Was tun mit Verfassern von unwahren, halbwahren und diffamierenden Nachrichten?

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Ein anonymer SPON Journalist bekommt dafür möglicherweise den Henri Nannen Preis für besonders investigative Arbeit, für dessen Vergabe zwei Kriterien erfüllt sein müssen: Die Recherche-Leistung des Reporters und die gesellschaftliche Bedeutung seiner aufklärenden Enthüllung. Und er bekommt natürlich auch ein Honorar, 30 Silberlinge, weil er dem sinkenden Spiegel- Boot zu steigenden Verkaufszahlen verhilft!
In der SPON Ausgabe vom 03.06.2012 versteckt sich der Journalist, ob er damit die Spannung erhöhen will, immerhin ein beliebtes  literarisches Stilmittel, aus Angst vor Anschlägen auf seine Person, ausgehend  von Pullach, Tel Aviv oder gar Teheran, oder sei es schlicht aus Scham über die Eulenspiegeleien, die er den Lesern aufzutischen versucht.
Die Schlagzeile: “Israel bestückt U-Boote aus Deutschland mit Atomwaffen wird als Faktum präsentiert, weiter im Text steht (wie die Spiegelrecherchen (!) ergaben!) zu lesen: Der Abschuss erfolgt mit Hilfe eines bislang geheimen hydraulischen Ausstoßsystems.“ Wem das zu wenig konkret erscheint, der wird beruhigt: Ehemalige hochrangige Beamte aus dem Verteidigungsministerium wie der ehemalige Staatssekretär Lothar Rühl oder der Ex-Chef des Planungsstabs Hans Rühle haben jedoch gegenüber dem SPIEGEL erklärt, sie seien schon immer davon ausgegangen, dass Israel auf den U-Booten Nuklearwaffen stationieren werde. Rühl hat darüber auch mit Militärs in Tel Aviv gesprochen. (Vielleicht sollte man mal recherchieren, wer vor Kurzem entlassen wurde….)
Hans Rühle bemüht sich in einem Alter, in dem andere politische Journalisten, oder auch zur Journaille mutierte Ex-Politiker, in den wohlverdienten Ruhestand gehen,  noch einmal, die Weltpolitik in nahezu prophetischer Weise zu erklären: am 06.04.2012 titelt er in der FAZ: „Die Zeit läuft ab.“ Bereits am 21.02.2012 berief sich die Jerusalem Post auf einen in der New York Time und Welt online erschienenen Artikel, der in einer obskuren Schweizer online Zeitung am 12.03.2012 1:1 widergegeben wurde. Interessant ist nur der letzte Satz: „Es bestehe auch die Möglichkeit einer vorübergehenden Landung zum Tanken in Syrien, der Türkei oder Irak, bemerkte Rühle.“ Wie bitte? Israelische Kampfjets landen in der Türkei? Wo nimmt der Mann bloß seine verqueren Wunschgedanken her? Auf keinen Fall kann man seine Informationen als aktuell bezeichnen. Möglicherweise hat der alte Herr seinen Realitätssinn völlig verloren, und nähert sich dem Stadium eines typischen Geriatriefalles.
Wie verbreiten sich Nachrichten über das WWW? Nicht nur rasend schnell, sondern auch mit mehr inhaltlichen Fehlern, als es das Kinderspiel Stille Post je schaffen würde!
Der Schweizer „Tagesanzeiger“ fasst in seiner Ausgabe vom 03.06.2012 kurz und prägnant, aber vor allem schlagzeilentauglich zusammen: Israels Weltuntergangswaffe aus Deutschland“ und schwankt noch ein wenig unsicher ob der Relevanz der Quellen zwischen dem Konjunktiv und dem  Indikativ und gibt immerhin der Wahrheit ein wenig die Ehre, indem er die angedachten Atomschläge aus Israel als das benennt, was sie wären, wenn es sie denn geben würde:  Ein Zweitschlag, also eine Reaktion auf einen bereits vom Iran erfolgten Angriffsschlag. Und der Zweitschlag wird zu Recht erfolgen, wie oft müssen wir denn noch unsere zweite Wange hinhalten???? Müssen wir uns wie ein Kaninchen vor der Schlange ganz klein machen am Boden? Die Nazis haben unser Volk halbiert, aber: wir haben die Inquisition überlebt, die Pogrome der Neuzeit, die Ghettos, die Gaskammern, wir werden auch die Ajatollahs überleben!
Die als sehr Israel-kritisch einzustufende Presse aus Österreich springt erst spät auf den Zug auf. So berichtet sie am 05.06, ebenfalls unter Bezug auf SPON: „Die israelische Regierung soll in Deutschland produzierte Unterseeboote mit Atomwaffen ausstatten – und findet nichts dabei.“  und weiter: „Wie der „Spiegel“ berichtete, wurden drei der bereits gelieferten Boote in Israel mit nuklear bestückten Marschflugkörpern ausgerüstet“ und legt noch eine Schäufelchen nach: „Laut dem jüngsten Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sirpi verfügt es  (Israel) über 80 nukleare Sprengköpfe.“ Aha, bisher war doch in den Medien immer von ca. 200 – 300 Sprengköpfen de Rede!?
Dass Pakistan die islamische A-Bombe besitzt, etwa 100 Stück, dazu die Raketen und Marschflugkörper und diese jederzeit in den Iran verlegen kann, davon steht nichts in den Medien. Warum auch? Leider gilt immer noch: Jews are News. Und wenn es aus Israel gerade nichts zu berichten gibt, dann kramt man Dinge aus der Informations Mottenkiste, die älter als Asbach Uralt sind! Das erste von insgesamt sechs Dolphin U-Boote wurde bereits im März 99 in Dienst gestellt, warum werden erst jetzt, beim vierten Boot diese, gegen Israel stimmungsmachenden „Informationen“ aufgebracht? Eine noch nicht geklärte Frage ist die des Einsatzortes. Beheimatet sind die U-Boote in Haifa. Sollten sie z.B. in der Persischen Golf verlegt werden, müssen sie entweder durch den Suez Kanal fahren, oder aber um ganz Afrika herum. Beide Vorstellungen gehören wohl in  das Reich der Phantasie!
Also kann es eigentlich nur einen Grund geben: Israel bashing bringt höhere Auflagen.
Die immer wieder für drittklassigen Journalismus gute Bild Zeitung titelt am 04.06. 2012: „Deutsche U-Boote mit Atomwaffen?“ um dann im Laufe des Artikels auf den Spiegel zurück zu greifen: „Aus U-Booten seien A-Boote geworden, schreibt das Magazin unter Berufung auf Recherchen in Deutschland, Israel und den USA.“
Das habe ich in der Online Ausgabe des „Spiegel“ noch nicht gelesen, vielleicht steht es ja in der print Version, die kommt hier erst Ende der Woche an.
Wenn ich dann den kompletten Artikel lese, verstehe ich auch vielleicht, warum der Journalist, der ihn geschrieben hat, bis jetzt anonym bleiben wollte! Ich komme dann gerne darauf zurück.


