Warum will Deutschland die Jüdische Kultur zerstören?

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Entsprechend der Thora, werden jüdische Buben am achten Tag nach ihrer Geburt beschnitten, unter Berücksichtigung  ihres Gesundheitszustandes. Schwache, kranke Säuglinge werden erst beschnitten, wenn ihr Gesundheitszustand dies zulässt.
Vorgenommen wird dieser Eingriff durch einen „Mohel“, der auch entscheidet, wann die „brit milah“ statt zu finden hat. In fortschrittlichen Gemeinden findet man auch eine  „mohelet“ wie z.B. in der  Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg, wo Rabbinerin Dr. med. Antje Yael Deusel diese Aufgabe  übernommen hat, und auch ihre abschließende Arbeit diesem Thema gewidmet: „Mein Bund, den ihr bewahren sollt
Religionsgesetzliche und medizinische Aspekte der Beschneidung“
Jishmael war 13 Jahre, als er in den Bund aufgenommen wurde,  bis zu diesem Alter werden auch heute noch moslemische Knaben beschnitten, obwohl im Koran keine unmittelbare Anleitung zur Beschneidung zu finden ist, sondern nur ein Hinweis, der Religion Abrahams zu folgen.(Sure 3:95): „Sprich: Wahrhaftig ist Allah. Dann folgt der Religion Abrahams, …“
Hingegen in der Sunna, dem islamischen Verhaltenskodex, ist ein zentraler Begriff die Tahara (rituelle Reinheit), zu dem auch die Beschneidung gehört.
Die hier geforderte Tahara wird in einigen Staaten (Dschibuti, Ägypten, Guinea, Mali, Sierra Leone, Somalia, Nordsudan, Jemen,..)  als Rechtfertigung für die Beschneidung bei Mädchen und Frauen herangezogen. Diese ist häufig Teil eines archaischen Initiationsritus und wird unter miserablen Hygienebedingungen durchgeführt. Abgesehen von Infektionen und Entzündungen, die den Heilungsprozess behindern oder vereiteln, tragen die Mädchen und Frauen durch diese brutale Verstümmelung psychische Narben zurück, die ein Leben lang nicht heilen.
Die Geschichte der Beschneidung ist erstmalig belegt mit einem Reliefbild von 2420 B.C.E. in Ägypten, ist also deutlich älter als der „abrahamitische Bund“, der auf ca. 1300 B.C.E. datierbar ist. Und nachdem nach mehr als 4400 Jahren nicht bekannt ist, dass sich ein Mann und eine Frau jemals über „unerwünschte Nebenwirkungen“ beschwert haben, gibt es keinerlei sexuelle oder psychische Beeinträchtigung, im Gegenteil!
Befürworter der Beschneidung bringen die positiven Nebeneffekte in die Diskussion ein:
       Deutlich geringere Anfälligkeit der Eichel für Bakterien, Keime und Pilze.
       Drastische Abnahme der Übertragung vom HI-Virus und anderen Geschlechtskrankheiten, so dass im Jahr 2007 die Beschneidung als Präventionsmassnahme von der WHO vorgeschlagen wurde.
       Deutliche Abnahme bei Penis- und Gebärmutterhalskrebs
Bereits 2008 ist im Deutschen Ärzteblatt ein Artikel zu finden,  zu dem Thema, das seit einigen Tagen in den Medien für kontroversielle Diskussionen sorgt: „Zirkumzision bei nicht einwilligungsfähigen Jungen: Strafrechtliche Konsequenzen auch bei religiöser Begründung.“  Der Autor beruft sich auf § 223 Absatz1 des StGB wo es heißt: „(1) Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ und interpretiert dazu: „Eine körperliche Misshandlung nach § 223 Absatz 1 StGB liegt vor im Fall einer unangemessenen und üblen Behandlung, durch die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit mehr als nur unerheblich beeinträchtigt wird. Die bei einer Zirkumzision vorzunehmende teilweise oder vollständige Entfernung der Vorhaut stellt einen nicht nur unerheblichen Substanzverlust dar, sie ist mithin eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit.“
