Die spätsommerliche Abkühlung naht!

Und dies nicht nur, wenn man den heutigen Wetterbericht für die kommenden Tage anschaut, sondern auch, wenn man die Themen Revue passieren lässt, die in den vergangenen Monaten und Wochen die Israelische Presse dominierten.

Die Wetterkarte lässt hoffen:

Während der Rest der nördlichen Hemisphäre sich langsam auf den Herbst vorbereitet und die südliche  dem beginnenden Frühling entgegenträumt, freue ich mich wieder auf kühle Nächte ohne Klimaanlage, in denen ich neben dem Zirpen der allgegenwärtigen Grillen auch wieder das Bellen der Schakale, den Ruf des Muezzins und das Quietschen der Eisenbahn hören kann.

Nächte, in denen die Luftfeuchtigkeit nicht mehr so hoch ist, dass Alex mir prophezeit, wenn sie auch nur mehr um 2% ansteigen würde, könne ich in der Luft schwimmen…

Nun, dass ich hier kaum über das aktuelle Wetter schreiben werde, sollte schon klar sein (es sei denn, es würde auf einmal zu schneien beginnen, was aber unwahrscheinlich ist).

Von daher bitte ich, diesen Einstieg als Prélude zu verstehen für das, was sich in den letzten Tagen hier ereignete.

 Die Zeltstädte auf dem Rothschild Boulevard in Tel Aviv und an anderen Orten in Israel werden abgebaut. 

Seit Mitte Juni waren sie der Lebensmittelpunkt von zahlreichen Demonstranten,  die trotz der Gluthitze in den ungekühlten Zelten ausharrten, und mit ihrem friedlichen Protest die Regierung immerhin ein wenig irritierten.

Am vergangenen Samstagabend fand die Demonstration für soziale Veränderungen ihr geplantes Ende mit dem „Marsch der Millionen“. Nun gut, es waren keine Millionen, noch nicht einmal eine Million, aber die mittlerweile hochgerechneten 460 Tausend  entsprechen immerhin nahezu 6% der Bevölkerung. Umgelegt auf Österreich hätte die gesamte Bevölkerung von Vorarlberg plus ein Teil der Tiroler auf die Straße gehen müssen, um dieser Zahl zu entsprechen. In Deutschland müssten knapp 5 Millionen Menschen an Demonstrationen teilnehmen. Alleine schon auf Grund dieser beeindruckenden Zahl an Teilnehmern muss die Aktion als Erfolg gewertet werden.

Unser Außenminister, Avigdor Lieberman, wird seine Meinung, die Demonstranten seien: „Radikale Linke, die Sushi essen und Wasserpfeifen rauchen und die die  Restaurants von Tel Aviv so verstopfen, dass er selber keinen Platz mehr finden könne.“ „So schlimm“ so schließt er, könne die Situation also nicht sein, dringend revidieren müssen!

Ob sich allerdings die Regierung jetzt, wie versprochen, zu schnellen, unbürokratischen und  nachhaltigen Veränderungen durchringen wird, das steht leider auf einem ganz anderen Blatt! Warten wir es ab, die Aktivisten werden in den kommenden Tagen ihr weiteres Vorgehen bekanntgeben.

Ich versuche  mich, psychoanalytisch höchst interessant, dem eigentlich aktuellen Problem langsam, langsam von außen nach innen anzunähern. Ich spreche über das Wetter (ganz weit draußen), die Zeltstädte (schon ein bisschen näher an uns dran), unserem Außenminister (den ich am liebsten wieder nach ganz außen kicken möchte) und kreise nun noch einmal eine Warteschleife lang über dem eigentlichen Thema.

Ja, es geht um die UNO Hauptversammlung, die  in der zweiten Septemberhälfte beginnen wird. Aus verschiedenen Gründen  mag ich heute darüber noch nichts schreiben und vertröste euch auf das kommende Wochenende.

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