2 Kommentare

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2 Antworten zu “Was tun mit Verfassern von unwahren, halbwahren und diffamierenden Nachrichten?

  1. Susya Bar Dror

    Bei der obskuren online Schweizer Zeitung handelt es sich um die online Zeitung „Zeit-Fragen“, die www-Seite der ehemaligen Sekte VPM.

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  2. Am 6. Juni schreibt SPIEGEL online: „Erst am vergangenen Wochenende hatte der SPIEGEL aufgedeckt, dass Israel seine U-Boote aus deutscher Fertigung mit nuklearen Waffen bestücken will.“

    Nicht „… bestückt hat“, nicht „… bestücken wird“. Damit hat das Online-Portal die gedruckte Story im Grunde wieder kassiert und zeigt, daß es in der Tat nur darum ging, Ressentiments zu pflegen.

    Die im SPIEGEL-Artikel aufgeworfene „Frage“ war dabei freilich auch schon deutlich genug: Darf Deutschland, das Land der Täter, Israel, dem Land der Opfer, beim Aufbau einer Atomwaffenstreitmacht helfen, die geeignet ist, Hunderttausende Menschenleben auszulöschen?

    Auf die Unterstellung, Israel wolle „Hunderttausende Menschenleben“ auslöschen, darauf, Israel implizit mit Nazideutschland gleichzusetzen, muß man erstmal kommen.

    Aber nimmt man das erstmal an, ist es für SPIEGEL-Talente sicher kein Problem, das passende Beiwerk zu formulieren. Es ging nur darum, Israel zu dämonisieren. Leider war das „deutsche Nachrichtenmagazin“ nicht ganz erfolglos.

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