Desweiteres bezieht er sich auf die UN Kinderrechtskonvention Artikel 24 Absatz 3 u. 4: „(3) Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder
schädlich sind, abzuschaffen.
(4) Die Vertragsstaaten verpflichten sich, die internationale Zusammenarbeit
zu unterstützen und zu fördern, um fortschreitend die volle Verwirklichung des in diesem  Artikel anerkannten Rechts zu erreichen. Dabei sind die Bedürfnisse der Entwicklungsländer besonders zu berücksichtigen.“
Das Deutsche Ärzteblatt berichtet in Heft 5 dieses Jahres über einen Gesetzesentwurf von Bündnis 90/ Die Grünen, Genitalverstümmelung als schwere Körperverletzung nach dem StGB zu bewerten und in den Katalog der Auslandsstraftaten aufzunehmen. Das bedeutet,  dass das deutsche Strafrecht angewendet werden kann, wenn ein Mädchen zu Beschneidung vorübergehend ins Ausland gebracht wird.
Und  nun das Urteil des Landgerichtes Köln, das die Beschneidung von Kindern, die ihre Einwilligung dazu nicht geben können, als strafbare Handlung klassifiziert. Prof. Dr. Holm Putzke, einer der Vorreiter dieses Horrorurteils, das bereits ein rechtskräftiges Berufungsurteil ist, sagt in einem Interview dazu: „Diese Entscheidung könnte nicht nur die zukünftige Rechtsprechung prägen, sondern im besten Fall auch bei den betroffenen Religionen zu einem Bewusstseinswandel führen, Grundrechte von Kindern zu respektieren.“
Seit Königs Antiochius Epiphanes in seinem Wahn, in seinem Land ein „gleichgeschaltetes Volk“ zu haben, 165 B.C.E. alle „fremden Riten“ und damit auch die Beschneidung verbot, haben es ihm Viele gleichgetan. Die Beschneidung war immer wieder Ziel  der antijüdischen Polemik und diente der Delegitimierung der Juden in ihren Heimatländern. In der perfiden Erkenntnis, dass es ohne die Beschneidung auch kein identitätsstiftendes Merkmal mehr geben würde, glaubte man, das „jüdische Problem“ so effizient und ohne großes Aufsehen lösen zu können.
Eine hervorragende Analyse der rechtlichen Hintergründe, auf die dieses perfide Urteil abstellt, bietet Prof. Dr. Hans Michael Heinig, der  den Lehrstuhl für öffentliches Recht, insb. Kirchenrecht und Staatskirchenrecht an der Universität Göttingen innehat.  Diese Analyse wurde als Stellungnahme des  Abraham Geiger Kolleg Potsdam übernommen.
Es stimmt bedenklich, dass in Deutschland, nur 67 Jahre nach der Shoa,  wieder eine Rechtsprechung akzeptiert wird, die die Jahrtausende lange Grundlage unserer Religion in Frage stellt, ja mehr als das, die  im Grundgesetz verankerte freie Religionsausübung unmöglich macht. Nazideutschland hätte es nicht wirkungsvoller hinbekommen!
Dies gilt selbstverständlich auch für die moslemischen Männer, resp. für ihre Familien, die entscheiden müssen, wann und wo sie ihre Söhne beschneiden lassen wollen.
Dieses Urteil macht die Bühne frei für antisemitische Anwürfe sondergleichen, die Kommentare in den online Medien sind nur die Spitze des Eisberges. Noch gilt der Gesetzesentwurf von Bündnis90 /Die Grünen nur für weibliche Genitalverstümmelung, der nächste Schritt wird sein, den Antrag auf der Grundlage des Kölner Urteils zu generalisieren.
Dann bleibt religiösen Juden und Moslems der Weg zu einem religiösen Kinderarzt oder Urologen im Ausland ebenso versperrt, wie zu seinem Kollegen in Deutschland.
Dann bleibt nur noch der Weg, Deutschland zu verlassen und, in unserem Falle, nach Israel auszuwandern. 
Vielleicht, im schlimmsten Fall, wird man irgendwann in der Zukunft das Urteil rückwirkend als Auslöser eines Massenexodus betrachten und irgendein Richter wird dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtshofes mitteilen können: „Deutschland ist juden- und moslemfrei!“
Eine traurige Vorstellung!


