Wasser – מים – water – eau – ماء – ᓃᐲᔾ – Vesi – Akvo – 水- Víz – וואסער

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Israel leidet unter zahlreichen Naturphänomenen, psychischen und meteorologischen.
Dem Jerusalemsyndrom, das zu den „akuten und vorübergehenden psychotischen Störungen“ gehört. Es bildet sich einige Tage nach der Abreise aus Jerusalem in der Regel wieder zurück. In der Akutphase aber kann man bekannten Persönlichkeiten, wie: König David, Herodes, Jesus, Rahel, Sarah, Esther … begegnen.
Ähnliches gilt für einen weiteren Charakterzug, der „chuzpa“, etwas, das es wirklich weltweit nur bei Juden gibt! Ich habe keine passendere Definition zu diesem Wort gefunden, als die von Guy Kawasaki.
Dem Chamsin, dem heißen Wüstenwind, der die Temperaturen im Frühling und im Herbst auf über 40° ansteigen lässt (diesmal sind wir hier im Norden noch mal knapp davon gekommen). Neben der extrem hohen Temperatur schafft es dieser Wind, innert Minuten alles mit einem feinen, ockerfarbenen Staub zu überziehen.  Und natürlich alles auszutrocknen.
Den Überflutungen in der Negev Wüste, die Jahr für Jahr Autofahrer und Wanderer in arge Schwierigkeiten bringen, die es einfach nicht glauben wollen, dass sich Teile einer Wüste innert Sekunden in reißende Flüsse verwandeln.
Soweit die Naturphänomene, mit denen wir sehr gut leben können.
Problematisch wird es, wenn wir uns dem Problem zuwenden, das die israelische Gesellschaft entzweit! Ein Blick auf Google earth zeigt, dass in Zichron nur in sehr wenigen Gärten blau-glitzernde Pools zu sehen sind, während im nahegelegenen Caesarea die blau-glitzernde Fläche fast grösser ist, als die der sie umgebenden Gebäude.
Die Frage ist: muss man den eigenen Pool haben, wenn a.) das Meer nur 10 Minuten entfernt ist und b.) das Land unter Wassermangel leidet? Die Antwort heißt ganz klar: Nein!
Wie prekär ist die Lage der Wasserversorgung in Israel? Warum beten wir im Winter um Regen und im Sommer um Tau? Auch in der Thora wird Wasser als Gabe von Gott erkannt.
Neben dem geografischen Problem haben wir es hier natürlich (wieder einmal) mit einem politischen Problem zu tun.
Der Jordan war einmal der größte Wasserlieferant des Landes. Die drei Quellflüsse: Hazbani (Libanon), Dan (nördliches Israel)  und Banyas (Nördlicher Golan) füllten den Jordan auf, und sorgten dafür, dass der Zufluss zum See Genezareth, dem tiefst gelegenen Frischwassersee der Welt,  erhalten blieb. Die Quellgebiete von Dan und Banyas sind vor allem im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel mit Forellenzucht, Restaurants und Wasserfällen. Aber je mehr sich der Jordan dem See Genezareth nähert, desto mehr verändert sich das Bild. Heute ist er nur mehr ein armseliges Rinnsal. Zeitweise schrumpfte er zu einer dermaßen stinkenden und  gesundheitsgefährdenden  Kloake, dass der Zugang gesperrt werden musste.  Johannes der Täufer wäre schön frustriert.
Und das, was im See Genezareth ankommt, ist kaum noch nennenswert. Es gibt die magischen Grenzwerte, die sich an der Höhe unter Null vom See Genezareth orientieren. Zwischen -208,80 und – 213,00 liegt der kritische Bereich. Heute liegen wir bei – 211,50, ein wunderbarer Wert! Sobald  die Schneeschmelze am Hermon voll einsetzt, können durchaus noch ein paar Zentimeter dazukommen. Ein Anstieg des Wasserstandes um 1 cm bringt ein Mehr von 1,7 Mio m3 an Frischwasser!
Immerhin sind ca. 60% des Landes wasserarme Gebiete, in denen ohne Bewässerung keine Landwirtschaft möglich wäre.
