Beredtes Schweigen nach Mord beim Sport

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„Ich bin dem Sport auch vielfältig verbunden, auch als Fernsehzuschauer“ so lauteten die wirklich staatstragenden Worte des deutschen Bundespräsidenten Gauck, bevor er sich der olympischen Eröffnungsshow zuwandte. 
Ca. 10.000  Athleten aus 204 Ländern marschierten in das Stadium ein, darunter auch jene aus Israel, dem Libanon, Iran und  Palästina. Erstmals in der Geschichte sind in jedem Team Frauen dabei, auch aus islamischen Ländern. Eine Herausforderung ist jedoch nicht die Teilnahme der Frauen an den Spielen, sondern das Verbinden der zwingenden Kleidervorschriften der Sharia mit denen der jeweiligen Sportverbände!
Warum sind gerade diese vier Staaten erwähnenswert?
München 1972 – die heiteren Spiele endeten am 05.September mit einem Terroranschlag auf das israelische Team, 11 von 14 aktiven Teilnehmern der Mannschaft wurden von Mitgliedern der palästinensischen Terrorgruppe „Schwarzer September“ ermordet. Dass diese Terrorgruppe dabei Helfer aus der deutschen Neonazi Szene hatte, wurde erst in den letzten Monaten bekannt. 
Die Spiele wurden nach einer halbtägigen Unterbrechung, anschließend an eine Gedenkstunde, fortgesetzt. Willi Daume, der damalige Präsident des NOK Deutschlands kommentierte: „Es ist schon so viel gemordet worden – wir wollten den Terroristen nicht erlauben, auch noch die Spiele zu ermorden.“ Avery Brundage toppte diese Aussage noch: „The games must go on!“  und hat damit ausdrücklich in diesem Fall den olympischen Frieden mit Füssen getreten.
So war es auch 2012 bei der Fußball EM in der Ukraine. Julia Timoschenko, einst strahlende Leitfigur der orangen Revolution wird unter, zumindest sehr dubiosen Verhältnissen, inhaftiert und aller Wahrscheinlichkeit nach nicht ihrem Gesundheitszustand entsprechend behandelt.  Die Welt schreit kurz auf, erregt sich, Politiker sagen ihre Teilnahme am Finalspiel ab, sollte ihr Nationalteam gewinnen (was es dann nicht tat!). Dann rutschen die Berichte von Seite 1 auf  Seite 3, um schließlich im Ressort: ’Vermischtes“ zu landen. Zu peinlich wäre es aber auch, bekennen zu müssen, dass nicht Alles so gelaufen ist, wie man es sich gewünscht hätte!
Und auch beim IOC im Jahr 2012! Das IOC möchte den Terroranschlag von München am liebsten aus seiner Chronik streichen. Es kuscht vor den teilnehmenden islamischen Staaten, die, schaut man auf die Liste der Teilnehmer, ganz klar einen großen zahlenmäßigen Stellenwert innerhalb der „olympischen Familie“ haben. Israel mit seinen 38 Aktiven hat da einfach keinen Stellenwert. Wichtig ist es, islamische Staaten nicht zu verprellen! Das IOC, die korrupteste Geldmaschine der Welt, darf die Spiele nicht unterbrechen. Jibril Rajoub, der Vorsitzende des palästinensischen NOC hat sich dafür auch ausdrücklich bedankt: und bezeichnete die Schweigeminute in seinem Brief als Rassismus.
Al Jazeera ging bei der Live Übertragung  der Eröffnungszeremonie noch einen Schritt weiter. Während der Einmarsch der vorhergehenden Nationen munter kommentiert wurde, löste das Eintreffen der Israelischen Sportler Schweigen aus, das gefolgt wurde von einem Kurzkommentar: „Sie verdienen das nicht!“

Und so gedachte auch niemand der Opfer des palästinensischen Terrors von 1972. Das Gedenken wurde einfach fortgespült im Rausch der Leichtigkeit der Eröffnungszeremonie der Spiele in London am vergangenen Freitag. Verschiedene Internetplattformen hatten aufgerufen, diese Schweigeminute zu unterstützen, Präsident Obama war der prominenteste Unterstützer dieses kleinen, dieses winzigen Beweises von Respekt gegenüber Opfern des Terrors.“ «Wir glauben, dass eine Eröffnungsfeier nicht die Atmosphäre bietet, um an einen solch tragischen Moment zu erinnern», erklärte jüngst Jacques Rogge in London. 
Und so blieb es bei einer kurzen Stellungnahme des ZDF Teams, das immerhin auf den Terroranschlag von 1972 hinwies und eine halbe Gedenkminute im israelischen Fernsehen, wo die Namen der Opfer unmittelbar nach dem Einmarsch der israelischen Mannschaft eingeblendet wurden.
Was macht den Libanon erwähnenswert?
Gestern trafen das libanesische und das israelische Judo Team im Trainingszentrum auf einer Matte zusammen. Während die israelische Mannschaft ihr Trainingsprogramm weiter absolvierte, beeilte sich die Mannschaft aus dem Libanon, eine Trennwand anzufordern, die den unmittelbaren Blickkontakt zwischen den Teams verhinderte. Üblicherweise werden solche Trennwände eingesetzt, um „Spionagetätigkeiten“ zwischen den Teams zu verhindern.  Oops, hat da jemand Angst vor uns?
Der Iran, beziehungsweise seine Diplomaten, oder auch seine agents provocateurs oder auch seine Geheimdienste haben in den Tagen vor der Eröffnung der Spiele gezielte oder ungezielte, korrekte oder bewusst falsche Meldungen über die gierige Medienwelt rieseln lassen, es war eine Sensation: iranische Sportler dürfen sich mit israelischen Sportlern messen. 
Vorbei die Zeit, als der Iran, sollte das harte,  sportliche Schicksal es so bestimmen, in einem internationalen Wettkampf auf israelische Kontrahenten traf, die virtuelle weiße Fahne hissten und aufgaben. Denn Allah gefiel es besser, feige dem Zweikampf aus dem Weg zu gehen und 0:100 den Kampf zu verlieren,  als die 50:50 Chance des Verlustes in Kauf zu nehmen, und sich dem fairen Kampf zu stellen.
Allahs Kämpfer aus dem Iran korrigierten dies sofort: Niemals, wirklich niemals würde dieses geschehen. Es seien „satanische“ Schritte der Zionisten gewesen, die diese Aussage möglich gemacht hätten. 
Also: Alles beim Alten!
Irgendwie ist es doch schon fast beruhigend, dass die alten Strukturen noch halten!
Bleibt noch eine letzte Frage: was macht Palästina als „Leider-noch-nicht-Staat“ bei den olympischen Spielen?  Der Fahnenträger der Mannschaft lebt in Ostjerusalem und hat die israelische Staatsbürgerschaft!

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