Der arabische Frühling – geht er nahtlos in den Israelischen Herbst über?

Bei meinem letzten Post vor wenigen Tagen war ich  voll Optimismus, die Tage vor dem großen „day to come“ in Ruhe und Ausgeglichenheit erleben zu können.

Aber seither ist schon wieder alles anders geworden. Gestern  am Nachmittag las ich im Stern der letzten Woche, dass sich ein Journalist beklagt, dass das Jahr 2011, quasi ohne jemals innezuhalten,  bisher an ihm vorbeigerauscht sei.  Er belegt seine Aussage mit wirklich wichtigen Ereignissen: arabischer Frühling –  furchtbare Tornados in den USA – Tsunami  und Gau in Japan –  Tod Osama bin Ladens – Vulkanausbruch in Indonesien – …. Wir sind noch nicht am 31.12. angekommen!

Recht hat er, die Welt dreht sich derzeit viel zu schnell,  ich werde trotzdem versuchen, die Ereignisse und Medienberichte der letzten Woche hier zu erfassen.

Vielleicht war dies die einzige positive Meldung der vergangenen Woche, ich fand sie wunderbar und möchte es deshalb nicht verabsäumen, sie euch als Erstes weiterzugeben. Hezy und Fadi, ein orthodoxer Jude aus Mea Shearim und ein Araber aus Ostjerusalem flitzen gemeinsam mit dem Notfall Motorrad ( haben wir auch hier in Zichron!) zu ihren Einsätzen. Beide gehören der freiwilligen  Notfallorganisation  „Ichud Hatzalah“ an, die ähnlich wie der „Magen David adom“ (dem Pendant zum Roten Kreuz) organisiert ist. Diese sehr gut ausgebildeten Paramedics entscheiden vor Ort, ob ein Krankenwagen sich auf den teils abenteuerlichen Weg durch die kleinen Gassen  der Altstadt machen muss oder nicht. Beide wurden auf eigenen Wunsch zusammen „gespannt“!  http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4118742,00.html

Ganz und gar entgegensetze Informationen betrafen das WJL und, wenn auch nur rudimentär, Deutschland.  Lange genug wurde über beide Vorfälle geschweigen, wohl um die Ergebnisse der verdeckten Ermittlungen nicht zu gefährden.

Im WJL gelang einer SOKO, gebildet aus Polizei, Militär und Sicherheitsdienst ein wichtiger Coup: Es kam zu Festnahmen von Terroristen, die entweder die Anschläge bereits  ausgeführt hatten, oder noch in der Planungsphase steckten.  Einige der festgenommenen Terroristen gehörten der Hamas an, die im Prinzip im Gaza Streifen agiert, sich mittlerweile aber mit Hilfe von Syrien und Ägypten im WJL etablieren konnte.  Geplant waren auch Entführungen israelischer Staatsbürger und Soldaten.

Die Verhaftungen fanden bereits im August statt, wurden aber erst jetzt bekannt gegeben.

Leider macht der Terror aber nicht halt an den Grenzen Israels.

In Berlin wurden zwei Männer, ein 24-jähriger Deutscher libanesischer Herkunft, der in Berlin Medizin studiert und ein 28-jähriger, staatenloser Palästinenser verhaftet, die dringend verdächtigt sind,  einen Terroranschlag in der BRD geplant zu haben. Leider passt dies so sehr ins Bild!

Und wieder zurück nach Israel!

Die Zeltstädte auf dem Rothschild Boulevard und an anderen prominenten Orten in Israel  sollten eigentlich seit mehr als einer Woche Vergangenheit sein. Nachdem im Anschluss an die Abschlussdemo am vorvergangenen Samstag Vertreter der Städte mit Blumen zu den Demonstranten gekommen waren, sie zum Erfolg der Demos beglückwünschten und sie dann zum Abbau der Zelte aufforderte, passierte zunächst mal gar nichts. Nachdem die meisten Zelte mittlerweile ohnehin verlassen waren, begannen die Städte mit dem Abbau.

Das allerdings stieß auf heftigen Widerstand bei den Aktivisten. Nun ja, das Schuljahr hat begonnen, irgendwie ist wohl jeder zu seinem „normalen“ Leben zurückgekehrt.  Es gab einen Gerichtsbeschluss, die Zelte stehen zu lassen, langsam aber sicher verschwinden sie aus dem Bild der Städte.

Was ich aber hoffe ist, dass der Gedanken „hinter den Zelten“ nicht so schnell in Vergessenheit geraten wird. Immerhin wird in den kommenden Wochen ein prominenter Politiker aus Europa einen Unterstützungsbesuch machen: Daniel Cohn-Bendit hat seinen Besuch heute angekündigt. (na ja, mir persönlich wäre ja Joschka Fischer lieber)

Für heute verabschiede ich mich, ohne die Themen Türkei und Ägypten berührt zu haben, die, wenn ich Fontane zitieren darf, „ein zu weites Feld  sind“.

Nicht alleine lassen möchte ich aber die Fußballfans. Für sie kommt hier der abschliessende Satz:

 ” IDF says Maccabi players who currently serve as soldiers cannot travel to Istanbul for historic Europa League game due to security concerns.” Soll ich mich jetzt ärgern, dass das so ist,oder freuen, dass die „Spiele“ weitergehen? Ungeachtet aller Diplomatie…

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