Die staatliche Wassergesellschaft Mekorot hat im Jahr 1937 begonnen, ein ausgetüfteltes Wasserversorgungssystem aufzubauen. In zwei Aquiferi werden die Wässer aus mehr als 1300 Brunnen, gesammelt und vom wasserreicheren Norden in den Süden gepumpt. Dies geschieht mit Hilfe von  mehr als 3000 Pumpen, über 600 Wasserreservoirs auf einem Röhrennetz von mehr als 6500 km Länge.  Der westliche Aquifer führt entlang der Küste und versorgt die Ballungszentren am Mittelmeer und im Zentrum des Landes, der östliche führt durch das Westjordanland, und versorgt die dort lebende palästinensische Bevölkerung, sowie die Städte am Toten Meer und im Negev. Eilat, die südlichste Stadt, wird durch eine Pipeline von der Oase Ber-Ora versorgt.
Israel kann seine Wasserressourcen nicht exklusiv nutzen.  Der Friedensvertrag zwischen Israel und Jordanien von 1994 regelt, wie viel Wasser Jordanien dem Jordan und dem See Genezareth entnehmen darf. Gleiche Regelungen gelten für das Westjordanland und den Gazastreifen. Während die israelisch-jordanischen Wasserlieferungen ohne Diskussionen abgewickelt werden, kommt es seitens Palästinas leider immer wieder zu unhaltbaren Anschuldigungen, Israel käme seinen Verpflichtungen nicht nach. Eine gerade kürzlich vom Begin-Sadat-Center an der Bar Ilan Universität veröffentlichte Studie beschreibt die gesamte Problematik sehr ausführlich. Als signifikant empfinde ich die folgenden Zahlen (in der Studie auf Seite 18)
Im Jahr 1967lebten in Israel rund 2,8 Mio. Einwohner, der pro Kopf Verbrauch an Frischwasser war: 508m3, im Jahr 2006 verbrauchten die ca. 7 Mio. Einwohner pro Kopf 170m3.
Die Vergleichszahlen für das WJL sehen wie folgt aus:
1967 ca. 700.000 Einwohner mit einem pro Kopf Verbrauch von 93m3, 2006 verbrauchten geschätzte 1,4 Mio. Einwohner 129m3 pro Kopf.
Wie kam es zu dieser Entwicklung? In Israel wurden andauernde Bemühungen unternommen, alternative Möglichkeiten zu finden. 
Weltweit bekannt und auch von Hobbygärtnern genutzt  ist die Tröpfchen Bewässerung, die auch dazu verleitet, mitten in der Wüste Erdbeerplantagen zu betreiben – was ein ökologischer Unsinn wäre, wenn nicht für Landwirtschaft, Parkanlagen und  öffentliche Grünflächen fast ausschließlich „Grauwasser“ (gereinigtes Abwasser) genutzt würde. Selbstverständlich zirkuliert dieses Wasser in andersfarbigen Rohrsystemen, um ein irrtümliches Abzapfen zu vermeiden.
Wenn in einigen Jahren alle fünf Meerwasser Entsalzungsanlagen entlang der Küste in Betrieb sein werden (drei sind es derzeit) soll Israel nicht mehr auf den See Genezareth als Süßwasser Lieferant angewiesen sein. Bis Ende des kommenden Jahres soll bereits  70% des Wasserbedarfs aller Haushalte mit entsalzenem Wasser abgedeckt werden.
Worin ist das Problem mit der Wasserversorgung im WJL begründet? Es gibt mehrere Gründe: zum einen trägt sicher die restriktive Haltung Israels am Wassermangel ein Teilschuld. Diese Haltung ist begründbar.
Nachdem die palästinensische Übergangsregierung unter Herrn Dr. Abbas sich als absolut unzuverlässig, nicht nur im Zusammenhang mit dem Wassermanagement erwies, erhöhte Israel die Lieferquoten, wies aber darauf hin, dass auch die Palästinenser selber eine Verantwortung der Wasserwirtschaft gegenüber haben. So wurden bereits bewilligte Brunnenbohrungen nicht durchgeführt, dafür gab es zahlreiche unbewilligte Bohrungen von Brunnen, die nun nicht an das Netz angeschlossen werden können. Gelder für die bewilligten Bohrungen kamen Großteils von der EU und wurden leider anderweitig verwendet. Zum anderen werden Abwässer ungereinigt „entsorgt“, obwohl auch dafür Gelder für eine einwandfreie Wiederaufbereitung zur Verfügung stehen.
Wassermangel ist ein weltweit anerkanntes Problem. Die hier erfundenen Technologien helfen nicht nur uns, den  akuten Wassermangel zu lindern, sondern haben sich auch als Exportschlager erwiesen.


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