rolle des Verfassungsschutzes allerdings wirft wieder einmal ein eher dunkles Licht auf jene Stellen, die dazu da sind, die Verfassung und damit auch die Bürger zu schützen.
Es ist ihm „gelungen“, wichtige Dokumente zu verschludern und zu vernichten, und damit eine angemessene Verurteilung der noch lebenden Terroristen zu ermöglichen, und die Rolle derer, die sich feige der Verurteilung durch Suizid entzogen haben, zumindest post mortem zu dokumentieren.
Ganz aktuell muss noch eine dramatische Meldung hier ihren Platz finden. Im Jahr 2011 starben 146 Kinder unter 14 Jahren in Folge Mord, Totschlag, fahrlässigen Tötungsdelikten, sowie Körperverletzung mit Todesfolge. Die Zahl der polizeilich bekannt gewordenen Misshandlungen lag bei 4126! Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. Die Täter waren zumeist die Eltern.
Gleichzeitig wurden 7,5 Milliarden für die sogenannten „Hilfen zur Erziehung“ ausgegeben, um 866405 Kinder, resp. ihre Eltern zu unterstützen. Diese „Hilfe“ wird sowohl von privaten Anbietern, als auch von staatlichen und kommunalen Stellen aufgebracht, die sich aber außerstande sehen, miteinander zu kommunizieren, ja, weit entfernt davon sind, miteinander zu kooperieren!
Warum gelingt es bei diesem Aufwand und Budget nicht, Kinder, die die Zukunft unserer Gesellschaft sind, vor ihren offenbar unfähigen Eltern zu schützen?
Die Antwort liegt hier, ebenso wie in den ganz anders gearteten Fällen auf der Hand: es ist das System, das versagt hat! Da helfen auch die wunderschönen Pläne zur Schaffung von KITA Plätzen und Betreuungsgeldern nichts, die BM Schröder den Bürgern verkaufen will! Diese Bemühungen werden im Sand versickern, wenn nicht zuerst der Patient Bundesrepublik wieder geheilt wird.
Mir fällt dazu Heine ein, der schreibt:
..Sie sang das alte Entsagungslied,

Das Eiapopeia vom Himmel,

Womit man einlullt, wenn es greint,

Das Volk, den großen Lümmel.
Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,

Ich kenn auch die Herren Verfasser;

Ich weiß, sie tranken heimlich Wein

Und predigten öffentlich Wasser.
Betrachte man all dies, so mag die Frage erlaubt sein, wer in dieser Republik der Skandale darf sich allen Ernstes berechtigt fühlen, über die Vorhaut von jüdischen Buben zu richten?
Aber auch in der Schweiz und in Österreich haben sich Spezialisten aus Medizin, Psychologie, Recht und Religionswissenschaften in voraus eilendem Gehorsam gegenüber Deutschland, bemüßigt gefühlt, ihre fachlichen Worthülsen betreffend der Beschneidung von jüdischen Knaben in Umlauf zu bringen. Es gibt jedoch kaum einen einzigen jüdischen – oder muslimischen –  Mann, der durch die Beschneidung traumatisiert oder beeinträchtigt wurde.
Aktuell aus der Schweiz: vor wenigen Tagen wurde veröffentlicht, dass in der Schweiz 2011 1180 Kleinkinder misshandelt wurden. Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 28% . Die Dunkelziffer ist unbekannt.
Shabbat shalom

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

2 Antworten zu “Denk ich an Deutschland in der Nacht…

  1. Anonym

    Heil Sharon!
    Ich habe gerade im „Time Magazine“ lesen können, dass es in Jerusalem eine nach dem israelischen Faschisten(!)- O-Ton des Time Magazine- Stern benannte Straße gibt. So, und solange das so ist verbiete ich mir, dass in einem derartigen Ton und mit einer so abstrusen Vermengung von Skandalen, über mein Land hergezogen wird, !
    Haben wir uns verstanden?

    Gefällt mir

  2. Anonym

    Oh je, interessant wer alles so bei dir „rumfummelt“!
    Damit ist es doch genau richtig was du sagst…..

    Selbst der Verfassungsschutz ist masslos überfordert mit der Dynamik die diese Gruppierungen hervorbringen…..naja, wem erzähle ich das;-)

    Ich finde es sehr gut, das du dieses mit soviel Power und Elan verfolgst.
    Lass dich nicht bedrohen von so “ geistreichen“ Kommentaren!!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s