Nein, ich wollte nichts mehr dazu sagen!

Ich hatte mir selber einen virtuellen Maulkorb verpasst, um das leidige Thema „Geschlechtertrennung“  nicht nochmal hoch zu kochen.

Aber nun – was zu viel ist, ist zu viel!

Vor Wochen begann der Kampf damit, dass religiöse Soldaten eine militärische Veranstaltung verließen,  bei der  Soldatinnen sangen.

Die nachfolgende Reaktion durch Politiker und Rabbiner entsprach zwar nicht dem, was ich mir als Frau gewünscht hätte, aber, um meine Frage vom 20.12. zu wiederholen: „Haben wir denn keine anderen Probleme?“

Bibis Vorschlag, nach den ersten großen Demos sensible Städte mit gemischter Population (womit er eigentlich nur gemeint haben kann, dass diese dem ganz normalen Durchschnitt einer beliebigen Stadt in Israel entspricht) zu teilen, fand wenig Gegenliebe.

Wenngleich auch die Argumente gegen diesen Vorschlag nicht ident waren.

Für mich war dieser „Teilungsplan“ (kennen wir doch: Teilungsplan für Palästina durch die Uno von 1947, Teilungsplan  der Sieger für Deutschland nach dem WK II,) eine Schnapsidee.  Für mein Dafürhalten hätten die Haredim damit doch genau das bekommen, was sie wollten, ein Gebiet, wo sie nach ihren Regeln leben können.

Doch weit gefehlt!

Aus ultraorthodoxen Kreisen wurden sofort Bedenken angemeldet, dass der dann zu erwartende Bürgermeister vielleicht nicht rigide genug sein würde.

Ich erspare es mir und euch, hier über die anschließenden, abscheulichen Demonstrationen in KZ Kleidung und mit  Kindern, denen ein gelber Stern mit der originalgetreuen Aufschrift „Jude“ angeheftet worden war, zu berichten. Ich werde die Bilder nicht verlinken.  Der Bub, der sich irgendwann als Erwachsener  als „lebende Kopie“ des Buben aus dem Warschauer Ghetto wird identifizieren müssen, tut mir heute schon leid!

Der Grund für diese furchtbaren Demonstrationen war, dass sich die Haredim  in einer ähnlichen Situation wähnten, als es Juden zur  Zeit der Nazis in Deutschland waren.

Dieser Vergleich hinkt nicht nur, er ist schlicht und einfach infam!

Nirgendwo hier im Land werden religiöse Bedürfnisse beschnitten, und dies gilt für alle Religionen. Und nirgendwo wird hier ein Mensch auf Grund seiner religiösen Ausrichtung benachteiligt!

 Und  nun noch das: nicht nur, dass Frauen in den Wohngebieten der Haredim weitgehend aus der Öffentlichkeit verbannt werden sollen, nein, mehr als das. Sie werden in Zukunft auch noch die schwere Aufgabe haben,  ihre Einkaufszettel  so zu schreiben, dass  sie für das männliche Gehirn lesbar sind.

Seit heute muss sich kein frommer Mann mehr davor fürchten, vor der Kasse eingequetscht zu sein zwischen den Einkaufswagen zweier Frauen!

Rami Levy, eine der größten Supermarktketten hat sofort reagiert: Seit heute gibt es, zumindest in einer Filiale getrennte Kassen für Frauen und Männer.

Und eine Kundin weniger!

2 Kommentare

Eingeordnet unter Allgemein

2 Antworten zu “Nein, ich wollte nichts mehr dazu sagen!

  1. Was mich interessieren würde: Hast Du Deinen Protest bis jetzt durchgehalten oder bist Du „schwach“ geworden.
    Ich selbst war 2011 das bis jetzt letzte Mal im Rami Levy!
    Liebe Grüße!

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  2. Ich meide Rami Levy nach wie vor:

    1. auf Grund der oben beschriebenen Einstellung der Geschäftsleitung
    2. ist der Laden schmuddelig
    3. sind die Angestellten absolut unfreundlich

    Da helfen auch die etwas günstigeren Preise nicht!

    Gefällt mir

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