Ist es ein Privileg, in der IDF dienen zu dürfen?

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Immerhin war dies der online Ausgabe von ynet vom 09. Mai die Frage wert. Ist es ein Privileg, als Soldat 3 Jahre und als Soldatin 2 Jahre in einer der härtesten Armeen weltweit, ab dem 18. Lebensjahr,  zu dienen?
Ist es wirklich ein Privileg, während der Zeit des Dienstes unter  Bedingungen leben zu müssen, die alles andere als komfortabel sind?
Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu, die Abschlussprüfungen laufen und damit erhöht sich die Frequenz der Jogger und Joggerinnen, die tagtäglich bei uns vorbeikommen dramatisch. War es vor wenigen Wochen noch ein Geschnaufe und ein „schwerer Schritt“, der die Jogger ankündigte, so kann man nun schon eine klare Veränderung feststellen:  Kein Geschnaufe mehr, dafür ein federnder, kaum noch hörbarer Schritt. Im Ohr steckt nun der  I-Pod Knopf, entweder sind die Hände hantelbewaffnet, oder auf dem Rücken klebt der Rucksack, oft beladen.
Bereitet sich da die Jugend eines Staates auf die bevorstehenden Ausscheidungen  zur Makkabiade 2013 vor?
Nein, weit gefehlt!  Ziel des Trainings,  weitab aller Zwänge, ist die möglichst rasche Aufnahme in die kämpfende Truppe.
In Deutschland klagt die Bundeswehr über Nachwuchssorgen seit der allgemeine Wehrdienst abgeschafft wurde:
8.500 Freiwillige meldeten sich freiwillig bei einer Bevölkerungszahl von knapp 82 Millionen, das entspricht ca. 0,01%!
In Österreich schaut es auf dem Papier ein wenig besser aus: von den 8,4 Millionen Bürgern absolvieren mit ca. 30.000 Rekruten jährlich ca. 0,3575% den Wehrdienst
Wie schaut es bei uns in Israel aus?
Alle Informationen über aktuelle Truppenstärken unterliegen einer strengen Geheimhaltungspflicht, es gibt nur geschätzte Zahlen!
Zu Friedenszeiten verfügt:
Israel über  168.500 Soldaten (30. Stelle weltweit),
Deutschland über 252.000 Soldaten (19. Stelle weltweit)
Österreich über 34.000 Soldaten (80. Stelle weltweit)
Schweiz über 120.000 Soldaten (39. Stelle weltweit)
Das Militärbudget beträgt vom BIP(Mio. US$)
In Israel 7,3% (10. Stelle weltweit) (245.266/ 41. Stelle) = 17.904
In Deutschland 1, 3% (121. Stelle weltweit) (3.628.623/ 4. Stelle) = 47.172
In Österreich 0,85% (144. Stelle weltweit) (425.091/ 28. Stelle)  = 3.613
In der Schweiz 0,91% (139. Stelle weltweit) (665.898/ 19. Stelle)  = 6.059
Das Leben unserer Soldaten und Soldatinnen ist tagtäglich in Gefahr, sie geben tatsächlich die besten Jahre ihres Lebens, um den Bewohnern ein Leben in Sicherheit, in einigen Gebieten des Landes auch nur in relativer Sicherheit zu ermöglichen.
Ausgenommen vom Militärdienst sind generell schwangere und/oder verheiratete Frauen. Frauen können auch aus Gewissensgründen den Dienst ablehnen und stattdessen Zivildienst leisten. Arabische Moslems und Christen sind befreit. Orthodoxe Studenten an religiösen Schulen sind derzeit noch befreit, dieses Gesetz wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor der Sommerpause in der Knesset fallen. Angehörige von Minderheiten, also Drusen, Tscherkessen, Samaritaner und Beduinen leisten in der Regel freiwillig ihren Dienst in der IDF, aber auch andere israelische Araber.
Die halbnomadische Lebensform, sowie die hervorragende Kenntnis der Topografie der Beduinenprädestiniert sie für ihre Aufgabe als Spurensucher. Diese ungeheuer wichtige Aufgabe soll ein unberechtigtes Eindringen auf unser Staatsgebiet entdecken und weitgehend verhindern. Ihr Einsatzgebiet ist vor allem der Süden des Landes, die Wüste.
Die Aufgabe des Drusenbataillons an  der Grenze zum Libanon ist nahezu ident zu der der Beduinen im Süden: das Verhindern von unberechtigtem Eindringen aus Israelisches Staatsgebiet. An beiden Grenzen geht es um die Abwehr von Terrorismus und Schmuggel aller Art, aber auch um die Aufrechterhaltung der „trügerischen und labilen Ruhe“.
Neben der Landesverteidigung erfüllt die IDF eine wichtige integrative Aufgabe. Neueinwanderer, aber auch Jugendliche mit einem schwierigen familiären Hintergrund werden einem speziellen Corps israelweit betreut. Das Corps verfügt über eigenen Schulen, Ausbildungszentren und Unterkünfte. Entsprechend der individuellen Ausgangslage kann dort die schulische Ausbildung bis zur Matura absolviert werden. Neueinwanderer erhalten ihre Grundkenntnisse in Ivrith, aber auch in Landeskunde und werden schrittweise in die Gesellschaft eingegliedert.
Schlussendlich muss aber auch noch erwähnt werden, dass auch junge Menschen mit körperlicher oder geistiger Einschränkung gefördert werden. Aktuell leisten 45 Soldaten mit Down Syndrom in einem speziell auf sie zugeschnittenen Programm ihren Dienst bei der IDF ab. Das Ziel ist es, den jungen Menschen mehr Selbstvertrauen, ihre Fähigkeiten innerhalb der Gesellschaft einzusetzen zu geben. Seit seinem Unfall im Jahr 2006 sitzt Ori, ein Mitglied unserer Gemeinde, im Rollstuhl. Vor zwei Jahren hat er seine Ausbildung zum Offizier abgeschlossen und wird im kommenden Jahr seinen Aktivdienst beenden.

Der Schreiber des Artikels auf ynet ist ein mit seiner Familie (Ehefrau und acht Kindern) in Kfar Tapuach lebender Siedler. Um seinen Beitrag dort verstehen zu können, muss man seinen Status kennen.

 


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