8 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

8 Antworten zu “Warum will Deutschland die Jüdische Kultur zerstören?

  1. Tarahu

    Shalom Esther

    Wie ich es aus den Medien gelesen habe, bezieht sich das auf die Moslems. Gemeint ist da die althergebrachte Methode der Beschneidung mit 13 Jahren. Da wird ja geschnipselt ohne Rücksicht und Hygiene (Vereisung ect.)

    Eine Methode, die sehr schmerzhaft ist und auch zu Verkrüpplungen am Glied führen kann.

    Ich habe schon solches gesehen.

    Viele Türken hier gehen mit ihren Söhnen zum Arzt und lassen es dort machen (meist schon mit 11Jahren). Die Kosten tragen sie selber. Dies veranlassten erst die Mütter der Kinder, mittlerweile sind die Väter vom Althergebrachten abgewichen.

    So werden ca. 90% der Beschneidungen hier, wo ich wohne, in einer Kinderklinik vorgenommen. Der Rest immer noch nach alter Sitte und Qual.

    Wie das bei den jüdischen Bürgern zu meiner Zeit 1940 bis 1945 war, entzieht sich meiner Kenntnis.
    Geredet wurde nie darüber und die meisten Deutschen wussten oder wissen auch nicht, wie das Glied nach der Beschneidung aussieht.

    So dusche ich immer in Badehose um dummen Fragen aus dem Weg zu gehen.

    Die Beschneidung hat ja den Vorteil, dass du kaum Infektionen dort bekommen kannst und so auch keine weitergeben kannst. Das ist für Menschen, die in den Wüsten und Öden leben, lebensnotwendig, denn in der Sahara gab es keinen Arzt. Die Beschneidung ist ein Reinheitsgebot oder in solchen Gegenden eben eine Notwendigkeit.

    Nur haben sich die Deutschen sich schon immer mit fremden Kulturen schwer getan, ja haben richtige Angst davor.

    Ach ja die Beschneidung der Frau da gibt es im althergebrachten Koran keine einzige Sure, die darauf
    verweist.

    Vielmehr ist es eine Eigentumsfrage einer von sich eingenommen Gesellschaft, bzw. Religion;
    hat die Frau den Schmerz beim Verkehr und der Mann die Lust dabei, so hat dieser die Garantie, dass Frauchen nicht Fremd geht. So einfach ist das.

    Nichts aber auch nichts verweist in der Geschichte des Islam daraufhin, dass Leila beschnitten war.

    Tarahu

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  2. Anonym

    Leider muss ich ein wenig richtigstellen:
    Die Beschneidung eines muslimischen Jungen gab „nur“ den Anlass. Aber durch's Recherchieren – u.a. auch bei anderen Bloggern – ist es wohl so, dass dieses Verbot allgemein gilt, also auch für Juden.
    Ich finde es beschämend, dass ein DEUTSCHER, zudem weltlicher Richter sich anmaßt, darüber zu befinden und so ein Gesetz zu erlassen. Ich stelle als Deutsche fest: Deutschland hat nichts dazugelernt! Das ist mehr als traurig!

    Was mich auch verärgert, ist, dass die Beschneidung eines 8 Tage alten Säuglings mit der Beschneidung von Jugendlichen und Erwachsenen gleichgesetzt wird. Es wird sogar die Beschneidung von Mädchen angeführt, die natürlich auf einem „ganz anderen Blatt“ steht! Man schmeißt alles in einen Topf und will das Ganze nicht differenziert sehen. Mal wieder eine Gelegenheit, dem Antisemitismus neue Nahrung geben zu können – mit „Erlaubnis“ von richterlicher Stelle.

    Ich hoffe, dass es zu einer Nivellierung des Gesetzes kommt.

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  3. Tarahu

    Shalom Esther und Leser
    Dieser Unfug wird auf Kosten des Steuerzahlers ausgetragen.

    Nun gibt es doch ein Rückwärtsrudern mit dem Beschneidungsgesetz!
    Würde dieses Gesetz hier zugelassen werden, hätten radikale Moslems ja das erreicht,
    wofür sie kämpfen, einen Sieg über die rituellen Gesetze der Juden.
    Einen Sieg gegen die Tradition der Juden ist schon etwas.
    Von jüdischer Seite aus gesehen wäre keine Gelegenheit mehr gegeben, das Ritual der Beschneidung hier in Deutschland fortzusetzen.
    Dank des Einsatzes der Rabbiner aus Europa wird alles beim Alten bleiben
    Den Moslems hier wäre es einfach egal, denn sie haben mit der Beschneidung
    Jahre 13 Jahre Zeit.(Dann gibt es eben die Beschneidungsflüge nach Arabien)
    Traurig ist aber allemal, dass Politiker wohl aus Langeweile sich hier mit Dingen befassen von denen sie keine Ahnung haben, oder ist jemand von ihnen Jude?
    Tarahu

    Hier ein Bericht (Videotext)NTV
    Beschneidung soll straffrei sein(bleiben)
    Die rituelle Beschneidung von Jungens soll nach dem Willen der Bundesregierung straffrei bleiben
    Verantwortungsvoll durchgeführte Beschneidungen müssen in diesem Land möglich sein
    sagte ein Regierungssprecher in Berlin.
    Gerade in der jüdischen Tradition hätte die Entfernung der Vorhaut im Säuglingsalter
    eine große Bedeutung.
    Das Landgericht Köln hatte die Beschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als Körperverletzung und damit als Straftat gewertet.
    NTV

    Wenn ich Solches lese, weiß ich auch, dass sich in Köln die Richter/rinnen
    mit der traditionellen jüdischen Beschneidung überhaupt nicht befasst
    haben.Es müssen einfach Atheisten gewesen sein die solchen Unfug als Gesetz
    auf den Weg bringen wollten.

    Tarahu

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  4. Anonym

    Ja, Tarahu, da hast Du wohl recht. Den Richtern geht jedes Gespür für Spiritualität (besser für G'tt) ab, sonst könnte man nicht so ein Urteil fällen. Zumindest kann ich es mir auch nicht anders vorstellen.
    Gestern kam im Radio eine Sendung, in der die Hörer um ihre Meinung zu dem Thema gefragt wurden. In den 45 Minuten gab es nicht eine einzige Stimme, die sich für die Beschneidung ausgesprochen hätte. Ich war schon genervt und wollte ausstellen, aber dann wollte ich doch zu gern noch hören, ob sich vielleicht nicht doch noch jemand fände, der sich im Sinne der Juden hier einsetzte. Wie gesagt, keiner!!! Interessant war es auch, dass sich fast nur Frauen geäußert haben. Und es wurde der übliche „Eintopf“ gekocht und auch Mädchenbeschneidung ins Feld geführt!
    Die körperliche Unversehrtheit soll höher zu bewerten sein als die Religionsfreiheit und das Recht der Eltern?
    Ich bin ganz verstört, wenn ich sehe, was in Deutschland wieder möglich ist.
    Übrigens – alle islamkritischen Blogger wenden sich vehement gegen die Beschneidung. Ich habe versucht zu begründen, warum ich für die Brit Mila bin, aber bin gleich mehrmals zurechtgewiesen worden. Ich habe gesehen, dass ich nicht dagegen ankam und die „Gegenseite“ für keine Argumente zugänglich war. Mir wurde gesagt, dass die Beschneidung ja durchaus noch möglich wäre – wenn das Kind erwachsen ist. Vom Judentum haben sie nichts begriffen! Für Muslime spielt das keine Rolle, aber für Juden sehr wohl. Ich empfinde die ganze Diskussion als antisemitisch. Wie überzeugt doch die Deutschen wieder von sich sind! …

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  5. Anonym

    Ich war 3 Tage zur Kontrolle der Blase in der Urologie
    Sie haben eine kleine Stelle gefunden und mit einer Fräse entfernt.
    Also keine OP wie sonst. Nach der Untersuchung (fand in Vollnarkose statt)
    kam die Ärztin zu mir und sagte, dass sie nicht geschafft hätten, jetzt mit dem Katheter
    meine Vorhaut über den Penis zu ziehen. Sie würden dies aber nachholen, wenn der Spülkatheter gezogen worden sei.
    Ich erklärte der Dame dann, dass ich beschnitten sei und die Vorhaut auch nicht über den Penis gehen kann.
    Du hättest das Gesicht der Ärztin mal sehen sollen. Irgendwie zeigt es mir doch den mangelhaften Bildungsstand dieser Gilde, denn gerade in der Urologie müsste Mann/Frau dies doch sofort erkennen!
    Solche Leute wollen über die rituelle Beschneidung entscheiden…

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  6. Anonym

    Diese Frau zitiert Winnetou und wissenschaftliches Arbeiten in einem Satz. Ich kann mich dieser nicht annehmen. Und mein Kind wird nicht beschnitten.

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  7. Anonym, Winnetou habe ich in meiner Jugend gerne und viel gelesen. Wisssenschaftliches arbeiten ist mir nicht fremd. Beides gemeinsam geht nicht.
    Wie schön, dass Ihr Kind nicht beschnitten wird, ich gehe davon aus, dass es eine Tochter ist.

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  8. Anonym

    Niemand will die jüdische Kultur in Dtl. zerstören. Die Beschneidung ist dennoch falsch. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit eines Kindes ist unantastbar. Darüber kann sich auch keine Religion hinwegsetzen.

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